Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 21. Juni 2013

Vitamin-C-Schock

Eintragung vom 20. Juni 2013

Ja, einen solchen Vitamin-C-Schock habe ich mir heute Morgen beim Frühstück geholt ... Aber erstmal war ich heute gegen 6.30 Uhr verbotenerweise (weil der Pool offiziell erst ab 8.00 Uhr geöffnet ist, was mir aber völlig wurscht war) in dem Außenpool hier im Hotel schwimmen. Aaaaah. Der ist zwar nicht beheizt (im Gegensatz zum danebengelegenen Jacuzzi), aber das war mir nicht so wichtig. Jedenfalls war ich sehr erfrischt und ging zurück ins Zimmer, sodass wir nach meinem Duschen zum Frühstück aufbrechen konnten.

Sicher, das Frühstück in Managua war ganz lecker gewesen, aber ein Frühstücksbuffet ist einfach doch etwas anderes: Zunächst gab es ein klassisches amerikanisches Fett-Frühstück mit Rührei und Käsetoast und Würstchen. Dazu trank ich einen sehr leckeren Fruchtsaft. Der zweite, dritte, vierte und fünfte Gang zum Buffet führte mich aber jedes Mal zum Früchtetisch. Papayas, Wasser- und Honigmelonen, Ananas und Bananen waren aufgeboten, und ich habe, glaube ich, einen ganzen Teller Honigmelone alleine gegessen ... Auch am Nachfüllbedarf des Fruchtsaftcontainers trug ich eine gewisse Mitschuld. Doch, sehr lecker, aber danach war ich erstmal pappsatt.

Wir brachen zu Fuß zehn Minuten in die Innenstadt auf, und man merkt hier, dass man in einem amerikanischen Land ist: Es gibt nicht viele vernünftige Bürgersteige, und die Hoteleinfahrt ist nur für Autofahrer, nicht für Fußgänger ausgelegt (uns wurde beim Betreten des Hotelgeländes auf dem Rückweg sogar die Schranke hochgefahren ...).

In der Innenstadt verschafften wir uns einen kleinen Überblick und machten den im Reiseführer angegebenen Spaziergang über die Kathedrale (die hier in Costa Rica ein wenig prächtiger ausgeführt ist als entsprechende Kathedralen in Nicaragua) und den Platz davor, zum Mercado (einem Einkaufszentrum mit kleinen Gassen, vielen kleinen Geschäften und normalerweise ganz vielen Menschen, die das Ganze zum Paradies für Taschendiebe machen; heute waren wir relativ früh dran, sodass es deutlich leerer war) und zurück zum Postamt, das eines der letzten echten Kolonialbauten in San José ist.

Wir entschieden uns dann, zum Zoo/Botanischen Garten aufzubrechen und fanden denselben schnell. Nur leider ist im Reiseführer der Eingang nicht vermerkt, sodass wir am falschen Ende des Zoos standen und also einen mittelprächtigen Umweg über die Stadt machen mussten, damit wir endlich am Eingang aufschlugen. Die fünf Dollar Eintritt pro Person sind in Ordnung, auch wenn wir ob der ziemlich eingepferchten Großkatzen (der Käfig des Löwen ist gefühlt nicht wirklich größer als unser Hotelzimmer) ein wenig Mitleid mit den Viechern bekamen. Vögel (Papageien, Eulen, Tukane) und Grünzeug (Blumen, Blumen, Blumen) sahen wir, Schlangen und Waschbären, einen Jaguar und eben den bemitleidenswerten König der Tiere ...

Als wir den kleinen Park dann verlassen wollten, fing es gerade ein wenig an zu regnen, sodass wir die nebenan befindliche J. R. Ewing (Dallas!) gewidmete Texas-Kneipe gingen. Dort tranken wir ein Bierchen zu (für uns Nicaraguaverwöhnte) gesalzenen Preisen, und als Fußball kam (bzw. Spanien Tahiti abschlachtete), bestellten wir noch ein bisschen was zu essen, was nicht schlecht, aber auch nichts Besonderes war (Mozzarella-Sticks und Cheese Fries).

Insgesamt war es heute kein sehr sonniger Tag, was uns aber auch ganz recht war, weil wir in einem Anfall von Wagemut heute Morgen auf Sonnencreme verzichtet hatten (wir haben es überlebt ...). Wir schlenderten zurück in die Innenstadt, durch verschiedene Parks und kamen schließlich am Goldmuseum raus. Die 11 Dollar Eintritt investierten wir auch und kamen in den Genuss überraschend guter Ausstellungen. Die Goldausstellung wird ohnehin weithin gelobt, und zwar zu Recht (sehr angenehm ist, dass alle Exponate auch auf Englisch beschrieben sind), aber auch die numismatische Ausstellung war interessant: Es ging im einen Teil um die Geschichte von "Plantagen-Geld", also Münzen, die von den Kaffeeplantagen an ihre Arbeiter ausgezahlt wurden, die diese wiederum in Lebensmittel etc. umtauschen konnten; der zweite Teil beleuchtete die Geschichte der Architektur auf den costaricanischen Banknoten.

In der Goldausstellung wird neben verschiedenen goldigen Kulturgegenständen (etwa dem mit mehr als zwei Kilo schwersten Goldnugget der Welt) auch ein bisschen die Geschichte der costaricanischen Urbevölkerung und deren Sitten und Gebräuche vermittelt, was sehr spannend war.

Nach knapp zwei Stunden machten wir uns, unterbrochen von einem sehr frühen "Abendessen" in einer kleinen Gaststätte, wieder ins Hotel. Einer Stunde Siesta folgte der Gang nach unten zum Pool und zum Jacuzzi. Dort saß eine amerikanische Familie und eine junge Costaricanerin; mit beiden Parteien kamen wir ein bisschen ins Gespräch, während wir zwischen kaltem Pool und ziemlich warmen Jacuzzi hin- und herwechselten. Das war Belohnung für den nicht ganz unanstrengenden Tag heute und Urlaub pur.

Wir lassen heute Absacker Absacker und Bar Bar sein und bleiben im Zimmer. Es ist erst 20.30 Uhr gleich, aber es geht heute zeitig ins Bett.

Morgen können wir einigermaßen gemütlich spät aufstehen und frühstücken. Danach geht es mit dem Taxi zum Flughafen und ab nach Panama. Wenn wir dann morgen Abend in unserem Strandhotel angekommen sind, werde ich auch glücklich sein. Hoffe ich ...

Heute gibt es ein paar Bilder:
Gallo pinto, nicaraguanisches und costaricanisches Frühstück (rechts)

An der Seepromenade in Granada

Kathedrale von Granada

Andere Kirche in Granada

Kathedrale in León

Kirche in León

... und noch eine Kirche in León

Gedenkstein für einen Sandinisten

Downtown San José

Kathedrale von San José

Denkmal für den Papstbesuch 1983

Mercado in San José

Vochels

Jaguar, eingesperrt, herumtigernd, naja, herumjaguarend

Lion King, imprisoned

Donnerstag, 20. Juni 2013

Eigentlich

Eintrag vom 19. Juni 2013

Ja, eigentlich ist in Nicaragua heute alles schiefgegangen, was schiefgehen konnte. Am Ende war das alles aber gar nicht schlimm.

Von Anfang an: Natürlich waren wir pünktlich um 5.30 Uhr auf, nachdem wir unseren Hausherrn gestern Abend so sorgenvoll gemacht hatten, weil wir um 21 Uhr immer noch nicht zu Hause waren. Der hat anscheinend echt gedacht, dass wir uns verlaufen hätten ...

Um 5.30 Uhr ging es also mit Lunchpaket bewaffnet los zum Ticabus-Terminal, das ganz anderswo war als ich es bei Google Maps gefunden hatte. Zum Glück wusste der Hotelfahrer, wo das ist. Gegen 5.45 Uhr waren wir da und konnten gleich mit dem Bus um 6 Uhr fahren. Hätten wir doch nur verschlafen!

Kurz nach dem Start verspeiste ich mein Sandwich und meinen Apfel, etwa zeitgleich holten wir in Masaya und Granada noch ein paar Leute ab. Wir waren gerade auf die Panamericana eingebogen, da ging auf einmal die Klimaanlage aus, ein paar Sekunden später standen wir mit abgestorbenem Motor am Straßenrand. Jo, der Steward erklärte irgendwas auf Spanisch, was ich allenfalls zur Hälfte verstand. Jedenfalls hieß es, dass ein Ersatzbus käme, und der aber erst in zweieinhalb Stunden bei uns sei. Hm. Da standen wir nun. Ein paar Leute waren ausgestiegen, und so entschieden auch wir uns, den immer heißer werdenden Bus zu verlassen. Wir waren kaum ausgestiegen, da wurden wir von einem Typen von unserer Firma gebeten, in den Bus einer Konkurrenzfirma, die uns freundlicherweise aufnahm (zumindest bis zur Grenze), einzusteigen. Das taten wir, allerdings ohne Gepäck und ohne Pässe, die wir kurz vor dem Ausfall unseres Busses unserem Steward ausgehändigt hatten. Ich fragte nach unserem Gepäck, woraufhin mir gesagt wurde, ich müsse mir keine Sorgen machen. Naja. Entgegen meiner Erwartung (ohne Pass und ohne Gepäck, Hilfe!) war ich relativ entspannt (und, um die Spannung gleich rauszunehmen, ich hatte allen Grund dazu).

Wir erreichten im klimatisierten Konkurrenzbus die Grenzübergangsstelle Nicaraguas zu Costa Rica. Dort mussten wir aussteigen und sollten auf unseren Ersatzbus warten. Naja, nun standen wir unter der Überdachung (zum Glück, denn es fing zwischendrin bestialisch an zu regnen) und harrten der Dinge. Ich aß ein nicaraguanisches Frühstück für weniger als zwei Euro (wahrscheinlich immer noch ein ziemlicher Touristenpreis) mit Reis, Bohnen, Fleisch (etwas zäh), Avocado und Tomatengeschnetzeltem, was sehr lecker war. Irgendwann kam der Sieben-Uhr-Bus (genau, der, den wir ursprünglich angepeilt hatten) und brachte unser Gepäck mit, das ausgeladen wurde. Dies sollten wir in Empfang nehmen. Danach standen wir nochmal eine Stunde rum, ehe unser alter Bus kam, den man offenbar notdürftig geflickt hatte.

