Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Montag, 16. April 2018

Joa, und dann

... schreibe ich öfter, fällt mir bei der Nachbetrachtung von gestern auf, sorry, ich versuche, mich zu bessern ...

Ich war um 2.30 Uhr wach, mein Körper schrie "schlafen" und gleichzeitig "aufwachen, es ist schon 10.30 Uhr, du Schlafmütze", aber diesmal verschlief ich - anders als in Südkorea einst im Mai - nicht. Ich schlief zwar erst um 4 Uhr oder so wieder ein, aber den Wecker um 5.30 Uhr hörte ich ... Was ist das denn für ein Urlaub, wenn man sich freiwillig den Wecker auf 5.30 Uhr stellt, sachma?!?!

Nun, ich stand jedenfalls und ging um ziemlich genau 6 Uhr nach unten an den Pool. Ich duschte ordnungsgemäß und stieg dann ins Wasser. Freunde, ich weiß, ich bin nicht gerade dünn, aber wenn ich soviel Wasser verdränge, dass der Swimmingpool komplett überläuft und den ganzen Poolbereich unter Wasser setzt, ist erstens der Pool ziemlich klein und zweitens der Höhenunterschied zwischen Wasserkante und Poolrand deutlich zu gering dimensioniert. Also ehrlich!

Nach der Aktion lief ich - natürlich von der Basehose tropfend und mit den Flip-Flops quietschend - durch die Hotellobby und hoch in mein Zimmer. Ich duschte und ging dann zum Frühstück. Wieder gab es lecker Bohnenpampe (ich schreibe das jetzt extra so, die schmeckt wirklich nicht schlecht), dazu Ometlett auf Toast und Bananen und Melone und Ananas. Durchaus wohlschmeckend, das Ganze.

Etappe 0
Gegen 7.15 Uhr checkte ich aus (der Nachtwächter hatte gestern Abend bei meiner Heimkehr ein dickes Gewehr in der Hand gehabt, El Salvador scheint nicht so ganz hundertprozentig sicher zu sein nachts ...) und machte mich auf den Weg, meinen Bus zu suchen, mit dem ich die erste von insgesamt fünf Etappen meines heutigen Roadtrips bewältigen wollte. Ich wusste, dass ich die Nummer 235 nehmen sollte und wo die abfuhr. Das war aber ein Stückchen zu gehen und ich hoffte, den Bus irgendwo in der Stadt abfangen zu können. (Den Hinweis meiner Rezeptionistin ignorierte ich, denn der war komplett daneben, jedenfalls für die 235.) Joa, und dann ... ... och, menno, also ich lief durch die rechtwinklig angelegten Straßen von Santa Ana, immer in die Richtung, in der ich einen Bus sah, kam unterwegs - schon leicht schwitzend - an einem schönen Park und einem verfallenden Gebäude vorbei, stellte mich kurzzeitig an eine Bushaltestelle, ehe ich sah, dass da nichts von der 235 drauf stand, ging dann wieder in Richtung Süden und stand gerade einer Tankstelle, während mich ein Bettler bequatschte, als ich die 235 vorbeifahren sah.

100 m oder so von mir entfernt blieb sie stehen, und ich vermutete, dass sie eh sofort weiterfahren würde, also ging ich gemächlichen Schrittes an den Haltepunkt und wollte den Bus zwanzig Minuten später nehmen. Als ich schon fast da war und gerade dachte, dass der vielleicht doch auf mich wartet, fuhr der Bus nun direkt vor meiner Nase weg. Naja, passiert, zwanzig Minuten (kurz nach acht Uhr) später sollte der nächste Bus kommen.

Etappe 1
"Oh, oh", denkt jetzt so mancher, "solche Ansagen gehen bei dem doch immer schief ..." Aber nein, tatsächlich, der nächste Bus kam 20 Minuten später, sammelte mich auf (ich zahlte 90 US-Cents) und ab ging es in Richtung Metapán. Unterwegs stiegen immer mal wieder Leute ein und aus, viele wollten nach - ich verstand - "Texas", ehe ich nachguckte und sah, dass es eine Stadt namens Texistepeque gibt, die hier wohl alle "Texis" nennen ... Auf der Etappe stand mein Koffer neben mir und okkupierte den Fußraum meines Nebensitzes, es sollte die letzte Etappe bleiben, auf der das so einfach ging ... Nach einer gut eineinhalbstündigen Fahrt - es war jetzt 9.30 Uhr - kamen wir in Metapán an.

Etappe 2
Im fliegenden Wechsel ging es in den Bus nach Anguiatu, den Ort an der salvadorianisch-guatemaltekischen Grenze. Die erste Minute stand ich im Bus, ehe eine Frau mir ein bisschen Platz machte (wir saßen dann zu dritt auf der Bank), während mein Koffer phänomenal im Weg stand ... Nach einer Viertelstunde oder so stieg der halbe Bus aus und wollte zunächst über meinen Koffer klettern, ehe mein Nebenmann auf der anderen Seite des Busses den Koffer kurz in seinen Fußraum nahm, damit alle vorbeikonnten. Als der Bus leer war, nahm ich mir meinen eigenen Sitz und meinen Koffer wieder zu mir, und alles war gut ...

Der Bus hielt genau an der Grenzstation, ich bekam keinen Ausreisestempel aus El Salvador, dafür aber einen Computerausdruck, dass ich um 10.08 Uhr aus El Salvador ausgereist sei ("zu Fuß" übrigens, stand da drauf ...). Den Wisch wollte vor der Grenzbrücke noch einer sehen, und schon war ich wieder als El Salvador draußen, ohne dass auch nur eine einzige Kugel in meine Richtung geflogen wäre ...

An der guatemaltekischen Einreisekontrolle lief ich fast vorbei, weil ich ins Gebäude reingehen wollte, obwohl ich vorher an einer der Schalter meinen Pass hätte abgeben müssen - übelgenommen hat mir das keiner. Auch hier lagen überall die Zollzettel herum, aber ausgefüllt hat die eh keiner, und kein Grenzer wollte sie haben, also lasse ich das in Zukunft sein (fliegt mir dann irgendwann um die Ohren, klar, aber erstmal spare ich mir so Zeit ...). Kein Zoll ward gesehen und ich lief - an etlichen Lkws vorbei - in Richtung Guatemala. So ein Typ sprach mich an, ob ich in Richtung Chiquimula wollte, was ich bejahte. Er zeigte in die allgemeine Richtung die Straße hoch, aber ich lachte mir einen Mitreisenden an, der mit mir wartete und die Leutchen ein bisschen besser verstand.

Irgendwann kam unter Gehupe ein Kleinbus angerauscht, der Typ brüllte "Chiquimula" und wir stiegen ein.

Etappe 3
Zunächst ging es in sehr gemütlichem Tempo über die Dörfer (weil immer irgendwo einer ins Dorf abseits der Straße musste) und auch auf der Hauptstraße hätte ich mich nur wenig anstrengen müssen, um den Bus im Gehen zu überholen. Nach einer Stunde oder so waren wir in Concepción Las Minas, und am dortigen Marktplatz standen wir dann ein Weilchen und warteten, bis der Bus voll wird (bis dahin waren wir als Handvoll Gäste unterwegs). Leute kamen vom Abstimmen (die Guatemalteken stimmten heute darüber ab, ob sie ihren Territorialdisput mit Belize dem Internationalen Gerichtshof vorlegen, wenn ich das richtig verstanden habe), und gegen 12 Uhr waren wir startklar (und mein Koffer im Kofferraum, nachdem der Steward ihn dorthin befördert hatte ...).

Auf einmal hatte der Fahrer das Gaspedal gefunden und fuhr (diese doofen Hubbel - das ist ein Fachbegriff!!! - sind einfach zum Weinen) deutlich schnelleren Tempos in Richtung Chiquimula.

Schnell wurden wir aber von einer Polizeikontrolle ausgebremst, und als der Polizist die Ausweise sehen wollte, wusste ich, dass das gleich lustig wird. Jeder zeigte seinen Personalausweis vor, kurzes Nicken des Polizisten, ich hielt ihm meinen Pass hin.

