Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 11. September 2020

Völlig aus dem Häuschen

 ... war ich heute ob der Formenvielfalt der Grenzmarkierungen an der deutsch-schweizerischen Grenze zwischen Konstanz und Kreuzlingen. Hey, nicht gähnen dahinten! Da gibt es natürlich jede Menge normaler Grenzsteine, die da frei in der Gegend herumstehen, aber auch solche, um die herum der Zaun angepasst ist - noch cooler sind aber die gullydeckelartigen Grenzsteine, die in die Straße eingelassen sind, und am allerbesten die Grenzplaketten, die an Häusern angelegt sind, sodass man sieht, dass die Grenze durch die Häuser durchgeht ... Soooooo spannend!

Wieder machte ich heute einigermaßen früh Schluss und überredete meine arme Mutter, mit mir an den Bodensee zu fahren - wir fuhren über Schaffhausen, fuhren kurz durch den Kanton Zürich und dann ein ganzes Stück durch den Kanton Thurgau, wobei uns irgendwie ständig irgendwelche Ampeln und Baustellen im Weg waren.

Hinter Stein am Rhein kannte ich den Weg dann vom fußläufigen Erkunden mehr oder weniger, und so landeten wir an der Schiffslände in Mannenbach. Ab hier fuhr meine Mutter weiter, und ich hatte ihr gesagt, sie solle der Einfachheit halber immer auf der Hauptstrasse 13 bleiben und erst in Kreuzlingen in Richtung Hafen abbiegen.

Ich marschierte also los, in Richtung Ermatingen, wanderte durch dieses Örtchen hindurch, verließ es in Richtung Triboltingen, erspähte dort wieder einmal einen der Schweizer Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der zum Festungsgürtel um Kreuzlingen gehörte, lief aber an diesem vorbei und erreichte nach einer längeren Wanderung durch landwirtschaftlich genutztes Gelände nahe des Bodensees das Dreigemeindeneck Ermatingen (zu dem Triboltingen gehört), Tägerwilen und Gottlieben ...

Ich lief praktisch auf der Gemeindegrenze von Gottlieben durch das Städtchen hindurch, sah die Wasserburg nicht so richtig und landete dann an der Seerheinbadi in Tägerwilen. Dort ist Gastronomie, dort gibt es Umkleidekabinen, das ist richtig schön dort, Eintritt bezahlt man auch keinen, aber - natürlich - hatte ich auch heute keine Schwimmsachen dabei ...

Nach dem Vorbeizug an einer weiteren Badi (mit Weinausschank) landete ich im Tägermoos. Das Tägermoos, Achtung, jetzt wird es wieder spannend, gehört staatsrechtlich zur Schweiz, ist aber gleichzeitig eine Gemarkung der (deutschen) Stadt Konstanz, sodass die Stadt Konstanz in Bezug auf das Tägermoos nach thurgauischem Kommunalrecht Aufgaben ausübt. Das erkennt man im richtigen Leben unter anderem daran, dass manche Straßenschilder nach deutschem Muster sind, nämlich in den Bereichen, in denen Konstanz Aufgaben ausübt. Auch für diese Aufgabenteilung gibt es natürlich einen uralten Staatsvertrag, der aber heute immer noch gilt ...

Nun aber hatte ich fast schon (staatsrechtlich) deutsches Gebiet erreicht und überquerte am Grenzstein 32 die Bundesgrenze. Ich verlief mich, denn der von der Karten-App geplante Weg hätte mich schnurstracks über den (deutschen) Zubringer auf die Schweizer Autobahn geführt, und das hielt ich für meine so gute Idee. Also zurück, Marsch, Marsch - ich überquerte die Hauptstraße mittels einer Fußgängerbrücke und lief durch ein Wohngebiet, was von der deutschen Straße (und damit den Grenzsteinen) durch eine Schallschutzwand abgegrenzt ist ... Menno!

Irgendwann erreichte ich aber einen Kreisverkehr, wurde fast Zeuge eines Verkehrsunfalls und ging hinter dem Kreisverkehr scharf rechts am Gebüsch vorbei - plötzlich stand der Grenzstein Nr. 23 - ich war in Kreuzlingen in der Schweiz - juchhe!

Ich lief an der Grenze entlang, bis ein Haus kam, und siehe da - da war eine Grenzplakette (Nr. 22C von 1951) am Haus, sodass die Grenze durch das Haus hindurchgeht ... (Ja, ich weiß, ich habe das oben schon fast genau so geschrieben, aber ich finde das einfach toll!)

Der nächste Grenzstein in freier Wildbahn waren die Nr. 20 und die Nr. 19 (die davor und danach waren auf Privatgrundstücken, sodass ich sie nicht sah ...), und dann kam - mit der Nr. 16 - der "Hauptzoll", der inzwischen gar kein Zoll mehr und für Autos auch gesperrt ist. An der einen Wand ist also die Nr. 16, dann verläuft eine Grenzlinie durch Ausstellungsstücke hindurch bis zum Grenzstein 15, der in den Boden eingelassen ist; wenige Meter weiter ist die Grenzplakette 14B wieder am ehemaligen Zollgebäude befestigt. Ich lief da wie so ein aufgescheuchtes Suppenhuhn in der Gegend herum, jubelte und freute mir ein Loch in den Bauch, dass ich da so viele Grenzsteine auf einmal sah ...

