Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 12. März 2016

Wenn einer eine Reise tut ...

... oder wie ich eben in der E-Mail ans Hotel in Dakar geschrieben habe: We are being constantly rescheduled (wir werden ständig umgebucht) ...

Wir waren pünktlich am Boarden und saßen gemütlich in der Lounge, als eine Ansage kam, dass es ein technisches Problem gäbe. Ein paar Minuten später kam die Ansage, dass es einen technischen Defekt gäbe und man nicht wisse, ob es das Ersatzteil in Frankfurt gabe. Eine Stunde später - ich hatte schon online gesehen, dass es später werden würde - kam die weitere Ansage, dass das Ersatzteil aus Palma eingeflogen werden müsste und sich der Abflug von 10.55 Uhr auf 18 Uhr verzögern würde. Halleluja.

Wir bekamen einen Essensvoucher über 15 Euro und verließen den sterilen Bereich (nachdem wir bei der Ankunft angerufen und uns vergewissert hatten, dass wir danach wieder in den sterilen Bereich hineinkämen, nachdem wir ja schon einmal dringewesen waren). Wir ließen uns in der Food Plaza nieder, aßen Schnitzel und tranken Bier und gingen dann gegen 16.30 Uhr wieder durch die Bordkartenkontrolle. Natürlich wies uns der Scanner ab, aber der menschliche Aufpasser ließ uns ohne große Erklärungen durch.

Nun saßen wir wieder am Gate, wurden über unsere Fluggastrechte informiert (den Flieger nach Dakar heute Abend würden wir wahrscheinlich verpassen) und harrten der Dinge, die da kamen.

Plötzlich wurden ein Senegalese und wir ausgerufen, weil wir nach Dakar wollten (beim Wiederboarden kannte uns der Boardingmensch schon namentlich), wir wären umgebucht und würden noch heute Abend über Addis Abeba (Äthiopien!) nach Dakar fliegen. Das hätte aus einer Strecke von 4.500 km eine von 11.500 km gemacht. Zu allem Überfluss hatte ich den Typen falsch verstanden und dachte, wir flögen von Madrid nach Addis Abeba. Nach einer kurzen Google-Suche ging mir auf, dass wir wahrscheinlich von Frankfurt nach Addis fliegen sollten; also ging ich nochmal zum Rückfragen hin und er schiss mich (milde) zusammen, dass wir nicht sofort zum anderen Check-in gegangen wären.

Also packten wir unsere sieben Sachen und machten uns zum Check-in auf. Kurz vor dem Ausgang brüllte der Typ hinter uns her, dass sich die Planung schon wieder geändert hätte. Jetzt fliegen wir - vorläufig - doch erst einmal nach Madrid, übernachten dort und fliegen morgen - zu einer mir noch unbekannten Zeit - mit Iberia (statt Air Europa) nach Dakar.

Mal gucken, ob es bei dieser Planung bleibt ...

Bitte auch den - noch hoffnungsvollen - Post von heute Morgen beachten.

Zwischenstopp

Ja, vom 21. bis 24. März werde ich einen Zwischenstopp auf der Arbeit machen, über Ostern bin ich in Marokko und in der Westsahara, danach zwei Tage zu einer Schulung in Hamburg ...

Zunächst ging es heute Morgen aber erst einmal zum Flughafen. Die Nacht war schlecht, weil die übergenialen Inhaber der Kneipe im Haus bis um 4.30 Uhr Musik und Bässe durch die Gegend wummern ließen. Möglicherweise haben aber auch die drei kleinen Steaks und die nicht mehr genau definierbare Anzahl leckerer Schwarzbiere im Eisgrub in Mainz sowie die Vorfreude auf den Senegal und Gambia dazu beigetragen, dass ich nicht so richtig erholt schlafen konnte - naja, dann kann ich vielleicht ausnahmsweise heute Abend im Flieger schlafen.

Jetzt sitzen wir hier am Flughafen und warten auf das Einsteigen.

Mal sehen, was wir in Madrid veranstalten, aber in die Stadt zu fahren gedenken wir durchaus.

Der nächste Post kommt dann wahrscheinlich schon aus Westafrika ...

Freitag, 4. März 2016

Von ქუთაისი nach Аҟәа

Meine Ma ist wahrscheinlich die einzige Mutter der Welt, die sich freut, wenn ihr Sohn sie fragt, ob sie als Muttertagsgeschenk mit einem Flug nach Kutaissi (Wo zum Henker das ist? Das ist die zweitgrößte Stadt Georgiens und liegt im Westen des Landes!) und anschließender Weiterreise nach Suchumi in Abchasien (Was zum Henker das ist? Eine von Georgien abtrünnige und von Russland, sagen wir, unterstützte Republik, die ich als eigenes Land zähle ...) einverstanden wäre ...

Ich habe ja Ende September noch zwei Tage Urlaub, die ich mit dem Tag der deutschen Einheit verbinde, sodass man insgesamt fünf Tage frei hat. Das ist zu kurz, um ernsthaft in der Weltgeschichte herumzufliegen, aber zu lang, um es nicht vielleicht doch für ein neues Land auszunutzen.

Jetzt hoffe ich, dass die Flüge so günstig bleiben, und dann fliegen wir über Istanbul hin und über Kiew zurück (ich wusste gar nicht, dass Pegasus und Ukraine International auch nach Kutaissi fliegen ...).

Ich habe vorgestern Abend dann in einem Rutsch die Hotels in Ostasien gebucht: In Tokio wohne ich etwas außerhalb im aber immer noch angeblich ziemlich angesagten Bezirk Ota, während ich dann in Seoul und in Taipei ziemlich downtown wohne. Die letzte Nacht, die ich dann wieder in Japan verbringe, fahre ich nicht mehr nach Tokio rein, sondern übernachte in der Stadt Narita in der Nähe des gleichnamigen Flughafens.

Achso, und in acht Tagen um diese Zeit sind wir fast schon auf dem Weg zum Flughafen in Richtung Madrid und weiter nach Dakar ...

Dienstag, 1. März 2016

東京都 - 서울시 - 臺北市 - 上海市

Nicht die Sportfreunde mit "New York, Rio, Rosenheim", sondern "Tokio, Seoul, Taipei, Shanghai", so lautet die Melodie für den Mai 2016 ...

Ich habe gestern und heute Abend mehrfach geflucht, weil mir die blöden Online-Reisebüros meine Kreditkarte immer wieder abgelehnt haben. Natürlich habe ich dann kurz vor dem Zu-Bett-Gehen noch einen allerallerallerletzten Versuch gestartet - und diesmal ging meine Buchung durch.

Nach meiner Ankunft in Tokio am Mittag des 15. Mai fliege ich jetzt also am 19. Mai in den frühen Morgenstunden mit der Peach Airline von Tokio nach Seoul. Dort verbringe ich vier Tage, bis ich am Morgen des 23. Mai von Seoul weiter nach Taipei fliege. Abermals vier Tage später, am 27. Mai, fliege ich der Vertrauen erweckenden Vanilla Air von Taipei nach Tokio zurück, nur um einen Tag später von Tokio in Richtung Shanghai den Heimweg anzutreten. In Shanghai habe ich elf Stunden Aufenthalt, sodass ich von der Transit-Visumfreiheit Gebrauch machen und mich - nach 15 Jahren - mal wieder in der Stadt umsehen möchte. Die Chinesen kurbeln ihre Fluggesellschaften (ich fliege ja die große Strecke mit China Eastern) insoweit an, als dass man bei einem Umsteigen in China auf dem Weg in ein Drittland bis zu 48 Stunden visumfrei in der Umstiegsstadt Zwischenhalt machen kann - durchaus löblich. Am 29. Mai, einem Sonntag, lande ich dann am frühen Morgen in Frankfurt.

Japan hatte mich ja eigentlich nie so richtig angemacht, aber jetzt freue ich mich wirklich auf die vier, fünf Tage in Tokio. Auf Südkorea bin ich auch gespannt, ich gehe mal davon aus, dass ich einen Besuch an der innerkoreanischen Grenze einplanen werde - das wird sicherlich spannend ... Und danach hoffe ich, dass ich von Taipei aus vielleicht doch einen oder zwei Tage an den Strand fahren kann, der mit dem Expresszug angeblich ganz gut zu erreichen ist, auch wenn Taipei selbst nicht am Meer liegt.

Aber in die Feinplanung einschließlich Hotelsuche steige ich erst richtig ein, jetzt, da die Flüge gebongt sind ...

Unser Hotel in Gambia habe ich heute vollständig bezahlt, die Bestätigung von den österreichischen Inhabern kam auch prompt, läuft also auch - und in elf Tagen sind wir um die Zeit schon in Dakar ...

Oben auf der Karte sind jetzt Myanmar (Burma), Thailand und Kambodscha orange. Nächstes Jahr im März soll es zum 70. Geburtstag meiner Ma nach Südostasien gehen, und da wir seit heute März haben, kann man irgendwie argumentieren, dass der März nächstes Jahr "innerhalb der nächsten zwölf Monate" ist ...

Sonntag, 28. Februar 2016

Hundesuppe

... naja, ich weiß ja nicht, ich weiß ja nicht.

Meine Arbeitskollegin hat mir am Freitag nun schweren Herzens für Mittelamerika abgesagt, aber wir haben uns geeinigt, dass wir das 2017 oder 2018 oder so noch einmal in Angriff nehmen; vielleicht kommt sie ja auf eine Woche oder so auf die Tour mit, die ich gestern noch angefangen habe zu buchen.

Am 14. Mai fliege ich von Frankfurt über Shanghai nach Tokio, wo ich am 15. Mai mittags ankomme. Am 28. Mai geht es morgens von Tokio nach Shanghai, wo ich elf Stunden Aufenthalt habe und einreisen werde (das geht, weil ich weniger als 48 Stunden im Transit bin).

Ich bin relativ sicher, dass ich noch Flüge nach Seoul und nach Taipei buchen werde, sodass das dann auch insgesamt drei neue Länder wären. Man könnte sicherlich die Philippinen und womöglich Brunei mitreinquetschen, aber dann sitze ich ja wirklich mehr im Flieger als ich am Boden bin. Ich werde mir das die nächsten Tage noch überlegen, aber im Moment tendiere ich zu einer Drei-Länder-Tour (Japan, Südkorea, Taiwan). Meine Schwägerin und mein Bruder haben jedenfalls geguckt, als ich gestern ein Tänzchen aufgeführt habe, nachdem ich gebucht hatte, aber sie sind zufriedener als wenn ich in den Sudan geflogen wäre ...

Ich muss mir auch noch schwer überlegen - aber dafür habe ich ja noch zweieinhalb Monate Zeit -, ob ich mir so ein Hunderestaurant in Seoul suche. Angeblich werden die gar nicht so richtig beworben, sodass ich da wohl ein bisschen herumfragen müsste. Mal sehen. Insgesamt sagt der Online-Reiseführer aber, dass es unwahrscheinlich sei, dass man versehentlich auf Snoopy herumkaue ... Das ist schonmal sehr beruhigend.

Jetzt ist es halt eine ganz andere Tour geworden als ursprünglich geplant, aber die wird ganz bestimmt auch sehr lustig, zumal Japan das letzte G8-Land ist, das ich besuche ... Und auf Shanghai freue ich mich auch sehr, selbst wenn es nur ein paar Stunden sind.

