Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Donnerstag, 22. Juli 2021

Ich hab's noch drauf

Es wäre ja auch sehr peinlich gewesen, wenn ich Vielflieger auf einmal nicht mehr gewusst hätte, was ich am Flughafen anstellen muss ...

Der Abend gestern Abend bei Nina war schön, aber dann doch irgendwie lang, um halb eins war ich im Bett, und um 6 Uhr klingelte der Wecker. Furchtbar. Ich duschte, wir frühstückten (lecker Spezi zum Frühstück, dabei war am Abend gar kein Bier geflossen), und um 7 Uhr saß ich im Bus nach Biebrich. Dort stieg ich in die S-Bahn nach Frankfurt um und kam um Punkt 8 Uhr am Flughafen an.

Ich fuhr die Rolltreppe zum Terminal A hoch und erschreckte mich erst einmal, denn die Schlange war ewig lang. Hm, ich hatte zwar noch zwei Stunden Zeit bis zum Abflug, wollte mich aber jetzt nicht unbedingt in die lange Schlange stellen.

Ich lief also zum Terminal B und, siehe da, da gab es nur eine ganz kurze Schlange bei der Sicherheitskontrolle. Die Kontrolleure waren zwar langsam, aber vernünftig, und so war ich zügig im Sicherheitsbereich angekommen. Ich verwendete den AB-Tunnel, um von B nach A zu kommen und setzte mich an mein Gate A23. (Der Frankfurter Flughafen macht das echt clever, dass er im Abflugbereich jeden zweiten Sitz sperrt - Abstand halten und so -, weil man im Flieger ja so wunderbar Abstand hält ... Helden!)

Das Boarding verzögerte sich aufgrund von technischen Problemen, die so groß wurden, dass eine neue Maschine auserwählt wurde, uns nach Stockholm zu bringen (eine, die von März bis Juni 2020 in Stuttgart und dann fast ein Jahr in Sofia [!] eingemottet war ...). Da ging aber mit der Beladung einiges nicht so ganz richtig schnell, sodass wir um 11.11 Uhr (helau!) vom Gate zurückgeschoben wurden und also 71 Minuten Verspätung hatten ...

Von der Centerbahn (07C) - ich kann aber nicht hundertprozentig ausschließen, dass es doch die Südbahn (07R) war - ging es - mit sehr schönem Blick auf die Innenstadt von Frankfurt, das hatte ich so auch noch nicht - in Richtung Norden. Über Deutschland war es wolkig, aber als wir über Schweden flogen, hatte ich - ich hatte mir ja einen Fensterplatz gesichert - einen tollen Ausblick auf die kleinen Inselchen, die es hier so zahlreich gibt.

Auch auf die Innenstadt von Stockholm hatte ich einen tollen Blick beim Landeanflug, und um 12.57 Uhr landeten wir in Arlanda. Die Einreise-/Gesundheitskontrolle ging leidlich schnell voran, das digitale Zertifikat auf dem Handy wurde ohne Probleme akzeptiert, dann machte ich mich auf die Suche nach der Bushaltestelle, die ich schließlich nach einigem Suchen fand.

Allein, dort war kein Fahrkartenautomat, sodass ich - ich hatte noch ein paar Minuten Zeit - in die SkyCity hineinlatschte und mir da eine Tageskarte kaufte. Die Verkäuferin wollte mir noch die 120 Kronen (12 Euro) für den Zugang zum Bahnsteig abnehmen, aber ich hatte eruiert, dass ich mir die sparen kann, wenn ich mit dem Bus fahre und einmal umsteige.

Das machte ich (kein Mensch hier im Bus trägt Maske außer den Deutschen, und ich habe es dann auch bald bleiben lassen) und fuhr über Märsta nach Stockholm-Central. Hier verlief ich mich ziemlich, weil ich Illigenzbestie Straßenbahn und U-Bahn verwechselte, kam aber noch pünktlich zu meiner Straßenbahn, auch wenn ich - ungewollt - dem Fahrkartenkontrolleur auswich ... Nach einmaligem weiterem Umsteigen kam ich hier in der Nähe meines Hotels an, watschelte gegen 15.30 Uhr in selbiges und checkte ein.

Ich wohne im 16. Stock mit Blick direkt auf mein Fährterminal, der Außenfahrstuhl mit Blick auf den Fjord ist auch toll, aber so richtig lang hielt ich mich im Hotel nicht auf, sondern fuhr mit dem Bus wieder in die Stadt, und zwar in Richtung Altstadt.

Hier stieg ich aus und ließ mich erst einmal durch die Altstadt treiben, am Königspalast vorbei ging es in Richtung Nobelmuseum, von dort in Richtung Deutsche Kirche und kurz vor dem Järntorget kam ich an ein paar Kneipen vorbei, die ganz okay aussahen (naja, vom Ambiente her, preislich ist in der Stockholmer Altstadt nichts "okay" ...).

Ich lief noch einmal eine Runde durch die - wunderschöne! - Altstadt, noch einmal am Königspalast vorbei, noch einmal am Platz des Nobelmuseums vorbei, und landete schließlich schon ziemlich früh - ich hatte wenig geschlafen, hatte jetzt geschwitzt und hatte mir - im Urlaub - Feierabend verdient - in einer Kneipe, die mich eben angesprochen hatte, nicht zuletzt, weil es dort Elchsteak gab ...

Ich bestellte Dreierlei vom Hering (war sehr lecker, die Version mit Dijonsenf hat mich besonders angesprochen), danach das Elchsteak (auch sehr, sehr lecker) und trank dazu drei schwedische Stouts ... Am Ende gönnte ich mir ein Schokoladensoufflé mit Himbeereis, auch das war gut, aber mit 11 Euro relativ ganz besonders teuer, und bezahlte am Ende 100 Euro für das sehr leckere, auch sättigende, aber keineswegs zum Überfressen führende Abendessen ...

Satt, glücklich und leicht angedüdelt (ich hatte zu wenig getrunken heute) lief ich zur Fähre nach Djurgården, erwischte die gerade noch, genoss die Fährfahrt und die Blicke auf die vielen kleinen Inselchen und vielen schönen Gebäude hier in Stockholm, stieg am Ziel aus und gleich wieder in die Fähre ein und fuhr schließlich vom Anleger in der Altstadt zurück in Richtung meines Hotels.

Ich fuhr eine Haltestelle weiter, kundschaftete schon einmal aus, wo ich da morgen rein muss ins Fährterminal, fuhr wieder zurück, kaufte noch Getränke ein - und Deo, weil ich das mal wieder vergessen habe; die Packung ist zwar zu groß für den Flieger, aber sei's drum - und machte dann mein Zimmer unsicher.

Jetzt gehe ich gleich ins Bett, denn um 5 Uhr klingelt der Wecker und um 7.10 Uhr fährt die Fähre nach Mariehamn. Das wird schöööööön ...

Blick auf Frankfurt

Blick auf Stockholm

Kurz vor der Landung

Auf der Altstadt-Insel

Blick vom Königspalast aufs Meer

Königspalast

Platz vor dem Nobelmuseum

Deutsche Kirche

Dreierlei Hering

Elchsteak

Fährfahrt in Richtung Djurgården

Kastellet

Blick von der Fähre auf die Altstadt 

Mittwoch, 21. Juli 2021

Veritables Speedhiking

 ..., also "Schnellwandern", habe ich gestern Abend betrieben, aber ich habe dabei nicht nur einen Panoramablick auf die Gutachtalbrücke erwandert, sondern auch drei Gemeinden, nämlich Eisenbach, Friedenweiler und Titisee-Neustadt ... Jaja, ich war in allen dreien schon auf meinem Weg in Richtung Triberger Wasserfälle und darüber hinaus, aber das ist ja jetzt auch schon wieder eine Weile her ...

