Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Dienstag, 20. März 2018

An der Boracaysche Ziplebahne ...

Joa, wir waren dann gestern im "fine dining" die einzigen Gäste, philippinische Gericht gab es fast keine, aber dafür war das Ceviche und die Pasta mit Shrimps und Hummer (hoffentlich jeweils einheimisch) sehr lecker. Meine Ma war von ihrem Steak nicht so ganz begeistert, aber irgendwann kriegen wir einen rundherum perfekten Geburtstag schon noch hin ....

Den Absacker nahmen wir wie inzwischen fast immer an dem überdimensionierten Jacuzzi, lecker war's, und heute war ich nicht vor Sonnenaufgang auf. Anfänger, ich ...

Nach dem Frühstück und dem geruhsamen Fertigmachen wollten wir uns heute ins Abenteuer stürzen und die Zipline erkunden. Wir gingen also zu unseren Security-Leuten an unserer Villa und sagten denen, dass wir zur Zipline wollten, doch sie fragten, ob wir uns schon an der Hauptrezeption registriert. Nein, hatten wir nicht ... Na gut, also fuhren wir zur Hauptrezeption, bekamen da einen Zettel, mussten aber an der Zipline selbst erst bezahlen. Ich war schon wieder drauf und dran, von unnötiger Bürokratie zu reden, aber ich hielt mich glücklicherweise zurück. Nachdem wir einen kurzen Zwischenstopp beim Geldautomaten gemacht hatten ("cash only" an der Zipline), ging es zu ein paar Treppen, die wir hochkraxelten.

Dort kam schon eine offene Gondelbahn an, mit der wir auf den Berg auf der anderen Seite des Golfplatzes fahren sollten. Nun denn, auf in das schaukelnde, gelbe Gefährt ... Der Ausblick aufs Meer und auf die Hotelanlage waren außerordentlich toll, aber als wir so langsam näher kamen, wurden wir ein bisschen unsicher, ob wir uns nicht ein bisschen übermütig verhalten hatten ...

Nun denn, wir kamen an, zahlten (es stellte sich heraus, dass Hotelgäste wesentlich weniger bezahlen als Normalos, wahrscheinlich als Gegenleistung, dass die Zipline das Hotelgrundstück überqueren darf; daher ergab die Registrierung natürlich Sinn), bekamen einen Helm aufgezogen und wurde nach wenigen Minuten Wartezeit an die Zipline angebunden. Natürlich achtete ich darauf, dass die Leutchen alle ordentlich die Karabiner einhängten, dann standen wir jeweils einzeln im Geschirr, wir wurden in die Waagrechte gebracht, und ab ging die Fahrt ... Wuhuuu!

Natürlich war auch hier der Ausblick immer noch fantastisch, aber durch die Geschwindigkeit und das Adrenalin, das in die Adern strömte, nahm ich nur noch "whoa" wahr ...

Der echte Nervelkitzel kam aber am Ende. Erst steuerten wir auf einen Baumwipfel zu und ich sah mich schon unfreiwillig Bekanntschaft mit Blättern und Ästen zu machen, doch überraschenderweise gab es keine Kollision. Ich wollte gerade durchatmen, als die Mauer am Ende der Strecke auf uns zuraste und das Gefährt erstmal keine Anstalten machte, abzubremsen ....

Genug Spannungsbogen aufgebau(sch)t? Okay, okay, natürlich weiß da jeder, was er tut, und wir kamen zwei, drei Meter vor der Mauer zum Stehen, alles gut. Wuhuuu! Achso, hatte ich schon gesagt.

Mit ein bisschen weichen Knie ging es die Treppe wieder runter und ein Shuttle-Bus brachte uns zum Strand, den wir uns nun wirklich verdient hatten.

Wir legten uns diesmal in den Schatten unterhalb des Felsens, gingen schwimmen, machten und einen schönen Tag, tranken ein Bierchen oder zwei, aßen relativ spät zu Mittag (heute gab es Binakol, eine Suppe mit Hühnchen, Ingwer und Kokos, sehr formschön in einer Kokosnuss gereicht ...) und lasen. Einfach Urlaub, so schön und angenehm für uns, so langweilig für den Leser.

Um 17.30 Uhr gingen wir hoch zum Mega-Jacuzzi und genossen (erstmals bei Tag) den Ausblick über den (und Minuten später aus dem) Pool und das Meer, und als es dunkel wurde, setzten wir uns an einen der Tische, aßen eine Kleinigkeit zu Abend (Pizza mit vielen Meeresfrüchten und Fish & Chips), beobachteten einen jungen Kerl, der seine Freundin nicht unter den Tisch, aber auf die Liege soff (er tanzte ganz allein gedankenversunken auf seiner Ein-Mann-Party, während sie sichtlich betrunken auf der Liege eingeschlafen war ...), und erzählten ...

Achja, die Gummibrezel ward wieder gesehen, und zwischenzeitlich haben wir unsere Sammlung gesichteter chinesischer Gummibadeobjekte durch Einhorn und Wassermelone erweitert. Sehr kreativ das alles ...

Und apropos Kopf an die Wand: Gestern nach dem Frühstück begegnete uns eine Familie, der Sohn lief neben seiner Mutter her, übersah aber vor lauter Hut, dass der Weg sich "plötzlich" verengte und sich eine Mauer ihm in den Weg gestellt hatte. Es kam wie es kommen musste: Der Junge erzählte und erzählte, plötzlich gab es ein dumpfes Geräusch, und der Kleine fing an zu heulen. Doofe Wand, doofe! Ich musste mich sehr zusammenreißen, nicht loszuprusten (der Vater kam mir gerade entgegen) und lachte erst los, als wir außer Sicht- und Hörweite waren. Das arme Kind, aber das sah so lustig aus ...

Wir müssen jetzt mal gucken, wie wir das mit der Rückkehr aus Brunei und dem Weiterflug nach Bahrain machen; wahrscheinlich nehmen wir für die paar Stunden ein Hotel in Manila, aber ich werde morgen bestimmt berichten ...
Aus der Gondelbahn auf den Golfplatz ...

... und auf Strand und Meer

Symbolbild (nicht wirklich wir, aber wir hingen dran ...)

Das nenne ich einen Infinity Pool ...

Montag, 19. März 2018

Flamingo jagt Riesen-Brezel

Die Chinesen hier im Resort sind regelmäßig daran zu erkennen, dass sie regelmäßig entweder in Neoprenanzügen ins Wasser marschieren oder aber mit mannshohen Gummiviechern, sei es nun ein Gummi-Flamingo, eine 1,50 m lange Gummibrezel, ein ähnlich hohes Gummiherz oder - heute Nachmittag - eine Gummi-Ananas. Die Neoprenanzüge sollen wahrscheinlich einen Sonnenbrand vermeiden (ähem, vielleicht hätte ich gestern auch mal einen tragen sollen ...), die Gummigeschosse dienen wohl der Auftriebserhaltung (Schwimmwesten haben wir auch schon gesehen, keine Sorge) und dem allgemeinen Badespaß. Ansonsten sind hier bisher alle Nationalitäten friedlich gewesen, selbst die Russen hier am Strand hatten zwar eine Buddel voll Rum dabei, haben aber nur gesoffen und (schlecht) Volleyball gespielt ...

An der Zipline waren wir heute nicht, denn wir haben trotz des frühen Zu-Bett-Gehens heute wieder bis 7 Uhr oder so geschlafen, jedenfalls ich ... Danach ging es zum Frühstück und dann nahm der Tag so seinen wunderbar gemütlichen Verlauf: Schwimmen im Meer (auf dem Weg dorthin fuhr uns das Shuttle tatsächlich bis runter an den Strand, die offenen Gefährte dürfen das - im Gegensatz zu den bisher genutzten geschlossenen Shuttlebussen - wohl; dabei fuhren wir am größten Pool der Anlage vorbei, der trotz - oder wegen - seiner Lage direkt am Strand kaum genutzt wird), lecker Bierchen und Mangoshake am Strand, lecker Kleinigkeit in der Bar von vorgestern Abend mit - bei Tag - fantastischem Blick aufs Meer (heute gab es Garnelen und Adobo Gata - Schwein und Hühnchen in einer braunen Sauce mit Knoblauchreis, danach Leche flan con turon - eine Art süße Frühlingsrollen mit Eis - und Quezo Mango - Käsekuchen mit gaaaaanz viel Mango, wieder sehr, sehr toll)!

Heute habe ich dann auch endlich zwei Jerry Cottons vernichtet, als wir faul auf der Liege herumgammelten - herrlich, so soll Urlaub sein ...

Weil wir heute Abend lecker essen gehen und es sein kann, dass wir doch noch ein zweites Bierchen bestellen und es etwas später wird, kommt der Blog heute ein bisschen früh und ohne Abendessen ...

Und um den werten Lesern diese langweiligen Bilder von Strand und Meer zu ersparen, habe ich zwei andere Bilder angehängt: einmal Quezo Mango und einmal den Sonnenuntergang von unserem Balkon über dem Golfplatz.



Sonntag, 18. März 2018

Kein Golfball

... kam heute Morgen angeflogen, das war aber ein mittleres Wunder, denn die Dame und der Herr, die ich von unserem Balkon beobachtete, wie sie Loch 1 und Loch 2 spielten, brauchten definitiv noch ein bisschen Eingewöhnungszeit: Madame drosch den Ball erstmal gegen den einzigen Baum weit und breit, sodass er schon zwanzig Meter später wieder liegenblieb, Monsieur säbelte kurz darauf fast komplett über den Ball, ehe dann wieder Madame den Ball zielsicher ins nächste Bächlein katapultierte ... Jaja, als Nichtskönner beim Golf hat man leicht reden, aber lustig sah es doch aus ...

Meine Mutter war gerade einfach fünf Minuten vor mir wach, um 7 Uhr, und nichts war's mit Sonnenaufgang am Strand vor dem Frühstück. Wir ließen uns gegen 8.15 Uhr zur Haltestelle fürs Frühstück fahren (das war nur ein paar Meter weiter, aber das hatten wir gestern noch nicht geschnallt, vielleicht gehen wir morgen zu Fuß, mal sehen ...), nahmen unser Morgenmahl zu uns (das keine unfassbare Offenbarung, aber recht lecker ist) und ließen uns dann wieder heimwärts kutschieren, zwecks Einschmierei und finalem Anlegen von Strandbekleidung.

Wir ließen uns wieder ein Shuttle kommen, dann ging es in Richtung "bitch", äh, "beach". Das Shuttle warf uns relativ weit oben raus, aber als wir ausstiegen (meine Ma rennt regelmäßig gegen den Türrahmen, mir ist das zum Glück noch nicht passiert, vielleicht habe ich aus der - gefühlten - Gehirnerschütterung im Sudan gelernt ...), sahen wir, dass es gut war.