In seinen Augen zerbrach etwas, denn nun musste er sich doch in den Kleinbus begeben (was er bis dahin vermieden hatte) und den Pass begutachten. Er starrte sekundenlang auf die Passhülle und versuchte verzweifelt (das konnte man seinem Gesicht ansehen) zu eruieren, aus was für einem Land zur Hölle dieser gringo jetzt kommt (meist werde ich in solchen Situationen für einen Niederländer gehalten, denn wenn die Leute ein bisschen Englisch verstehen, lesen sie anstatt "Deutsch"(land) etwas von "Dutch", also "niederländisch", was zu weiteren Verwirrungen führt). Er gab es auf, blätterte den Pass durch auf der Suche nach dem Einreisestempel, verzweifelte abermals, weil er ihn vor lauter anderen Stempeln nicht sofort fand, und war am Ende heilfroh, als er etwas von Guatemala gefunden hatte und mir den Pass wiedergeben konnte, ohne das Gesicht zu verlieren. Ich sparte mir mein Grinsen, bedankte mich kurz, und weiter ging's (die Guatemalteken hatten das Schauspiel auch verfolgt und verkniffen sich das Schmunzeln teilweise nicht ...).

Am Río Dondo wurde ich aus dem Bus geworfen, denn ich hatte dem Schaffner beim Kauf meiner Fahrkarte gesagt, dass ich zur frontera, zur Grenze, wollte und er hatte - ich kam ja von einer (anderen) renze - richtig geschlussfolgert, dass ich wohl an die Grenze zu Honduras wollte. Er pfiff einen Bus an, dass ich (und ein paar andere) noch mitwollte, mein Koffer wurde ausgeladen und beim anderen Bus aufs Dach geladen, und so beginnt die vierte Etappe.

Etappe 4a
Der Bus war voll, und so musste ich stehen. Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn ich denn aufrecht hätte stehen können. Nur war das Ding so klein, dass ich nur mit nicht durchgestreckten Beinen und schiefgehaltenem Kopf überhaupt stehen konnte. Mein Schädel knallte ständig (doofe Hubbel, doofe) an die Dachverkleidung, ich hatte wegen meines im Vergleich zum durchschnittlichen Guatemalteken recht hohen Schwerpunktes und der abenteuerlichen Fahrweise des Busfahrers manchmal Schwierigkeiten, mich auf den Beinen zu halten (vor allem, wenn der Schaffner noch halb in mir drin stand, um die Leute hinter mir abzukassieren), und zu allem Überfluss hörte ich bei dieser Berg- und Talfahrt Mundharmonika-Gejodel aus dem Radio, dass ich dachte, ich bin in Österreich ...

Wir waren gerade in Camotán auf halber Strecke, als ich plötzlich - frontera, frontera - aus dem Bus geworfen wurde und wieder in fliegendem Wechsel (meinen Koffer hinter mir her zerrend, auf dass dieser diesmal in den Gepäckraum unter dem Fahrgastbereich verstaut würde) einen anderen Bus bestieg.

Etappe 4b
Hier bekam ich einen Sitzplatz, meine Fahrkarte aus Etappe 4a galt immer noch, und jetzt ging es - mit einem deutlich gesitteteren Busfahrer - durch die - übrigens in El Salvador, Guatemala und Honduras sehr reizvolle - Gegend. Nach einer halben Stunde Fahrt (heute rotzte keine alte Oma in eine Plastiktüte, wie gestern geschehen) kamen wir an die guatemaltekisch-honduranische Grenze und wurden wieder aus dem Bus geworfen. (Irgendwann unterwegs fiel mir auf, dass die Salvadorianer und Guatemalteken und Honduraner, auch wenn man sie sicher nicht in einen Topf werfen sollte, ganz überwiegend Jeans tragen, was ich in dieser Dichte nicht unbedingt erwartet hätte - Cowboyhüte tragen auch einige, aber das ist nun nicht die Mehrheit ...)

Die guatemaltekische Ausreise brachte ich schon auf honduranischem Boden hinter mich, denn die beiden Staaten haben ihre Kontrollstellen zusammengelegt. Zuvor hatte ich - noch in Guatemala - Geld gewechselt, und diesmal war der Wechsler korrekt, auch wenn der Kurs - natürlich nicht -  optimal war, aber jetzt hatte ich wenigstens ein paar honduranische Lempiras.

Die Schlange bei der guatemaltekischen Ausreise war nicht vorhanden, der Herr war sehr freundlich und wollte eigentlich auf eine schon belegte Seite stempeln, am Ende stempelte er aber doch eine neue Seite an, sei's drum. Er schickte mich in die Schlange nebenan zur honduranischen Einreise, die ich bei einer ebenfalls sehr freundlichen Grenzerin nach Abgabe von Fingerabdrücken und 30 Quetzales (sie wollte guatemaltekisches Geld haben, die Honduranerin, verstehe, wer wolle ....) überstand. Das erste Mal wurde ein Einreisestempel direkt in den Pass gedruckt (ich kannte nur entweder normale Stempel oder Sticker, auf die etwas aufgedruckt wird und die dann in den Pass geklebt werden), und um genu 13.51 Uhr und 55 Sekunden war ich nach Honduras eingereist und in meinem 132. Land. Juchhe ...

Ich zerrte mein Gepäck wieder ein paar Meter bis zum Verlassen des Zollbereichs (der Zoll selbst will nichts von Touristen, aber die Busse wollen nicht in diesen Zollbereich reinfahren und warten deswegen draußen), wo schon ein Kleinbus stand.

Etappe 5
 Als nach vielleicht zwanzig Minuten die Ablösung kam, fuhren wir los, obwohl immer noch nicht alle Plätze belegt waren, und es ging auf die letzten zehn Kilometern bis nach Copán Ruinas. Das dauerte nicht lang (auch wenn die Strecke angesichts des Warnhinweises "No vomitar en el bus, por favor" - "Bitte übergeben Sie sich nicht in den Bus" für manche wohl doch lang wird), war aber sehr schön (überall bunt blühende Bäume, das hatte ich so weder in Guatemala noch in El Salvador gesehen), und wir hielten einen Block von der Plaza Central entfernt. Mein Fahrer wuchtete den Koffer wieder runter vom Dach und ich ging zur Plaza Central. Ich wusste nicht genau, wo mein Hotel lag (ich hatte Google Maps gestern nicht für Copán heruntergeladen, ich Dussel), stellte aber fest, dass es genau neben der Kirche an selbiger Plaza Central liegt.

Ich checkte in mein völlig akzeptables Zimmer (nein, fast akzeptabel, jeder darf raten, wieso nur "fast"; kleiner Tipp, es klingt so ähnlich wie "abduschbarer Nehmkopf") und begab mich dann auf einen kurzen Spaziergang durch dieses sehr hübsche Städtchen.

Ich kaufte unterwegs eine dringend benötigte Cola und kam am Ende am "Llama del bosque" raus, das bei Wikivoyage empfohlen wurde. Ich bestellte ein typisch honduranisches Essen, im Tontopf gekochte Bohnenpampe und (ich hatte "mixto" gestellt) Hühnchengeschnetzeltes mit Tortillachips und Mixed Pickles, und trank ein honduranisches Bier namens "Salvavida", was übersetzr "Schwimmring" heißt. Das Essen war sehr lecker (aber auch seeeehr sättigend, und das, obwohl ich richtig Hunger hatte), und das Bier ist das erste Bier auf dieser Reie gewesen, das mich überzeugt hat - in Guatemala und El Salvador waren die mir alle zu laff.

Ich lief zurück zur Plaza Central, wurde von einem Besoffenen angequatscht und entschied mich dann, das Archäologische Museum dort zu besuchen. Das Ding ist klein, aber fein, ich war der einzige Besucher (drei Euro ist okay, nicht zu wenig, nicht viel zu viel) und guckte mir einige durchaus beeindruckende Skulpturen und bemalte Objekte an, die bei den Ausgrabungen in Copán gefunden wurden.

Ich holte mir noch was zu trinken und war dann gerade vor dem Wolkenbruch im Hotel, duschte kurz und gehe jetzt gleich, relativ früh, ins Bett ...

Morgen will ich um 8 Uhr an den Ruinen sein, habe dort ein paar Stunden und fahre ja dann um 14.20 Uhr zurück nach Guatemala-Stadt, wo ich um 19.20 Uhr ankommen soll. Ich werde wohl ein Taxi in mein Flughafenhotel nehmen, denn übermorgen geht es ja schon zu allerfrühester Zeit nach Flores, das wird auch schön ...