Nach dem Feierabend fuhr ich mit dem Bus nach Neustadt, stieg dort in einen anderen Bus um (!) und fuhr hoch nach Eisenbach-Höchst. Hier war ich auf über 1.000 Metern Höhe und lief erst einmal in die falsche Richtung ... "Wie immer", wird mancher Leser des Blogs denken, aber gestern war es tatsächlich beabsichtigt, weil ich noch an den Anschluss an die Triberg-Strecke herstellen wollte, sodass ich von der Bushaltestelle vielleicht 200 Meter in Richtung Norden lief, an der dortigen Einmündung meine "Strecke-verbunden"-Handbewegung machte, drehte um und hoffte, dass mich keiner gesehen hat bei meinen Sperenzchen ...

Sodann ging es einen kleinen Anstieg hoch und danach auf ebener Strecke an einigen Heubauern vorbei auf einer Straße, die geradeso zu Friedenweiler gehörte, in Richtung Landstraße. Diese überquerte ich (wo kommen denn die ganzen Autos her, sachma?) und war plötzlich mitten im Wald.

Ich hatte zwar Sorge, mich zu verlaufen, weil meine Handykarte natürlich just in dem Moment wieder ausstieg, aber ich folgte dem Mittelweg des Schwarzwaldvereins und machte damit bis zum Wiedenkreuz, ab wo mein Handy wieder Empfang hatte, nichts falsch ...

Es war herrlich, durch den Wald zu stapfen, das machte wirklich Freude, vorbei an schönen, aber bestimmt hochgiftigen Blumen, kein Mensch begegnete mir, es war richtig, richtig schön ...

Eilig hatte ich es allerdings, denn ich war um 17.51 Uhr aus dem Bus ausgestiegen und wollte um 19.34 Uhr am Bahnhof in Neustadt sein, mithin hatte ich 101 Minuten, um knapp acht Kilometer zu bewältigen, und jede Pause, um - teilweise vergeblich - auf die Karte zu gucken, konnte zur Folge haben, dass ich den Bus verpasste und das schon vorgefühlte Mamataxi anrufen musste ...

Vom Wiedenkreuz ging es - links, zwo, drei, vier - in Richtung Tennenberg, an einer Hütte vorbei, an der gerade zwei Leute grillten, und dann recht steil den Berg hinunter in Richtung Neustadt. Wieder war ein Bauer am Heuen, und vom Rand seines Feldes (das war der Wanderweg!) hatte ich einen tollen Blick auf den Schwarzwald und die Brücke der B 31 über die Gutach. Richtig, richtig schick war das ...

In Neustadt ging es beständig den Berg hinunter, ich kam an einem Wohnhaus vorbei, wo lecker gegrillt wurde, bei einem anderen roch es fantastisch nach Knoblauchbrot, aber ich lief an der Kirche vorbei durch die Sträßchen der früheren Kreisstadt und landete eine Viertelstunde (!) vor Abfahrt des Busses am Busbahnhof ...

Der Busfahrer, der mich zum Startpunkt der Tour nach Eisenbach gefahren hatte, fuhr die Horde Jugendlicher und mich dann auch nach Bonndorf, und nach acht Kilometern Wanderung in nur etwas mehr als eineinhalb Stunden war ich gestern Abend dann auch rechtschaffen müde ...

Jetzt sitze ich im Zug nach Wiesbaden, dort habe ich einen Schlafplatz gefunden, und morgen geht es zu einigermaßen christlicher Stunde an den Flughafen. Zum ersten Mal seit 17 Monaten bin ich im Besitz einer Flugzeug-Bordkarte, juchhe, ich freue ich mich so sehr ...

Im Wald

... mit Blumen

Schwarzwald mit Gutachtalbrücke

Kirche in Neustadt (Schwarzwald)

Sonntag, 18. Juli 2021

Alle neune

Juchhe, ich mag mir endlich mal eine Artikelüberschrift gemerkt, die mir durch den Kopf geschossen ist, und das, obwohl ich den Blogeintrag erst mit einem Tag Verspätung schreibe ... Gestern war ich soooo kaputt ...

Nachdem ich am Freitag Abend noch aus dem Schwarzwald nach Hannover gefahren war, stellte ich mir für gestern Morgen den Morgen - grässlich, sowas, am Wochenende, aber ich wollte ja das Kunststück vollbringen, erstmals in einem Kalenderjahr alle neune Nachbarländer der Bundesrepublik Deutschland zu besuchen. Nachdem ich am 13. März Österreich, am 14. März die Schweiz, am 23. Mai in Luxemburg und Belgien, am 13. Juni die Niederlande, am 20. Juni Frankreich und am 27. Juni Tschechien und Polen besucht hatte, stand gestern Dänemark auf dem Programm ...

Ich fuhr also um kurz vor acht mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof in Hannover und stieg in den ICE nach Hamburg. Eigentlich sollte ich in Hamburg-Dammtor umsteigen, aber am Hauptbahnhof stand der Regionalexpress nach Flensburg noch am Gleis gegenüber, sodass ich kurz abwog, schon am Hauptbahnhof aus dem Zug stieg und in den Regionalexpress einstieg.

Das war eine gute Entscheidung, denn der Regionalexpress fuhr vor dem ICE weiter zum Dammtor, sodass ich den RE nicht mehr gekriegt hätte ...

Es ging übers flache Land, aber auf einmal kam eine unnatürliche Steigung, denn es ging über die Rendsburger Hochbrücke. Ich saß leider auf der falschen Seite des Zuges (soviel Auswahl hatte es nicht gegeben an Sitzplätzen), aber konnte trotzdem - nach einem tollen Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal, den die Brücke quert - einen kurzen Blick auf die Hochbrücke selbst werfen ... Das Ding sieht schon ziemlich cool aus, und vor allem die Schleife, die der Zug fahren muss, damit er auf der richtigen Höhe im Rendsburger Bahnhof ankommt, ist eine interessante Konstruktion ...

Gegen 11.40 Uhr kam ich in Flensburg am Bahnhof an und hatte die Buslinie 1, die nach Krusau in Dänemark fahren sollte, gerade verpasst (fahrplanmäßig), also wartete ich zwanzig Minuten, bis um eins vor zwölf der nächste Bus fuhr. Am Flensburger Hafen vorbei ging es, am Ostseebad vorbei, über Wassersleben (mit Strand, an dem ich später baden wollte) zur Kupfermühle. Plötzlich war da ein Stau kurz vor der Grenze, aber anstatt sich ordentlich in den Stau zu stellen, drehte der Bus plötzlich um und fuhr in Richtung Flensburg, machte aber an der Station "Kupfermühle Grenze" Halt.

Ich ging nach vorne. Halb stellte ich fest, dass, halb fragte ich, wieso der Bus nicht nach Dänemark führe. Die Fahrerin war ein bisschen belustigt und meinte, dass sie schon seit zwei Jahren nicht mehr nach Dänemark führen. Öhm, ja, dann könnte man das ja zumindest in den Online-Fahrplänen oder an den Bushaltestellen oder - vor allem - am Bus kenntlich machen, denn der zeigte brav "Krusau, DK" als Reiseziel an ...

