Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Montag, 24. Mai 2021

Einen Ententanz im Kondominium

 ... habe ich gestern aufgeführt, dass Jessi und Christian nicht umhin konnten, loszuprosten ... Jaha, ich weiß ja, dass ich ein Spinner bin ...

Nachdem ich am Freitag Abend nach Kaiserslautern angereist war, breiten wir über die wenig maßvolle Großzügigkeit von Jessi und Christian hinsichtlich der Versorgung des faulsten Gastes der Welt am besten den Mantel des Schweigens - wie immer war das Essen sehr lecker und die Getränke sowieso.

Gestern, am Sonntag, stand die große Reise an - wir fuhren von Kaiserslautern unter Vermeidung von Autobahnen in Richtung Hunsrück, dabei auch durch das Saarland, und ich muss gestehen, so richtig im Hunsrück unterwegs scheine ich noch nicht gewesen zu sein, denn ich war sehr beeindruckend von den schönen, hügeligen Landschaften - selbst im Saarland war es sehr hübsch ...

Kurz vor Vianden überquerten wir - an Land, denn hier ist das einzige Mal, dass die deutsch-luxemburgische Grenze nicht von einem der Flüsse Our, Sauer oder Mosel gebildet wird - die Grenze nach Luxemburg. Wir sahen sogar zwei Grenzsteine (ohne Rille!), und der Autor war zum ersten Mal an diesem Tag glücklich ...

Nicht so richtig glücklich waren wir allerdings mit der Ladesäule: Jessi und Christian sind seit ein paar Tagen stolze Besitzer eines Hybridautos, und dementsprechend wollten sie an einer luxemburgischen Ladesäule in Vianden Strom tanken. Allein, es funktionierte nicht, weil man anscheinend für diese luxemburgische Ladesäule eine luxemburgische Tankkarte benötigt. Leute, sorry, aber das ist richtig große Sch ..., ach, was soll's, richtig große Scheiße ... Wieso kann man da nicht wenigstens mit der Kreditkarte zahlen, wenn man - meinetwegen - bereit ist, auf die Vergünstigung für den Kunden dieses speziellen Ladesäulenverbundes zu verzichten?

Nachdem wir also den erfolglosen Tankversuch abgebrochen hatten, fuhren wir auf einen kostenlosen Parkplatz unterhalb des Restaurants, ein Spanier brachte uns mit seinen untauglichen Auspark- und Autofahrversuchen an den Rande des Wahnsinns, aber dann hatten wir das Auto abgestellt und konnten essen gehen.

Wir hatten einen Tisch in einem Heißer-Stein-Restaurant reserviert, aber vor den Genuss hatten die Götter den Schnelltest gesetzt. Wir bekamen die Schnelltests vom Restaurant (gegen Gage natürlich) und mussten dann selbst - theoretisch unter Aufsicht, praktisch .... öhm ... - die Dinger in die Nase einführen ...

Wieso denke ich jetzt an Mike Krüger und "Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen"?

Jedenfalls fielen die nach bestem Wissen und Gewissen (Gewissen viel, Wissen wenig) durchgeführten Schnelltests alle negativ aus, sodass wir nach drinnen durften (draußen wäre es ohne Schnelltest gegangen, aber das war doch ein bissel kühl und zugig ...

Es wurde luxemburgisches Bier konsumiert, Jessi aß - in einem österreichisch angehauchten Restaurant, naja, die Musik war sehr österreichisch und sehr laut ... - Käsefondue, während Christian und ich uns an 400-g-Steaks vom heißen Stein versuchten - natürlich erfolgreich, zumal das Ding sehr, sehr lecker war. Dass Christian keine Beilage wollte, sorgte für Verwirrung beim Ober, aber auch das kriegten wir behoben.

In einem Anfall von völligem Wahnsinn aß ich dann noch eine (große) Portion Kaiserschmarren und war für den Rest des Tages pappsatt.

Wir versuchten noch, einen Parkplatz für den Zugang zum Viandener Schloss zu ergattern, fanden keinen, machten schließlich zumindest noch ein Foto (bzw. ließen machen) und fuhren dann - wieder über Landstraßen - in Richtung des Dreiländerecks zwischen Belgien, Deutschland und Luxemburg.

"Dreiländereck" ist, wie der aufmerksame Leser dieses Blogs vielleicht schon weiß, nicht so richtig, denn es ist mehr eine Dreiländerlinie. Hä? Nun, soweit die Flüsse Our, Sauer und Mosel die Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg bilden, gehören sie zu beiden Staaten gleichzeitig. Dadurch gibt es aber nicht nur einen Punkt, an dem sich die belgischen, deutschen und luxemburgischen Hoheitsgebiete berühren, sondern eine Linie quer durch die Our, an der das belgische Hoheitsgebiet an das deutsch-luxemburgische Kondominium (nicht Kondominion, wie ich Graecolateiner das gestern verballhornt habe ...), also das gemeinschaftliche Hoheitsgebiet Deutschlands und Luxemburgs, anstößt.

Aber halt, auf dem Weg dorthin fuhren wir, nachdem wir aus Luxemburg wieder nach Deutschland gefahren fahren, zunächst wieder nach Luxemburg, und an selbiger Brücke waren auch ausdrücklich Grenzplaketten zwischen dem rein deutschen Gebiet und dem deutsch-luxemburgischen Kondominium und ein paar Meter später zwischen dem deutsch-luxemburgischen Kondominium und dem rein luxemburgischen Gebiet angebracht ... Ich bat Jessi - ekstatisch brüllend - anzuhalten, was sie natürlich tat, und ich jubilierte auf diese Brücke zu ... Die beiden wissen ja eigentlich schon, dass ich spinne, aber da erhielten sie mal wieder eine Bestätigung.

Wir fuhren also durch Luxemburg, über die luxemburgisch-belgische Grenze und hielten am Parkplatz des Europadenkmals. Von dort liefen wir kurz zurück nach Luxemburg, dann ganz kurz zum Europadenkmal, aber das eigentliche Ziel war die Fußgängerbrücke zwischen Belgien und Deutschland wenige Meter nördlich der Dreiländerlinie. Ach, Kinners, ist das schön ... Da standen drei Grenzsteine (Weisersteine!) in der Gegend herum, je einer auf deutscher, belgischer und luxemburgischer Seite - so, so, soooooooo schön ... (Und so schön, dass man zumindest zwischen diesen drei Länder im Moment wieder - jedenfalls, wenn man unter 24 Stunden unterwegs ist - ohne irgendwelche Anmeldungen unterwegs sein kann ...)