Ich sehe gerade, dass dies der 400. Post in den sechseinhalb Jahren dieses Blogs ist. Insgesamt macht das etwa 60 Posts pro Jahr. Ich hätte nichts dagegen, wenn das so weiterginge ...

Mittwoch, 24. Februar 2016

İstanbul Resimleri

Bilder aus Istanbul, sagt jedenfalls Google Translate.

Blaue Moschee

Hagia Sophia

Auf der Fähre nach Kadiköy. V.l.n.r.: Blaue Moschee, Hagia Sophia, Topkapı-Palast, Galata-Turm

Dolmabahçe-Palast

Uhrturm des Dolmabahçe-Palasts

Süleymaniye-Moschee von außen ...

... und von innen

Blick auf Galata und die Bosporus-Brücke

Neue Moschee und Süleymaniye-Moschee im Hintergrund

Fähre
Meine Ma und ich haben uns jetzt fast schon entschieden, Weihnachten in Istanbul zu verbringen ... Auch recht, mal gucken, wann wir buchen ...

Sonntag, 21. Februar 2016

Sekiz

Das kann ich mir schon mal einprägen, denn – inschallah – es wird ein achtes Mal geben. Istanbul ist so unglaublich schön, da muss ich wieder hin, bald, sehr bald.

Heute Nacht muss es ziemlich geregnet haben, denn erstens hörte ich den Regen gegen mein Fenster schlagen und zweitens waren die Straßen und Gehwege heute Morgen ein bisschen glitschig. Das ist, wenn man den Berg runter muss, um zur Straßenbahn zu kommen, nicht immer ganz so einfach, aber hingelegt hat's mich heute ausnahmsweise mal nicht …

Ich ging wieder runter nach Gülhane, um mir den Aufstieg nach Sultanahmet zu sparen, fuhr bis zum Großen Basar, erntete mitleidige Blicke, weil mancher Türke dachte, dass der blöde Tourist wohl nicht gewusst habe, dass der Große Basar heute zu ist (in die Nummer bin ich vor Jahren schon mal reingefallen, da falle ich kein zweites Mal rein …) und bahnte mir meinen Weg zur Süleymaniye-Moschee. Vor zwei Jahren wollte ich da schonmal rein, da war die aber gerade im Umbau begriffen, diesmal konnte man sie betreten und bewundern. Aber erstmal muss ich den phänomenalen Ausblick auf Galata, die Bosporusbrücke und Üsküdar genießen, die sich einem von da oben bot. Da entführe ich meine Leute in Zukunft auch mal hin (ja, Bruderherz, ich meine dich!).

Von außen wie von innen ist die Süleymaniye sehr, sehr beeindruckend, sie ist nicht nur riesig, sondern war heute – im Vergleich wahrscheinlich zur Blauen Moschee – sehr von Touristen verschont. Da konnte man ganz entspannt in der Gegend rumlaufen, naja, jedenfalls als Mann, denn die Frauen wurde von der allgegenwärtigen Security darauf hingewiesen, dass kein Härchen zu sehen sein dürfe, das aus dem Kopftuch hervorlugt. Da hat wohl einer der Security-Männer mal wieder Lust auf ein bisschen Herumkommandieren gehabt …

Nun, danach ging ich durch für Istanbuler Verhältnisse menschenleere Straßen am Sonntagmorgen und traf unweit von Eminönü aufs Goldene Horn. Wo ich schonmal in Eminönü war, konnte ich ja gleich mal wieder – richtig! - die Fähre rüber nach Kadiköy nehmen, zumal es – man höre und staune – heute sogar blauen Himmel gab. Da drüben aß ich wieder einen Tavuk-Döner (Hähnchen-Sandwich) und kaufte ein Simit (Gebäck), das ich brüderlich mit den Möwen teilte – schließlich fuhr ich bald wieder zurück, diesmal nach Karaköy. Ich entschied mich gegen einen Fischdöner, weil ich gestern Abend ja schon ausgiebig und sehr lecker Fisch gegessen hatte, und fuhr lieber mit der Straßenbahn zurück nach Sultanahmet.

Ich suchte mir eine schöne Kneipe mit Terrasse und genoss dort oben – anfangs allein mit meinem Bier – den wunderbaren Ausblick auf die zum Greifen nahe Hagia Sophia. Auf einem Bein kann man nicht stehen, also muss der Kellner ein zweites Mal die Treppe hoch, ehe er mich nach meinem „hesap, lütfen“ und einem Grinsen ordnungsgemäß abkassierte. Ich holte mein Gepäck im Hotel, ging wieder nach Gülhane und fuhr mit Umsteigen in Zeytinburnu zum Flughafen.

Der Ausreisegrenzer wollte meine Bordkarte sehen, aber mein Handy wollte er dann doch nicht abstempeln ... Das Boarding ging halbwegs fix, auf meinem Fensterplatz saß ein kleines Mädchen, das ich dann doch nicht verjagen wollte, sodass ich zwischen ihr und ihrem Bruder zum Sitzen kam. Zu Beginn des Fluges schlief sie mit dem Kopf auf meiner Schulter, ehe sie sich dann doch ob meiner gelegentlichen Bewegungen eine unbeweglichere Kopfstütze suchte ...

Ich las derweil in dem Koran, den ich mir - in deutscher Übersetzung - in der Süleymaniye geschnappt hatte. Das ist keineswegs eine Feld-Wald-und-Wiesen-Übersetzung, das wurde ordentlich lektoriert, sehr schön - und dabei noch kostenlos. Ein weiterer Schritt zum endgültigen Einreiseverbot in die Vereinigten Staaten ist durch den Besitz des Korans nun also auch geschafft ...

Nach Ankunft in Frankfurt stand wieder die Bundespolizei am Flieger, aber sowohl diese als auch die elektronische Einreisekontrolle überstand ich, ging durch den Zoll, erwischte gerade noch die S-Bahn nach Wiesbaden und war ziemlich genau eine Stunde nach der Landung am Wiesbadener Hauptbahnhof - so konnte ich noch um 21.15 Uhr in Ruhe den Anfang von NCIS: New Orleans mitkregen ...

Morgen geht es dann mit frischen Kräften wieder zur Arbeit, denn Istanbul war genau das Luftholen und Durchatmen und Kopffreikriegen, was ich jetzt dringend brauchte. So, so schön war's.

Samstag, 20. Februar 2016

Europa-Asien, eins, zwei, drei

Heute war ein schöner Tag.

Aber fangen wir gestern Abend an: Der Flug war ganz entspannt, auch wenn ich immer, wenn ich mit der Lufthansa nach Istanbul fliege, relativ nah an einem medizinischen Notfall dransitze. Dieses Mal hatte ein Diabetiker sein Spritzbesteck vergessen, was zur Suche nach einem Arzt und dann nach einem anderen Diabetiker führte, weil die Lufthansa zwar Spritzen an Bord hat, aber die nur an einen Arzt ausgeben darf. Naja, irgendwie haben sie die Sache dann gelöst.

Wir landeten um 23.38 Uhr, und um 23.53 Uhr war ich in die Türkei eingereist. Die U-Bahn machte leider pünktlich um Mitternacht zu, sodass ich sie ganz knapp verpasste, aber mein Taxifahrer war ehrlich und bekam ein ordentliches Trinkgeld. Weniger als eine Stunde nach der Einreise hatte ich mein Zimmer bezogen und fiel in den Schlaf.

Ich hatte mir heute Morgen den Wecker gestellt - ja, ich, am Wochenende und das auch noch auf 7 Uhr ... Am Ende bin ich 7.45 Uhr aufgestanden, habe mich fertig gemacht und das wirklich ausgezeichnete Frühstück hier im Hotel (mit Lachs und allerlei schweinfreier Wurst, mit Eiern und Olivenpaste, mit Orangensaft und Süßgebäck) genossen.

Gegen 9 Uhr verließ ich das Hotel, machte mich erst die paar Schritte auf zu Hagia Sophia und Blauer Moschee und genoss das pure Glück, wieder einmal in einer meiner Lieblingsstädte zu sein. Wider Erwarten (meines Bruders) wurde ich nicht in die Luft gesprengt, auch wenn man ein bisschen mehr Polizei als sonst sieht ... Ich lief hoch zur Straßenbahn-Station Sultanahment, war überrascht, wieviel Geld noch auf meiner Istanbulkart war und fuhr die drei Stationen runter nach Eminönü. Dort blieb ich erstmal an der roten Fußgängerampel stehen, obwohl kein Verkehr kam (diesen Fehler werde ich während dieses Istanbulaufenthalts nicht mehr wiederholen), erwischte aber meine Fähre nach Kadiköy trotzdem noch.

Ach Leute, das ist soooooooo toll, wenn die Fähre dann ablegt, man erst den Blick auf die Neue Moschee und die Süleymaniye-Moschee und die Blaue Moschee sowieso und die Hagia Sophia und den Topkapı-Palast und die Galatabrücke und den Galataturm und die Bosporusbrücke und ... Istanbul ist einfach schön. Seufz.

Die Fähre auf der ich war, hatte achtern auch ein sehr großes Sonnendeck, und auch wenn die Sonne heute nicht schien und es kühl war, wenn man im Wind saß, konnte man es dort hinten im Mantel ganz gut aushalten.

Wie so oft stieg ich nach dem Ausstieg in Kadiköy gleich wieder in die gleiche Fähre ein (eine Fährfahrt kostet im Moment so um die 60-70 Cent ...) und fuhr zurück nach Europa, diesmal allerdings nicht nach Eminönü, sondern nach Karaköy auf der anderen Seite des Goldenen Horns. Dort stieg ich in die Straßenbahn nach Kabataş und marschierte von dort ein paar Minuten weiter zum Dolmabahçe-Palast, eine der Sehenswürdigkeiten Istanbuls, die ich bisher immer vernachlässigt hatte.

Liebe Leute, ich bin so ein Riesenvolltrottel: Dieses Teil ist ganz außergewöhnlich toll, vor allem der erste Teil mit den administrativen Räumlichkeiten. Unfassbar, in was für einem Reichtum diese Sultans da gelebt haben, vergoldete Wand- und Deckenverkleidungen, fast mannshohe Vasen, riesige Teppiche (größer als das Apartment unserer Führerin ...), sehr, sehr beeindruckend. Am beeindruckensten ist der Zeremoniensaal ganz am Ende der Tour. Eine riesige Kuppel mit einem gefühlt noch riesigeren Kronleuchter (der Kronleuchter hängt aus statischen Gründen nicht an der Decke, sondern an einer gesonderten Konstruktion außerhalb des Gebäudes!), fantastische Deckenmalereien, nur leider darf man da nicht fotografieren ... Sehr schade.

Der Harem, ja, die Frauengemächer, sind auch nicht unbeeindruckend, aber nach diesem Monstersaal mit Monsterkronleuchter, naja, da kann der Harem abstinken.

Mir taten inzwischen die Füße weh, also machte ich das einzig Richtige, ich lief wieder zu einer Fährstation, diesmal die von Kabataş und fuhr wieder einmal Fähre. Jawoll, wieder rüber nach Kadiköy. Dort aß ich zwei asiatische Hühnchendöner für jeweils einen Euro, ehe ich mich gesättigt wieder nach Europa aufmachte.