Nun denn, mir blieb nichts anderes übrig, als auszusteigen, die Straße zu überqueren und auf dem Rad-/Fußgängerweg in Richtung Dänemark zu marschieren. Um 12.33 Uhr überquerte ich die Grenze (mit Grenzstein, auf dem "D" für "Dänemark" und "DR" für "Deutsches Reich" steht). An der Grenzkontrollstelle suchte ich Augenkontakt zu dem einen Grenzer, der zwei arme Leutchen gerade die Einreise verweigerte. Der war aber eben beschäftigt, sodass mein Blick auf den Grenzer schweifte, der die Autos kontrollierte - der zeigte Daumen hoch, ich zeigte Daumen hoch, und schon war ich auch ganz offiziell in Dänemark eingereist.

Möglicherweise hat der Typ gedacht, ich wär Däne oder Schleswig-Holsteiner, denn für die Bewohner des Grenzlandes ist kein Test (bzw. Impfung) vorgeschrieben, wahrscheinlich hat er aber einfach gedacht, dass von einem Wanderer keine so große epidemiologische Gefahr ausgehen wird - den Impfpass hatte ich aber natürlich dabei, schließlich galt ich seit gestern ganz offiziell als doppelt geimpft ...

Ich hüpfte vor Freude ein bisschen in der Gegend herum, bog aber gleich nach rechts in die Nebenstraße ab, die recht bald in einen (schönen) Wanderweg überging. Insgesamt war ich auf der gesamten Tour kaum 500 Meter von der Grenze entfernt, aber ich war definitiv in Dänemark ...

Ich stand auf dem Grenzbrückchen über das Flüsschen Krusau (das hier dänisch war, aber zwei Meter weiter zu einem zeitweise rein deutschen Fluss wurde, bevor die Krusau dann auf dem letzten Stück Grenzfluss ist), als das erste Mal ein Polizeiauto an mir vorbeifuhr ... Ich hatte schon fast den Impfpass im Anschlag, aber die fuhren einfach weiter - so ganz verstehe ich den Sinn dahinter jetzt nicht, dass sie da patrouillieren, aber dann nicht kontrollieren, aber sei's drum, vielleicht werden nur die verfolgt, die panisch vor der Polizei wegrennen ...

Ich lief ein Stück des Gendarmenstieges entlang, der einst der Weg der dänischen Grenzer war, auch wenn der erste Wegweiser direkt in ein Brennnesselfeld zu führen schien. Das war aber nur der Vorwegweiser gewesen, sodass es ein paar Meter weiter auf einem guten Weg weiterging.

Plötzlich stand ich vor einem Tor im Zaun (überhaupt haben die Dänen da entlang der Grenze ganz schön viele Zäune, tsts), aber zum Glück konnte ich das öffnen und ungehindert weiterlaufen, wenige Meter von der Grenze entfernt. Ich sah noch einen Grenzstein (D/DR, immer noch sehr ungewohnt ...), dann einen schönen Rastplatz (mitsamt einem Stapel Feuerholz zum Grillen, sehr praktischer Service ...) und kam schon bald - ziemlich unvermittelt (und nachdem nochmal ein Polizeiauto an mir vorbeigefahren war, als ich gerade an der Tür im Zaun nach Deutschland stand ...) - an die Flensburger Förde.

Wow, das ist schon schick, wenn du dann aus dem Wald kommst und an der Ostsee stehst. Ich überlegte, ob ich gleich an dem kleinen Steinsträndchen auf dänischer Seite ins Wasser springe, denn der Strand in Wassersleben schien recht voll, als ich im Bus dran vorbeifuhr, ließ es aber dann sein und strebte dem Grenzübergang Schusterkaste entgegen.

Der Grenzübergang Schusterkate ist der östlichste Grenzübergang zwischen Deutschland und Dänemark und die einzige (!) Grenzbrücke zwischen den beiden Ländern. Hier ist alles, was das Grenzsteinmonster sich wünschen kann: Grenzsteine an beiden Brückenköpfen, eine genaue Grenzmarkierung auf der Brücke und im Wasser neben der Brücke, in den Nationalfarben gefärbte Seile auf dem Brückengeländer - hier war ich glücklich, hier wollte ich sein ... Herrlich!!

Aber auch die schönste Zeit auf einer Grenzbrücke geht irgendwann vorüber, sodass ich weiterlief und nach einigen hundert Metern - vorbei an einem außen komplett (und nur) auf Dänisch beschriebenen Supermarkt - am Strand in Wassersleben, das zur Gemeinde Harrislee gehört, ankam.

Ich Intelligenzbestie hatte alle Badehosen fein säuberlich im Schwarzwald im Schrank, aber keine einzige in Hannover, und natürlich hatte ich, weil ich dachte, ich hätte welche in Hannover, keine Badenhosen aus dem Schwarzwald mitgenommen. Nun denn, da musste ich eben improvisieren und hatte also eine vernünftige schwarze Unterhose (ohne sichtbaren "Schiesser"-Schriftzug ...) als Badehosenersatz an ...

Ich legte direkt unterhalb des DLRG-Standes ab und watete ins (flache) Wasser ... Es war herrlich, sooooooooo herrlich ... Die Wassertemperatur  war sicher nicht Badewanne, aber deutlich wärmer als befürchtet, sodass das sicher nicht der limitierende Faktor sein würde für die Zeit, die ich im Wasser bleibe ...

Nachdem ich in brusttiefes Wasser gekommen war und gemütlich planschen konnte (der Boden war ein bisschen schlickig, aber das war nicht schlimm), war alles bestens: Ich guckte ein paar Jungs beim Wasser-Football-Spielen zu und genoss es, in der Ostsee zu baden - soooooo schön ...

Wenn ich allein unterwegs bin und schwimmen gehe, habe ich immer ein bisschen Schiss, dass mir jemand meine Badeklamotten klaut (wie weiland dem Herrn Gauland ...), sodass ich öfter einen Blick auf meinen Rucksack warf (aber wenn einer den geklaut hätte, hätte ich ja auch nichts machen können) ...

Nach der Erfrischung ging ich aus dem Wasser, duschte mich kurz am Strand ab (sehr vorbildlich, dass da eine Dusche ist, vielen Dank!), trocknete mich mit dem - klug, wie ich bin, mitgebrachten - Handtuch ab, zog mir dann auch eine - klug, wie ich bin, mitgebrachte - trockene Unterhose an, lief barfuß auf die Strandpromenade und zog mir dann auch Socken und Schuhe wieder an ...

Den einen Bus zurück in die Stadt verpasste ich knapp, entschied mich dann doch dagegen, am Strand ein Flens zu trinken (weil die Schlange am Kiosk so lang war), und fuhr zwanzig Minuten später mit dem nächsten Bus zum Schifffahrtsmuseum.

Selbiges ließ ich aber links liegen, denn ich wollte zu Bens Fischhütte am Hafen. Als ich da anfang, war schon eine längere Schlange, aber da die Google-Bewertung bei fast sensationellen 4,8 von 5 Punkt liegt, gönnte ich mir die Anstellzeit ...

Ich bestellte ein - vielbesungenes - Backfrischbrötchen und - ich hatte kaum gefrühstückt und jetzt war es schon 14 Uhr - ein Krabbenbrötchen sowie - latürnich! - ein Flens. Ja, 15 Euro sind nicht wenig Geld, aber da sind 7,50 Euro fürs Krabbenbrötchen dabei, und auch wenn das nicht soooo üppig belegt war wie das 11 Euro teure Krabbenbrötchen in Hamburg, war auch diese Portion ordentlich.

Ich setzte mich direkt neben die Hütte, trank gemütlich mein Bierchen (seit Ende Mai darf man in Flensburg wieder in der Öffentlichkeit Alkohol konsumieren) und verdrückte mein Backfrischbrötchen und dann mein Krabbenbrötchen, ohne von Möwen belästigt zu werden ... Das Krabbenbrötchenpapier weichte allerdings durch, sodass mir die Soßenbrühe auf Hemd und Hose tropfte, aber das war grad egal, die würden eh in die Wäsche kommen ...