Jetzt ging es aber noch einmal nach Wasserbillig zum Tanken (in Wasserbillig wurden wir fast in einen Unfall verwickelt, weil uns jemand brutalomatestens die Vorfahrt nahm, zum Glück war da eine - leere - Parklücke, in die Jessi ausweichen konnte), danach auf die luxemburgische Autobahn, über die wir nach Deutschland fuhren ...

Nach der Ankunft in Kaiserslautern wurde nur noch ein kleiner Snack verzehrt, dann ging es ins Bett - ich war vor lauter Endorphinen so fertig ...

Heute geht es - nach einem kurzen Abstecher ins Testcenter in Mannheim - zurück nach Bonndorf, denn heute öffnet der Schnitzer, und wir werden - latürnich - wie im Vorjahr zu den ersten Gästen gehören, die zur Wiedereröffnung dort aufschlagen ...

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Am Donnerstag Abend machte ich - bei in diesem verregneten Mai ausnahmsweise gutem Wetter - früh Schluss und fuhr mit dem Bus nach Neustadt und weiter mit der S-Bahn nach Titisee. Über vergleichsweise flache Wege (teilweise auch an der sehr idyllischen Bundesstraße 31 - brummmmmm - vorbei) ging es - um den Hochfirst herum - nach Neustadt und von dort unter Gutachbrücke hindurch bis zur Kaplaneimatte, an der ich vor einigen Wochen schon einmal in den Bus eingestiegen war. Deswegen konnte ich dort natürlich nicht einsteigen, sondern musste - Graf Zahl ließ mal wieder grüßen - zur nächsten Haltestelle, Bahnhof Gutachbrücke, weiterlaufen. Dort stieg ich dann in den Bus ein und konnte meiner Mutter, die ich vorher gebeten hatte, fahrbereit zu sein, falls ich den Bus verpasse, Entwarnung geben ...

So schnell, nämlich fast 5,4 km/h, bin ich auf einer Wanderung noch nie gerannt. War der bisherige Rekord bei 11:30 Minuten pro Kilometer (am 11. Oktober 2020 auf der Strecke von Uttwil nach Horn am Bodensee entlang) gelegen, so brauchte ich jetzt nur 11:07 Minuten für den Kilometer - aber die 11:30 Minuten bleiben wenigstens Schweizer Rekord, höhö ...

Über die Gutach

Unterwegs auf der Außenseite des Hochfirst

Gutachtalbrücke

Grenzstein Deutschland-Luxemburg

Testsauerei

Schloss Vianden

Grenze Luxemburg - Kondominium

Blick von der Kondominiumsbrücke aufs Kondominium

Grenze Deutschland - Kondominium

Europadenkmal

Blick auf die Dreiländerlinie (Verlängerung des Bachs auf der Gegenseite); Vordergrund: Deutschland, Hintergrund links: Luxemburg, Hintergrund rechts: Belgien, flussaufwärts (rechts) von der Einmündung des Ribbach in die Our Grenzziehung zwischen Belgien und Deutschland in der Flussmitte, flussabwärts gemeinschaftliches deutsch-luxemburgisches Gebiet

Dienstag, 18. Mai 2021

Vor und zurück

 ... ging es heute durch Schaffhausen, vor und zurück ging es auf dem Wiizemersteg kurz darauf, denn heute war ich mal wieder in der Schweiz.

Meine Mutter war sich nicht so ganz sicher, wie sie nach dem Bau des Galgenbucktunnels in Schaffhausen auf die Autobahn in Richtung Zürich kommt, und so fuhren wir nach Feierabend in Richtung Schleitheim und weiter nach Schaffhausen. Ich hatte heute Spaß daran, meine Mutter durch die diversen Schaffhauser Tunnel zu kutschieren - erst aus dem Tunnel kommend in Richtung Zürich, dann von Neuhausen kommend in die gleiche Richtung, danach aus Norden kommend in Richtung Stadt und schließlich von Norden kommend wieder in Richtung Tunnel ... Meine Mutter sprach von einem "Drehwurm", den sie bald bekomme, aber ich fand es lustig ...

Auf dem Heimweg machten wir noch am Wiizemersteg Station und gingen noch einmal kurz hinüber in die Schweiz, dann fuhren wir heim, bekamen aber leider kein Eis mehr ... So endet der Tag mit einem spontanen Ausflug ins Ausland und einer kleinen Enttäuschung ...

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Am Wochenende war ich wieder bei Jessi und Christian (und nächstes Wochenende wird es wahrscheinlich wieder so werden) ... Während die beiden lecker kochten, guckte ich zu und tat, was ich am besten kann: Ich plante eine Reise ... Seit längerer Zeit schleichen wir um eine Feuerlandtour umher, und wenn das so klappt, wie ich mir das vorstelle, verbinden wir Feuerland mit Montevideo und den Iguazufällen - aber das steht noch alles in den Sternen ...

Erstmal backen wir kleinere Brötchen, und das könnte bedeuten, am Wochenende mal Luxemburg unsicher zu machen, da war ich jetzt auch schon mehr als vier Jahre nicht mehr ...

Die Rumänientour müssen wir vielleicht eine Woche vorziehen, weil eine Kollegin im ursprünglich geplanten Zeitraum schon Urlaub angemeldet hat, aber das sollte trotzdem funktionieren, auch wenn das dann die letzte Ferienwoche in Rumänien ist - wird schon passen, denke ich.

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Das Wetter ist im Moment ja nicht so richtig einladend zum Wandern, aber ich hoffe, dass es gegen Ende des Monats besser wird, und dann mal ein Wochenende wieder (teilweise) in Wanderstiefeln verbracht, das wird dann auch schön - zumal ich jetzt ja auch wieder in die Schweiz wandern kann ...

Das Bild gab's schon öfter, ist aber trotzdem schön ...

