Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Donnerstag, 7. März 2019

Strauß, Impala, Warzenschein, Kudu

... das war meine Reihenfolge der Wildgerichte auf meinem Teller heute Abend, und es war sehr, sehr lecker ...

Ich wollte heute Morgen noch die Barrechnung von gestern Abend bezahlen, aber die Kreditkartenmaschinen im Hotel gingen alle nicht. Hm, nicht so toll ... Ich bot an, Bargeld zu holen, und marschierte an vier Banken vorbei, nur um bei allen (allen!) zu sehen, dass die gerade am "Hochfahren" waren - naja, in Wirklichkeit gab es wohl einen Netzwerkausfall ...

Nun denn, am Ende zahlen wir mit Christians Euro-Bargeld, unser Taxi hatte schon gewartet und brachte uns unfallfrei zum Intercape-Büro, das noch geschlossen war.

Als der Wachmann öffnete und die beiden Check-in-Persönlichkeiten bereit waren, checkten wir formal ein, bekamen tolle 2D-Barcode-Zeichen an die Koffer geheftet, und Christian machte sich auf, die vordere Reihe im Doppeldecker zu besetzen. Das klappte vorzüglich, und so hatten wir neun Stunden (die an sich weniger ein Vergnügen waren) das Vergnügen (ja, dann doch), die Landschaften Mosambiks und Ost-Südafrikas an uns vorbeiziehen zu sehen ...

Der Grenzübertritt von Mosambik nach Südafrika war ziemlich entspannt, auch wenn die Südafrikaner von mir Fingerabdrücke haben wollten, und am Ende waren wir - nachdem wir in Maputo noch eine Stadtrundfahrt gemacht hatten - mit einmaligem Zwischenhalt in Johannesburg angekommen.

Die Akquirierung eines Taxis erwies sich als schwierig, weil sich die Mafia-Bande absprach, der eine Taxifahrer auf einmal "müde" war (ich habe noch nie einen Taxifahrer erlebt, der sich ein Geschäft entgehen lässt), und am Ende gingen wir zum anderen Ausgang des Busbahnhofs und nahmen dort ein Taxi ...

Insgesamt ist downtown Johannesburg einfach unsympathisch, auch wenn der Taxifahrer zunehmend sympathisch wurde. Sein Tab und sein Handy hatten einen schwachen Akku, sodass ich am Ende ihn durch die Stadt führte, auch wenn ich manchmal nicht sicher war, ob er uns nicht an einen abgelegenen Ort fährt, um uns hinterrücks zu meucheln.

Die Begeisterung beim ersten Anblick unserer Lodge hielt sich bei der Reisegruppe in Grenzen, der zweite Anblick war aber deutlich besser, sodass wir froh und zufrieden (minus fehlendem abnehmbaren Duschkopf!) waren.

Nach einem kleinem bisschen Siesta ließen wir uns vom Hotelshuttle zum Emperor's Palace in Flughafennähe fahren (unter Begutachtung eines British-Airways-A380 und eines Lufthansa-Jumbos) und aßen dort im "Tribes" die oben genannten Wildgerichte (Jessi und ich) bzw. ein akzeptables Rindersteak (Christian).

Den Abend ließen wir jetzt schön ausklingen, und es geht jetzt ins Bett, weil morgen um 5 Uhr der Wecker klingelt - Erholungsurlaub ist das hier wirklich keiner ...

Wir versuchen es nochmal mit Fotos:

Meeresfrüchteplatte in Maputo

Festung von Maputo

Brücke Maputo-Katembe

Blick auf die Skyline von Maputo aus Katembe

Brücke Maputo-Katembe bei Nacht

Unterwegs in Südafrika

Lecker Wild

Mittwoch, 6. März 2019

Mit dem Tuktuk über die Autobahnbrücke

... sind wir heute gefahren, und selbst die Arbeiter, die todesmutig die Autobahn überquerten, haben uns dafür ausgelacht - aber uns hat's gefallen ...

Wir schliefen heute ein kleines bisschen aus und trafen uns um 8.45 Uhr zum Frühstück. Danach liefen wir zum Museum für Naturgeschichte, das von außen ein ganz hübscher Bau ist. Wir ließen das Museum aber Museum sein und suchten uns - Jessi wollte Tuktuk fahren, ich nicht drei Kilometer in der Hitze marschieren, weil ich Hirsch mein Wasser mitzunehmen vergessen hatte - ein Tuktuk, das uns durch den Maputoer Verkehr zur Kathedrale manövrierte. Nach Jessis und Christians Aussage gab es mehrere Beinahunfälle, ich habe nichts gemerkt, und das lag - zu dieser Uhrzeit - nicht am Alkohol ...

Die Kathedrale von Maputo ist ganz ansehnlich, aber nach ein paar Minuten hat man die (wirklich schönen) Glasfenster dann auch bewundert, also liefen wir zur casa de ferro, zum Eisenhaus, weiter. Dieses Haus, dessen Wände innen wie außen aus Metall sind, ist ganz interessant, weil es da drin gar nicht einmal so heiß ist wie ich das erwartet hätte.

Ein kurzer Zwischenstopp im botanischen Garten folgte, ehe wir - mehrfach todesmutig die Straßen überquerend, wobei sich die beiden Chaosverkehrsneulinge sehr, sehr gut schlugen - in Richtung des Hauptmarktes gingen. Christian war sich vorher nicht sicher gewesen, ob ihm das Ding so richtig gefallen würde, aber selbst die Fischabteilung überlebte er, weil das alles relativ appetitlich angerichtet und durchaus geräumig war. Auch die Fleischabteilungen sahen eher wie eine Metzgerei bei uns denn wie auf dem Souk in Khartoum aus, sodass wir lebend und ohne Verluste wieder aus dem Markt rauskamen.

Es ging in Richtung des Bahnhofs, der als einer der schönsten Bahnhöfe der Welt gilt, und joa, dieses dunkelgrüne Gebäude ist ganz hübsch.

Als letztes Ziel der Besichtigungstour durch Maputo stand die Festung auf dem Programm, und die Kanonenausstellung in deren Hof ist durchaus spannend, weil da die Entwicklung über mehrere Jahrhunderte ausgewiesen wird.

Nachdem wir in einer Kneipe bei einem Einkaufszentrum ein ziemliches Hin-und-her hatten, ob wir ein Bier bekommen (der Laden war halal, also islamisch zertifiziert, und durfte daher gar keinen Alkohol schenken, aber die Kellner wanden sich, und als der dritte Kellner kam und sich wand, ließen wir es gut sein und brachen auf). In dem Einkaufszentrum selbst gab es oben einen Foodcourt, und dort tranken wir in einer Kneipe unser Bierchen, aßen eine Kleinigkeit (Pasta bzw. Schnecken in Knoblauchsoße ...) und machten uns dann zum Fährterminal hinüber nach Katembe auf.

Katembe liegt auf der anderen Seite der Bucht von Maputo und bis Ende letzten Jahres war die einzige Möglichkeit, in diesen Stadtteil Maputos zu gelangen, die Fähre.

Nun, die Fährfahrt kostete 15 Cent pro Person, und ich war froh, dass der Kutter gleich abfuhr, als wir ankamen, damit Jessi und Christian keine Zeit zum Überlegen hatten. Zehn Minuten Wartezeit mit Blick auf das Viech, und sie hätten womöglich Reißaus genommen. Christian gefiel die Schlagseite des Bootes nicht so richtig, aber wir kamen nach einer viertelstündigen Fahrt mit grandiosem Blick auf die Ende 2018 eingeweihte Brücke in Katembe an.

Weiter ging es wieder mit dem Tuktuk, und nach unserer Ankunft im gewünschten Strandhotel fragten wir, ob der Fahrer auch über die Brücke fahren und uns nach Maputo bringen dürfte. Zu unserer Überraschung sagte er "ja", und wir vereinbarten, dass wir ihn anrufen, sobald wir aus dem Strandrestaurant rausgingen.

Der Laden war leer, und dementsprechend bekamen wir den Logenplatz mit Blick auf die komplette Skyline von Maputo einschließlich Brücke - fantastisch, absolut fantastisch. Die Bierchen, Gin Tonics und Colachen, die wir tranken, waren auch sehr lecker.

Nicht ganz so appetitlich sah das Wasser aus, weil das weniger türkis und eher braun war, was aber die einheimischen Jugendlichen nicht davon abhielt, sich in den Fluten zu vergnügen. Nach unseren Getränken streckten Jessi und ich zumindest unsere Füße ins (warme) Meer. Heute waren wir am Indik, übermorgen am Atlantik, das geht so einfach halt fast nur im südlichen Afrika ...

Unser Fahrer kam, nachdem ihn das Restaurant bestellt hatte, wenige Minuten später an, lud uns ein und ab ging die wilde Luzi. Es ging zunächst über weniger gute Straße, bis wir zum Zubringer zur Brücke kamen, der top war. Die Maut betrug 2,30 Euro - nicht wenig für Mosambik - und dementsprechend fuhren auch nicht wirklich viele Autos (oder sollte ich "Gefährte" sagen?) über die Brücke.

Zwei Arbeiter waren auf der Brücke unterwegs, und als der eine die Straße überquerte und uns kommen sah, ließ er aus Freude über uns seinen Eimer auf die Überholspur fallen, was aber nicht weiter schlimm war, weil eh kein anderes Auto kam. Und so tuckerten wir mit 40 km/h über die zweispurige Autobahnbrücke ...

Jessi und Christian hatten eine Kneipe auserkoren, und in die sollte der Fahrer uns fahren. Nun kam er wahrscheinlich nicht so oft tuktukfahrend nach Maputo-Downtown rein, sodass ich ihn mit Google Maps führte. Nun, äh, zweimal führte ich in vor eine geschlossene Schranke, und die Militärs, die die Kaserne oder so bewachten, guckten regelmäßig komisch, als so'n Tuktuk da ankam ...

Wir mussten die ganz große Runde drehen, kamen am Ende am Ziel an (unser Tuktuk kam sich neben den ganzen SUVs ein wenig verloren war ...) und betraten das Dhow Maputo.