Nun machte ich mich auf zum Bus, verpasste den Bus zum Bahnhof mal wieder knapp, lief ein Stück weiter in Richtung Fördebrücke  - und begegnete einem Irish Pub. Nun hatte ich schon lange kein Guinness mehr getrunken und wollte mich dem Genuss hingeben, auch wenn das in einer Druckbetankung enden würde, wollte ich den geplanten Zug zurück nehmen.

Die Bedienung war sehr freundlich, hielt mich aber - glaube ich - für einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes, denn sie kontrollierte nicht nur meinen Impfpass (obwohl ich draußen saß und gar keinen Nachweis gebraucht hätte), sondern auch, dass ich mich wirklich bei Luca angemeldet hatte, aber wenigstens tat sie das erst, nachdem sie das Guinness vor mich hingestellt hatte.

Das Guinness wurde verzehrt, ich erwischte noch den ursprünglich anvisierten Bus, kaufte noch Getränk im Bahnhofsshop und fuhr dann zurück in Richtung Hamburg. Im Zug fielen mir die Augen zu, ich zwang mich dazu, zumindest bis Rendsburg halbwegs wach zu blieben, was mir gelang, sodass ich noch ein paar Fotos von Brücke und Nord-Ostsee-Kanal machen konnte, aber danach war ich im Halbschlaf unterwegs ...

Diesmal stieg ich - aus ähnlichen Gründen wie auf dem Hinweg am Hauptbahnhof - schon am Dammtor aus, aber diesmal war es unnötig, weil der ICE in Richtung Basel eh Verspätung hatte ... So konnte ich mir aber wenigstens einen guten Sitzplatz sichern, und auf der Fahrt nach Hannover war ich dann doch wieder hellwach.

In Hannover fiel ich in die Straßenbahn und daheim - nachdem ich nochmal geduscht hatte - um kurz vor neun ins Bett. Richtig gut geschlafen habe ich nicht, wahrscheinlich wieder viel zu viele schöne Eindrücke, aber heute fühlte ich mich dann doch irgendwie ausgeschlafen.

Jetzt sitze ich im Zug zurück in den Schwarzwald und komme planmäßig um 16.14 Uhr in Bonndorf an, mal gucken, ob das klappt ...

Und am Donnerstag geht es nach Stockholm - das wird hoffentlich auch gut ...

Erster Grenzstein des gestrigen Tages

Krusau, Blick aus Dänemark auf Deutschland

Im dänischen Wald I


Im dänischen Wald II

Zaun im dänischen Wald

Auf Seite des Deutschen Reiches, auweia

Flensburger Förde

Grenzübergang Schusterkate mit dänischem Grenzstein

Grenzmarkierungen auf der Brücke und im Wasser

... und auf der Brücke (unten auf der silbernen Plakette und die Flaggenseile)

Deutscher Grenzstein

Strand Wassersleben

Flensburger Hafen

Blick auf die Rendsburger Hochbrücke

Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal

Hamburg, Binnenalster

Elbe und Ericusspitze (da wohnt der "Spiegel")

Sonntag, 11. Juli 2021

Die Wanderschuhe strapaziert

... habe ich in den letzten beiden Tagen, erst durch den Matsch der Engeschlucht, dann durch das Wasser des Rheins ...

Aber erst einmal muss ich am Mittwoch wieder in Gang kommen, denn ich hatte - bis auf die kurze Wanderung durch den Fugauer Zipfel am 27. Juni seit fünf Wochen keine vernünftige Wanderung mehr gemacht: Das Wetter war ja jetzt wirklich nicht soooo gut gewesen, und an den paar Tagen, an denen man hätte raus können, hatte ich entweder keine Lust oder beim Schwimmen im Bonndorfer Freibad meine körperliche Betätigung schon ausgeübt (also keine Lust mehr zum Wandern gehabt ...).

Ich stellte mich also ans Rathaus, um - wie schon gehabt - mit dem Bus zum Abzweig Boll hochzufahren, weil zu faul war, den steilen Anstieg hinter mich zu bringen ... Wie? Bisschen Anstieg gehört zum Wandern dazu? Jaha, verstehe ich ja, aber ich musste den Bus um 19.13 Uhr am Abzweig Dillendorf/Wangen kriegen, und dazu musste ich durchaus zügig wandern, und da wären die zig Höhenmeter hoch zum Lindenbuck hinderlich gewesen ...

Allein, es kam kein Bus, den ersten Bus, den ich wegen dessen großer Verspätung fast noch erwischt hätte, hätte ich halt nur fast erwischt, und der zweite Bus, den ich angepeilt hatte, kam und kam nicht ... Fast wäre ich aus Frust in Richtung Waldshut mitgefahren, aber plötzlich hielt so ein Kleinbusle an der Haltestelle an, sodass ich das fast nicht als offiziellen Bus erkannt hätte. Ein bisschen peinlich war es mir ja schon, der Fahrerin zu sagen, dass ich nur eine Haltestelle den Berg hoch wollte, aber ich überstand die Situation und sie ließ mich sogar dort raus, wo ich starten wollte ...

Ich lief also die Straße in Richtung Hundeplatz, kam am Krummen Föhrle vorbei und sah da hinten dunkle Wolken aufziehen. Um die machte ich mir weniger Sorgen als um den Bus zurück, denn die paar Minuten Verspätung, die der Bus aufgeladen hatte, machten mein Zeitfenster für die Wanderung noch ein bisschen enger.

Auf einmal kam mir ein Bus entgegen, und ich konnte es kaum fassen, dass der auf diesen engen Sträßchen, auf denen kaum zwei Autos aneinander vorbeikommen, überhaupt fahren darf, aber da die Strecke nach Wellendingen im Moment gesperrt ist, bleibt dem Bus kaum etwas anderes übrig ...

Ich wich also aufs Gras aus und lief weiter in Richtung Abzweig Brunnadern/Dillendorf. Diesmal bog ich auf die Straße in Richtung Dillendorf, die ich noch nie gelaufen war, und landete schlussendlich im letzten Bonndorfer Ortsteil, durch den ich noch nicht so richtig gelaufen war (ich war schon ein paar Mal am Friedhof vorbeigelaufen, aber so ganz durch das Dorf war ich noch nicht unterwegs gewesen). Ich wurde kritisch beäugt, kam auch diesmal wieder am Friedhof vorbei, lief aber jetzt anstatt in Richtung Schwaningen die Straße runter zur Bundesstraße 315.

Diese überquerte ich ebenso wie den parallel verlaufenden Ehrenbach, betrat damit für ein paar Meter Stühlinger Boden und blieb an der eingerichteten Ersatzhaltestelle stehen. Ich war eine Viertelstunde vor Abfahrt da (soviel zum engen Zeitfenster) und überlegte mir sogar noch, ob ich noch eine Station weiter nach Wangen (den Berg hoch!) laufe, aber das war mir dann zu riskant zeitlich, weil ich keinen Bus später mehr nehmen konnte ...

Der Bus kam angerauscht, legte eine Vollbremsung hin, weil der Fahrer nie und nimmer mit einem einsteigewilligen Fahrgast an der Haltestelle gerechnet hatte, ich stieg ein, der Fahrer gab dem Linientaxifahrer, der dort wartete, um Leute nach Wellendingen zu bringen, ein Zeichen, dass er zufahren konnte, und dann ging es über die engen Sträßchen nach Brunnadern und weiter nach Bonndorf ... Boah, der Bus ist ja so breit wie die Straße, dem wäre ich wirklich nicht gern entgegengekommen ... Schlussendlich landeten wir aber erfolgreich am Schulzentrum in Bonndorf und ich wackelte nach siebeneinhalb Kilometern Wanderung heim.