Die Nr. 14 fand ich in einem Hinterhof und ab der Nr. 12 fand ich dann alle Grenzsteine, ich lief auf der Jagd nach ihnen über Bahngleise (wenn ein Auto entgegenkam, musste ich nach Deutschland ausweichen, die Nr. 2 ist an einem Garten mit einem Fußballtor, die Nr. 1 im gleichen Garten neben dem Sandkasten und die Nr. 1A ist auf dem in den 1970er-Jahren aufgeschüttenen Landgewinnungsprojekt direkt am Bodensee (hier war in der Corona-Zeit auch die - erschütternde - Doppelzaunreihe aufgebaut, die Schweizer und Deutsche voneinander trennen sollte).

Der Grenzzaun, den die Nazis (und die Schweizer) im Zweiten Weltkrieg aufbauten und der im Volksmund die gleichermaßen befremdlichen Namen "Judenzaun" und "Asylantenzaun" hat, wurde 2006 an den wichtigen Stellen aufgerissen - heute sieht er mehr wie ein normaler Grundstückszaun aus denn wie ein Grenzzaun mitten durch Europa, Gott sei Dank!

Den letzten Rest zu meiner Mutter und zum Auto schaffte ich auch noch, und weil meine Mutter bei tiefstehender Sonne nicht gut sehen kann, fuhr ich zurück, diesmal über Ramsen, Gailingen und Büsingen - sonst hätten das heute ja zu wenig Grenzübertritte sein können ...

Am Sonntag soll es von Kreuzlingen nach Uttwil, wenn ich der Hafer sticht, bis Romanshorn, gehen - dann überschreite ich die 750 Kilometer insgesamt und nur im Schwarzwald. Nach Liechtenstein sind es nach der heutigen Wanderung und der neuesten Streckenbegradigung noch 81 Kilometer ...

Fotos:

Unterwegs am Bodensee

Müsste in Ermatingen sein ...

Teil des Festungsgürtels

Links: Schweizer Schild Rad-/Fußgängerweg, rechts: deutsches Verbotsschild

Erster Grenzübertritt nach Konstanz

Die Grenze geht durch das Haus hindurch

Grenzstein im Boden

Grenzstein Nr. 1A mit Bodensee

Bodensee - Blick auf Ost-Konstanz

Mittwoch, 9. September 2020

"Hänn Sie Angscht vo denne?"

Nun, gute Frau, mein erster und bisher einziger echter Kontakt mit Pferden war im zarten Alter von etwa fünf Jahren und endete damit, dass ich nach dem Aufsitzen von rechts sofort wieder nach links abstieg - kopfüber ...

Dafür konnte der Gaul damals natürlich nur höchst bedingt etwas, aber trotzdem war mir nicht so ganz wohl bei der Sache, als ich ihrem Rat folgte (sie mache das auch immer so) und mich unter der Absperrung der Koppel hindurch wand, zwei Meter von dem (schönen) Viech entfernt - und zu allem Überfluss auch noch von hinten rechts kommend - an diesem vorbeilief und machte, dass ich auf der anderen Seite des abgesperrten Geländes wieder unter dem Band hindurchtauchte. (Nein, ich habe keine Angst, behauptete ich, aber wenn der Gaul Angst vor mir bekäme, würde das auch nicht so richtig gut für mich enden, hatte ich argumentiert ...)

Das Ganze hätte ich mir natürlich sparen können, wenn der Landwirt, der die Pferde da besitzt, nicht den Wanderweg für seine Tiere okkupiert hätte, und/oder es eine Alternative gegeben hätte - ich erwische aber natürlich immer die problembehafteten Wege, bei denen man fünf Kilometer Umweg laufen müsste. Nun denn, der Gaul ließ sich nicht beim Fressen stören, ich lebe noch, alles gut gegangen in Allmut, das zu Aichen gehört, das wiederum in Hinterpfuideibel liegt, auch wenn es inzwischen Ortsteil der Großen Kreisstadt Waldshut-Tiengen ist - von Großer Kreisstadt merkt man da nun wirklich nix, da sagen sich eher Pferd und Hase gute Nacht ...

Nachdem der Abend gestern - bei tollem Wetter - gemütlich im Schnitzer begangen wurde, wollte ich den ebenso schönen Tag heute in der Schlüchtschlucht (höhö), mit der ich ja noch eine Rechnung offen hatte, zu Ende bringen. Ich machte früh Schluss (ich muss das alles mal nacharbeiten ...) und fuhr mit dem Auto nach Aichen, wobei man da schon dreimal zwischen Kreis- und Gemeindestraßen abbiegen muss, ehe man überhaupt da ist, Hinterpfuideibel halt ...

Ich parkte am dortigen Friedhof und lief in Richtung Allmut, denn ich wollte runter zum Allmutsteg, dem Übergang über die Schlücht, die an dieser Stelle auch die Grenze zwischen den Gemeinden Waldshut-Tiengen und Ühlingen-Birkendorf ist. Das ist ein schönes Wegchen, leicht ansteigend (ich hatte mir den steilen Ab- und steilen Anstieg ans Ende der Wanderung gelegt, weil ich da eingelaufen sei ...), ein bisschen am Waldrand entlang, und in Allmut lief ich den ausgeschilderten Weg runter, bis ich am Zaun hängenblieb.

