Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Montag, 14. Februar 2022

Von der Fähre gefallen, aber nicht nass geworden

... ist Uli, aber ich bin nicht sicher, ob das Nicht-Nasswerden eine gute Nachricht war, denn leider stürzte sie beim Verlassen der Fähre in Karaköy und schlug sich ziemlich heftig die Lippe auf. Ich hatte gerade geschaut, dass sie in dem Gedränge gut von Bord gekommen war, und mich wieder umgedreht, als etliche Menschen entsetzt hinter mich schauten - da drehte ich mich dann auch wieder um und beobachtete, wie viele hilfsbereite Passagiere ihr beim Aufstehen halfen. Auch das Fährpersonal tat sein Mögliches, selbst wenn der Notfallkoffer nicht so ganz taufrisch aussah und die Leutchen auch mit bloßen Fingern an den Mullbinden herumhantierten, aber die Menge Jod, die sie da drauf träufelten, zerlegte jeden Infektionsherd in drei Kilometern Umkreis. Wir liefen die nächste Apotheke an, bekamen dort die Adresse des Österreichischen Krankenhauses und marschierten dorthin.

Der Arzt dort zog sich wenigstens Handschuhe an, säuberte die Wunde weiter und kam am Ende zum Schluss, dass Nähen nicht notwendig sei. Eine Krankenschwester wurde noch zu Rate gezogen, die - das sah sehr nach Augenhöhe aus, wie die beiden da miteinander sprachen - mit dem Arzt diskutierte, aber am Ende blieb es dabei, dass Uli die Wunde erst einmal heilen lässt und dann weitersieht.

Die Behandlung kostete umgerechnet 22 Euro, und die verschriebene Salbe 1,50 Euro (!), für solche Kleinbeträge muss man die Auslandskrankenversicherung dann glücklicherweise nicht wirklich behelligen. Alles in allem sah das am Ende wohl schlimmer aus als es jetzt mit zwei Tagen Abstand erscheint, aber das Adrenalin fuhr mir schon in die Blutbahn, da will ich gar nicht wissen, wie es bei Uli aussah ...

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Der Samstag hatte wunderbar angefangen, jedenfalls für mich, während Uli kaum geschlafen hatte, weil irgendwo im Hotel anscheinend jemand so laut geschnarcht hatte. Wenn ich den Bösewicht in die Hände kriege, na warte!

Das Frühstück im Hotel war völlig in Ordnung, nicht übertrieben fantastomanisch, aber wir wurden gut satt. Wir verließen das Hotel und fuhren - latürnich! - erstmal mit der Fähre nach Europa (wir kamen an einer Apotheke vorbei, in der wir dann auf dem Heimweg Ohropax holten ...). Dort stiegen wir in die Straßenbahn ein und fuhren hoch nach Sultanahmet.

Der erste Stopp war die Hagia Sophia, und ich werde jetzt nicht zum 138. Mal von der Hagia Sophia schwärmen: Das muss man sich einfach selbst anschauen, das ist so schön, so beeindruckend, und ganz besonders das Farbenspiel von der Morgensonne im Innern der Hagia Sophia war sehr, sehr schön ...

Ich bedauere immer noch, dass man nicht mehr auf die Empore kommt, denn die Mosaike da oben sind natürlich etwas ganz Besonderes, aber dafür zahlt man halt keinen Eintritt in dieses Gebäude, das inzwischen wieder Moschee ist.

Aus der Hagia Sophie ging es in Richtung Blaue Moschee, in der die Schlange sehr viel länger war, aber das lag daran, dass der Eingang ziemlich verengt war: Die Blaue Moschee wird renoviert, und es gibt nur einen schmalen Eingang, und mit Schuheausziehen (und später -anziehen) geht das alles nicht so schnell voran. Nach endlicher Zeit aber kamen wir auch rein, und ich war einerseits etwas traurig, andererseits ein bisschen glücklich. Häh? Was redet der wieder?

Ich hatte ja im September mit meinem Ü70-Rudel den Zeitplan vermasselt, sodass wir nicht die Blaue Moschee hineinkamen. Jetzt sah ich, dass wir in der Blauen Moschee - selbst wenn wir reingekommen wären - nicht die ganze Pracht gesehen hätten, weil die Kuppel restauriert wurde und wird. Durch das Gerüst fehlt das luftige Gefühl, das ich in der Blauen Moschee so großartig finde, praktisch komplett, und von der Kuppel sieht man halt nicht wirklich viel, sodass die Damen im September selbst dann nicht viel mehr gesehen hätten, wenn sie einen kompetenteren Reiseführer gehabt hätten ...

Dementsprechend schnell waren wir wieder aus der Blauen Moschee herausspaziert. Es war 11 Uhr, und jeder Istanbul-mit-Rudel-Leser wird sich erinnern, was um 11 Uhr zu passieren hat: Frühschoppen! Dieses Ritual befolgten Uli und ich natürlich, und zwar stilecht bei Omar. Der Chef erkannte mich ebenfalls wieder und fragte, wo die anderen Damen seien; auch diesmal wollte er uns zu seinem Kumpel zum Gewürzekaufen schicken, auch diesmal tranken wir nur unser Bierchen ...

Wir liefen die eine Station nach Çemberlitaş und von dort in den Großen Basar hinein. Wir hielten uns eher links, denn ich wollte natürlich auch Uli den Blick vom Hof der Süleymaniye-Moschee zeigen. Das waren Ecken im Großen Basar, an denen ich auch noch nie war, die Händler waren wieder ein bisschen zurückhaltender, aber so richtig in Kauflaune waren wir nicht ...

Wir spazierten also weiter zur Süleymaniye-Moschee, genossen den Blick von dort oben auf Goldenes Horn und Bosporus, und liefen die steilen Treppen hinunter in Richtung Gewürzbasar.

Den Stand von meinem Schwäbisch Gmünder Spezi fand ich leider nicht mehr (auch weil der Istanbuler Schwabe definitiv nicht da war), aber wir landeten schlussendlich in einem Stand, der entweder der richtige war oder diesem zum Verwechseln ähnlich sah ... Dort machten wir einen mittelprächtigen Großeinkauf und hatten eine große und schwere Tasche dabei, die wir erst einmal ins Hotel bringen wollten.

Unterwegs verlief ich mich kurzfristig, nordete mich aber zügig wieder ein und führte Uli zum gestern schon geplanten Imbiss auf der Galatabrücke. Dort erwarben wir für je zwei Euro einen leckeren Fischdöner, den wir mit Blick auf Goldenes Horn und Bosporus verspeisten, denn die Fähre nach Kadiköy hatten wir - natürlich - schon wieder verpasst.

Die nächste Fähre aber war unsere, wir brachten die Gewürze und sonstigen Einkäufe ins Hotel, machten uns aber zügig wieder auf in Richtung Fährhafen, wobei wir auf der Dachterrasse dort einen Tee (oder Kaffee) trinken wollten. Dieses Etablissement ist gefühlt das einzige in Istanbul, in dem man diesen komischen HES-Code benötigt, und den hatte ich - schlau, wie ich bin - ausgedruckt im Hotelzimmer, wo er gut lag ...

Nun denn, sei's drum, wir entschieden uns, einen Tee in Europa zu trinken, und fuhren wieder Fähre ...

Beim Aussteigen in Karaköy passierte dann das Malheur, und zwei Stunden später verließen wir die Apotheke und liefen wieder hinunter nach Karaköy, nur um mit der Tünel-Bahn hoch auf die Istiklal zu fahren. Wir fielen in die Bar ein, in der ich mit meinen (Ex-)Kollegen vor zwei Jahren am Ankunftsabend versackt war, und auch wenn der Wirt ein bisschen unmotiviert erschien, sorgten wir dafür, dass ausreichend desinfizierender Alkohol beim Weg in Ulis Mund an der Wunde vorbeikam. Alkohol in Gin-Form, übrigens ...

Nachdem das erledigt war und es jetzt dann auch dunkel wurde, fuhren wir mit dem Tünel wieder nach Karaköy, stiegen in die Straßenbahn, fuhren noch einmal nach Sultanahmet, um uns Hagia Sophia und Blaue Moschee noch einmal im Dunkeln anzuschauen (auch sehr, sehr schön!), aber plötzlich war es dann auch schon wieder 20.30 Uhr, sodass wir schauten, dass wir wieder zum Hamsi kommen ...

Wir hatten beide Hunger auf Fleisch, was mich nicht davon abhielt, zur Vorspeise noch ein bisschen Fisch zu essen, aber als Hauptspeise gab es dann Hähnchenspieß für Uli und Mixed Grill für mich. Selbst das Lamm war in Ordnung, und wir waren satt. Der dazugehörige Raki (Bier wollten wir nicht mehr trinken) wurde auch verzehrt, aber wir kamen ohne weitere Unfälle gut im Hotel an ...

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Der Wecker gestern klingelte zur Unzeit, nämlich um 6 Uhr (also 4 Uhr deutscher Zeit, grässlich), wir kamen nicht ganz pünktlich weg, ich fand den Bus zum Flughafen nicht auf Anhieb, und am Flughafen war eine lange, ziemlich unkoordiniert erscheinende Schlange zur - ich werde nicht müde, das zu betonen - unsäglich dummen Einlasssicherheitskontrolle. Wäre ich ein böser Mensch, würde ich mir prompt diese Schlange aussuchen, um Schabernack zu treiben, aber auf mich hört ja keiner ...

Ein bisschen mulmig wurde mir, weil die Schlange sich inkonsistent fortbewegte und wir nur noch zwei Stunden bis zum Abflug hatten, aber irgendwann ging es dann doch schneller, wir kamen ins Gebäude, konnten einigermaßen zügig ausreisen, die (richtige) Sicherheitskontrolle ging dann schnell, sodass wir noch mit massig Zeit zum - völlig überfüllten - Bereich unseres Gates kamen.