Links und rechts Strand und türkisfarbenes Wasser, ein Traum, Wahnsinn. Alle gingen rechts runter, allen liefen wir erstmals nach links an den Nicht-Privatstrand, legten unser Zeug auf einen Stein und begaben uns in die Fluten. Das Wasser ist warm, aber nicht Badewanne, ein bisschen wellig - sehr, sehr schön. Gelegentlich schwimmt eine Verpackung vorbei, aber das ist nunmal so, eine Qualle biss mich zur Begrüßung in die Kniekehle, aber sie blieb die einzige, und wir lernten, dass jetzt die Zeit ist, in der gelegentlich mal ein bisschen Moos und Algen im Wasser sein können. Das ist uns aber völlig schnurz, denn das Schwimmen in diesem tollen Wasser an diesem puderzuckerweißem Strand ist soooooooooo toll ...

Meine Ma, gin mal kurz raus, ich umschwamm den Felsvorsprung, der den linken vom rechten Strand (dem Privatstrand unseres Hotels) abtrennt. Als meine Ma die Treppe herunterkam, erwartete ich sie schon, wir holten uns Strandtücher und legten uns auf eine der Liegen im Schatten.

Ein Jerry Cotton wurde begonnen, und dass er heute Mittag noch nicht vollendet wurde, kam so: Erstmal gingen wir nochmal schwimmen, danach wollten wir hoch, an der Poolbar etwas essen, stellten aber fest, dass - es ist wohl gerade Nebensaison - nicht alle Bars und Kneipen des Hotels offen haben, gingen also wieder herunter an den Strand und nahmen dort einen Mango-Shake ein. Kurz gesagt: Er war himmlisch.

Das 13-Uhr-Shuttle in die Stadt zum "White Beach", dem Hauptstrand von Boracay, hatten wir jetzt eh verpasst, also ließen wir uns Zeit, holten unsere Sachen, ließen uns nochmal kurz ins Zimmer fahren und schlenderten dann um 13.45 Uhr zu unserer Haltestelle, um zum Pick-up-Treff für das 14-Uhr-Shuttle gebracht zu werden. Wahrscheinlich habe ich da etwas falsch verstanden, vielleicht war auch gerade einfach kein Shuttle frei, denn genau um 14 Uhr kam ein Gefährt angefahren, lud uns ein und fuhr uns dann - ohne Umsteigen - direkt zur Mall. Schon au recht, würde der Jogi sagen.

Nach der Fahrt auf der wieder überaus wuseligen Hauptstraße kamen wir in die noch wuseligere (wenn das überhaupt geht) d*mall, wie die Einkaufsstraße heißt, die zum Strand führt. Das ist eher ein eigenes Viertel (unüberdacht) denn eine richtige Mall, aber viel zu kaufen und viel zu essen gab's dort auch.

Der White Beach ist kilometerlang und durchaus hübsch, aber die vielen Menschen, die vielen Schlepper ließen in uns schnell die Entscheidung reifen, hier zwar etwas zu Mittag zu essen, aber dann wieder an unseren ruhigen, hübschen Hotelstrand zu fahren, der zudem deutlich breiter als der White Beach ist und uns mit türkisblauem anstatt (algenbedingt) grünem Wasser zu empfangen.

Zum Mittagessen gab es Tuna Susig (sauer eingelegter Thunfisch mit Chili und Zwiebeln sowie einem Spiegelei) und Tapsilog (zwei marinierte Rinderfiletsteaklein mit - sehr leckerem - Knoblauchreis und sogar zwei Spiegeleiern). Meine Ma war erst ein bisschen enttäuscht, als sie die Steaks bekam, aber ich glaube, nach dem Essen war auch sie sehr zufrieden, und mein Tuna Susig war ebenfalls sehr lecker, auch wenn dieser leicht säuerliche Geschmack, den ich ja schon gestern - war das erst gestern Abend?! - bei meinem Sinigang hatte, anfangs etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Wir liefen zurück zum Shuttle, drängten uns beim Einsteigen unbeabsichtigerweise vor (dass da hinter dem Blumenkübel eine kleine Schlange war, war uns wirklich entgangen) und verpassten dank des Verweises unseres Hotelaufsehers auf ebendiese Schlange das erste Shuttle, doch glücklicherweise kam das zweite sogleich, sodass wir das nehmen konnten.

Wir ließen uns sofort am Strand rauswerfen, sprangen nochmal kurz in die Fluten, saßen noch ein bisschen am Strand und nutzten dann letztmals heute das Shuttle, denn wir ließen uns ins Zimmer fahren und waren uns einig, selbiges heute nicht mehr zu verlassen - das war ein wunderbarer Tag heute, aber eben auch ein Tag, den wir fast komplett an der frischen Luft verbrachten, und für mich Bürokind ist das halt ungewohnt ... Satt sind wir auch, obwohl wir uns heute sicherlich nicht überfressen haben, aber lieber verzichten wir heute Abend auf die Cocktailrunde (ich bin so froh, dass meine Ma die dritte Cocktailrunde gestern abgeblasen hat, sonst wäre ich heute Morgen krank gewesen ...) und sind morgen früh zum Sonnenaufgang (naja, mal gucken) am Strand ...

Morgen ist ja ein besonderer Tag auf dieser Reise, denn meine Ma hat Geburtstag. Wir planschten heute im Wasser und auf einmal leuchteten ihre Augen, denn sie hatte die Zipline entdeckt, dieses Stahlseil, an dem man bei einem leichten Höhenunterschied herabgleitet und dabei eine hoffentlich gute Aussicht auf die Insel und alles hat. Ich denke, morgen muss ich ausnahmsweise (höhö) mal machen, was sie will, sodass wir wohl diese Zipline in sehr ausführlichen Augenschein nehmen werden.

Aber auch sonst wird morgen gebadet an unserem wunderbaren Strand, gegessen und getrunken und faul in der Gegend herumgelegen. Es ist schön hier - aber man sehe selbst:

Unterwegs über dem Meer (vorgestern) ...

Lecker Thunfisch-Sashimi

Blick auf den Golfplatz von unserem Balkon

Infinity Pool

Strand links runter

Rückenschnappschuss

Strand rechts runter I

Strand rechts runter II

Strand rechts runter III

White Beach

Samstag, 17. März 2018

Tetris:Thriller in Manila

So, nach dieser gewagten Überschrift des heutigen Blogs muss ich mich beeilen, den Blog einigermaßen kohärent (Fremdwort!) zusammenzutragen, ehe der Mann mit dem Hammer (Fachausdruck) kommt und ich anfange zu schnarchen, so wie der Typ heute im Inlandsterminal auf dem Flughafen in Manila (nichtlineare Erzählweise, für die, die es genau wissen wollen). Häh, wo war ich?

Achso, am Anfang (soviel zur nichtlinearen Erzählweise, höhö) ...

Naja, der Bus zur S-Bahn fuhr, die S-Bahn fuhr ebenfalls (obwohl wir fast in die eingestiegen wären, die erst eine halbe Stunde später fahren sollte), die S-Bahn fuhr aber nicht so richtig problemlos zum Flughafen, weil wir zweimal vorher länger standen (zum Glück habe ich meistens Puffer eingebaut, außer wenn es nach Israel geht, höhö ... - jetzt höre ich auf mit dem "höhö", eisernes Pfadfinderehrenwort). Naja, danach ging es mit der Skyline, die plötzlich in den Linksverkehr abbog, in Richtung Terminal 2 und dort runter zum Baggage-Drop-off. Der dauerte ewig, aber wir kamen pünktlich zum Gate (aber ohne vorher noch zum Terminal 1B zu fahren, schade ...).

Der Flug war sehr entspannt, zumal wir auf Platz A und C saßen und B frei war - da hat es sich ausgezahlt, so die Plätze zu wählen, ich guckte "The Circle" (werde ich gleich auf Facebook posten, höhö - achso, "höhö" wollte ich nicht mehr schreiben, sorry) und drei brandneue Folgen "Doctor Who" (auf Englisch, und Peter Capaldis rollendes "r" etwa bei "krrrrrritscher" [creature] ist sehr lustig ...), ehe wir in Bahrain landeten.

Die Transfersicherheitskontrolle war erträglich, die Schlange zum Gate stand schon, als wir kamen, was wir ignorierten. Dafür wurden wir aus dem "Sicherheitsbereich" wieder herausgeschmissen und setzten uns halt außerhalb auf zwei freie Plätze. Ob der Massen, die in unseren Flieger strömten, bekam meine Mutter Muffensausen (obwohl kaum Niederländer da waren, höhö, och menno, sorry), ob wir denn unsere Plätze noch bekämen, doch als wir einstiegen, stellte sich - oh Wunder - heraus, dass genau die Plätze noch frei waren, die ich vorgestern Mittag reserviert hatte. Sachen gibt's.

Der Flieger nach Manila war wesentlich weniger modern (und insgesamt könnte Gulf Air erstens USB-Ladeslots einbauen und zweitens diese nervige Einsammeln der Kopfhörer gefühlt mitten im Flug einstellen), aber trotzdem kriegte ich es hin, den neuesten "Mission Impossible"-Film zu gucken, schick war's).

Ein paar Stunden ("ein paar", man höre und staune) bekam ich die Augen geschlossen und mein Hirn zeitweise sogar ich einen schlafähnlichen Zustand versetzt, ehe wir in Manila ankamen.

In der Schlange füllte ich die nachträglich besorgten Einreisekarten aus, die Einreise ging ewig, weil unsere Grenzerin ganz außerordentlich fürsorglich war (ätzend!), die Gepäckausgabe noch länger (weil die ganzen Filipinos noch in ihrer - noch längeren - Schlange standen und daher deren Gepäckstücke die Lichtschranke so blockierten, dass keine neuen Gepäckstücke auf das Ausgabeband geladen wurden), aber alles in allem hatten wir genug Zeit - eigentlich.

Als schließlich unser Gepäck eingetroffen war (und kein Zoll uns behelligte, sehr löblich), sah ich draußen einen Shuttle-Bus, stürmte auf diesen zu, nur um abgewiesen zu werden, weil der nur für Philippines-Air-Fluggäste gilt, argh. Also zurück in den Flughafen (durch die neuerliche Gepäckkontrolle durch, ebenfalls ätzend) und schnellstens in den Shuttle-Bus-Bereich.

Der erste Bus fuhr nur bis zum Terminal 2, was uns nicht half, weil wir zum Terminal 4 (Inland) mussten, der zweite fuhr zu "(unbestimmte Anzahl von Fingern werden in die Luft gehalten)". Meine mehrfache Nachfrage (als wir zum Einsteigen dran waren), ob der zu Terminal 4 geht, wurde mit "tree, tree" beantwortet, ehe wir dann überraschenderweise doch einsteigen durfte.