Dort kaufte ich für meine Damen Pfeffer und Muskatnüsse ein, die ich anschließend im Hotel verstaute, nachdem ich unterwegs noch eine Portion Maronen gegessen hatte. Im Zimmer erholte ich mich ein Stündchen, ehe ich mich wieder ins Getümmel stürzte. Wieder die Straßenbahn runter nach Eminönu, wieder in die Fähre nach Kadiköy (zum dritten Mal heute, man sieht, mir macht das Spaß, Fähre zu fahren in Istanbul) und dort dann hoch in diese Fischrestaurantstraße.

Nach einmal Durchgehen und zurück (der große Vorteil dort ist, dass die Ober dich nur sehr dezent anquatschen) entschied ich mich für das vollste Restaurant. Das war eine sehr gute Entscheidung. Weniger gut war die Entscheidung, noch zwei Vorspeisen zu nehmen, obwohl ich eigentlich gar keinen so riesigen Hunger mehr hatte. Aber andererseits, die gefüllten Weinblätter und der eingelegte Fisch war sehr, sehr lecker. Ebenso schmackhaft war der frische, gebratene Fisch, den ich als Hauptgang verzehrte und mit zwei großen (großen - also 0,7 l) Efes herunterspülte. Um die Völlerei zu vollenden, nahm ich noch einmal Künefe als Nachtisch.

Den Weg runter zur Fährhaltestelle nahm ich rollend in Angriff, ich fuhr nach Karaköy, stieg dort in die Straßenbahn ein, machte einen letzten Abstecher zu Hagia Sophia und Blauer Moschee und ging dann ins Hotel.

Ein schöner Tag war das, ein toller Tag, mir tun die Füße weh, ich habe leichten Sonnenbrand, Istanbul, ich liebe dir.

Freitag, 19. Februar 2016

Yedi

... heißt "sieben" auf Türkisch, und das wird mein siebter Aufenthalt in Istanbul. Bei jedem Aufenthalt will ich eine neue Zahl auf Türkisch lernen, und nach bir (2004), iki (2008), üç (2009), dört (2012), beş (2014), altı (2015) kommt jetzt halt yedi. Müsste man sich einfach merken können, wenn die Macht mit einem ist ...

So, nun erst eine musikalische Einlage:

Oh Istanbul, du schöne Stadt, du schöne Stadt am Meer,
ich mag dich so, manch einer sagt, ich liebte dich so sehr.

So weit, so gut, das hatte ich schon Ende Februar des letzten Jahres gedichtet, als ich auf dem Heimweg aus Kuwait eine kurze Stippvisite (einmal Fährefahren) in Istanbul eingelegt hatte. Doch damals war es ein Abschiedsliedchen, jetzt ist es von Vorfreude geprägt:

Oh Istanbul, du schöne Stadt, mein Herz, das jauchzt und singt,
weil ich mich freu', was der Besuch in dieser Stadt so bringt.

Schlafmangel kann dieses Mal nicht so richtig als Ausrede herhalten, auch wenn ich die ablaufende Woche ein bisschen weniger als die vertragliche Arbeitszeit gearbeitet habe. Naja, die Freude auf Istanbul halt ...

Meine Kollegen, von denen jeder, der es hören wollte, und jeder, der es nicht hören wollte, mitbekommen hat, dass ich heute nach Istanbul fliege, waren eher besorgt. Der Jockel fragte sofort, ob's da denn sicher sei, aber mein Mantra lautet ja, dass einem immer und überall was passieren kann.

Jedenfalls sitze ich jetzt schon viel zu früh am Gate, weil hier der Abflugbereich Z am Frankfurter Flughafen superleer war. Die Passkontrollmaschinen waren leider außer Betrieb, sodass ich zu einem richtigen Grenzer musste - Saftladen. An der Sicherheitskontrolle überwog die Zahl der Kontrolleure die der zu Kontrollierenden um ein Vielfaches, sodass mein erster Aufenthalt im Bereich Z nicht unbedingt von Menschenmassen getrübt war.

Mein Flieger geht um 19.45 Uhr, um 23.40 Uhr Istanbuler (22.40 Uhr deutscher) Zeit bin ich dann da, werde wohl erstmal Geld abheben und mir danach einen Taxifahrer suchen, der mich hoffentlich nicht bescheißt. Meine Istanbulcard wird morgen erstmals eingesetzt werden, wenn ich mit der Straßenbahn runter zur Fähre fahre oder so ...

Ich habe eben geguckt, morgen ist auch ein Fußballspiel, Kasımpaşa spielt zuhause im Recep-Tayyip-Erdoğan-Stadion ein Spiel der Süper Lig aus. Das Ganze findet schon um 13.30 Uhr Istanbuler Zeit statt, ich werde morgen spontan entscheiden, ob ich da hingehe oder ob mir eine Fährfahrt lieber ist ...

Ich will zwar nicht zu viel Sightseeing betreiben, aber es gibt noch mindestens zwei Sehenswürdigkeiten, die ich in diesen sechs mehr oder weniger langen Aufenthalten (von vier Stunden bis einer Woche) in Istanbul immer wieder verpasst habe: den Dolmabahçe-Palast und die Süleymaniye-Moschee. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass ich zumindest einen dieser beiden Orte aufsuchen werde.

Sonntag, 14. Februar 2016

Mid-February catch-up

In einer Woche um diese Zeit bin ich wahrscheinlich schon fast wieder zuhause in Wiesbaden ...

Ich freue mich schon wieder sehr auf eine meiner drei Lieblingsstädte, denn in 120 Stunden bin ich auf dem Weg nach Istanbul. Wahrscheinlich muss ich am Freitag Abend mit dem Taxi ins Hotel fahren, weil ich erst um 23.40 Uhr lande und die Bahnen ab Mitternacht nicht mehr fahren, aber das werde ich überleben ...

Am Samstag und Sonntag werde ich einfach ein entspanntes Wochenende machen, ein bisschen die Stadt genießen, nicht ganz so viel vor dem Fernseher und dem Rechner sitzen wie sonst am Wochenende, ein bisschen Aktivurlaub tut mir auch mal gut, denke ich. Meine Ma hat mich dorthin geschickt, wo der Pfeffer ... zu kaufen ist, mal sehen, ob das im Gewürzbasar wirklich günstiger ist als in Deutschland.

Mit meiner Kollegin muss ich wegen Mittelamerika im Mai so langsam mal zu Potte kommen ... Die aktuelle Reiseplanung, die ich mir so vorstelle, besteht aus dem Flug von Amsterdam über Madrid nach San Salvador, von dort soll es mit dem Bus nach Antigua Guatemala gehen, dort Sightseeing, danach mit dem Bus nach Honduras an die Copán-Ruinen. Von dort würde es dann zurück nach Flores gehen, von wo aus es einen Tagesanflug nach Tikal geben wird. Am darauffolgenden Tag könnte es nach Belize an den Strand gehen und dann irgendwann in diesen Tagen - wenn ein Schnellboot fährt - wieder zurück nach Guatemala. Am letzten Tag gäbe es dann die Rückreise nach El Salvador und den Heimflug nach Hause. Hört sich gut an für mich.

Für das südliche Afrika im September steht jetzt erstmal die Reiseplanung auch. Meine Mitreisende muss aber noch grünes Licht geben, außerdem sollen ja Flüge nach Afrika erst etwa zwei Wochen vor Abflug am günstigsten sein - und im Moment sind die Flüge noch ziemlich teuer. Mal sehen, ob wir uns da trauen zu pokern ...

Meine Ma und ich saßen gestern beim Mittagessen zusammen und überlegten, wo wir denn über Weihnachten - nein, nein, 2016, nicht 2021 - hin wollen. Da Weihnachten dieses Jahr extrem bescheiden liegt - arbeitstechnisch -, wird es allenfalls eine Stippvisite werden. Für Madrid kriegt man Flüge für 81 Euro hin und zurück, aber in Madrid über Weihnachten was zu essen zu krigen, könnte natürlich eine Herausforderung darstellen. Für Tiflis und Tel Aviv sind die Flugzeiten leider ziemlich doof, mal sehen, wo es uns hinverschlägt. Lustig wird bestimmt wieder.

Sonntag, 24. Januar 2016

Spontane Schnapsideen

... sind die schönsten. Wobei, gibt es eigentlich unspontane Schnapsideen?

Sei's drum. Als ich heute Morgen aufwachte, fiel mir plötzlich wie Schuppen von den Augen, dass ich nach Istanbul muss. Bald. Sehr bald.

Nun, eine Stunde nach dem Aufstehen (hey, es ist Sonntag, da darf man mal bis 10 Uhr schlafen) habe ich jetzt gebucht: Am 19. Februar fliege ich abends nach der Arbeit mit der Lufthansa nach Istanbul und komme dort kurz vor Mitternacht an. Danach wird es wohl mit dem Taxi ins Hotel gehen (Hotel muss ich noch buchen). Und dann habe ich den ganzen Samstag und den Sonntag Morgen, bevor ich dann am späten Nachmittag zurückfliege und um halb acht wieder in Frankfurt bin.

Meine Ma hat sich inzwischen an meine Spinnereien gewöhnt und sich in ihr Schicksal ergeben, meinen Bruder wollte ich eben vorwarnen, aber diesmal ging er nicht ans Telefon (normalerweise höre ich seine Anrufe nicht ...).

Jaja, wie kann man denn jetzt - jetzt?! - nach Istanbul reisen? Die Antwort nach Thorsten Legat wäre "mit dem Flieger immer Balkanroute runter". Ich bin zu sehr Mathematiker, als dass ich es für wahrscheinlich hielte, von einem Terroranschlag getroffen zu werden - sowohl in Istanbul als auch sonstwo. Natürlich kann immer was passieren (ich könnte zum Beispiel auch im Lotto gewinnen, okay, jedenfalls dann, wenn ich spielen würde), aber das ist für mich kein Grund, eine Weltmetropole wie Istanbul nicht mal wieder zu besuchen. Im Gegenteil, bei gerade einbrechenden Touristenzahlen fühle ich mich irgendwie ein kleines bisschen verpflichtet, einer meiner Lieblingsstädte "beizustehen", und wenn es nur mit einem Kurzbesuch ist. (Dass der Flug gerademal 110 € kostete, machte die Entscheidung natürlich noch einfacher ...)

Fährefahren zwischen Europa und Asien, Fischdöner, Tünelfahren hoch in die İstiklal, Schlendern über den Großen und den Gewürzbasar, auf der Brücke übers Goldene Horn lecker Bierchen trinken, ach Istanbul, das wird schön ...

Donnerstag, 21. Januar 2016

Dr Livingstone, I presume

Zwar habe ich im Moment nicht vor, nach West-Tansania zu reisen, wo Henry Morgan Stanley David Livingstone angeblich mit diesen berühmten Worten begrüßte, nichtsdestotrotz werde ich - wenn alles läuft wie es soll - im September im nach Herrn Livingstone benannten Ort in Sambia in der Nähe der Victoriafälle weilen.

Ich habe heute nach Absprache mit meinen Kollegen die Zeit vom 3. bis 17. September in den Urlaubsplan eingetragen. Im Moment ist mein Plan, am Abend des 2. September von Frankfurt abzufliegen und am 3. September in Lusaka in Sambia zu landen.

Die ersten paar Tage dürften im Zeichen der Victoriafälle stehen, die im September von der sambischen Seite nicht so toll sein soll. Dafür kann man sie angeblich in Simbabwe ganz gut sehen (was sonst wegen der Gischt bei Hochwasser kaum möglich ist). Außerdem kann man möglicherweise im "Devil's Pool" schwimmen, nur wenige Meter von der Abbruchkante der Fälle entfernt. Mal gucken, ob man das schon darf, wenn ich da bin, und ob ich mich dann wirklich traue ...