Unser Steward brachte die Pässe mit, die inzwischen abgestempelt waren (deswegen hatten wir sie ihm ja ursprünglich auch gegeben), dann ging es rüber zur costaricanischen Einreisestelle. Wir standen in einer längeren Schlange und waren kurz vor der Überdachung, als es wieder anfing zu regnen. Wir wurden nass, aber es war zu ertragen, denn bald darauf kamen auch wir unter der Überdachung an. Im dritten oder vierten Schwung wurden wir endlich zum Grenzer vorgelassen, der unsere Pässe abstempelte (und tatsächlich das E-Ticket für den Weiterflug aus Costa Rica nach Panama sehen wollte). Den Zoll überstanden wir problemlos und saßen bald (naja, halt mit drei Stunden Verspätung) wieder in unserem Bus nach San José.

Es war für uns sehr beeindruckend, wie sich, wieder einmal, mit dem Grenzübertritt schlagartig die Landschaft zu ändern schien. In Costa Rica kam uns alles nochmals viel grüner vor als zuvor in Nicaragua, das hier war echter Regenwald (im wahrsten Sinne des Wortes, denn unterwegs goss es ab und zu wie aus Kübeln, und der Duft der Bäume war, naja, unbeschreiblich). Unser Bus preschte über die Landstraßen durch den Wald hindurch und rüttelte uns gelegentlich ganz schön auf, aber nach sehr langer Zeit kamen wir kurz nach 18 Uhr in San José an.

Wir nahmen unser Gepäck entgegen, gingen durch die Tür und begegneten den Abzockern, äh, den Taxifahrern. Klar, wieder einmal waren alle Taxameter kaputt und die Fahrt zum Hotel sollte 20 Dollar kosten. Wenigstens fanden wir einen, der einen Taxameter hatte und ihn, nach zweimaliger Aufforderung, auch anstellte, wenn er auch ein wenig ungehalten schien (keine Ahnung, wieso; ich habe ihm doch nicht etwa das Geschäft versaut?) ... Am Ende zahlte ich mit üppigem Trinkgeld 6 Dollar.

Unser Hotel ist schon sehr schick, es hat einen Innenhof mit Pool (den ich morgen vielleicht mal ausprobieren werde). Wir waren zu faul, nochmal in die Stadt zu gehen (bzw. mit dem Taxi dorthin zu fahren), und aßen also im Hotelrestaurant. Das Ganze war nicht gaaaanz billig, aber sehr lecker: Ulrike verspeiste Penne arrabiata mit Shrimps, ich ein leckeres Rindersteak. Dazu tranken wir Rotwein bzw. Bier, doch alles sehr schmackhaft. Nur mit unserem Ober kamen wir in einem Englisch-Spanisch-Gemisch regelmäßig verbal über Kreuz; am Ende bekamen wir aber immer, was wir wollten.

Argh, bin ich müde. Jetzt sitze ich auf dem Bett. Sobald mein Kopf das Kopfkissen berührt, werde ich wahrscheinlich schon eingeschlafen sein. Gute Nacht!

Mittwoch, 19. Juni 2013

Den Verlust der Brille ...

Eintragung vom 18. Juni 2013

... hatten wir heute zu beklagen; zum Glück hat der Dieb außer der Lesebrille und der Hälfte des Etuis nichts als der Handtasche entwenden können. Alles halb so schlimm also, wenn auch ein bisschen ärgerlich ...

Nach wieder einmal frühem Aufstehen und leckerem Frühstück fuhr uns unser Hauswirt abermals zur Bushaltestelle an der UCA, denn wir wollten heute nach León. Wir erwischten unseren Bus ganz gut und bezahlten auf dem Weg. Die Preise haben seit der letzten Wikivoyage-Aktualisierung angezogen: Anstatt 46 Córdobas liegt der Preis jetzt bei 51, das sind etwa 1,50 €. Furchtbare Abzocke für eine zweistündige Busfahrt kann man das wirklich nicht nennen.

Der Busbahnhof in León ist ein wenig außerhalb des Stadtzentrums (anders als in Granada), sodass wir ein Weilchen durch Jubel, Trubel, Heiterkeit laufen mussten. So manches Gefährt hupte uns von hinten an, weil wir auf der Straße liefen, aber die Bürgersteige sind gelegentlich extremst uneben/nicht vorhanden/zugestellt/zugesetzt/was auch immer, sodass man entweder immer auf- und absteigen oder eben auf der Straße laufen kann.

Nach ein paar Minuten Fußweg durch relativ dichten Verkehr kamen wir dann in die Fußgängerzone mit der Kathedrale, einer schönen Plaza und ganz entspannten Leutchen in dieser Universitätsstadt. Wir besichtigten kurz die Kathedrale (die mit Abstand die prunkvollste der bisher gesehenen ist, was aber nicht viel heißt, weil die uns hier alle relativ schlicht vorkommen) und tranken dann in einer nahegelegenen Kneipe etwas.

Danach machten wir wieder einen kleinen Spaziergang durch die zum Teil alten Kolonialbauten und aßen zu Beginn der Siesta eine größere Kleinigkeit in einem Einheimischenlokal, während wir vor uns hin schwitzen. Die Siesta verbrachten wir auf einer Bank auf der Plaza sitzend. Irgendwie haben wir es auch heute wieder geschafft, den Tag gemütlich zu verbummeln und trotzdem noch etwas von der Stadt zu sehen, sodass wir uns gegen 15.30 Uhr wieder auf den Rückweg machten. Wir sagten dem Busfahrer an, dass wir zur UCA wollten, und er lud uns ein. Die Minibusfahrer fahren noch ein bisschen, nunja, schneller als die Busfahrer, aber auch wenn wir gelegentlich mehr auf der Gegenspur als auf unserer eigenen unterwegs kamen, kamen wir heil am Ziel an. Der Busfahrer sagte auch irgendetwas von UCA an, aber ich ging davon aus, dass wir - wie gestern (wollte gerade "in den letzten Tagen" schreiben, dabei sind wir erst den zweiten Tag hier) - auch auf den Busparkplatz bei der UCA fahren. Pustekuchen, das machten wir natürlich nicht. Am Ende landeten wir am Mercado-Oriental-Busbahnhof und guckten dann, wie wir zurückkamen.

Das Taxisystem hier ist ein bisschen komisch. Entweder sind die Taxen voll und nehmen gegebenenfalls noch einen mit, wenn dessen Reiseziel auf dem Weg liegt, oder die Taxifahrer stehen rauchend neben ihren Autos und verströmen wenig Lust, den Touristen in ihr Auto zu locken. Nun denn, jedenfalls kamen auf der Gegenseite immer ein paar Busse gefahren, und ich hatte gelesen, dass die 111 an der UCA vorbeifährt, sodass wir uns in die nächstbeste 111 setzten. Beim Einsteigen passierte dann unser Malheur mit dem scheinbar betrunkenen Dieb. Zum Glück bemerkte Uli, dass der Typ an ihrer Tasche herumfuhrwerkte, sonst wäre womöglich mehr weggewesen als nur die Lesebrille.

Der Busfahrer der 111 meinte dann, uns noch die letzten Minuten Achterbahn fahren lassen zu müssen, da wir ganz schön über die Straßen gerumpelt sind. Aber für 8 Cent (in Worten acht Cent) für die Fahrkarte kann man auch das ertragen. Wir kehrten nach einem kurzen Fußweg in der Kneipe ein, die wir gestern schon gesehen hatten, und waren sehr zufrieden.

Wir tranken zwei Bierchen, aßen Hähnchenflügel und genehmigten uns dann die "Blüte des Zuckerrohres", also den einheimischen Rum Flor de Caña. Den gibt es in verschiedenen Qualitätsstufen, und man schmeckt tatsächlich den Unterschied zwischen Gran Reserva und Añejo Clásico, auch wenn wir uns nicht ganz einig wurden, welchen wir besser fanden ...

Die Abrechnung war leserlich, richtig, ohne zusätzliche Steuer und mit dem freundlichen Hinweis "Trinkgeld freiwillig". So mag ich das, der Ober bekam sein ordentliches Trinkgeld.

Diese Kneipe kann ich weiterempfehlen. Sie liegt in der ... und hier liegt der Hase begraben (oder der Hund im Pfeffer, oder wie auch immer). Straßennamen gibt es in Managua nicht (und in Granada und León auch nicht). Vielmehr verwendet man Referenzpunkte (für die Kneipe etwa die Ampel am Hotel Seminole) und beschreibt von dort den Weg über Blocks. Und am Ende steht dann als Adresse auf der Visitenkarte:

Semáforos hotel Seminole, una cuadra al sur, media cuadra abajo
(von der Ampel am Hotel Seminole einen Block nach Süden und dann einen halben nach Westen) 

Nun wird der des Spanischen Kundige einwenden, dass "abajo" keineswegs "nach Westen" heißt, und das ist richtig und falsch zugleich. "Abajo" heißt "abwärts", und wo geht die Sonne unter? Richtig, im Westen ... Manche schreiben dann auch "al oeste", wieder andere sagen anstatt "al norte" "al lago", also zum See hin, denn der Managua-See liegt im Norden der Stadt. Klingt kompliziert, aber man gewöhnt sich daran, wenn man erstmal die Referenzpunkte halbwegs identifiziert hat. Die Post komme jedenfalls an, sagt unser Hauswirt.

So, jetzt bin ich im Bett, denn morgen (heute für den werten Leser in Mitteleuropa) geht es früh raus. Unser Bus nach San José in Costa Rica fährt um 7 Uhr, und unser Hotelfahrer bringt uns schon um 5.30 Uhr zum Busbahnhof. Der Hauswirt meinte, wenn man eine Stunde vor Abfahrt da sei, bekomme man jetzt zur Nebenreisezeit auch so problemlos einen Platz. Sein Wort in Gottes Ohr ...

Ich werde morgen Abend hoffentlich aus meinem 84. Land berichten.