Die Preise dort sind ziemlich westlich, aber das darf auch sein, denn erstens hat man einen absolut fantastischen Ausblick auf die Bucht von Maputo einschließlich der Brücke, und zweitens war das Essen - nachdem wir uns einen Tisch erkämpft hatten, weil angeblich alles reserviert war ... - ebenfalls vorzüglich. Doch, das war sehr, sehr lecker ...

Wir fuhren mit dem Taxi heim, die Fahrerin kannte entweder unser Hotel nicht oder (wahrscheinlicher) verstand meine Aussprache nicht. Christian gab mir den guten Tipp, ihr zu sagen, sie solle zur portugiesischen Botschaft fahren (die unserem Hotel direkt gegenüber liegt). Gesagt, getan, nur ließ uns die Dame nicht an der Botschaft, sondern am Generalkonsulat raus, das in Maputo aus irgendwelchen Gründen ziemlich weit weg von der Botschaft ist. Nach der Klärung des Missverständnisses kamen wir im zweiten Versuch an, nahmen noch einen Absacker und jetzt geht's ins Bett, weil der Wecker morgen schon um 4.30 Uhr klingelt.

Wir wollen versuchen, früh da zu sein, weil wir hoffen, dass wir im Doppeldecker dann oben die erste Reihe kriegen - da müssen wir notfalls ein bisschen drücken und schieben, aber das werden wir schon schaffen.

Fotos wollen heute nicht, die kommen dann hoffentlich morgen ...

Dienstag, 5. März 2019

Twenty minutes

... zwanzig Minuten, sind die mosambikanische Größe für "gleich" oder "bald". Aber das passt schon ...

Wir standen heute Morgen einigermaßen ausgeschlafen auf, frühstückten gemütlich, bis Jessi auffiel, dass wir bis 10 Uhr auschecken müssten - da war es 9.45 Uhr und ich hatte noch nicht gepackt. Nun denn, auf auf ins Zimmer, Zeug zusammenräumen, wir checkten mehr oder weniger pünktlich aus, hatten noch ein Problem mit dem Bezahlen, weil das Hotel unsere Bezahlung in drei Tranchen aufgeteilt hatte, das wurde geklärt, und wir fuhren noch ein Stückchen einmal den Berg hoch und einmal durch die Stadt durch ins Crocodile Valley, weil wir noch Zeit hatten und noch ein Foto von Nelspruit machen wollten.

Um 11.20 Uhr stellten wir unser Auto final am Hotel ab, drückten der Rezeptionistin unseren Autoschlüssel in die Hand, auf dass sie ihn dem Abholer von der Mietwagenfirma um 12 Uhr in die Hand gebe, und marschierten im Intercape-Office ein. Naja, erst marschierte ich ein, aber der Security-Mensch beorderte Jessi und Christian auch ins Büro, weil es auf der anderen Straßenseite mit Gepäck "gefährlich" sei ... Nun denn.

Der Bus kam mit wenigen Minuten Verspätung, also pünktlich, wir waren die Einzigen, die in Nelspruit einstiegen, saßen dementsprechend nicht zusammen, aber das war nicht sooo dramatisch (auch wenn ich es von Intercape kannte, dass es vorgegebene Sitzplätze gibt, na ja, gibbet nun wohl nicht mehr ...)

Nach einer Dreiviertelstunde gab es den ersten Halt an einem Rastplatz, wir verzichteten, meine Nachbarin holte sich ein halbes Hühnchen in den Bus, und nach einer weiteren Stunde waren wir an der Grenze.

Wir liefen im einsetzenden Nieselregen unter nicht ganz wasserdichten Planen zur südafrikanischen Ausreise, wurden ausgestempelt, wurden ein paar Meter als "Fußgänger" in Mosambik eingestempelt, und liefen dann den Fußgängerweg weiter, ehe wir - am Ende aller Kontrollen - rauskamen. Wir hatten allerdings unseren Bus unterwegs an der mosambikanischen Einreise stehen sehen, sodass wir nach Rücksprache mit den Grenzern/Zöllnern/whatever zurück in die Grenzzone liefen.

Unser Schaffner fragte uns, ob wir "finished" wären, das waren wir, weil die Mosambikaner uns ja schon eingestempelt hatten, und wir bestiegen den Bus. Nach endlicher Zeit fuhren wir weiter, ein paar von uns stiegen noch am Ende der Grenzzone zu (da, wo wir gestanden hatten, ehe Jessi und Christian die Grenzer gefragt hatten), und, sei es, wie es sei, wir waren in mein 135. Land eingereist. Juchhe.

Die Straßen in Mosambik waren absolut in Ordnung, aber in einem Vorort von Maputo fuhren wir in ein Wohnviertel rein und hielten schließlich vor einem Intercape-Büro, wo sich der Bus ziemlich leerte. Christian stieg mit aus und hätte fast unsere Koffer schon angefordert, ehe Jessi ihn davon abhalten konnte - wir waren noch gar nicht in Maputo angekommen.

Durch den Maputoer Feierabendverkehr ging es zum Busbahnhof, ein Taxifahrer wollte von uns 200 Rand für die Fahrt zum Hotel (12 Euro), er ließ sich am Ende auf 100 Rand herunterhandeln, was unser Standardpreis für Taxis zu sein scheint, und kutschierte uns zu unserem Hotel.

Das Zimmer ist okay, es müffelt ein bisschen, und wir baten unseren Fahrer, uns wieder abzuholen und zum Waterfront-Restaurant zu bringen. Die WhatsApp-Buchung ging ein wenig schief, aber eine halbe Stunde später stand ein Kumpel vor dem Hotel und brachte uns in das gewünschte Restaurant.

Wir aßen sehr lecker Steak (Christian), Tintenfisch (Jessi) und Meeresfrüchteplatte (ich), tranken Bier und Gin Tonic und Tipo Tinto (ein einheimischer Cocktail) und einen halben Liter Caipirinha, ließen uns von unserem Taxi, das nach 28 statt der versprochenen zehn Minuten kam (afrikanische Zeitangaben halt ...) wieder zum Hotel kutschieren, nahmen hier noch einen Absacker und sind jetzt in der Heia.

Maputo ist nicht in Gefahr, eine meiner Lieblingsstädte zu werden, aber schlimm ist es hier nicht, und morgen gucken wir mal, ob wir über die längste Hängebrücke der Welt nach Catembe an den Strand fahren - aber erstmal gucken wir uns ein, zwei, drei Stündchen in Maputo um. Immerhin ist das hier "richtiges" Afrika, nicht so europäisiert wie in Südafrika, und das wollen wir erleben.

So, Grüße aus meinem 135. Land, es ist ganz hübsch hier. Gute Nacht!

Montag, 4. März 2019

Ein gefährliches Spiel

... hat der Affe heute mit dem Leoparden gespielt, er ist aber - vorerst - ungeschoren davongekommen. Der Affe, der dumme, hüpfte nämlich auf dem Baum, auf dem der Leopard seinen Tag verbringen wollte, eifrig zwischen den Ästen hin und her. Natürlich wusste der Affe genau, dass der Leopard ihn auf die dünnen Äste nicht verfolgen konnte, ohne Gefahr zu laufen, abzustürzen, aber probiert hat der Leopard das durchaus, und dabei ist mir ein (unscharfer, aber immerhin) Schnappschuss gelungen, wie der Leopard gerade von einem Ast zum anderen springt - sehr hübsch.

Einen Leoparden dermaßen in Aktion hatte ich noch nicht gesehen (in der Serengeti hatte ich mal entweder einen Geparden oder einen Leoparden schlafen gesehen, aber erstens war ich damals so sprachverwirrt, dass ich nicht wusste, wovon die sprechen - dass ein cheetah ein Gepard ist, und ein leopard eben ein Leopard, klingt naheliegend, war es aber damals für mich nicht -, und zweitens lag der im Schatten, sodass man nicht sicher sein konnte, ob das jetzt die eine oder die andere Großkatze ist), von daher war das sehr, sehr schön.

Die Löwenfamilie verpassten wir leider knapp, aber der Leopard als das am schwierigsten beobachtbare der Big-Five-Tiere entschädigte dafür.

Naja, okay, fangen wir mal am Anfang an: Das Aufstehen um 2.50 Uhr war grausam, wirklich grausam - ich hatte noch von der vorangehenden Nacht (großen) Mangel an Schlaf und von dieser Nacht (leichten) Überfluss an Bier (und Filetsteak) intus, aber um 3.45 Uhr fuhren wir ab. Jessi fuhr, und sie weiß spätestens seit heute, wieso von Nachtfahrten in weiten Teilen Afrikas abgeraten wird - da tauchen nämlich neben unbeleuchteten Fußgängern auch unbeleuchtete Bumps auf, und wenn man eine davon übersieht, dürfen die Stoßdämpfer des Autos wenigstens mal zeigen, was sie draufhaben. Kurzum, wir kamen pünktlich um 4.58 Uhr am Gate an.

Joa, Straßensperre, kein Mensch da - was'n das ... Wir warteten ein paar Minuten, dann kam eine Rangerin und fragte, was wir wollten - der Park öffnet eigentlich erst um 5.30 Uhr. Wir erläuterten, dass wir Muzi von der Kurt Safari am Gate treffen sollte. Sie öffnete das Tor, wies uns auf den Parkplatz und wir fuhren dorthin.

Es kamen einige Jeeps von Kurt Safari, nur kein Muzi. Hm. Es wurde 5.10 Uhr, es wurde 5.15 Uhr, dann kam ein weiterer Jeep angebraust, und Muzi wusste, dass er spät dran war. Das war allerdings das Einzige, was wir an dem Kerl ansatzweise kritikfähig fanden (und ja, mein Sermon zur afrikanischen Pünktlichkeit ist ein Klischee, aber in Ausnahmefällen passt die tatsächliche, wirkliche Realität dann doch zum Klischee ..) - in Zukunft werde ich nicht mehr von "Adleraugen", sondern von "Muzi-Augen" reden, denn unser Guide sah selbst in 300 Metern Entfernung noch einen Büffel hinter dem Busch stehen - ohne Scheiß!