Danach dürfte es für einen oder zwei Tage in den Chobe-Nationalpark in Botswana gehen. Die Trockenzeit könnte dann natürlich ganz schön sein, um ein paar Viecher zu beobachten.

Die zweite Woche möchte ich dann gerne in Namibia verbringen, in Swakopmund am Strand und am Schluss noch einen oder zwei Tage in Windhuk.

Doch, das klingt ganz gut. Mal sehen, wann ich buche. Angeblich sind Flüge nach Afrika am günstigsten, wenn man erst zwei Wochen vor Abreise bucht. Ob ich dafür die Nerven habe, ist fraglich ... Mal sehen, wie das läuft.

Jedenfalls ist jetzt Sambia, Botswana und Namibia in der Karte oben orange markiert. If and when ich gebucht habe, wird das natürlich auch hellgrün werden.

Morgen spreche ich mit meiner Kollegin dann auch wegen Mittelamerika, damit wir das dann hoffentlich wirklich bald buchen können.

Die Reiseplanung 2016 nimmt nun weiter Gestalt an. So soll es sein ...

Dienstag, 12. Januar 2016

Nix Cuba Libre

Stimmt, hab schon lang keinen mehr getrunken ...

Meine Reisegesellschaft für Kuba hat mir heute gesagt, dass sie sich umentschieden haben und jetzt drei Wochen nach Südafrika gehen. Drei Wochen sind für meine Reiseplanung aber zu viel und die halbe Rundreise, die in dem Katalog drinsteht, enthält Johannesburg, den Krüger-Nationalpark, Swasiland und Durban ... Wer diesen Blog schon im Juni 2010 gelesen weiß, dass meine Ma und ich genau dort waren.

Ich habe daher den Freunden für Südafrika abgesagt, auch wenn ich sie um Kapstadt ein bisschen beneide. Aber da komme ich irgendwann auch nochmal hin, denke ich ...

Kuba ist oben in der Karte nun wieder grau, weil ohne diese Freunde Kuba nicht mehr ganz oben auf meiner Liste steht. Die zehn Tage Urlaub, die nun wieder "freiwerden", werde ich woanders verbringen.

So ein paar Tage für ein verlängertes Wochenende in Istanbul (ja, trotz des Anschlages heute) oder in Tel Aviv oder sonstwo, das klingt doch schonmal ganz gut ...

Ich habe noch gar nicht berichtet, dass ich meine letzte Aktuarprüfung bestanden habe und mich daher wohl ab nächster Woche "Aktuar (DAV)" schimpfen darf. Das gehört nur indirekt in diesen Blog, aber es gehört hier rein, weil ich dieses Jahr dann noch ein paar andere Prüfungen ablegen werde, für die ich aber von meinem lieben Arbeitgeber einen Tag Sonderurlaub bekomme.

Insgesamt habe ich damit dieses Jahr 31 Tage Urlaub, sieben gehen für die Prüfungsvorbereitung drauf, sodass ich 24 Tage verbraten kann.

Senegal und Gambia im März kosten mich fünf Tage. Dazu kommen die zwei Wochen im Mai, die schon mit den meisten Kollegen abgesprochen sind und die mit der Arbeitskollegin in Mittelamerika verbracht werden sollen. Die kosten mich aber nur sieben Urlaubstage, weil Pfingsten und Fronleichnam da sehr praktisch liegen.

Insgesamt kann ich also noch für zwölf Tage planen. Da findet sich bestimmt noch das eine oder andere neue Land ...

Samstag, 2. Januar 2016

Sweet Home Black Forest

So, meine Ma und ich sind nach ziemlich ereignisloser und somit entspannter Fahrt gestern wieder im Schwarzwald eingetroffen.

Abgesehen davon, dass wir in Frankreich und vor allem in der Schweiz bei Einhalten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit ein einziges Verkehrshindernis waren, war alles gut.

Doch, uns hat es in Südfrankreich sehr gut gefallen, da könnte man in absehbarer Zukunft mal wieder hinfahren.

Die Feierlichkeiten zu unserer gesunden Rückkehr gestern Abend und heute Mittag haben mich ein wenig in Beschlag genommen, sodass dieser Blogeintrag jetzt nicht so sonderlich ergiebig ist. Sorry.

Jedenfalls war der gestrige Tag der vierte 1. Januar in Folge, an dem ich in Frankreich war ...

Schön war's ...

Und in zehn Wochen geht es schon wieder in den Senegal ...

Freitag, 1. Januar 2016

C'est pour moi Buchhaltung

Gelegentlich haut meine Ma Sprücher aus, dass ich selbst dann lachen muss, wenn ich gar nicht dabei war ...

Achso, und ich muss das Zitat meines Kollegen von gestern korrigieren. Er klärte mich über Facebook darüber auf, dass der Terminus technicus "gestörtes Kind" heißt. Sorry für das Falschzitat ...

Ich kam am Silvestermorgen einigermaßen aus dem Bett, auch wenn das alte (Arbeits-)Jahr im Sherry & Port angemessen verabschiedet worden war, und saß im Bus um 6.59 Uhr zum Hauptbahnhof. Gegen 7.45 Uhr war ich am Flughafen, die Sicherheitskontrolle ging schnell, auch wenn die Kontrolleure heute (noch?) humorloser als sonst waren, und schon saß ich am Gate. Wir verließen pünktlich die Parkposition und um 10.15 Uhr waren wir tatsächlich in Marseille gelandet. Wieder ging es durch die Passkontrolle (den Wutanfall über die französischen Behörden erspare ich mir heute).

Das Busticket war schnell gekauft, danach führte ich unabsichtlich einen Mann in die Irre, der mit irgendwas mit "St-Charles", also dem Bahnhof von Marseille fragte, der Ziel unseres Busses war. Ich brachte alle Französischkenntnisse auf, die mir zur Verfügung standen, und sagte: "Oui, ici." ("Ja, hier."). Leider hatte er mich nach der Verkaufsstation der Bustickets gefragt und - glücklicherweise - an meiner Antwort gemerkt, dass ich nur - haha, unbeabsichtigtes Monsterwortspiel - "Bahnhof" verstanden hatte ... Übel nahm er es mir nicht.

Ich kam an im Hotel, nachdem ich in die Métro und den Bus Nr. 44 umgestiegen und an den altbekannten Haltestellen wie dem "Lycée Daumier" vorbeigefahren war (ich sah auch einen älteren Herrn wieder, der offenbar regelmäßig die 44 benutzt ...). Meine Ma war nicht perdu gegangen, sodass wir  uns in der Hotellobby begrüßten. Es standen noch irgendwelche T-Shirts und Longdrinks auf der Zimmerrechnung, die meine Ma aber schon wegverhandelt hatte. Dabei hatte sie ihre ganze Zettelwirtschaft mit Belegen ausgepackt und den in der Überschrift zitierten Spruch gebracht. Ich kann mir vorstellen, dass da allgemeines Gelächter in der Rezeption herrschte ...

Wir hatten noch viel Zeit bis zu unserer Silvestereinladung; so fuhren aus dem Hotel heraus und noch einmal an der Corniche vorbei, ehe wir nach einer mittelprächtigen und nur halbwegs freiwilligen Stadtrundfahrt in Marseille auf die Autofahrt in Richtung Cannes/Nizza/Monaco kamen. Vorweg: In Monaco waren wir nicht. Wir fuhren in Cannes von der Autobahn, verfuhren uns zunächst, kamen dann in Cannes in Richtung Croisette und fuhren am Meer entlang. In Antibes entdeckten wir einen Libanesen mit tollem Blick aufs Meer und - noch wichtiger - durchgehender Küche (es war schon 15 Uhr), bei dem wie eine arabisch-mediterrane Kleinigkeit aßen.

Zurückmarschmarsch in Richtung Aix-en-Provence. Gegen 18.45 Uhr kamen wir ins Örtchen, in dem wir eingeladen waren, schauten schon einmal, ob wir den Weg zu unseren Gastgebern finden (die mussten noch arbeiten), und fuhren dann die wenigen Minuten zurück ins Dörfchen. Dort hatten wir zwei Bars gesehen, und in die eine stolperten wir.

Zunächst wurden wir kritisch beäugt von den Einheimischen, von denen etliche schon, nunja, im Rheinland würde man sagen, "einen gesoopen hatten" (oder auch zwei, drei, vier ...). Einer sprang laut schreiend von der Theke und riss dabei einen Teil der Lichterkette herunter, aber alle lachten - uns eingeschlossen. Plötzlich spielte der Wirt die Marseillaise, und naja, man steht halt auf, wenn im Gastland die Nationalhymne gespielt wird. Wir wurden gefragt, wo wir herkamen; auf unsere Antwort hin wurde die deutsche Hymne gespielt. Am Ende lud uns ein Franzose noch zu einem Getränk ein, weil es sein "Herz berührt" habe, als wir bei seiner Nationalhymne aufgestanden waren. Alles richtig gemacht, würde ich sagen ... (Außer, dass mein Handy-Akku dann irgendwann versagte und ich nicht mehr mit unserer Gastgeberin kommunizieren konnte ...)

Wir fanden unsere Gastgeber dann doch erst auf den dritten Hieb und mit Taschenlampen-Unterstützung des gastgebenden Monsieurs, die Begrüßung - ich hatte die Leutchen schon ein, zwei Jahre nicht gesehen - war toll.

Und dann, liebe Leute, ging das Gelage los: Wir waren zu siebt (plus Kind), aber das Essen hätte für eine Polizei-Hundertschaft nach einem Großeinsatz gereicht. Es gab Seeigel (hatte meine Ma schon am Montag probiert und geschwärmt, schmeckt - auf den zweiten Bissen - wirklich sehr lecker), Austern, Carpaccio, Foie gras, Langustencocktail, Lachs. Und das war erst die Vorspeise! Danach - ich war schon völlig gesättigt - kam auf einmal ein Riesenhuhn auf den Tisch, von dem jeder natürlich auch noch eine Portion bekam, mit leckerer Soße. Es war toll. Dass es danach noch Kuchen gab (ebenfalls leckerst), versteht sich angesichts der "gestörten Kinder" von Gastgebern fast von selbst. Beim Käse haben sie dann eingesehen, dass es nicht so lustig wäre, wenn einer von den Gästen, zuvörderst meine Wenigkeit, bei der es wirklich knapp war, platzt und sie die ganze Sauerei aufwischen müssen.

Silvester hätten wir vor lauter Essen fast vergessen, ich stand zwischendrin mehrfach draußen und brauchte Frischluft zur Erholung ...

Gegen 2 Uhr ging es in die Heia, ich war nach 20 Stunden rechtschaffen k.o.

Heute geht es - nach dem Frühstück, wenn ich überhaupt etwas essen kann in den nächsten Wochen, haha - wieder in Richtung Heimat. Morgen essen - schon wieder Essen? - wir mit meiner Ersatzoma und Freunden zu Mittag, und am 3. Januar fahre ich dann schon wieder zurück nach Hessen.

Mittwoch, 30. Dezember 2015

Verrücktes Kind

So liebevoll bezeichnete mich mein Kollege, als er heute Nachmittag zusammenfasste: "Du fliegst nach Marseille, feierst da, fährt zurück in den Schwarzwald, und dann ist erst Freitag Abend."