Dienstag, 18. Juni 2013

Granada

Eintrag vom 17. Juni 2013

Heute haben wir es uns ziemlich gutgehen lassen, vielleicht ein bisschen zu sehr.

Ich war heute Morgen sehr früh wach, so gegen fünf Uhr konnte ich nicht mehr schlafen. Kein Wunder, war es in Deutschland doch schon 13 Uhr. Ich stand um sechs Uhr auf, duschte und traf Uli kurz vor sieben Uhr auf dem Weg zum Frühstück. Unser Hausherr begrüßte uns und fragte uns, ob wir ein typisch nicaraguanisches Frühstück versuchen wollten: Rührei mit Speck, Reis und Bohnen. Wir wollten, und wir waren nicht enttäuscht. Durchaus lecker, das Ganze, wird morgen wieder verspeist. Mit dem Kaffee war Ulrike nicht so ganz glücklich, aber das kriegen wir auch noch hin auf dieser Reise.

Danach kam der Hausherr und fragte uns, was wir denn vorhätten. Wir hatten heute trotz Regenzeit einen wunderbaren (naja, vielmehr einen heißen, sonnigen) Tag, und so entschieden wir uns gegen gemütliche Akklimatisierung in der Managuaner Innenstadt (in der wir offenbar wohnen, denn so wahnsinnig viel Sehenswertes gibt es anscheinend hier gar nicht) und fuhren, nachdem der Hausherr uns zum Quasi-Busbahnhof an der Zentralamerikanischen Universität gebracht hatte, nach Granada.

Granada ist sehr schön, es gibt dort viele sehr schicke (ich soll nicht mehr so oft "ansehnlich" schreiben, sagte mir neulich eine treue Leserin) Kolonialbauten. Der Nicaragua-See, an dem Granada liegt, sieht jetzt von der Strandpromenade eher wie Brackwasser denn wie Côte d'Azur aus, aber zum Baden waren wir ja nicht in Granada. Granada, oder vielmehr, Nicaragua, ist aber auch heiß, sehr heiß. Und so entschieden wir uns nach einem längeren Rundgang in der prallen Morgensonne durch Granada, gegen 10.30 Uhr das erste eiskalte Bier reinzupfeifen. Machten wir, aaaaaaah. Sehr lecker. Sehr wohltuend. Sehr günstig, für 80 Cent. Wir bestellten dann zum Mittagessen ein paar Fish Fingers ("Fischfinger" klingt komisch, und "Fischnuggets" auch). Das Angelieferte schmeckte sehr gut, war zwar kein Fisch, sondern Hühnchen, aber gegessen haben wir es trotzdem.

Wir hatten den Blick auf eine relativ vielbefahrene Straßenkreuzung (was in Granada, im Gegensatz zu Managua, nicht viel heißt). So sieht meine Klischee-Vorstellung von Lateinamerika aus: Gelegentlich kommt ein Auto vorbei, manchmal eine Pferdekutsche, gelegentlich wird ein Bett auf derselben transportiert, häufiger aber Touristen. Viele Fahrräder fahren vorbei, auch mit zwei oder drei Personen drauf, die Touristen schwitzen sehr, die Nicaraguer ein bisschen weniger. Die Häuser sind wunderschön bunt, da fehlt eigentlich nur noch das Knäuel Strauch, das vom Wind von links ins Bild geweht wird.

In die Mittagshitze hinein machten auch die Kirchen zu, sodass wir im ein wenig schattigen Stadtpark saßen, ein bisschen in der Gegend herumliefen und uns schließlich anstelle von Siesta in eine andere Gaststätte an der Plazuela de la independencia, am Plätzchen der Unabhängigkeit, oder so, setzten. Dort tranken wir wieder ein bisschen was und bekamen im zweiten Anlauf auch Fish Fingers. Die Salsa, die dazu geliefert wurde, war durchaus scharf, was wir merkten, als wir die Salsa großzügig über den Reis verteilten und dann vertilgten.

Nach ein paar Minuten spürten wir wieder etwas in der Mundhöhle, und gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Rückweg. Der Fahrer des Rückweges fuhr ein wenig henkerischer als der Fahrer des Hinweges, beim Preis (70 Cent für eine einstündige Fahrt) nahmen sich die beiden aber nix, auch wenn der Bus auf dem Rückweg etwas enger war: Wir sind einfach zu groß für Mittelamerika, was man auch an der lichten Höhe der Palmen am Straßenrand sieht.

Nicaragua ist beeindrucked grün, was womöglich auch der Regenzeit geschuldet ist.

Nach der Rückkunft nach Managua machten uns zu Fuß von der UCA (der Zentralamerikanischen Universität) auf in unser Hotelele, fanden es zur Überraschung unseres Hausherrn auch schnell, und dann sehnte ich mich nur noch nach der Dusche (und der Klimaanlage im Zimmer).

Jetzt habe ich mich ein bisschen erholt vom Eingewöhnungstag, gehe bald ins Bett und bin gespannt auf morgen. Vielleicht geht's nach León, vielleicht bleiben wir hier; es hängt ein bisschen vom Wetter ab (eben ging dann doch noch ein Wolkenbruch nieder) und viel von Lust und Laune.

Es ist schön, es macht Spaß, aber vielleicht hätte ich doch irgendwann nicht mehr mit der Begründung "Claro, una más, soy alemán" ("Klar, noch eins, ich bin Deutscher.") noch ein weiteres Bier bestellen sollen. Das werde ich abstellen und mich mit einer etwas geringeren Anzahl von Bieren begnügen. "Toña" oder "Victoria", das ist dann die Frage. Ich werde mich wohl eher für das "Toña" entscheiden, obwohl das angeblich amerikanischer schmecken soll (im Vergleich zum europäischeren "Victoria"); das kann ich nicht so wirklich nachvollziehen. Ich werde es morgen vielleicht noch ein bisschen testen.

Jetzt gehe ich schlafen, buenas noches, Nicaragua, guten Morgen, Deutschland.

Montag, 17. Juni 2013

Ein weiches Bett ...

... ist manchmal das Einzige, was man haben will. Und wenn man es dann kriegt, ist es umso schöner.

Der Flug von Stuttgart nach Atlanta verlief ohne Probleme, und die vier Stunden Umsteigezeit hätten bei einigem Andrang locker zum Einreisen und Überstehen des Zolls und der Sicherheitskontrolle gelangt. Als wir aber an die Einreiseschlange kamen, war da praktisch keiner. Vollbesetzte Grenzhäuschen und kaum ein Einreisender, sehr praktisch. So fix wie heute war ich noch nie in die USA eingereist.

Meine Begleitung musste leider zeitlich getrennt zum gleichen Grenzer: Der Typ fragte zuerst, ob wir zusammen reisen, und als ich bejahte, aber auf die Frage, ob wir verheiratet seien, mit Nein antwortete, konnten wir zwar zusammen reisen, aber nicht zusammen einreisen. Verstehe, wer will ...

Ich durfte auch nicht auf sie warten, sondern musste mich zum Gepäckband bewegen. Das habe ich auch gemacht, auch wenn ich selten in meinem Leben so langsam gelaufen bin. Am Ende haben wir uns jedenfalls wieder gefunden. Zoll war wie immer völlig problemlos (auch kein Mensch da, keine Ahnung, wieso), die Sicherheitskontrolleure waren ein bisschen unfreundlich, aber was soll's. Na da, somit waren wir in Rekordzeit in die Vereinigten Staaten eingereist. Mit ein bisschen Suchen (unser Flug war noch nicht ausgewiesen, sodass ich online unser Gate rausfinden musste) kamen wir dann zu unserem Flugsteig und hatten auf einmal noch drei Stunden Zeit.

Wir aßen in einer halbwegs bezahlbaren Kneipe Pommes mit Käsesauce (Uli) bzw. einen schlechten Burger (ich) und tranken dazu Wein bzw. Bier. Das Samuel Adams kann man sogar trinken.

Der Abflug verzögerte sich, auf einmal standen Leute, die nach Chicago wollten, auch bei uns am Gate; die wurden dann aber fix verjagt. Zwei christliche Jugendgruppen wollten mit uns nach Nicaragua, die eine ethnisch koreanisch, die andere ethnisch gemischt. Die waren zwar ein bisschen lauter als andere Fluggäste, aber noch deutlich im Rahmen. Mit einer Stunde Verspätung kamen wir los. Die Einreise hier nach Nicaragua ist bis auf die Zettelwirtschaft (Einreisekarte, Zollformular und Gesundheitszeugnis, das der Grenzer ohne Beachtung weglegt ...) und die Einreisegebühr von 10 Dollar, für die man auch keine richtige Quittung bekommt, ganz einfach.

Am Ausgang wartete unser Fahrer schon in der Hitze. Schwülheiße Luft abends um 21 Uhr, das wird sicher die nächsten Tage lustig, bis wir uns ein bisschen daran gewöhnt haben.

Wir haben jetzt aus irgendeinem Grund zwei Einzelzimmer, da sind wir auch nicht wirklich böse drüber. Jetzt gehen wir aber erstmal ins Bett, denn wir sind hundemüde. Hier ist es 22.45 Uhr, aber ist Deutschland ist es ja schon wieder früher Morgen.

Morgen wird erst einmal gefrühstück, und dann gucken wir uns mal Managua an.

Ich werde berichten aus meinem 83. Land ...

Sonntag, 16. Juni 2013

Strenger als in Israel ...

... war gerade eben die Sicherheitskontrolle am Stuttgarter Flughafen.

Nach halbwegs frühem Aufstehen heute Morgen ging es über die ziemlich leere Autobahn problemlos nach Stuttgart. Das Auspacken des Gepäcks aus dem Auto verlief ebenfalls unfallfrei, sodass wir nach der obligatorischen und obligatorisch freundlichen Befragung vor dem Check-in auch unser Gepäck off-droppen konnten ...

Die Möglichkeit, gegen eine Entschädigung von 1.000 € Platz auf unserem Flug zu machen, nahmen wir nicht wahr, weil wir eben nur zehn Tage insgesamt in Mittelamerika haben. Aber gut zu wissen, falls man mal wirklich Zeit hat ...