Zudem war der Kerl sehr gut gelaunt, machte Witzchen, lachte über unsere Witzchen und konnte - noch wichtiger - alle Fragen beantworten, die wir ihm stellten. Die Safari war nicht ganz billig, aber das hat sich sehr gelohnt.

Die ersten Viecher, die uns begegneten, waren Hyänen, die am Straßenrand und ein paar Minuten später auch auf der Straße lagen - von so nah hatte ich Hyänen auch noch nicht gesehen. Und ich verstehe nicht so wirklich, wieso sie zu den "Ugly Five", den hässlichen fünf, gehören, denn so unhübsch finde ich die gar nicht.

Der Guide meinte, wir sollten erstmal - die Sonne war inzwischen gegen 5.30 Uhr aufgegangen - nach den (nachtaktiven) Großkatzen Ausschau halten. Gesagt, getan, der Guide hörte von im Funk oder von seinen Mitguides, die uns entgegenkamen, "etwas" und auf einmal heizte er mit 70 Sachen los. An der Stelle, an die wir fuhren, hatten ein paar Minuten vorher Löwen die Straße gekreuzt, aber jetzt fanden wir sie nicht mehr. Wir fuhren noch ein wenig in der Gegend herum, fanden sie nicht, aber dann ging es schon wieder ans Heizen, denn da sollte ein Leopard auf dem Sprung vom Baum ins hohe Gras sein, und dann hätte man ihn nicht mehr sehen können.

Nunja, als wir am Baum ankamen, spielte der Leopard gerade mit dem Affen, und zehn Jeeps standen glücklich in der Gegend herum. Tschakka, 1 von 5 (von den Big Five) gesehen.

Es ging weiter, wir fuhren an ein paar Giraffen vorbei, die sich aber duckten, und wie immer kann ich die Reihenfolge der Tiere nicht mehr genau rekonstruieren (Christian hat Fotos gemacht, da ginge das wahrscheinlich, aber aus dem Kopf kriege ich das nicht hin), sei's drum, wir sahen Paviane, wir sahen Impalas und Zebras (meist im Spezies-Doppelpack), wir sahen ein paar Kudus, eine Schildkröte und danach eine (Riesen-!)Schnecke kreuzten die Fahrbahn, ab und zu zeigte Muzi uns einen Vogel (Wortwitz beabsichtigt).

Wir führen über die Brücke eines relativ trockenen Flusslaufes, als er links hinten in der Ferne Nashörner identifizierte. Das waren zwei Breitmaulnashörner (unser Guide sprach Englisch, kannte aber auch viele deutsche Fachbegriffe, gerade für die Vögel, aber als Jessi die Position eines späteren Nashorns wissen wollte und mich fragte, ob es "hinter dem Busch" sei, antwortete er mit Ja), und wir waren hin und weg ...

Weiter ging's, als er - natürlich aus voller Fahrt und durchaus gelegentlich auf die Straße schauend - aus dem Augenwinkel eine Büffelherde erlickerte (universeller Fachausdruck meines Vaters ...), eine Vollbremsung machte und uns sein Fernglas in die Hand drückte. So, es war noch nicht mal 8.15 Uhr, und wir hatten drei der Big Five gesehen - so ließ es sich angehen.

Um 8.15 Uhr gab es erstmal Frühstück, die Frühstücksbox aus unserem Hotel war nicht so ganz begeisternd, vor allem die Eier waren uns suspekt, sodass wir nur ein bisschen was aßen, was aber nach dem Gelage gestern Abend auch okay war. Um Punkt 9 Uhr ging es weiter, und uns fehlte neben dem Löwen jetzt noch der Elefant. (So, ich halte nicht viel von dieser Fokussierung auf die Big Five, weil ich Giraffen und Warzenschweine zum Beispiel viel lieber sehe als Büffel, aber natürlich macht es auch - der Leser wird vor Überraschung baff vom Stuhl fallen - auch Spaß, Tiere zu "sammeln" ...)

Der Elefant ließ sich nicht lange bitten, denn ein älteres Semester von Elefantenbulle querte unseren Weg, stellte sich fotogen ins Selfie von Jessi und Christian und war auch ansonsten ganz lieb. Juchhe, dickhäuterus grossus ist einfach immer wieder sooooooooooooooo süß.

Eigentlich waren wir schon glücklich und zufrieden, aber jetzt kam die Kür, denn wir fuhren noch ein bisschen durch den Park, bewunderten die fantastische Landschaft, hielten immer wieder (und oft erfolgreich) Ausschau nach Elefanten, Giraffen, Nashörnern, Büffeln, überraschten ein Pavianpaar bei einer recht privaten Tätigkeit, und der Pavian gegenüber kraulte sich derweil ... "No comment", sprach Muzi, und dabei lassen wir es auch bleiben ...

Pünktlich um 12 Uhr landeten wir im größten "Camp" des Kruger-Nationalparks (achso: Ich schreibe "Kruger", weil der Mensch Paul Kruger hieß, das "u" wird im Niederländischen und auf Afrikaans aber wie ein "ü" ausgesprochen, sodass viele in Deutschland vom "Krüger-Nationalpark" schreiben, was nur eben nicht korrekt ist - wahrscheinlich habe ich das oft genug auch schon falsch geschrieben, aber da war ich noch jung und unerfahren ...), denn es galt, das Mittagessen einzunehmen. Jessi aß einen Burger, Christian bestellte ein Rumpsteak, ich ein Wildbret-Steak, die beiden Steaks kamen, waren ununterscheidbar, aber sehr lecker (ebenso wie der Burger), und Muzi meinte auf der Weiterfahrt auf meine Frage, was man denn bekäme, wenn man "venizon", also Wildbret, bestellte, mit "meist ist das Rind" ... Na super!

Wir mussten uns ein wenig beeilen, kamen trotzdem drei Minuten zu spät, Muzi war aber entgegen seiner vorherigen "Warnung" doch noch nicht ohne uns losgefahren (wir hatten das Ding ja für uns alleine ....), und wir fuhren auf den letzten Abschnitt der Reise. Jedem von uns waren unterwegs mal für ein paar Minuten die Äuglein zugefallen (Jessi hat ein übles Video von meinem Schlafverhalten gedreht, wer solche Freunde hat ...), es waren halt doch anstrengende zwei Tage gewesen, aber wir erwischten noch eine Giraffenmutter mit Kalb (Heißt das so bei Giraffen? Tut es.), noch einen Elefanten, natürlich noch ein paar Zebras, Impalas und jetzt endlich auch zwei Gnus ...

Um 15 Uhr landeten wir an unserem Auto, das noch am Gate stand, fuhren heim, waren eben noch im Supermarkt, um Wasser für morgen zu haben, und haben ein wenig Siesta gehalten. Gleich wollen wir lecker zu Abend essen, wieder im Turn & Tender, was ich fast erwartet hatte, weil wir alle drei hochzufrieden waren gestern, und dann wird morgen halbwegs ausgeschlafen, das Auto abgegeben und dann der Bus nach Maputo geentert.

(Update vor Upload: Essen sehr lecker, Steaks nicht ganz so zart wie gestern, aber immer noch toll, viel Springbokkie - Amarula mit Pfeffi - getrunken, am Ende in der Hotelbar nach gemeinschaftlichem Kampf mit der Flasche noch Ramazzotti Black, also mit Anis, verzehrt ... Ab ins Bett jetzt!)

Fotos? Na gut ...

Straßen-Hyäne

Leopard auf Affenjagd

Impalas

Büffels

Dickhäuterus grossus

Nashorn, mit der Handykamera durch das Fernglas ...

Zebras

Warzenschweine 

Sonntag, 3. März 2019

Geschätzt 1:100

... war unsere Chance heute, in unserem Auto vom Blitz getroffen zu werden, denn auf der Fahrt von Johannesburg nach Nelspruit/Mbombela kamen wir in eines der furchtbarsten Unwetter, die ich jetzt erlebt habe ...

Aber erstmal zu gestern - den folgenden Berichtsteil habe ich gestern im Flieger von Frankfurt nach Madrid getippt:

In sehr kleiner Schrift

... steht im neuen deutschen Reisepass "Bundesrepublik Deutschland" und "Einigkeit und Recht und Freiheit" auf jeder Seite geschrieben. Man muss schon sehr genau hingucken, um das zu entziffern, aber da ich eben im Flieger nix Besseres zu tun hatte (bis ich auf die glorreiche Idee kam, meinen Rechner zu holen und den heutigen Blog schonmal vorzuschreiben), hab ich mir mal meinen Pass seeeeehr exakt angeguckt. Schönes Ding!

Ich sitze hier gerade im Iberia-Flieger (wenn ich den Blogeintrag hochlade, werde ich aber schon in Madrid sein), es ist affenheiß und es ist mir immer wieder schleierhaft, wieso die Fluggesellschaften die Flugzeuge nicht ein bisschen mehr herunterkühlen können. Erstens kann man sich notfalls, wenn einem kalt ist, halt noch was drüberziehen (aber man kann sich nur begrenzt ausziehen), vor allem aber reduziert ein kühlerer Flieger die menschlichen Ausdünstungen deutlich. Das will der geneigte Leser alles gar nicht wissen? Okay, okay, ich höre ja schon auf.

Diese Woche war recht stressig, und heute Morgen verbrachte ich noch ein paar Stunden im Büro, aber gegen 12.30 Uhr machte ich mit halbwegs gutem Gefühl Schluss. Mir war auf der Fahrt ins Büro eingefallen, dass ich die Hälfte vergessen hatte (naja, "nur" Kopfhörer, meine Powerbank und zwei Zeitschriften für die Busfahrten), also nutzte ich die Zeit, bis Jessi und Christian kamen, um nochmal kurz heimzufahren, die Sachen zu holen und mich wieder ins Büro kutschieren zu lassen. In weiser

Voraussicht hatte ich schonmal eine Gruppentageskarte gekauft, sodass ich die natürlich auch als Einzelner nutzen konnte - sehr praktisch ...

Die beiden kamen überpünktlich, wir fuhren noch in die Stadt ins Maredo, und für den Fall, dass wir in Südafrika und Mosambik zu wenig Steak zu essen kriegen, haben wir heute schonmal auf Vorrat gegessen. Wir verputzten zu dritt 1,2 kg

Fleisch, das war sehr lecker, und tranken dazu das eine oder andere hopfenhaltige Getränk - bis einer von uns wieder fahren muss, dauert es ja noch ein Weilchen.