Ich fluchte, lief wieder hoch, lief zu dem Hof, zu dem die Pferde gehören, schoss auf eine Frau zu (das war die Nachbarin, glaube ich ...), lief nach ihrem Rat wieder zurück und landete schließlich - ohne erschossen zu werden - auf dem steilen Pfad hinunter ins Schlüchttal. Eine Weile lief ich mitten in einem kleinen Bächlein (aber das war wohl der Geröllpfad meiner Karte), das war durchaus schön da mitten im Wald, wenn auch nicht so ganz ungefährlich, gerade weil die Steine nass und somit rutschig waren ...

Ich kam aber gut ins Schlüchttal, überquerte den Allmutsteg (Gittersteg, nicht runtergucken!) und lief den Weg rauf, den ich vorgestern heruntergegangen war, um an der Bushaltestelle Allmutsteg von meiner Mutter eingesammelt zu werden. Aufwärts macht das irgendwie weniger Spaß als abwärts, aber als ich vom vorgestrigen Weg abbog, um auf dem, sagen wir, Panoramaweg weiterzulaufen, ging es einigermaßen gut ...

Auf diesem Weg gibt es zwei offizielle und einen inoffiziellen Aussichtspunkt mit schönen Ausblicken aufs Schlüchttal, auch wenn ich mir nach vorgestern das Ganze noch ein bisschen beeindruckender vorgestellt hätte. Der Weg führt teilweise durch üppige Vegetation, teilweise fast durch Geröll, und endet relativ unvermittelt an der Straße von Berau nach Witznau.

Ich lief einige Meter an der Straße entlang, bog dann aber in den Wald ab, der Waldweg war schön, ging dann aber recht schnell in einen steilen, serpentinenartigen Geröllweg über, der mich - so richtig schön war der nicht zu laufen - auf die Straße zum Kraftwerk Witznau führte.

Nun kam die Zeit zum Fluchen, denn der Aufstieg hoch nach Aichen stand an - und wie ich fluchte, über den Idioten, der da oben einen Ort gründet, über die bekloppte Streckenplanung meinerseits, die den steilsten Anstieg ans Ende setzte (war trotzdem richtig so), und vor lauter Fluchen kam ich dann irgendwann in Aichen an.

Die Einheimischen guckten mich mitleidig an, ich fuhr von dannen, bog eine Straße zu früh ab, landete nach einem Rundweg durch die Felder wieder in Aichen (komme ich denn hier nie weg?), fuhr die Strecke nochmal, bog dann an der richtigen Straße ab und war schließlich in Bonndorf - und schnurstracks unter der Dusche - gelandet ... Boah, heute bin ich richtig fertig ...

In Aichen ist die Welt noch in Ordnung ...

Blau und grün

'n bissel eitel ist der Autor dann doch ...

Allmutsteg

Blick ins Schlüchttal I

Blick ins Schlüchttal II

Unterwegs aus dem Feldweg ...

Blick ins Schlüchttal III

Montag, 7. September 2020

Plan B wie Brunftzeit

Nun, heute gingen ein paar Sachen ... ne, eigentlich ging nur eine Sache schief ... Naja, okay, fangen wir mal am Anfang an: Meine Mutter brachte mich zum Riedersteg, den ich am 20. Mai vom Schlüchtsee aus erreicht hatte, und von dort lief ich erstmal einen Anstieg hoch. Ein Schäferhund bellte mich recht aggressiv an, aber der war hinter dem Zaun, sodass er mir nichts antun konnte, während ich an dem Hof vorbeilief. Ich ging ein Stückchen weiter und wollte gerade ins Gebüsch abbiegen, als mich der Beifahrer eines entgegenkommenden Autos ansprach: Ich möge doch bitte nicht da entlang laufen, weil gerade Brunftzeit sei. Naja, so richtig abgesperrt war nix, aber ich glaubte den Herrschaften mal, auch wenn es höchst unglücklich war, denn das war der einzige halbwegs direkte Weg zur Mettmamündung, von der aus ich nach Witznau weiterlaufen wollte ...

Nun, was blieb mir anderes übrig als den ganz großen Umweg über Höfe zu laufen, die ich zumindest heute nun wirklich nicht kennenlernen wollte, den Hof Mandach zum Beispiel und die Weilerhöfe, die allesamt zu Ühlingen-Birkendorf gehören? Ich lief an vielen Kühen vorbei, einmal durch Matsch und Schlamm, den Großteil aber auf Asphaltstraßen, danach hinunter in die Lochmühle, wo ich die Verbindung zur Wanderung entlang der Mettma am 19. Mai herstellte.

Weiter ging es - jetzt war die Mettma halt komplett dran - durchs wildromantische Mettmatal (das "wildromantisch" schreibe ich jedes Mal über jeden dieser größeren Bäche hier, gell?), verpasste den offenbar nicht ganz so spektakulären Mettma-Wasserfall und kam schließlich - relativ plötzlich - an der Landesstraße 157 heraus, die direkt an der Mündung der Mettma in die Schlücht liegt. Ich machte ein Foto und stieg dann rechts der Mettma einen richtig steilen, aber wunderbaren Pfad durch den Wald hinauf. Ich war auch vorher schon ins Schwitzen gekommen, aber jetzt war mein Rücken wieder nass ...