Ja, die normale Sicherheitskontrolle war auch fix überstanden, auch wenn es bei mir wie immer gepiept hat. Dann kamen wir aber zur Delta-Spezialkontrolle mit Sprengstofftest und allem Drum und Dran, das war wirklich mehr als in Israel, auch wenn ich die Sprengstoffspülbürste vergeblich gesucht habe ...

Der Passkontrolleur wollte laut meiner Reisebegleiterin am liebsten mitfliegen, als sie ihm unsere Reiseroute offenbarte. Nun denn, nun sitzen wir bei teurem Kaffee und Cola am Gate und warten auf den Abflug.

Um 10.25 Uhr soll es losgehen, zehn Stunden später gegen 14.30 Uhr Ortszeit sind wir voraussichtlich in Atlanta, wo wir etwa vier Stunden zum Einreisen haben, das sollte reichen, zumal wir zumindest mit dem großen Gepäck nicht durch den US-Zoll müssen. Gegen 18.30 Uhr geht unser Flieger dann nach Nicaragua, dort kommen wir nach vier Stunden Flug um 20.30 Uhr (noch mal zwei Stunden Zeitverschiebung) an. Da ist es in Deutschland schon 4.30 Uhr in der Nacht. Wir werden vom Hotel am Flughafen abgeholt und werden dann voraussichtlich gleich nach dem Einchecken ins Bett fallen.

Morgen wird dann Managua erkundet ...

Sonntag, 2. Juni 2013

Bunte Bilder

Die Oper in Eriwan
So, ich habe mal ein paar Fotos von der letzten Tour online gestellt ...
Unterwegs in Armenien

Garni

Geghard

In Geghard

Chor Wirap

Platz der Republik in Eriwan

Völkermordmahnmal in Eriwan

Kathedrale in Etschmiadsin

Auf dem Weg nach Tatew

Tatew

Tatik Papik

On the road in Nagorno-Karabakh

Gandzasar

Schuschi

Tigranaschen (armenisch), formal ist auch das ein Gebiet Aserbaidschans, der Ort heißt dort Kərki

Freiheitsplatz in Tiflis

Turm in Tiflis

Samstag, 1. Juni 2013

Wieder daheim

Langweilige Post-Überschrift, aber so langweilig war die Heimreise auch wieder nicht.

Mein Taxi war um 2 Uhr da, alles gut, der Transfer war problemlos, das Einchecken ebenso, die Passkontrolle auch.

Ich gab noch meine restlichen Schein-Lari für Cola im Flughafenrestaurant aus (mir ist schleierhaft, wieso ich den einen Lari, den ich noch in Münzen hatte, nicht mit als Trinkgeld gegeben und stattdessen mit nach Deutschland genommen habe, ich Hirsch) und machte mich dann zum Gate.

Liebe Georgier, es ist ja schön, wenn ihr den Amis alles nachmacht, aber dieses Schuheausziehen ist einfach total sinnlos: Es sterben wahrscheinlich mehr Menschen durch die Bakterien, die sich sich auf den dreckigen Teppichen einfangen, als durch irgendwelche Schuhbomber.

Und, liebe Georgier, ich war und bin immer noch total begeistert von eurem Land, aber wie man an einem so kleinen Flughafen bei so wenigen Abflügen ein derartiges Chaos veranstalten kann, ist mir völlig unklar: Erst werden mehrere Abflüge in ein Gate gepresst, sodass dort keine Sitzplätze mehr vorhanden sind. Dann gibt es am Gate selbst überhaupt keine Anzeigen mehr. Durch das Flughafen-WLAN sieht man plötzlich, dass der eigene Flug als Last Call ausgewiesen ist, obwohl noch überhaupt kein Aufruf erfolgt ist. Auf einmal steht da eine Schlange, in der Leute stehen, die nach Warschau wollen, und Leute, die nach Prag wollen. Es grenzt wirklich an ein Wunder, dass mir keiner bewusst ist, der plötzlich im falschen Flieger saß.

Danach standen wir bestimmt zwanzig Minuten im Bus und warteten und warteten ... Es kam keiner mehr, trotzdem ging plötzlich die Tür zu und wir fuhren los. Helden. Dann meinte beim Einsteigen einer noch, den Zugang zum Flieger steuern zu müssen. Ja, was soll denn passieren, soll die Treppe zusammenbrechen? Eine Massenpanik entstehen?! Argh.

Dank der Verspätung des Czech-Hinfluges nach Tiflis und des Chaos am Flughafen kamen wir gut 35 Minuten verspätet los. In Anbetracht der Tatsache, dass ich planmäßig in Prag 45 Minuten zum Umsteigen hatte, wurde es also ziemlich eng. Ein Georgier bat mich dann, eine mitreisende Georgierin unter meine Fittiche zu nehmen, die zum ersten Mal flog und auch nach Frankfurt wollte. Das machte ich.

Der Flug nach Prag war ganz entspannt, wir saßen zum Glück auch so, dass wir schnell aussteigen konnten. In Prag war nix los, sodass wir sehr fix durch die Pass- und die Sicherheitskontrolle kamen. An unserem Gate waren sie auch erst am Einsteigen, sodass wir relativ entspannt in unseren Flieger kamen und unsererseits noch auf Leute warteten ...

Joa, der Flug nach Frankfurt war ein bisschen rumpelig, die Landung recht hart. Die Georgierin wusste nicht so recht, wie das mit der Gepäckausgabe funktioniert, was ich ihr aber erläutern konnte. Dann ging es durch den Zoll und sie konnte ihre Verwandte in die Arme schließen. Für mich ging es per Skyline weiter zur S-Bahn-Station und heimwärts.

Ich warte ja schon immer darauf, dass ich mal nach einer Reise schreibe: Es war doof. Diesmal ist es jedenfalls definitiv nicht soweit ...

Jetzt erhole ich mich dieses Wochenende erst einmal vom Urlaub, und dann geht es in zwei Wochen ja schon wieder nach Mittelamerika ...

Freitag, 31. Mai 2013

Georgia on my mind

Die letzten Stunden der Reise sind angebrochen ...

Die Fahrt zurück nach Eriwan gestern Morgen war problemlos. Ich hatte ja überlegt, ob ich noch einen Abstecher in ein weiteres Kloster mache, allerdings war die Straße laut Google Maps nicht mal so richtig befestigt, und das wollte ich meinem Auto nicht mehr antun.

Wie immer kam mir die Rückstrecke viel kürzer vor als der Hinweg, das mag aber auch daran gelegen haben, dass ich dort, wo ich aufgrund der guten Straßenverhältnisse konnte, auch ganz schön Stoff gegeben habe. Und inzwischen hatte ich mich auch an die etwas wilderei Überholerei in Armenien gewöhnt, kein Wunder, wenn ständig extralangsame iranische Lkws vor einem über die Landstraße tuckern ...

In den Außenbezirken von Eriwan tankte ich noch, und ich glaube, ich wurde da richtig betrogen. Das war jetzt keine Doofensteuer, sondern wirklich kriminelle Energie, jedenfalls zahlte ich für den halben Tank bei geringerem Literpreis fast soviel wie für den vollen Tank bei höherem Literpreis in Bergkarabach. Und der Typ hatte vor dem Beginn des Tankens noch an der Anlage herumgefummelt. Da ich das ja aber nicht so wirklich beweisen konnte, musste ich die ganze Aktion so hinnehmen. Ärgerlich, jedenfalls tanke ich bei CPS nicht mehr in Armenien, auch wenn es hier wieder nur um ein paar Euro ging.

Die Autoabgabe funktionierte ebenfalls ohne Probleme, auch wenn ich die Damen und Herren bei Hertz ein wenig überraschte, dass ich das Auto fast einen ganzen Tag früher abgeben wollte als vereinbart.

Danach machte ich mich auf in Richtung Platz der Republik, trank und aß ein bisschen und vertrödelte im Allgemeinen meine Zeit, bis ich mich gegen 20.45 Uhr zum Zug aufmachte.

Der Zug stand schon da und ich konnte auch schon rein, nachdem mich die Schaffnerin kontrolliert hatte. Nur war es im Zug saumäßig heiß, sodass ich wieder nach draußen ging und dort auf die Abfahrt wartete.

Am Ende hatte ich meine Zweierkabine für mich alleine. Vor der Abfahrt befreite ich noch ein deutsch-österreichisches Pärchen aus ihrem Abteil, aus dem sie aufgrund einer Fehlfunktion des Öffnungsmechanismus nicht mehr rauskamen, dann ging es los.

Ein großes Lob an die armenische Bahn: Während der ganzen Strecke in Armenien hatte ich im Zug kostenfreies WLAN von der Bahn, und das sogar mit einer ganz passablen Geschwindigkeit. Es ist schon komisch, dass die Armenier das gebacken kriegen und wir in Deutschland nicht. Das Ganze ist auch deswegen so anachronistisch, weil der Zug an sich noch gut und gerne aus dem VEB Eisenbahnbau Görlitz hätte stammen können ...

Die Ausreise aus Armenien und die Einreise nach Georgien waren ohne wirkliche Probleme, zumal wir zum Glück nicht mal aussteigen mussten, weil die Grenzer in den Zug kamen. Nur die georgischen Zöllner erschienen mir ein wenig übereifrig ...

In Tiflis wechselte ich erstmal Geld, kaufte mir eine U-Bahn-Chipkarte (die ich nach der ersten Fahrt gleich verlor ...) und fuhr zu meiner Unterkunft. Hier konnte ich noch nicht einchecken, sodass ich mich erstmal wieder in die Stadt machte.

Tiflis: wow. Die Stadt hat sich in den vier Jahren, seit ich das erste Mal hier war im Sommer 2009, schon wieder sehr verändert, und zwar noch mehr zum Positiven. Natürlich sieht man noch öfter ein mehr oder weniger einsturzgefährdetes Haus, aber die Anzahl der Häuser mit wunderbar restaurierten Fassaden ist unglaublich. Nach einem kurzen Spaziergang über den Fluss und die Rustaveli runter kam ich in die Altstadt. Im Sommer 2009 war die irgendwie halbtot, so ist zumindest heute meine Erinnerung, inzwischen ist das richtig schick. Eine Kneipe an der anderen, jede Menge los, sehr, sehr schön ...