Wir fuhren mit dem Bus zurück ins Büro, holten unsere sieben Sachen, fuhren mit dem Bus zum Hauptbahnhof und dann mit der S-Bahn zum Flughafen. Nach der Skyline-Fahrt zum Terminal 2 ging die Sicherheitskontrolle, obwohl wenig Andrang war, nicht so richtig schnell, aber wir hatten noch ewig Zeit ... Unser Flieger war jetzt ein bisschen verspätet, aber normalerweise müssten die (bisher) Eindreiviertelstunden zum Umsteigen reichen.

Joa, und dann geht es kurz vor Mitternacht nach Südafrika (wenn das irgendwer noch nicht mitbekommen haben sollte ...), juchhe - wir fliegen ...

---

Die Eindreiviertelstunden reichten natürlich problemlos zum Umsteigen, aber doch nicht so problemlos, dass ich noch den Blog von gestern hätte hochladen können, sei's drum ...

Der Flug nach Johannesburg ging fast pünktlich ab, wir kamen überpünktlich an, ich guckte zwei Filme, fing ein paar Serienepisoden an, hörte Musik, guckte auf die Weltkarte und hatte ein paar Stunden meine Augen zu, ohne wirklich zu schlafen (jedenfalls gefühlt). Jessi und Christian neben mir ratzten, als ob es kein Morgen gäbe - Glückspilze.

Das Essen im Flieger war nicht wirklich fantastisch, aber das überlebten wir.

In Johannesburg kamen wir vergleichsweise entspannt, aber trotzdem verschwitzt an, ließen uns bei der Einreise viel Zeit (mussten wir auch, weil die Südafrikaner mal wieder katastrophal wenige Kontrollstellen besetzt hatten), kamen ungehindert durch den Zoll und bekamen vorfristig unser Auto.

Eigentlich war die Absprache, dass derjenige fährt, der am besten geschlafen hat, aber Jessi verdonnerte mich trotzdem zum Fahren. Nun denn ... Erst verfuhren wir uns bei 31° ein bisschen, konnten aber recht schnell drehen und kamen dann auf die richtige Route.

Der Himmel zog sich zu, es fing an zu tröpfeln (jetzt durfte ich endlich den Scheibenwischer anstellen, den ich statt des Blinkers regelmäßig bediente - hier hatte ich diesmal - da wir ein Automatikauto hier haben - meine spiegelbildlichen Probleme ...), aber irgendwann wurde aus dem Tröpfeln ein veritabler Wolkenbruch mitsamt Blitzen vor, hinter und neben uns.

Christian erzählte von seinem Ex-Chef, dessen Auto durch einen Blitzeinschlag ein Totalschaden geworden war: "ein Licht, so hell, und ein Knall, so laut, wie du es noch nie erlebt hast ..." Na, danke schön auch!

Wir überlebten das wässrige Inferno, auch wenn einige Autos vor uns sich unter Brücken in vermeintliche Sicherheit brachten, und kamen nach dreieinhalb Stunden Fahrt trockenen Fußes in Nelspruit an.

Wir gingen erstmal einkaufen (Getränke für morgen und Bier zur Belohnung für uns alle), tranken das Bier, gingen dann in die Hotelbar, weil wir den Plan hatten, um 18.30 Uhr hier im Hotel zu Abend zu essen ... Nun, Christians und mein Bier kam, Jessis Gin Tonic kam nicht, weil der Manager den Gin in seinem Büro verwahrte und den nicht rausrücken konnte oder wollte. Das Hotelrestaurant sah auch gähnend leer aus, sodass wir uns in Anbetracht der versammelten Service-Inkompetenz für die (Taxi-)Fahrt in eine andere Gaststätte entschieden.

Dass das mit der Rezeption schiefgehen musste, war fast klar, das "Taxi" ließ anstatt sieben wahrscheinlich dreimal sieben Minuten auf sich warten, rief dann einen Wucherpreis für Hin- und Rückfahrt auf, den ich leicht herunterhandeln konnte, und der Typ gab mir - für das Anrufen zwecks Rückfahrt - noch - wie sich herausstellte - eine falsche Nummer. Eieieiei ...

Ganz und gar nicht "eieieiei" war die Kneipe, das Turn & Tender. Wir aßen Calamari-Köpfe (war okay) und Dörrfleisch (Biltong, sehr lecker) als Vorspeise, ehe Jessi das Straußensteak und Christian und ich jeweils das 400g-Filetsteak (für 15 Euro pro Person!) verdrückten. Das Fleisch war butterzart und ganz herausragend, ich könnte mir vorstellen, dass wir morgen wieder da landen ...

Zum Abschluss tranken wir das aus Swakopmund bekannte Amarula-Pfefferminz-Gemisch (das heißt hier "Springbockie" ...), zweimal, ehe wir den Geschäftsführer uns ein anderes Taxi rufen ließen, weil unser Taxifahrer mir die falsche Nummer gegeben hatte.

Ein Absacker hier im Hotel ward genommen, und nun bin ich - 22 Uhr ist hier - im Bett, denn morgen um 3 Uhr klingelt der Wecker, auf dass wir um 5 Uhr am Numbi-Gate sind ... Mal gucken, wie das klappt.

Der erste Tag in Südafrika war sehr ereignisreich, aber am Ende auch sehr schön (und sehr lecker).

So, ich muss schlafen, over and out ...

Sonntag, 24. Februar 2019

Flixbus-Fahrt Nr. 1

Ja, ich bin schon in aller Herren Länder mit dem Fernbus gefahren, in Südafrika und Mosambik kommt das ja übernächste Woche auch auf uns zu, aber heute bin ich zum ersten Mal in Deutschland im Fernbus gefahren. Ich habe ja das Wochenende in Jena verbracht (war sehr schön, aber mit viel zu viel Essen gesegnet) und wollte dann heute Mittag gemütlich mit der Regionalbahn nach Erfurt und danach eben mit dem ICE nach Wiesbaden fahren. Nur sind heute Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Weimar und Erfurt angesetzt, sodass da kein Zug fährt.

Meine gute Freundin, bei ich zu Besuch war, empfahl mir, doch einfach nach einem Flixbus zu gucken, und so buchte ich für 4,99 Euro eine Fahrt von Jena nach Eisenach mit dem Ziel, in Erfurt auszusteigen (Flixbus darf keine Strecken unter 50 km anbieten, und da es von Jena nach Erfurt weniger als 50 km sind, dürfen sie diese Tour nicht als solche verkaufen). Gesagt, getan, ich kannte das Prozedere nicht so richtig, wie man da einsteigt (insbesondere, wo die Fahrkartenkontrolle stattfindet), absolvierte das aber erfolgreich und fuhr ein Stündchen mit dem Bus nach Erfurt, ehe ich dort ausstieg, mich ein bisschen wie ein Verbrecher fühlte und zum Zug stiefelte. Jetzt sitze ich im ICE und bin gegen halb sechs in Wiesbaden, dann habe ich noch den Abend, das wird auch gut.

Eben im Zug habe ich noch das Gepäck (und das Entertainment-Paket) für den Mauritius-Flug gebucht, und da haben sich mit Expedia und Condor ja wirklich zwei gefunden, die ganz besonders gut darin sind, den zahlenden Kunden nach Strich und Faden zu verarschen. Erst bietet Expedia den Flug als "inklusive Gepäck" an, sagt dann aber: "Ätschbätsch, doch nicht." Und danach erhöht Condor den Preis für das Gepäckstück nach Lust und Laune. Ich hätte nicht gedacht, dass es Fluggesellschaften gibt, die den Kunden noch mehr abzocken als Ryanair in frühen Zeiten, aber im Vergleich zu Condor ist Ryanair schon immer ein völlig faires Unternehmen gewesen. Tja, liebe Freunde von Expedia und Condor, man kann ja praktischerweise beim Flügesuchen Fluggesellschaften und Reisebüros abwählen, und ihr macht jetzt mal den Anfang.

Nichtsdestotrotz freuen meine Ma und ich uns auf Mauritius, und da ich die Kreditkarte schonmal in der Hand hatte, habe ich jetzt auch gleich noch ein Auto für Mauritius gebucht, damit wir die sechs Tage, die wir da haben, auch ein bisschen in der Gegend herumdüsen können. Es wird ein kleines Autochen (Ford Ka und ähnlich ...), aber das kriegen wir schon um die Insel bugsiert, und zwar auf der linken Seite der Straße. Mauritius wird nach Südafrika, Lesotho, Swasiland, den Bahamas, Zypern, Nordzypern, dem Vereinigten Königreich, Namibia und Irland das zehnte Land der Erde, in dem ich ein Auto auf der linken Straßenseite steuere. Insgesamt gab es bei meiner letzten Zählung 76 Länder und andere Gebietseinheiten, in denen das so ist, da ist also auch noch ein bisschen was zu tun.

Ich denke, zwischen Südafrika und Mauritius sollte ich nicht im deutschen Verkehr fahren, dann muss ich mich nicht viermal umgewöhnen ...

Nach Süafrika sind es jetzt noch 148 Stunden, es geht dagegen (ja, am Donnerstag ist Schmutzige Dunschdig, ich weiß ... Die Anspielung auf Fastnacht müssen Nicht-Alemannen jetzt nicht verstehen!) und ich bin sehr gespannt. Vor den Urlaub hat er liebe Go..., äh, Chef, aber noch einen Haufen Arbeit gesetzt, und die werde ich nächste Woche erst einmal angehen.

Schönen Sonntag!

Freitag, 22. Februar 2019

Er ist zurück

... von seinem ersten, kleinen Ausflug nach Berlin. Die Rede ist natürlich von meinem Pass, den ich liebevoll "Wiesbaden II" nenne (es ist mein zweiter in Wiesbaden ausgestellter Reisepass). Als ich heute Morgen ins Büro kam, lag da ein Umschlag, in dem unsere drei Pässe und die Quittung lagen, da war ich glücklich und machte gleich mal ein paar Fotos, die ich in die WhatsApp-Gruppe stellte, auf dass auch Jessi und Christian sich über die angekommenen Visa freuen ...