Guatemala-Stadt

Guatemala-Stadt: Plaza de la Constitución

Santa Ana: Kathedrale

Santa Ana

Copán Ruinas: Plaza Central

Kirche an der Plaza Central (hinter dem Baum rechts ist mein Hotel)

Stele vor dem Archäologischen Museum

Sonntag, 15. April 2018

Helmut Kohl

... hatte mal diesen berühmten Blackout, und den hatte ich heute auch, aber solange mich sowas nur zwölf Dollar kostet und nicht den Ehrenvorsitz einer Volkspartei (jaja, ich weiß, das war nochmal eine andere Affäre), ist das alles zu ertragen. Und die Leser dieses Blogs haben einen weiteren Grund, breit zu grinsen ...

Das Boarding zu meinem Flug nach Guatemala war ein wenig unorthodox: Am Flughafen in Mexiko gibt es Gates, und die führen dann nochmal zu "Unter"-Gates, von denen man dann mit dem Bus abgeholt wird. Ich sollte also beim Gate 75A raus, mir wurde auch die Einreisekarte abgenommen, als Zeichen, dass ich schon wieder aus Mexiko ausgereist war, und ich bekam auf die Bordkarte eine "7" gekritzelt - das bedeutete, dass ich bei der Tür 7 in den Bus einsteigen musste.

Am Ende fuhr der Bus von der 7 gerade weg, ich sollte dann in den Bus einsteigen, der bei der 9 stand, das tat ich, und - Wunder über Wunder - ich kam tatsächlich im richtigen Flieger an. Meine Sitznachbarin blockierte zunächst mit ihrem, ähm, sogenannten, "Hand"-Gepäck meinen Sitz, ehe sie den dann noch an der Tür einchecken konnte - besser war das.

Der Flug war ereignisarm, ich las den aktuellen "Spiegel". Die Einreise in Guatemala war sehr fix, die Gepäckausgabe etwas chaotischer und langwierig (es gab keine Anzeige, wo das Gepäck ankommen sollte), aber nach endlicher Zeit kam mein geliebtes schwarzes Stück Plastik. Die Ampel am Zoll zeigte für mich "grün" an (die machen das in Guatemala wie in Mexiko und untersuchen nach dem Zufallsprinzip die eingeführten Gepäckstücke ...).

Im Ankunftsbereich gibt es keinen Geldautomaten, sodass ich - Pass vorzeigend, aber zum Glück keine Bordkarte benötigend (Ausländerbonus) - in den Abflugbereich marschierte, dort Geld holte und mich dann mit dem (teuren) Flughafentaxi zu meinem Busunternehmen bringen ließ.

Ich konnte schon "einchecken", d.h. insbesondere meine Koffer aufbewahren lassen, und fuhr dann mit leichtem Gepäck und nach ein bisschen Suchen (erst nach dem richtigen Einstieg und dann nach einem Markt, wo ich eine Kleinigkeiten kaufen konnte, um die Fahrkarten für jeweils 11 Cent zu lösen ...).

Nach einem längeren Spaziergang durch die sehr wuselige Fußgängerzone von Guatemala-Stadt kam ich an der Plaza de la Constitución raus, dem Verfassungsplatz. Dort weht eine riesige Flagge und am Kopf des Platzes ist eine durchaus hübsche Kirche. Guatemala-Stadt ist ein bisschen unübersichtlich und hat wohl auch nicht die Mega-Highlights von Sehenswürdigkeiten, aber diese Plaza ist ganz hübsch.

Ich aß in einer Touristenkneipe (naja, sagen wir, gehobenen Gaststätte ...) sehr gut und nicht gaaaaanz billig zu Mittag. Es gab ein angeblich typisches Gericht, nämlich ein vernünftig gebratenes Steak und danach eine ganze Barrage an Beilagen: Nachos, Guacamole, Pico de Gallo (eine Tomatensalsa), eine gar nicht so schlechte Bohnenpampe und Maistortillas, deren graue Farbe ich recht gewöhnungsbedürftig fand (lecker waren sie aber). Als Abschluss gab es eine Art Milchreis, auch sehr schmackhaft.

Mein Transmetro-Bus, den ich danach aufsuchte, stand im Standverkehr im Stau, aber ich kam gerade noch pünktlich eine halbe Stunde vor Abfahrt zu meinem Ticabus. Mein Gepäck war auch schon im Bus, was mir nicht ganz recht war, weil ich meinen Rechner gerne zum Aufladen des Handys genutzt hätte, aber das hat am Ende doch (knapp) gelangt ...

Joa, und dann ging es erst eine Stunde aus dem Stadtverkehr von Guatemala-Stadt raus hoch auf die Hügel und dann durch selbige in Richtung grenze. Das waren teilweise fantastische Ausblicke auf die Hochebenen, aber (leider) machte sich der fehlende Schlaf nun doch bemerkbar, sodass mir öfter die Äuglein zufielen.

Ich schreckte hoch, als wir an der Grenze waren. Ich stampfte im Halbschlaf hinter den anderen zur Ausreisekontrolle, in der Schlange fiel mir auf, dass mir der Zollzettel, den wir zum Ausfüllen bekommen hatten, fehlte; es war weniger eine bewusste Entscheidung denn meine schläfrige Trägheit, es einfach ohne zu versuchen - hat geklappt. Die Dame war ein wenig verwirrt, aber wohl vor allem deswegen, weil ich am Tag der Einreise nach Guatemala auch gleich wieder rauswollte, ansonsten ging das recht fix.

Joa, und dann kamen die Geldwechsler. Der Kurs, den sie mir ansagten, 7,4 Quetzales für einen US-Dollar war sehr gut, sodass ich zumindest für die Taxifahrt ein paar Dollar ertauschen wollte. Nur kamen meine Schläfrigkeit und ein manipulierter Taschenrechner zusammen, sodass ich - Mathematiker und Zahlen ist ja eine schwierige Geschichte - am Ende "mal" und "geteilt" verwechselte und mich nach allen Regeln der Kunst über den Tisch ziehen ließ ...

Jeder normale Mensch merkt, dass 200 geteilt durch 7,4 nicht 15 sein kann, aber ich habe es in der Minute nicht gemerkt - zum Glück habe ich nicht 100 Dollar wechseln wollen, das wäre ärgerlicher gewesen.

Fünf Minuten später war ich hellwach, als mir das auffiel, aber da war es schon zu spät - sei's drum, das passiert halt, wenn man Taschenrechnern blind glaubt ...

Den guatemaltekischen Ausreisestempel hatte ich im Pass, aber in El Salvador bekam ich keinen Einreisestempel (das hätte wieder Gemecker in der Matthias-Claudius-Straße gegeben ...), als die Grenzerin in den Bus kam, die Pässe anschaute und dann den Bus wieder verließ. Zwei Zöllner kamen kurz darauf auch noch einmal rein, aber die interessierten sich eher für Drogen oder Lebensmittel, denn für einen Touristen und seine Habe.

Eine Stunde später kamen wir in Santa Ana an, ich nahm mir ein Taxi zu meinem - bis auf den nicht abnehmbaren Duschkopf - sehr schönen Hotel und ging kurz darauf - es war schon dunkel geworden - durch die Straßen der Stadt in Richtung des Hauptplatzes. Das Theater und die Kathedrale sahen auch im Dunkeln sehr schön aus, da war auch viel los, aber an den Ständen dort etwas zu essen kaufen traute ich mich noch nicht, zumal ich heute schon viel gegessen hatte.

Als ich keine mich ansprechende Kneipe fand, lief ich durch die immer dunkler werdenden Gassen Santa Anas in Richtung einer Fischkneipe. Ein bisschen mulmig war mir, als die Straßenlaternen spärlicher wurden, im Hintergrund eine Alarmanlage heulte und mir eine Dame aus dem horizontalen Gewerbe über den Weg lief, aber ansonsten war die Straße so leer, dass mir keiner auflauerte.

In der Fischkneipe aß ich wider besseres Wissen einen Garnelen-Krabben-Cocktail, der aber sehr lecker war, und trank zwei Bier.

Nach dem Heimweg wollte ich eigentlich in den Pool, aber der war schon geschlossen und ich hielt mich mal dran (morgen früh geht's um 6 Uhr vielleicht rein, mal sehen ...). Jetzt spielt gerade eine Band auf der Tankstelle gegenüber, ich hoffe, die geben bald Ruhe, aber heute Nacht schlafe ich wahrscheinlich ohne Rücksicht auf Verluste.

Morgen geht's nach Copán in Honduras, mein 132. Land ...

Fotos wollen heute nicht, gibt's dann hoffentlich morgen - gute Nacht bzw. guten Morgen nach Deutschland!