Joa, stimmt schon irgendwo, so'n klitzekleines bisschen bekloppt ist es ja schon, dass ich morgen auch noch extra früh aufstehen muss, um um 8.45 Uhr im Flieger nach Marseille zu sitzen und Silvester in Aix-en-Provence zu feiern, ehe es am 1. Januar planmäßig schon wieder in den Schwarzwald zurückgeht. Aber wer erwartet von mir denn ernsthaft vernünftige Reiseplanung?

Ich habe heute Morgen schon gleich eingecheckt für den Flug morgen, den ich voraussichtlich nur mit Handgepäck bestreiten werde. In Marseille fahre ich dann nach der aktuellsten Planung doch mit Bus, Metro und Bus zurück ins Hotel, damit wir dann nochmal an den Strand gehen und dort vielleicht eine Kleinigkeit essen können.

Um 21 Uhr sollen wir dann in Aix-en-Provence sein, wo wir die Silvesternacht im Gästezimmer meiner Studienkollegin und ihres Mannes verbringen dürfen.

An Neujahr wird sicherlich erst einmal ausgeschlafen, ehe es dann wieder über die Schweiz in Richtung Schwarzwald zurückgeht. Am 2. Januar wird ordentlich essengegangen (hatte ich ja schon seit Wochen nicht mehr, so'n ordentliches Essen ...) und am 3. Januar geht es zurück nach Wiesbaden, diesmal mit dem Auto.

Bisher war's schön, ich hoffe und denke, es bleibt so ...

Das mit den Nachtbusfahrern muss ich noch loswerden: Die Marseiller Busfahrer genießen es ganz offenbar, Nachtbusdienst zu haben, denn dann sind die Straßen schön leer und sie können ein bisschen zügiger fahren. Ganz besonders toll ist entlang der Corniche, die schön kurvig ist. Da hängt man dann als Fahrgast schon mal zwischenzeitlich ein bisschen in den Seilen, besonders, wenn man so einen hohen Drehimpuls bekommt wie ich Astralpersönlichkeit ...

Sonntag, 27. Dezember 2015

Die spinnen, die Gallier

Ich habe in den letzten Tagen die Franzosen und dieses Land offenbar zu sehr gelobt. Die Erfahrung hier am Flughafen war jedenfalls dazu angetan, all die guten Erfahrungen hier in den letzten Tagen auszuradieren.

Jetzt hätte ich fast wieder die Dritte Welt beleidigt und die Zustände hier am Flughafen mit einem in der Dritten Welt verglichen, aber ich lasse es besser, weil es unfair wäre gegenüber den nicht-französischen Flughäfen.

Ein Satz muss reichen: Die führen für einen Schengen-Flug Passkontrollen durch! Das ist unfassbar.

Unfassbar, und vor allem traurig. Womöglich fällt es den französischen Behörden - wie auch den amerikanischen - in ihrer Paranoia gar nicht auf, dass sie mit solchen Einschränkungen für Millionen Reisende das, was sie schützen wollen und sogar in ihren Sinnspruch aufgenommen haben, die liberté, kaputtmachen. Okay, es ist eine europäische Freiheit, aber eine der wenigen, die jeder Europäer oft genug erfährt, um vielleicht irgendetwas wie eine europäische Gesinnung auszulösen.

Fühle ich mich wirklich sicherer, wenn Gruppen von Soldaten in Kampfmontur und schweren Waffen am Vieux Port an einem vorbeilaufen? Sicher nicht. Bin ich wirklich sicherer? Tut mir leid, das glaube ich auch nicht.

Fühle ich mich sicherer, wenn ich hier für einen Intra-Schengen-Flug durch eine Passkontrolle muss? Natürlich nicht, ich bin nur genervt von dem - Entschuldigung - Scheiß. Was bringt es, wenn die Islamisten die französische oder belgische oder meinetwegen auch die deutsche oder auch eine ganz andere Staatsangehörigkeit haben und hier in eine Passkontrolle laufen? Nichts, rein gar nichts, vor allem weil sie, wenn sie Böses im Schilde führen, hoffentlich schon unten an der Sicherheitskontrolle abgefangen worden sind.

Es ist so traurig, dass die europäischen und amerikanischen Behörden die Versuche der Islamisten, unsere Freiheiten, die wir im "Westen" genießen, zu zerstören, mit so großer Begeisterung unterstützen.

--

Wir sind heute Morgen wieder einmal spät aufgestanden und haben dann einen Strandspaziergang gemacht. Naja, okay, es war eher ein Spaziergang zum Strand ...

Dort ließen wir uns, in einem schönen Restaurant mit Blick auf Strand und Mittelmeer, nieder und ließen uns - wir mussten die Wartezeit bis zur Eröffnung der Küche überbrücken - ein Bierchen schmecken. Als die Küche endlich offen war, genossen wir Tartar (meine Ma) und Moules mauriciennes, Muscheln in Currysoße mit Hähnchenbrust, Ananas und Mango. Auch das war wieder einmal himmlisch.

Nach kurzem und letztmaligem Aufenthalt auf dem Zimmer fuhr ich mit dem Bus zur Metro, mit der Metro zum Bahnhof und von dort mit dem Bus zum Flughafen. Es funktionierte natürlich alles wunderbar mit den Anschlüssen, vor allem deswegen, weil ich viel Zeit für Verzögerungen eingeplant hatte. So war ich viel zu früh am Flughafen, musste noch auf den Check-in warten, kaufte Briefmarken für Postkarten und stellte mich in die Schlange für die Sicherheitskontrolle. Ja, und dann begann der Grund für meinen Wutausbruch ...

Samstag, 26. Dezember 2015

Ein bisschen dekadent

... war es ja schon, was wir heute gemacht haben, aber wie jeden Tag war's sehr, sehr schön heute ...

Wir schliefen auch heute einigermaßen aus und fuhren dann in die Stadt. Am Vieux Port stiegen wir in den Bus hoch zur Notre Dame de la Garde. Diese Kirche liegt hoch über Marseille, und schon die Fahrt dorthin bot fantastische Ausblicke. Von oben wird das Ganze natürlich noch einmal getoppt, nicht umsonst hörten wir später auf der Stadtrundfahrt, dass der Blick so ähnlich wie vom Corcovado in Rio de Janeiro wäre ...

Wir guckten uns natürlich die Notre Dame an, die innen sehr, sehr schön ausgemalt ist (die Krypta ist sehr schlicht gehalten), ehe wir nach relativ kurzem Aufenthalt (der großteils aus Panoramagenießen bestand) wieder hinunter in die Stadt fuhren.

Dort aßen wir eine Kleinigkeit und machten dann - nach einigem Herumgesuche - eine "richtige" Standrundfahrt, an der wir unter anderem auch an der Basilica La Major vorbeifuhren. Doch, doch, Marseille gefällt uns ...

Im Hotel machten wir uns kurz frisch und fuhren dann ins Vallon des Auffes, wo wir unsere Bouillabaisse verspeisen wollten. Um es kurz zu machen: Selten habe ich mich an Fisch so überfressen - die Bouillabaisse war toll, und auch wenn 53 Euro erstmal dekadent klingt für so eine "Fischsuppe", wert war sie es irgendwie schon ...

Danach ging es wieder im Bus nach Hause und ab in die Heia. Morgen fliege ich ja schon wieder nach Deutschland zurück. Aber ich freue mich schon auf Silvester, wenn es dann zurück nach Südfrankreich geht. Hier ist schön ...

Notre Dame de la Garde von außen ...

... und von innen

Vieux Port

Basilica La Major

Vallon des Auffes

Bouillabaisse

Freitag, 25. Dezember 2015

Sur le pont

Mein alter Mathelehrer, Ede B., erzählte mal die Mathelehrer-Version eines Witzes: "Kennt ihr das Lied 'Am Brunnen vor dem Tore'?" Allgemeine Zustimmung. "In Frankreich gibt's das gleiche Lied, nur mit anderem Text und anderer Melodie." Allgemeine Verwirrung.

Wie komme ich da jetzt drauf? Achso, ja, "Sur le pont d'Avignon" kennt jeder, selbst ich. Und auf jener pont d'Avignon waren wir heute ...

Nun, ich wusste, dass Knoblauch und Wein keine besonders clevere Mischung für meinen Magen sind, und das war leider richtig. Nun denn, meine Ma ließ mich dankenswerterweise schlafen, und so fuhren wir erst gegen 11 Uhr aus dem Parkhaus unseres Hotels in Richtung Aix-en-Provence und Avignon, wohin uns unsere heutige Ausfahrt führen sollte.

Die Fahrt war sehr angenehm, bei zwar nicht strahlendem, aber doch vorhandenem Sonnenschein, sodass wir eine gute Stunde später in Avignon von der Autobahn ab- und auf der Schnellstraße in Richtung Alstadt fuhren. Nach einmaligem Verfahren parkten wir - es ist schließlich Dezember - direkt an der Stadtmauer und liefen durch einen Durchbruch in der Stadtmauer hindurch. Dem Aufstieg auf den Hügel, auf dem ein schöner Park, die Kathedrale und der alte Papstpalast liegen, folgte das Genießen des Ausblicks von dort oben auf die Rhône und den Rest der Landschaft. Sehr, sehr toll. (Hier wachsen im Dezember Gänseblümchen und Grünkohl - Mettwürste lagen leider nicht daneben ...) Die Kathedrale war heute zu, aber in den Papstpalast konnte man rein. Erstmal ließen wir selbigen allerdings links liegen, denn wir waren so spät aufgestanden, dass wir kein Frühstück mehr bekommen hatten und hatten also richtig Kohldampf. Da kamen ein Steak Tartare bzw. ein Entrecôte gerade richtig für uns. Très lecker.

Der alte päpstliche Palast ist richtig, richtig schön. Die untere Ebene mit altem Schatzamt und anderen Verwaltungseinrichtungen ist bereits toll, aber die obere Ebene mit den alten Gemächern des Papstes und der "Kapelle" (die größer ist als manche richtige Kirche), der Blick vom Turm auf die Stadt Avignon und die Innenhöfe, das ist sehr, sehr beeindruckend.

Wir hatten beim Eintritt uns auch den Eintritt zur Brücke von Avignon gesichert, sodass wir nach dem Besuch des Papstpalastes hinunter an die Rhône gingen und uns auf die Brücke begaben. Mir war - peinlicherweise - gar nicht klar, dass die Brücke schon seit vielen Jahrhunderten eine Ruine ist und heute eher an einen Steg hinaus in die Rhône erinnert denn an eine Überquerung des Flusses. Trotzdem war es mal wieder ein Erlebnis, auf dieser nun wirklich in fast jedem Fünftklässler-Musikunterricht besungenen Brücke zu stehen und auf die Rhône zu schauen ... Avignon kann man sich wirklich anschauen.

Auf der Rückfahrt machten wir einen kleinen Abstecher zum Flughafen, damit meine Ma den Weg zurück zum Hotel am Sonntag wieder findet. Die ganze Übung ging ein wenig in die Hose, als ich mich dann zwischen den verschiedenen Tunnels in der Marseillaiser Innenstadt verfuhr und plötzlich am Alten Hafen, dem Vieux Port, stand. Es war nicht ganz einfach, durch die vielen kleinen Gassen wieder das richtige Loch zu finden, aber im Lauf dieses Prozess kamen wir auch versehentlich an der Cathédrale La Major vorbei, die man sich durchaus mal angucken kann.