Wir kamen im Bereich eines Imbisses zum Sitzen, ich kaufte mir ein Frühstück, damit wir das Recht erwarben, dort zu sitzen, aber diese Menschenmassen ist man einfach nicht mehr gewohnt. Und besonders lustig sind die Durchsagen, man möge - in diesem Gewusel! - 1,5 Meter Sicherheitsabstand halten ... "Wie denn?", fragt man sich, "wie denn?" 

Wir boardeten, und da ich Ulis Tasche auf meinem Koffer hatte, bekam ich nicht etwa eine Motzerei zu hören, dass ich zwei Handgepäckstücke hätte, sondern vielmehr das Angebot, die Sachen im Frachtraum zu verstauen. Da ich aber meinen Rechner auch im Koffer hatte und jetzt nicht umräumen wollte, lehnte ich das Angebot ab, was auch ohne Umstände akzeptiert wurde, und der Bus zum Flugzeug nahm uns mit ...

Wir kamen halbwegs pünktlich weg und waren eine Viertelstunde vorfristig in Stuttgart, an der Passkontrolle wurden wir auf Impfpass und Einreiseanmeldung kontrolliert (gut so!), und dann ging es ohne unnötige Verzögerung nach Bonndorf und in den Kranz.

Joa, da saßen wir dann eine Weile, hörten auf dem Heimweg noch Sirenengesänge aus dem Schnitzer, denen wir uns - anders als Odysseus - nicht widersetzen konnten, und breiten den Mantel des Schweigens über den (wunderbaren) Nachmittag.

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Sehr schön war es, trotz Unfall, aber zu kurz. Istanbul geht immer, gar keine Frage und egal, wie lang, aber wir hatten am Ende nur den Freitag Abend und einen vollen Tag, das war gerade genug, um ein paar der Hauptsehenswürdigkeiten anzukratzen. Ein, zwei Tage mehr sollten es schon sein, aber Flug und Hotel waren so bezahlbar, dass man das einfach jetzt so machen musste ...

Oh Istanbul, du schöne Stadt, du schöne Stadt am Meer,
ich mag dich so, manch einer sagt, ich liebte dich so sehr.
Oh Istanbul, du schöne Stadt, mein Herz, das wurd' so schwer,
weil ich schon wieder fahren musst', ich komm bald wieder her ...

Blick vom Hof der Süleymaniye

Erste Brücke bei Nacht

Hagia Sophia

Auf der Fähre

Hagia Sophia

Galataturm

Hagia Sophia bei Nacht

Freitag, 11. Februar 2022

Oh Istanbul

 ..., du schöne Stadt, du schöne Stadt am Meer ... Wie, hab ich schon zu oft gesungen? Hm, okay, na dann ...

Ich mag dich so, manch einer sagt, ich liebte dich so sehr ... Jaha, ist ja gut ...

Uli und ich fuhren heute Morgen um 8.30 Uhr in Richtung Stuttgart - ich hatte gestern noch einen Platz im Parkhaus gebucht, denn das war am Ende günstiger als die bisher geplante Variante mit Zubringer- und Abholfahrt durch unsere Mütter. Wir fuhren gemütlich und kamen um kurz nach 10 Uhr am Flughafen an. Die Einfahrt ins Parkhaus ging mit Vorzeigen des QR-Codes einigermaßen gut.

Wir stellten uns auf einen Parkplatz, fuhren mit dem Aufzug hinunter auf die Straßenebene, liefen ins Terminal und waren quasi sofort schon an unserer Sicherheitskontrolle. Ich brauchte ein bisschen, um meinen Boarding-QR-Code nochmal abzurufen, aber dann klappte auch das, die Sicherheitskontrolle wurde überstanden, und in der nächstbesten Bar wurde ein Frühschoppen-Bier (es war ja schon 10.30 Uhr, also fast 11 Uhr) verspeist (außerhalb war die Grenzkontrolle noch gar nicht eingerichtet ...).

Wir boardeten ein bisschen verspätet, und das Bodenpersonal von Pegasus sorgte noch zusätzlich für Verspätung: Weil wir online eingecheckt hatten, wurden wir zurückgewiesen, weil wir unseren Impfstatus noch nachweisen mussten. So weit, so doof. Noch doofer wurde es aber dadurch, dass die Impfstatuskontrolle dadurch erfolgte, dass wir gefragt wurden, ob wir geimpft seien (und ob wir diesen türkischen HES-Code hätten). Das bejahten wir (wahrheitsgemäß), aber keine alte Sau prüfte das ...

So etwas, liebe Freunde, ist großer Mist: Wenn ihr schon meint, die Impfpässe prüfen zu müssen, okay, aber dann prüft die bitte auch. So ist das alles richtig bekloppter Aktionismus, den kein Mensch braucht.

Entsprechend boardeten wir den Flieger als Letzte, die Stewardess half uns, unser Handgepäck zu verstauen, und der Flug nach Istanbul war so entspannt wie es sein soll ...

Die Einreise ging auch schnell (kein Grenzer wollte Impfpass oder HES-Code sehen), dann ging es zum Bus. Der fuhr uns - wohl weil voll - vor der Nase weg, aber der nächste Bus folgte ein paar Minuten später.

Eine gute Stunde fuhren wir - selbst mit dem "Express"-Bus -, aber wir kamen schließlich wohlbehalten in Kadiköy an. Das Hotel wurde aufgesucht, das Zimmer okkupiert, dann waren wir aber schon wieder weg, weil wir noch einmal Fähre fahren wollten.

Das klappte - nun, da wir beide jeweils eine Istanbulcard haben ... - ganz vorzüglich, und wir fuhren nach Karaköy und weiter nach Eminönü. Wir hatten unsere Rückfahre - latürnich - gerade verpasst, also liefen wir noch einmal kurz auf die Brücke übers Goldene Horn.

Der Ober, bei der mein Ü70-Rudel und ich im September gegessen hatten, erkannte mich - trotz Maske - sofort wieder, und wir sagten ihm, dass wir - "perhaps", also "vielleicht", mit in die Luft gestrecktem Finger! - morgen mal bei ihm vorbeischauen würden ...

Danach ging es wieder auf die Fähre und von dort schnurstracks in Richtung Hamsi.

Siehe da: Hamsi hatte wieder auf, juchhe! Der Chef war nicht da, aber trotzdem war es gerammelt voll, sodass wir nur drinnen einen Platz bekamen, aber hey, was soll's? Es wurden Mezze verspeist, als ob es kein Morgen bzw. keine Hauptspeise gäbe, gefüllte Weinblätter, Oktopus, keine Fischlein und Oliven mit Anchovis, dazu wurde Efes konsumiert, danach bestellten wir noch einen Seebarsch und eine Seebrasse, die ebenfalls vertilgt wurden, und den Abschluss machte die kleinste Flasche Raki.

Oh Mann, der Tee aufs Haus riss auch nichts heraus, wir wanderten in Richtung Hotel, und sind nun in sämtlichen Betten.

Ein wunderbarer erster Abend in Istanbul, morgen gucken wir mal, was wir machen - Blaue Moschee, Hagia Sophia, großer Basar, Hof der Süleymaniye-Moschee, Gewürzbasar, wir werden uns schon durch Istanbul durchschlagen.

Alles toll wie immer, auch wenn es auf der Fähre durchaus ein bisschen kühl war ...

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Anfang April geht es mit zwei Damen in Richtung Irland und Nordirland, da werde ich noch ausführlicher berichten, jetzt bin ich erstmal müde und muss ins Bett ...

Abfahrt in Eminönü

Unterwegs, das dürften die Karpaten gewesen sein ...

Sonntag, 6. Februar 2022

Vielleicht drei Schritte in Frankreich

 ... war ich gestern auf der Rheinbrücke Neuenburg-Chalampé, nachdem ich schon ungefähr 17 Kilometer in den Knochen hatte ... Die ehrenwörtliche Erklärung, die ich für die Einreise nach Frankreich brauche, hatte ich natürlich dabei - hust -, aber kontrolliert hat das eh keiner ...

Eine (lange) Etappe fehlte noch, um den Südwestschwarzwald zu umrunden, und diese Etappe wollte ich gestern auf mich nehmen.

Also fuhr ich mit dem Bus nach Neustadt, von dort mit der S-Bahn nach Freiburg und schließlich mit einem Regionalzug nach Kleinkems, wo ich am 18. Dezember - auf meiner letzten getrackten Tour - in den Zug gestiegen war. Diesmal konnte ich den Berg hinuntergehen und kam bald zum Rhein. Kurze Zeit später, zwischen Rheinkilometer 184 und 185 (natürlich wurden alle Rheinkilometer fotografisch dokumentiert), kam ich an den westlichsten Punkt meiner Wanderungen, denn bei 7° 30' 47" ö. L. war ich um gerade einmal 20 Gradsekunden, also wenige hundert Meter, weiter westlich als am 18. Dezember ...

Es ging auf einer wunderbar bewanderbaren, wenn auch trotz des fast ununterbrochenen Ausblicks auf den Rhein jetzt nicht so wahnsinnig spannenden Strecke in Richtung Norden - der erste Rheinkilometer war die Nr. 184 gewesen.

Nach dem Rheinkilometer 185 kam ich an einem Autobahnrastplatz vorbei, und die Tür vom Rastplatz zum Wanderweg war geöffnet, denn auf dem Rastplatz ist ein auch und gerade für Wanderer interessanter Myriameterstein. "Myriameter" ist die altertümliche Bezeichnung für 10.000 Meter, und dieser Stein bezeichnete 20 Kilometer Entfernung, also zwei Myriameter, von Basel. Man beachte, dass hier wohl 20 Kilometer zum Stadtzentrum von Basel gemeint waren, denn von der Grenze (und dem heutigen Rheinkilometer 170) war ich hier erst etwas über 15 Kilometer entfernt. So richtig gut durchschaubar ist diese Rheinkilometrierung wirklich nicht, zumal es da allerlei Sonderkonstellationen gibt.