Wieso schüttelst du mit dem Kopf, lieber Leser? Wie? Ich, verrückt? Stimmt doch gar nicht!

Nun ist also alles gut, in ziemlich genau acht Tagen (oder 192 Stunden), nämlich um 19 Uhr nächsten Samstag, geht der Flieger von Frankfurt nach Madrid, dort landen wir um 22 Uhr und fliegen um 23.45 Uhr weiter nach Johannesburg, wo wir nach zehneinhalb Stunden Flug am Sonntag Morgen ankommen. Von da geht es mit dem Mietauto nach Mbombela (das häufiger noch mit dem alten Namen "Nelspruit" bezeichnet wird), wo wir die erste Nacht in Afrika übernachten.

Auf dem Weg machen wir vielleicht einen kleinen Abstecher nach Eswatini (was früher Swasiland hieß), denn Jessi und Christian wollen auch was für ihre Länderliste machen. Aber ich denke, das entscheiden wir in Abhängigkeit von der fortgeschrittenen Zeit und in Abhängigkeit davon, ob die Mietwagengesellschaft bei unserer Aktion ohne Weiteres mitspielt. 2010 brauchten wir nur eine (kostenlose) Bescheinigung, aber in den neun Jahren kann sich ja doch die eine oder andere Regelung geändert haben.

Am Montag, dem 4. März, wollte ich ja eigentlich mit unserem Mietauto in den Kruger-Nationalpark einfahren, aber wir haben uns vorgestern/gestern entschieden, dass wir doch einen Jeep mit Guide nehmen. Ich ließ mich nicht so richtig überzeugen, dass das wirklich sicherer ist (meine Ma und ich sind 2010 ohne jegliches Problem durch den Kruger gedüst), aber natürlich ist es so, dass die Guides besser wissen, wo die Viecher sind. Meine Ma und ich haben damals im Wesentlichen "nur" Zebras, Impalas und Elefanten gesehen und in weiter Ferne ein Nashorn, mit Guide hoffen wir jetzt auf die Big Five, aber ich denke, keiner ist traurig, wenn wir nicht alle der Big Five (Löwe, Leopard, Elefant, Büffel, Nashorn), sondern "nur" ein paar von ihnen sehen.

Gebucht habe ich das Ganze gestern online - das war wieder einer der Momente, in denen ich fast in Echtzeit mit der Tante in Südafrika kommunizierte und mich fragte, wie das wohl vor dreißig Jahren gegangen wäre ... Bezahlt habe ich natürlich auch in Echtzeit mit Kreditkarte, dieses Internetz ist schon was Tolles ...

Da wir also nun das Visum für Mosambik glücklicherweise haben, lassen wir am Dienstag das Auto am Hotel (es wird - hoffentlich - von der Mietwagengesellschaft abgeholt), fahren danach nach Maputo, gucken uns am Mittwoch in der mosambikanischen Hauptstadt um (ein Fischrestaurant habe ich schon ins Auge gefasst, da gibt es aber auch Fleisch) und kommen am Donnerstag wieder zurück nach Johannesburg (diesmal ohne Auto).

Wir übernachten in der Nähe des Flughafens, werden mit dem Taxi in ein Fleischrestaurant fahren (ich bin gespannt auf ein Warzenschweinsteak ...), nur um dann am Freitag Morgen nach Kapstadt zu fliegen.

Wir wohnen nicht in Kapstadt direkt, sondern in Muizenberg an der False Bay (man kann da schwimmen, außer wenn Hai-Alarm ist ...), werden aber sicherlich einen Tag auf den Tafelberg fahren. Vielleicht fahren wir rüber nach Robben Island, vielleicht gehen wir Haitauchen, das müssen wir noch eruieren, aber so etwas ist ja schnell gebucht.

Auch in Muizenberg haben wir ein Restaurant im Auge (wieder ein Fischrestaurant, da muss der Fleischliebhaber Christian durch, zumal auch die Fleisch haben).

Ja, und dann geht es am Sonntag Morgen, dem 10. März, zurück nach Johannesburg, wir haben zehn Stunden oder so Aufenthalt, die wir vielleicht mit dem Besuch des Apartheid-Museums verbringen, und fliegen am Sonntagabend zurück nach Madrid. Um 11.25 Uhr am Montag Vormittag schließlich sollten wir in Frankfurt ankommen, und dann gucken wir mal, was wir mit dem angebrochenen Tag machen.

Jetzt, da die Pässe wieder da sind und jeweils ein Visum im Pass ist, kann ich mich so richtig auf die Reise freuen - das wird toll!

Auch dieses Wochenende bin ich in Deutschland unterwegs, ich fahre nach Jena. Ein Kollege fragte mich eben, ob ich dieses Wochenende wieder ins europäische Ausland reise, als er mich mit Köfferchen aus dem Büro gehen sah. Auf meine Antwort, dass ich nach "Ostdeutschland" fahre, meinte er, das sei ja praktisch auch Ausland. Tsts ...

Mittwoch, 20. Februar 2019

Eingeliefert

... wurde der Rücksendebrief von der mosambikanischen Botschaft gestern, denn als ich heute Morgen um 4.35 Uhr im Bad ging und aufs Handy schaute, hatte ich die Meldung der Post. Gut, gut, jetzt hoffen wir, dass die Postlaufzeiten unter einer Woche sind (was nicht so ganz sicher ist, aber ich bin hoffnungsvoll), und dann habe ich mein nagelneues Pässchen samt Visum wieder. (Ich gehe davon aus, dass die Visa in den Pässen sind, aber auch das weiß man ja nie ...)

Wieder einmal zeigte sich, dass Visabeantragungen nicht gut für mein Nervenkostüm sind (siehe Sudan einst im Mai, äh, April), denn obwohl der Brief am 31. Januar abgeschickt wurde und am 5. Februar ankam (Postlaufzeit fast eine Woche!), die Bearbeitungszeit als zwei Wochen angegeben war und er jetzt tatsächlich nach den zwei Wochen rausging, war ich zwischendurch ein bisschen am Zittern: Die mosambikanische Botschaft verlangt, dass man einen "flight itinerary", also die Flugbuchungen, mitschickt. Nun fliegen wir nicht nach Mosambik, sondern nach Südafrika und fahren dann mit dem Bus weiter, sodass ich (nur) die Busbuchungen mitschickte, und das hatte bei vergleichbaren Aktionen auch immer gereicht.

Am 13. Februar guckte ich in mein E-Mail-Postfach und aus irgendeinem glücklichen Umstand auch in den Spamfilter. Schockschwerenot, da war vom 5. Februar eine Mail der Botschaft, dass ich doch auch die Flugbuchungen nach und aus Afrika mitschicken möge, was ich natürlich postwendend per E-Mail tat.

Wenn die Mosambikaner jetzt doof gemacht hätten, wäre nach ihrer Interpretation erst am 13. Februar der Visumantrag vollständig eingegangen, und mit Bearbeitung in zwei Wochen bis zum 27. Februar wäre es mit dem Abflug am 2. März ein bisschen eng geworden. So ist es jetzt aber alles gut (hoffe ich ...), und in Zukunft werde ich für Visumbeantragungen in Afrika auch Flugtickets nach Tadschikistan mitschicken, wenn die in einem Drei-Monats-Zeitraum oder so davor liegen, damit mir so etwas nicht noch einmal passiert.

Aber ganz ehrlich, Freunde, was soll das? Dass ihr prüfen wollt, dass wir euer Land wieder verlassen, meinetwegen, aber man kann sowohl die Bus- als auch die Flugbuchung (in vielen Fällen) wieder stornieren, das ist also nicht wirklich hilfreich, aber wenn es in der Prozessbeschreibung steht, wird es halt abgearbeitet ...

Langer Rede kurzer Sinn: Juchhe, auf nach Südafrika und Mosambik (wenn die Pässe dann da sind ...)!

--

Nicht in Südafrika, sondern in der Eifel war ich am Wochenende. Ich war zwar schon im Irak und in Paraguay, aber so richtig in der Eifel war ich noch nie gewesen, und das war richtig schön. Wir, also Jessi, Christian und ich, hatten ein Hotel an der Rurtalsperre, aßen dort - nach dem Saunagang am Samstag in Kreuzau südlich von Düren - sehr gut und guckten uns dann am Sonntag den Wallenden Born in Wallenborn, den Kurpark in Daun und das Gemündener Maar an, einen See, der aus einer vulkanischen Dampfexplosion entstand (sagt die Wikipedia). Beim Kroaten in Daun aßen wir zu Mittag und fuhren dann wieder zurück.

Kann man öfter machen, so'n Wochenende in Deutschland ...

Wallender Born - schon wieder in der Abklingphase, das Ding geht zwei, drei Meter hoch

Montag, 4. Februar 2019

Fotos aus Córdoba

So, jetzt haben wir auch noch ein paar Fotos:

Im Innenhof der Mezquita-Catedral mit Turm

Catedral

Mezquita

Mezquita

Schatzkammer

Gebetsnische

Strand in Málaga mit Sierra Nevada

Schwertförmige Scheidenmuschel

Schwertförmige Scheidenmuscheln

... haben wir heute am Strand von Málaga gegessen, und auch wenn mein Kopfkino bei Form und Namen der Teile völlig verrückt gespielt hat - es war sehr, sehr lecker.

Wir waren heute früh wach (naja, der Wecker ging um 6.30 Uhr runter, grässlich), frühstückten sehr, sehr gut und checkten gegen halb neun aus, nachdem wir gefragt hatten, ob wir das Auto bis um 14 Uhr im Parkhaus stehen lassen können. Wir konnten und gingen raus.

Drei Schritte weiter stolperten wir in den Innenhof der Mezquita - saukalt, strahlender Sonnenschein, der Glockenturm im gleißenden Licht, ein wunderbares kleines Parkchen - das fing ja gut an. Ich hatte meine Ma gedrängt, zügig hinzugehen, damit die Schlangen nicht so lang werden. Nun, die Schlange besteht aus einer Zweiergruppe vor mir, hier gab es kein Gedöns mit Online-Karten und Zeitslots und Zugangskontrolle zur Schlange, sondern eine gute alte Kasse, bei der man sein Geld rüberreicht und Karten kriegt - Alhambra, nachmachen!