Wir landeten im zweiten Anlauf wie gewünscht auf der Strandpromenade, umfuhren todesmutig einen mindestens dreispurigen Kreisverkehr und platzieren das Wägelchen in der Tiefgarage des Hotels.

Dort hielten wir uns nicht lange auf, sondern machten uns per Bus und Metro wieder an den Vieux Port auf. Dort begegneten wir nicht nur großen Gruppen von Polizei und Militär mit Maschinengewehren im Anschlag, sondern auch zwei schönen Pubs. In dem einen aßen wir lecker Fischli (Sprotten, Fish 'n' Chips, Thunfischsteak, hochgradig lecker), in dem anderen tranken wir noch - öhem - ein (wirklich nur, maximal, allerhöchstens ein) Bier.

Der Nachtbus um 22.51 Uhr war unserer, nun ist es kurz vor zwölf und meiner Ma ist schon zweimal das Buch heruntergefallen.

Es war ein toller Tag, aber auch ein etwas anstrengender Tag, morgen wird wieder ausgeschlafen.

Papstpalast

Audienzhalle

Brücke von Avignon
 

Donnerstag, 24. Dezember 2015

Zwanzig Minuten

... brauche ich normalerweise, um zu wissen, ob mir eine Stadt gefällt oder nicht. Und, nun, nach zwanzig Minuten in Marseille wusste ich: Hier könnte es mir gefallen ...

Wir sind heute Morgen um 6.30 Uhr in Bonndorf losgefahren und über Aarau, Bern, Lausanne, Genf, Valence und Aix-en-Provence nach Marseille gefahren. Das Wetter war anfangs ein bisschen diesig, dann in der Südschweiz wunderbar (tolle Ausblicke auf die Alpen) und am Schluss in Südfrankreich ein wenig bewölkt.

In Marseille verfuhren wir uns einmal kurz, kamen aber dann trotzdem relativ zügig - vorbei an der wunderbaren Promenade mit Blick auf das Mittelmeer - in die Nähe unseres Hotels. Das Einchecken ging wunderbar vonstatten, auch hier in Marseille sind die Franzosen gerne bereit, Englisch zu sprechen, wenn sie merken, dass man sich mit der französischen Sprache so einigermaßen einen abbricht ...

Nach dem Check-in und dem Parken des Autos machten wir uns kurz frisch, guckten einmal am Strand entlang - toll! - und stiegen dann in unseren Bus in Richtung Innenstadt ein. Wir landeten am Vieux Port, am Alten Hafen, und standen neben - geschätzt - einigen Millionen Booten, einem Weihnachtsmarkt, der Metrostation und ein paar - geöffneten - Gaststätten.

Ein kurzer Rundgang durch die Innenstadt, vorbei am "Platz des Öls" oder, wie die Franzosen in ihrem unverwechselbaren Idiom sagen, "Place des huiles", folgte. Klar, etliche Gaststätten waren zu (das wird morgen nicht anders sein am Weihnachtsfeiertag), aber einige waren auch offen - sogar zum Teil mit Außentischen bei 15° C. Am Ende entschieden wir uns für eine der ersten Gaststätten, die wir gesehen hatten.

Der Ober war ein bisschen launisch, und unsere Garderobe wurde - ums Eck und außer Sichtweite - einmal auf einen Stuhl gehängt, aber das Essen - zwölf Austern, Sprotten und Aïoli, also Fisch und Muscheln und Gemüse zusammen mit der Knoblauchcreme, die man bei uns "Aioli" nennt - war ziemlich lecker. Der Rosé dazu war ebenfalls genießbar (jaja, ich und Wein ...). Wir waren früh in dieses Restaurant eingetrudelt, wir fuhren bald nach Hause, nachdem ich in der Metro noch eine Drei-Tages-Karte gekauft hatte.

In der Hotelbar stolperten wir noch mitten in eine jüdische Hochzeit rein, wir tranken jeweils drei Bier zu gesalzen-skandinavischen Preisen, jeweils eins ging aufs Haus ("because it's Christmas"), was zu einem entsprechend guten Trinkgeld ("because it's Christmas") führte.

"Stolpern" ist ein gutes Stichwort für den Weg zum Fahrstuhl und in unser Zimmer.

Auch der Heiligabend 2015 in der Fremde war richtig, richtig schön.

Morgen wird ausgeschlafen (was auch immer das bei meiner Mutter heißt), dann schauen wir mal, ob wir einen Ausflug nach Avignon machen ...

Marseille, Kiesstrand, Mittelmeer

Austern

Aïoli (mit Fischfilet und reichlich Gemüse)
Over and out, Merry Christmas, Joyeux Noël, Feliz Navidad, Frohes Fest, ach, was weiß ich denn ...

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Allons enfants

Auf geht's, Kinder, sagt der Franzose, andiamo ragazzi sagt der Italiener, vamos der Spanier. Okay, genug gestrunzt mit meinen bombastischen Fremdsprachenküsten ...

Morgen geht es los in den Weihnachtsurlaub, wie so oft mit meiner Ma, diesmal wird sie aber nicht fliegen (ich schon, hähä, und nicht auf die Nase ...).

Wir haben eben schön im "Kranz" in Bonndorf Abschied gefeiert, mit und von meiner Ersatzoma, deren Tochter, Schwiegersohn und Enkelkinder morgen bei uns übernachten werden, wenn sie bei ihr feiern. Wir sind da schon längst durch die Schweiz nach Frankreich gedüst und haben uns in Marseille eine schöne Islamistenkneipe, äh, nein, halt, stopp, die Gaststätte eines Moslems gesucht, in der wir unser Weihnachtsfalafel oder so einnehmen werden.

Die letzten Wochen und Tage waren arbeitsreich, umsomehr freue ich mich auf ein paar Tage ohne den ganzen Schnulli.

Am Sonntag fliege ich für drei Tage Arbeit zurück nach Frankfurt, an Silvester geht es wieder nach Marseille. Die Lufthansa streikt zum Glück gerade einmal nicht - so soll es sein ...

Ich bin sehr gespannt auf Marseille zu Weihnachten, viel wärmer als hier im Moment kann es da unten am Mittelmeer ja fast nicht sein, aber wir werden sehen. Ich hoffe, dass ich am Ende des Urlaubs wie immer mein ceterum censeo ablassen und sagen kann, dass es toll wahr.

Nächster Post dann aus Fronkreisch.

Montag, 14. Dezember 2015

Bouillabaisse

... eine spezielle Form der Fischsuppe, werden wir am Abend des 26. Dezember verspeisen. Ich habe gestern Abend einen Tisch für zwei Personen in einem angeblich ganz guten Restaurant in Marseille gebucht.

Der ganze Spaß ist mit 53 Euro pro Person ohne Vor-/Nachspeisen und ohne Getränke ganz offensichtlich nicht ganz billig, aber hey, wenn man mal in Marseille ist, muss man auch diese Spezialität mal mitnehmen ...

Wir sind immer noch nicht sicher, ob wir in zehn Tagen, am 24. Dezember, über die Schweiz fahren oder gleich nach Frankreich einreisen, das entscheiden wir wahrscheinlich spontan, wobei auch die Wettersituation eine Rolle mitspielen dürfte: Wenn die Alpen völlig verschneit sind, ergibt es vielleicht mehr Sinn, die Berge zu um- und an Saône und Rhône entlangzufahren.

Zeitlich spielt es komischerweise kaum eine Rolle, nur die Autobahngebühren in Frankreich würde ich persönlich gerne minimieren, zumal wir ja schon eine Schweizer Vignette haben. Schließlich möchte ich zur Bouillabaisse gerne ein Gläschen Wein oder so trinken können ...

In Marseille werden wir das Auto wahrscheinlich im Hotel stehen lassen (außer, wenn wir eine richtige Ausfahrt machen) und uns stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie dem Bus, der U-Bahn und der Fähre durch die Stadt treiben lassen.

An Heiligabend und dem ersten Weihnachtsfeiertag müssen wir natürlich mal gucken, wo wir was zu essen kriegen, aber in Marseille wird es ja hoffentlich genug Muslime geben, die nicht so richtig darauf versessen sind, Weihnachten zu feiern. So'n schönes algerisches oder marokkanisches Essen an Heiligabend klingt doch auch gut - letztes Jahr in Algier war das durchaus genießbar ... (Aber auf "Last Christmas" verzichten wir bitte, liebe Marseillaiser Muslime!)

In Monaco war ich seit dem Jahr 2000 nicht mehr, vielleicht könnte man nach 15 Jahren mal wieder einen Abstecher dorthin machen. In zweieinhalb Stunden ist man von Marseille aus im zweitkleinsten Land der Welt. Das Casino da soll auch ganz schön sein ...

Samstag, 12. Dezember 2015

Doubleheader

In der amerikanischen Sportsprache spricht man von einem "Doubleheader", wenn etwa zwei Fußballspiele am gleichen Tag mit dem Abstand von wenigen Stunden am gleichen Ort ausgetragen werden.

Mein Doppelaufenthalt in Afrika im März ist also in gewisser Weise so ein Doubleheader, wenn ich kurz nacheinander den gleichen Kontinent besuche (in kleineren Maßstäben als "Kontinent" denke ich ja gar nicht mehr ...) und mich im Senegal, in Gambia, in Marokko und der Westsahara herumtreibe.

Möglicherweise kommt nächstes Jahr ein weiterer Doubleheader hinzu. Meine Arbeitskollegin, mit der ich schon das eine oder andere Mal über eine gemeinsame Mittelamerikareise gesprochen hatte und mit der ich ja in Amsterdam schon "geübt" habe, ob wir überhaupt miteinander klarkommen, hat mich neulich nochmal deswegen angesprochen. Könnte also wirklich was werden mit Mittelamerika im Mai und Kuba ein paar Wochen später ...

Nun müssen wir uns Anfang 2016 mal zusammensetzen und gucken, ob wir in den zwei Wochen, die uns da bleiben, wirklich alle der vier noch "offenen" mittelamerikanischen Länder, also Guatemala, El Salvador, Honduras und Belize, besuchen oder ob wir uns auf ein oder zwei Länder konzentrieren. Das wird auch davon abhängen, wie das mit den Flügen aussieht.

Am praktischsten wäre es natürlich, wenn man nach Guatemala einfliegen und aus Belize zurückfliegen würde. Mal sehen, ob das zu vernünftigen Preisen funktioniert ... Dann könnte man zwei, drei Tage in Guatemala, einen oder zwei in El Salvador, noch den einen oder anderen in Tegucigalpa und Copán machen und am Schluss eine Woche auf irgendeinem schönen Insel in Belize machen. Ohje, da läuft mir schon wieder das Wasser im Mund zusammen ...

Jetzt geht es aber in zwölf Tagen erst einmal in Richtung Südfrankreich. Ich freue mich so sehr auf ein paar freie Tage am Stück und auf Bouillabaisse und Marseille und in Südfrankreich unterwegs sein ... Und von Marseille nach Frankfurt und zurück zu fliegen, wird ganz bestimmt auch lustig ...

Sonntag, 29. November 2015

Cuba libre?

In der Karibik herrscht ja gerade vielleicht sowas wie Tauwetter (weil es da ja manchmal so bitterkalt ist, haha). Die Amis und die Kubaner nähern sich ein bisschen an, mal sehen, wo das alles hinführt in Kuba.