Samstag, 14. April 2018

Die Hälfte

... ist in gewisser Weise geschafft, denn ich habe die Etappen von Frankfurt nach Paris und von Paris nach Mexiko-Stadt sehr gut überstanden. In einer Stunde (7.30 Uhr Ortszeit, 14.30 Uhr deutscher Zeit) boarde ich zum Flug nach Guatemala-Stadt, wo ich um 9.20 Uhr Ortszeit (17.20 Uhr deutscher Zeit) ankomme. Von dort geht um 14 Uhr Ortszeit (22 Uhr deutscher Zeit) dann in Richtung El Salvador, wo ich - in Santa Ana - so hoffentlich gegen 18 Uhr Ortszeit (2 Uhr deutscher Zeit am Sonntag Morgen) ankomme. Vielleicht kann ich mein Gepäck bei der Busstation abgeben und dann noch zwei Stunden oder so in die Stadt fahren, weil ich sonst von Guatemala-Stadt nicht so wahnsinnig viel sehen werde.

Ich werde in Santa Ana sicherlich noch was essen und vielleicht noch kurz den Pool aufsuchen, aber irgendwann kommt der Mann mit dem Hammer ganz bestimmt heute Abend. (Ich bin jetzt auf einen Hochstuhl hier in den Lounge in Mexiko-Stadt umgezogen, da ist die Gefahr kleiner, einzupennen und dann den Flieger zu verpassen).

Wir kamen mit einer halben Stunde Verspätung in Frankfurt weg, aber kamen pünktlich an, und außer einem schönen Ausblick aufs Abendrot war der Flug ereignislos. Kurz vor der Ankunft am Gate gegen 21.25 Uhr hatten sie uns vorgewarnt, dass der Shuttlebus, der im sauberen Bereich (d.h. ohne weitere Sicherheitskontrolle) verkehrt, ab 21.30 Uhr den Dienst einstellt. Leider hatten sie recht, sodass ich durch den öffentlichen Bereich und mit dem öffentlichen Shuttle fahren musste und am anderen Terminal wieder durch die Sicherheitskontrolle.

Bei der Passkontrolle stellte ich mich doof (das kann ich ja gut ...) und durfte durch die Business-Class-Schlange. Bei der Sicherheitskontrolle half alles nichts mehr, da musste ich mich ganz normal anstellen, aber das passte. Die Sprengstoffkontrolle überstand ich auch unbeschadet, und dann stieg ich als einer der Letzten in den Flieger ein.

Ich saß ganz hinten, gegenüber der Toilettentüre, aber das war weder von der Geruchs- noch von der Andrangbelästigung her auch nur ansatzweise so schlimm wie befürchtet. Der Franzose neben mir war sehr freundlich, nur verstand ich nicht, wieso er nicht umzog, als die Türen geschlossen waren und wir schon rollten, weil der Platz neben ihm frei war. Ich schlug ihm das dann vor, aber er zeigte dann auf den Sitz, auf dem eine Decke angeschnallt war, was wir als Zeichen interpretierten, dass da auch noch ein Ruheplatz für die Besatzung ist. (Irgendwann nach ein paar Stunden Flug zog er dann doch um, da hatten wir dann Business-Class-Belegung, das war deutlich angenehmer ...)

Das Unterhaltungsprogramm von Aeroméxico hat auch eine deutsche Benutzerführung, aber leider waren die Filme nur auf Englisch (oder Spanisch oder Französisch) zu kriegen, aber komischerweise verstand ich heute Nacht mehr als sonst.

Ich guckte drei Science-Fiction- bzw. Fantasy-Filme, von denen ich einen schon wieder vergessen habe, schlief ungefähr zwei Stunden und schaute den Rest der Zeit entweder auf die Karte, Fernsehserien oder Live-Fernsehen (CNN) - das war letzte Nacht ganz interessant, weil sie über die Luftangriffe der Alliierten in Syrien berichtet haben.

Der Flug dauerte elf Stunden und fünfzig Minuten, weil wir nicht nur böse Gegenwind hatten (teilweise über 100 km/h) und ab und zu wild gewackelt wurde (auch einmal, als ich auf der Toilette war, hui ...), sondern auch eine ziemlich nördliche Route flogen und im Süden der USA mehr oder weniger im Zickzack unterwegs waren.

Die Einreise in Mexiko-Stadt (man muss hier - ähnlich wie in den USA - beim Umsteigen auf alle Fälle einreisen) ist ein bisschen chaotisch, weil es hier Einreiseautomaten gibt, die auch auf Deutsch beschriftet sind, aber an die darf man nicht ran (da muss ich noch genauer eruieren, was da Sache ist, vielleicht auf dem Heimflug), aber am Ende kam ich in der Schlange für die Mexikaner relativ schnell durch. Sowohl die Dame beim Check-in in Frankfurt als auch die hier am Gepäckband meinten zu mir, dass mein großes Gepäck durchgecheckt würde, dann hoffen wir mal, dass das so ist.

Joa, und jetzt bin ich seit eineinhalb Stunden in meiner Lounge, habe erstmal am frühen Morgen (5.30 Uhr Ortszeit) zwei Bier getrunken und bin jetzt gespannt auf den zweistündigen Weiterflug in mein 130. Land, Guatemala, und danach die Busfahrt in mein 131. Land, El Salvador. Zwei neue Länder und drei nichteuropäische Länder an einem Tag hatte ich auch schon lange nicht mehr ...

Freitag, 13. April 2018

Hänschen klein

... ging allein in die weite Welt hinein, Stock und Hut steh'n ihm gut, ist gar wohlgemut ...

Mit diesem Kinderlied verbinde ich eine Hassliebe - immer, wenn ich es sang (und aus einem unerklärlichen Grund habe ich als Kind freiwillig gesungen), fing ich an zu heulen, denn: "Aber Mutter weinet sehr", und das fand ich wohl eher nicht so toll ...

Nun denn, 31 Jahre später oder so, heute Morgen fing eine Kollegin an, die Melodie zu summen, und prompt durchlief ich wieder jenes Wechselbad der Gefühle ...

Der Autor dieses Blogs - nennen wir ihn Hans - ließ und lässt sich aber von der Sorge seiner Mutter (oder auch seines Bruders) nicht beirren und reist weiterhin durch die Weltgeschichte. (Und nein, die Notrufnummer des Auswärtiges Amtes habe ich zwar herausgesucht, werde sie aber hier nicht posten, damit ich es euch nicht zu einfach mache, die armen Beamten in Berlin mit besorgten Anrufen zu überziehen, wenn ich mal bloße drei Tage nichts von mir habe hören lassen ...)

Heute also geht es nach Guatemala, und weil das so ganz ohne Umsteigen langweilig wäre, nehmen wir die doppelte Portion, mit Umstiegen in Paris und Mexiko-Stadt.

Obwohl ich erst vor kaum zwei Wochen im Urlaub war, war heute so ein Bürotag, an dessen Ende ich mich so auf Urlaub freute wie selten (und ich freue mich meistens auf einen Urlaub), und das Schietwetter, das Wiesbaden heute ereilte, tat sein Übriges dazu (ich habe heute Morgen kein Jäksche angezogen, aber dafür noch eine Regenjacke eingepackt, jene aber gut tief unten im Koffer verstaut ...).

Also denn, auf zum Flughafen, hieß es, und beim Baggage Drop-off war gähnende Leere, weil ich für den Flug vorher zu spät und für meinen Flug ein bissel früh da bin. Ehe ich dazu kam, mich zu wundern, wo denn alle hin sind, fand ich sie, also alle - die Schlange vor der Sicherheitskontrolle war so lang wie noch nie von mir in Frankfurt gesehen. Wenigstens ging alles relativ schnell (und ich kam mit einem Franzosen ins Gespräch, der nach Riga flug und deutlich knapper dran war als ich), die Air-France-Lounge war hinsichtlich meiner Lounge-Karte das Gegenteil von kulant, aber dafür habe ich sie jetzt - nach einer Viertelstunde Wartezeit, weil ich erst ab 18.30 Uhr mit meiner Karte hier reindarf - mit Würstchen und Brötchen und Soft Drinks gut geschädigt - die Biere hier sind furchtbar, und außerdem will ich vielleicht doch ein bisschen pennen, und ich bin immer noch unsicher, ob Bier dem Flugzeugschlaf zu- oder abträglich ist.

Der nächste Blogeintrag kommt, wenn alles gut läuft, morgen Vormittag (deutscher Zeit) aus Mexiko-Stadt - bis dahin hoffe ich, dass mir jeder einen guten Flug wünscht. Gute Nacht schon einmal ...