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Vorgestern machte ich dann relativ früh Schluss und fragte meine Mutter, ob sie bereit wäre, mich an der Wutachmühle abzuholen. Ich hätte zwar das Auto auch dort hinstellen können und dann mit Bus und S-Bahn von Ewattingen über Bonndorf und Neustadt dorthin fahren können, aber dann wäre es irgendwie spät geworden ... So kam also das Mamataxi mal wieder zum Einsatz.

Ich jedoch fuhr von Bonndorf nach Neustadt mit dem Bus und dann mit der S-Bahn nach Bachheim. Ich lief die Strecke, die ich am 7. Februar aus Unadingen kommend gelaufen war, zurück, bog dann aber in Richtung Engeschlucht ab.

Ich lief ein bisschen durch den Wald und war gerade im Begriff, die eigentliche Schlucht zu betreten, als mir eine Familie entgegenkam, die mich - auf ihre Schuhe zeigend - vor der Matschpiste warnte ... Der Wutachranger, der immer wieder gute Hinweise hat, hatte ebenfalls vor Matsch gewarnt, und - naja, was soll ich sagen, man sollte ihm glauben ...

Die ersten Meter gingen noch, der Mühlstein markierte den Beginn der Engeschlucht, die die Narrenverein (!) Bachheim 1973 zur Wanderung hergerichtet hatte, doch Wasser führte der Tränkebach an dieser Stelle keines. Nichtsdestotrotz überquerte ich den Bachlauf über die Brücke ...

Joa, was soll ich sagen ... Die ersten Matschmeter bis zur zweiten Brücke versuchte ich noch die Schuhe zu schonen, aber irgendwann stand ich so tief in der Brühe, dass das alles nichts mehr brachte. Glücklicherweise sind die Treppen einigermaßen unmatschig, sonst wäre das wirklich eine richtig gefährliche Wanderung gewesen, aber so ging es einigermaßen ... Einmal rutschte ich mit dem linken Bein einen halben Meter den Anhang runter, weil der Boden nachgab, aber mit dem rechten Bein hatte ich guten Halt und machte halt einen tiefen Knicks ...

Schön ist die Engeschlucht sicherlich, aber sie ist halt auch echt nicht ohne - die mache ich das nächste Mal, wenn es vorher drei Wochen Dürre gab ...

Richtig froh und glücklich war ich erst, als ich in der Gauchachschlucht angekommen war - die ist zwar auch manchmal matschig, aber meistens nicht mehr so steil, sodass die Gefahr dort nicht mehr so riesig ist. Ein paar Mal stellte ich meine Füße in die Gauchach, um den gröbsten Schlamm abzuwaschen, was mehr schlecht als recht klappte, aber wenigstens waren meine Füße nicht zu nass - den Wasserdichtetest haben die Wanderschuhe so ziemlich mit Bravour bestanden ...

In der Gauchachschlucht wechselten sich wunderbar passierbare Wege mit kurzen Schlammpisten ab, sodass die ein paar Mal frisch durch die Gauchach gezogenen Schuhe bald wieder matschig waren, aber wenigstens war der Weg an den gefährlichen Stellen einigermaßen trittfest.

Auch vorgestern verpasste ich es, das Drei-Landkreise-Eck kurz vor der Brücke über die Wutach bewusst wahrzunehmen, aber ich war da jetzt oft genug, dass es zählt ... Der letzte starke Kilometer hoch und runter zur Wutachmühle war dann einfach noch mal zäh, aber ich war gar nicht soooo spät dran. Meine Mutter stand schon da und hatte praktischerweise ihr Handy wieder vergessen, sodass sie kurz davor stand, nach Bonndorf zurückzufahren und es zu holen. Mein Winken aus der Ferne wurde minutenlang ignoriert, aber dann sah die Mutter den Sohn aus dem Wald stapfen und war beruhigt.

Die Heimfahrt erfolgte in Socken, weil die Schuhe auf Feuchttüchern im Kofferraum standen, damit ich nicht das ganze Auto vollsaue, und der Abend endete mit den Nachbarn im Schnitzer. Ohje, ohje ...

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Joa, und nachdem ich mir also wieder ein bisschen Mut angelaufen hatte (und das Wetter sehr gut aussah), entschied ich mich gestern, wirklich die geplante Wyhlen-Basel-Huningue-Weil-Tour anzugehen, ohne zu wissen, ob ich knapp 20 Kilometer wirklich schaffe.

Ich guckte am Morgen noch einmal nach, als mir auffiel, dass ich für Frankreich (Huningue!) noch einen Coronatest brauche, weil meine Impfung noch keine zwei Wochen her ist. Dadurch wurde es jetzt ein wenig hektisch, weil ich also noch um 8.30 Uhr zum Testen musste, ehe mein Bus um 8.40 Uhr abfahren sollte. Argh!

Glücklicherweise war oben in der Apotheke kaum Andrang, sodass ich um 8.38 Uhr rauskam, die paar Meter zum Bus schnellen Schrittes lief und also in den Bus nach Neustadt einstieg.

In Neustadt stieg ich nach Freiburg um, in Freiburg in einen Eurocity-Express (ECE) der italienischen Bahn (!) nach Mailand, stieg aber natürlich in Basel Badischer Bahnhof aus (nur bis dahin gilt ja die Bahncard 100 ), kaufte mir - wie üblich - eine Flasche Rivella im Bahnhofsladen und zog mir abschließend am Fahrkartenautomaten eine Fahrkarte für Basel und trinationale Umgebung, denn ich hatte einen Plan.

Anschließend fuhr ich mit dem Bus zum Museum Tinguely und stieg dort in einen binationalen Bus um, die nach Wyhlen fuhr. Ich finde es ja immer saugeil, in einem Linienbus (!) eine Staatsgrenze zu überqueren, und so freute ich mir wieder ein Loch in den Bauch, als wir da über den Zoll fuhren und wieder nach Deutschland einreisten. Ich war das letzte Stück der einzige Fahrgast im Bus und stieg an der Endstation - Wyhlen Siedlung - aus. Das hatte den Vorteil, dass ich mir jetzt meine Strecke schon einmal um einen Kilometer verkürzt hatte (soviel zum Plan) ...

An der Straße entlang ging es bis zum Kraftwerk, an Fußball spielenden Jungs vorbei, bis ich in eine Nebenstraße einbog und in Richtung Kraftwerksparkplatz lief. Die Treppe runter ging es, dann am Rhein entlang bis zum Wehr, und nach nicht einmal zwei Kilometern war ich in den Kanton Basel-Landschaft eingereist, was mein achter besuchter Kanton ist. Juchhe! Es ging ans Festland und dann auf den Rheinuferweg ...

Das - meine Damen und Herren - war ein schwerer Fehler: Das (braune) Rheinwasser lief mit Karacho durch das Wehr und wurde wieder ausgespuckt, sodass regelrechter Wellengang herrschte, der ans Ufer drückte. Der Rheinuferweg da drüben ist allerdings nicht so hoch über dem Rhein ausgelegt, jedenfalls nicht auf dem Stück, sodass der Weg von den Wellen regelmäßig überspült wurde ... Das wäre ja noch alles gegangen, wäre nicht ein zehn Meter langes Stück gewesen, auf dem das Rheinwasser stand, und zwar zwanzig, dreißig Zentimeter hoch ...