Freitag, 14. Mai 2021

Die Testpflicht nach § 5 Abs. 2 CoronaEinreiseV

 ... ist für Personen, die weniger als 24 Stunden in ein Risikogebiet reisen (Ausnahme nach § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 CoronaEinreiseV), aufgrund der Rückausnahme in § 6 Abs. 4 CoronaEinreiseV ausgesetzt. Willkommen in Deutschland!

Was heißt das denn jetzt schon wieder (als Dokumentation für die Nachwelt)? Grundsätzlich unterliegen Menschen, die aus einem ("einfachen") Risikogebiet (wie der Schweiz) einreisen, der Anmelde-, Absonderungspflicht und Testpflicht nach § 3 bzw. § 4 bzw. § 5 Abs. 2 CoronaEinreiseV.

Allerdings sind in § 6 Ausnahmen von diesen Verpflichtungen geregelt, und zwar von § 3 und § 4 für diejenigen, die sich weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten haben oder aber für weniger als 24 Stunden einreisen. Jetzt hätte man natürlich im ersten Satz § 6 nicht nur § 3 und § 4 aufnehmen können, sondern auch § 5 Abs. 2 (Testpflicht), aber nein, das wäre ja zu einfach gewesen, deswegen hat man die Ausnahme von § 5 Abs. 2 in den § 6 Abs. 4 geschrieben, und ich bin fast sicher, dass sie das erst vergessen hatten und dann mit heißer Nadel in die Verordnung geschrieben haben, die Leute im Gesundheitsministerium ... Wieso also einfach, wenn es auch umständlich geht?

Jedenfalls galt die CoronaEinreiseV gestern, an Christi Himmelfahrt, erstmals, sodass auch touristische und Einkaufsausflüge in die Schweiz seit gestern wieder zulässig sind (bei all den Verschärfungen, die es in letzter Zeit gab, war es sicher total sinnvoll, ausgerechnet am alkoholreichsten Feiertag des Jahres eine Lockerung einzuführen ...), aber wir waren ja ohnehin auf der sicheren Seite, weil meine Ersatzoma, meine Ma und ich uns gestern in Kreuzlingen mit Tochter und Schwiegersohn (und Hund!) getroffen haben, und Treffen mit Familie bzw. Freunden waren schon vorher - nach der strengeren baden-württembergischen Regelung - für bis zu 24 Stunden quarantänefrei möglich ...

So, ich werde diesen Text in drei Jahren wahrscheinlich lesen und mich fragen, was ich damals geraucht habe, aber das ist leider die volle Wahrheit ... Wieso man ein paar juristische Vorlesungen besucht haben muss, um die Regeln für etwas so Elementares wie die Einreise nach Deutschland (für Deutsche!) zu verstehen, ist eine Frage, die auch nur ein Jurist beantworten kann ...

Jedenfalls fuhren meine Ersatzoma, meine Ma und ich gestern um 10.40 Uhr mit dem Bus in Bonnd... Mit dem Bus?? Ja, die beiden Damen fuhren mit dem Baden-Württemberg-Ticket, sodass wir alle drei ein offenes Bierchen (oder vier) in Kreuzlingen trinken konnten, weil keiner mehr fahren musste - logisch, oder? Denn: Don't drink and drive!

Wir fuhren also um 10.40 Uhr in Bonndorf ab, stiegen in Neustadt in die S-Bahn nach Donaueschingen und dort in den Regionalexpress nach Konstanz. Wir hatten hin- und herüberlegt, ob wir noch nach Kreuzlingen weiterfahren (mit dem Baden-Württemberg-Ticket wäre das kostenlos gegangen, mit der BC 100 nicht), aber wir hatten uns mit den Schweizern geeinigt, dass wir in die "Alte Badi" gehen, und da war der Fußweg vom Konstanzer Bahnhof und vom Kreuzlinger Bahnhof praktisch gleich lang.

Wir kamen also in Konstanz an - und es fing an, in Strömen zu regnen. Na super! Auch in der Schweiz ist nur die Außengastronomie, öhm, ich meine natürlich die "Aussengastronomie", offen, und da ist es immer ein bisschen bescheiden, wenn es regnet ... (Auch wenn es immer noch Grenzsteine an der Staatsgrenze gibt, die immer wieder mein Herz aufgehen lassen, auch wenn ich diese Grenzsteine jetzt schon kannte ...) Wir kamen an der Kneipe an, stellten uns an und bekamen den Tisch prompt in dem Moment zugewiesen, als die beiden Schweizer (plus Hund) auch ankamen. "Den Tisch" ist nicht richtig, denn es gibt eine Beschränkung auf vier Personen in der Schweiz, sodass wir an zwei Tischen saßen, die - latürnich! - mit korrektem Abstand voneinander entfernt standen (und glücklicherweise unter einem Dach waren alles, später kam sogar noch die Sonne raus) ...

Wir aßen (assen) - wenn man schon am Bodensee ist - Fisch, der sehr lecker war. Die anderen tranken kleine Biere, ich dagegen trank "Kübel", so heißen halbe Liter offenbar im einen oder anderen Lokal in der Schweiz ... Passt ...

Wir liefen zurück zum Konstanzer Bahnhof (mit den Schweizern zusammen, die ja die 24-Stunden-Einreise-Ausnahme, ebenfalls in § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 CoronaEinreiseV, auch nutzen konnten) und fuhren gemütlich über Donaueschingen zurück ... Wir fuhren noch bis Hinterzarten, weil an Feiertagen der Bus von Neustadt hoch nach Bonndorf nur alle zwei Stunden fährt, und ehe wir eine Stunde Wartezeit in Neustadt überbrückten, fuhren wir lieber noch ein bisschen weiter Bahn ...

Ich glaube, den beiden Damen hat es gestern auch mit dem Bus- und Zugfahren ganz gut gefallen, ja, es ist alles ein bisschen umständlicher als mit dem Auto, aber wenn man dann mit gutem Gewissen ein paar Bierchen trinken kann, wird das auch nicht so verkehrt sein.