Donnerstag, 12. April 2018

Mañana

..., ja, morgen geht es mal wieder auf große Tour.

Ich habe heute für meine Flüge eingecheckt, und auch wenn ich auf dem großen Flug ein bisschen doof sitze, wird das durch die Fensterplätze auf den Flügen von Frankfurt nach Paris und von Mexiko nach Guatemala ausgeglichen - wird schon passen, zumal ich ja sowieso Filme gucken werde, so wie ich mich kenne ...

Ich plane, um 16.30 Uhr aus dem Büro zu verschwinden, dann müsste ich gegen 17.30 Uhr am Flughafen sein und genug Zeit zum Baggage Drop-off haben, denn mein Flieger geht um 19.50 Uhr. Um 21.15 Uhr komme ich in Paris am Flughafen Charles de Gaulle an und mich mich ein wenig sputen, denn um 23 Uhr geht es weiter mit Aeroméxico weiter, und ich muss das Terminal wechseln und ausreisen (und das Gepäck sollte idealerweise auch mitkommen ...).

Übermorgen komme ich um 4.15 Uhr Ortszeit (11.15 Uhr deutscher Zeit), also nach zwölf Stunden Flug, in Mexiko-Stadt an. Dort muss ich wohl einreisen, durch die Sicherheitskontrolle und auch durch den Zoll, sodass ich gut zu tun haben werde, ehe es um 8.15 Uhr Ortszeit (15.15 Uhr deutscher Zeit) weiter nach Guatemala-Stadt geht. Dort komme ich planmäßig um 9.20 Uhr Ortszeit (17.20 Uhr deutscher Zeit) an und werde mich zum Busbahnhof begeben (Taxis vom Flughafen sind angeblich recht teuer), um gleich weiter nach Santa Ana in El Salvador zu fahren. Wenn ich da am Samstag Nachmittag (also gegen Mitternacht deutscher Zeit) ankomme, bin ich sicherlich glücklich und zufrieden, aber ich fürchte, ich werde El Salvador nicht viel Ehre erweisen und nach einem kurzen Spaziergang durch Santa Ana erst in den Pool und dann ins Bett fallen - wir werden sehen ...

Ich habe eben den Bus von Copán nach Guatemala für den Montag gebucht (problemlose Online-Buchung), und meinem Hotel in Flores habe ich geschrieben, dass ich den von denen angebotenen Ausflug nach Tikal mitmachen möchte und am Tag darauf nach Belize fahren will. Mal sehen, dass das alles gut klappt.

Jetzt muss ich noch packen, und morgen früh will ich recht zeitig ins Büro, damit ich dann morgen Abend rechtschaffen müde bin und vielleicht im Flieger doch ein bisschen schlafen kann - wird schon klappen.

Sonntag, 8. April 2018

Heißgelaufen

... ist meine Kreditkarte in der letzten halben Stunde, denn ich habe jetzt endlich Hotels und Flüge in Mittelamerika gebucht. Jetzt muss ich nur noch ein paar Landstrecken buchen ...

Ich werde mich unmittelbar nach meiner Ankunft am 14. April in Guatemala-Stadt zum Busbahnhof kutschieren (lassen) und nach Santa Ana in El Salvador weiterfahren. Dort soll es eine hübsche Kathedrale geben, und es ist nicht so weit nach Guatemala und nach Copán in Honduras. Vielleicht habe ich sogar ein bisschen Zeit, um mir Tazumal anzugucken, was eine Viertelstunde von Santa Ana entfernt ist.

Am 15. April werde ich mich von Santa Ana nach Copán in Honduras durchschlagen und dabei wahrscheinlich erst einmal wieder nach Guatemala einreisen. Nach ein paar Stunden sollte ich dann in Copán ankommen.

Ich habe für die ersten beiden Nächte teurere Hotels genommen, Hotels mit Pool und Klimaanlage, damit ich mich hier erstmal richtig in den Urlaub einfinden kann.

Am 16. April werde ich mir morgens die Ruinen von Copán anschauen, die zu den wichtigsten Maya-Stätten gehören sollen, ehe ich nachmittags den Shuttle-Bus nehmen werde, der mich im Laufe des Nachmittags und frühen Abends wieder zurück nach Guatemala bringt.

Dort habe ich mir ein Hotel in Flughafennähe genommen, weil es am 17. April frühmorgens (6 Uhr) mit dem Flieger nach Flores geht (das spart mit eine zehn- bis zwölfstündige Busfahrt). Dann werde ich die Tikal-Tour um 12 Uhr mitnehmen, denn Tikal ist ebenfalls ein Weltkulturerbe.

Am 18. April geht es wieder in aller Herrgottsfrühe (5 Uhr) in Richtung Belize-Stadt und dann weiter nach Caye Caulker, denn dort habe ich - einmalig auf dieser Reise - ein Hotel für zwei Nächte gebucht. Dort will ich noch ein wenig den Strand genießen.

Am 20. April fahre ich wieder zurück nach Flores, wo ich hoffentlich pünktlich für meinen Rückflug nach Guatemala-Stadt um 21 Uhr am Flughafen bin. Um 22.13 Uhr lande ich planmäßig in Guatemala-Stadt und habe mir das gleiche Hotel gebucht wie drei Nächte zuvor.

Joa, und am 21. April geht es dann wieder an den Flughafen und zurück in Richtung Mexiko, Paris und Frankfurt.

Ich denke, so ist es das eine ausgewogene Mischung aus Sightseeing und Urlaub. Es sollte nicht zuuuu stressig werden, aber ein bissel was sehen möchte ich natürlich auch,

Die Air-France-Mitarbeiter wollen ja in den nächsten Tagen streiken, aber sie haben ihre Streiktage freundlicherweise so gelegt, dass sie meine Flüge nicht beeinträchtigen sollten, zumal ich sowieso nur einen meiner sechs Flüge tatsächlich mit Air France mache (den Flug von Mexiko nach Paris im A380), obwohl alle Flüge Air-France-Flugnummern haben ...

Dienstag, 3. April 2018

Imagens

Der Heimflug aus Lissabon war völlig problemlos, ich saß am Notausgang. Wir waren zu früh in Frankfurt und bekamen erst nach einer Wartezeit einen Gateplatz. Der Fußmarsch im Terminal 1A war mal wieder langwierig, aber ich erwischte die angestrebte S-Bahn, war pünktlich in Wiesbaden, ging nochmal kurz duschen und dann ins Bett. Schön war's, und jetzt gibt's noch ein paar Fotos ...

Reichsplatz in Bissau

Fähre

Alles Rindviecher am Strand

Strand ohne Rindviecher

Strandpanorama

Wenn's der Kuh zu warm wird, geht sie an den Strand

Bissau Velho

Lissabon zum Abschluss

Montag, 2. April 2018

Gut, machen wir es offiziell

Ich hatte es neulich im Gespräch mit ein paar Kollegen schon angedeutet: Hiermit nehme ich Lissabon in den Kreis meiner Lieblingsstädte auf - damit steht die portugiesische Hauptstadt neben Istanbul, Tel Aviv und Sydney in diesem illustren Kreis der schönsten Städte des Planeten Erde. Wie? Subjektive Wahrnehmung? Pah!

Mein Wecker ging pünktlich sogar schon um 1 Uhr, und als ich aufwachte (ich hatte schlecht geschlafen), nahm ich mir vor, meine Definition von "funktionierender Klimaanlage" zu überdenken: Nur weil das Ding brummt, heißt das noch lange nicht, wie ich diese Nacht lernte, dass es auch kühlt. Entsprechend wachte ich gut gedünstet auf, sprang nochmal unter die Dusche und zog mich mehr auf dem Balkon als im Zimmer an, weil es dort kühler war.

Ziemlich genau um 2 Uhr kam mein Fahrer, der erst die Provision ans Hotel abdrückte, um dann nach getaner Arbeit von mir bezahlt zu werden. Um das Flughafengebäude überhaupt betreten zu können, musste ich dem Nationalgardisten meinen Pass vorzeigen, der Check-in ging dann wesentlich schneller, da war nämlich keiner vor mir.

Die Franzosen von gestern waren auch heute wieder unterwegs, denn ich hatte anhand ihrer Kofferanhänger schon geahnt, dass sie auch über Casablanca zurückfliegen. Bei der Sicherheitskontrolle wollte der eine Kontrolleur Trinkgeld haben, was er aber nicht bekam ... Ts.