Nach und nach ergab das alles Sinn, weil das Gepäck übermannshoch in diesen Bus getürmt wurde und die Ein- und Auspacker am Terminal 4 - das vor dem Terminal 3 kommt - möglichst wenig umpacken wollte (geübter Tetris-Spieler halt ...). Auf ging die wilde Luzie, naja, ehrlich gesagt, die Luzie war ziemlich lahm. Über die diversen Bodenschwellen fuhren wir im Schneckentempo (der Busfahrer scherzte, der Bus sei "too heavy", zu schwer, haha ...), aber auch im Schneckentempo kann man wie eine gesengte Sau fahren, wie der Busfahrer uns bewies, indem er konsequent zwei Spuren belegte und auch sonst Überholaktionen von anderen Autos deutlich abgeneigt war ...

Nachdem einige Fahrzeuge aus der Spur gehupt wurden, konnten wir am Terminal 4 aussteigen, die Straße queren, durch die nach Frauen und Männern getrennte Vor-Sicherheitskontrolle gehen, nur um in einer Monsterschlange (naja, vielmehr in mehreren Monsterschlangen) vor den Check-in-Schaltern zu stehen ...

Nach längerem Anstehen bugsierte ich meine Mutter als Seniorin (und in der Folge mich) zum "Special needs"-Schalter, auch hier dauerte das Anstehen zig Minuten, aber wir konnten am Ende tatsächlich ohne größere Hindernisse einchecken. Die Sicherheitskontrolle war ähnlich chaotisch-organisiert (oder organisiertes Chaos, whatever) wie der Manila'sche Stadtverkehr, nur ist die Kapazität des Inlandsterminals deutlich unterhalb dessen, was an einem Freitagnachmittag in Manila benötigt wird. Sprich: Meine Mutter und ich standen mehr oder weniger doof (sie weniger, ich mehr, höhö, muss ich sagen, sonst kriege ich Prügel) in der Gegend herum, weil alle Sitzplätze besetzt waren.

Ich muss Kilometer durch diese (kleine) Abflughalle gewandert sein auf der Suche nach wenigstens einem Sitzplatz für meine Ma, zwischendurch verwickelte mich ein philippinischer Reisender in ein Gespräch, und noch später wurde - oh Wunder - unser Flug aufgerufen.

Das Boarding ging einigermaßen zügig (einigermaßen!), wir saßen, dann stand der Flieger zehn Minuten regelungslos auf dem Taxiway, ehe wir plötzlich in Richtung Startbahn loseilten. Andiamo, ragazzi!

Der kurze Flug (50 Minuten angeblich) endete, und wir flogen über hübsch blau-türkises Wasser hier ein. Die Gepäckausgabe hier verhält sich so, dass man in einem Raum steht, die Gepäckauslader das Gepäck auf die Anrichte laden und man sich dann um den Vortritt prügelt. Vor dem Prügeln hatte ich uns Geld besorgt, und nach dem Prügeln landeten wir mit zwei costaricanischen und drei israelischen Mithotelbewohnern im ersten Shuttle zum Welcome Center unseres Hotels.

Dort zahlten wir unseren Transfer, wurden an den Strand geführt, bestiegen dort ein Bötchen, fuhren mit selbigem rüber auf die Insel Boracay, wurden wieder in einen Shuttlebus verfrachtet (ich bin mit meinen - großzügig aufgerundeten - 1,83 Meter deutlich zu groß für hiesige Kleinbusse) und durch den - sagen wir - wuseligen Boracayer Verkehr zu unserem Hotel bugsiert.

Der erste Ausstieg schlug fehl, weil wir an einer anderen Rezeption einchecken mussten (das Hotel mit seinem Golfplatz belegt 15% der gesamten Insel und insgesamt 150 Hektar), aber dort, wo wir einchecken sollten, klappte es (nachdem wir zehn Minuten auf dem Hotelgelände mit dem Kleinbus unterwegs waren ...).

Unser Zimmer ist ein Ballsaal, mein Bett ist größer als das daheim, wir haben einen Panoramablick auf die Löcher 1, 2 und 9 des hiesigen Golfplatzes (mal gucken, wann wir vom ersten Golfball morgen früh geweckt werden ...), und auch wenn einige Kleinigkeiten nicht so ganz passen, passt das im Großen und Ganzen ziemlich gut.

Erstmal wurde geduscht (himmlisch, vor allem mit dem abnehmbaren Duschkopf in der Badewanne, auch wenn ich das ganze Badezimmer unter Wasser setzte), dann gingen wir - angezogen natürlich - zu unserem Shuttle-Bus-Stopp. Dort bestellten wir das (kostenlose, 24 Stunden fahrende, hotelinterne) Shuttle zu unserem gewünschten Esslokal, dieses kam zwei Minuten später, und nach ein bisschen Suche stellte sich heraus, dass wir an dem Ort, wo wir herausgelassen wurden, richtig waren.

Eine Liveband spielte (gar nicht mal schlecht), und wir bestellten als Vorspeise Sashimi vom Thunfisch und als Hauptgericht Tempura-Shrimps für meine Mutter und Sinigang, eine süß-saure Gemüsesuppe mit Fleisch- oder Fischbeilage (ich wählte Fisch), für mich.

Freunde der Sonne, ich esse gern und oft und viel, ich esse gern gut (und gern viel Gutes), aber das Abendessen heute Abend gehörte zu den besten, die ich je zu mir genommen habe.

Das Sashimi war der absolute Mega-Ober-Super-Duper-Hammer-Mega(hatte ich schon, sorry)-Mega(Mist, sorry)-, jedenfalls absolut fantastisch. Angebraten in einer Pfefferkruste, dazu ein bisschen Wasabi, Freunde, das hat mich total umgehauen. Die Shrimps waren ebenfalls sehr, sehr gut, und dieses Sinigang war ebenfalls sehr, sehr, sehr lecker.

Am Ende zahlten wir für unser Gelage mit etlichen Bieren mit üppigem Trinkgeld einen Preis, den ich in Deutschland für meinen Teil allein gezahlt hätte (und ich vermute stark, dass das auf den Philippinen immer noch ziemlich teuer ist), nämlich 43 Euro oder so - Wahnsinn ...

Dass auf diesen sehr gelungenen Einstiegsabend nicht die sofortige Heimfahrt ins Zimmer folgte, kann sich jeder erfahrene Leser dieses Blogs gut vorstellen, und so wurden an der Poolbar noch der eine oder andere Cocktail konsumiert. Leider konnten wir nicht mehr draußen sitzen, weil es anfing zu regnen (wobei, im Pool hätten wir noch sitzen können und werden das sicher in den nächsten Tagen auch noch tun ...), aber auch im trockenen Bereich war es sehr schön.

Der Transfer zurück ins Zimmer ging superfix, und nun sitze ich hier um 0.30 Uhr Ortszeit und fürchte, dass meine Mutter mich morgen bei Sonnenaufgang aus den Federn wirft (notfalls durch Bewerfen mit Golfbällen - Mist, jetzt habe ich sie auf die Idee gebracht ...), um den Shuttle-Bus runter zum Strand zu nehmen.

Wir führen uns hier auf Anhieb pudelwohl, wegen der Freundlichkeit der Menschen, wegen der Leichtigkeit, mit den gefühlt ausnahmslos sehr gut Englisch sprechenden Filipinos zu kommunizieren, wegen des hervorragenden Essens, und ich hoffe so inständig, dass der Strand morgen so schön ist, dass ich mir das mittlere Desaster letztes Jahr an der Elfenbeinküste zum 70. Geburtstag meiner Ma verzeihen kann.

Fotos gibt's morgen, sonst braucht meine Mutter eine unverhältnismäßig große Zahl von Golfbällen, um mich zu wecken. Gute Nacht!

Donnerstag, 15. März 2018

Tainted Love

... ist mein neuester Ohrwurm, den ich heute unter der Dusche trällerte, während meine Ma noch im Bett lag. Immerhin besser als "Schwarzwaldmarie", denke ich ...

So, morgen geht es so gegen 7.30 Uhr oder so in Richtung Flughafen und dort zum Terminal 2. Eingecheckt habe ich uns schon, aber wir müssen ja noch unser Gepäck offdroppen (ein schönes deutsches Wort ...), ehe wir ausreisen und dort die Sicherheitskontrolle gehen können. Mal gucken, wenn mein Fuß, der mir in den letzten Tagen nicht so viel Freude gemacht hat, mitspielt, dann laufe ich vielleicht mal vom Terminal 1B zum Terminal 2 ... Sonst mache ich das im Juli oder so, wird schon passen ...

In Bahrain, wo wir um 16.30 Uhr deutscher Zeit (18.30 Uhr Ortszeit) ankommen, haben wir knapp zwei Stunden Aufenthalt, was zum bequemen, aber nicht langweiligen Umsteigen reichen sollte, ehe es um 20.25 Uhr bahrainischer Zeit (18.25 Uhr deutscher Zeit) weiter nach Mainila geht.

Dort kommen wir um 10.10 Uhr Ortszeit am Samstag Morgen an, was 3.10 Uhr deutscher Zeit entspricht. Vier Stunden zum Umsteigen und Neu-Einchecken wird hoffentlich ebenfalls genügen (eingecheckt ist schon, dass wir auch hier "nur" das Gepäck offdroppen müssen ...), auch wenn wir von einem der drei internationalen Terminals zum nationalen Terminal wechseln müssen, was wohl den Einsatz eines Shuttle-Busses erfordert.

Um 14.30 Uhr philippinischer Zeit, also 7.30 Uhr deutscher Zeit Samstag Morgen, geht es schließlich von Manila nach Caticlan; dort kommen wir um 15.40 Uhr philippinischer Zeit (8.40 Uhr deutscher Zeit) an. Wir werden vom Hotel-Shuttledienst abgeholt, zum Steg verfrachtet, auf die Insel Boracay gefahren, dort geht es nochmal ein paar Schritte mit dem Bus und dann kommen wir hoffentlich so gegen 17 Uhr oder so an unserem Hotel an.

Vielleicht reicht es für eine kleine Stranderkundung und einen ersten Schwimm, aber die Sonne geht schon um 18.03 Uhr unter am Samstag, sodass das knapp werden könnte. Aber spätestens am Sonntag Morgen geht es dann ins kühle (oder nicht so kühle) Nass. Auf den Philippinen hat es jetzt über 30 Grad, sodass wir uns erstmal akklimatisieren müssen, aber aufs Essen freuen wir uns schon,  und wir sind uns einig, dass wir uns von Schnitzel und Eisbein fernhalten werden ...