Wir hatten also unsere Karten und gehörten zu den Ersten heute, die die Mezquita betraten.

Es gab ein paar Momente in meinem (Reise-)Leben, in denen ich pures Glück empfunden habe: als ich damals in Istanbul gerade noch den Bus in die Stadt erwischt habe, als Uli und ich in Botswana Elefant über Elefant sahen - und heute, als wir die Mezquita betraten. Ich führte meinen Ententanz auf, den ich immer dann fabriziere, wenn ich mich übermäßig freue, denn der Blick auf die rot-weßen Bögen in der Mezquita ist einfach absolut überwältigend. Jetzt endlich mal in Córdoba zu sein und das mit eigenen Augen zu sehen, das ist vergleichbar mit Machu Picchu, dem Kolosseum in Rom und der Oper in Sydney.

Der Bau heißt offiziell "Mezquita-Catedral", also Moschee-Kathedrale, und das Außergewöhnliche ist, dass der Moschee-Teil (mit den Bögen) natürlich der absolute Hammer ist, aber die Kathedrale, die sie da quer in die Mezquita reingebaut haben, wäre in einer anderen Umgebung auch eigenständig eine absolute Sehenswürdigkeit. So, so toll ...

Wir wanderten umher, guckten uns die diversen kleinen Kapellen an, die Schatzkammer mit einem riesigen vergoldeten Tabernakel, die Gebetsnische der Moschee mit tollen Ornamenten - unglaublich, zumal wir ja jedes Mal, wenn wir uns wieder von den Seitensehenswürdigkeiten abwendeten, wieder einen von den vielen hundert Bögen erblickten. Da geht einem jedes Mal wieder das Herz auf.

Nachdem wir uns also ausgiebig umgeschaut hatten, verließen wir dieses Weltkulturerbe und gingen durch die Altstadt runter zum Fluss. Wir guckten uns das dortige römische Tor an und überlegten, ob wir eine Stadtrundfahrt machen, denn irgendwie war uns schon wieder kalt.

Uns kam eine Idee: Die Mezquita war sowieso nicht mehr zu toppen, wir waren fertig, müde, uns war kalt, lass uns doch nach Málaga an den Strand fahren und mal gucken, was wir da so machen können.

Gesagt, getan - wir holten statt um 14 Uhr um 10.30 Uhr unser Auto aus der Tiefgarage, fuhren aus Málaga raus und auf die Autobahn. Es ging über Berg und Tal bei tollem Wetter, kaum ein Wölkchen am Himmel und etwas weniger Olivenbäume unterwegs als gestern.

Die Streckenführung von Google war gut, wir fanden einen hübschen Parkplatz direkt an der Strandpromenade und in der Nähe des Ziels, das wir ins Auge gefasst hatten.

Strand, Sonne, Meer, Blick auf die schneebedeckten Kuppen der Sierra Nevada - toll. Die Strandkneipe, in die wir wollten, war auch offen, und wir setzten uns in den windgeschützten Bereich.

Nun, es wurde Pulpo a la gallega (dünne Tintenfisch-Streifen auf dünnen Kartoffelstreifen), Garnelen, gebratener Pulpo und am Schluss eben die schwertförmigen Scheidenmuscheln - über den Schokoladenkuchen breiten wir den Mantel des Schweigens. Das war auch toll, und ein sehr gelungener Abschluss unserer kurzen Exkursion nach Spanien.

Der Weg zum Flughafen war schnell hinter uns gebracht, die Abgabe des Autos funktionierte, die Sicherheitskontrolle war ziemlich schnell, und wir landeten - wo sonst? - im Flughafen-Pub. Joa, lecker Cider und Guinness wurden zu ganz akzeptablen Preisen verdrückt, wir kamen pünktlich zum Gate, der Flieger kam pünktlich weg und pünktlich an, wir erwischten die Skyline und die S-Bahn gerade so eben, mussten in Wiesbaden ein bisschen auf den Bus warten und jetzt wird noch ein bisschen Super Bowl geguckt.

Natürlich war das alles viel zu kurz, natürlich haben wir von Granada und Córdoba nur die absoluten Highlights angeguckt, aber wir haben einen ersten Eindruck bekommen von diesen beiden andalusischen Städten, und es wird niemanden überraschen, dass ich Granada und Córdoba meine baldige Wiederkehr androhe. Wir haben sehr lecker gegessen, meistens Fisch und Meeresfrüchte, und auch wenn wir gestern in Granada ziemlich durchgefroren waren (hallo, das ist Südspanien, da hat es warm zu sein!) und ein bisschen wenig geschlafen haben, war das ein wunderbares Wochenende.

Leute, fahrt selbst hin - es ist toll.

Bilder kommen morgen - sorry ...

Sonntag, 3. Februar 2019

Schweinekalte Alhambra

... nein, das ist kein neues Speckgericht aus Andalusien, sondern das ist die Beschreibung des heutigen Tages in allerkürzester Form ...

Das Frühstück heute Morgen war sehr lecker, es gab Chorizo in zweierlei Varianten, Salami, lecker Orangensaft, Churros mit Nutella, kurzum - ich brauchte bis heute Abend nichts mehr zu essen, doch, das Frühstück konnte man ebenso empfehlen wie das Hotel insgesamt.

Nach dem Check-out (und der Absprache, dass wir das Auto noch im Parkhaus lassen konnten), verließen wir das Hotel und gingen in Richtung der wenige hundert Meter entfernten Innenstadt. Das Bussystem in Granada haben wir nicht so ganz verstanden, aber am Ende landeten wir an der Bushaltestelle für den Touristenbus. Der Bus kam auch bald, der Fahrer kassierte uns ab und meinte, dass der Bus "mas-o-menos", oder, ne, er sprach Englisch, "more or less" in 20-25 Minuten abfahren würde ...

Wir retteten uns in den "Zug", surften ein bisschen im Internet der Stadtverwaltung und waren 20-25 Minuten später überrascht, dass der Minizug mit genau zwei Passagieren, Frau Mama und Herr Sohn, sich in Bewegung setzte.

Es ging zunächst durch schmale Gässchen der Altstadt, dann ein paar Hügel hinauf und hinunter, vorbei an einem hübschen Kloster und an der Stierkampfarena. Wir standen in der Nähe der Kathedrale ein paar Minuten, aber am Ende landeten wir dort, wo wir wollten: am Eingang zur Alhambra.

Die andalusischen Planer scheinen sich nicht nur in Málaga am Flughafen ausgelassen zu haben, auch in Granada haben sie die Ticket-Vergabe zur Alhambra unfassbar clever gebastelt: Wir kamen da hin, es herrschte relatives Chaos, weil da irgendwelche Absperrungen sind und völlig unklar ist, wer wann wo wieso und weshalb in den umgrenzten Bereich kamen. Nachdem wir irgendeinen Typen am Haken hatten, erläuterte der uns, dass es nur noch Karten für den Garten gebe und nicht für den Palast. Öhm ...

Ich guckte im Internet nach und sah, dass es - es war 11 Uhr - für den Zugang zum Palast um 14 Uhr noch Online-Karten gebe. Joa, das könne man buchen und dann direkt rein. Sag mal, spinnt ihr? Nun gut, ich buchte - mit klammen Fingern, es war saukalt - online die Karten, wollte damit rein, das ging natürlich nicht, also musste ich mich doch wieder anstellen, die Karten ausdrucken lassen, und bekam am Ende die Karten. Freunde der Sonne ...

Um 11.30 Uhr waren wir in der Alhambra und mussten also zweieinhalb Stunden totschlagen - vorweg: Das war gar nicht so schwierig ... Wir liefen in Richtung des Generalife, der Wind war saukalt (wie, ich wiederhole mich?!), guckten uns im Generalife um, genossen den Blick auf den Rest der Alhambra, liefen durch die Gärten und bogen dann in Richtung des Restes der Alhambra ein.

Wir waren überrascht von der parkähnlichen Struktur der Alhambra, irgendwie hatten wir beide gemeint, dass das eher gebäudetechnisch geprägt wäre ...

Der erste größere Stop war der Alcazaba, die Festungsanlage, die nicht nur an sich ganz hübsch ist, sondern auch tolle Ausblicke auf Granada und die Sierra Nevada bietet.

Es folgte der Palast Karls V. mit seiner runden zweietagigen Form, der mich ein wenig an das Jerónimo-Kloster in Lissabon erinnerte. Zum Aufwärmen erkundeten wir das - nicht uninteressante - Alhambra-Museum, ehe wir uns noch - es war inzwischen doch 13.15 Uhr geworden - im Partal, einer relativ weitläufigen Gartenlandschaft, umschauten.

Um 14 Uhr durften wir dann - endlich - die Naṣridenpaläste betreten (auch hier mit dem andalusientypischen Chaos) - wow! Einfach nur wow ... Ob es nun die Gebäude mit der stalaktitenartigen Dacharchitektur oder die Außenanlagen mit den tollen Innenhöfen sind, das ist fantastisch und nur durch Bilder gut zu erfassen (außerdem bin ich gerade zu müde, das gut zu beschreiben) - dieser Palast ist seeeeehr beeindruckend. Hinfahren, angucken, es hilft alles nüscht.

Wir landeten am Ende wieder im Partal, verließen die Alhambra, unser Touristenbus kam glücklicherweise gerade passend uns, an der Plaza Nueva stiegen wir aus, machten einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt, ehe wir an der Kathedrale herauskamen.

Die Kathedrale mit ihren beeindruckenden zwei Orgeln und dem ebenfalls beeindruckenden Altarraum ist phänomenal, auch wenn ich bei der Audioguide-Führung vor lauter religiösem ... äh, Verhalten fast ein bisschen ausfällig geworden wäre (das kann aber auch an dem Dan-Brown-Roman liegen, den ich gerade lese ...)