Ich suchte nach einer Kneipe, in der ich endlich Chinkali kriege, und erst im dritten Anlauf hatte ich Glück, dass tatsächlich Chinkali auf der Karte standen (andere georgische Gerichte gab es etliche, aber eben keine Chinkali). Zuvor hatte ich in einer Kneipe in der Kneipenmeile und in einer Gaststätte an der Kura jeweils ein Bierchen getrunken. Auf dem Heimweg lief mir dann endlich eine Kellerkneipe über den Weg: Die Gelegenheit ergriff ich und bestellte gleich mal zehn Chinkali. Seeeehr lecker. Die ersten drei oder vier brauchte ich zum Üben, da lief mir die Suppe ganz schön aus den Teigtaschen auf den Teller, danach hatte ich das saugende Schlürfen gelernt und konnte die Dinger ganz gut vertilgen. Doch, werden wieder gegessen ...

Danach ging ich, so gegen 15.30 Uhr Ortszeit, ähem, ins Bett. Ich habe jetzt meinen Schlafrhythmus etwas angepasst, sodass ich heute Nacht fit bin und morgen zuhause noch ein bisschen schlafe. Es ist jetzt gleich 23 Uhr hier, ich glaube, ich penne noch einmal zwei Stunden, und dann kommt auch schon um 2 Uhr mein Taxi zum Flughafen ...

Wie immer: So langsam freue ich mich auf Zuhause.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Good morning, Nagorno-Karabakh!

Ja, doch, es war schoen hier, muss ich sagen ...

Gestern war ich in Gandzasar, etwa eine Autostunde von Stepanakert entfernt: Dort steht ein Kloster mit einer Kathedrale, die von Reisefuehrern als Hauptsehenswuedigkeit Bergkarabachs angepriesen werden - und zwar durchaus zurecht.

Die Anfahrt durch eine wieder einmal atemberaubende Landschaft und dann den Berg hoch ueber eine diesmal passable Strasse war schon sehr schick, aber der Ausblick von oben auf Landschaft und Kloster war noch besser. Die Kirche ist sehr ansehnlich, wenn auch hier wieder gilt, dass sie von aussen noch ansehnlicher ist als innen, da die Kirchen hier, ich bin endgueltig ueberzeugt, nicht so ueppig geschmueckt sind wie in anderen orthodoxen Glaubensgemeinschaften.

Es hatte schon unterwegs ein bisschen geregnet, aber jetzt fing es an zu gewittern, sodass ich nach einem kurzen Rundgang ueber den Klosterfriedhof (hier werden Fotos der Verstorbenen auf den Grabsteinen verewigt) wieder ins Auto stieg und abfuhr. Keine Sekunde zu frueh, denn die Welt schien unterzugehen ... Wie gesagt, an der Drainage muessen sie noch ein bisschen arbeiten, denn mehrfach waren die Pfuetzen auf den Strassen mehrere Meter lang ...

Ich fuhr durch Stepanakert und an Tatik Papik vorbei (siehe gestern). Die beiden Figuren sind ja schon suess, vor allem, wenn man weiss, wieviele Aufstaende darum schon gemacht worden sind ... Auf dem Hinweg hatte ich sie fast uebersehen ...

Nach zehn Minuten war ich in Schuschi und schaute mir die neuaufgebaute Kirche an: Von aussen sehr ansehnlich, innen sehr ansehnlich ... Von Schuschi (Berg) aus wurde im Bergkarabach-Krieg Stepanakert (Tal) von den Aserbaidschanern beschossen, an den anschliessenden Sieg der Armenier erinnert ein Denkmal in Panzerform am Rand der Strasse zwischen Stepanakert und Schuschi.

Aufgrund des unschoenen Wetters, und weil ich heute noch ein paar Kilometer zu fahren habe, entschied ich mich dann, in Stepanakert zu bleiben. Ich setzte mich zuerst in eine Pizzeria (Sauwetter) und ging dann im Nieselregen ein paar Meter runter zu einem allseits empfohlenen Lokal namens Ureni. Dort ass ich erst ein typisch armenisches Gericht namens Chingahl (oder so aehnlich, das ist Joghurt mit Hackfleisch und Knoedelstreifen), was sehr lecker war, und spaeter, um den Alkoholgehalt der Flasche Wein auszugleichen, noch einen Kebab armenischer Art - auch sehr schmackhaft. Ein Drittel der Flasche Wein liess ich stehen (es gibt in dem Lokal nur Flaschenwein), aber fuer 2,60 Euro fuer die Flasche ist das ja auch zu ertragen ...

Ich war schon wieder im Zimmer, als mein Telefon ging: Die Rezeption war dran, ein Nachbar habe sich ueber mein dauerroehrendes Auto beschwert ... Gemeinsam versuchten wir, dem Teufelsding den Hals abzudrehen, es gelang aber nicht. Naja, heute Abend bin ich es los.

Nun geht es zurueck nach Eriwan, dort kann ich bis 19 Uhr mein Auto abgeben. Danach vertroedele ich noch ein bisschen in Eriwan am Platz der Republik oder in der Naehe, ehe um 22 Uhr mein Zug nach Tiflis geht. Morgen bin ich dann gegen 8 Uhr wieder in der georgischen Hauptstadt und habe dort den ganzen Tag, um mich noch einmal umzugucken. Was sehen, was sich in den vier Jahren seit meinem ersten Besuch getan hat.

In 48 Stunden bin ich dann fast schon wieder daheim ..

Mittwoch, 29. Mai 2013

Fast schon im Iran

So, da ich hier im Hotel kein WLAN habe, sondern nur ein Computer herumsteht, an dem ich schreiben kann, berichte ich heute mit einer Nacht Verzoegerung ...

Nach guten Fruehstueck gestern (sogar mit Spiegelei) und der Uebergabe von drei Flaschen Kirschwasser an die Hotel-Damen ging es mit einmaligem kurzen Verfahren in Richtung Suedosten.

Unterwegs fing es zum Teil bestialisch an zu regnen, was fuer die Strasse nicht immer optimal war (da es doch das eine oder andere Schlagloch zu bestaunen gab und die Drainage der armenischen Strassen verbesserungsfaehig ist), aber als ich in Richtung Tatew und Grenze zu Bergkarabach kam, wurde das Wetter besser.

Ich entschied mich, da ich doch einigermassen fix vorangekommen war, noch das Kloster in Tatew zu besuchen. Die Entscheidung, es zu besuchen, war sehr gut, die Auswahl meiner Anreise war aber ausgesprochen schlecht: Ich hatte die Wahl zwischen Autofahrt und Seilbahntour, und natuerlich entschied ich mich fuer die Autofahrt. Bergab ging das alles ja noch auf einer asphaltierten Strasse, auf der nur gelegentlich ein paar Steinbrocken lagen. Bergauf allerdings gab es nur Steinbrocken auf einer zum Glueck halbwegs glattgefahrenen Piste.

Das haette ich mit der Seilbahn leichter haben koennen ... Da haben die Armenier da unten eine tolle Sehenswuerdigkeit sowieso schon versteckt, und dann kommt man mit dem Auto nur ueber eine Rumpelpiste hin ...

Naja, Tatew ist auch ein sehr schoenes Kloster, zumal es sehr dekorativ im Gebirge liegt (fantastische Ausblicke!) und ein schoener Hof drumherum ist. Doch, sehr ansehnlich.

Es ging weiter in Richtung Grenze und ich wurde so langsam kribbelig. Ploetzlich stand ein Schild "Welcome to Mountainous Karabakh" vor mir, aber danach musste ich noch zehn Minuten fahren, ehe ich zur Grenzuebergangsstelle kam.

Die Armenier kontrollieren gar nicht, und dem Bergkarabacher Grenzer hielt ich meine Google-Translate-Uebersetzung (Botschaft war zu, ich hole Visum in Stepanakert) auf dem Handy unter die Nase. "Da, da", sagte er, ging in sein Kabuff, trug mich und mein Auto in ein Buechlein ein, gab mir die Adresse vom Aussenministerium hier in Stepanakert, und, bumms, war ich in mein 82. Land eingereist.

Von wegen Probleme und Ueberredungskuenste und "low-level bribery", wie der Online-Reisefuehrer gesagt hatte. Alles ganz entspannt. So mag ich das.

Ich fuhr in Richtung Stepanakert, nahm versehentlich die Strasse durch Schuschi (anstatt die Umgehungsstrasse) und sah dort schonmal die neue Kirche und viele Kriegsschaeden.

In Stepanakert fand ich nach kurzer Suche das Aussenministerium, ging rein, liess mir mein Visum in den Pass geben und drueckte sechs Euro Visumgebuehr ab. Den Aufstand koennten sie sich zwar sparen, aber jetzt habe ich ein schoenes neues Visum im Pass und darf mit selbigem nicht mehr nach Aserbaidschan. Wenn ich eins verschmerzen kann, dann, dass ich nicht mehr so fix nach Aserbaidschan darf ...

Mein Hotel fand ich auch relativ schnell, der Check-in war problemlos, mein Zimmer ist sehr schoen mit grandioser Aussicht auf die Berge (ich glaube, ich bin wieder der einzige Gast hier, beim Fruehstueck heute Morgen war jedenfalls nur mein Tisch gedeckt ...).

Ich ging ein bisschen in der Stadt spazieren, wurde von der Einfahrt zum Praesidentenpalast verjagt, trank in einer schoenen Strassenkneipe mit sehr unfreundlichem Kellner (der grinste nicht mal ueber mein "Schno-ra-ka-lu-tjun", unglaublich!) und ass dann als einziger Gast im Restaurant des besten Hotels der Stadt mein Abendessen, das aus einer armenischen Suppe und Dolma, naemlich Hackfleisch in Weinblaettern, bestand. Dazu trank ich ein paar armenische Biere und am Ende einen armenischen Brandy/Cognac, auch sehr lecker. Ich hatte erst ob der gehobenen Ausstattung des Restaurants wieder Reissaus genommen, aber am Ende zahlte ich inclusive teurem Brandy elf Euro ...