Womöglich gibt es daher einen Grund, "jetzt noch schnell" nach Kuba zu fahren, ehe sich da vieles ändert. (Das gleiche Argument führen mein gelegentlicher Reisekumpan und ich ja regelmäßig auch für Nordkorea an ...) Vor ein paar Tagen fragte eine liebe Freundin von mir aus Uni-Zeiten an, ob ich sie und ihre Familie nach Mexiko begleiten wollen würde im nächsten Sommer.

Wer mich kennt, weiß, dass ich der gelegentlichen Fernreise nicht wirklich abgeneigt bin, aber ich machte vorsichtig den Einwand geltend, dass ich ja schon in Mexiko war. Kuba ginge auch, war die Antwort ...

Natürlich ist es für meine Ländersammelei hochgradig ineffizient, zwei Wochen in einem einzigen Land zu verbringen, aber hey, man muss auch mal fünfe gerade sein lassen ... Außerdem würde Kuba mein viertes neues Land nächstes Jahr sein, und drei Länder pro Jahr entwickelt sich gerade so ein bisschen zur Minimalgrenze, die ich also trotzdem nächstes Jahr überschreiten würde. Passt also eigentlich alles.

Nun denn, wir werden sehen, ob wir einen gemeinsamen Termin im Sommer finden, weil ich zu diversen Taufen, Einschulungen und anderen Veranstaltungen eingeladen bin, aber Kuba wäre schon cool.

Meine Reiseplanung hat das für nächstes Jahr natürlich ein bissel über den Haufen geworfen, aber ich wollte ja eigentlich ohnehin erst Anfang nächstes Jahr in die finale Planung einsteigen. Dann steht der Urlaubsplan, dann weiß ich, ob Kuba funktioniert, und dann kann ich ja schonmal so langsam anfangen, für 2017 zu planen ...

Obwohl ...

Angenommen, es geht nach Kuba für zwei Wochen, dann hätte ich noch etwa sieben Urlaubstage offen, die für zwei Wochen zwischen Pfingsten und Fronleichnam reichen würden oder aber für eine Woche irgendwann im September und für ein verlängertes Wochenende zwischendrin.

Im Moment tendierte ich eher zu einer Woche Urlaub vor der Saison, also im September, und ein verlängertes Wochenende über Fronleichnam.

Es gibt nicht mehr so viele Länder im Umkreis, die für mich neu wären und die sich für ein verlängertes Wochenende lohnen: Der Irak ist im Moment nicht so wirklich mein Traumreiseziel, auch nicht das kurdische Gebiet, das bis vor einem Jahr oder so noch recht sicher war; obwohl ich glaube, dass eine Reise nach Erbil im Moment immer noch machbar wäre, muss das vielleicht nicht unbedingt sein. Ich hatte neulich mal mit dem Sudan geliebäugelt, weil das Visum noch relativ bezahlbar ist und die Flüge auch nicht so sauteuer, aber am Ende sind das dann doch 500 Euro, das ist nur für den Transport zum Ziel ja auch nicht so wenig. Finalmente könnte es dann vielleicht doch wieder Israel werden; da ist es Ende Mai schon ziemlich warm, aber die Quallen sind noch nicht am Strand. Wäre eine Möglichkeit ...

Die Woche Urlaub vor dem Sommer, da wäre Sri Lanka denkbar, da wird sich sicher was finden.

2017 soll es ja längere Zeit nach Südostasien gehen, da stehen Myanmar, Thailand und Kambodscha auf dem Programm.

Und irgendwann danach/dazwischen/obendrüber gibt es immer noch den Mittelamerika-Cluster mit Belize, Guatemala, El Salvador und Honduras, den ich ja auch schon für nächstes Jahr angedacht hatte und immer noch nicht ausschließe.

Es gibt einen Südamerika-Cluster mit Namibia, Botswana, Sambia, Simbabwe und möglicherweise Malawi (auch wenn mich Malawi im Moment nicht so richtig anspricht, seit sie die Visumpflicht für Deutsche eingeführt haben).

Und Ostasien mit Japan, Südkorea, Taiwan, den Philippinen und Brunei könnte man sicher mit ein, zwei, drei Reisen beglücken. Da unten gibt's ja auch noch Osttimor, und Sydney ist dann auch nicht mehr so weit weg ...

Wo sind wir jetzt? 2020? Naja, langweilig wird es jedenfalls nicht ...

Freitag, 13. November 2015

Spinner

... ich.

Am 20. März kommen meine Ma und ich aus dem Senegal zurück, am 24. März, dem Gründonnerstag, fliege ich wieder in Richtung Afrika.

Ich werde nach Ankunft am Donnerstag Abend in Casablanca übernachten, ehe ich am Karfreitag Nachmittag dann von Casablanca nach Laayoune/El Aaiún fliegen werde. Dort, in der "Hauptstadt" der Westsahara, komme ich um 17.45 Uhr an.

In El Aaiún werde ich von Karfreitag bis Ostersonntag bleiben. Die Stadt soll jetzt nicht so wahnsinnig spannend sein, deswegen werde ich vielleicht auch mal an den Strand fahren, der nicht weit weg sein soll vom Stadtzentrum.

An Ostersonntag fliege ich dann nachmittags erst einmal nach Süden nach Dakhla, eher der gleiche Flieger wieder nach Norden nach Agadir fliegt. Dort muss ich umsteigen und komme um 0.30 Uhr an Ostermontag in Casablanca an. Wieder werde ich in Casablanca übernachten, ehe ich dann am Mittag des Ostermontag von Casablanca wieder zurück nach Frankfurt fliege.

Ich bin sehr gespannt auf die Westsahara, wie sich das dort anfühlt, ob ich mich wie in Marokko fühle oder ob das dezidiert anders sein wird. Ich bin aber auch sehr gespannt auf Casablanca, wo ich noch nie war. Casablanca soll - ebenso wie El Aaiún - nicht die Brüllerstadt sein, aber für ein paar Stunden am Karfreitag werden die Sehenswürdigkeiten reichen, denke ich.

Ich hatte ja vor ein paar Monaten schon einmal mit dem Gedanken gespielt, in die Westsahara zu fahren (nach Marrakesch zu fliegen und dann weiterzufahren). Die Flüge sind zwar nicht wirklich billiger geworden, aber angesichts der Ratschläge des Auswärtigen Amtes habe ich mich doch für die Flüge in die Westsahara und gegen Busfahrten von Marrakesch nach El Aaiún und zurück entschieden. In El Aaiún sollen die Hotels eher von UN-Mitarbeitern bevölkert sein als von richtigen Touristen, aber bisher habe ich noch in jeder Stadt etwas Interessantes und Spannendes mitnehmen können.

Auch wenn mein Kollege, der auch schon durchaus das eine oder andere Land bereist hat, den marokkanisch besetzten Teil der Westsahara nicht als eigenes Land zählen würde: Ich tue es. Hier zieht wieder meine Argumentation, dass die Westsahara völkerrechtlich offenbar nicht zu Marokko zählt, also muss sie irgendwo dazugehören, und da sie von UN-Mitgliedsstaaten als unabhängig betrachtet wird, ist das ganze Gebiet, das die Frente Polisario beansprucht, dann für mich das unabhängige Land Westsahara.

Ja, ich weiß, ich bin ein Spinner, aber ich freue mich trotzdem ...

Samstag, 7. November 2015

Kleine grüne Schlange

... mir teuer gekauft,
werd' ich dich besuchen,
wirst die 105 ...

Okay, da habe ich mir beim Dichten zur Melodie von "Kleines Senfkorn Hoffnung" nicht so sehr viel Mühe gemacht, aber man weiß ja, immer wenn ich anfange zu dichten, liegt das am Schlafmangel. So auch heute ...

Während der Fahrt in den Schwarzwald, die ich heute Morgen spontan angetreten habe, habe ich nach Unterkünften und Flügen zwischen Dakar, Gambia und Guinea-Bissau geguckt, sogar den guinea-bissauischen Honorarkonsul in Luxemburg wegen Klärung der Visumerteilung angeschrieben und auch mal den einen oder anderen schönen Strand gesucht.

Die Diskussion mit meiner Mutter heute Nachmittag/Abend hat dann ergeben, dass wir bzw. ich Guinea-Bissau fallen lassen (Sehr geehrter Herr Konsul, wenn Sie das hier lesen: Die E-Mail ist gegenstandslos geworden. Mit freundlichen Grüßen).

Die Hotels haben wir rückwärts gebucht: Vom 16. bis 19. März sind wir in einem Strandhotel etwa eine Stunde südlich von Dakar, vom 14. bis 16. März sind wir in einem Strandhotel westlich von Banjul und für den 12. bis 14. März müssen wir in den nächsten Tagen noch nach einem Hotelele gucken.

Dadurch wurde Gambia, das Land, das sich so schlängelt wie der Gambia-Fluss (daher der Name und daher die Holzhammer-Anspielung in der Überschrift), zum 105. Land, dessen Besuch nun fix geplant ist. "Fix geplant" heißt, dass Gambia in der obigen Karte von orange auf (hell-)grün umgeschlüsselt wurde. Sehr schön ...

Wir werden auch ein kleines afrikanisches Abenteuer auf uns nehmen und mit dem Buschtaxi von Dakar zur Grenze und von da weiter nach Barra fahren, wo wir auf die Fähre umsteigen, die den Gambia überquert in Richtung der Hauptstadt Banjul. Wir werden dem Taxifahrer sagen, er soll eine Stadtrundfahrt mit uns machen und uns dann zum Strandhotel fahren. Wird schon schiefgehen, in Gambia sprechen sie ja Englisch ...

Das wird lustig ... (Zumal ich meiner Mutter gerade erst, nach der anzahlungspflichtigen Buchung in Gambia, erklärt habe, dass die Fähre von Barra nach Banjul möglicherweise nicht TÜV-geprüft ist. Aber was heißt das heutzutage noch, wenn irgendetwas ein TÜV-Siegel hat? Siehste!)

Freitag, 6. November 2015

Madrid-Dakar

So wird die zweite Flugstrecke lauten, nachdem wir am 12. März morgens von Frankfurt von Madrid geflogen sind, denn an ebendiesem Tag werden wir abends von Madrid nach Dakar im Senegal weiterreisen und dort um 23.20 Uhr planmäßig ankommen.

Wieso auf einmal der 12. März anstatt Ende Februar? Nun, meine lieben Kollegen meinten, im Februar wäre noch etwas zu tun, sodass ich das Ganze jetzt um drei Wochen verschoben habe.

Macht nix, jetzt fliegen wir halt am späten Abend des 19. März zurück, an einem besonderen Tag für meine Ma, und werden am 20. März mittags wieder in Frankfurt landen.

Zwischendurch haben wir dann fast sieben volle Tage in Westafrika, sodass ich hoffe, dass es für einen Ausflug nach Gambia105 reichen wird. Wir werden sicherlich einen Tag oder so Dakar erkunden, uns mit dem Buschtaxi (oder vielleicht auch mit dem Mietauto, mal gucken) fortbewegen und hoffentlich auch ein paar Tage am Strand verbringen.

Mein neunter Afrikaaufenthalt (wenn man die Kanaren nicht mitzählt) wird hoffentlich sehr spannend und toll werden.

Spannend war auch der Buchungsprozess heute, denn mehrfach wurden beide meiner Kreditkarten abgelehnt. Jetzt habe ich halt für ein paar Euro mehr bei einem anderen Reisebüro gebucht, das in der Lage war, mir meine Kreditkarte zu belasten. Juchhe ...