Wir machten, dass wir noch im Hellen möglichst nach Córdoba kämen, was wir - auf der Landstraße - nach dem Vorbeifahren an gefühlt Millionen von Olivenbäumen schafften. Um zu unserem Hotel zu kommen, mussten wir an einem Poller vorbei und durch die Fußgängerzone um die Mezquita herumfahren (!), aber dann standen wir im engen Parkhaus in unserem schicken Hotel.

Wir machten noch einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt, versackten in einer schönen Kneipe (mit fantastischem Salmarejo, einer Tomatencreme mit Speck und Ei - genial!; der Pulpo war lecker, aber nicht ganz so fantastisch) mit mehr als einem Bier und gingen dann das kurze Stück zurück ins Hotel.

Ein toller, anstrengender, kühler Tag war das heute, und morgen wollen wir um 8.30 Uhr an der Mezquita auf der Matte stehen ...

Mehr Fotos vielleicht nach der Rückkehr, gute Nacht!

Im Park auf dem Weg zum Generalife

Generalife

Palast Karls V.

Im Naṣridenpalast

Palast

Kathedrale von Granada von außen ...

... und von innen

Gut in Córdoba angekommen

Samstag, 2. Februar 2019

Ausgebüxt

... ist meine Mutter mir heute Abend auf der Suche nach einer schönen Kneipe. Sie war von Hunger und Durst so deliriert, dass sie, nachdem ich mich mal wieder nicht ausgekäst gekriegt habe, in welche Kneipe wir jetzt gehen, Reißaus genommen hat. Ich überlegte kurz, ob ich allein essen gehe, suchte sie dann aber doch und fand sie nach endlicher Zeit. Am Ende landeten wir um 23 Uhr in einer ziemlich akzeptablen Beiz, aßen einen Fischteller für zwei, tranken zwei Krüge Bier und sind jetzt jetzt eben in aller Ruhe und ohne weitere Faustkämpfe in unserem - sehr schönen - Hotel in Granada gelandet.

Der Arbeitstag war kurz und in Ordnung, um 12.10 Uhr nahm ich den Bus, um 12.41 Uhr nahmen wir die S-Bahn zum Flughafen. Die Schlange an der Schengen-Sicherheitskontrolle im Terminal 2 war nicht sooo lang, aber es waren auch nur wenige Kontrollstellen besetzt, sodass es doch ein bisschen dauerte. Die Maschine, die aus Krakau kam und mit der wir fliegen sollten, war so verspätet, dass sie uns ein neues Flugzeug hinstellten.

Trotzdem kamen wir natürlich verspätet los und verspätet an (statt 18.30 Uhr um 19.30 Uhr). Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn nicht die Beschilderung zur Autovermietung völlig verworren gewesen wäre. Ich halte mich nicht für total bescheuert (Ruhe dahinten!), aber wenn es Hinweisschilder zum "Autoverleih" (auf Deutsch) nach - ungelogen - links, rechts, geradeaus, oben und unten gibt, dann muss man sich nicht wundern, wenn nicht nur der bekloppte Deutsche mit seiner Mutter, sondern auch Engländer und andere die Autovermietung nicht finden.

Nach mehrfachem Durchirren der Terminals und dem Wiederbetreten des Sicherheitsbereichs (!) findet man dann den Schalter und bekommt sein Auto - hat dann aber eine weitere Stunde verloren. Sehr ärgerlich, auch wenn man dann, wenn man weiß, wie alles gemeint ist, die Beschilderung versteht - Saftladen, ganz ehrlich ...

Unser hübscher Fiat 500 kommt zwar die - durchaus vorhandenen - Berge hier in Andalusien kaum hoch, ansonsten ist der völlig in Ordnung. Wir fuhren mit 80-120 Sachen auf der Berg- und Tal-Bahn von Málaga nach Granada, fuhren unterwegs an einem Unfall vorbei, fanden das Hotel überraschend schnell, parkten auch mehr oder weniger zufällig im richtigen Parkhaus, checkten schnell ein, waren kurz im Zimmer, gingen dann auf Empfehlung der Rezeptionistin in die Kneipengasse, führten dort fast einen Boxkampf auf und landeten am Ende aber glücklich und zufrieden in der Kneipe.

Das war ein spannender, aber sehr interessanter Urlaubstag und morgen freuen wir uns auf Granada und die Alhambra - das wird toll ... Am (späten) Nachmittag soll es dann nach Córdoba gehen, auf dass wir da am Sonntag auch noch ein paar Sachen angucken können.

Jetzt sind wir müde, over and out, bis morgen ...

Lecker Meeresfrüchte

Donnerstag, 31. Januar 2019

Hin und weg

... waren mein neuer Pass und ich heute - heute Morgen konnte ich ihn endlich im dritten Anlauf beim Bürgerbüro abholen, gleich gehe ich zur Post und schicke ihn auf die erste große Reise - nach Berlin, zur mosambikanischen Botschaft.

Die Bundesdruckerei hatte extra für mich die normale Bearbeitungszeit von vier bis sechs Wochen auf gerade einmal zweieinhalb heruntergeschraubt (nein, ich habe keinen Expresszuschlag bezahlt und niemanden bestochen, der Pass war trotzdem am Freitag schon von der Bundesdruckerei versandt worden, sehr löblich!), bei der Stadt Wiesbaden hing er dann ein paar Tage in der Postverteilung fest, aber alles in allem ging das überraschend schnell.

Dementsprechend konnten Jessi, Christian und ich am Wochenende unsere Busse von Mbombela (Nelspruit) nach Maputo und von Maputo nach Johannesburg buchen sowie unsere Visumanträge ausfüllen, und nun stehen wir quasi in den Startlöchern und hoffen nur noch, dass die Mosambikaner schön schnell unsere Pässe visieren.

Jetzt wird der eine oder andere sagen: "Aber für Mosambik kriegt man das Visum doch an der Grenze." Das ist richtig und falsch zugleich, vor allem aber verkehrstechnisch unpraktisch. Häh? Nun, theoretisch bekommt man das Visum an der Grenze nur, wenn man in einem Land wohnt, in dem es keine mosambikanische Vertretung gibt. Nun gibt es hier in Deutschland gleich drei, nämlich die Botschaft mit Konsularabteilung und zwei Honorarkonsuln, sodass ich da auf der sicheren Seite sein wollte, auch wenn man in der Praxis das Visum anscheinend doch an der Grenze bekommt.

Noch entscheidender aber ist (und deswegen geben wir für die Visa auch ein bisschen mehr Geld aus als es an der Grenze kosten würde), dass die Busunternehmen (oder zumindest unseres) einen Fahrgast nicht boarden lassen, wenn er kein Visum im Pass hat. Das ist weniger ein Problem wie bei den Fluggesellschaften, weil die den Rücktransport zahlen müssen, wenn man im Ankunftsland nicht reinkommt, sondern eine Zeitfrage: Die Beschaffung des mosambikanischen Visums an der Grenze dauert anscheinend ein bisschen, und die Busgesellschaften wollen nicht so lange auf die doofen (nicht aus dem südlichen Afrika stammenden und daher ein Visum benötigenden) Fahrgäste warten, deswegen sagen sie relativ deutlich, dass man ohne Visum gar nicht in den Bus kann. Und wenn man dann berechnet, was man zahlt, wenn man nur zur Grenze den Bus bucht und danach von der Grenze sich wieder ein neues Verkehrsmittel suchen muss, dann ist der Aufpreis für das in Deutschland erhältliche Visum (60 Euro vs. 35 US-Dollar) schon wieder relativiert.

Außerdem wollte ich meiner Reisegruppe den Nervenkitzel einer Visumbeantragung an der Grenze im südlichen Afrika ersparen - man muss den Spaß ja in kleinen Dosen verabreichen ...

--

Morgen Mittag fliegen meine Mutter und ich nach Andalusien, ich habe uns eben die Bordkarten ausgedruckt, das sollte dann alles passen. Ich bin sehr gespannt auf Granada und Córdoba - das Wetter in Granada soll am Samstag nicht so berühmt sein, aber wir hoffen das Beste, lieber Leser.  In Córdoba soll das Wetter am Sonntag aber ein bisschen besser sein - aber am Ende ist es uns doch eh wurscht.

--

Ein Kollege und treuer Leser war ein wenig angesäuert, weil ich im letzten Post so kategorisch geschrieben hatte, dass ich dieses Jahr wenn, dann allein nach Israel fahre. Er hat recht, weil wir seit Jahren immer mal wieder davon reden, zusammen Israel zu erkunden - und er ist auch einer von denen, die wirklich großes Interesse an Jad Waschem haben. Also, wenn Israel dieses Jahr, dann doch nicht allein ...

Sonntag, 20. Januar 2019

Genehmigt

... ist die Urlaubsplanung für 2019 jetzt, und meine Chefs wussten, dass sie mir ziemlich übel eins hätten reinwürgen können, wenn sie in den Planungen im März und Mai/Juni herumgewurschtelt hätten. Ham se aber nicht, liebe Chefs.

Neben den also bereits gebuchten Reisen, die oben über der Karte stehen, habe ich 2019 noch vier weitere Wochen Urlaub eingerichtet. Jetzt fragen wieder manche: "Da stehen doch schon fast vier Wochen, wieso hat der acht Wochen Urlaub?" Nun, ich habe ja vier Resturlaubstage mit herüber nach 2019 genommen - und dazu habe ich die Urlaube so gelegt, dass ich praktisch jeden Feiertag mitnehme.

Ich habe nämlich frei (das hier ist auch ein bisschen Gedächtnisstütze für mich, weil ich mir das sonst zumindest mit den Daten nicht so gut merken kann):

  • vom 27. April bis zum 4. Mai (das ist die Woche über den Maifeiertag, vier Urlaubstage),
  • vom 15. bis 22. Juni (das ist die Woche über Fronleichnam, drei Urlaubstage plus ein Brückentag) und vom
  • vom 21. September bis 5. Oktober (die erste Woche enthält meinen Geburtstag, der natürlich kein gesetzlicher Feiertag ist, die zweite Woche enthält den Tag der deutshen Einheit, fünf Urlaubstage plus ein Brückentag).
Zudem habe ich noch drei Tage, die ich nach Lust und Laune verteilen kann - da könnte es noch ein oder zwei verlängerte Wochenenden geben ...