Nach dem steilen Anstieg - so richtig über Stock und Stein - kam ich ziemlich unvermittelt in ein flacheres Stück und musste an einer Weggabelung entscheiden, ob ich zum Schwedenfelsen oder zur "Aussicht" wollte. Ich entschied mich, da ich nicht genau wusste, wo der Schwedenfelsen ist, ich aber meinem Wanderweg folgen wollte, für die Strecke zur Aussicht. Von der Gabelung lief ich einige hundert Meter auf einem kleinen Kamm durch den Wald, ehe ich zum als Aussichtspunkt gekennzeichneten Felsvorsprung kam.

Wow! Auf den Bildern kommt das gar nicht einmal so fantastisch heraus, zumal es auch schon spät am Tag war, aber von da oben hat man einen wirklich tollen Ausblick aufs Schlüchttal - da komme ich nochmal bei Sonnenschein hin, das muss dann noch wunderbarer sein ...

Lustig jedenfalls war der Abstieg - das ist ein Zickzackkurs auf vielleicht dreißig Metern Breite, aber da läuft man durch Gras - Erdhalde - Gras - Erdhalde, immer schön abwechselnd, bis man unten im Rutloch ist. Von da geht es dann noch einen kleinen Serpentinenweg hinunter zur Landesstraße 157 und zur Bushaltestelle. Dort wartete ich auf das Mamataxi, und es heim und sofort unter die Dusche.

Doch, trotz der schiefgegangenen Streckenplanung war die Wanderung (mitsamt Plan B durchs untere Mettmatal) wieder sehr, sehr schön ... Vielleicht mache ich morgen den Rest des heute geplanten Weges, mal sehen ...

Irgendwo da sind die Brünftigen ...

So hab ich auch geguckt, als der Weg versperrt war ...

Unterwegs bei den Weilerhöfen

Im Mettmatal

Mettmamündung (rechts) in die Schlücht

Steiler Weg zum ...

Aussichtspunkt mit Blick ...

... auf das Schlüchttal

Sonntag, 6. September 2020

Die erste innerschweizerische Wanderung

 ... habe ich heute vollendet, aber das hat mich auf dem Hin- und Rückweg natürlich nicht davon abgehalten, mehrfach die deutsch-schweizerische Grenze zu überqueren, quasi als Ersatz für entgangene Grenzsteinfreuden (ganz am Schluss habe ich noch einen Grenzstein mitgenommen ...).

Ich startete gegen 10 Uhr in Bonndorf und fuhr in Stühlingen/Schleitheim über die Grenze. Weiter ging es in Richtung Schaffhausen und dort in Richtung Büsingen. Die Rheinuferstrasse in Schaffhausen wird gerade neu markiert, also wird man auf eine Umleitung gelenkt - diese ist so katastrophal schlecht beschrieben, dass ich mich mehrfach verfuhr, aber nach endlicher Zeit war ich wieder auf meinem Weg nach Büsingen. Zwischen Schaffhausen und Büsingen überquerte ich zum zweiten Mal die Grenze, zwischen Büsingen und Dörflingen zum dritten Mal, zwischen Dörflingen und Gailingen (wenige hundert Meter weiter) zum vierten Mal und schließlich zwischen Gailingen und Ramsen zum fünften und für die Hinfahrt letzten Mal.

Auch auf die Gefahr, dass der eine oder andere Leser einschläft, aber das muss jetzt sein: In Büsingen gewährte mir ein (schweizerisches) Grenzwachtauto Vorfahrt und fuhr von da an bis Ramsen hinter mir her - also dreimal über die Staatsgrenze. Während es in Büsingen, das deutsches Gebiet ist, durch den Staatsvertrag über Büsingen geregelt ist, dass die Schweizer Behörden dort auch hoheitlich tätig werden dürfen, gilt das für das Stück zwischen der Grenze von Dörflingen und der Grenze nach Ramsen nicht. Allerdings gibt es für diese Strecke(n) einen zweiten Staatsvertrag, der regelt, auf welchen Strecken schweizerische Behörden über deutsches Gebiet und deutsche Behörden über schweizerisches Gebiet fahren dürfen; dort aber müssen sie sich aller hoheitlichen Tätigkeiten entledigen. Verkompliziert wird das Ganze noch weiter dadurch, dass der schweizerische Zoll zwischen Dörflingen und Gailingen einige hundert Meter weit auf deutschem Boden ist; dort wiederum dürfen schweizerische Behörden auf deutschem Territorium hoheitlich tätig werden.

Ich guckte also, dass ich den Grenzwächtern nicht zu schnell und nicht zu langsam fuhr, und in Ramsen ließen sie dann von mir ab ... Puh ...

Es ging über die Rheinbrücke zwischen Hemishofen SH und Wagenhausen TG und von da weiter zum Bahnhof in Stein am Rhein, denn auf dem dortigen Park+Ride-Parkplatz wollte ich mein Auto abstellen. Ich erwischte einen der freien Plätze (es sind da nur knapp 50 Stück), bezahlte - für den ganzen Tag! - fünf Franken und lief dann in Richtung Rheinbrücke los.

Ich war unsicher, ab wann der Rhein vom (Boden-)See wieder zum Fluss wird, und die Wikipedia klärt mich eben auf, dass die Rheinbrücke in Stein am Rhein als die Grenze gilt. Nun, ich lief also - da ich vor der Rheinbrücke nach rechts auf die Südseite des Rheinsees (der wiederum ein Teil des Bodensees ist) abbog - am Bodensee entlang und kam schon nach wenigen hundert Metern Strecke aus dem Kanton Schaffhausen in den Kanton Thurgau, nämlich in die Gemeinde Eschenz, die erste von fünf neuen Gemeinden, die heute besuchte.