Achso und apropos liebe Kollegen, die schmieren mir seit ein paar Tagen aufs Brot, dass eine andere Kollegin von mir gerade über Peking und Seoul (Südkorea fehlt noch) nach Palau (fehlt auch noch ...) zum Tauchen geflogen ist. Das mit den "lieben Kollegen" werde ich mir in Zukunft nochmal überlegen ...

Dienstag, 27. Oktober 2015

Wolof

... heißt die wichtigste einheimische Sprache im Senegal, und der Senegal könnte - zusammen mit Gambia - das Ziel meiner übernächsten Reise sein.

Meine Ma hat heute Abend nach reiflichem Überlegen mehr oder weniger ihr Okay gegeben, dass wir beide Ende Februar nach Westafrika reisen könnten. Jetzt gibt es noch kleinere Hindernisse zu überwinden (unter anderem müssen meine Kollegen grünes Licht geben), dann könnte es im neuen Jahr zu einem Besuch in meinem 104. und 105. Land kommen.

Weil also nun sowohl ein Zeitfenster als auch eine Reisepartnerin sehr genau ins Auge gefasst ist, sind der Senegal und Gambia auf der obigen Karte jetzt in Orange eingezeichnet. Dass der Senegal seine zwei Jahre dauernde schnapsideekeske Visumpflicht inzwischen de facto wieder aufgehoben hat (man braucht zwar noch ein Visum, bekommt es aber kostenlos bei Einreise), hat dabei sicherlich geholfen.

Ich hoffe, dass ich bald aus dem Orange ein Hellgrün machen kann ...

Sonntag, 18. Oktober 2015

Finalement

... endlich haben wir jetzt unser Hotel in Marseille gebucht.

Dafür, dass wir uns so lange Zeit gelassen haben, haben wir jetzt für die gesamte Woche das gleiche Hotel gebucht, auch wenn ich zwischendrin ein paar Tage zurück nach Deutschland fliege. Das Hotel ist in der Nähe eines kleinen Strandes, mal gucken, wie das Wetter im Dezember wird: Schwimmen wird man wahrscheinlich nicht können, obwohl ich meiner Ma alles zutraue, aber so einen kleinen Strandspaziergang im Pulli könnte man ja vielleicht machen ... Und nah an der U-Bahn ist das Hotel auch.

Die Silvesternacht verbringen wir bei Freunden, ehe wir an Neujahr wahrscheinlich gemütlich zurückfahren und vielleicht noch einen Zwischenstopp irgendwo in der Schweiz machen, mal sehen. Am 3. Januar fahre ich dann wieder nach Wiesbaden.

Es ist ein ungewohntes Gefühl, im Oktober noch nichts für das nächste Jahr geplant habe. Naja, "nichts geplant" ist natürlich nicht ganz richtig, aber es ist noch nichts gebucht.

Ich brauche, wenn alles läuft, wie es soll, nächstes Jahr maximal neun Tage Urlaub, um mich auf meine Prüfungen vorzubereiten, sodass ich noch 21 Tage hätte. Wenn man den Pfingstmontag und Fronleichnam mitnimmt, kann man zwei Wochen für sieben Tage verreisen, sodass ich am Ende noch 14 Urlaubstage übrig hätte, da reicht ja fast für nochmal drei Wochen ...

Naja, mal gucken, wie die Prüfungstermine nächstes Jahr liegen und wie die Kollegen mitspielen ...

Jetzt fliege ich erstmal am Freitag von Zürich nach Köln zur Prüfung und dann sehen wir weiter.

Sonntag, 27. September 2015

Foi ótimo

Schön war's, wie der Portugiese oder auch mancher Kapverder sagt ... Die Heimreise in Deutschland war leider nicht so schön, aber was erwartet man von der Deutschen Bahn?

Ach Leute, es war so schön, einfach mal eine Woche lang auf der faulen Haut zu liegen, zu schwimmen, zu essen, zu trinken, Jerry Cottons und Thriller zu lesen.

Unser Tagesablauf, den wir aber immer wieder leicht variiert haben, bestand aus relativ frühem Aufstehen (war ja drei Stunden Zeitverschiebung, also wenn es auf Sal 7 Uhr war, war es in Deutschland schon 10 Uhr), meistens dem ersten Schwimm im Meer am leeren Strand, dann auf zum Frühstück, Handtücher wechseln und ab an den Strand in den Schatten ...

Anfangs spielte ich morgens und nachmittags Volleyball, was ich dann nach einer schweren, beinahe lebensbedrohlichen Schürfwunde am Knie aber unterließ ...

Gegen 12.30 Uhr gab es Mittagessen in der Nähe des Strandes, danach nochmal an den Strand (in den letzten Tagen ging ich mittags aufs Zimmer, weil ich ein bisschen Sonnenbrand hatte, der sich wirklich nicht vermeiden ließ, wenn man im Meer schwimmen wollte), und gegen 17 Uhr ging es dann nach dem letzten Schwimm des Tages zurück ins Zimmer. Einem ersten Aperitif (Piña Colada meistens, nein, es gab nicht nur Wasser) folgte das Abendessen, und danach manchmal noch ein zweites Getränk ...

Außer einem Taxiausflug ins nahegelegende Santa Maria gab es keine Großtaten - ich war einfach nur froh, auszuspannen. Naja, wir haben beim Schwimm im Meer schon manchmal überlegt, wo es nächstes Jahr hingehen könnte ...

Unser Heimflug gestaltete sich problemlos, ich verzehrte die letzten Jerry Cottons, und die Einreise ging auch fix, auch wenn ich nicht verstehe, wieso die Bundespolizei die elektronische Einreise nicht aufmacht und wieso die Leute nicht an die "Alle-Pässe"-Schlange gehen, wenn die doch leer (aber besetzt) ist ... Wenigstens hatte nach dem harten Aufprall, den der Pilot wohl "Landung" nannte, keiner geklatscht.

Dann ging das Martyrium los. Am Flughafenbahnhof war aus irgendeinem, niemandem begreiflichen Grund alles abgesperrt, sodass wir einen verspäteten ICE verpassten, dann kamen kaum mehr Ansagen bzw. zu spät. Am Ende saßen wir in einem ICE, der uns vom Düsseldorfer direkt zum Frankfurter Flughafen brachte, auf dem für behinderte Menschen reservierten Sitz: Zum Glück kam kein Rollstuhlfahrer. Wir waren schon fast am Ziel, als hinter Limburg ein Vollpfosten wohl auf die Strecke gehüpft war, sodass wir noch mehr Verspätung aufsammelten: Meinen speziellen Tag feierten wir im Bordbistro bei aufgebrühten Rostbratwürstchen und lauwarmen Chili con carne. In Frankfurt sollte am Flughafen ein ICE nach Wiesbaden warten, da stand natürlich keiner, sodass wir uns gerade noch rechtzeitig auf zum Regionalbahnhof machten, um die S-Bahn um 0.59 Uhr zu erwischen. Nach 2 Uhr waren wir im Bett ...

Jetzt geht es gleich ins Sherry & Port zum Mittagessen. Das wird lecker, denke ich.

Auf der Karte oben sind die ostasiatischen Länder, die vormals orange waren, wieder ausgegraut, da es nächstes Jahr vier mögliche Optionen für eine größere Tour gibt und kein Grund existiert, wieso Ostasien da vor den anderen drei Destinationen (nördliches Mittelamerika, Senegal/Gambia/Guinea-Bissau, Namibia/Botswana/Sambia) ausgezeichnet sein sollte. Irgendwann wird sicher eines der Ziele hellgrün werden ...

Fotos gibt's erstmal keine, weil ich ja schon zwei gepostet hatte.

Dienstag, 22. September 2015

Rote Flagge

... heißt "Schwimmen ist gefährlich", und wenn man das nicht beachtet,  zieht einem die Welle halt mal ein bisschen die Badehose runter. Naja, ich habe es überlebt ... Und Spaß gemacht hat es trotzdem.

Heute Morgen waren wir in Santa Maria Downtown, haben ein paar Souvenirs gekauft und die Atmosphäre in dem kleinen Städtchen hier im Süden der Insel genossen. Schön war's, und auch hier kommt leicht karibisches Feeling (so vom Gefühl her ...) auf.

Ansonsten wird hier faul am Strand herumgelegen, gelegentlich Volleyball gespielt (mir tut alles weh) und natürlich ausschließlich Wasser konsumiert.

Gut geht's uns, sehr gut.

Sonntag, 20. September 2015

Cem três

So, wir sind gut auf den Kapverden angekommen. Gleich geht es zur Rezeption, wo wir vielleicht über das WLAN dort diesen Artikel und auch ein paar Fotos hochladen können ... Ich habe mich diesmal entschieden, meinen Laptop nicht mitzunehmen - das war eine Schnapsidee ...

Düsseldorf war ein Totalreinfall - wir kamen an und konnten wegen einer Pegida-Demo und Vollsperrung wegen der Vollpfosten nur mit Riesenumweg zu unserem Hotel. Dass die Polizei nicht gerade hilfreich war, versteht sich von selbst. Alles Superhelden da. Das Hotel war in Ordnung, wir hielten uns aber nicht lange auf, sondern ließen uns mit dem Taxi zu einem Steakhouse fahren. Der Taxifahrer meinte, da hätten wir uns aber ein teures Steakhouse ausgesucht. Ohja, teuer war es, aber voll war es nicht. Kein gutes Zeichen ... Wir hüpften ins nächste Taxi zum nächsten Steakhaus: Vernünftigere Preise und voll: zu voll, kein Platz mehr. Am Ende landeten wir in einem Pub in der Düsseldorfer Altstadt, das keine Karte nahm. Saftladen. Geldautomaten der Sparkasse gab es auch erst im x-ten Anlauf ... Düsseldorf, wenn du nochmal eine zweite Chance bekommst, solltest du die nutzen ...

Das dritte Bier im Pub war schlecht. Als wir um 2.30 Uhr nach kurzer Nacht aufstanden, fühlte ich mich, als hätte ich sechs Mass getrunken ... Eine Spezi aus dem um 3.30 Uhr offenen Spätshop tat Wunder. Check-in ging recht schnell, die Ausreise bei Grenzern (die elektronische Grenzkontrolle war vorhanden, aber gesperrt, Saftladen II) auch. Um 6.30 Uhr starteten wir, waren nach Zeitverschiebung gegen 9.15 Uhr auf Boavista und dann gegen 10.30 Uhr auf Sal. Die Einreise ging superfix, das Gepäck kam vollständig, die Busverfrachtung klappte. Ankunft im Hotel war in Ordnung, nur war um 11.30 Uhr das Zimmer noch nicht fertig, sodass wir erst einmal zu Mittag essen und die Anlage erkunden "mussten".

Das Essen ist sehr okay, aber jetzt nicht unbedingt eine Offenbarung, der Strand dagegen, den wir nach dem Einzug ins Zimmer zum ersten Schwimm aufsuchten, sehr ... Schildkröten störten wir nicht, und sie uns nicht. Der Strand mit Düne und schönem Meer ist toll. Man schaue, wenn das mit dem Bilderhochladen klappt, selbst.

Abendessen, bald ins Bett, heute Morgen Strandspaziergang, dann Frühstück. Man könnte es Urlaub nennen. Ach, ich bin mutig: Das nenne ich Urlaub ...