Oh Mann, was nun? Ich entschied mich gegen das Zurücklaufen, sondern kletterte über ein paar Steine, versuchte, nicht abzustürzen, aber am Ende des Tages blieb mir nichts übrig, als zwei, drei große Schritte mitten durchs Wasser zu machen ... Die Hose war bis zur Mitte der Schienbeine nass, aber in meinen Schuhen war es sonderbarerweise gar nicht einmal so nass, sodass ich frohen Mutes weiterlief (auch wenn am Abend die Füße doch ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen worden waren) ...

Es ging vorbei an einen Fischerhütten mit traumhafter Lage direkt am oder über dem Rhein, ich warnte einige Entgegenkommende, dass sie vor dem letzten Teilstück möglichst auf höheres Geländer flüchten sollten, lief an ein paar Lokalen und einer Liegewiese vorbei, bevor ich in Muttenz zum Industriehafen kam ...

Für mich sonderbarerweise darf man da - es war Samstag und daher überhaupt kein Betrieb - einfach durchlaufen, auch wenn man Rauchen und offenes Feuer dringend vermeiden sollte (da sind einige Mineralölgesellschaften an prominenter Stelle ausgeschildert). Insgesamt sind die Sicherheitsmaßnahmen dort eher zurückhaltend ausgestaltet, man hätte an einigen Stellen - trotz strengster Untersagung - gefühlt ziemlich problemlos auf die Industrieanlagen abbiegen und dort durchtappsen können. Ein Schiffsbesitzer putzte die Brückenfenster, ein anderer hatte sein Auto (!) auf dem Schiff stehen, ein paar Männer saßen zusammen und machten - so hörte es sich jedenfalls an - Party, zwei andere Männer angelten, und bis auf zwei Radfahrer begegnete mir da kein Wanderer - sehr schräg, aber sehr interessant ...

Allerdings, das muss ich sagen, war es auch sehr heiß, und ich vernichtete so gut wie alle Wasservorräte, die ich noch hatte ... Auch in Birsfelden lief ich am Industriehafen entlang und sah schließlich das Inselchen im Rhein, ab dem der Rhein für einige Kilometer ein Schweizer Binnengewässer ist.

Ein Zutritt-verboten-Schild war so bescheuert aufgestellt, dass ich versehentlich genau den falschen Weg in Richtung Schleuse lief, aber ich sah das Problem rechtzeitig, sodass ich keine "Busse" auferlegt bekam, als ich die Treppe hoch auf den richtigen Weg lief. Am Ende des Weges war ein geschlossenes Tor (im ersten Moment bekam ich einen ziemlichen Schreck), aber da war ein Zeichen, dass Fußgänger an der Seite durch das Tor laufen könnten, und das tat ich natürlich ...

Nun war ich - relativ unvermittelt - mitten im Leben, denn über den jetzt folgenden Weg kamen Radfahrer und viele Fußgänger, sodass ich keineswegs mehr in der Einsamkeit des Industriehafens, sondern fast schon in Basel war ...

Tatsächlich im Kanton Basel-Stadt und der Stadt Basel (die sind nicht identisch, weil zum Kanton Basel-Stadt auch noch zwei andere Gemeinden gehören, verstehe das, wer will) kam ich aber erst ein paar hundert Meter weiter an, als ich die Birs überquerte.

Ich kam praktisch direkt an der Schwarzwaldbrücke heraus, die nach wenigen hundert Metern zum Badischen Bahnhof führt, sodass ich hier gemütlich hätte abbrechen können. Ich Trottel aber war natürlich fit wie ein Turnschuh (bildete ich mir ein) und lief weiter. Kurz vor der Wettsteinbrücke quälte ich mich den kurzen Anstieg hoch in die Altstadt von Basel (die sehr schön ist), ehe ich am wunderbaren Münsterplatz herauskam ...

An der Uni vorbei ging es hinunter zur Mittleren Brücke, über die ich vor ein paar Monaten bei meiner Zugrundfahrt Rötenbach-Freiburg-Basel-Singen-Konstanz-Donaueschingen-Rötenbach einmal gegangen war, und hatte nun also - bis auf zwei kleine Teilstücke, bei denen ich mehrere Kilometer vom Rhein entfernt unterwegs war und also abgekürzt habe - praktisch den gesamten Hochrhein zwischen Konstanz und Basel abgelaufen ... Juchhe! (Die Mittlere Brücke gilt als Grenzlinie zwischen Hochrhein und Oberrhein.)

So langsam taten mir die Füße weh, aber ich lief tapfer unter der Johanniterbrücke und der Dreirosenbrücke vorbei, denn ich wollte ja nach Frankreich. (Unterwegs wurde ich von einer Schweizerin gefragt, wo das Theater sei, aber ich antwortete offen und ehrlich: "Ich habe überhaupt keine Ahnung, tut mir leid ...")

Die Rheinpromenade ab dem Rhypark ist neu und richtig, richtig schön, nur mit Schatten ist da nicht viel, aber ich kämpfte mich weiter, weil ich ja zum Grenzstein Nr. 1 zwischen Basel und Frankreich wollte. Ich sah ein Schild "Landesgrenze" mit der schweizerischen und französischen Flagge drauf und freute mich auf den Grenzstein, fand aber keinen ... So ein Mist, so ein großer! (Bei meiner nachträglichen Recherche, wo sie den hingestellt haben, eruierte ich, dass der wahrscheinlich auf dem Weg oberhalb steht, der aber schon zum Rochegelände gehört, sodass man da nicht so einfach hinkommt. Menno!)

Nun war's aber grad egal, also lief ich am BASF-Gelände entlang in Richtung Huningue ... Bis auf die Tatsache, dass hier natürlich alles auf Französisch ausgeschildert ist (einige Gedenksteine des Dichterweges sind aber auch auf Elsässisch beschildert), sah es hier ebenso schön aus wie in der Schweiz, auch wenn der Rhein gestern natürlich keine schöne Farbe hatte. Ich war so ausgepowert, dass ich bei dem Einfahrt-verboten-Schild "sauf" Fahrrad (also ausgenommen Fahrrad) den armen Menschen, mit denen ich regelmäßig per WhatsApp kommuniziere, ein Foto schickte mit dem Untertitel "Sauffahrrad, hihi" (sorry nochmal!) und erreichte schlussendlich - nach einem kurzen Stück am Rheinstrand entlang - die Passerelle des trois pays, die Fußgängerbrücke zwischen Huningue und Weil über den Rhein.

Die Treppe hoch zur Brücke war noch einmal qualvoll, aber dann lief ich glücklich und fidel, wie immer, wenn ich eine Schengen-Grenze ungehindert überqueren kann (der Test war also natürlich völlig umsonst gewesen, weil kein Mensch das überprüfte ...), zurück nach Deutschland.

Meine Planungsfähigkeiten waren auch schon massiv eingeschränkt, denn ich entschied mich absichtlich, in die Straßenbahn nach Weil-Zentrum einzusteigen (anstatt in Richtung Basel), weil ich sonst 100 Meter mehr zur Straßenbahnstation hätte laufen müssen. So lief ich Held im Erdbeerfeld von Weil-Zentrum zur Bushaltestelle zum Bus nach Basel deutlich mehr als 100 Meter (aua), der Bus kam zu spät, sodass ich meinen jetzt anvisierten Weg Basel-Tiengen-Rothaus-Bonndorf um elf Minuten verpasste und also mit dem ICE zurück über Freiburg und Neustadt fahren musste.