Ich lief ein Stückchen am See entlang, bis ich über die Straße geleitet wurde und auf einem Feldweg von der SBB ausgebremst wurde - da war ein Bahnübergang, aber da ein Zug kam, musste ich warten, bis der durch war (das sollte nicht meine letzte Begegnung mit einer geschlossenen Bahnschranke heute sein) ... Weiter ging es, vorbei an Apfelbäumen, später Weinreben und Birnbäumen, in die Gemeinde Mammern und dort immer schön an den Bahngleisen entlang. Der Bahnhof Mammern ist sehr hübsch renoviert worden, es ist ein bisschen schade, dass ich da so bald (außer bei kurzem Zughalt) nicht wieder vorbeikomme ...

Es ging weiter, immer weiter (heute habe ich den 5-km/h-Schnitt wieder um wenige Sekunden gerade so geschafft), teilweise über Asphalt-(Fahrrad-)Wege, teilweise direkt am See über Pfade im Grünen, in Richtung Steckborn. Einmal badeten zwei Fahrradfahrer im See an einer Stelle, wo selbst ich Walross mich vielleicht ins Wasser getraut hätte - nun hatte ich natürlich erstens wieder keine Badeklamotten dabei und zweitens auch keine Wechselklamotten, denn es gibt nichts Ekligeres, als nach einem erfrischenden Bad bei 20 Grad Wassertemperatur wieder in die verschwitzten Klamotten zurückzumüssen. Bäh, da schüttelt es mich schon beim Gedanken daran ...

In Steckborn lief ich einen völlig anderen Weg als meine Kartenapp mich führen wollte, denn ich hatte - es waren jetzt doch schon zehn, elf Kilometer in den Beinen - überhaupt keine Lust, auch nur einen unnötigen Höhenmeter zu machen, sodass ich zunächst auf dem Radweg blieb (da dürfen auch Fußgänger laufen!) und mir dann einen Weg durch das schöne Städtchen Steckborn bahnte, nur um am Ortsausgang von Steckborn auf der Seestraße auf einem Bänkchen Rast zu machen und eine Ente dabei zu beobachten, wie sie mich beobachtet ...

Tagesziel heute war eigentlich Berlingen, aber da kam ich schon um kurz nach 14 Uhr an, und die Fähre, die ich anpeilte, fuhr erst um 15.50 Uhr dort ab. Ganz im Sinne des Projekts Liechtenstein startete ich also durch und lief noch die restlichen drei, vier Kilometer bis nach Mannenbach, wo die Fähre um 15.40 Uhr abfahren sollte ... (Noch weiter bis nach Ermatingen wollte ich dann wirklich nicht mehr durchlaufen, zumal es dann auch mit der Fähre sehr knappgeworden wäre.)

Um 14.45 Uhr trudelte ich an der Schiffslände in Mannenbach ein und hatte also noch 55 Minuten, um mich geistig und moralisch auf die Schifffahrt den Rheinsee hinauf vorzubereiten. Ich las ein wenig, machte noch ein bisschen Fotos vom Bodensee und hoffte, dass die dunklen Wolken, die sich am Himmel versammelten, erst Wasser lassen würden, wenn ich in Stein am Rhein im Auto sitze (das passte perfekt, ich blieb trocken ...).

Um 15.30 Uhr trudelte ein Schiff ein, ich stellte mich in die Reihe, merkte dann aber, dass gar nicht die Fährgesellschaft war, die ich haben wollte, guckte nochmal auf den Fahrplan und sah, dass um 15.35 Uhr eine BSB-Fähre (nicht meine) und um 15.40 Uhr ein URh-Fähre (meine) fahren sollte. Also verließ ich die Schlange, setzte mich noch fünf Minuten hin und boardete dann die richtige Fähre, die MS Munot.

Für die gut einstündige Fahrt nach Stein am Rhein zurück zahlte ich 19,80 Franken, nicht wenig, aber ein- oder zweimal kann man das schon machen, denn die Fahrt ist erstens richtig schön (bei Sonnenschein sicher noch schöner) und zweitens, fast wichtiger, überquert man in der guten Stunde Fahrt sechsmal die deutsch-schweizerische Grenze, weil die Anlegepunkte fast abwechselnd in Deutschland und der Schweiz liegen ... Da geht einem doch das Herz auf, oder? Oder?

Von Mannenbach ging es nach Berlingen (noch Schweiz), dann rüber nach Gaienhofen (Deutschland), wieder zurück in die Schweiz nach Steckborn, wieder nach Deutschland nach Hemmenhofen, in Deutschland bleibend nach Wangen, wieder über den Rheinsee nach Mammern (Schweiz), schließlich nach Öhningen (Deutschland) und, der erste schweizerische rechtsrheinische Halt, zu meiner Endstation nach Stein am Rhein (das Schiff fährt noch weiter bis Schaffhausen) - herrlich!

Ich dokumentierte jede Anlegestelle fotografisch (keine Sorge, nicht alle Bilder unten sind Anlegestellenfotos ...) und freute mir ein Loch in den Bauch, dass man inzwischen so locker zwischen der Schweiz und Deutschland im Bötchen hin- und herfahren kann, ohne einer Einreisekontrolle unterzogen zu werden - und Zollkontrollen wird es da auch nur sehr sporadisch geben ... Heeeerlich ...