In 36 Stunden bin ich in meinem 127. Land, und in den nächsten 34 Tagen sollen es, wenn das mit der Mittelamerika-Tour alles so klappt wie gewünscht, sieben neue (Philippinen, Brunei, Guinea-Bissau, Guatemala, Belize, El Salvador, Honduras) und insgesamt zwölf Länder (plus Deutschland, Bahrain, Portugal, Frankreich, Mexiko) auf vier Kontinenten (Europa, Asien, Afrika, Nordamerika) werden - das wird schön ...

Der nächste Blogeintrag kommt entweder morgen Abend aus Bahrain oder halt dann Samstag von Boracay ...

Samstag, 10. März 2018

Die Steuererklärung

... sollte ich schleunigst vollenden, damit ich die heute Abend gebuchte Schnapsidee (das Zählen habe ich inzwischen sein lassen) gut finanzierten kann.

Ehe ich es vergesse: Ich hatte gestern Abend ja noch mein Vor-Visum für Guinea-Bissau beantragt, heute Mittag kam schon die Bestätigung. Wenn ich jetzt mit dem "Courtesy visa" nach Guinea-Bissau einreisen darf, werde ich jeder Aussage, dass die Afrikaner ineffizient seien, noch entschiedener entgegentreten als ohnehin schon.

Nun denn, heute Abend guckte ich mal wieder nach Flügen, und ich hielt an mich, dass ich nicht nach Flügen für dieses Wochenende suchte. Erfolgreich! Allerdings suchte ich mal wieder nach Flügen nach Mittelamerika und wurde mit einem Flug für 402 Euro nach Guatemala-Stadt überfündig ...

Nun fliege ich am Freitag, dem 13. April, abends von Frankfurt nach Paris, noch in der Nacht weiter nach Mexiko und am Samstagmorgen dann weiter nach Guatemala-Stadt. Mein Plan ist, am Samstagabend in den Bus nach Flores zu steigen, wo ich am Sonntagmorgen ankommen dürfte. Danach sollte es in die Maya-Stätte Tikal gehen, bevor ich die Nacht in Flores übernachte. Am Montag Morgen geht es nach Belize und am Dienstag zurück, damit ich am Dienstagabend wieder in den Bus nach Guatemala-Stadt einsteigen kann. Dort werde ich am Mittwochmorgen ankommen und in den Bus nach San Salvador in El Salvador steigen (vielleicht geht es auch nur nach Juayúa, mal sehen ...). Am Donnerstag soll es zurück nach Guatemala und zwar nach Antigua Guatemala gehen, von wo aus Touristenbusse zu den Ruinen von Copán in Honduras gehen sollen, wohin ich am Freitag reisen will. Schlussendlich soll es dann am Samstagmorgen von Antigua Guatemala wieder zum Flughafen gehen, von wo ich über Mexiko-Stadt und Paris wieder nach Frankfurt fliege.

Mal sehen, ob ich mir diese sieben Tage Monstersightseeing und Länderabhaken wirklich so antue, aber vorläufig habe ich jetzt Hotels in Flores und Antigua Guatemala gebucht. Ich werde in den nächsten Tagen gucken, ob das so passt.

Wenn das passt, könnte ich in einer Woche vier neue Länder besuchen und damit das nordamerikanische Festland komplett besucht haben - oh, das wird lustig.

Jetzt gehe ich aber erstmal ins Bett, gute Nacht!

Donnerstag, 8. März 2018

Osteuropaerkundung

... steht wohl im Jahr 2018 auf meinem Plan, denn der gestrige Abend im Sherry & Port endete, wie er wohl enden musste: An Fronleichnam geht es nach Minsk in Weißrussland. Vor lauter Glückstrunkenheit musste ich dann doch ein Guinness konsumieren. War lecker.

Jedenfalls fliegen die neben meiner Mutter einzige Bekloppte, die solche bescheuerten Sachen mitmacht, also Christina, und ich am 31. Mai über Kiew nach Minsk. Dort haben wir ein durchaus bezahlbares Hotel direkt am Unabhängigkeitsplatz und werden am 1. und 2. Juni Minsk und vielleicht die nähere Umgebung angucken, ehe es am 3. Juni zeitig wieder über Kiew nach Hause geht.

Für Weißrussland braucht man normalerweise ein Visum, aber wenn man nur maximal fünf Tage bleibt und über den Minsker Flughafen einreist, benötigt man keines (man muss nur die Krankenversicherung bezahlen, selbst wenn man eine Auslandskrankenversicherung hat, ich hatte das mit der Stärkung der weißrussischen Versicherungswirtschaft ja schon einmal erwähnt ...) - das hat uns die Wahl von Minsk angesichts der anderen Kandidaten (Kiew, Chinisau, Sofia, Skopje) natürlich erleichtert. Und die eine Küchenhilfe im Sherry, die aus Weißrussland stammt, war gleich ganz freundlich und hat uns ihre Telefonnummer gegeben, mal sehen, ob sich da etwas ergibt.

Eine weitere Kollegin, die in Minsk studiert hat, war von der Stadt weniger begeistert, aber das ist ja auch schon ein Weilchen her und ich hoffe, dass Minsk sich auch gemacht hat seit jener Zeit ... Ihre Russisch-Lektionen werde ich jedenfalls begeistert verfolgen, das hilft ja jetzt für Weißrussland und Russland ...

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Achso, Belgrad, da war ja was ...

Dass Belgrad eine raue Stadt ist, habe ich in alter wie neuer Rechtschreibung an zwei Tagen nacheinander aufgeschrieben, dann wird es auch so sein. Belgrad ist kantig, manchmal ein bisschen schroff, nicht immer einfach, aber auf alle Fälle sehr spannend. Wenn man in den hübschen Pubs und Kneipen sitzt, merkt man allenfalls noch an der Tatsache, dass die Luft rauchgeschwängert ist, dass man nicht in der EU ist, wenn man dagegen über die doch nicht immer ganz ebenen Gehwege tänzelt oder an mehr oder weniger abrissreifen Mietskasernen vorbeifährt, dann spürt man schon, dass Serbien in absehbarer Zeit kein Nettozahler in den EU-Haushalt sein wird.

Überrascht hat uns, wie gut man in Belgrad mit Englisch über die Runden kam - die meisten jungen Kellnerinnen und Kellner in den Kneipen und Gaststätten sprachen sehr gutes Englisch, selbst die Busfahrer sprachen das Nötige, und dass Speisekarten und Beschilderungen praktisch überall zweisprachig (manchmal mit Russisch dreisprachig) waren, habe ich fast schon wieder vergessen, weil es sich so selbstverständlich angefühlt hat.

Ja, Belgrad ist wahrscheinlich keine Top-Tourismusdestination, es ist aber nicht völlig abwegig, dort mal ein Wochenende zu verbringen. Das Essen ist toll, die Biere sind trinkbar, die Schnäpse durchaus auch (auch wenn ich den Rakija meist relativ scharf fand), und die Kirchen und die Festung sind einen Besuch absolut wert. Im Sommer wird man auf der Festung und an den Ufern der Donau und Save sicher auch schöne Stunden verbringen können (jetzt war es ein bissel kalt ...).

Siegesdenkmal auf der Belgrader Festung

Festung

Festungstor

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Die Visumbeschaffung in Guinea-Bissau erweist sich als ein bisschen kniffliger als gedacht. Es gibt wohl nicht viele Bekloppte, die nach Guinea-Bissau als Touristen reisen wollen, dass es gibt nur "Business"-Visa und "Personal"-Visa, wobei ich Letztere eher als für Familienbesuche und so etwas vorgesehen kenne. Aber leider antworten die Grenzbehörden nicht auf meine E-Mails und die Hotelrezeptionistin weiß nicht so richtig, wovon ich rede, sodass ich es wahrscheinlich drauf ankommen lassen werde und ein "Personal"-Visa beantrage ... Wenn alle Stricke reisen, bin ich Ostern halt in Lissabon - es wäre da dann von Vorteil, dass ich fast alle Flüge getrennt gebucht habe, da wird mir jedenfalls nichts storniert.

Sonntag, 4. März 2018

Alarm in Griechisch Weissenburg

Joa, der Sprengstofftestautomat hier am Flughafen hat auf Christinas Handcreme allergisch reagiert und Alarm geschlagen, beim Gepäck war es zum Glück nicht so, sodass nur sie warten musste, während Letzteres nicht näher in Augenschein genommen wurde.

Jaja, okay, "Alarm" hat jetzt jeder verstanden, aber was machen die denn in Griechenland? Nun, wie wir heute lernten, hieß Belgrad unter den Österreich-Ungarn offenbar alternativ "Griechisch Weissenburg", was wohl vom lateinischen "Alba graeca" abgeleitet wurde. Sehr interessant, vor allem, weil die Beschilderungen heute auf der Belgrader Festung zwar auf Serbisch und Englisch beschriftet waren, die historischen Karten jedoch in vielen Fällen auf Deutsch waren. Hochspannend!

Nach dem Frühstück waren wir in Richtung der Festung aufgebrochen, waren ein wenig früh dran, stolperten über eine schneebedeckte Marmortreppe mit wunderbarem Blick auf Save und Donau, guckten uns eine kurze Ausstellung zum serbischen Alphabet an und gingen dann - standesgemäß - durch das Königstor in die eigentliche Festung.

Das Siegesdenkmal wurde bewundert, ebenso wie die fast ein Jahrtausend alten Festungsmauern, die immer mal wieder geschliffen und wieder aufgebaut wurden. Wir begaben uns auf die Suche nach dem Ort, an dem mein Kumpel und ich 2004 auf der Burg Schach spielten (und von einem Serben dermaßen vernichtend geschlagen wurden, dass ich mich dafür bis heute schäme ...), aber der Ort ward nicht mehr gesehen.

Wir liefen außen etwas um die Burg herum, vorbei am Zoo und einem großen Park (in dem heute viel Schlitten gefahren wurde) und betraten die Festung dann wieder. Der Uhrturm wäre vielleicht interessant gewesen, ist im Sommer aber geschlossen, und das Militärmuseum fanden wir nicht so richtig interessant.

Wir verliefen also das Festungsareal und hatten ein bissel viel Zeit, ehe wir zum Flughafen mussten, sodass wir einen kleinen Spaziergang in unser Kneipenviertel von gestern Abend machten. Dort entschieden wir uns dann für das "Drei Hüte" (das neben dem gestrigen liegt, das ich versehentlich so bezeichnet hatte).

Der Ober war ein bisschen schroff (das änderte sich erst, als er am Ende herausbekam, dass wir Deutsche sind, woraufhin er uns mit Händen und Füßen erläuterte, dass er 1982 schon Willy Brandt, 1990 Helmut Kohl und 1993 Franz Beckenbauer bedient hätte). Von der Qualität des Essens her konnte es aber gut sein, dass sich Willy Brandt und der Kaiser hier aufhielten, und die Portionsgröße wird Helmut Kohl definitiv auch gefallen haben - wir hatten ja erst ein paar Stunden vorher gefrühstückt, aber die Augen waren wieder größer als der Magen, sodass ich von meinem Mixed Grill am Ende ein bisschen was liegen ließ ...