Auf der Karte oben sind jetzt Malawi, Dschibuti und Somaliland, die bisher orange, also "lose in Planung" waren, wieder grau. Malawi hatte ich ja immer in Kombination zu Mosambik in Planung gehabt, jetzt komme ich im März nach Mosambik, sodass Malawi erseinmal hintenrunter fällt. Malawi hatte ja vor ein paar Jahren die Visumfreiheit für Deutsche, die bis dahin galt, aufgehoben - das haben sie jetzt davon ... Dschibuti und Somaliland hatte ich für Anfang März oder so etwas gedacht, jetzt wird mir das im April und nochmehr später im Jahr einfach zu heiß (abgesehen davon, dass Somaliland natürlich auch im übertragenen Sinn "heiß" sein kann).

Ich habe mich gerade schwergetan, andere Länder orange zu markieren, weil die Planung für diese Länder bzw. für die Zeiträume noch ziemlich im Fluss ist. Es sind jetzt Myanmar und Tadschikistan geworden.

Myanmar könnte es sowohl im April/Mai als auch im Juni werden, wobei mir der April/Mai lieber wäre, weil ich dann im Übergang von der heißen in die Regenzeit wären und vielleicht nicht jeden Tag Regen hätte. Andererseits war ich mit meiner Mutter ja auch im Mai 2017 in Thailand und Kambodscha unterwegs - und ja, da regnete es gelegentlich Hunde und Katzen, aber halt auch nicht den ganzen  Tag ...

Usbekistan hat in dieser Woche die Visumpflicht für Deutsche aufgehoben, was ganz neue Möglichkeiten eröffnet, günstig nach Zentralasien zu kommen, denn es gibt bezahlbare Flüge mit Usbekistan Airlines nach Taschkent, und von dort könnte man dann mit dem Bus oder so nach Taschkent (abgesehen davon, dass man auch per Inlandsflug in Richtung Chiva kommen könnte, um sich die dortige Altstadt anzugucken). Für diese Reise wäre mir der Juni lieber, weil das sicher(er) schönes Wetter in Zentralasien ist, aber ich muss gucken - denn Tadschikistan hatte ich meiner Südafrika-/Kolumbien-Panama-Reisegesellschaft "versprochen", und wir müssen gucken, ob das für uns alle in der Zeit passt ...

Ecuador wäre fast orange geworden, da habe ich mich auch schon umgeguckt, sowohl nach Flügen als auch nach Orten, die man sich angucken könnte, das könnte im September vielleicht was werden, wobei ich dann schon schauen würde, ob ich in Südamerika noch was mitnehme - das könnte Venezuela sein, obwohl ich da auch nicht unbedingt völlig ohne Bauchgrimmen hinfahren würde, das könnte aber - wie mir gerade so einfällt - natürlich auch Patagonien oder eine schöne Ecke Brasiliens oder vielleicht auch eine Stadtrundfahrt in Lima sein.

Eine meiner gefürchteten Wochenendtouren könnte nach Israel gehen, ich muss ja wieder in den Ungerade-Jahre-Rhythmus kommen. Nein, im Ernst, wenn es nach Israel geht dieses Jahr, gehe ich alleine, denn irgendwie ist niemand so richtig begeistert, mit nach Jad Waschem zu kommen (und das ist jetzt einfach mal dran), und wenn ich diesmal wieder nicht auf den Tempelberg kommen sollte, ist es mir nicht so peinlich, wenn ich nur meine Planung versaue ...

Der geneigte Leser sieht, dass da alles noch ein bisschen wackelt, was auch daran liegt, dass ich nicht so ganz genau weiß, was 2019 schlussendlich für mich bringt - vielleicht geht es nochmal nach Ungarn, vielleicht passiert ganz was anderes, emol luege, so sagt man, auch das weiß der geneigte Leser inzwischen, im Schwarzwald, schaun mer mal ...

Samstag, 5. Januar 2019

Vor zwölf Stunden

... hatte ich keinen blassen Schimmer, dass ich jetzt stolzer Besitzer eines Flugtickets nach Südafrika sein würde, aber gut ...

Heute (gestern, 4. Januar) saß ich in der Mittagspause und guckte mal - wie so oft - nach Flügen sonstwohin. Da fiel mir ein Flug von Frankfurt über Madrid nach Johannesburg ins Auge - Kostenpunkt für hin und zurück: 360 Euro ...

Nun, ich informierte Jessi und Christian über dieses Angebot, das man nicht abschlagen kann, und weil ich heute sowieso vorhatte, zu ihnen zu fahren, saßen wir dann am Abend bei ihnen in der Wohnküche und haben gebucht.

Nun fliegen wir am 2. März abends von Frankfurt nach Madrid und noch am gleichen Abend weiter nach Johannesburg. Dort kommen wir am 3. März an und übernehmen das (erste) Mietauto. Mit dem düsen wir nach Nelspruit, wo wir die ersten beiden Nächte übernachten.

Am 4. März fahren wir in der Kruger-Nationalpark und gucken Elefanten und Zebras und Giraffen und wer-weiß-was-da-sonst-noch-rumläuft ...

Das Auto geben wir am 5. März ab (man kann die Buchung so interpretieren, dass das im Hotel abgeholt wird, mal sehen ...) und steigen in den Bus nach Maputo in Mosambik (für meine Länderliste muss da ja auch was bei rumkommen ...).

Nach zwei Tagen in Maputo, der angeblich recht hübschen Hauptstadt, Mosambiks geht es wieder mit dem Bus zurück, diesmal nach Johannesburg. Dort übernachten wir eine Nacht, bis wir am 8. März früh morgens von Johannesburg nach Kapstadt fliegen.

In Kapstadt haben wir den Rest des 8. und den ganzen 9. März, ehe es dann am 10. März - wieder früh morgens - zurück nach Johannesburg geht. Vielleicht fahren wir ins Apartheid-Museum, mal sehen, jedenfalls fliegen wir am 10. März abends zurück nach Spanien und landen am 11. März am späten Vormittag in Deutschland.

Die Busfahrten haben wir noch nicht final gebucht, weil ich jetzt doch kurzfristig einen neuen Pass beantragen muss (und die Passnummer angeben muss), weil die Südafrikaner mindestens zwei freie Seiten im Pass haben wollen, und da das mosambikanische Visum entweder in den alten Pass muss (und ich dann keine zwei Seiten mehr frei hätte) oder halt gleich in den neuen kommt, wird's halt ein neuer Pass. Der wird am Dienstag beantragt - juchhe ...

Wir haben dann eben auch gleich noch Hotels in Kolumbien und Panama hinterhergebucht, sodass meine Kreditkarten jetzt erstmal auskühlen müssen. Coolio ...

Achso: Gutes neues Jahr, jetzt mache ich aber Schluss für heute. Gute Nacht!

Montag, 31. Dezember 2018

Der Staatsanwalt meines Vertrauens

... ging vorgestern mit uns noch einmal den Überfall aus Tunis durch, weil ich von ihm wissen wollte, ob das denn ein gemeiner Raub oder doch nur ein gemeiner Diebstahl war (jedenfalls wenn man deutsches Recht zugrundelegen würde). Auch wenn ich den Blog hier nicht in ein strafrechtliches Proseminar umwandeln will, so darf ich doch seine Erläuterung preisgeben (hoffe ich ...): Da der Typ meiner Mutter nicht nur die Kette vom Hals, sondern auch ihren Körper mitriss (ehe die Kette nachgab und kaputtging), wandte er Gewalt auf sie an, was das Ganze zu einem Raub machte. Wäre die Kette also sofort gerissen, ohne meine Mutter körperlich zu beeinträchtigen, wäre es demzufolge nur ein Diebstahl gewesen.

Soviel zur Klarstellung, nicht dass ein Dieb (so er denn einer gewesen wäre) sich als Räuber verunglimpft fühlt und mich womöglich für den erlittenen seelischen Schaden in Anspruch nehmen möchte. Verklag mich doch!

Der eigentliche Grund für den Besuch bei meiner Studienkollegin und dem Staatsanwalt (ihrem Mann ...) war aber natürlich die Inaugenscheinnahme ihres gemeinsamen Sohnes. Ham se gut gemacht, die beiden ...

Danach fuhren wir vom Sauerland an den Niederrhein und trafen dort eine alte Bekannte meiner Mutter. Obwohl wir gestern eigentlich nur eine Entfernung von wenigen Kilometern zu überwinden hatten, um an den Übernachtungsort gestern Abend zu kommen (hier trafen wir die Tochter von alten Freunden meiner Mutter sowie ihre Familie), machten wir einen veritablen Ausflug daraus.

Zunächst waren wir in Venlo zum Einkaufen, was die Niederlande zum 28. besuchten Land dieses Jahr machte. Danach fuhren wir kurz nach Belgien (da war ich dieses Jahr auch noch nicht gewesen), damit es dann 29 besuchte Länder dieses Jahr werden. Bescheuert? Wer? Ich?! Na warte!

Das Ziel des Ausfluges war aber Aachen (in Deutschland war ich dieses Jahr schon ...): Wir fuhren in ein Parkhaus direkt in der Innenstadt, liefen ein paar Schritte und guckten uns dann den Domplatz an. Natürlich gingen wir auch rein und machten ein paar Fotos (theoretisch muss für einen Euro eine Fotografiererlaubnis erwerben, nur fand ich niemanden, der sie vergab, also machte ich Fotos und spendete danach zwei Euro für die Erhaltung des Doms). Dieser alte Kaiserdom ist schon wirklich sehr beeindruckend, gerade weil an ihm über die Jahrhunderte immer wieder herum- und angebaut wurde. Doch, den Dom darf man sich durchaus mal selbst angucken, der ist toll.

Wir fuhren wieder zurück an den Niederrhein, hatten dort einen wunderbaren Abend und fuhren heute Morgen dann ganz entspannt zurück nach Wiesbaden.

Jetzt wird noch ein wenig geruht, und dann geht es heute Abend zum Silvesterfeiern ins - hört, hört - Sherry & Port.

2018 war toll, 2019 wird's hoffentlich auch - wir sehen uns im nächsten Jahr ...