Wir boardeten schon sehr früh, und am Ende flogen wir tatsächlich vor der planmäßigen Abflugzeit ab - lustig, sowas habe ich seit den Ryanair-Zeiten in Altenburg nicht mehr erlebt. Entsprechend frühzeitig kamen wir in Casablanca an - liebe Marokkaner, ihr seid doch sonst ein umgängliches Völkchen, aber am Flughafen veranstaltet ihr ein dermaßen großes Chaos, es ist nicht zu fassen. Erst fragen sie einen, wenn man in den internationalen Transfer will, wo man herkommt, dann muss man die Schuhe ausziehen, danach wird man abgetastet, egal ob das Ding piept oder nicht, aber ob man Flüssigkeiten oder einen Computer im Gepäck hat, ist scheißegal ('tschuldigung ...). Ts².

Ich ging kurz in die Lounge, weil nur dort das WLAN (mit Schwierigkeiten) funktionierte und um meiner Mutter kundzutun, dass ich noch lebe, danach ging es an Bord für den kurzen Hüpfer nach Lissabon.

Nachdem wir in Lissabon eine halbe Flughafenrundfahrt gemacht hatten, durften wir endlich einreisen (kein Mensch an den elektronischen Einreisekontrollen, sehr löblich), aber wieso die Leute auf den Laufbändern die gesamte Breite des Bandes stehend blockieren müssen, erschließt sich mir immer noch nicht ...

Nach einiger Wartezeit gab ich mein Gepäck in die Gepäckaufbewahrung und fuhr dann mit der Metro in die Stadt. Ich stieg wieder in Baixa-Chiado aus, fuhr die fünf Rolltreppen hoch und fiel - nach kurzer, zehnminütiger Wartezeit - in der Taberna da rua das flores ein. Der Chef war so geschäftsmäßig wie immer (nur ein kleines Kind brachte ihn wirklich zum Lachen ...), die Essensauswahl mittags ein bisschen kleiner als abends, aber das Essen war immer noch hervorragend. Heute gab es eine Koriandersuppe und danach gebratene Makrelen mit Tomatenreis. Den Abschluss bildete - natürlich - der Schokoladenkuchen, die ich als den besten der Galaxie bezeichne.

In der Taberna ist nichts mit gemütlichem Sitzen am Mittag, und so war ich nach einer guten halben Stunde schon wieder draußen. Ich spazierte runter zum Tejo, mir fiel auf, dass ich erstmals im Frühjahr in Lissabon war und also alles noch wärmer, sonniger und schöner ist als im Winter, aß ein Eis und ging am Tejo entlang bis zum Arco und dann in die Metro.

Jetzt sitze ich hier am Flughafen in der Lounge, trinke ein Schwarzbier (!) von Sagres und genieße die letzten Stunden meines diesjährigen Osterurlaubs - falls auf dem Heimflug noch was ganz Bemerkenswertes passiert, berichte ich morgen darüber.

Wenn es nicht so kompliziert (und durchaus teuer) wäre, erstmal nach Bissau und dann nach Bubaque zu kommen, würde ich dem Bruce Beach im Süden der Insel Bubaque meine ganz baldige Wiederkehr ankündigen, denn das ist ein wirklich toller Strand. Helfen würde es sicher, wenn das Hotel noch ein klitzekleines bisschen moderner wäre und insbesondere eine Klimaanlage und WLAN hätte ...

Von der Unkompliziertheit der Einreise war ich sehr positiv angetan, das war sehr entspannt, auch wenn sie (wie so viele Länder) dieses Einreisekartengedöns lassen könnten. Die Hotels in Bissau (und auch das in Bubaque) sind für den gebotenen Komfort überteuert, auch wenn ich in Bubaque an dem Strand noch eher bereit bin, die Unterhaltskosten in der aufgerufenen Höhe mitzutragen. Das Essen von Paul war gute, leckere Hausmannskost (in viel zu großen Portionen, und wenn ich das sage, heißt das was), Papa Loca war etwas raffinierter (und ein bisschen teurer) - alles in allem passte Guinea-Bissau für mich ziemlich gut.

Achja, und Porto wird - genauso wie Lissabon - auch noch einmal in aller Ruhe erkundet.

Fotos gibt's immer noch keine, die werden morgen nachgeliefert.

Ja, und in elf Tagen geht es, am Freitag, dem 13., in Richtung Guatemala. Ich bin immer noch nicht so ganz sicher, wie ich das möglichst clever plane, um möglichst viel zu sehen, möglichst viel zu schlafen und möglichst viel richtigen Urlaub zu haben - sobald ich da Hotels gebucht habe, werde ich berichten und gucken, wieviel der neue Plan noch mit meinem ursprünglichen Plan aus dem Sherry & Port zu tun hat ...

Kriminelle Kühe muhen auf Französisch


... oder so ähnlich, hier sind die gesammelten Werke für Freitag, Samstag und Sonntag; ich bin gerade in Casablanca und berichte heute oder morgen Abend von den finalen Etappen, dann auch mit Bildern. Ahoi!

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30. März: Kriminell

… die Fährfahrt, der Transfer zum Hotel, einfach alles – richtig Abenteuer war das heute, aber jetzt bin ich im Hotel und schreibe diese Zeilen schon einmal vor, auch wenn ich sie voraussichtlich erst am Sonntag Abend versenden kann. Das Meer rauscht, es geht eine kühle Brise, was gut ist, weil mein Zimmer wieder keine Klimaanlage hat, aber ich habe die Tür aufstehen und hoffe, dass nicht so viele Viecher hier reinkommen …

Frühstück in Bissau (mit übrigens hervorragenden Brötchen!) gab es im Restaurant im sechsten Stock, und von dort hatte man eine schöne Aussicht, nicht nur auf den Platz des Reiches, von dem ich gestern schon geschrieben hatte, sondern auch aufs Meer und ein bisschen aufs Umland der Innenstadt von Bissau. Das Palastgebäude, von dem ich gestern Abend schwadroniert hatte, ist wohl tatsächlich der Präsidentenpalast – ich hab mal ein Foto gemacht, auch wenn ich fast sicher bin, dass das verboten ist, aber sei’s drum …

Nach dem Auschecken (wieder viele Formulare …) wanderte ich mit meinem Rollköfferchen in Richtung Hafen und sah zwei Aushänge von Gesellschaften, die von Bissau nach Bubaque fahren. Die einen sollten um 11 Uhr, die anderen um 13 Uhr fahren.

Die um 13 Uhr hatte ihr Büro in unmittelbarer Nähe, sodass ich dort vorbeischlenderte – sie wollten ungefähr 24 Euro für die Überfahrt haben. Komisch, die vom Hotel hatten von 11 Euro geschrieben. Da ich aber ohnehin früh am Strand sein wollte, wollte ich die um 11 Uhr in Augenschein nehmen und latschte zu deren Büro in der Nähe eines Hotels.

Unterwegs wurde ich von Geldwechslern und Parkplatzbewachern angesprochen, aber ich wollte nix. Ich kam zum Büro der zweiten Gesellschaft – zu, na super … Also wanderte ich zurück zum Hafen, es war inzwischen kurz vor zehn Uhr und guckte zu,  wie ein größeres Bötchen (kein Schiff!) beladen bzw. überladen wurde. Auf dieses Bötchen wollte ich sicher nicht gehen, es hieß aber auch nicht so wie das von der ersten Gesellschaft, und dieses Schiff war nicht in Sicht. (Zwischendurch sah ich, wie ein Taxifahrer ein lebendes, quiekendes Schwein in den Kofferraum seines Taxis verfrachtete …)

In der Ferne sah ich an einem anderen Pier ein Schiff, in dessen Richtung Menschen liefen. Also verließ ich mein Pier, fragte einen Soldaten nach der Gesellschaft und dieser wies mich in die Richtung des Piers, an dem ich Menschen gesehen hatten.

Es war jetzt zeitlich ein bissel eng, aber ich bekam noch für etwas über fünf Euro eine „normale“ Fahrkarte und latschte aufs Schiff. Auch dieses war völlig überfüllt, und selbst einen Stehplatz konnte ich nicht in Ruhe einnehmen.

Plötzlich winkten mich zwei junge Frauen in den Innenbereich des Schiffs, der für „VIPs“ war. Nun hatte ich zwar eine solche Fahrkarte nicht gelöst, aber sie machten mir trotzdem deutlich, ich solle hier drinbleiben, was ich tat, denn hier hatte ich einen Sitzplatz.