In Stein am Rhein stieg ich aus und schleppte mich - die Altstadt missachtend - von der rechten auf die linke Rheinseite, hoch zum Bahnhof und in mein Auto. Zurück ging es die Strecke, die ich gekommen war (also wieder fünf Grenzübertritte), und zwei Grenzübertritte kamen dazu, als ich noch ein Foto des einzigen Grenzsteins machte, an dem ich noch nicht vorbeigekommen war - Nr. 62 Baden-Schaffhausen (oberer Kantonsteil).

Das waren heute also 18 Grenzübertritte und fünf neue Schweizer Gemeinden - ausgerechnet am letzten Grenzübergang (Schleitheim/Stühlingen) stand der deutsche Zoll und wollte wissen, ob ich "was" dabei habe ... Ich antwortete "nein" (was mehr oder weniger wahrheitsgemäß war, denn zu verzollen hatte ich wirklich nichts) und durfte ins Vaterland einreisen.

Ach, war das schön heute, anstrengend ja, und das Wetter hätte für schönere Bilder auch besser sein können, aber das war eine schöne Wanderung am Bodensee entlang durch Gegenden, in denen ich noch nie - ernsthaft - war.

Nach Liechtenstein sind es jetzt noch gut 96 Kilometer (ich habe noch ein paar Abkürzungen gefunden, sodass aus den ursprünglichen 133 Kilometern ab Diessenhofen noch ein Stück weniger wurden), und nächsten Sonntag könnte ich von Mannenbach bis nach Kreuzlingen wandern, dabei zwischen Konstanz und Kreuzlingen eine ganze Menge Grenzsteine mitnehmen (Baden-Thurgau habe ich noch nicht, die gibt es nämlich praktisch nur am Konstanzer Brückenkopf) und dem Ziel Liechtenstein nicht ganz 15 Kilometer näher kommen ...

Davon unabhängig habe ich heute die 700-km-Kilometer im Schwarzwald (und von dort aus erwanderten Gebieten) erreicht - genauer bin ich jetzt bei 707,15 Kilometern, die von Bonndorf aus erreicht wurden. Nimmt man die beiden Wanderungen im Taunus und Pfälzerwald/Vogesen noch dazu, lande ich bei 716,85 Kilometern in diesem Wandersommer. Wenn ich daran denke, wie ich die 100 Kilometer für nahezu unmöglich gehalten habe ...

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Vorgestern Abend haben meine Mutter und ich unsere vorläufige Reiseplanung für Italien ein bisschen fester gezogen: Am 19. September, dem Samstag, dürfte es - mit kurzem Stopp in Pisa - in ein schönes Hotelele zwischen Florenz und Siena gehen, dort bleiben wir bis zum 22. September und guckten uns Florenz und Siena ein bisschen an. Danach geht es in Richtung Tarent, wo wir auch drei Nächte bleiben und uns Metaponto und Matera und Tarent anschauen. Am 25. September dürfte es auf die Gargano-Halbinsel gehen, wo wir vier oder fünf Nächte bleiben und uns am Strand erholen, bevor es - in einigen kürzeren Etappen über das Castel del Monte, San Marino und Venedig - eventuell mit kurzen Abstechern nach Slowenien und womöglich Kroatien nach Hause geht. Am Ende ist die Planung noch ein bisschen ausgefranst, aber das tüten wir auch irgendwie ein ... Ich bin sehr gespannt!

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Fotos:

Steg auf die Insel Werd bei Stein am Rhein

Ausgebremst von der SBB

Blick auf Gleise, Äpfel, Rheinsee

Bahnhof Mammern

Wanderweg am See

Berlingen

Anleger in Mannenbach

Die MS Munot

Steckborn

Stein am Rhein

A Grenzstein a day keeps the doctor away ...

Samstag, 5. September 2020

"Isch's heiß?"

 Ne, du Vollhonk, ich schwitze, weil's mir Spaß macht, Mann ey! Ich habe auf der heutigen Wanderung deutlich mehr Menschen getroffen, die mir mehr als nur flüchtig in Erinnerung geblieben sind, als normalerweise, aber die anderen haben deutlich geistreichere Bemerkungen gemacht als der Herr, der - von Frau und Hund begleitet - zwischen Rötenbach- und Haslachmündung fotografierte, als ich gerade vom Hörnle herabgestiegen war ...

Heute wollte ich, wie gestern angekündigt, die Haslachschlucht erkunden. Eine Möglichkeit wäre gewesen, wieder in Holzschlag beim Reichenbächle einzusteigen, wieder über die Stallegger Brücke zu laufen, wieder am Kraftwerk vorbeizulaufen und dann hinter der Rötenbachmündung nach links statt rechts abzubiegen. Ich hatte aber keine rechte Lust, diese 3,5 km noch einmal zu laufen, sodass ich meine Mutter bat, mich zum Hofgut Stallegg in Göschweiler zu bringen.

Das tat sie natürlich, und so startete ich von dort auf meine heutige Wanderung. Ich hätte den Weg, den ich vor Monaten mal von der Stallegger Brücke hochgelaufen war, herunterkraxeln können, aber auch hier entschied ich mich, neue Wege zu gehen, und lief erstmal ein bisschen hoch in den Wald.