Den besten Kaffee von Belgrad gibt es in der Kette "Koffein", sagt Christina, und weil wir immer noch etwas Zeit hatten, machten wir dort den Abschluss für Belgrad. Ich trank meinen letzten Rakija, ehe wir zurück zum Platz der Republik liefen, zum Hotel, dort unser Gepäck holten und zur Bushaltestelle marschierten. Der Bus kam pünktlich, fuhr uns wunschgemäß zum Flughafen und wir begaben uns zur Bordkartenkontrolle.

Der Schlingel von Air Serbia wollte Christinas Handgepäckkoffer in dem Rahmen zur Prüfung der Handgepäckgröße sein, und weil ein paar Millimeter fehlten, wollte er sie zum Check-in beordern. Ich guckte mir das an, wandte ein wenig Gewalt an, das Ding saß fest in dem Rahmen, aber es saß, der Typ nickte befriedigt, und schon waren wir durch die Kontrolle durch. Schwachkopf, also ehrlich ...

Ich war unvorsichtig gewesen und hatte Christina einen Ausreisestempel versprochen, weil es die bis jedenfalls 2008 noch gab. Doch die Grenzerin schickte uns einfach so weiter, Christina war sauer auf die Serben und auf mich, aber das legte sich schon wieder ...

Am Gate geschah Christinas sprengstofftechnisches Missgeschick, aber wir durften trotzdem an Bord, der Flug ging schnell, wir fuhren mit der Skyline im Non-Schengen-Bereich zum Terminal B (jetzt wusste ich ja, dass das problemlos geht ...), wir reisten dort ein, der Zoll war brav und wir erwischten die S-Bahn gerade noch so.

Den Ausgang des Abends feierten wir im Chillers im Wiesbadener Hauptbahnhof, und schon ist die Belgrad-Reise wieder um.

Ich gehe jetzt nochmal kurz duschen, Fotos und eine Reflektion gibt es morgen (oder so ...). Gute Nacht!

Samstag, 3. März 2018

Tschüss, Schatzi

Die Verabschiedung, die einer der Ober in unserer Abendessenkneipe (nicht unser sehr freundlicher Hauptober) Christina entgegenwarf, war völlig daneben, aber ansonsten war der Tag heute ziemlich schick.

Nach dem Zubettgehen am heutigen frühen Morgen waren wir trotzdem recht früh wach. Wir ließen uns Zeit, frühstückten überraschend gut (wir waren uns einig, dass es nichts gibt, was dieses Hotel richtig böse schlecht macht, aber halt auch nichts, was uns begeistert ...) mit Ausnahme des Fischs, der mich fast zum Würgen brachte, und liefen dann in die frische Luft des Belgrader Morgens.

Wir liefen - fast hätte ich uns falsch geleitet - in Richtung des Studentenplatzes (der heißt wirklich so, weil er an der Uni liegt). Mit Hilfe von Google Translate kaufte ich uns für 2,50 € pro Person zwei Tageskarten für den öffentlichen Nahverkehr, danach stiegen wir in die Linie 31 zum Tempel des heiligen Sava. Vorbei ging es am Platz der Republik und am Slavija-Platz, und nach einigen Minuten standen wir vor einer der größten Kirchen der Balkanhalbinsel.

Von außen ist diese Kirche schon sehr beeindruckt, innen sieht man, dass sie noch sehr im Bau ist (mal gucken, ob sie 2035 zum hundertjährigen Jubiläum des Baubeginns fertig ist ...), aber die Kuppel sah schonmal sehr gut aus, im Gegensatz zum Betongerippe und dem Gerüst unterhalb.

Christina erinnerte mich, dass es nebenan die Kirche des heiligen Sava gäbe, und diese Kirche ist fertig und - in ihrer blauen Grundfarbe - sehr schön innendekoriert, das hat uns schonmal sehr gut gefallen.

Wir fuhren zurück in Richtung der Innenstadt und stiegen in der Nähe der Markuskirche aus. Zunächst begutachteten wir das Gebäude des Parlaments mitsamt "Kosovo ist unser"- und "Böse NATO-Aggression"-Plakaten davor, ehe wir am sehr wuchtigen Gebäude der Hauptpost vorbei in den kleinen Park gingen, der die Markuskirche beherbergt.

Die Markuskirche ist weniger üppig bemalt im Inneren, aber das, was bemalt ist, ist ebenfalls sehr schön anzusehen.

Nach dem Besuch dieses Kirchleins machten wir unsere Mittagessens- und Abendessenplanung und stiegen danach in den Bus, der uns weiter in Richtung Innenstadt führen sollte. Wir stiegen am Platz der Republik aus, und endlich bekam ich die Chance, meine Reisebegleitung im Seich herumzuführen. Als ich es endlich merkte, hatten wir schon so viele Höhenmeter verloren, dass wir weiter den Berg herunterliefen, um dann in die Straßenbahn einzusteigen, die uns wieder den Berg hochfuhr.

Wir kamen wieder am Platz der Republik raus und machten den zweiten Anlauf, diesmal in eine um 90 Grad versetzte Richtung. Dort kamen wir in die - immer noch oder schon wieder - reichlich mit Weihnachtsschmuck verzierte Fußgängerzone, liefen diese entlang und hatten uns schon fast für eine typisch serbische Mittagessenkneipe entschieden, als wir doch noch ein paar Meter laufen wollten (wir hatten ja schließlich für uns beide untypischerweise gefrühstückt).

Unterwegs begegnete uns der Ausblick auf die Kathedrale und wenige Meter davor eine andere Kneipe, in die wir nach kurzer Verzögerung einfielen.

Die Manufaktura ist eine relativ moderne Kneipe mit laut Eigenwerbung "authentischer Balkanküche", in der wir durchaus lecker Schopska-Salat, gekochtes Kalbfleisch und gegrilltes Kassler aßen. Meinem Bier folgte ein Birnenbrandy, Christinas Heißgetränke waren weniger berauschend, aber insgesamt waren wir mit der Manufaktura sehr glücklich. Die könnte demnächst durchaus in meiner Restaurantempfehlungsliste auftauchen.

Nach ausgiebigem Mittagsmahl ging es in die Kathedrale, in der man (leider) die etwas düstere Innenbemalung nicht fotografieren darf. Ein Spaziergang herunter zum Save folgte und nach einem Hindernisparcours über Bahngleise und eine Leitplanke standen wir an der Haltestelle der Straßenbahnlinie 9, die uns zum Hauptbahnhof bringen sollte, wo wir in einen Bus in Richtung Neu-Belgrad auf der anderen Save-Seite umsteigen wollten, um dort dann später zu Abend zu essen.

Als die 9 nach endlicher (langer) Zeit endlich kam, stiegen wir ein paar Haltestellen später aus, um in die 83 umzusteigen. Die Haltestelle der 83 war ganz neu verlegt, sodass wir die erste 83 verpassten. Ein paar Minuten später kam die nächste 83, die aber an der alten Haltestelle hielt, was nicht nur uns zu verdutzten Gesichtern bewegte. Der Busfahrer bemerkte seinen Fehler, hielt mitten auf der Straße für uns an und wir stiegen ein.

Es ging durch nicht so richtig reiche Gegenden entlang der Hauptstraße zwischen Belgrad und seinem Flughafen, ehe wir in Gardoš ausstiegen. Einem Rundgang durch die kleine Altstadt und den hübschen Marktplatz folgte ein Spaziergang entlang der Donau zu den am Ufer gelegenen Restaurants.

Wir waren viel zu früh da, guckten uns die Gaststätten an und planten dann um: Abendessen heute Abend in der Stadt, Mittagessen morgen in Gardoš und unmittelbar anschließend Fahrt zum Flughafen. Entsprechend fuhren wir unverrichteter Dinge mit unserer Tageskarte zurück, stiegen einmal um und kamen dann am Ende in Skadarlija, einem Kneipenviertel raus.

Von Schleppern bequatscht bahnten wir uns den Weg, entschieden uns zunächst für ein Café außerhalb des Kneipenviertels, verquatschten uns dort bei Latte, heißer Schokolade (Schokoladenpudding) und Chai-Latte, bekamen dann in unserem anvisierten Restaurant im Kneipenviertel keinen Platz mehr (zu spät dran ...) und landeten schlussendlich im "Drei Hüte".

Die, sagen wir, traditionelle serbische Livemusik störte uns nicht wirklich, wir aßen lecker überbackene Hühnchenbrustpasta und Ćevapi, tranken Cola und Nikšićko Pivo (lecker Bier) und kamen über Jazz und Malerei und Gott weiß was ins Gespräch. Sehr schöner Abend.

Irgendwann standen die Musiker direkt neben unserem Tisch, was uns zum Aufbruch verlasste. Ein kurzer Spaziergang heim zum Hotel folgte, schweren Herzens entschieden wir uns gegen einen Absacker im City Pub von gestern und sind also relativ früh im Hotel.

Schön war's in dieser etwas rauhen Metropole, bei der man vor lauter Schlaglöchern und Pfützen auf den Gehwegen aufpassen muss, wo man hinlatscht, wo die Busse von hochmodern zu uralt wechseln, in der man mit Englisch sehr, sehr weit kommt und in der man sich, wohlwissend, dass es keine Stadt ist, die Touristen zu Abermillionen anziehen wird, durchaus irgendwe wohlfühlen kann.

Aber was heißt "schön war's"? Morgen ist auch noch ein Tag, da geht es auf die Festung und darüber wird auch berichtet nach unserer Heimkehr, denn der Flug geht um 17.30 Uhr am morgigen Sonntag.

Dann folgt auch ein ausgiebigeres Fazit. Fotos? Fotos:

Tempel des heiligen Sava außen ...

... und innen

Kirche daneben

Markuskirche außen ...

... und innen

Demo mit Porträt von Ratko Mladić

Mit einem Apfel zum Abendessen

... musste die arme Christina heute vorliebnehmen, aber ich verspreche, dass es morgen Abend besser wird.

Der Arbeitstag am Freitag war erfolgreich, aber ein bissel zäh, und um 16.30 Uhr verließ ich das Büro. Wir erwischten die Bahn um 16.49 Uhr gerade noch so, standen aber in Mainz und dann nochmal vor dem Flughafen ein paar Minuten.

Nach der Ankunft am Flughafen fuhren wir mit der Skyline zum Terminal 2, reisten sofort aus und fuhren dann, ebenfalls sofort, mit dem Non-Schengen-Wagen der Skyline zum Terminal 1 zurück. Für die Nicht-Frankfurt-Experten: Die Skyline, der Verbindungszug zwischen Terminal 1 und Terminal 2 des Frankfurter Flughafens, hat zwei Wagen: einen "normalen" für die Besucher, Originärpassagiere und Schengen-Umsteiger und einen "Non-Schengen-Wagen" für die Leute, die gar nicht in den Schengen-Raum einreisen, aber am Terminal 1 ankommen und zum Terminal 2 müssen oder umgekehrt.