Nun wollte ich nicht schwarzfahren und zeigte dem Herrn, den ich als „Schaffner“ vermutete, meine Fahrkarte; er meinte, ich solle ruhig sitzen bleiben, und dann war ich beruhigt, wobei ich die zwei Euro Aufschlag eigentlich gerne sofort gezahlt hätte. Das war jetzt mal positiver Rassismus … (Am Ende der Fahrt gab ich ihm die 1.500 CFA-Francs in die Hand, er wollte sie immer noch nicht, aber als ich sie ihm „für seine Tochter“ gab, nahm er sie an …)

Überraschenderweise fast pünktlich ging es los, nur leider war die angegebene Fahrtzeit von dreieinhalb bis vier Stunden deutlich zu optimistisch angegeben; am Ende waren es gut sieben Stunden, die ich auf dem Kutter verbrachte, bis wir in Bubaque anlegten.

Ich trank mir anfangs mit zwei Bier ein bisschen Mut an in der Hoffnung, dass die griechischstämmige Fähre nicht absäuft, ansonsten las ich und verfolgte ein bisschen auf Google Maps, wo wir waren. In diesem VIP-Raum wurde gekocht (!), mit Gas, es wurde ferngesehen, es wurde getanzt, gestritten (jedenfalls hörten sich die lauten Gespräche wie Streit an …), gesoffen und gekifft wurde auch – das pralle Leben spielte sich auf dieser Fähre ab.

Als wir ziemlich genau um 18 Uhr in Bubaque ankamen, lag unter Schiff deutlich unter der Hafenebene, was dazu führte, dass die Gangway ziemlich hoch lag und die Leute auf die Reling steigen mussten, um auf die Gangway zu klettern. In dem Gedränge wollte ich mit meinem Rollkoffer nicht unterwegs sein, sodass ich noch ein bisschen an Bord blieb, bis zumindest der VIP-Raum geleert war (zwischendurch regelte ein Typ von der Nationalgarde die Aussteigereihenfolge, sehr bizarr …).

Nach einer halben Stunde war ich dann draußen, aber von meinem Hotel ward niemand gesehen. Ich stand da rum, hielt Ausschau, es blieb dabei – keiner war da. Dabei hatte ich denen doch zweimal geschrieben, dass das mit dem Visum geklappt hatte und alles. Ich guckte extra nochmal in meine Mails und sah dann mit Grausen, dass ich an eine „Do-not-reply“-(Nicht-antworten-)Adresse geantwortet hatte: Ich bin es von booking.com, meiner Leib- und Magenbuchungsseite, gewöhnt, dass man auf die Benachrichtigung des Hotels mit „Antworten“ antworten kann. Das Hotel hier hatte ich über einen anderen Anbieter gebucht, und da funktionierte das nicht. Davon unabhängig hatte ich denen aber auch geschrieben, dass ich mich melde, wenn etwas nicht klappt, sodass ich mich trotz meines Missgeschicks im Recht sah – half aber alles nix, argh, das war jetzt ärgerlich …

Meine Versuche, einen dieser motorisierten Bollerwagen zu organisieren, schlugen fehl, aber ein Motorradfahrer nahm sich meiner an. Er bot mir an, mich zu fahren, was ich in Anbetracht meines Rollkoffers für eine doofe Idee hielt, aber er schnappte sich den Koffer, stellte ihn sich zwischen Lenker und Körper und bedeutete mir, aufzusteigen.

Also ging es wieder helmlos in Afrika mit dem Motorrad über schlechte Asphaltstraßen (zwischendurch war’s immer mal wieder Lehmboden, das war deutlich besser) in Richtung meines Hotels. Es graute (weniger mir, sondern vor allem der Himmel), und während der Fahrt wurde es dunkel. Mein Fahrer schaltete das Licht nur bei Bedarf an, was bei kreuzenden Kühen und Wettrennen veranstaltenden Ferkeln (!) auf den Straßen für leichtes Haarsträuben bei mir sorgte. Unterwegs winkten immer wieder Kinder dem dicken Weißen zu, der natürlich zurückwinkte, jedenfalls solange, bis ihm vom Festhalten seines Stoffbeutels die ganze linke Seite eingeschlafen war …

Nach einer guten Stunde Fahrt kamen wir an einen Strand, und ich sollte absteigen und dem Fahrer hinterherlaufen. Meinen Rollkoffer nahm er mit, aber mit meinen gut zwei Zentnern Zusatzgewicht wäre das Motorrad wohl im Sand versunken …

Ich watschelte also in einer wunderbaren Vollmondnacht an einem ruhigen Strand in die Richtung, in die das Motorrad gefahren war. Plötzlich kam mir eine Frau entgegen, die mir den Beutel entreißen wollte – in Wirklichkeit war es die Hausdame, weil die Besitzer wohl heute Abend nicht da sind (okay, es ist Karfreitag, und das scheinen Spanier zu sein …). Sie führte mich in mein Zimmer, das ziemlich groß ist, aber recht schlicht eingerichtet ist, was sich aber durch den Meerblick von der Veranda gut ertragen lässt. (Der Motorradfahrer wollte trotz zweifacher Nachfrage kein Geld haben, und machte Zeichen, die ich so verstand, als dass er mit den Hotelbesitzern ziemlich dicke sei … Naja, wenn sie mir die Fahrt abrechnen, hoffe ich mal, dass es keinen Abenteuerzuschlag gibt.)

Essen oder Trinken bekam ich heute Abend keines mehr, aber das werde ich überleben. Mal sehen, wie der Strandtag hier morgen wird …

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31. März: Mit mehr Kühen als Menschen

… teile ich mir den Strand auf Bubaque, und als jemand den Begriff „Traumstrand“ erfunden hat, muss er hier gewesen sein. Hier gibt es nicht nur feinen, weißen Sand, sondern auch ganz, ganz wenig Müll am Strand und im Wasser und außerdem, noch besser, man kann völlig gefahrlos in dem wunderbaren Meerchen hier schwimmen. Naja, das „Meerchen“ heißt Atlantischer Ozean, und wer diesen Blog verfolgt, hat gelesen, dass ich mit dem Schwimmen im Meer in Westafrika so meine (negativen) Erfahrungen gemacht habe, aber hier ist wirklich alles, alles toll am Strand.

Heute Morgen war ich gegen 7 Uhr wach, cremte mich ordnungsgemäß ein und verließ dann das Zimmer durch die Verandatür, vor der direkt der Strand liegt. Erst ging ich nach rechts, weil mir nach links ein paar Kühe im Weg lagen und ich ihnen nicht in die Quere kommen wollte. Rechts runter also sah ich nach ein paar Minuten Fußweg einige Zelte mit Regenschutz darüber – das hatte mein Fahrer gestern also gemeint, als er vom „campo“ sprach. Als ich an dem Camp vorbei war (kein Mensch war zu sehen), sah ich den Strand in reinster Form, keine Bebauung, nur Wasser, Sand und Dschungel dahinter – wenn die Anreise nicht so beschwerlich wäre (und die Zimmer ein kleines bisschen besser), diese Insel würde überrannt werden von Touristen auf der Suche nach dem ultimativen Strand (und genau dann, klar, wäre er nicht mehr der Traumstrand, der er heute ist – also: pssst!).

Der Koch hier, Paul, hatte mein Frühstück schon vorbereitet. Ich hatte so Durst, dass der Pfefferminztee so gut schmeckte wie nie in meinem Leben, und so Hunger, dass die Bananen und Orangen zu den süßesten gehören, die ich je aß (naja, jedenfalls die Bananen). Dazu gab es Crêpe und eine Art Omelett (keine Ahnung, was da drin war …), dazu Yams und frisch gebackenes Brot – sehr lecker und sehr guineisch, passt.

Nach dem Frühstück machte ich Strandspaziergang Teil II. Ich hatte mir die Rindviecher jetzt lang genug angeguckt, um zu entscheiden, dass sie ungefährlich sind. Also ging ich jetzt nach links, festen Schrittes und mit ausreichendem Sicherheitsabstand, und sah auch links herunter völlig unberührte Natur. Dazu gehört natürlich ein bisschen Seetang am Strand, aber auch hier lag so wenig Müll herum, dass ich mich dann nach diesem Verdauungsspaziergang ins Wasser traute.