Sei es, wie es sei, ich lief weiter, kam kurz darauf an einer Seilkrananlage zur Flussmessung entlang und blieb auf dem Rheinauenweg. Ich lief an einer Autobahnraststätte vorbei, die auf dem Wanderweg Werbung machte, dass man durchaus auch als Wanderer dort einkehren könne, denn da war ein Zugangsweg offen (das hatte ich so auch noch nie gesehen) und erreichte nach einigen Kilometern den "modernen" Myriameterstein (naja, eher das Myriameterschild) mit der 190 darauf: Ich war also 190 Rheinkilometer von der alten Rheinbrücke in Konstanz entfernt.

Kurz nach diesem Schild musste ich einen kleinen Umweg laufen, weil dort jetzt neuerdings ein Rheinhochwasserrückhaltebecken angelegt wurde, und um dieses musste ich herum latschen. Kurz hinter Rheinkilometer 194 unterquerte ich die Autobahnbrücke, und ich hatte aufgrund eines Eintrages in der Wikipedia ein bisschen die Hoffnung gehabt, dass es da doch eine Möglichkeit gebe, auch als Fußgänger die Brücke zu überqueren - allein, ich fand sie nicht ...

Also blieb ich auf deutscher Seite, machte dann nach 15 Kilometer oder so auf einem Baumstamm für ein paar Minuten Pause, kam fast nicht wieder in die Gänge (vielleicht war es doch keine optimale Idee, nach sechs Wochen mit keiner ernstzunehmenden Wanderung auf einen Schlag 18 Kilometer anzuvisieren, aber "vernünftig" konnte ich ja noch nie ...) und schleppte mich zur Rheinbrücke, über die ich am 20. August 2020 (!) erstmals französisches Gebiet erreicht hatte ...

Ich musste unter der Brücke durchlaufen und dann über einen Trampelpfad zur Straße hoch, lief bis ungefähr einen Meter hinter die (vorbildlich angezeigte) deutsch-französische Grenze, machte dort Fotos (unter den leicht spöttischen Blicken einer sehr freundlichen Französin, die ihr Fahrrad über die für Autos zur Zeit gesperrte Brücke schob) und lief wieder zurück zum deutschen Brückenkopf.

Hier war nun die Streckenführung meiner Wanderapp sehr abstrus, denn sie führte mich - weil angeblich der Fußgängerweg an der neu trassierten Bundesstraße noch nicht fertig war - noch ein Stück am Rhein entlang. Nun denn, auf, auf, marsch, marsch, ich kam bis zum Grenzstein 199 - und dann war Schicht im Schacht. Die Landesgartenschau findet 2022 in Neuenburg statt, und dementsprechend ist das zukünftige Landesgartenschaugelände noch abgesperrt - das hätte man dem Wanderer aber auch mal mitteilen können! Also lief ich zurück und wagte es doch entlang der Bundesstraße - und, oh Wunder, der kombinierte Fußgänger-Fahrrad-Weg war fertig!

Wenige Meter vor dem Bahnhof stieg meine Trackingapp dann mangels Akku aus, aber ich schaffte es in den früheren Zug nach Müllheim, wartete dort auf den Zug nach Freiburg, stieg in den Zug in Richtung Villingen um, geriet noch in eine 3G-Kontrolle (zum Glück hatte ich mein Wanderhandy mit dem Strom im Zug wieder ein wenig aufladen können, aber notfalls hätte ich auf dem Diensthandy auch noch den 3G-Ausweis gehabt), fuhr bis Unadingen (weil ich sonst in Neustadt ewig auf den Bus hätte warten müssen), stieg dort aus und in den Gegenzug um, stieg dann in Neustadt in den Bus ein und kam pünktlich zu Hause an.

Heute Morgen hatte ich ein bisschen Muskelkater, und ich fürchte, das wird morgen nicht besser werden, aber jetzt habe ich wenigstens das Zwischenziel der Südwestschwarzwaldumrundung erreicht. Zudem knackte ich gestern die 1.500-Kilometer-Marke für den Schwarzwald (dort sind es nach der 18,85-km-Wanderung gestern jetzt 1.517,32 Kilometer, während es insgesamt 1.591,42 Kilometer sind, wenn man die Wanderungen in Richtung Brocken, in Dänemark, in den Alpen, in den Vogesen und sonstwo noch dazurechnet).

Die Nordstrecke dieser Umrundung hatte mich im Sommer 2020 am Schluchsee vorbeigeführt, dazu kam die Strecke Feldberg-Bärental, über den Feldberg und den Notschrei ging es in Richtung Wiedener Eck und Belchen, über den Haldenhof und dann über die Rheinebene nach Müllheim und Neuenburg. In der anderen Richtung folgte ich der Steina von der Quelle bis zur Mündung in die Wutach, der Wutach bis zur Mündung in den Rhein und dann - meist auf deutscher Seite, aber wenn es die Quarantänevorschriften erlaubten, gerne auch auf schweizerischer Seite - durch beide Laufenburg, nach Bad Säckingen und Rheinfelden, ab der Wehrbrücke Augst/Wyhlen auf Gebiet der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt nach Basel, dort ums Rheinknie nach Huningue und Weil am Rhein und von dort Ende letzten und Anfang dieses Jahres zur Rheinbrücke in Neuenburg.

Insgesamt habe ich - in Fließrichtung - den Rhein ab Ruggell in Liechtenstein gesehen, bis zum Bodensee ging es, am Bodensee ging es entlang, dann praktisch den gesamten Hochrhein entlang (an zwei, drei Stellen habe ich ernsthafter abgekürzt, die hole ich vielleicht noch nach) und jetzt am Oberrhein auch von Basel (was so Rheinkilometer 166 oder so sein müsste) bis zum Kilometer 199. Mal sehen, ob ich noch ein Stück weiter nach Norden laufe oder mir ein neues Langstreckenziel suche, aber das entscheide ich mehr oder weniger spontan.

Mal sehen, ob ich die 2.000 Kilometer dieses Jahr vollmache.

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Nach dem corona(nachwehen)bedingten Reinfall mit der Portugalreise wollten Jessi, Christian und ich das nicht lange auf uns sitzen lassen, also schlichen wir die ganzen letzten Tage schon um Porto herum (die beiden fliegen Ende März noch auf die Azoren ...) und haben jetzt endlich gebucht: Am 4. März geht es von Frankfurt-Hahn nach Porto, wir haben ein Hotel in der Nähe der Innenstadt gebucht und kommen dort drei Nächte unter, bis es am 7. März wieder zurück zum Hahn geht. Meine Ma wurde überzeugt bzw. genötigt, auch mitzukommen, und so fliegen wir zu viert - das wird gut!

Wir haben uns für den 5. März ein Auto gemietet, denn wir fahren zur Fußgängerbrücke "516 Arouca". Das ist die längste Fußgängerbrücke der Welt oder jedenfalls in Europa, und wir gucken mal, wie wir uns da in 175 Höhe über der Schlucht des Paiva schlagen. Über das Ding wollte ich laufen, seit ich letztes Frühjahr einen Bericht über die Eröffnung sah, jetzt klappt es (hoffentlicht) schon recht zeitnah. 12 Euro Eintritt (bzw. 10 Euro für meine Ma als Seniorin) sind natürlich schon ein happiger Obulus für eine Brücke, aber andererseits musste man die halt auch erstmal bauen ...

Wir werden sicherlich den einen oder anderen Portwein in Porto süffeln, und die Francesinha in Porto geht auf mich - das wird sicher ganz lustig werden ...

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So, Fotos von gestern gibt es auch noch:


Ein Meter in Frankreich
Autobahnbrücke

19. (moderner) Myriameter

Altertümlicher Myriameterstein II (20 km von Basel)

Blick auf den Rhein

Sonntag, 30. Januar 2022

Nix gemütlich, nix Lissabon

Nun, eigentlich wäre ich dieses Wochenende mit Jessi und Christian in Lissabon gewesen, aber die beiden sind ohne mich geflogen und befinden sich gerade auf dem Heimflug.

Leider habe ich mir entweder auf dem Weg nach oder in Budapest das Coronavirus konsumiert, und trotz dreifacher Impfung ging es mir letzte und diese Woche nicht so richtig megatotal gut (und schon gar nicht war es gemütlich). Ich hab's überlebt, aber ich will gar nicht wissen, wie es mir ohne Impfung ergangen wäre - daher, liebe Leser: Impfen lassen! (Meiner Ma ging es gut, die hat sich glücklicherweise offenbar nicht angesteckt ...)

Nachdem ich mich am Dienstag freitesten ließ, bin ich die nächsten Tage ein bisschen in der Gegend herumgewandert, naja, eher spazieren gegangen, und einer der Spaziergänge führte mich auch nach Weizen. Vom dortigen Parkplatz am Wiizemersteg lief ich zunächst auf deutscher Seite bis zur Brücke über die Wutach beim Sportplatz in Grimmelshofen (mit Besuch beim Weiserstein, ab welchem die Flussmitte der Wutach die Grenze zur Schweiz markiert), dann hoch zum Seldengraben, dort über die Beinahe-Grenzbrücke (die Brücke ist komplett auf deutscher Seite, weil die Grenzsteine und damit die Grenze hier nicht exakt den Bachlauf abbilden), ein bisschen durch den Schweizer Wald und schließlich über den Wiizemersteg zurück nach Deutschland.

Staatsrechtlich nicht ganz so spektakulär waren die Wanderungen in Richtung Tiefental, wobei ich einmal nach rechts in den Wald einbog und durch selbigen in Richtung Boll lief (den Berg hoch ließ ich mich mit dem Linientaxi kutschieren, natürlich in der Bahncard 100 auch inklusive ...); die andere Strecke durch Tiefental runter zur Lotenbachklamm und von dort mit dem Bus zurück lief ich heute, das war auch schön ...