Und heute Abend wollte ich mal probieren, wo man denn da so hinkommt. Also fuhren wir vom Terminal 2 zum Terminal 1 und stiegen im Bereich AZ aus. Dort guckten wir, bis wohin das funktioniert, nämlich bis zur Sicherheitskontrolle für den Bereich Z und bis zur Einreise in A - sehr interessant, das waren nämlich Orte, an denen ich meines Wissens noch nie war. Danach ging es zu B, auch dort guckten wir uns um, und schließlich stiegen wir an der 1C-Station aus, an der man überhaupt nur aussteigen kann, wenn man im Non-Schengen-Wagen unterwegs ist.

Wir vermuten, dass die Sicherheitsleute uns inzwischen auf dem Kieker hatten, aber wir konnten ungehindert uns im Bereich 1C umgucken und dann auch durch den CD-Riegel in Richtung Terminal 2, Flugsteig D, wandern.

Dort warteten wir, bis endlich unser Gate aufgerufen wurde, gingen durch die leere Sicherheitskontrolle (die nach uns zugemacht wurde - die hätten fast meinen Koffer im Scanner vergessen, wenn ich nicht komisch geguckt hätte ...) und konnten dann problemlos boarden.

Im Flieger war es viiiiiel zu warm und ein bissel eng, aber der Flug war kürzer als veranschlagt, sodass wir trotz Verspätung pünktlich ankamen. Die Einreise nach Serbien ging sehr fix, der ursprüngliche geplante Bus wurde zu Gunsten des früher abfahrenden Minibusses verschmäht, wir stiegen unterwegs aus und kämpften uns den Weg an Schneepfützen vorbei in Richtung Hotel.

Das Hotel ist, ähm, okay, sicher kein Luxus und keines der besten Hotels, die ich je gesehen habe, aber für 50 Euro pro Nacht im Doppelzimmer und bei guter Lage ist das noch halbwegs akzeptabel.

Wir verließen das Hotel gegen 23.45 Uhr wieder, suchten eine Kneipe mit Essgelegenheit, fanden keine, ich hatte im Flieger gegessen, Christina kaufte ihren Apfel und verspeiste diesen, ehe wir in das "City Pub" mit Livemusik einfielen.

Christina trank zwei Cola, ich zwei Craft Beer, die Musik war laut, serbisch und gar nicht mal schlecht, wir sangen manchmal den Refrain mit, soweit dieser aus Grunzlauten bestand, und freuten uns ob der Tatsache, dass wir in Belgrad sind.

Um 1.30 Uhr verließen wir das verrauchte Pub, sind jetzt im Zimmer, es geht gleich in die Heia und morgen wird Belgrad erkundet.

Belgrad, das ist, nach dem mehr oder weniger ersten Eindruck, eine raue Metropole mit dem einen oder anderen Schlagloch, aber mit sehr interessanten Menschen und sehr interessanten Orten. Mal gucken, ob dieser erste Eindruck (meine zehn Stunden in Belgrad 2004 sind verjährt) morgen anhält.

Jetzt gehen wir erstmal ins Bett. Gute Nacht!

Samstag, 24. Februar 2018

Kalte Füße

... habe ich in den letzten Tagen so ein bisschen wegen Südossetien gekriegt, und das liegt nicht daran, dass in Wiesbaden Temperaturen um den Gefrierpunkt sind.

Irgendwie scheint das alles nicht so richtig zu passen, und ich denke, wenn ich gemütlich Moskau und Kasan mache, ist das auch völlig in Ordnung. Ich habe den Verdacht, dass mir Südossetien nicht so schnell davonläuft ...

Gestern Abend und heute Mittag habe ich die Buchungen insofern finalisiert, als dass ich in der Woche in Russland jetzt erstmal für jede Nacht ein Dach über dem Kopf habe: Ich komme am 24. Juni in Moskau (Scheremetjewo) an und werde gleich mal ins Hotel fahren, mein Gepäck abwerfen und auf den Roten Platz fahren. Am 25. Juni fliege ich von Wnukowo aus nach Kasan und habe eine Art Hütte (wenn ich das richtig erkenne) in einem Vorort von Kasan gebucht, alles andere war völlig unbezahlbar. Der Art, in dem ich da wohne, heißt Zaimischtsche (oder so, das ist mit der Transkription immer so eine Sache) und liegt auf mehr oder weniger halbem Weg zwischen Kasan und Innopolis, einem weiteren Vorort von Kasan, in dem die Syrerin mit Mann und Tochter wohnt, die ich Ende 2009 mit meinen beiden Briten besucht hatte.

Ich habe es ihr gestern schon geschrieben: Als Deutschland tatsächlich nach Kasan gelost wurde, fing ich an zu glauben, dass es mit einem Wiedersehen klappen könnte, und es ist umso schöner, dass es jetzt tatsächlich klappen wird. Eigentlich wollte ich die drei ja zum Essen einladen, aber sie haben darauf bestanden, mich mit syrischem Essen zu bekochen - und da sage ich ganz gewiss nicht nein, denn russisches Essen kriege ich in der Woche in der Russland mit großer Wahrscheinlichkeit in ausreichendem Maß.

Nach dem Besuch des Spiels gegen Südkorea am 27. Juni um 17 Uhr Ortszeit (15 Uhr deutscher Zeit, wenn ich es richtig weiß) fliege ich dann am 28. Juni wieder nach Moskau zurück. Für die drei Tage habe ich jetzt eben ein Hostelzimmer mit eigenem Bad in Moskau gebucht, mal gucken, ob es dabei bleibt oder ich mich zwischendurch noch umentscheide. Wichtig war für mich jetzt erstmal, mehr oder weniger irgendetwas zu haben, damit ich nicht in den warmen russischen Wintern unter einer Brücke schlafen muss.

Joa, und dann geht es am 1. Juli eben wieder über Belgrad zurück nach Frankfurt.

Meine Fan-ID habe ich eben auch beantragt: Die Russen verlangen, dass alle Fans eine spezielle Identitätskarte für die WM besitzen. Damit genießt man aber auch den einen oder anderen Vorteil, insbesondere kann man visumfrei nach Russland einreisen, man kann aber auch in den Sonderzügen, die zu den Spielorten fahren, kostenfrei mitfahren (das ist wahrscheinlich mit ein Grund, wieso Inlandsflüge immer noch einigermaßen bezahlbar waren). Nun, diese Fan-ID habe ich heute Mittag nun auch beantragt; sie wird mir dann per Post nach "Wiesbaden, Bezirk Wiesbaden, Gebiet Hessen" zugeschickt - wäre besser so, denn sonst stünde ich ohne Fan-ID und ohne Visum bei der Einreise ganz schön doof da ...

Wenn ich Kollegen oder Bekannten von der erfolgreichen Buchung erzähle, fragen die mich immer ganz ungläubig, was ich dafür denn gemacht hätte - ich glaube manchmal, die meinen, ich hätte einen faustischen Pakt geschlossen oder hohe FIFA-Funktionäre bestochen. Dabei habe ich mir einfach "nur" die Mühe gemacht, mich um auf der FIFA-Seite um eine Karte zu bewerben, und damit bisher immer Glück gehabt ... (Mist, jetzt habe ich mein Erfolgsrezept verraten.)

Mit dem Spiel gegen Südkorea verlängere ich dann also meine Serie von besuchten Welt- und Europameisterschaften auf fünf:
Ich hätte nichts dagegen, wenn es zum fünften Mal ein Zu-Null-Sieg für Deutschland würde ...

Achso, apropos Sport, natürlich habe ich gestern Abend nach kurzfristigen Flügen nach Seoul geguckt, um das Olympiafinale im Eishockey vielleicht doch noch mitzunehmen, aber knapp 1.000 Euro wären für eine solche Schnapsidee dann doch des Guten deutlich zu viel gewesen ...

In einer Woche um diese Zeit bin ich in Belgrad - olé ...

Donnerstag, 22. Februar 2018

Wirf die Gläser an die Wand

Wir werden ja sehen, ob Russland ein schönes Land.

Dienstag Abend hatte ich auf meiner Kreditkartenabrechnung eine Blockung gesehen, die nach kurzer Rechnung ziemlich genau 210 US-Dollar entsprach. So viel Geld kostet aber genau eine WM-Karte für das Spiel Südkorea oder Deutschland, für das ich eben meine Karte bestellt hatte.

Den gestrigen Tag nutzte ich, um einige Absprachen zu treffen (mehr gleich), und am Abend war dann die Abbuchung offiziell vollzogen, und da stand "FIFA, Zürich" druff - passt. Noch in der Nacht buchte ich einen Flug nach Moskau über Belgrad: Ich werde am Sonntag, dem 24. Juni, morgens in Moskau ankommen und eine Woche später, am 1. Juli, wieder zurück nach Frankfurt fliegen.

Jetzt muss ich noch gucken, wie ich nach Kasan komme (da gibt's auch Flüge), aber erstmal wollte ich mich mit der syrischen Bekannten kurzschließen, wieviel Zeit sie und ihre Familie mit mir verbringen will und kann, ehe ich dann die Strecke nach Kasan buche.

Ein Hotel wollte ich eigentlich schon buchen (jederzeit stornierbar ...), aber da ging auf der Buchungsseite ganz gründlich was schief, weil ich plötzlich ein Hotel auf der Krim angezeigt bekam - da prüft man einmal nicht fünf Mal, ob der Ort richtig ist, dann passiert sowas ... Naja, muss ich das Ding halt stornieren, wird schon passen.

Zwischenzeitlich war nicht ganz klar, ob ich Flüge von Frankfurt nach Moskau oder von Budapest nach Moskau buchen sollte, denn es sieht so aus, als ob ich dieses Jahr berufsbedingt ein paar Wochen/Monate in Budapest verbringe. Daher musste ich mit den Chefs jetzt doch relativ dringend abklären, wann ich denn in Ungarn sei, damit ich eben entscheiden kann, ob ich von dort oder aus Deutschland fliege. Der zuständige Chef meinte gestern, es werde mit Budapest doch eher Herbst, sodass ich also für den Juni ab Frankfurt gebucht habe.

Das alles wiederum eröffnet ungeahnte und nur durch meinen Geldbeutel beschränkte Möglichkeiten, über die diversen Brückentage Ende April und im Mai mal ein paar Kurztrips zu machen.