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Das Wetter in Bonndorf in den letzten Tagen war regnerisch, sodass ich keine Wanderungen unternahm. Dafür habe ich vorgestern Abend mal einen kleinen Prospekt für die Rumänienreise gebastelt. Und das klingt alles ziemlich gut, so mit der Abreise am 4. September und der Rückkehr am 12. September, auch wenn ich das erstmal mit den Kolleginnen und dem Chef abklären muss, ob das arbeitstechnisch überhaupt sinnvoll machbar ist, aber das werde ich dann in den nächsten Tagen mal angehen.

Geplant ist jetzt, auf dem Hinweg in Wien zu übernachten und dann über Ungarn nach Hermannstadt (Sibiu) zu fahren. Dort wollen wir drei Nächte schlafen und an den beiden Tagen ein bisschen durch die Karpaten und Siebenbürger düsen ... Mal sehen, ob wir alles machen, aber Zielpunkte sind die Transfăgărășan-Straße zum Bâlea-See, die Schlösser Bran und Peleș sowie Kronstadt (Brașov) und Schäßburg (Sighișoara) ...

Wenn wir coronatechnisch einigermaßen unproblematisch in die Ukraine einreisen können, würden wir danach zu den Moldauklöstern fahren (das Moldovița-Kloster könnte es werden) und in Suceava, der nächstgrößeren Stadt mit vernünftigen Hotels übernachten ...

Am Folgetag ging es - wohl mit kleinem Abstecher nach Moldawien - dann in Richtung Lemberg in der Ukraine. Die Etappe am Tag darauf nach Krakau wäre eher kurz, sodass man wirklich noch ein paar Stunden Zeit in der Krakauer Altstadt hätte. Die vorletzte Etappe ginge zur Schneekoppe, über die die tschechisch-polnische Grenze verläuft, und von dort zur letzten Übernachtung in Görlitz. Von Görlitz aus würde ich dann mit dem Zug zurück nach Hannover fahren, während Jessi und Christian mit dem Auto weiter nach Kaiserslautern fahren würden.

Das klingt alles schon ziemlich gut ...

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Die Wochenenden nach meiner vollständigen Impfung könnte ich natürlich auch so verbringen, dass ich an einem Samstag nach Flensburg fahre und von dort mit dem City-Ticket bis ins dänische Krusau (Kruså), am darauffolgenden Sonntag nach Aachen und mit dem City-Ticket nach Vaals in den Niederlanden und nach Kelmis in Belgien, am darauffolgenden Samstag nach Perl und zu Fuß nach Schengen in Luxemburg und Apach in Frankreich sowie - als Highlight - am Sonntag dann nach Tschechien und Polen ...

Auf der Bahnstrecke Dresden-Zittau gibt es ein ganz kleines Stückchen, wo der (deutsche) Zug durch tschechisches Gebiet fährt, und ich werde dann unmittelbar vorher aussteigen, durch das tschechische Gebiet durchwandern und auf deutschem Gebiet wieder in den Zug einsteigen. In Zittau werde ich in den Zug nach Görlitz steigen; dieser Zug fährt teils über polnisches Territorium und hält auch am Bahnhof Krzewina Zgorzelecka, der aber gewissermaßen der Bahnhof der deutschen Gemeinde Ostritz ist. Das finde ich auch ziemlich lustig ...

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Man sieht also, die Planungen nehmen so langsam an Fahrt auf ... Flüge sind noch keine so ganz akut in der Überlegung, aber bis in zwei Monaten weiß man dann natürlich auch mehr, und dann sehen wir weiter.

Schnappschuss von der Seebrücke in Konstanz auf den Bodensee

Grenzstein Nr. 1 Baden-Thurgau

Sonntag, 9. Mai 2021

Alles mitgenommen

 ... an den üblichen Nebenwirkungen habe ich bei meiner COVID-19-Impfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff, von Kopfschmerzen (aua) über erhöhte Temperatur, Schüttelfrost und Gliederschmerzen bis zum besonders teuflischen "Druckempfinden an der Einstichstelle", aber ich habe das alles mannhaft überstand, das heißt, ich habe nur dreimal (und leise!) "mimimi" gemacht, allenfalls eine Nacht eine Wärmedecke zur Hilfe genommen und beinahe nicht nach meiner Mama gerufen, damit sie mir die letzte Ölung geben - von daher: alles bestens ...

Nein, im Ernst: Mir ging es nach der Impfung am Donnerstag noch einigermaßen gut, aber am Freitag war das eher nicht mehr so gut - wie so oft aber half viel Schlafen viel, und gestern war ich schon wieder ziemlich fit, und heute sowieso. Aber wenn ich so bedenke, wie selbst die Impfung mich nicht so richtig glücklich gemacht hat, bin ich umso froher, dass ich die Krankheit nicht hatte und hoffentlich nie kriegen werde ...

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DHL hatte ja den den Koffer meiner Mutter vergraben (und zwar in den Niederlanden!), als sie im März zu mir kommen wollte, aber nach immerhin nur sechs Wochen hatten sie ihn Mitte April doch an die beabsichtigte Adresse geliefert. Nun bin ich seit April im Schwarzwald und konnte den Koffer daher nicht im Empfang nehmen, aber dafür waren die Nachbarn im Erdgeschoss so freundlich, das Teil zu beherbergen. Gestern war ich (unter anderem deswegen) nach Hannover gefahren, und ich wäre pünktlich angekommen, wenn nicht die Landespolizei ewig gebraucht hätte, um zwischen Kassel und Göttingen spielende Kinder vom Gleis zu jagen. So war ich dann fast eine Stunde später als geplant in meiner Bude, aber die Nachbarn hatten den Koffer freundlicherweise schon vor meine Wohnungstür gestellt. Die fünf Portionen Schwarzwälder Schinken, die meine Mutter für die Beherbergung meines bzw. ihres Koffers hat springen lassen, waren also durchaus verdient ...

Heute Morgen war ich seeeehr früh wach, und dementsprechend war es nicht so megaschwierig, die Stadtbahn zum Bahnhof zu erwischen. Dort fiel ich im Reisezentrum ein und kaufte mir jetzt - damit die liebe Seele Ruh hat - die Bahncard 100 für die Zeit vom 26. Mai 2021 bis 25. Mai 2022. Zur Belohnung kaufte ich mir noch - morgens um halb neun - ein Eis und stieg dann in den ICE, mit dem ich nach Freiburg wollte.