Sanfte Wellen, das Wasser gar nicht mal so richtig warm, Sandboden überall, nur ein paar Blätter im Wasser – zu einem Traumstrand gehört für mich die Möglichkeit, traumhaft zu baden, und das ist hier gegeben. Doch, hier gefällt es mir sehr, sehr gut …

Um 12.30 Uhr gab es Mittagessen und Paul hatte einen sehr leckeren Fisch aufgetischt, die Kartoffeln waren okay, die Spaghetti in Sahnesoße hätte er lassen können – die waren nicht schlecht, aber mit der Sahne war das einfach so schwer, dass ich total satt war. (Das Abendessen hätte ich fast ausfallen lassen, aber der Blick in Pauls traurige Augen verriet mir, dass das keine gute Idee war. Auch so war aber keine gute Idee, denn es gab schon wieder einen Monsterfisch, diesmal zwar „nur“ mit Gemüse, aber ich musste trotzdem aufgeben …)

Nach dem Mittagessen sagte ich den Herrschaften, dass ich ja am Ostersonntag wieder zurückmuss. Aber leider hatte ich mich nicht verguckt, als ich meinte, gelesen zu haben, dass die Fähre, die normalerweise am Sonntag zurückgeht, erst am Ostermontag fährt – ausnahmsweise. Am Ende gab es die Möglichkeit von Schnellbootfahrten, entweder um 6 Uhr oder um 10 Uhr, und ich entschied mich – wer wundert sich – für die um 10 Uhr. Erstens musste ich nicht so früh aufstehen, und zweitens konnte ich nochmal schwimmen gehen. Zahlen musste ich sofort, und 60 Euro für so eine Fahrt sind natürlich nicht wenig Geld, aber so hatte ich Chance, am Ostersonntag eben das Meer zu verabschieden und mich noch ein bisschen in Bissau umzusehen.

Den Rest des Nachmittags verbummelte ich mit Strandspaziergängen, ein bisschen Wasser und ein bisschen Bier, ehe ich – nach dem oben beschriebenen Abendessen – dann früh Feierabend machte. (Achso, abends kamen dann doch noch ein paar Menschen an den Strand, sodass es im Laufe des Tages dann doch mehr Menschen als Kühe geworden waren, die mir dort begegnet sind. Aber nur knapp …)

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1. April: Französisch

… habe ich heute mehr gesprochen als Portugiesisch, aber das ist in einem Land, das trotz seiner portugiesischen Kolonialvergangenheit seit ein paar Jahren Mitglied der Francophonie, also des Bundes der französischsprachigen Staaten, ist, nicht ganz so verwunderlich wie es zunächst anmutet.

Ich wachte drei Minuten vor dem Wecker auf und begab mich ein letztes Mal für absehbare Zeit an den afrikanischen Atlantikstrand (wenn alles gutgeht, bin ich in knapp zwei Wochen am karibischen Atlantikstrand …). Ich nahm nochmal ein letztes Bad im relativ kühlen Nass, ehe ich ins Zimmer ging, alles zusammenpackte und duschte.

Um 8 Uhr gab es Frühstück, weil ich um 9 Uhr abgeholt werden sollte, damit ich pünktlich um 10 Uhr am Hafen bin, um eineinhalb Stunden später, also um 11.30 Uhr, in Bissau am Hafen anzukommen. Das mit den afrikanischen Zeitangaben hatte ich schon mehrmals beschrieben und auch diesmal war der Einzige, der pünktlich um 8 Uhr zum Frühstück da war, meine Wenigkeit. Ich bin so deutsch manchmal …

Nein, Paul war auch schon fertig, und ich bekam um kurz nach acht wieder mein leckeres Frühstück mit dem undefinierbaren Omelett. Einen Tee aufs Haus bekam ich auch noch, um 8.45 Uhr checkte ich aus und bezahlte mein Essen und den Transport (den Rest hatte ich tatsächlich schon im November gezahlt, da war ich nicht mehr sicher gewesen …). Um 9 Uhr war keiner da, um 9.15 Uhr nicht, um 9.30 Uhr trudelte der Motorradfahrer wieder ein, Paul trug mir mein Gepäck über den Strand (das Angebot nahm ich gerne wahr), wieder wurde mein Rollkoffer zwischen Lenker und Fahrer eingeklemmt, und wieder ging es helmlos durch Afrika. Irgendwann wird mir das mal zum Verhängnis, aber dieses Mal habe ich es wieder einmal überlebt.

Wir waren fast noch pünktlich um 10.05 Uhr am Hafen (unterwegs waren wir an einem Festivalgelände vorbeigekommen, das sah gar nicht schlecht aus …), aber außer zwei Brasilianern saß da keiner am Hafen. Kein Problem, Pauls Bruder, der gestern den ganzen Deal schon eingefädelt hatte, erschien auf der Bildfläche und bat mich in das Haus am Uferweg.

Es stellte sich heraus, dass ich mit einem Schnellboot eines anderen Hotels auf Bubaque die Überfahrt wagen sollte, und dort oben wartete ich ein bisschen zusammen mit Pauls Bruder und, wie sich herausstellte, unserem Kapitän (der fragte, ob es in Deutschland auch „black men“ gäbe, was ich mit „a few“ beantwortete …).

Gegen halb elf ging es in Richtung Bötchen, das ich mit sechs Franzosen teilte (die mich selbstverständlichst mit „bonjour“ begrüßten). Joa, und dann ging es um kurz vor elf Uhr mit zwischen 25 und 42 km/h (laut GPS) in Richtung Bissau zurück.

Ich saß die erste Stunde auf der Reling, aber nur solange, bis das Spritzwasser meine Jeans so durchnässt hatte, dass ich in der rechten (und nur in der rechten) Kniekehle schon das Wasser stehen hatte. Ich überlegte mir, dass es strategisch klüger wäre, wenn nur die Franzosen an Bord denken würden, dass ich mich eingemacht hätte, und stand auf, um mich ein bisschen zu trocknen.

Nach gut zwei Stunden Fahrt (40 km/h auf dem Wasser ist eine lustige Angelegenheit, die, wenn man steht, ein bisschen auf die Knie gehen kann, sobald das Boot wieder wie ein Brett aufs Wasser aufschlägt) tuckerten wir in den Bissauer Hafen ein und wurden dort von einem Kleinbus erwartet. Mein Gepäck wurde etwas abseits gestellt, ich stieg aus, schnappte mir meinen Rollkoffer und ging „au revoir“ sagend an den Franzosen und am verdutzten Fahrer des Minibusses vorbei in Richtung Hafenstraße.

Heute Nacht, entschied ich mich, würde ich mein Quartier in einem anderen Hotel aufschlagen (auch wenn der Check-in nur auf Französisch ging …), und hier funktioniert die Klimaanlage einigermaßen gut, dafür ist das WLAN nicht zu gebrauchen. Ich fürchte, meine Mutter schlägt gerade (es ist 17.45 Uhr am Sonntag, da ich diese Zeilen schreiben) bei der deutschen Botschaft im Senegal und bei der portugiesischen Botschaft hier in Guinea-Bissau (die ist nämlich für EU-Bürger zuständig, deren Länder hier keine Botschaft haben) Alarm, weil ich mich noch nicht zurückgemeldet habe, aber ich kann ja nix machen – auch mein Handy meldet sich in keinem hiesigen Netz an. Naja, ich werde morgen Mittag aus Lissabon anrufen, dann wird das schon passen.

Ich ging durch die ausgestorbene Innenstadt von Bissau in Richtung Bissau Velho, also Alt-Bissau, guckte mich in den verwunschenen Gässchen dort ein wenig um, trank im Hotel Império ein Bier in der (enttäuschten) Hoffnung, dass ich das WLAN dort noch nutzen könnte. Währenddessen schmierte mein Handy ab (Akku zu heiß), sodass ich nach dem Bier ins „Papa Loca“ wanderte und dort zu Mittag/Abend essen wollte.

Ich hatte in den ganzen Tagen hier keinen Reis bekommen, obwohl das hier angeblich die Hauptsättigungsbeilage ist, aber heute bekam ich Reis und Pommes und ein Fischfilet mit obendruff Muscheln und Garnelen. Freunde, das war sehr lecker, das Papa Loca kommt in meine Restaurantempfehlungen!

Joa, und danach schlenderte ich heim ins Hotel, an einem Fußballplatz vorbei und an Frauen, die Austern verkauften,  als ich in der Nähe meines Hotels Rauchwolken sah. Schockschwerenot! Naja, zum Glück brannte „nur“ der Acker gegenüber, und die Feuerwehr hat auch schon gelöscht, sodass nichts passiert zu sein scheint.

Heute Nacht geht um 1.30 Uhr mein Wecker und danach geht es zum Flughafen, damit ich über Casablanca nach Lissabon fliegen kann. Ich werde berichten, ob das alles gut klappt …