Achso, alles fügt sich, wie es soll: Eigentlich hatte ich ja im September die dreieinhalb Wochen Neuseeland geplant, das wäre mit der neuen Ungarn-Planung jetzt natürlich kompliziert geworden - "praktischerweise" hat mir meine angedachte Reisebegleitung für Neuseeland am Wochenende abgesagt, sodass Neuseeland jetzt erstmal auf Eis liegt. Die drei Wochen Urlaub müssen dann natürlich zumindest zu einem großen Teil in den Sommer geschoben werden, oh, das wird noch schön zu planen ....

Sonntag, 11. Februar 2018

Vorauseilenden Gehorsam

... zeigten die ganzen Amis und Möchtegern-Amis am Flughafen, weil die alle ihre Schuhe auszogen, obwohl an den Hinweistafeln nur stand, dass man aufgefordert werden könnte, die Schuhe auszuziehen. Wie immer stellte sich heraus, dass man nur mit de Leut schwätze muss: "Shoes okay?", fragte ich und konnte sie anlassen (meinen Mitreisenden war das sicherlich recht angenehm ...).

Auch die vergangene Nacht schlief ich schlecht, der verschlafene Ausflug in Südkorea steckt mir wohl doch noch in den Knochen, denn ich warf gefühlt stündlich einen Kontrollblick auf mein Handy.

Als ich dann um 5 Uhr aufstand, war ich froh, dass ich gestern Abend in meinem Hotel (nur) ein (auch hier sehr leckeres) Guinness und keinen Whisky mehr getrunken hatte (es ist eine Schande, ja, ich weiß, aber mit Bier kann ich im Zweifel halt doch ein bisschen mehr anfangen als mit Whisky). Ich duschte - ein abnehmbarer Duschkopf mit High-Tech-Durchlauferhitzer konnte verwendet werden - und zog dann aus. Die Kneipe unten (in der auch die Rezeption ist) war unverschlossen, sodass ich meinen Schlüssel aufs Pult legte und dann durch die Hintertür verschwand.

Morgens halb sechs in Glasgow war nicht viel, aber doch ein bisschen los, ich guckte nochmal beim Duke mit seinem Hütchen vorbei, der Flughafenbus war pünktlich und ich war viel zu früh durch die (schnelle) Kontrolle: Hier in Glasgow machen die das ganz clever, pro Kontrollschleuse sind vier Abteilungen angebracht, an der also vier Leute gleichzeitig ihre Habseligkeiten in die Kontrolle geben können und nicht nur einer wie bei den meisten Kontrollschleusen dieses Planeten - nachmachen, Frankfurt!

Ich kaufte auch keinen Whisky mehr, sondern begab mich, nachdem ich überlegt hatte, ob ich nochmal Scottish Breakfast zu mir nehme, in die Lounge, deren Zugangskarte ich ja auch noch habe ... Das Frühstück dort war zwar nicht unbedingt herausragend, aber ich hatte meine Ruhe und stellte zu spät fest, dass ich dort mein Handy aufladen konnte ...

Der Glasgower Flughafen ist nichts für Nervenschwache, denn die Anzeige fürs Gate sollte erst um 7.43 Uhr kommen - Freunde, um 7.40 Uhr, hieß es jedenfalls auf der Bordkarte, macht das Gate schon zu ... Ich wusste inzwischen, dass die Maschine aus Frankfurt kommend ein bisschen Verspätung hatte, aber trotzdem finde ich das ein bisschen arg knapp, auch wenn sie es so einfacher haben, die Flieger optimal zu verteilen ... Nun denn, alles setzte sich zu Gate 36 in Bewegung, wir wurden dann doch wieder umgebucht zu Gate 33, durften dort dann endlich an Bord und mit ein bisschen Verspätung ging es los.

Unterwegs fing der Vater meiner Sitznachbarin an, mit den Stewards zu diskutieren, dass es "falsch" sei, dass die Anschallzeichen noch angeschaltet waren, was die Stewards dann mit entschiedener Hilfe meiner Sitznachbarin entschärfen konnten.

Ich war als einer der Letzten im ersten Bus, konnte dann zügig rausspringen und kam mit weitem Vorsprung vor dem Hauptfeld an der Passkontrolle an - die elektronischen Kontrollspuren waren aus, also musste ich zur Grenzerin, die fragte mich, wo ich herkäme (ich muss echt mal bei der Bundespolizei nachfragen, wieso die das immer fragen, wenn man "alleine" zur Passkontrolle kommt), startete durch zum Terminal 1 und holte mir dann für die Heimfahrt erstmal was zu essen.

In Wiesbaden war die Hölle los, alles Verkleidete unterwegs, und wegen des Fasnachtsumzuges fuhren die Busse sehr komisch - trotzdem war ich dann irgendwann in meiner Bude und konnte ein bisschen Olympia gucken. Heute gehe ich früh ins Bett, glaube ich ...

Fotos wollte ich noch zeigen? Na gut:

Glasgow Cathedral

Blick von der Nekropole

Glasgow Cathedral

The Duke (mit Hut), dahinter die Gallery of Modern Art

Cloisters in der Uni Glasgow

Brücke über den River Clyde

Im Kelvingrove Museum
Nicht die TARDIS (glaube ich ...)

Samstag, 10. Februar 2018

Not gentlemanlike

... sei ich eben im Pub gewesen, meinte die Dame, nachdem sie versucht hatte, sich vorzudrängeln und ich das unterbunden hatte. Ansonsten sind die Schotten aber - soweit ich sie verstehe - sehr freundlich ...

Das Aufstehen heute Morgen war nicht unbedingt einfach, aber es war zu ertragen - natürlich war ich zehn bis fünfzehn Minuten zu früh an der Bushaltestelle, aber der Bus kam halbwegs pünktlich, sodass ich - nach dem Erwerb einer Spezi morgen um halb fünf - in die S-Bahn zum Frankfurter Flughafen steigen konnte.

Ich konnte mit der Skyline zum Terminal 2 fahren (als ich im September nach Gran Canaria bin, war ich so früh dran, dass ich noch mit dem Shuttlebus fahren musste), die Ausreise ging schnell (und wäre noch schneller gegangen, wenn da nicht Leute vor mir mit dem alten Personalausweis versucht hätten, die biometrische Passkontrolle zu nutzen ...), an der Sicherheitskontrolle war ein bisschen was los (Ryanair bietet Flüge nach Glasgow und London-Stansted im Abstand einer Viertelstunde an), aber ich war natürlich viiiiiiiel zu früh am Gate.

Die Dame, die den Leuten das (etwas größere) Handgepäck abnimmt, ignorierte mich, sodass ich mein Zeug mit in die Kabine nehmen könnte - ich ging als einer der letzten Passagiere durch die Bordkartenkontrolle, war aber relativ früh im Flieger (weil ich ja kein Gepäck aufgeben musste) und konnte mich auf meinen Platz in der ersten Reihe setzen - schön viel Beinfreiheit und ausreichend Platz im Gepäckfach ...

Unterwegs las ich meinen "Spiegel", die italienische Stewardess sprach ganz gut Deutsch, der deutsche Pilot noch besser, auch wenn ich (für ihn) hoffe, dass die Schotten nicht hörten, dass er für Glasgow "halt englisches Wetter" ankündigte, nämlich Nieselregen (äh, Rieselnegen natürlich ...) bei kühlen vier Grad.

Ich reiste als dritter Mensch des heutigen Tages am Glasgower Flughafen ins Vereinigte Königreich ein, fand sofort meinen Bus, musste stehen (der Busfahrer heizte ganz schön über die Autobahn, ich war froh, dass er keinen Unfall baute, sonst hätte ich Bekanntschaft mit der Windschutzscheibe gemacht ...) und stieg dann in der Nähe des George Square in der Innenstadt aus.

Ich spazierte - es war 8.30 Uhr oder so - in Richtung meines avisierten Frühstückslokals, verstand den Ober ("hausgoin" - "how it is going?" - "wie geht's"?) halbwegs ("have you bocked in?" - "have you booked in?" - "haben Sie reserviert?" - "äh, well, no"), bekam trotzdem einen Tisch und bestellte ein full Scottish breakfast. Eigentlich hatte ich vorgehabt, noch zu Mittag und zu Abend zu essen, aber den Gedanken verdrängte ich nach der Portion mit Rührei, black pudding (Blutwurst), anderer Rindswurst, gebratenen Pilzen und Tomaten und einer Art Waffel wieder.

In diesem Café Gandolfi fühlte ich mich sehr wohl, zumal es in ganz vielen Details sehr große Ähnlichkeit zu meinem geliebten Sherry & Port in Wiesbaden hatte ...

Ich war nicht (mehr) sicher, wie man hier Trinkgeld gibt (sollte ich beim Ansagen aufrunden oder sollte ich das Restgeld liegenlassen)?, was dann dazuführte, dass ich ein bissel viel Trinkgeld gab (war aber irgendwo verdient, höhö ...). Sei's drum, auf Pfund kommt es bei meinen Kilos auch nicht mehr an, und ich schlurfte mit meinem Handtäschchen zum Hotel.

Der Barmann putzte gerade die Theke, als ich aufschlug, aber mein "Gepäck" konnte ich wenigstens abgeben, und ab ging es in Richtung der Kathedrale und der Nekropole, auf die ich einen wunderbaren Blick hatte, als ich wieder aus der Hoteltür trat.

Wow, liebe Leute, bis heute Morgen wusste ich nicht, dass Glasgow so einen fantastischen Hauptfriedhof auf dem Berg hat, auch wenn ich das Gefühl nicht loswerde, dass ich dieses Bild der Nekropole von Glasgow schon irgendwo im Fernsehen gesehen habe. Ich ging also über die Seufzerbrücke und wagte den Aufstieg.

Als ich unterwegs war, kam die Sonne und der blaue Himmel raus, und der Blick auf Glasgow war so fantastisch, dass ich wusste, dass die Entscheidung, heute nach Glasgow zu fliegen, zwar eine Schnaps-, aber auch eine sehr gute Idee war - so, so, so toll ... Traumhaft schön, unbedingt auch angucken.

Ich ging runter zur Kathedrale, betrat diese und staunte wieder - nicht nur ist die Kathedrale sehr schick, sondern diese Politik der Stadt Glasgow (oder auch der schottischen Regierung), dass sie freien Eintritt gewährt, aber um Spenden bittet, finde ich auch sehr, sehr gut ...

Ich genoss die Kathedrale mitsamt der Krypta und wollte dann in Richtung des Clyde River gehen, als mir auffiel, dass ich direkt an der Haltestelle für den Stadtrundfahrtsbus stand. (Achso, davor hatte ich eine der blauen Polizeinotrufzellen entdeckt, die, seit ich die britische Science-Fiction-Serie "Doctor Who" [nicht "Doctor What", wie die Matthias-Claudius-Straße das verballhornte] für mich entdeckt habe, für mich als "TARDIS" eine ganz andere Bedeutung hat ...)