Kurz vor Karlsruhe luden wir aber heftig Verspätung auf, sodass ich den Zug aus Freiburg hoch in den Schwarzwald verpasste. Meine Mutter und meine Ersatzoma waren aber im Kanton Thurgau in der Schweiz bei der Tochter meiner Ersatzoma, und so fragte ich vorsichtig an, ob die beiden mich bei der Rückfahrt in Schaffhausen abholen würden. Dem Vernehmen nach war meine Mutter eher begrenzt begeistert, aber ich habe das Donnerwetter bisher überlebt, zumal die beiden mich auch relativ schnell in Schaffhausen fanden und aufluden. So war ich also, nach dem Umsteigen in Basel am Badischen Bahnhof, heute zum zweiten Mal in der Schweiz gelandet, und da es kein einziges Mal aus touristischen Gründen war, muss hier niemand in Quarantäne - so soll es sein ...

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Apropos Quarantäne: Mit den lieben Freunden aus Kaiserslautern ist der Rumänientrip im September jetzt irgendwie fast gebongt. Wir werden sehen, ob ein Kollege von Christian mit seiner Frau auch noch mitwill (bisher wissen die beiden, glaube ich, noch gar nicht so richtig von ihrem Glück, außer natürlich, der Kollesch des Kollesch liest den Blog tatsächlich mit ...), aber zumindest für Jessi, Christian und mich sieht das jetzt recht fix aus. Ob es mit der Ukraine dann auch klappt, steht noch in den Sternen, aber der Plan wäre schon, noch Lemberg mitzunehmen auf dem Rückweg über Krakau und Görlitz. Das Hauptziel aber ist Hermannstadt (Sibiu), das Dracula-Schloss Bran und der Pass nahe des Bergs Moldoveanu - wenn die Ukraine coronatechnisch machbar ist, würde ich auch auf einen Abstecher zu den Moldauklöstern, ihres Zeichens UNESCO-Weltkulturerbe drängen, aber das planen wir dann ... Wenn Herr Spahn recht hat und innerhalb der EU der Sommerurlaub klappen sollten, wären zumindest Ungarn und Rumänien sehr ernsthaft in den Überlegungen enthalten - und da meine Zweitimpfung sogar schon am 1. Juli (also nach acht Wochen) stattfinden soll, könnte ich schon ab dem 16. Juli als voll geimpft durch die Weltgeschichte reisen ...

Ich schließe daher nicht aus (wenn alles so klappt wie gehofft), dass ich noch vor September meine Städte (Lissabon, Budapest, Istanbul, Tel Aviv) mal wieder besucht haben werden - allerdings ist die Schlange von Menschen, die mit mir (noch einmal) nach Israel wollen, nicht unbedingt kurz, da muss ich ohnehin schauen, wie ich die alle unter einen Hut bekomme ...

Der 1000. Blogeintrag ist nah, und ich bin so gespannt, ob ich da womöglich schon wieder irgendwohin fliege - beim Impftermin hatte ich jedenfalls Tränen in den Augen, und das lag keinesfalls am Schmerz wegen des Piekses ...

Mittwoch, 5. Mai 2021

Keinen einzigen Menschen

 ... habe ich bei meiner heutigen Feierabendwanderung in der Wutachschlucht gesehen - keinen einzigen! Das muss man der Heerschar an Touristen, die im Sommer da einfallen, mal erzählen - die zeigen einem den Vogel! Apropos Tiere: Ein Reh hab ich beim Ausstieg gesehen, aber ehe ich ein Foto schießen konnte, war es leider schon weg ...

Am Montag bat meine Mutter mich, nach Feierabend mit ihr Sperrmüll wegzubringen, was ich als bester Sohn der Welt selbstverständlich mit allergrößter Freude tat. Nun waren wir schon oben beim Werkstoffhof, da konnte meine Mutter mich auch gleich aus dem Auto werfen, denn ich wollte über den Galgenbuck in Richtung "Bus aus Neustadt" laufen ...

Gesagt, getan, ich lief da oben über die Wacht los, kam auf dem Rundweg um den Galgenbuck heraus, lief beim Abzweig nach Boll auf dem Rundweg weiter, aber dort, wo der Rundweg einen scharfen Linksknick macht, konnte ich nicht rechtzeitig bremsen und lief ins Feld hinein (höhö, Mann, war der gut ...). Ich lief über den Feldweg in Richtung des Hauses Hebsack und hatte aber jetzt den 18.14-Uhr-Bus gerade verpasst ...

Nun denn, ich lief vom Hebsack aus in Richtung Weg nach Tiefental, mitten durch den Wald, verlief mich auf eine Sackgasse, latschte querwaldein auf den richtigen Weg und landete schließlich auf dem asphaltierten Weg in Richtung Tiefental. Von dem Weg aus hatte ich einen fantastischen Blick auf Gündelwangen, die Wutachschlucht und Göschweiler, und auch zwei Jugendliche auf dem Hochsitz genossen bestimmt nur die Aussicht von da oben ...

Zum wiederholten Male stiefelte ich durch Tiefental (die kennen mich da bestimmt inzwischen ...), fotografierte zum wiederholten Male den hübschen Baum, der da in der Gegend herumsteht, und peilte zum wiederholten Male die Haltestelle an der Lotenbachklamm an. Nun war ich aber viel zu früh da und entschied mich also, dem Bus bis zur nächsten Haltestelle entgegenzulaufen.

Ein paar Minuten später kam ich also an der Haltestelle Gündelwangen Vorderdorf an, entschied mich dagegen, noch eine Haltestelle weiterzulaufen (das wäre dann vielleicht schon knapp geworden), und wartete auf den Bus, der mich um 19.14 Uhr ordnungsgemäß nach Hause brachte.

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Heute war unerwartet gutes Wetter, sodass ich pünktlich Feierabend machte (morgen mache ich ein bisschen länger, wenn es regnen soll) und - man höre und staune - mit dem Auto zur Wutachmühle fuhr. Von dort wollte ich mit Bussen nach Boll fahren. Der Plan funktionierte, aber wie!