Die Ausblicke unterwegs waren gar nicht so schlecht, weil ich halt nicht nur Schlucht hatte. Kurz vor der Rötenbachmündung kam ich dann aber doch auf den Weg, den ich gestern gegangen war, und prompt begegnete mir ein aufgeregter Westfale.

Er wollte zur Bushaltestelle Lotenbachklamm. Ich sagte ihm, dass er zur Schattenmühle marschieren könne und dort in den Bus einsteigen - wollte er nicht. Ich sagte ihm, dass er von der Schattenmühle die Lotenbachklamm hochlaufen könnte - wollte er auch nicht. Ich sagte ihm, dass er von der Stallegger Brücke nach Holzschlag hochlaufen könne und dort in den Bus einsteigen - wollte er auch nicht, weil er doch zur Haltestelle Lotenbachklamm wollte.

Eine Wanderin stieß hinzu, die sich aber nicht auskannte, und mit Müh und Not und Zeigen in seinem Wanderbuch (wie altmodisch, kicher ...) überzeugte ich ihn, dass er in Holzschlag auf den Bus nach Lenzkirch käme. Er blieb aufgeregt, aber zog von dannen, mich würde echt mal interessieren, ob (und wann) der angekommen ist ...

Die Wanderin aus, wie sich herausstellte, Karlsruhe und ich liefen ein Stück des Weges gemeinsam, wir bogen hinter der Rötenbachmündung links ab und nach wenigen hundert Metern ging sie weiter - zügigen Schrittes - ihren Schluchtensteig, während ich - erstmal - aufs Hörnle wollte. Auf dem kurzen Stück begegneten uns ein Mann, eine Frau und zwei Hunde, und der Mann hatte ein bisschen Mühe, die freilaufenden, aber lieben Hunde zurückzubeordern.

Bis vor wenigen Tagen kann ich "Hörnle" allenfalls als das Behältnis für die drei Kugeln Eis, die ich manchmal verspeise, hatte aber keine Ahnung, dass das ein - ganz nicht mal so ganz unhoher - Berg im Schwarzwald ist, der ganz in der Nähe liegt. Das Orakel aus Wiesbaden hatte mich auf seine Existenz hingewiesen, und so spazierte ich also aufs Hörnle.

Naja, von "Spazieren" kann keine Rede sein, denn aufs Hörnle hoch ist das eine mittelprächtige Bergwanderung auf schmalen Pfaden, zweimal überquert man eine Geröllhalde, einmal unterquert man eine Bahnstrecke, und mehr als einmal ist das eine verflucht steile Strecke ...

Beim zweiten Überqueren der Geröllhalde merkte ich aber schon, dass sich der Aufstieg lohnen würde, denn schon von dort war der Ausblick in Richtung Holzschlag toll. Die letzten Meter wurden erklommen, und oben machte ich auf einem Bänkchen mit wunderbarer Aussicht ein paar Minuten Rast, denn mein Hemd war schon bätschnass.

Frisch gestärkt vom Sprudelwasser machte ich mich ein paar Minuten später auf den - gleichen - Weg zurück, als plötzlich wieder der Hund von unten vor mir stand. Ich rief dem Besitzer zu, dass der Hund mich schon kenne, da war er zufrieden - die Frau fragte, ob ich vom Hörnle komme und ob es noch weit sei, ich verneinte und lief den Berg wieder runter ...

Ich folgte nun der Strecke, die die Karlsruherin gelaufen war, begegnete dem eingangs geschriebenen Paar mit Hund (die Hunde kriegen das mit den Pfaden ziemlich gut hin, da stürzt so schnell keiner ab ...) und kam bald - wieder über Stock und Stein - an den Zusammenfluss von Haslach und Gutach.

Dort, wo die Haslach mündet, wird die Gutach ("gute Ach") zur Wutach ("wütende Ach"), und ich machte Fotos von der Gutach/Wutach- und der Haslach-Brücke. Schee ...

Auf ging es dann - steil den Berg hoch - in Richtung Haslachschlucht. Früher ging es da wohl mal links ab zu einem Flusspfad in Richtung Rechenfelsen, aber die Strecke ist ziemlich unmissverständlich gesperrt. Entsprechend lief ich noch ein bisschen weiter den Berg hinauf, nur um an der nächsten größeren Weggabelung wieder bergab zu laufen.

Auf dem Rechenfelsen kann man Fotos machen, da ist auch ein Rastplatz, aber beeindruckender wird es, wenn man absteigt und dann von der Haslach aus ein Foto des Rechenfelsens schießt. Heute war ich ein bisschen spät dran, denn die Sonne war schon hinter dem nächsten Berg verschwunden, sodass die Farben im Foto unten nicht ganz so zum Ausdruck kommen ...

Es ging weiter, es wurde so langsam anstrengend, bergauf, bergab, vor allem bergauf, als ich zum Hölllochfelsen kam. Der ist - vom Ausblick her - nicht so richtig beeindruckend, weil man halt nüscht sieht von wegen Höllenloch ... Nun denn ... Weiter, immer weiter, sagte mal ein Nationaltorwart.

Nach einigen hundert Metern Aufstieg kommt man dann auf eine Schotterpiste, das ist der Bähnle-Radweg, und den lief ich ohne Rücksicht auf Wanderkarten und so, die mich abseits vom Bähnle-Radweg leiten wollten, so lange weiter, wie ich konnte, denn hier war es schön eben. Radfahrer begegneten mir jetzt kaum, und kurz vor der Kläranlage in Lenzkirch bog ich vom Bähnle-Radweg ab und lief durch ein kleines Tal hindurch, überquerte letztmals die Haslach und schaute, dass ich in Unterlenzkirch an der Bushaltestelle auf das inzwischen verständigte Mamataxi warte.