Ich wackelte an Praesidentenpalast, Regierungsgebaeude und Parlament vorbei in mein Hotel und fiel in den Schlaf ...

Heute geht es nach Gandzasar und danach nach Schuschi, aber erst will ich mir diese Statue ansehen, um die schon so viel Wirbel beim Eurovision Song Contest gemacht wurde ...

Fotos gibt es irgendwann mal ...

Montag, 27. Mai 2013

Էջմիածին

Genau da, nämlich in Etschmiadsin, war ich heute.

Aber erstmal von Anfang an: Nach dem Frühstück, heute sogar mit etwas Wurst, fuhr ich relativ problemlos zur Vertretung von Bergkarabach. Ich parkte am Straßenrand direkt davor und klingelte. Heraus kam der Pförtner, der mir mit Handzeichen zu verstehen gab, dass es erst um 10 Uhr losginge (obwohl online überall "9 Uhr" stand). Es war kurz nach neun, und ich wollte nicht so lange warten.

Also machte ich mich auf den Weg zum Völkermord-Mahnmal, das ich nach einmaligem Verfahren auch fand. Das Museum war heute geschlossen und wird sowieso umgebaut, sodass ich fast mutterseelenallein das Mahnmal für mich hatte. Naja, wie Mahnmale halt so sind: Auch das hier ist schlicht und ein bisschen bedrückend. Die Aussicht von dort oben auf Eriwan ist allerdings durchaus schön ...

Inzwischen war es 10 Uhr geworden und ich machte mich auf den Rückweg zur Vertretung von Bergkarabach. Wieder klingelte ich, wieder kam der Pförtner heraus. Was er mir eben für mich nicht verständlich gesagt hatte, war, dass ich erst übermorgen um 10 Uhr wiederkommen solle. Ich versuchte ihm zu erläutern, dass ich schon morgen fahren wolle, und dann fiel mir noch mein achtes russisches Wort ein: Grenze, graniza. Ich fragte also "visa graniza"? Er antwortete erfreut (weil ich ihn endlich verstanden hatte) mit "da". Naja, mal gucken, was das morgen an der Grenze so wird. Erfreulich ist, dass in den einschlägigen Reiseberichten in der Regel von einer problemlosen Visumbeschaffung an der Grenze erzählt wird. Hoffentlich stimmt das (noch).

Nun, was machen mit dem angefangenen Tag: Ich fuhr nach Etschmiadsin, wo ich ohnehin hinwollte. Ich fuhr dorthin, fuhr in die Stadt rein und erblickte rechts ein mittelgroßes Kirchlein, vor dem ein paar Autos am Straßenrand standen. Ich ging hinein und freute mich, die Kathedrale von Etschmiadsin gefunden zu haben. Ich guckte mich ein wenig um, wieder war Gottesdienst, und las nochmal den Wikipedia-Artikel. In dem Artikel ist auch ein Bild. Beim dritten Hinsehen fiel mir auf, dass da oben zwei Rotunden fehlten, dass das also gar nicht die Kathedrale war, in die ich wollte ... Hirsch, ich. Nun denn, ich hüpfte wieder ins Auto und machte eine größere Stadtrundfahrt in Etschmiadsin, fuhr durch die Hauptverkehrsstraße, an einem Park vorbei, durch Wohngebiete, über die Umgehungsstraße und wieder zurück, immer auf der Suche nach der Kathedrale. Plötzlich, nach einem Im-Seich-Herumgefahre, lag eine Kirche vor mir. Ich hin, angehalten. Pustekuchen, war die von eben, nur diesmal von hinten. Doppelhirsch.

Im Wikipedia-Artikel ist auch eine Karte (ist immer doof, wenn man sich Artikel runterlädt, aber die Bilder nicht mitheruntergeladen werden), und dort entzifferte ich schließlich, als ich schon fast frustriert wieder die Rückfahrt nach Eriwan antreten wollte, dass die Kathedrale in dem Park liegen muss, an dem ich nun schon dreimal vorbeigefahren war ...

Wieder hielt ich am Straßenrand an (überhaupt ist die Parkplatzsuche hier erfreulich einfach: einfach anhalten ...) und betrat den Park. Ein paar Schritte im Schatten waren hinter mich zu bringen, dann stand ich wieder in der Sonne, und kurz darauf sah ich dann die Kathedrale. Sehr schick, auch wenn gerade die Türme renoviert werden ...

Das Innere (ausnahmsweise war kein Gottesdienst) war diesmal wenigstens ein bisschen mit Heiligengemälden geschmückt. Als ich sah, dass alle Armenier trotz Verbots in der Kirche fotografierten, holte ich auch mein Handy raus und machte ein paar Bilder.

Gegen Mittag machte ich mich nach Eriwan auf, stellte fest, dass ich mich sogar schon ein bisschen auskenne, parkte am Straßenrand (als ich dann später heimkam, sollte ich den Wagen noch umstellen, weil das sicherer sei in der Seitenstraße ...) und machte mich auf den Weg zur Metrostation am Bahnhof.

Von diesem Bahnhof fahre ich in drei Tagen abends zurück nach Tiflis, und wenn man der elektronischen Anzeigentafel Glauben schenken darf, ist dieser Zug alle zwei Tage die einzige Verbindung, die von diesem Bahnhof abfährt. Sachen gibt's ...

In der Metrostation ließ ich zwei Züge fahren, weil es hier praktischerweise in den Stationen kostenfreies WLAN gibt, und suchte mir ein Esslokal aus. Die angebliche beste Grillzeugs-Station in Eriwan entpuppte sich als kleines Lokal, in dem man sitzen kann, aber sein Essen entweder beim Kassierer oder (für Ausländer praktisch) am Automaten aussucht, dort auch zahlt und schließlich sein Zeug beim Grillmeister abholt.

Mir wurde geholfen, sowohl beim Getränk (Tan, was nichts anderes als Ayran ist) und auch beim Essen, und am Ende bekam ich zwei dicke Teigtaschen mit Fleisch drin (hatte gleich zwei Sachen bestellt, ich Vielfraß). Das Hähnchen-Lahmacun schmeckte ganz okay, mit dem anderen, dem mit Herz (war ein bisschen mutig heute), bin ich nicht so warm geworden. Ich ließ zwei Drittel davon liegen und hatte für den Rest des Tages genug. Das Fleisch war bestimmt nicht schlecht, aber es schmeckte mir einfach nicht.

Ich spazierte noch ein bisschen durch die Innenstadt von Eriwan, an der Oper vorbei auf die Einkaufsmeile, runter in Richtung Platz der Republik, als mir eine gemütliche Kneipe ins Auge sprang. Hier trank ich erstmal ein Glas armenischen Weißwein (durchaus trinkbar), dann eine Cola zum Durstlöschen und anschließend ein Bier (Ararat, auch trinkbar).

Den Abschluss bildete ein kurzes Verschnaufen am Platz der Republik, ehe die dunklen Regenwolken für mich ein guter Anlass waren, die beschwerliche Reise zurück ins Hotel anzutreten. Ein paar Minuten nach meiner Ankunft im Hotel ging ein hübsches Gewitter runter.

Mein Autochen ist ganz in Ordnung, nur hat es eine seeeeeeeehr empfindliche Alarmanlage, die grob geschätzt einmal pro Stunde am Straßenrand anfängt, wie wild zu hupen. Naja, ich gebe es ja in drei Tagen wieder ab ...

Heute gehe ich früh ins Bett, weil ich früh raus will (Frühstück ist für 8 Uhr bestellt), sodass ich gegen 9 Uhr vielleicht schon auf der Piste Richtung Bergkarabach bin. Im Moment plane ich noch einen Abstecher zum Kloster in Tatew, das sehr, sehr schön liegt, aber ich muss mal sehen, wie schnell ich wie weit komme. Ich möchte mein Hotel in Stepanakert ungern im Dunkeln suchen ...

Gestern habe ich mich bei meiner Aussage, ich hätte das Verbindungskabel zwischen Handy und Laptop vergessen, selbst ausgetrickst. Das Verbindungskabel ist im Aufladekabel integriert (echte Teilmenge, für die Mathematiker), sodass ich in der Tat ein paar Bilder hier hochladen könnte (wenn denn der Server mitmachen würde, vielleicht morgen oder so ...). Bei Facebook sind noch ein paar mehr ...

Sonntag, 26. Mai 2013

Schno-ra-ka-lu-tjun

Das heißt auf Armenisch nicht etwa "Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen", sondern einfach nur "danke". Die spinnen, die Armenier.

Naja, zumindest was ihre Sprache angeht. Ansonsten ist hier (fast) alles gut.

Ich habe die vergangene Nacht in der Tat wie ein Stein geschlafen, nur ging mein Wecker viel zu früh um 8 Uhr runter. Ich hatte mein Frühstück für 9 Uhr beantragt, damit ich um 10 Uhr beim Autovermieter sein kann. Ich habe den Eindruck, ich bin der einzige Gast im Hotel, denn es war nur ein Frühstückstisch gedeckt. Verstehe ich zwar nicht ganz, weil das wirklich ein schönes Hotel ist und, wie ich finde, auch ganz gut gelegen, aber naja, es muss sich wahrscheinlich erst noch herumsprechen.

Ich fuhr nach einem leckeren Frühstück mit einem (dünnen) Orangensaft, Tee, Ei, Marmelade und süßem Gepäck wieder mit der Metro in die Stadt und suchte Hertz. Europcar sprang mir gleich ins Auge, aber Hertz entdeckte ich nicht. Erst nach längerem Herumirren merkte ich, dass die Lage der Hausnummern 6 und 8 mit der Lage der Hausnummer 7 so überhaupt nichts zu tun hat, und lief ein paar Meter die Straße hoch. Heureka: Hertz in Sicht!

Die Autoanmietung ging ziemlich problemlos, auch wenn das "Landratsamt Waldshut" als ausstellende Behörde meines Führerscheins dem armen Mann beim Eintragen ins Formular ganz schön Mühe machte. Am Ende hatte ich einen schönen Renault an der Backe. Man merkt erst, wie schön eine Servolenkung ist, wenn man sie auf einmal nicht mehr hat ... Aber das ist das einzige Problem an dem Teil, und selbst das ist kein echtes.