Ich stand an der Bushaltestelle an der Wutachmühle und guckte auf den Fahrplan: Die Linie 950 war nicht beschildert, an der Gegenbushaltestelle dagegen schon. Ich suchte und suchte, fand nix, suchte weiter und sah plötzlich ein paar Meter die Straße hoch ein Behelfshaltestellenschild ... Ich stapfte also dorthin, und siehe da: Der Linienplan der 950 hing dort. Na super! Der Bus allerdings kam nicht pünktlich, und ich musste in Ewattingen umsteigen und hatte dort nicht viel Zeit ... Oh Mann! Ah, sehr gut, da oben kommt er - aber wieso hält der da vorne? Der Busfahrer sah mich zwar, aber bedeutete mir, zurück zur "normalen" Haltestelle zu kommen. Er bat um Entschuldigung, weil die Behelfshaltestelle, an der ich stand, eigentlich längst abgebaut hätte sein sollen, und wahrscheinlich muss er aus Versicherungsgründen an der "richtigen" Haltestelle halten, aber das wäre ärgerlich gewesen, wenn der mich übersehen hätte ... Nachdem ich also zur Haltestelle gerannt war, klärte er mich auf, dass meine Bahncard 100 auf dieser Linie nur im Kreis Waldshut gilt - das allerdings wusste ich schon ...

Den Bus in Ewattingen erwischte ich trotzdem gut und stieg schließlich in Boll aus - mit Bahncard 100 macht sogar das Busfahren im Schwarzwald Spaß, auch wenn die Frequenzen natürlich grausam niedrig sind, wenn man die 5-Minuten-Abstände der großstädtischen Busse gewohnt ist ...

Ich latschte wieder am Bach entlang, guckte mir dieses Mal die Ruine der Burg bewusst an - joa, schick, aber halt Ruine - und überquerte, nachdem ich unten an der Brücke angekommen war, selbige nicht. Vielmehr ging ich - an der Kapelle vorbei - auf Bonndorfer Seite der Wutach entlang.

Das Stück zwischen Bad Boll und der Wutachmühle finde ich das spektakulärste der Wutachschlucht, weil da von tollen Ausblicken, einem hübschen Wasserfall bisschen Felsenkletterei und lustigen schwingenden Holzbrücken alles dabei, was das Wandererherz begehrt (oder auch nicht, vor allem, wenn so'n Zwei-Zentner-Mensch wie ich über Holzbrücken läuft und Angst hat, gleich abgeworfen zu werfen ...) ...

Am Tannegger Wasserfall ging es vorbei, an der Felsengalerie (mit schweißtreibendem Anstieg), am Amselfelsen will ich gern mal die Füße in die Wutach strecken (aber heute nicht, war dann am Ende ganz schön kühl), am Wiederaustritt der Wutach sollte man immer das Drahtseil zur Absicherung nutzen, weil man da doch ein kleines Stück springen muss, da sollte man nicht umkippen bei der Landung, sonst landet man schnell in der Wutach, und der Rümmelesteg ist auch immer wieder ein Erlebnis (und ja, es kann sein, dass ich die Reihenfolge wieder einmal durcheinanderschmeiße, da muss ich noch üben ...).

An der Gauchachmündung überquerte ich die Wutach und lief linkswutachisch weiter, denn ich wollte ein kleines Stück Weg gehen, das ich noch nie gelaufen war (denn durch die Wutachschlucht bin ich ja im Sommer mit den drei Kolleginnen marschiert ...). Ich kam an der Straße in Richtung Mundelfingen raus, lief ein paar hundert Meter an der Straße entlang, kam dann an den Parkplatz an der Wutachmühle und fuhr dann mit dem Auto heim.

Das war eine richtig, richtig schöne Wanderung heute, aber jetzt bin ich - obwohl es nur gut zehn Kilometer waren - ziemlich fertig, auch weil die Wege nicht immer so ganz gut begehbar waren ...

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Wenn alles gutgeht, kriege ich morgen meine erste Impfung gegen das Coronavirus (zwei Zentner, mittelmäßige Größe, passt). Das heißt, ich müsste in zwölf Wochen die zweite Impfung kriegen (wenn ich wirklich, wie angekündigt, AstraZeneca kriege, ansonsten ginge es noch schneller), also am 29. Juli, und ab Tag 15 danach, also ab dem 13. August, müsste ich dann als voll geimpft gelten. Hoffen wir, dass die anderen Länder auch mitmachen, denn dann könnte ich wieder mal in Ruhe verreisen ...

Fotos:

Im Wald hinter Hebsack

Blick auf Gündelwangen und die Wutachschlucht

Blick auf die Wutachschlucht und Göschweiler

Baum hinter Tiefental I

Baum hinter Tiefental II

Burgruine in Boll

Kapelle Bad Boll

Die wütende Ach

Wütender Baum erfordert kleinen Umweg

Tannegger Wasserfall

Blick auf die Wutach I

Blick auf die Wutach II

Brücke in die Wand I

Brücke in die Wand II

Baumbrücke

Ganze Arbeit des Schwarzwaldvereins

Amselfelsen

Wiedereintritt (glaube ich)

Kurzer Abstecher nach Löffingen

Brücke über die Wutach in Richtung Gauchachschlucht

Sonntag, 2. Mai 2021

"Zählt des do?"

Tja, guter Mann von Busfahrer, das müsstest du grundsätzlich schon selbst wissen, ob meine Bahncard 100 im Wanderbus zählt ... Aber da ich auf Bonndorfer Gebiet einstieg und auf Bonndorfer Gebiet ausstieg, mithin im Bereich des Waldshuter Tarifverbundes blieb, galt meine Bahncard 100 selbstverständlich auch im Wanderbus, und das sah Monsieur nach meinem - öhm, sehr selbstsicherem - "Ja" dann auch ein ... latürnich!

Nachdem ich vorgestern und gestern - auch aufgrund des Wetters - eher faul war, wollte ich heute Morgen dann doch noch einen kurzen Spaziergang machen, und nahm den Bus um 10.40 Uhr in Richtung Neustadt, stieg aber am Ziegelhof aus ... Keine Ahnung, ob da im letzten Jahr überhaupt jemals jemand ausgestiegen ist, aber jetzt habe ich der SBG eben die Statistik versaut, sei's drum ...