Durch den positiven PCR-Test, den ich jetzt hatte, kann ich in einige Länder (z. B. nach Kanada) auch ohne ansonsten notwendigen negativen PCR-Test einreisen, jedenfalls für eine gewisse Zeit; das müsste man doch irgendwie ausnutzen ...

Mit Jessi und Christian werde ich, so mein dringendes Gefühl, dieses Jahr noch einmal nach Portugal kommen, wir müssen mal sehen, wohin, ob nach Porto oder auf die Azoren, aber irgendwas kommt, da bin ich recht sicher.

Ich habe die Hoffnung, dass dieses Jahr wieder ein bisschen reisereicher wird, aber erst einmal freue ich mich auf in zwei Wochen in Istanbul - das wird auch schön ...

Weiserstein

Alpenblick vom Galgenbuck

Seldengraben im Winter

Im Schweizer Wald

Sonntag, 16. Januar 2022

Eine ganz gemütliche Heimreise

 ... habe ich heute in Angriff, und dass sie durch vier Länder führte, ist für mich ja eher eine Freude denn ein Ärgernis.

Ich hatte gestern Abend - und heute Nacht, als mich die Natur ins Bad trieb - noch ein bisschen Football geguckt (das geht bei DAZN in jedem beliebigen EWR-Land, das ist ja auch sehr praktisch), und auch darauf wird es zu schieben sein, dass ich nicht ganz wie ein junges Reh heute Morgen durch mein Zimmer (hätte fast "meine Wohnung" geschrieben, weil das Zimmer wirklich recht groß war) galoppierte.

Ich frühstückte in Ruhe und fuhr dann relativ früh, um 9 Uhr, zum Flughafen, weil ich ein bisschen Puffer haben wollte - natürlich war es wie immer, dass nämlich, wenn man Puffer einbaut, kein Puffer notwendig ist, weil am Umsteigepunkt der Flughafenbus auf mich wartete und an der Sicherheitskontrolle kaum Andrang war.

Ich lief wieder in die mir aus alten Tagen bestens bekannte Lounge und holte dort mein Getränkedefizit der vergangenen Tage ein wenig auf, bevor ich zum Gate lief, als schon das Boarding aufgerufen war, obwohl der Flieger verspätet war, weil er in Berlin nicht weggekommen war.

Ich hatte den Weg ein bisschen unterschätzt, doch erreichte ich das Gate noch problemlos (und wartete nach dem "Boarding" noch locker eine halbe Stunde, bis wir wirklich boarden konnten). Der Boarding-Mensch fragte, ob ich nach Frankreich oder in die Schweiz fliege (auch eine lustige Frage für ein Boarding, aber hier ergab sie Sinn), und wahrheitsgemäß antwortete ich, dass ich den französischen Sektor einreisen wollte.

Ich bestieg das Flugzeug als einer der Letzten, weil ich sowieso auf einem Gangplatz saß, hatte diesmal vorgesorgt und mir eine Serie heruntergeladen, die ich mir anguckte, und als ich das nächste Mal aus dem Fenster schaute, waren wir quasi schon in Basel.

Ich überstand die Impfpasskontrolle und verließ als einer von wenigen den Gepäckausgabebereich in Richtung des französischen Bereichs. Nun war ich also in Frankreich angekommen und musste sehen, wie ich nach Hause komme. Dazu bot es sich an, die Schweiz im Transit zu durchreisen (wäre ich direkt in die Schweiz eingereist, hätte ich womöglich einen Test gebraucht, so brauchte ich keinen), also lief ich in den Schweizer Sektor (wieder kein Zöllner da), fuhr zum Ankunftsbereich und bestieg den abfahrbereiten Bus, nachdem ich mir eine Fahrkarte zum Badischen Bahnhof gekauft hatte.

Das hatte den Vorteil, dass ich damit auch die Straßenbahn vom Bahnhof SBB zum Badischen Bahnhof nutzen konnte (sonst hätte ich nur den Regionalzug nehmen können), und das machte ich dann auch, zumal ich für die Fahrt zum Badischen Bahnhof nicht mehr zahlen müsste als die Fahrt zum Bahnhof SBB sowieso gekostet hätte.

Am Badischen Bahnhof stieg ich den Zug nach Freiburg, ging noch zum Coronatest, der trotz aller Bade- und Dampfbadgenüsse negativ ausfiel, und fuhr dann nach Titisee, nachdem mich der Schaffner noch am Bahnsteig sehr freundlich angesprochen hatte, weil ich nicht sicher war, ob ich den Zug nehme und in Titisee umsteige oder ob ich warte und den nach Neustadt durchgehenden Zug nehme.

Schließlich stieg ich aber doch ein, fuhr bis Titisee, fuhr von dort mit dem Bus nach Lenzkirch, spazierte dort noch im Kurpark herum, bis ich schließlich die letzte Etappe von Lenzkirch nach Bonndorf in Angriff nehmen konnte, auf der ich ab Ruhbühl oder so der einzige Fahrgast war.

Das war ein wunderbares Wochenende mit viel Entspannung im Wasser, ach, ist das herrlich, da im Wasser herumzuplanschen, wobei ich schon sagen muss, dass das Rudas-Bad auch deswegen so toll ist, weil man, wenn man da im Bad einpennt und wieder die Augen aufmacht, über sich das alte Gemäuer sieht und nicht die geweißelte Decke wie im Széchenyi.

Das Rudasbad bleibt also mein Lieblingsbad, und diese Budapest-Aktion könnte man genauso auch noch einmal wiederholen. Das war nämlich schön ...

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Auf der Karte oben ist Ecuador nicht mehr orange, dafür ist die Dominikanische Republik orange. Mal sehen, wie das mit Omikron sich weiterentwickelt, mal sehen, ob und wann wir buchen (wahrscheinlich eher kurzfristig und/oder mit flexibler Stonierbarkeit), aber über Mutters Geburtstag würde ich schon gerne mal wieder weiter weg ... Wir werden sehen.

Samstag, 15. Januar 2022

Faul und verfressen

 ..., aber nicht komplett unvernünftig war ich heute. Hört, hört!

Nach kurzer Nacht stand ich topfit (höhö) auf, duschte und ging zum akzeptablen, aber nicht feudalen Frühstück.

Danach fuhr ich zum Heldenplatz, guckte mich da noch einmal um und fuhr danach mit der mir so ans Herz gewachsenen Linie 105 zum Brückenkopf der Kettenbrücke, wo ich in die 16 hoch zur Burg umsteigen konnte.

Die Kettenbrücke wird derzeit generalüberholt und ist gesperrt, sodass der Bus einen Umweg über die Elisabethbrücke fährt, einen aber trotzdem dann - wie gewünscht - am Clark Ádám tér rauslässt. Auch die 16 kam bald, und so stieg ich an der Fischerbastei aus.

Es war ein bisschen was los, aber es war nicht die Hölle los, also lief ich über die Galerie und genoss die Ausblicke auf die Donau und das Parlament. Bei dem wunderbaren Wetter heute konnte man weit ins Budapester Umland sehen, und ich bezweifle, dass ich schon einmal so weit von dort oben geguckt habe - richtig schick!

Danach guckte ich, ob die deutsche Botschaft noch steht (tut sie, war aber trauerbeflaggt und ich habe keine Ahnung, wieso ...), und stieg wieder in den Bus hinunter zur Metrostation ein. Mit der Metro fuhr ich unter der Donau durch bis zum Astoria, lief an der Synagoge vorbei und fiel - ich hatte ja schon vor Urzeiten gefrühstückt - im Gettó Gulyás ein.

Es war, als ich kam, eigentümlich leer, was sich aber bald änderte, und das Essen - natürlich aß ich das Kalbspaprikasch mit Bandnudeltalern im Speckmantel - war wieder einmal vorzüglich, wenn auch verdächtig schnell da. Die Limonade - die brauchte ich dringend, weil ich den Tag über viel zu wenig trank, ich Held - war sehr lecker, das Bier auch, und der Ober verkaufte mir noch einen - ebenfalls sehr leckeren - Nachtisch ...

Die Rechnung war für einen anderen Tisch, aber das bemerkte ich und bezahlte am Ende das Richtige ...

Nun aber fuhr ich zurück ins Hotel, trödelte noch ein bisschen und schaute, dass ich so gegen 15 Uhr im Bad bin. Meine Auswahl war insofern begrenzt, als dass das Király-Bad seit März 2020 auf unbestimmte Zeit geschlossen ist, also wurde es das Széchenyi-Bad. An der dazugehörigen Haltestelle geriet ich in eine Fahrkartenkontrolle, überstand diese ebenso wie die Impfpasskontrolle am Eingang zum Bad, kaufte mir - die Schließfächer waren belegt - eine Kabine für drei Euro Aufschlag, aber das passte, und stiefelte nach erfolgreichem Umziehen ins Bad.

Ach Freunde, das ist alles herrlich (auch wenn heute recht viel los war): das warme Becken draußen an der frischen Luft mit dem strahlend blauen Himmel über dir, die Saunen unten, in denen ein bisschen (ein bisschen!) Zunder drauf ist, die Dampfbäder, die 35-Grad-, 38-Grad-, 40-Grad- und 20-Grad-Becken, so schön, da in der Gegend herumzuliegen und einfach nur gar nichts, aber auch überhaupt gar nichts zu machen, das ist herrlich.

"Leute begucken" ist einer der Zeitvertreibe meiner Mutter, und Leute begucken kann man gut, wenn man stoisch (nicht bewegen, damit die Wärmeschicht um den Körper nicht verwirbelt wird!) im 20-Grad-Becken sitzt und Männlein und Weiblein ankommen, den Zeh ins Wasser strecken, sich schütteln und dann entsetzt dich anschauen, wie du das aushalten kannst - herrlich.

Die 12 Grad gestern im Rudas waren echt saumäßig, aber 20 Grad geht für einige Minuten wirklich gut ...