Ich wurde auf den ersten Metern fast in einen Unfall verwickelt, weil so ein Held bei gerade gelb gewordener Ampel erst über die Linie fuhr, aber dann plötzlich eine Vollbremsung hinlegte. Da wäre ich bald hintenreingerauscht. Danach setzte der Kollege noch zurück, damit er wieder hinter der Linie stand, der Hirsch (um mal meinen Chef zu zitieren).

Die restliche Fahrt nach Garni verlief problemlos, abgesehen von gelegentlichen Zwischenhalten zum Bestaunen der Landschaft: Das ist wirklich schön hier. Die Landschaftsbilder sind sehr abwechslungsreich, im Vordergrund viel Grün, im Hintergrund die schneebedeckten Berge, zwischendurch eine kleine Schlucht, doch, Armenien gefällt mir im Großen und Ganzen ziemlich gut.

Ich besuchte den Tempel von Garni, einen alten griechischen Tempel, der deswegen besonders auffällig ist, weil er aus Basalt gebaut ist. Von weitem sieht das wie Beton aus, sehr interessant. Eingebettet ist das ganze Ensemble in eine atemberaubende Landschaft. Wow.

Danach fuhr ich ein paar Kilometer weiter, zum Kloster in Geghard. Auch das ist sehr beeindruckend von außen und auch von innen, weil einige Räume in den Fels gehauen sind. Das Innere dieses Klosters ist allerdings recht schlicht gehalten, was ich so von einer orthodoxen Kirche nicht erwartet hätte. Daher war ich hier ein wenig überrascht. Als ich kam, lief der Gottesdienst gerade, sodass ich erst kurz vor dem Aufbruch auch ins Innere der Kirche konnte/wollte/durfte/wie auch immer. Kleines Kirchlein, alles in allem sicher nicht zu Unrecht Weltkulturerbe.

Auch hier bekam der Parkplatzausweiser ein kleines Trinkgeld, und los ging's auf die nächste Etappe. Leider machte ich hier den Fehler, eine Sekundärstraße zu nehmen. Dieselbe wurde immer schlechter, bis auf einmal die Schlaglöcher in der Straße durch Straße zwischen den Schlaglöchern ersetzt wurden. Am Ende war die Straße ganz weg und ein einziges kilometerlanges Schlagloch tat sich vor mich auf ... Ich habe meinen armen Renault ganz schön gequält, aber am Ende kam ich auf eine andere Sekundärstraße, die wiederum einwandfrei war. Komische Straßenplanung hier ...

Ich verfuhr mich, musste auf die Autobahn in die falsche Richtung auffahren (also schon in die richtige Fahrtrichtung, aber nicht in die Richtung, in die ich wollte!) und danach ewig auf eine Wendemöglichkeit warten (als dann die erste kam, hatte ich sie übersehen ...). Auf der hiesigen Autobahn gibt es aber ausdrücklich Wendepunkte, sodass ich nach endlicher Zeit in Richtung Chor Wirap ("Khor Virap" im Englischen) unterwegs war.

Auch dieses Klösterchen auf einem Hügel mit Ausblick auf den Berg Ararat war ganz ansehnlich, auch hier gab es allerdings keine Innenbemalung der Kirchen. Ich weiß nicht, ob das in der armenisch-orthodoxen Kirche an sich oder zumindest in ihren Klöstern so üblich ist; vielleicht werde ich es noch herausfinden ...

Schließlich machte ich mich auf den Heimweg, verfuhr mich dank Google Maps diesmal gar nicht (auch wenn ich ein paar Mal anhielt, um zu bestätigen, dass ich richtig gefahren war) und parkte bald mein Auto direkt vor dem Hotel.

Ich ging zum Bahnhof, und als ich meine Fahrkarte für den Zug am 30. Mai von Eriwan (ja, ich schreibe jetzt wieder "Eriwan") kaufen wollte, merkte ich, dass ich meinen Pass vergessen hatte, den ich zum Buchen der Fahrkarte brauchte (wahrscheinlich hätte am Ende auch die Passnummer gereicht, die ich inzwischen auswendig weiß, aber sei's drum). Zum Glück ist mein Hotel nicht weit weg, also zurückmarschmarsch, Rezeptionsdame vom Fernsehen abgehalten, ins Zimmer, Pass geholt, Fahrkarte gebucht im Super-Duper-Monster-Luxus-Abteil für 35 €. Mal gucken, was das wird.

Anschließend fuhr ich mit der U-Bahn wieder in die Stadt, erkundete unfreiwillig noch ein paar Straßen, bis ich mein Restaurant "Kaukasus" fand. Die Inneneinrichtung war ganz schön, nur der Service hat sich in diesem Teil seit Sowjetzeiten nicht verbessert ... Das Essen zu einem Spottpreis war durchaus essbar, und als ich "Haschiwe, chendruhm ehm" sagte ("die Rechnung, bitte"), musste sogar meine Bedienung schmunzeln.

Ich lief einen kurzen (beabsichtigten!) Umweg zum Platz der Republik, der durchaus ansehnlich ist und abends von vielen Menschen bevölkert wird, und fuhr dann mit der U-Bahn wieder zurück. Jetzt sitze ich auf dem Bett, es geht gleich in selbiges.

Zur Bierkunde: Das Kilikia und auch das Gjumri sind durchaus trinkbar, wenn auch das Gjumri ein bisschen würziger ist. Aber beide sind nicht ganz okay. Ohnehin kann man bei 1,15 € für ein großes Bier nicht wirklich was falsch machen ...

Die Armenier fahren gar nicht soooo bekloppt wie befürchtet, das hält sich alles im Rahmen. Von daher alles gut.

Morgen geht es zeitig erstmal zur Botschaft/Mission/whatever von Bergkarabach, damit ich mein Visum in den Pass geklebt kriege (hoffentlich machen die das nicht so wie die Israelis, dass sie ungefragt auf einen Zettel kleben!). Mal gucken, was ich abdrücken muss, damit ich übermorgen schließlich mein 82. Land besuchen kann.

Ich werde weiterhin berichten. Achso, Fotos gibt's erstmal (hier) nicht. Erstens, weil ist nicht, aber zweitens vor allem, weil ich Hirsch (ja, das gefällt mir ...) mal wieder das Verbindungskabel vom Handy zum Laptop vergessen habe.

Samstag, 25. Mai 2013

Gutes Spiel ...

... leider haben die eindeutig Falschen gewonnen.

Aber von Anfang an: Der Flug nach Prag war ein bisschen rüttelig, aber sonst ganz okay. Das Bier in Prag war teuer, aber lecker, nur dass ich nochmal durch die Sicherheitskontrolle musste, ärgerte mich ein wenig.

Im Flieger von Prag nach Tiflis wäre ich fast zusammengeklappt, so einen Beinahe-Kreislaufkollaps hatte ich wirklich noch nie. Ich war nicht sicher, ob ich gleich ohnmächtig werde oder lieber die Spucktüte zur Hand nehme, am Ende konnte ich aber durch mehrfaches Durchatmen und recht verzweifeltes Zusammenreißen das Schlimmste verhindern. Sehr komische Erfahrung ...

So, liebe Jordanier, in puncto Einreisemodalitäten könnt ihr euch an den Georgiern aber sowas von ein Beispiel nehmen: Kein Zwangsumtausch fürs Visum, denn kein Visumzwang, sehr viele besetzte Einreiseschalter auch nachts um vier, korrekte-höfliche Abfertigung, so macht man Touristen eine Freude. Großes Lob an Georgien, mal wieder.

Mein Gepäck kam auch gleich, vom Zoll behelligte mich niemand, und schon war ich in Georgien. Ich setzte mich am Flughafen noch ein bisschen hin und steuerte dann gegen 6 Uhr ein Taxi an.

Ich war ja davon ausgegangen, dass ich mit Englisch halbwegs gut mit dem Taxifahrer kommunizieren kann, aber bei dem, den ich dann erwischte, kam ich mit Spanisch (ja, Spanisch!) deutlich weiter. Der Typ hatte offenbar ein paar Jahre im Süden der USA gelebt und war dort mehr mit Spanisch als mit Englisch in Berührung gekommen. Sachen gibt's ...

Am Ende brachte er mich wie gewünscht zum Marschrutka-Stand nach Jerewan (im Moment schreibe ich "Jerewan", auch wenn ich vorher und die deutsche Botschaft hier bei "Eriwan" blieb bzw. bleibt) ...

Mein Taxifahrer vermittelte mich an den Fahrer und sackte dafür eine Provision ein, naja, Doofensteuer mal wieder, aber so lange es um ein paar Euro geht, ist das ja zu ertragen.

Um 6.30 Uhr standen dann die Marschrutka, ihr Fahrer und ich am Stand, aber es dauerte nochmal zwei Stunden (in denen ich zum Kaffeetrinken gezwungen wurde und meine Kenntnisse des georgischen Alphabets ein wenig ausbaute), bis wir schließlich losfuhren.

Die Strecke in Georgien, also die erste Stunde der Fahrt, war ganz okay, auch wenn im Tiflisser Umland ein wenig Rüttelpiste angesagt war. Der Grenzübertritt war völlig problemlos (ab hier auch großes Lob an die Armenier), der Zöllner wollte nicht einmal pro forma irgendetwas über meinen Koffer wissen ...

Die 195 km von der Grenze nach Eriwan, äh, Jerewan, zogen sich ein wenig. Als ich meinte, wir wären schon fast da, standen da auf einmal noch 120 Kilometer (nach zwei Stunden Fahrt in Armenien). Diese 120 Kilometer gingen dann allerdings zügig, ich kam ins Gespräch mit einem jungen armenischen Pärchen, das gerade aus Dubai zurückgekehrt war, und bestaunte ansonsten die fantastische Landschaft.

Nach meiner Ankunft in Eriwan (33°C und strahlender Sonnenschein) suchte ich erstmal einen Geldautomaten, an dem ich mich dann mit meiner Kreditkarte bedienen konnte. Mein Taxifahrer, den ich dann anheuerte, haute mich allenfalls gemäßigt übers Ohr (es geht dabei so um 80 Cent, maximal), und bald war ich am Hotel.