Mit einmal Drehen gabelte meine Mutter mich auf, es ging heim zum Abendessen und danach in den Schnitzer, wo wir - sowas Überraschendes - mit den Nachbarn versackten ...

Fotos:

Symbolbild Schwarzwald

Unterwegs in Richtung Wutachschlucht

Unter den Bahngleisen hindurch zum Hörnle

Ausblick vom Hörnle

Ausblick beim Abstieg vom Hörnle

In der Wutachschlucht
Zusammenfluss von Gutach (links) und Haslach (Vordergrund) zur Wutach (rechts)

Zwischen Rötenbach- und Haslachmündung
Rechenfels

In der Haslachschlucht

Auf dem Bähnleradweg


 


Donnerstag, 3. September 2020

Rechts oder links, das war die Frage ...

 ... denn ich konnte von der Wutachschlucht aus heute Abend entweder nach links hoch in die Haslachschlucht oder nach rechts hoch in die Rötenbachschlucht. Ich entschied mich, unterstützt in meiner Entscheidungsfindung durch ein Orakel in Wiesbaden (oh Gott, jetzt wird das wieder so melodramatisch ...), für die Rötenbachschlucht - die Haslachschlucht mache ich dann morgen Abend oder so ...

Nachdem ich die letzten drei Arbeitstage in Wiesbaden verbracht hatte, war ich gestern Abend noch - ich kam ziemlich gut durch - nach Bonndorf gefahren; hier plane ich, die nächsten zweieinhalb Wochen zu verbringen, ehe es in den Urlaub geht. Ab Oktober will ich dann wieder regelmäßig in Wiesbaden leben, wenn Corona da mal wieder keinen Strich durch die Rechnung macht ...

Heute wurde im Schwarzwald gearbeitet, und ziemlich genau um 17 Uhr ging es nach Holzschlag zur Haltestelle "Reichenbächle", von der aus ich schon einmal, vergangenen Dienstag, in die Wutachschlucht eingestiegen war. Die ersten ein, zwei Kilometer - nach Überquerung des Reichenbächles nun im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald - waren altbekannt, weil identisch zur Strecke von vor neun Tagen. Die Stallegger Brücke kam wieder ein bisschen plötzlich, aber ich überquerte sie, ohne zuvor dagegengerannt zu sein, lief aber am linkswutachischen Ufer nicht - wie bei einer der ersten Wanderungen im April - geradeaus den Berg hoch oder nach rechts in den Hang hinein, sondern nach links, in Richtung der Mündungen von Rötenbach und Haslach.

Die Strecke bis Rötenbachmündung ist durchaus nicht hässlich, sie führt am Kraftwerk Stallegg und am kleinen Stausee flussaufwärts vorbei, ist jetzt aber kein Highlight wie die untere Wutachschlucht.

Sehr hübsch dagegen fand ich den Bereich, in dem der Rötenbach tatsächlich in die Wutach mündet. Hier fließt die ach so wütende Ach ("Wut-Ach") ganz gemütlich mit dem Rötenbächle zusammen, da stehen Bänke, das sieht alles sehr harmonisch und sehr einladend für eine Rast aus.

Ich machte natürlich keine Rast (wir haben doch keine Zeit!), sondern überquerte über eine Gitterbrücke - Fotos machend - den Rötenbach. Sofort befand ich mich auf einem Schluchtpfad, der aber besser und, sagen wir, ungefährlicher war als etwa in der Gauchachschlucht.

Entsprechend ist der Weg etwas weniger spektakulär, auch wenn der Rötenbach-Wasserfall schon sehr schick ist (es war halt heute Abend schon ein bisschen schattig, deswegen ist das Foto vielleicht nicht ganz so überwältigend ...). Über Stock und Stein ging es, doch nach vielleicht einer Dreiviertelstunde Schluchtvergnügen war der Spaß vorbei: Es ging den Pfad hoch und von dort über Schotterwege - weiter am Rötenbach, aber mit Schlucht war jetzt nicht mehr viel - in das Örtchen Rötenbach.

Ich war immer der Ansicht, dass Rötenbach zu Löffingen gehörte (und dort war ich schon). Entsprechend zufrieden war ich, als ich feststellte, dass Rötenbach zur Gemeinde Friedenweiler gehört und ich also eine weitere Gemeinde des Schwarzwaldes besucht hatte ...

Das - diesmal unterwegs bestellte - Mamataxi kam sehr pünktlich, sodass die noch den Rest ihrer Kochsendung sehen konnte und ich jetzt pünktlich zum Fußball geduscht bin.

Schön war's heute, und ich bin gespannt auf den Vergleich mit der Haslachschlucht morgen ...

Stallegger Brücke

Stausee beim Kraftwerk

Rötenbachmündung in die Wutach

Rötenbach

Da liegt halt mal ein Baum im Weg

Rötenbach-Wasserfall

Schluchtenpfad

Rötenbach im Wald

Schutzhütte in der Rötenbachschlucht

Unterwegs gen Rötenbach-Ort

Korrektur: "Dass" und "das" kann ich eigentlich, zeige es aber nicht immer ... Ich habe einen Fehler getilgt.