Irgendwie waren schnell drei, dreieinhalb Stunden um, bis ich das Bad wieder verließ, zurück ins Hotel fuhr, mein Zeug ablegte und dann - nach einem kurzen Zwischenstopp in einer Drogerie, um dringend benötigte Getränke zu kaufen - zur Margaretenbrücke fuhr.

Heute Abend war das Parlament und die Burg und die Fischerbastei und der Gellért auf seinem Berg beleuchtet, und dieser Blick von der Brücke ist einfach wunderschön - unbedingt mal nach Einbruch der Dunkelheit dorthin, das ist traumhaft schön!

Das Szimpla Kert hatte ich auf der bisherigen Tour noch nicht beglückt, sodass ich mit der Straßenbahn bis in die Nähe fuhr und dann durch eine Straße lief, in der ich noch nie war. Das Szimpla fand ich aber wieder, die kontrollieren da relativ streng den Impfpass, und ich fand das Szimpla jetzt im Winter so richtig gemütlich. Im Sommer brennt da die Luft, aber jetzt war es wirklich schön, entspannt, ich bekam ohne großes Gedrängle mein (leckeres) Stout, fand einen Sitzplatz - sehr schick, sehr schick ...

Ein Bier reichte mir aber, doch ein kleines Hüngerchen hatte ich schon noch (trotz Frühstück und zeitigem Mittagessen), also lief ich durch das jüdische Viertel (heute Morgen war ich noch an der inzwischen fertig renovierten Rumbach-Synagoge vorbeigelaufen, auch hübsch) in Richtung Oper und weiter zu einem Lángos-Laden, von dem ich glaube, dass er der Nachfolger des Ladens ist, bei dem ich 2019 Stammkunde war.

Der Teigfladen (recht klassisch mit Sauercreme und Käse) war sehr lecker und sehr gut bezahlbar, danach war ich satt, stolperte drei Meter weiter in den Bus und bin jetzt gut im Hotel gelandet.

Ich gucke noch ein wenig Football, aber dann geht es ins Bett, denn morgen muss ich nicht zu nachtschlafender Zeit, aber doch einigermaßen früh aufstehen, denn um kurz nach 12 Uhr geht mein Flieger zurück.

Das waren wunderbare eineinhalb Tage hier, ich habe nicht ein einziges Mal ungarisches Bargeld in den Händen gehalten, und das bleibt auch so, denn du kannst hier wirklich fast alles mit Kreditkarte bezahlen. Ich war zweimal baden, ganz herrlich, habe gut gegessen, doch, so ein Wochenende könnte man öfter mal machen, gerade bei einem so günstigen Flug ...

Fotos gibt's heute auch, aber wie üblich keines aus einem Bad.

Blick aufs Parlament von der Bastei

Im Szimpla

Rumbach-Synagoge

Budapest by night

Matthiaskirche

Maximale Verwirrung und 12 Grad

So spät (oder so früh) schreibe ich normalerweise nur Blog, wenn ich irgendwo in Amerika unterwegs bin, aber ich komme gerade aus dem Rudas-Bad, bin total erfrischt (vielleicht auch vom kalten Wind, der beim Warten auf den Bus über die Elisabethbrücke fegte) und will das heute Erlebte noch zu (digitalem) Papier bringen ...

Der Wecker klingelte heute Morgen so, als ob das ein Arbeitstag wäre, und ich stand auf, als ob das ein Arbeitstag wäre. Um kurz nach 8 Uhr war ich ausgehfertig, merkte aber erst dann, dass ich genauso gut auch erst den Bus um 9.40 Uhr hätte nehmen können. Da ich jetzt aber schon einmal fertig war, ging ich mit meiner Mutter um halb neun aus dem Haus und fuhr mit dem Bus nach Neustadt - der Busfahrer fragte mich beim Einsteigen, was so eine Bahncard 100 kosten würde; die Frage konnte ich ihm beantworten.

Von Neustadt ging es nach Freiburg, dort wurde ein Fleischkäsebrötchen verzehrt, von Freiburg mit dem Regionalexpress zum Badischen Bahnhof in Basel und von dort - das ist bei Nahverkehrszügen noch in der Bahncard 100 enthalten - zum Bahnhof SBB.

Dort kaufte ich mir für 6,10 Franken eine Fahrkarte zum EuroAirport, und so fuhren der Bus und ich erst durch Basel und dann über die zollfreie Straße zum Flughafen auf französischem Gebiet.

Ich erkundete den französischen Sektor (das steht wirklich so da!), weil ich von keinem Zöllner - da ist mitten im Flughafen eine Zollgrenze - aufgehalten wurde, begab mich dann aber wieder auf Schweizer (Zoll-)Seite, guckte mir die Aussichtsplattform an, die aber von öffentlicher Seite geschlossen war, und entschied mich, schon sehr früh durch die Sicherheitskontrolle zu gehen.

Das klappte ganz gut, und ich lief in Richtung Gate, als ich ein Schild zur "Lounge" sah und mir einfiel, dass ich ja noch so eine Lounge-Zugangskarte habe. Wunderbar war das, der Check-in klappte, auch wenn ich allerlei vorzeigen musste (Zugangskarte, Bordkarte, Impfzertifikat), aber dann kam ich in eine der schönsten Lounges, die ich je besucht habe, mit kleinem Teichlein und Palmen, ein paar Kleinigkeiten zu essen und - vor allem - dem freien Zugang zur Freiluft-Aussichtsterrasse.

Es war heute in der Sonne so warm, dass ich im kurzen Hemd draußen saß und die Flugzeuge beobachte, einschließlich des Wizzair-Fliegers, mit dem ich nach Budapest fliegen wollte.

Als der gelandet und angedockt war, verließ ich die Lounge, wartete bis fast zum Schluss, um durch die Impfpass- und Bordkartenkontrollen zu gehen, kam auf meinem Gangplatz zum Sitzen und verließ diesen bis Budapest nicht mehr.

Ein paar Damen - wohl Freundinnen einer Flugbegleiterin - waren ziemlich angeschäkert, die trugen keine Masken im Flieger, eine stürzte in Budapest dem Polizisten vor die Füße und lief anschließend schlangenförmige Linien vor mir her, bis ich sie endlich überholt hatte, aber ich werde die hoffentlich nur dieses eine Mal im Leben gesehen haben.

Ich kaufte mir eine Tageskarte, lief versehentlich in die Schlange zum Expressbus, wurde abgewiesen (den wollte ich nicht nehmen, und ich wusste, dass ich den mit der Tageskarte nicht nehmen darf, aber die Beschilderung war mal wieder nicht vorhanden ...), lief zum normalen Flughafenbus, sprang rein, Tür zu, Abfahrt.

An der Station Kőbánya-Kispest war Endstation, ich lief rüber zur Metro, verpasste die erste, aber die nächste kam wenige Minuten später. Mit der kam ich bis zum Nagyvárad tér, dort musste ich - die Metro wird immer noch etappenweise renoviert - in den Metro-Ersatzbus umsteigen, der mich schließlich zu meinem Hotel hier am Westbahnhof brachte.

Mein Hotel ist klasse, ich wurde vom Chef vom Dienst auf Deutsch begrüßt, ich habe ein schickes Zimmer, alles bestens.

Ich hielt mich aber nicht lange auf, denn ich hatte ein bisschen Hunger und lief zum Oktogon, um im Café Vian einzukehren. Der Kellnerin kam ich aus einer anderen Kneipe bekannt vor, keine Ahnung, ob sie recht hatte, ich erkannte sie jedenfalls nicht wieder, ich trank ein Bier und aß ein leckeres Rindfleisch-Nudeln-Gericht, zahlte, fuhr mit der Straßenbahn zurück zum Hotel, holte mein zweites Handy und lief dann wieder zum Metro-Ersatzbus, um zum Handballspiel zu fahren.

Diesmal musste ich nicht am Nagyvárad tér in die Metro umsteigen, weil der Bus verlängert wurde biss zur Metro-Endhaltestelle. So gut (ich musste nicht umsteigen), so verwirrend (siehe unten). An der nächsten Haltestelle Népliget stieg ich aus, wähnte mich gut in der Zeit und marschierte auf die Halle zu, als mir bedeutet wurde, ich müsste an dem "grünen Ding" noch ein Armbändchen holen.

Öhm? Ja, okay, ich weiß, dass viele Stadien auch in Deutschland die Impfpasskontrolle vorziehen und dann so Armbändchen verteilen, aber das hätte mir doch irgendwer irgendwann beim Kartenkauf mal sagen können! Denn dann hätte ich das zeitlich einplanen können. Nun, das "grüne Ding" war das - etliche hundert Meter entfernte - Stadion von Ferencváros, die Schlange war lang, bewegte sich aber, mein Impfpass wurde oberflächlich geprüft, ich erhielt mein Armbändchen - und einen Anschiss, weil ich falsch herum aus der Schlange herauswollte -, marschierte wieder in Richtung Halle, konnte dort unfallfrei eintreten und kam nach endlicher Zeit - und noch mit massig Puffer, so viel zur Eile - an meinen wunderbaren Platz Mitte des Spielfeldes.

Es wurden die üblichen Tanzeinlagen gefordert, dann kamen die Spieler und die Hymnen, und auch wenn nur 6.200 Zuschauer in der wohl etwa 20.000 Zuschauer fassenden Arena waren, war das ganz akzeptable Stimmung. Die Isländer machten Dauerradau, die Portugiesen waren leiser, hinter mir saßen zwei Ungarn, die richtig laut anfeuerten und so alle Umsitzenden zum Schmunzeln brachten, doch, das war sehr entspannt. Das Spiel selbst war spannender als erwartet, aber am Ende setzte sich Island mit 28:24 durch.

Das war mein erstes Handballspiel, und wenn die EHF und/oder die ungarischen Veranstalter das ein bisschen besser organisiert hätten mit diesen Armbändchen (meines zog ich mir beim Versuch, es abzumachen, natürlich immer weiter zu, sodass ich mir am Ende fast die Durchblutung in der Hand abschnürte - ich schaffe es gerade noch ins Zimmer, um mit meinem Nagelknipser das Ding zu entfernen ...), dann wäre das alles lobend erwähnt worden.