Ich lief ein Stückchen an der Straße entlang und bog dann in den Wald ein ... Ich schimpfte schon recht früh über mein Diensthandy, weil das mir ständig die Karte vorenthielt, sodass ich mich mehr als einmal verlief, aber dank meines privaten Handys kam ich dann doch auf den richtigen Weg, selbst wenn der über allerlei Gestrüpp führte ...

Ich lief - mit meinen neuen Wanderstiefeln - über sumpfige Wege, auch über den Weg, auf dem ich mich im Herbst mal gepflegt auf die Schn... Nase gelegt hatte, bog dann auf auf den "Neuen Weg" in Richtung Lotenbachklamm ab. Entlang des Lotenbachs war das ein richtig schöner Weg, auch wenn ich nach einiger Zeit mitten in den Wald stapfte, springend einen Bach überquerte und am Waldrand entlanglief, ehe ich auf eine asphaltierte Straße in Richtung Gündelwangen kam.

Ein kleines Stück an der B 315 folgte, aber dann bog ich in die Lotenbachklamm ab. Das ist einfach schön da, aber ich bog rechts auf den Müllerweg ab, der nicht durch die Lotenbachklamm führt, sondern obenherum am Schluchtrand entlang, und das ist auch ein sehr, sehr schöner - und vor allem selten bewanderter - Weg ... Ein bisschen Ducken und Klettern muss man da durchaus auch, aber am Ende kommt man in der Regel wohl behalten an der Schattenmühle heraus, und so war es bei mir ... Ich machte noch drei Schritte hinüber in den Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, dann ging ich zurück zur Bushaltestelle und fuhr mit dem Bus zurück nach Bonndorf ...

Über den Rest des Nachmittages breite ich den Mantel des Schweigens, es sei genug, dass ich vom Steak aus dem Schnitzer und von einer ehemals vollen Flasche Eierlikör berichte ... Oh Mann, zur Belohnung höre ich gerade Jazz ... Mas que nada ... oooooooooooooooooh...

Okay, ich höre schon auf, Fotos:

Lotenbach oberhalb der Klamm

Lotenbachklamm

Auf dem Müllerweg

Dank an den Schwarzwaldverein fürs Sägen

Donnerstag, 29. April 2021

"Wo magsch herre?"

Eher selten wirst du vom Bürgermeisterstellvertreter deines Heimatortes höchstpersönlich an den Startort deines Spaziergangs kutschiert, aber heute war das so, den der Mensch ist Busfahrer, und ich war der einzige Gast im Bus, der in den Bonndorfer Ortsteil Boll fuhr (und nicht mehr weiter, obwohl auf der Seite der Bahn etwas anderes angegeben war ...).

So stieg ich in Boll aus und marschierte - über einen schönen Weg entlang des Bachs, der durch Boll fließt, in Richtung Wutachschlucht. Es ging über einen guten Waldpfad recht steil bergab, und als ich in der Wutachschlucht ankam, am ehemaligen Bad Boll (die Ruine Boll hatte ich unterwegs gesehen), ahnte ich, dass ich nach Überquerung der Wutach wieder den Berg hochmüsse ...

Oh Mann, bin ich aus der Übung (außerdem wird es Frühling und mein Heuschnupfen macht sich bemerkbar), denn ich pumpte ganz schön, bis ich kurz nach dem Passieren des Rappenfelsens endlich das Gebiet des Landkreises Breisgau-Hochschwarzwald erreichte. Der Wald ging in eine offene Fläche über, der Weg wurde flacher, und am Ende landete ich in Reiselfingen, wo ich - obwohl ich das Dorf oft gesehen habe - seit Jahren, Jahrzehnten, wenn überhaupt, nicht mehr gewesen war ...

Dort stieg ich in den Bus nach Löffingen ein, stieg dort in den Zug um und in Neustadt wieder in Bus, wo mich der gleiche Busfahrer begrüßte, der mich zuvor von Reiselfingen nach Löffingen kutschiert hatte ... Um 20.14 Uhr kam ich - wie so oft - in Bonndorf an ...

Das war mit knapp über drei Kilometern eine der kürzesten "Wanderungen" überhaupt, aber die 151 Höhenmeter glaube ich diesmal ausnahmsweise ... Mal gucken, ob ich mich morgen wieder bewegen kann ...

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Seit vorletztem Sonntag bin ich ja erstmal wieder im Schwarzwald, und letzten Donnerstag machte ich eine kurze Wanderung vom Abzweig Grünwald hinunter in Richtung Wutachschlucht, bog aber - kurz bevor ich Bonndorfer Gebiet wieder erreicht hätte - in den Wald rein, ging die Haslachhalde hinunter, überquerte die Haslach am Zusammenfluss von Gutach und Haslach zur Wutach und marschierte dann den steilen Berg in Richtung Lenzkirch hoch, den ich Anfang September gelaufen war.

Ich bog aber anstatt nach links in Richtung Unterlenzkirch jetzt nach rechts ab in Richtung Kappel und lief, immer schön am Rand der Gutachschlucht, vorbei an einem großen Holzlagerplatz in Richtung Gutachbrücke. Ich überquerte - berechtigerweise, hoffe ich - die Gleise (die Züge hupen immer so schön, wenn sie an der Stelle vorbeifahren ...) und fuhr dann mit dem Bus zurück nach Bonndorf, natürlich kam ich auch da um 20.14 Uhr am Rathaus an, nachdem ich vergleichsweise sportliche 6,16 Kilometer zurückgelegt hatte ...

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Letztes Wochenende war ich dann bei Freunden in Kaiserslautern und alles, nur nicht sportlich, denn einarmiges Reißen kann man mit Gin Tonic nicht so gut machen, zu dem ich dort immer genötigt werde. So langsam fingen Jessi, Christian und ich aber an, uns vielleicht - ganz vielleicht - für den September mit einer Tour in Richtung der Karpaten mit Übernachtung in Hermannstadt (Sibiu), einigen Tagesausflügen und vielleicht einer Heimat über die nordrumänischen Moldauklöster, Lemberg in der Ukraine, Krakau und Görlitz anzufreunden. Vielleicht - ganz vielleicht - ist bis dahin ja wieder alles so gut (und wir geimpft), dass es losgehen kann ...