Ich stieg also in den Bus ein, zahlte 15 Pfund für das Tagesticket und fuhr erstmal eine Rundroute durch Glasgow, vorbei am Volkspalast, am "Gürteltier" (dem Spitznamen für das Kongresszentrum), am Clyde River, an der Universität, am Kelvingrove Park und Museum, am Konservatorium (an dem David Tennant, der zehnte "Doctor Who", man sieht, ich bin da voll angestiegen, studiert hat) vorbei zum George Square.

Ich lief die paar Meter zur Gallery of Modern Art - das Museum ist einigermaßen interessant; sehr interessant ist dagegen die Statue des Duke of Wellington davor. Es ist inzwischen Tradition geworden, dass der Duke einen Verkehrskegel auf dem Kopf trägt - die Stadt Glasgow findet das nicht so wirklich lustig, aber jedes Mal, wenn sie den Kegel vom Kopf entfernt, ist er eine Nacht später wieder druff. Wer den Duke mit Kopfbedeckung nicht gesehen hat, ist nicht wirklich in Glasgow gewesen, behaupte ich jetzt mal ...

Ich kaufte mir jetzt endlich eine Cola zu trinken und fuhr dann mit dem Touristenbus zum Riverside Museum - das Museum selbst zeigt viele verschiedene Verkehrsmittel, die man im Laufe der Jahrhunderte in Glasgow antreffen konnte und ist eher für Kinder gemacht, das Tall Ship in unmittelbarer Nähe ist eines von fünf noch hochseetauglichen Segelschiffen, die hier an einer der Glasgower Werften gebaut wurden. Joa, kann man sich mal angucken, kostet ja nix, von daher schadet es nichts ...

Weiter ging es zur Universität mit ihren "Cloisters", den Kreuzgängen, die sehr schön anzusehen und offenbar auch schon für ein paar Filme verwendet wurde. Es ging weiter zum Kelvingrove Museum, das einige interessante Ausstellungen hat, aber insgesamt so ein bisschen den Eindruck eines Sammelsuriums aus präparierten Tieren, schottischer, niederländischer, französischer Malerei, Einführungsausstellungen für Kinder und sonstnochwas macht - nicht uninteressant, aber auch nicht ein unbedingte Muss, zumal das Haupt-Highlight, Dalís "Christus des Heiligen Johannes vom Kreuz" zur Zeit an eine Ausstellung in den Vereinigten Staaten ausgeliehen ist.

Vielleicht war ich auch einfach fertig, weil ich inzwischen - es war erst 15.30 Ortszeit - auch schon 13 Stunden unterwegs war, jedenfalls fuhr ich zurück in die Innenstadt und wollte noch ein bisschen Rugby gucken - seit 2017 bin ich ja "regelmäßig" während der Six Nations, dem wichtigsten innereuropäischen Rugbyturnier, in einem der teilnehmenden Länder. Die erste Kneipe war gerammelt voll, die zweite auch, aber irgendwie blieb ich in der zweiten hängen, probierte mich - ohne etwas zu essen, ich hatte einen Stehplatz - durch verschiedene Biersorten durch und bekam dann zu Beginn der zweiten Halbzeit des England-Wales-Spiels einen Platz.

Als ich endlich etwas zu essen (Fish & Chips) bestellen wollte, kam mir die anfangs beschriebene Dame in die Quere, trotzdem bekam ich unfallfrei mein Getränk und mein Essen, England gewann (leider) und ich brach in mein Hotel auf.

Das Zimmer hier ist für 36 Pfund völlig in Ordnung, das ist sicher nicht fünf Sterne, aber für eine Nacht definitiv ausreichend (und es gibt - überraschend für die britische Badezimmerkultur - sogar einen abnehmbaren Duschkopf, juchhe ...). Jetzt sitze ich noch in der Kneipe unten, trinke ein Guinness und vielleicht gleich noch eines und/oder einen Whisky, aber morgen früh geht es schon wieder früh zurück zum Flughafen.

Die ersten zwanzig Minuten in Glasgow waren noch ein bisschen unbestimmt, aber spätestens seit der Nekropole gefällt es mir hier sehr gut ...

Irgendwann komme ich im Sommer nochmal wieder - im Sommer, weil es in dem offenen Doppeldeckerbus oben ganz schön kühl ist. Den Damen (und Mädels) hier ist das teilweise aber völlig wurscht, die laufen teilweise in offenen Schuhen ohne Strümpfe hier durch die Gegend - wer schön sein will, muss halt leiden ...

Achso, und die Europäische Union ist einfach toll - jedenfalls kann ich (noch) hier im Vereinigten Königreich online gehen und in Deutschland anrufen, ohne etwas extra zahlen zu müssen - sehr, sehr schön und sehr, sehr schade, wenn das 2019 endet, sehr, sehr schade ...

Morgen geht es leider schon wieder früh zurück nach Deutschland, aber andererseits habe ich dann noch ein paar sehr erholsame Stunden am Sonntag für mich, denn spannend, interessant, schön war's hier, aber erholsam ...? Naja ...

Fotos gibt's erst morgen, fürchte ich ... Spannungsbogen und so ...

Freitag, 9. Februar 2018

Rieselnegen

... erwartet mich morgen - und diesmal ist die Überschrift bewusst schräg, weil ich mich eben im Gespräch versprochen hatte. Eine dieser für diesen Blog typischen Überschriften signalisiert natürlich - wie könnte es anders sein? -, dass ich wieder mal eine Schnapsidee hatte (und in die Tat umgesetzt habe) ...

Ich saß heute Abend im Büro und suchte - nicht ahnen könnend, dass da etwas im Busch sei - nach Flügen heute Abend und Sonntag zurück. Flüge nach Glasgow wurden ausgewiesen, aber der Flug war schon heute Morgen, sodass das auch nichts war. Also guckte ich nach Hinflügen morgen und Rückflügen am Sonntag - und siehe da, auch dort war Glasgow in der Verlosung.

Meine Mutter erklärte mich nicht für völlig verrückt (naja, das ist ja nicht nötig, das ist ja ohnehin schon klar), und so fliege ich morgen - was wäre ein Nach-Winter-Quartal ohne Schnapsidee - nach Glasgow.

Ich muss um 3.30 Uhr aufstehen, denn der Flieger (Ryanair, klar ...) geht um 6.45 Uhr, aber dafür bin ich dann um 7.45 Uhr Ortszeit auch schon in Schottland - es wird hoffentlich ein leckeres Scottish Breakfast geben, und dann gucken wir mal, wie sich der Tag entwickelt. Ich habe die starke Vermutung, dass ich ein Bierchen (aber nur eins, höhö!) und ein Lebenswasser, auch genannt Whisky, vereinnahmen werde, ehe ich morgen Abend in mein Bettchen in einem Hotel in der Nähe der Glasgower Kathedrale wandern werde.

Am Sonntag Morgen muss ich dann leider auch wieder früh raus, denn der Rückflug geht um 8.10 Uhr, sodass ich am Sonntag um 11.05 Uhr schon wieder in Frankfurt bin.

Schnapsidee? Achso, ja, hatte ich schon geschrieben ...

Samstag, 3. Februar 2018

Sehr volatil

... sind im Moment die Flugpreise für den September, aber dazu gleich mehr.

Eine meiner absurderen Wortfindungsstörungen durfte in der vergangenen Woche im letzten Blogeintrag bewundert werden - stand da doch tatsächlich "Entdeckerdankmal und Küche" unter dem Bild mit dem Entdeckerdenkmal in Lissabon. Eine "Küche" haben aber die meisten Leser vergeblich gesucht (und wer auf dem Bild eine Küche gefunden hat, sollte mal zum Augenarzt gehen, schleunigst ...), und auch eine Kirche war dort nicht zu sehen, wohl aber eine Brücke. Eigentlich waren ja nur zwei Stellen falsch: Ersetzt man in "Küche" das "K" durch ein "Br" und das "h" durch ein "k", voilà, "Brücke". Ist doch total logisch ...

Ich fürchte, es lag tatsächlich am Lissaboner Essen (ich hoffe und glaube, an der Menge und nicht der Qualität), dass ich am Montag und Dienstag mit einer ordentlichen Magenverstimmung darniederlag ... Das Ganze kam Montag Nacht so plötzlich angeflogen wie es Dienstag Abend weg war, sehr komisch die Sache, aber inzwischen geht's mir wieder gut - Memo an mich: Ein halbes Pfund Fisch reicht zum Mittagessen ...

Als ich also krank zu Hause war, bekam ich eine E-Mail von meiner Chefin, die meine Genesung beschleunigen sollte (sie kennt mich einfach zu gut) - ich hatte für die zweite Septemberhälfte und die beiden Tage bis zum 3. Oktober Urlaub eingetragen und mit ihr gesprochen, dass es ganz toll wäre, wenn ich die Woche vom 10. bis 14. September auch frei bekäme, weil man dann wirklich über Neuseeland sprechen könnte. Nun denn, jetzt habe ich vom 10. September bis zum 3. Oktober frei und könnte also ab 7. September abends in Richtung anderes Ende der Welt fliegen.

Vor ein paar Tagen waren die Flüge nach Auckland mit Air China (mehrstündiges Umsteigen in Peking mit der Möglichkeit, sich die Stadt mal wieder anzugucken) noch sehr preiswert (so um die 670 Euro), inzwischen kosten die günstigsten Flüge 250 Euro mehr - ich hoffe, dass da noch mal ein Angebot rauskommt ...

Aber erstmal muss ich mal mit meiner Reisebegleitung diesen Termin finalisieren, auf dass sie dort auch Urlaub bekommt - sobald das soweit ist, könnte ich ja dann relativ spontan buchen, sobald es ein vernünftiges Angebot gibt.

Ich habe eben ein Hotellele in Samoa entdeckt, direkt an einem ziemlich hübschen Strand, zu einem vernünftigen Preis - das Beste ist: Auf dem Weg nach Samoa kann man das so legen, dass man in Fidschi umsteigt und dort 20 Stunden oder Aufenthalt hat, das hieße, es gibt zwei Länder zum Preis von einem - optimal ...

Insgesamt könnte man dann folgenden Plan verfolgen (ich kann es nicht lassen, Pläne aufzustellen, die dann am Ende mit dem tatsächlichen Reiseplan normalerweise überhaupt nichts mehr zu tun haben):

7. September: Abflug in Frankfurt
9. September: Ankunft in Auckland
9.-12. September (oder so): Auckland
12.-17. September: Rest der Nordinsel
17.-25. September: Südinsel
25. September-1. Oktober: Samoa/Fidschi
2. Oktober: Rückflug aus Auckland
3. Oktober: Ankunft in Frankfurt

Klingt gut ... Mal sehen, wie die Realität am Ende aussieht.