Definitiv nicht lobend erwähnt wird die Organisation der Rückfahrt, denn die Heerscharen von Menschen, die mit dem Metro-Ersatzbus gekommen waren, liefen zurück zur Metro-Ersatzbus-Haltestelle. Nur, es kam kein Bus. Irgendwann nach 20 Minuten erbarmte sich ein Polizist oder Straßenbahnfahrer, uns mitzuteilen, dass jetzt doch wieder die normale Linienführung (eine Station Metro, dann Ersatzbus) gelten würde, was vor dem Spiel kurzzeitig abgeschafft worden war.

Liebe Budapester, ich verstehe das mit den Ersatzbussen und Gedöns ja alles, auch wenn es ein bisschen mühsam ist, aber wenn ich das schon einrichtet und kommuniziert, dann haltet euch doch bitte daran und verwirrt die Leute nicht dadurch, dass ich das manchmal durchzieht und manchmal abweicht! Danke, weitermachen ...

Als dann endlich die Metro kam, ich die Station gefahren war, wieder in den Ersatzbus umgestiegen und am Westbahnhof im Hotel angekommen war, packte ich meine sieben Sachen und marschierte wieder zum Bus in die Gegenrichtung. Am Hotel Astoria stieg ich um und wurde direkt am Rudas-Bad aus dem Bus geschmissen.

Beim Einlass musste ich den Impfpass wieder zeigen, dann konnte ich mir die Karte kaufen, bekam sogar noch eine Kabine, zog mich um, lief in den türkischen Teil (in dem ich die ganze Nacht blieb) ... und genoss einfach nur ...

Ich machte wieder mein Zirkeltraining vom 28er- zum 30er- zum 33er- zum 36er- zum 42er-Becken, bleib dort ein paar Minuten, ging dann zum 12 Grad (!!!!!!!!!!!) kalten Kaltbecken, blieb da mit Müh und Not 15 oder 20 Sekunden im wirklich eiskalten Wasser und wärmte mich dann wieder im 28er-Becken auf, um das Zirkeltraining erneut zu beginnen.

Nach dem zweiten Zirkel blieb ich im 33er-Becken hängen (wie immer), pennte mehrfach fast ein, ersoff nie, joa, und irgendwann waren drei Stunden rum und die Uhr zeigte 2.30 Uhr ... Herrrrrrrrrlich! Unbedingt mal ausprobieren, ist richtig toll!

Ich duschte, zog mich an, verließ das Rudas, lief zur Bushaltestelle, fuhr zum Széna tér (wo ich noch nie gewesen war), stieg dort in die Straßenbahn um, stieg auf der Margaretenbrücke nicht aus, weil um kurz nach 3 Uhr das Parlament nicht mehr beleuchtet war (schade!), fuhr also bis zum Westbahnhof durch und bin jetzt im Hotel gelandet.

Morgen, nein, heute, gibt es bis 10.30 Uhr Frühstück, deswegen mache ich, dass ich ins Bett komme. Gute Nacht! Die Hälfte habe ich bestimmt vergessen, wird morgen, nein, heute, nachgereicht ...

Fotos:

Flieger, mein Flieger

Sie verlassen jetzt den französischen Sektor

Grenzzaun zwischen Schweizer und französischem Zollgebiet

Hymnen: Portugal

... und Island

Siebenmeter versenkt

Arena

Donnerstag, 13. Januar 2022

Zur Handball-WM 2007

 ... bin ich damals leider nicht gekommen, weil ein Sturm alle Bahnstrecken lahmlegte und ich auf die Schnelle auch keine Mitfahrgelegenheit bekam. So verpasste ich das Eröffnungsspiel der für die deutsche Herrenmannschaft so erfolgreichen WM, und weder vorher noch nachher habe ich ein Handballspiel besucht, obwohl ich das immer mal wieder vorhatte.

Heute Mittag telefonierte ich kurz mit einer ehemaligen Kollegin, ihres Zeichens sehr handballaffin, und sie erwähnte beiläufig, dass ja jetzt die Handball-EM in Ungarn (und in der Slowakei) stattfinde. Ich googelte natürlich gleich einmal, und tatsächlich ist morgen Abend ein Spiel in Budapest. Es ist zwar kein deutsches Spiel (Portugal-Island), aber immerhin EM, und die teuerste Karte kostet 23 Euro, das habe ich mir jetzt gegönnt.

Ich werde also - wenn nicht alle Stricke reißen - morgen gegen 17 Uhr in Budapest ankommen, mich zum Hotel durchschlagen, kurz einchecken, sofort wieder in die Gegenrichtung aufbrechen und dann hoffentlich um 20.30 Uhr pünktlich zum Spiel in der Arena sein. Lustig wird's, hoffe ich, wenn mir auch ein bisschen mulmig sein wird, in so einer vollbesetzten Halle zu Omikron-Zeiten ...

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Morgen also fahre ich um 8.40 Uhr hier in Bonndorf los und werde über Neustadt und Freiburg nach Basel zum Badischen Bahnhof fahren. Die Schweiz werde ich nur im Transit durchqueren, daher bräuchte ich selbst dann keinen Test und keine Anmeldung, wenn ich nicht seit Wochen im grenznahen Raum wohnen würde. Mit drei Bussen geht es - über die zollfreie Straße - zum auf französischem Gebiet gelegenen Flughafen Basel-Mulhouse, und um 15.10 Uhr oder so geht es dann mit Wizzair nach Budapest.

Nach dem Handballspiel fahre ich dann wieder zum Hotel (oder dorthin, wo ich mein Gepäck abgelegt habe, falls es bis zum Hotel nicht reicht), hole mein Badezeug und fahre zum Rudas-Bad in der Hoffnung, dass zu der Zeit, zu der ich da einmarschiert komme, nicht mehr so viel los ist.

In der Nacht wird es dann wieder ins Hotel gehen (vielleicht nach einem kleinen Abstecher ins Szimpla Kert?), und am Samstag schlafe ich erstmal aus ...

So ist der Plan, mal gucken, ob das alles so funktioniert...

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Spazierengegangen bin ich auch in den ersten beiden Wochen des Jahres, aber nur um Bonndorf herum, wobei das eine oder andere mehr oder weniger schöne Foto entstanden ist:

Blick vom Philosophenweg

Sonnenuntergang vom Galgenbuck

Samstag, 1. Januar 2022

Eine Lose-lose-Abzocke

 ... hat das Reisebüro, bei dem ich gestern meinen Flug nach Budapest für in zwei Wochen spontan gebucht habe, fabriziert, denn ich habe statt 34 Euro für den Flug jetzt 45 Euro bezahlt, aber die sehen mich als Kunden nie wieder. Herzlichen Glückwunsch, dass ihr für elf Euro jetzt einen oft verreisenden und zahlungskräftigen Fluggast verloren habt, ganz großes Kino!

Ich habe vor lauter Freude über den günstigen Flug nämlich wirklich nicht mehr gesehen, dass die mir jetzt doch wieder eine Flex-Option untergejubelt haben, was bei anderen Flügen natürlich richtig teuer werden kann. Hier waren es jetzt nur ein paar Euro Idiotensteuer, doch über solches Geschäftsgebaren rege ich mich nur noch wenige Minuten auf und ziehe meine Konsequenzen.

Sei es, wie es sei, jetzt fliege ich am Freitag in zwei Wochen von Basel nach Budapest und am Sonntag zurück. Ich habe mir ein schönes Hotel in der Nähe des Nyugati-Bahnhofs und damit des Oktogon gebucht und werde mich an mindestens einem Abend ins Rudas-Bad zum Nachtbad aufmachen, das wird herrlich ...

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Gestern sind meine Ma und ich dann wirklich an den Wiizemersteg gefahren. Ich habe noch geblödelt, dass hoffentlich kein anderer auf die Idee kommt, denn auf dem Wiizemersteg kann man nicht gut Abstand halten - aber natürlich gibt es keinen anderen Bescheuerten, der Mitternacht am Silvesterabend auf einer Grenzbrücke in die Schweiz verbringen will.

Ich hatte meiner Mutter mal so zwei unten offene Gläser geschenkt, die man auf ein Piccolofläschchen draufstöpseln kann, und die hatte hatte meine Ma gestern dabei. So standen wir nun mit (guter!) Taschenlampe, Teelichtern und diesen beiden Piccologläsern bewaffnet auf dem Wiizemersteg, und um Punkt 0 Uhr stießen wir - mit einem Bein in Deutschland und dem anderen Bein in der Schweiz - auf das neue Jahr an.

Nein, ich spinne nicht - neihein!

Danach ging es, ich hatte maximal zwei Schluck Piccolo getrunken und war fast beleidigt, dass wir nicht in eine Polizeikontrolle gerieten, zurück nach Bonndorf und noch auf ein Bier (öhm!) bis zur Sperrstunde um 1 Uhr (öhm!) in ein Bonndorfer Etablissement, um aufs neue Jahr anzustoßen.

Ein sehr gelungener Silvesterabend, wie ich fand, könnte man nächstes Jahr wiederholen - zumal wir auf dem Wiizemersteg einen fantastischen Sternenhimmel über uns hatten ...

In diesem Sinne: Ein gutes neues Jahr allen Lesern!


Blitzlichtgewitter auf dem Wiizemersteg

Meine Ma war wie immer hervorragend vorbereitet ...

Freitag, 31. Dezember 2021

Kein verlorenes Jahr

 ... war das Jahr 2021, auch wenn ich zum ersten Mal seit dem Jahr 2007 nicht außerhalb Europas im Sinne des Europarates war.

Nicht nur hinsichtlich der wichtigen Dinge im Leben, nämlich zum Beispiel meines beruflichen Werdegangs, war der Wechsel von Wiesbaden nach Hannover ein guter Schritt, nein, ich habe auch in Europa Ecken besucht und kennengelernt, von denen ich bis dahin nicht viel wusste.