Das Hotel ist für armenische Verhältnisse sicher nicht ganz billig, für mitteleuropäische aber durchaus angemessen und bietet einen ziemlich guten Komfort. Ich bin - bis auf die nicht funktionierende Klimaanlage ... - hochzufrieden.

Nach einer ausgiebigen Dusche machte ich mich auf den Weg zur Metro um die Ecke, fuhr zwei Stationen in die Innenstadt und aß in der Nähe der deutschen Botschaft verspätet zu Mittag. Die Manti sind nicht ganz so mein Fall, da wird wohl Leber verarbeitet, wovon ich ja kein Riesenfan bin. Aber probieren sollte man das Ganze wohl mal.

Überall in den Restaurants und im Hotel sowieso klappt das mit dem WLAN einwandfrei, sodass ich mir noch zwei schöne Sportskneipen raussuchte. Die erste Bar in der Innenstadt fand ich trotz Suche um die Oper herum nicht, die andere war sehr leer, aber ich harrte dann vier Stunden bis Spielbeginn dort aus. Die zeigten irgendwelche Konzertaufzeichnungen, das war gar nicht schlecht.

Jerewan an sich ist insgesamt auch nicht hässlich, wenn auch durchaus ziemlich sowjetisch geprägt.

Über das Champions-League-Finale breiten wir den Mantel des Schweigens. Bei der Heimfahrt konnte ich meine gesamten Russisch-Kenntnisse ("da", "njet", "spasiva", "paschalsta", "dobro", "Germania" und "stoj") anwenden, auch hier war der Fahrer schnell zu einem halbwegs vernünftigen Preis zu bringen gewesen ...

Jetzt liege ich schon fast im Bett. Ich werde hoffentlich schlafen wie ein Stein. Morgen hole ich mein Auto ab.

Ich habe jetzt in der Schnellerzählung bestimmt die eine oder andere Anekdote vergessen, die wird dann nachgeliefert.

Gute Nacht!

Freitag, 24. Mai 2013

Gürtel vergessen

Eben kam ich mir vor wie in dieser Frittenbuden-Werbung, in der der Typ alle Möglichkeiten, die einem die Welt des goldenen Adlers so gibt, abdecken will und am Ende das Offensichtliche vergisst. In meinem Fall war das Offensichtliche der Gürtel, weshalb ich mich mal wieder einer Leibesvisitation unterziehen durfte. Naja, es gibt Schlimmeres ...

Der Arbeitstag heute war ein komischer, und ich kam später als gewollt los. Die Fahrt mit der S-Bahn und dann später mit der "Skyline" am Flughafen war ereignislos wie erhofft, der Check-in zog sich ziemlich hin, aber inzwischen bin ich stolzer Besitzer zweier Bordkarten von Frankfurt nach Prag und von Prag nach Tiflis.

Dann kam die Sicherheitskontrolle und jetzt sitze ich hier am Gate und muss noch ein halbe Stunde warten -- soviel zu dem Stress, den ich eben gemacht habe, um von der Arbeit loszukommen.

Jetzt freue ich erstmal auf einen hoffentlich kurzen Flug nach Prag (planmäßig 70 Minuten). Danach wird die Nacht wieder schlaflos werden, befürchte ich ... Wenigstens verliere ich zwei Stunden durch die Zeitumstellung, sodass ich nicht so ewig auf das Morgengrauen in Georgien warten muss.

In den nächsten 24 Stunden werde ich wohl drei in den Pass Stempel kriegen (Georgien rein, Georgien raus, Armenien rein). Hoffentlich stempeln sie ordentlich, die Kaukasier ...

Seit heute ist ja Gibraltar, wo ich schon war, UEFA-Mitglied. Somit war ich heute schon in 50 UEFA-Mitgliedsländern, eigentlich wäre morgen Armenien das Jubiläumsland gewesen. Naja, haben die Armenier halt Pech gehabt. Einen trinken werde ich trotzdem auf mein 81. Land, morgen Abend, zum Fußball ...

Mittwoch, 22. Mai 2013

Der fünfte Schritt vor dem ersten

Naja, was soll's?

Ich habe gestern mit einer Freundin und deren Freund gechattet, weil wir irgendwann mal nach Istanbul wollten. Eigentlich wollten wir Ende September/Anfang Oktober fliegen, aber da die Flüge inzwischen ein bisschen teurer geworden sind, haben wir kurzfristig umdisponiert: Für 129 € fliegen  wir jetzt am 13. März 2014 von Frankfurt nach Istanbul und am 18. März 2014 zurück. Sehr schön, wenn man im Mai schon was fürs nächste Jahr bucht ...

Apropos teure Flüge: Ich habe gestern auch noch einen Flug von San José in Costa Rica nach Panamá-Stadt gebucht, weil ich nicht so recht Lust auf 15 und mehr Stunden Busfahrt hatte, bei denen man noch drei Stunden an der Grenze steht, ehe die aufmacht. Jetzt fliegen meine Begleitung und ich von San José nach David in Panamá und von dort weiter nach Panamá-Stadt. Zwar müssen wir dann trotzdem den Bus nehmen, um wieder ein Stück nach Süden zu kommen, aber das sind nur zwei Stunden oder so, und wir kommen mit dem Flieger praktisch direkt am Busterminal an ... Der eine Flug kostet zwar fast 150 €, aber das ist halt so, wenn man eine quasi-monopolisierte Strecke relativ kurzfristig bucht ... Der Bus hätte auch so um die 50 € gekostet, und so haben wir zumindest einen vollen Tag in San José.

Ob meine Ma und ich Ende September/Anfang Oktober jetzt doch noch zu zweit was machen, müssen wir gucken. Und da Lettland womöglich am 1. Januar 2014 den Euro einführt, haben wir auch schon ein (weiteres) Ziel für eine eventuelle Weihnachtstour (falls ich da frei kriege).

Jetzt freue ich mich aber erstmal auf Armenien. In 48 Stunden bin ich schon in Prag ... Es scheint nun tatsächlich so zu sein, dass an den geraden Tagen der Zug von Eriwan nach Tiflis fährt, sodass ich eine Chance hätte, am 30. Mai abends den Zug zu nehmen. So hätte ich praktisch den ganzen 31. Mai in Tiflis. Das wäre auch schön.

Wie immer: Ich werde berichten.

Dienstag, 7. Mai 2013

Planung ist das halbe Leben ...

..., naja, wenigstens macht das Planen des Urlaubs schon mal großen Spaß, vor allem, wenn man a) schon gebucht hat und weiß, dass man unterwegs sein wird, und b) wenn alles so klappt, wie man sich das vorgestellt hat.

Jedenfalls kommen in zwei bzw. fünf Wochen die Reisen im Doppelpack, und da habe ich jetzt eine ganze Menge klargemacht.

Auch wenn jetzt wieder alle anfangen zu gähnen: Ich freue mich sehr auf Armenien. Ich habe nun ein Autochen gebucht, mit dem ich fünf Tage durch Armenien und Bergkarabach düsen werde. Mal gucken, was für eine Rumpelkiste ich kriege, aber solange ich die Berge hochkomme, ist alles gut. Es ist auch schon abgeklärt (oder ich hoffe es vielmehr), dass ich tatsächlich nach Bergkarabach kann mit dem Auto, aber ich werde nicht der Erste sein, der das will. Mein Hotel in Stepanakert habe ich jetzt auch bestätigt, sodass ich nun nur noch gucken muss, ob ich schon am 30. Mai abends den Nachtzug zurück nach Tiflis erwische (und dann noch den 31. Mai in Georgiens Hauptstadt hätte) oder erst am 31. Mai mit dem Bus fahre (und nur noch den Abend und die Nacht hätte, da ich in altbekannter Tel-Aviv-Manier durchmachen werde).

Alles in allem sieht das recht gut aus.

Ebenfalls gut sieht das inzwischen auch für Mittelamerika aus: Ich habe heute endlich bei der Fluggesellschaft angerufen, weil die meiner Mitreisenden ja den letzten Buchstaben des zweiten Namens abgeschnitten hatten. Es war so wie gehofft: Der Name ist einfach zu lang, aber die sehr freundliche Delta-Dame am Telefon hat mein Anliegen vermerkt, sodass am Check-in in Stuttgart und dann in Panamá hoffentlich nichts schiefgehen wird. Dabei heißt meine Mitreisende nicht mal Nahasapeemapetilon ... Dass man das Ganze nicht als Antwort auf eine meiner beiden E-Mails schreiben konnte, wundert mich aber dann doch sehr.

Ebenfalls gebucht haben wir jetzt Hotels: Das erste Hotel in Managua, Nicaragua, hatte ich ja schon vor ein paar Wochen reserviert. Offenbar ist die Regenzeit aber wirklich nicht die klassische Touristenzeit, denn wir werden in San José, Costa Rica, im Radisson, dann in einem panamaischen Sheraton-Strandhotel und schließlich in Panamá-Stadt im Hilton wohnen, und das alles zu bezahlbaren Preisen. So sind wir zwar nur drei Tage in Nicaragua und gar nur zwei in Costa Rica, aber dafür haben wir insgesamt fünf Übernachtungen (drei am Strand und zwei in Panamá-Stadt) in Panamá.

Jetzt muss ich nur noch die ESTAs für uns beide beantragen (Anfang Juni). Außerdem fehlen noch die Verbindungen zwischen Managua, San José, dem Strandhotel und Panamá, aber über die werde ich mir in den kommenden Wochen Gedanken machen. Bei der Buslinie, die ich im Auge habe, kann man leider (noch) nicht online buchen ...

Für den Transit in den USA (mitsamt Einreise) haben wir auf der Hin- und Rückreise jeweils vier Stunden Zeit, das sollte reichen. Achso, und Malaria-Tabletten werde ich für den Fall der Fälle wohl auch mitnehmen.

Jetzt muss ich nur noch meine Prüfungen am Wochenende und dann zwei Wochen Arbeit überstehen, dann geht es wieder an einem Freitagabend in die große weite Welt.