Andererseits hatte ich auf diese Weise im Badischen Bahnhof genug Zeit, um mir noch eine Flasche Rivella zu kaufen, die anschließend vernichtet wurde. Ich kaufte mir noch einen Schokoriegel und dann in Freiburg zwei Cheeseburger, sonst hätte ich den Weg hoch in der Schwarzwald nicht mehr geschafft, und war heilfroh, als ich die Zeit des Gewitters im Bus nach Bonndorf verbringen konnte. Boah, Kinners, so fertig nach einer Wanderung war ich schon lange nicht mehr ...

17,77 Kilometer waren es am Ende, so eine Strecke habe ich zuletzt Anfang April hinter mich gebracht, als ich durch den Schnee zum Zweiseenblick und zum Feldsee gestapft war, das Wetter gestern war deutlich besser, aber die Wanderung nicht weniger übel ...

Das war gestern die zweite Drei-Länder-Wanderung, die erste war am 1. November 2020 von Diepoldsau in der Schweiz über Österreich nach Ruggell in Liechtenstein gewesen - cool. Und dass der Badischer Bahnhof in seiner völkerrechtlichen Gestaltung sowieso cool ist, habe ich, glaube ich, schon öfter erwähnt ...

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Heute Mittag schließlich haben wir - endlich - die Istanbul-Flüge gebucht. Es geht am 16. September um 11 Uhr von Zürich nach Sabiha Gökçen, also zum asiatischen Flughafen, und am 19. September um 15 Uhr vom neuen (europäischen) Flughafen mit Umsteigen in Belgrad zurück nach Zürich.

Mal sehen, wie die Einreisebestimmungen bis dahin aussehen, aber wir sind alle fünf doppelt geimpft, das sollte also passen, und die Einreisebögen in die Türkei, in die Schweiz und nach Deutschland fülle ich natürlich für das ganze Rudel aus.

Das wird soooooooo schön (hoffe ich!).

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Jetzt aber Fotos:

Dunkle Wolken auf dem Weg Richtung Dillendorf

Dillendorf downtown

Mühlstein am Anfang der Engeschlucht

Matsch as Matsch can

Brücke

Joa

Engeschlucht

Schlucht

Gauchach-Wasserfall

Über die Gauchach in den Fels

Über die Gauchach

Wehr Augst/Wyhlen mit Staatsgrenze

Wehr vom Rheinufer

Blick zurück im Horror

Der Rhein

Trockener Rheinuferweg

Idyllische Hütte am Rheinufer

Blick auf Deutschland

Industriehafen

Birs

Basel (Münster links, Roche-Gebäude rechts)

Münsterplatz mit ...

... Münster

Mittlere Brücke

Grenze ohne Grenzstein

Passerelle des trois pays

Heim nach Deutschland


Dienstag, 6. Juli 2021

Ein ganzes Rudel von Ü70-Damen

 ... wird mich, ausweislich meiner Urlaubsanfrage an meinen Chef, vom 16. bis 19. September nach Istanbul begleiten, aber ganz in trockenen Tüchern ist das Ganze noch nicht, weil ich heute zwar schon einmal ein Hotel gebucht haben (in der Altstadt von Istanbul), aber die Flüge dazu fehlen noch, weil wir nicht ganz sicher sind, wer denn jetzt alles wirklich mitkommt (das klärt meine Mutter bei einer Rudelbesprechung morgen Nachmittag) und von wo (Zürich oder Stuttgart) wir denn jetzt fliegen ...

Aller Voraussicht nach fliegen wir am 16. September mit Pegasus von Zürich oder Stuttgart auf den asiatischen Flughafen Istanbuls, Sabiha Gökçen. Ob es am 19. September von dort oder vom neuen Flughafen und mit Umsteigen in Belgrad oder ohne zurückgeht, müssen wir noch klären, aber dabei sollte es sich um eine Frage von Tagen handeln, weil ich natürlich schon recht gern bald buchen würde ...

In Istanbul wohnen wir in dem Hotel, in dem ich schon ein paar Mal übernachtet habe, und weil bei der Buchung ein paar Sachen schiefliefen (Bugs im Buchungsprogramm), stornierte ich kurzerhand die erste Buchung und buchte nochmal neu - ist alles kein Problem, weil ich bis zum 14. September stornieren konnte und kann ...

Oh Istanbul, du schöne Stadt - wenn das wirklich klappt, dann jubiliere ich die Gangway runter und umarme den erstbesten Grenzer, ob der will oder nicht ...

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Der Wochenendausflug nach Krusau (Kruså) in Dänemark - diesen Sommer habe ich es mit dem "å" - nimmt auch zunehmend Gestalt an. Ich vermute, ich werde am Freitag, dem 16. Juli, mit dem 16.40-Uhr-Bus in Richtung Neustadt und weiter nach Freiburg fahren und dann gegen halb zwei in der Nacht in meiner Bude in Hannover ankommen.

Am 17. Juli, dem ersten Tag, an dem ich als vollständig geimpft gelte, will ich dann einigermaßen früh aufstehen, um die Straßenbahn um kurz vor acht Uhr zu erwischen. Mit Umstiegen am Hauptbahnhof in Hannover und in Hamburg sowie (nach Überqueren des Nord-Ostsee-Kanals ...) in Flensburg sollte ich dann die Buslinie 1 erwischen, die mich direkt nach Krusau fährt. Dort komme ich fahrplanmäßig um 12.23 Uhr an ...

Von dort will ich dann eine kurze Vier-Kilometer-Wanderung anschließen, die mich nach Überquerung des Flüsschens Krusau (und damit der Wiedereinreise nach Deutschland) an den westlichsten Punkt der Ostsee bringt. Ein Stück weiter südlich gibt es in Wassersleben den offenbar westlichsten Strand der Ostsee, und da ich - auch nach Rücksprache mit meiner Mutter - kurioserweise wohl wirklich noch nie in der Ostsee schwimmen war (ich war schon x-mal an und auch öfter auf der Ostsee, aber noch nie in ihr), könnte es sein, dass ich mich in die prognostiziert 19 Grad kalten Fluten stürze ...

Zeit genug habe ich hoffentlich, sodass ich um 16.34 Uhr wieder in den Bus steige und - wieder mit Umsteigen in Flensburg, Hamburg und Hannover Hbf - am späten Samstag Abend in meiner Bude eintrudle - wobei ich recht sicher bin, dass ich vor Ort ein Flens konsumiere (wie, "nur eins?", jaha, nur eins, oder so ...).

Das wird auch schön ...

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Am Samstag war ich bis Idstein im Taunus gefahren und dort von einer guten Freundin (und Ex-Kollegin) für ihre Geburtstagsfeier aufgegabelt worden; das war sehr schön, da - alle Jahre wieder - bei ihr im Garten zu sitzen ...

Die Heimfahrt verlief eigentlich ganz unaufgeregt, bis wir auf einmal in Baden-Baden wegen einer Türstörung länger standen. Ich hätte eigentlich in Freiburg völlig ausreichend Zeit gehabt, aber aufgrund der Verspätung kam ich genau in dem Moment an, in dem meine S-Bahn hoch in den Schwarzwald abfuhr. Also setzte ich mich 40 Minuten später in die übernächste S-Bahn nach Seebrugg, um von dort über Rothaus mit dem Bus zu fahren. Kurz vor Titisee kam die entnervte Durchsage des Schaffners, dass es gerade eben einen Oberleitungsschaden auf der Strecke nach Seebrugg gegeben habe und der Zug deshalb hier stoppen müsse. Na super ...