Das gilt nicht nur für die 2021 weiterhin unternommenen Wanderungen (auch wenn die Wanderrate spürbar abgenommen hat, sind es am Ende des Jahres 2021 doch mehr als 1.572 Kilometer seit dem 5. April 2020 und allein im Jahr 2021 immerhin 522 Kilometer gewesen) am Hoch- und Oberrhein entlang, sondern auch für solche Ecken wie die schwedischen Schären auf dem Weg nach Åland und natürlich die rumänischen Karpaten. Ohne Christians Beharren wäre ich da wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, dorthin zu fahren, und das wäre ein Fehler gewesen.

Die Bahncard 100 besitze ich seit dem 26. Februar 2021, erst als Probeversion und inzwischen als Vollversion, und ich finde es immer noch wahnsinnig schön, mich einfach so in den Zug (oder hier unten im Schwarzwald auch in den Bus) zu setzen und einfach in der Gegend herumzufahren. Meine erste Tour ging nach Norddeich, aber gerade in Hamburg und Berlin war ich gefühlt jedes zweites Wochenende, in Berlin an einem Wochenende sogar zweimal.

Mit der Bahncard 100 kam ich in die Schweiz (der Badische Bahnhof in Basel ist ja Tarifpunkt der Bahn und somit gut erreichbar), nach Tschechien und nach Polen. Nach Dänemark wäre ich fast gekommen, wenn der Bus nicht die Haltestelle in Dänemark aus Coronagründen ignorieren würde, sodass ich laufen musste. Nach Österreich ins Kleine Walsertal wäre ich auch (kostenlos) gekommen, wenn der Busfahrer die Regeln kennen würde - und Salzburg steht definitiv noch aus. Nach Kehl bin ich auch gefahren und dann kurz über die Brücke nach Frankreich, und für die paar Meter von der deutschen Grenze nach Venlo zum schönen Nachmittag mit dem Ex-Kollegen musste ich auch kein Vermögen ausgeben. Es ist einfach schick, diese Karte zu haben und sich über Flexpreise und Fahrkarten (fast) keine Gedanken mehr machen zu müssen.

Mit Jessi und Christian war ich auch dieses Jahr viel unterwegs, auch wenn wir nicht einmal geflogen zusammen irgendwohin geflogen sind im Jahr 2021. Dennoch, die Ausfahren nach Luxemburg, nach Rotterdam und zum Rheinzusammenfluss, nach Rumänien, Moldawien und in die Ukraine, auf die Schneekoppe und natürlich zum Dreiländereck Österreich/Slowakei/Ungarn waren auch dieses Jahr hochinteressante Reise mit den beiden.

Geflogen bin ich 2021 dann aber doch auch, erst nach Stockholm im Juli, dann nach Istanbul im September und schließlich nach Skopje im Dezember, wenig, klar, aber immerhin, und ich hoffe, dass die (Flug-)Reisen, die für 2022 schon gebucht sind, auch wirklich alle so klappen.

Die erste größere (und spontane) Reise dieses Jahr führte mit meiner Mutter nach Slowenien, ins das wunderschöne Städtchen Piran, und auch wenn die Fahrt - so wie die Ukraine-Fahrt - ziemlich anstrengend war, hat sich das gelohnt, schon allein, um mal wieder im Meer zu schwimmen.

Stockholm und Åland waren im Juli auch eine wunderbare Tour, Stockholm selbst ist sehr schön, die Fahrt mit der Fähre fast noch schöner, und auf Åland war ich dann auch noch einmal im Meer schwimmen, das war richtig, richtig schön ...

Auch im Sommer wurden viele Grenzsteine an der deutsch-schweizerischen Grenze begutachtet und dokumentiert, aber das Ziel des Sommers und die letzte größere Tour vor der Saison war dann Istanbul. Immer noch bin ich sehr beeindruckt, wie mein Ü70-Rudel hinter mir hergetrabt ist, auch wenn die Damen natürlich wussten, wie sie mich dazu kriegen, auch mal langsamer zu machen (kleiner Tipp - mit Frühschoppen fängt man Blog-Autoren ...). Vor lauter Schreck zermalmte ich dann fast ein Auto, aber sowohl das Auto als auch mein Knie haben das überlebt ...

Und so anstrengend die Ukraine-Tour war, weil wir halt in kurzer Zeit viel sehen wollen, so vernünftig habe meine Mutter und ich das in Skopje und Prishtina gemacht: Wir haben sicher nicht so viel von diesen aufstrebenden Hauptstädten gesehen, wie man vielleicht hätte sehen können, aber wir haben uns halt auch ein kleines bisschen erholt, das war völlig in Ordnung so.

Alles in allem waren das 23 besuchte Ländern (allerdings kein neues), aber Åland ist zumindest ein neuer Eintrag (gewissermaßen außer Konkurrenz) in meiner Liste, und das deutsch-luxemburgische Kondominium habe ich auch zum ersten Mal bewusst miterlebt.

Dass ich mit Jessi und Christian alle sechs deutschen Exklaven besucht habe, hätte ich fast vergessen, aber das war doch auch etwas Schönes, auch wenn die beiden mich - glaube ich, zum wiederholten Male - für verrückt erklärt haben, welche Freude ich für solche Exklaven entwickeln kann ...

Heute Abend geht es also zum Wiizemersteg, und dann sind für Ende Januar (Lissabon), Mitte Februar (Istanbul) und Ostern (Färöer) drei Flugreisen für 2022 schon gebucht. Ich hoffe, dass Omikron uns keinen Strich durch die Rechnung(en) macht, aber auch wenn ich befürchte, dass wir noch das hebräische Alphabet anfangen, wenn wir bei Omega ankommen, so hoffe ich doch, dass wir dieses Jahr mit Impfungen und allem wieder viel von dem machen können, was wir machen wollen ...

Mit meiner Mutter wird es über ihren Geburtstag im März hoffentlich das erste Mal wieder an einen Ort außerhalb Europas gehen, ob das nun Ecuador oder die Dominikanische Republik oder ganz was anderes ist, werden wir sehen, aber so ein paar Strandtage in exotischeren Gefilden wären sicher nicht schlecht.

Kein verlorenes Jahr also, dieses 2021, aber doch die Hoffnung auf ein besseres 2022 - in diesem Sinne: guten Rutsch!

Montag, 27. Dezember 2021

So langsam lerne ich es vielleicht

 ..., wie man Reisen planen sollte, gerade wenn auch ein bisschen Erholung dabei sein soll: Man sollte diese Reisen wohl so planen, dass auch ein bisschen Erholung dabei ist. Und das hat auf dieser Reise sehr gut geklappt, auch wenn ich nicht sicher bin, ob mein Chef mein Verständnis von "Erholung" teilt ...

Diese paar Stunden im Spa, mit Sauna und Dampfbad (was bei uns ja noch gar nicht geht, in Nordmazedonien aber völlig wurscht war), mit ein bisschen Planschen im am ersten Tag 32 Grad warmen, am zweiten Tag 27 Grad lauwarmen Wasser, mit ein bisschen Lesen und dem Liegen auf den beheizten Liegen, das war richtig schön ...

Ja, natürlich, wir hätten von Skopje mehr sehen können, wenn wir beide Tage Hardcore-City-Sightseeing gemacht hätten, klar. Aber wir sind am ersten Tag durch Skopje marschiert, als gäbe es kein Morgen, durch die Altstadt, vorbei an dieser Unzahl von Statuen, da unterwegs zunächst am und dann über den Vardar, dass wir einen - wie ich finde - ganz akzeptablen Eindruck dieser weißen Stadt Skopje bekommen haben.

Dass wir danach ein bisschen Spa gemacht haben, das wir uns beide in einem anstrengenden Winter verdient hatten, das muss dann eben auch einfach sein, denn daheim nehme ich mir die Zeit dann auch wieder nicht (abgesehen davon, dass ich in Deutschland nicht ohne zusätzliche Kosten in eine Sauna komme).

Der zweite Tag, die Ausfahrt nach Prishtina, war auch sehr gemütlich, auch wenn ich zugebe, dass es vielleicht nicht jeder gemütlich oder gar erholsam findet, in einem altersschwachen Midi-Bus zweimal zwei Stunden über den Balkan zu düsen, an den Grenzen aus- und wieder ein- und wieder aus- und wieder einzusteigen, aber da wir Zeit hatten und absolut keinen Stress (weil da alle Naselang ein Bus zu fahren scheint), war das auch ein wirklich erholsamer Tag. Und gelohnt hat sich die Ausfahrt definitiv, allein schon, um zu sehen, wie sich dieses kleine Ländchen verändert hat, seit meine Ma und ich 2008 und ich 2014 dort waren. Von der kosovarischen Autobahn bin ich auch mit zwei Tagen Abstand (ja, es sind nur zwei Tage!) völlig hin und weg, und von der Bautätigkeit in der Stadt ebenso.

Wenn man den Rückflug weglässt, und auch da eigentlich nur die Rennerei in Wien, dann war das ein wunderbarer, sehr erholsamer Urlaub, wobei man da auch die zwei Abendessen herausrechnen muss, denn die waren weder erholsam noch entspannend, aber dafür sehr lecker ...

Das Skopski Merak steht seit wenigen Minuten auf meiner Liste der Restaurantempfehlungen, weil das Essen so lecker war, weil die Ober so freundlich waren, weil die Atmosphäre so gut war, weil die Touristenquote so niedrig war, weil das Preis-Leistungs-Verhältnis außerordentlich war, weil es einfach toll war.