Bis dahin werde ich sicherlich ab und zu durch den Schwarzwald wandern - und natürlich berichten.

Fotos:

Im Wald in Richtung Haslachschlucht

Blick aus der Haslachschlucht auf Gutach (links) und Wutach (rechts)

Im Wald

Wald und Sonne

Von Boll in die Wutachschlucht

Rappenfelsen

Aus dem Tal emporgestiegen

Sonntag, 18. April 2021

Das Angenehme mit dem Sportlichen

 ... verbinden wollte ich eigentlich gestern nach meiner Wanderung, indem ich nach Wernigerode durchstarte und da noch ein offenes Bierchen genieße in der Harzer Außengastronomie, aber ich war so fertig nach der ersten Wanderung seit zwei Wochen, nach fast 17 Kilometern, dass ich doch in den Gegenzug nach Hannover einstieg, nochmal ins Testzentrum ging und dann sehr früh ins Bett fiel, nicht ohne vorher die pflanzenbasierten "Chicken" Nuggets von Burger King zu probieren: Wenn die so weiter machen, kriegen die irgendwann auch die nichtfleischlichen Burger-Pattys so hin, dass sie wie the real thing schmecken ...

Die Entscheidung, Wernigerode keinen Besuch abzustatten, fiel mir deswegen auch recht leicht, weil ich am Freitag Abend nochmal Schleswig-Holstein unsicher gemacht hatte: Ich machte relativ überstürzt Feierabend, sprintete zur Bahn, stieg am Hauptbahnhof um und blieb im ICE sitzen, bis er in Kiel zum Stehen kam. Ich hatte mir unterwegs ein paar Gaststätten angeguckt, aber die Angabe, ob sie jetzt geöffnet haben, war bei einigen irgendwie nicht so richtig eindeutig, bis ich - direkt am Bahnhof, und direkt an der Hörn, also dem in die Stadt ragenden Teil der Kieler Förde, eine Kneipe auftat.

Auf den Bildern sah der "blaue Engel" so ein bisschen wie eine leicht verranzte Hafenkneipe aus, aber in Wirklichkeit war das ein richtig schönes Lokal, direkt am Wasser und mit schöner Außengastronomie, offenem Bier - und Fischbrötchen hatten sie auch ...

Die arme Bedienung musste ständig rennen, denn als ich das erste Bier aus hatte, bestellte ich Fischbrötchen, und die Bestellungen gingen immer schön im Wechsel ... Sehr, sehr schön - und sehr lecker!

Auf einmal nieste ein Gast (nicht ich!) und dessen Kumpel raunzte ihn an, dass er nach einem Corona "das mit dem Ellenbogen" immer noch nicht hinbekäme ... Ich musste so lachen, dass die beiden auf mich aufmerksam wurden - und nach meiner wahrheitsgemäßen Aussage, dass ich wirklich nicht lauschen wollte, kamen wir in kurzen Smalltalk ...

Um 21 Uhr verließ ich den Laden, machte noch einen kurzen Spaziergang auf die Hörnbrücke und fuhr dann - City Ticket nutzen und so - noch zwei Stationen zum Kleinen Kiel. Im Dunkeln ist dieser kleine See und das Justizministerium dahinter echt schön, und auch der Rathausplatz konnte was - ich war, glaube ich, erstmals in Kiel, und es war richtig schön ...

Aufgrund der Ausgangssperre in Hamburg musste ich den Hamburger Hauptbahnhof umfahren und fuhr also mit Regionalbahnen über Lüneburg zurück nach Hannover. Um drei Uhr war ich im Bett ...

Gestern um 10 Uhr stand ich auf, duschte, fuhr über den Hauptbahnhof nach Hildesheim und dort in den Bohlweg, und machte mich dann auf ... Die erste Strecke war ein Stadtspaziergang (bei DHL war eine lange Schlange, geht dort nicht hin, die vergraben eure Koffer - der Koffer, den meine Ma vor einem Monat zu mir schicken wollte, ist immer noch verschollen), dann ging es hoch zum Galgenberg, vorbei am Bismarckturm und in Richtung Spitzhut.

Dort ist mitten im Wald das Hotel-Restaurant Brockenblick, und die hatten einen Bratwurststand. Ich war gierig (und hatte nicht gefrühstückt), also bestellte ich eine - teure - Bratwurst, musste aber warten, weil der Held die erst auflegte ... Das war mir so recht, weil ich gerne die Bahn um 16.28 Uhr (die Bahnen nach Goslar - Richtung Wernigerode - und zurück nach Hannover trafen sich in Derneburg am Bahnhof, genau dort, wo mein Ziel für heute war) erwischen wollte, aber am Ende - soviel Spannung kann ich rausnehmen - erwischte ich die Bahn lockerst ...

Es ging durch den noch ziemlich kahlen Wald (ein paar Nadelbäume standen da, aber hauptsächlich waren es Laubbäume, und denen war es noch zu früh ...), über den Knebelberg, ein Stück über Waldpiste, einmal verlief ich mich, fand aber den richtigen Weg wieder ...

Kurz hinter Heersum - die Füße taten jetzt schon weh - kam ich an die Innerste, und die letzten zwei Kilometer waren die zwar schmerzhaftesten, aber auch mit die schönsten der Wanderung, vorbei an Frühblühern und am Fluss, das war schick ...

In Derneburg schließlich entschied ich mich, Wernigerode Wernigerode sein zu lassen und fuhr zurück nach Hannover.

Das war die dritte von geplant sieben (vielleicht werden es acht, mal sehen) zum Brocken - knapp 50 Kilometer bin ich jetzt im niedersächsischen Wandergebiet gelaufen und über 1.330 Kilometer insgesamt ...

Jetzt sitze ich im Zug in Richtung Schwarzwald und gedenke, die nächsten ein, zwei Woche von dort aus zu arbeiten, das wird auch schön ...

Lecker Bierchen an der Hörn

... und lecker Matjes

Von der Hörnbrücke

Am Kleinen Kiel

Rathausplatz Kiel

Bismarckturm Hildesheim

Gelber Turm Hildesheim

Unterwegs im Wald

Über die Innerste