Ich rief bei meiner Mutter an und fragte, ob sie mich doch abholen könne, doch bevor sie abfahren konnte, änderte ich noch einmal den Plan, weil ich wenigstens mit dem Bus von Titisee bis nach Lenzkirch kommen konnte ... So kam es dann, mein Bus kam in Lenzkirch an, meine Mutter praktisch in der gleichen Sekunde ebenfalls, sodass ich fliegenden Wechsel machen konnte und eineinhalb Stunden früher daheim war, als wenn ich nach Neustadt gefahren und dann mit dem Bus weitergefahren wäre ...

Freitag, 2. Juli 2021

Die zweite Impfung gegen das Coronavirus

 ... ist doch ein angemessenes Thema für den 1000. Blogeintrag, denn wenn alles gut geht, bin ich durch diese zweite Impfung (AstraZeneca vor acht Wochen und heute Biontech) gegen alle möglichen Varianten gut geschützt und kann bald wieder ordnungsgemäß verreisen. Wenn ich die Bundeskanzlerin heute richtig verstanden habe, setzt sich auch in Regierungskreisen zunehmend die Erkenntnis durch, dass die Doppelimpfung auch gegen die Delta-Variante schützt, sodass die 14-tägige Quarantäne für doppelt Geimpfte hoffentlich bald in allen Fällen nicht mehr notwendig sein wird. Aber wir werden sehen, was die nächsten drei Wochen so bringen, bis ich - hoffentlich - in Stockholm und Mariehamn, also in den Hauptstädten Schwedens und Ålands, ankomme und mir ein bisschen was anschaue.

Ich werde wahrscheinlich eine Badehose mitnehmen, denn in Mariehamn gibt es wohl ganz schöne Strände, und in Stockholm vielleicht auch, sodass es durchaus passieren kann, dass ich erstmals seit ... öhm, war ich überhaupt schonmal in der Ostsee baden? Mamaaaaa?!

1000 Blogeinträge - das hätte ich nicht gedacht, als ich 2009 diesen Blog für die Sommerreise mit meinem Studienkollegen anfing ... In den letzten Jahren hat sich dieses Ungetüm (ich habe eben mal den gesamten Datensatz heruntergeladen, mit Formatierung und Kommentaren lande ich bei fast 750 DIN-A4-Seiten, schick!) von einem reinen Von-Jena-nach-Aserbaidschan-und-zurück-Reiseblog zu einem Bäderblog (für Budapest), zu einem Wanderblog (vor allem für den Schwarzwald), aber natürlich vor allem zu einem Autor-reist-durch-die-Weltgeschichte-Reiseblog entwickelt, und das ist auch gut so ...

Ich habe vor gut zwei Jahren das zehnjährige Jubiläum gefeiert, viel mehr an Reisen ist nicht dazugekommen, aus allseits bekannten Gründen, aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass ich - spätestens! - im Jahr 2022 mein 144. Land besuche.

Dieses Wochenende fahre ich zu einem Geburtstag in die Nähe von Wiesbaden, das darauffolgende Wochenende mache ich mal - zwingend nötig - ein richtiges Erholungswochenende, und danach geht es wahrscheinlich am 17. Juli nach Dänemark. Und damit dürfte 2021 das erste Jahr überhaupt werden, in dem ich alle (neun) aktuellen deutschen Nachbarländer besuche: Während ich bei der Schweiz, Frankreich, Österreich und auch bei Belgien keine vollständige Statistik vorliegen habe, ist dies für Luxemburg, Dänemark, Polen und Tschechien der Fall - 1999 war ich wohl nicht in Luxemburg, 2011 nicht in Österreich, aber 2021 war ich jetzt schon in allen Nachbarstaaten außer Dänemark, und wenn Dänemark klappt, ist das eine neue Bestleistung ...

Auf die nächsten 1000 Blogeinträge!

Beweisfoto mit geschwärzten Chargennummern und Arztstempeln

Donnerstag, 1. Juli 2021

Ein Jahr, vier Monate und 28 Tage

 ... werden - inschallah - zwischen meinem letzten Flug vor Corona (Heimflug aus Dublin am 24. Februar 2020) und meinem ersten Flug nach der vollständigen Impfung liegen, denn heute habe ich für den 22. Juli einen Flug von Frankfurt nach Stockholm gebucht - juchhe!!!

Morgen kriege ich die zweite Impfung in den Arm gedrückt, und ab dem 17. Juli bin ich dann von Testpflichten befreit, dann - so hoffe ich - wird das Leben so langsam wieder in gewohnte Bahnen gehen ...

Mein Chef und meine Kolleginnen haben nur gefragt, was ich Verrücktes vorhabe, und für sie ist selbst dieser Reiseplan verrückt - meine Ex-Kollegen würden darüber nur müde grinsen und das für eine ganz normale Wochenendtour halten.

Am 22. Juli also fliege ich morgens um 10 Uhr von Frankfurt aus mit der Lufthansa nach Stockholm. Das heißt natürlich früh aufstehen und ein Stückchen Zug fahren, damit ich so gegen 8 Uhr am Flughafen bin. Ich habe noch keine Ahnung, wie die irgendwelche Tests und Impfnachweise prüfen (gerade, wenn ich nur mit Handgepäck ankomme), aber das werde ich das dahin schon herausfinden. In Stockholm komme ich jedenfalls um 12.05 Uhr an und fahre mit Bus/Bahn/U-Bahn, mal sehen, zu meinem Hotel direkt an dem Hafen, von dem ich am nächsten Morgen mit der Fähre fahre. Selbstverständlich gedenke ich aber, mich an dem Nachmittag schon ein wenig in Stockholm umzusehen (das wird überhaupt erst der vierte Tag in meinem Leben, an dem ich in Schweden bin) ...

Am nächsten Morgen, am 23. Juli, geht es mit der Fähre von Stockholm nach Mariehamn auf den Åland-Inseln. Die Bevölkerung spricht dort ganz überwiegend Schwedisch, aber die Inselgruppe gehört zu Finnland und ist im finnischen Staatsverband autonom. Dort werde ich also am frühen Nachmittag nach fünfeinhalb Stunden Fährfahrt und dem Verlust einer Stunde aufgrund der Zeitumstellung ankommen. Mein Hotel dort ist das teuerste und - den Bewertungen zufolge - schlechteste auf der Reise, aber hey, wenn man schonmal nach Åland kommt, ist das grad egal ...

Ich habe den Nachmittag des 23. und den Vormittag des 24. Juli in Mariehamn und werde mal gucken, wie ich mir in dem 11.000-Einwohner-Städtchen die Zeit vertreibe ... Vielleicht fahre ich ein bisschen im Bus in der Gegend herum, das gucken wir mal ...

Am Samstagmittag, dem 24. Juli, geht es zurück mit der Fähre nach Stockholm, wo ich am frühen Abend eintreffe. Diesmal habe ich ein Zimmer in der Altstadt gebucht, und ich bin - ehrlich gesagt - vom (vergleichsweise überlebbaren) Preisniveau in Stockholm im Moment recht überrascht - das werde ich beim Anblick der Bierpreise vermutlich eher nicht mehr sagen ...

So, und am Sonntag habe ich noch den ganzen Vormittag in Stockholm, bevor ich dann um 17.55 Uhr zurück nach Frankfurt fliege und dort um 20 Uhr ankomme. Ich hoffe, dass ich einen Zug gegen 21 Uhr erwische, dann bin ich noch zu einer akzeptablen Zeit an meinem Ziel, ob das nun Hannover oder Freiburg ist ...

Jetzt hoffe ich natürlich, dass mir die Delta-Variante keinen Strich durch die Rechnung macht, aber ich bin noch einigermaßen zuversichtlich ...

Ich bin sooooo gespannt, wie es ist, mal wieder am Flughafen zu sein und auf der Startbahn und in der Luft ... 17 Monate sind eine verflucht lange Zeit!