Eine Hotelempfehlungsliste gibt es noch keine (und ich habe keine Ahnung, weshalb), vielleicht mache ich die noch auf, und ob unser Hotel in Skopje da drauf kommt, weiß ich noch nicht so ganz genau: Die haben nichts falsch gemacht, und für den Preis ist auch ein Fünf-Sterne-Hotel, das in Deutschland vielleicht eher vier Sterne gekriegt hätte, völlig und total in Ordnung gewesen (und das Spa war ebenfalls völlig in Ordnung), aber so etwas ganz Besonderes war es andererseits irgendwie auch wieder nicht. Damit man mich nicht falsch versteht: Wenn ich wieder einmal nach Skopje reise, kann es sehr gut sein, dass ich wieder dort absteige, aber euphorische Begeisterung - wie etwas für das Skopski Merak in der Kategorie "Gastronomie" - empfinde ich mit einem Tag Abstand nicht ...

Zum ersten Mal seit 13 Jahren (damals nach Istanbul mitten in der Nacht) bin ich mal wieder ab Hannover geflogen - der Flughafen hat lange Wege, aber ist ansonsten gut zu navigieren, und man ist auch in einer Dreiviertelstunde von der Haustür am Flughafen, so wie ich es von Wiesbaden zum Frankfurter Flughafen kenne. Klar, die Verbindungsauswahl ist deutlich bescheidener, aber andererseits komme ich von Hannover aus an fast alle großen europäischen Drehkreuze, das kann schon eine gute Flughafen-Reisender-Beziehung werden ...

Der Flughafen in Skopje war fast schon süß, mit seinen sechs Gates und dem Kiosk, der noch weit vor der Einsteigezeit schließt - so viel Platz wie meine Mutter und ich da gestern hatten, hatte ich an einem Flughafen selten ...

Und Wien, naja, Wien halt - schleicht's eich!

Dem Auswärtigen Amt sollte man auch nicht immer glauben, denn außer bei der Ein- und Ausreise (dort aber wurde immer jedenfalls nachgefragt, ob wir einen Impfpass hätten, und geprüft wurde er auch - manchmal) wollte kein Mensch, weder im Hotel noch in den Gaststätten noch sonstwo unsere Impfzertifikate sehen. Die Ober trugen - sowohl in Nordmazedonien wie im Kosovo - relativ strikt ihre Masken (wobei die schon öfter mal von der Nase rutschten ...), ansonsten war die Masketragedichte im Freien so wie bei uns, vielleicht sogar noch ein bisschen höher, in der Gastronomie und den Hotels aber deutlich geringer. Mal sehen, was ich so in fünf Jahren denke, wenn ich diese Zeilen lese ...

Das also war der Weihnachtsausflug 2021, der elfte in zwölf Jahren, und es war wieder einmal schön, Weihnachten ganz woanders zu erleben, denn weder an Heiligabend noch am 1. Feiertag hat man viel gemerkt in dem orthodox-christlichen bzw. muslimischen Süden des Westbalkans.

Am Freitag Abend geht es zum Wiizemersteg zum Silvesterfeiern, und vielleicht machen wir an Neujahr eine kleine Ausfahrt über das neue Stück der A 98 bei Rheinfelden. Dann ist man schon fast in der Schweiz und schon fast in Frankreich, da könnte man ja mal gucken, wohin einen die Spazierfahrt sonst so führt ...

Sonntag, 26. Dezember 2021

"Two G plus" und Gerenne im Chaos

Och Kinners, ich bin zweimal in Wien am Flughafen umgestiegen, und jedes Mal war es ein einziges Chaos, aber heute haben die Österreicher sich selbst übertroffen ...

Meine Mutter schmiss mich so kurz vor acht aus dem Bett, auch diese Nacht hatte ich Unfug geträumt, nämlich dass ich mit brutal schlecht gefälschten vatikanischen Ausweisen aus Israel ausreisen will. Was genau meine Truppe verbrochen hatte, weiß ich nicht mehr, aber allein für die Passfälschungen hätte man uns massakrieren müssen ...

Das Frühstück war wieder sehr lecker, diesmal auch mit den Sachen vom zweiten Tisch, den ich am ersten Tag übersehen hatte, danach ging es ins Zimmer, meine Mutter las und ich ging noch einmal ins Spa.

Ein Saunagang der ziemlich warmen Sorte (ich ließ die Eieruhr komplett ablaufen und war dann wirklich gut nassgeschwitzt) wurde von einem Schwimm im Pool gefolgt, danach nahm ich noch ein Dampfbad und nochmal einen Schwimm, aber dann war die Stunde, eineinhalb, die ich mir so vorgenommen hatte, auch schon um, sodass ich nochmal aufs Zimmer ging, mit meiner Ma gemeinsam Stubendurchgang machte und wir uns zum Check-out begaben.

Der für 11.30 Uhr gebuchte Taxifahrer hatte nachgefragt, ob er auch schon um 11.10 Uhr ankommen dürfte, durfte er, und es stellte sich heraus, dass es der gleiche Fahrer war, der uns schon vorgestern Nacht zum Hotel kutschiert hatte.

Wir waren jetzt natürlich viel zu früh am Flughafen, die Einlasskontrolle (nur mit Impfpass!) war natürlich völlig für die Füße, weil du da mit irgendeinem QR-Code durchgewunken wirst, und dann mussten wir ein bisschen warten, weil unser Check-in noch nicht offen hatte.

Zweieinhalb Stunden vor Abflug machte der Check-in klammheimlich auf, ich erlickerte dies, ging strammen Schrittes zu meiner abseits wartenden und lesenden Mutter, gabelte dieselbe auf, und so checkten wir als Sequence No. 2 und 3 des heutigen Tages nach Wien ein.

Die Impfpässe streckte ich der Dame zwar hin, aber sie hatte das offenbar nicht im Computer vermerkt, was in Wien noch zu (leichten) Scherereien führte. Wir gingen durch die Ausreisekontrolle und die Sicherheitskontrolle, bei meiner Mutter piepte es wie üblich (höhö), und dann waren wir viiiiiiel zu früh im Abflugbereich.

Wir begaben uns zu einem etwas abseits gelegenen Kiosk, bekamen dort zwar auch kein Fassbier, auch dafür Dosenbier, aber nach dem zweiten Dosenbier schloss der Kiosk (vermutlich wegen Reichtums), sodass wir nun (noch) mit Bier, aber ohne Nachschub dasaßen. Zu allem Überfluss hatte unser Flieger auch noch Verspätung, also aßen wir noch eine Kleinigkeit bei Burger King und bewegten uns dann gemächlich zum Gate, als der Flieger gerade im Landeanflug war.

Die Check-in-Dame, die alles in allem offenbar relativ unfähig war, hatte uns zwar zwei Fensterplätze zugewiesen, allerdings auch mir eine Sitznachbarin, was im nicht gähnend, aber doch ziemlich leeren Flieger ziemlich unnötig war. Demnächst nehme ich bei Austrian auch ein Saunahandtuch mit, damit ich die Saunatemperaturen, die die da im Flieger aufbieten, auch richtig genießen kann. Wie? Will keiner sehen? Dann soll die Austrian mal vernünftige Klimaanlagen einbauen!

Im Landeanflug auf Wien erklärte uns die Flugbegleiterin sehr geduldig die 2G+-Regeln, übersetzte die aber auf Englisch natürlich (?!) auch als "two G plus". Wofür die "G" im Englischen stehen sollen (gey-impft or gey-naysen?), erschließt sich mir nicht so ganz, aber was soll's, die Ösis machen ja doch was sie wollen.

Jetzt fing aber das Chaos in Wien erst richtig an. Wir reisten ein und bekamen - da wir sowieso nur umstiegen - einen "Kontrolliert"-Zettel in die Hand gedrückt. Mit dem begaben wir uns in Richtung, öhm, ja, wir mussten zu den F-Gates, aber irgendwie führen alle Wege am Wiener Flughafen zum "Ausgang nach Wien". Jetzt stand da eine wahnsinnige Schlange, das Militär war auch unterwegs, an den Seiten drängelten sich allerlei Menschen vorbei, und irgendwann nahm meine Mutter das Heft in die Hand und lief auch an allen vorbei.

Es stellte sich heraus, dass die, die da standen, noch auf ihren "Kontrolliert"-Zettel warteten, während die, die ihn schon hatten, wohl wirklich überholen durften, aber das sagte einem natürlich keine alte Wildsau - ganz, ganz, ganz schlecht in Wien, richtig, richtig schlecht ...

Nachdem wir durch die verwinkelten Gassen zur Sicherheitskontrolle gekommen waren (die ging wenigstens leidlich schnell, außer, dass es bei meiner Mutter piepte, höhö), marschierten wir die ewig langen Wege am Wiener Flughafen wieder zurück, nur um an einem noch nicht geöffneten Gate anzukommen. Unser Flieger schien Verspätung gehabt zu haben ...

Beim Boarding wurden wir dann zurückgepfiffen, weil die Dame in Skopje unseren Impfnachweis ja nicht im System hinterlegt hatte; nachdem die freundliche (wirklich) Austrian-Tante das nachgeholt hatten, durften wir boarden - und wurden im gleichen Flieger begrüßt, mit dem wir gerade angekommen waren ... Das hätten wir einfacher haben können (natürlich nicht wirklich, aber trotzdem ...).

Der Flieger war etwas voller, aber gefühlt etwas kühler, der Flug über Tschechien und Dresden ging recht fix, wir erwischten die angepeilte Bahn, auch weil in Deutschland kein Mensch irgendetwas kontrollierte, ich schmiss meine Ma am Schünemannplatz raus, brachte noch das Gepäck in die Wohnung, ehe wir uns in einer türkischen Kneipe an ebendiesem Schünemannplatz trafen und dort - wirklich! - sehr lecker zu Abend aßen.

Jetzt sind wir gesund und munter und wieder einmal pappsatt in meiner Bude, jetzt geht es ins Bett, morgen wir gearbeitet und dann der Zug nach Freiburg okkupiert, in Neustadt werden wir abgeholt und übermorgen habe ich frei. Juchhe ...

Fotos heute nur vom Spa in Skopje: