Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Mittwoch, 27. März 2013

Dam-da-dam-daaaaa, dam-da-daaaaa, ...

... dam-da-dam-daaaaaa, dam-da-da-daaa-daaaaaaa.

Wer's noch nicht begriffen hat, einfach noch mal nachklopfen oder dann nachsummen ...

Wo ist der Muezzin, wenn man ihn mal braucht? Der kam nicht - wie gefühlt die letzten Nächte - pünktlich um 4.03 Uhr auf sein Minarett gestiegen, sondern es dauerte bis um 4.50 Uhr, ehe er einsetzte. Da wäre es für mich schon seeehr eng geworden. Doch der kluge Hausvater hatte ja vorgesorgt und sich den Handywecker auf 4 Uhr gestellt, um 4 Uhr dann auf 4.30 Uhr und um 4.30 Uhr dann auf 4.40 Uhr. Naja, um 4.37 Uhr bin ich schließlich aufgestanden. Leidlich warmes Wasser, geduscht, zusammengepackt, raus aus dem Hotel. Ausgecheckt, ohne beschissen zu werden. Hasta la vista, Hotel!

Um 5.45 Uhr stand ich bei JETT auf der Matte, nur machte mir keiner auf. Kurz vor sechs kamen die Leutchen, kurz nach sechs hatte ich mein Ticket. Um 6.30 Uhr sollte mein Bus fahren, um 6.40 Uhr stand noch keiner da. Ich ging mal raus, weil mir das in der kleinen Wartehalle von JETT zu voll wurde, und frierte mir trotz Strickjacke ein bisschen einen ab. Glücklicherweise kam der Bus bald darauf, sodass wir um 7 Uhr auch an der zweiten Ammaner Haltestelle die Leute eingesackt hatten. Auf ging es nach Petra.

Im Siq
Weiter im Siq ...
Der Reiseführer hatte nicht gelogen: Der Desert Highway ist ein bisschen langweilig. Andererseits tat ein bisschen Wüste dem Auge auch mal wieder gut. Soooo unschick ist das nämlich auch nicht, nur die endlose Weite zu sehen. Nur als unser Fahrer zwischendrin, als ein bisschen Stau war, auf der Schnellstraße wendete und als Geisterfahrer ein paar Meter zurückfuhr, ohne dass wir erkennen konnten, wieso, waren wir im Bus ein wenig, äh, interessiert, was bei diesem Experiment herauskommt. Es endete vor der Gendarmerie; der Busfahrer wollte offenbar irgendwas von denen. Keine Ahnung, jedenfalls fuhren wir nach ein paar Minuten weiter, als ob nix gewesen wäre. In die richtige Richtung! Lustig ...

Die letzten Kilometer gingen über die Dörfer, das letzte Dorf war Wadi Musa, der Ort, wo alle Petra-Besucher wohnen und essen ... Der Bus hielt für die Tagesbesucher praktisch, für mich etwas unpraktisch, direkt am Eingang zum Petra-Park, sodass ich erstmal mit dem Taxi ein paar Meter den Berg hochfahren musste, um in mein Hotel, das mitten im Örtchen liegt, zu kommen.

... und noch weiter ...
Ich wurde vom Hotelinhaber auf Deutsch angesprochen und bekam ein hübsches Zimmerchen mit sehr hübschem Bad zugewiesen. Eine Wohltat nach dem Zimmer in Amman! Ich hielt mich aber nicht lange auf dem Zimmer auf, sondern machte mich gleich auf den Weg nach unten, sprich in Richtung Petra. Ich war mir unsicher, ob ich ein Zwei- oder ein Drei-Tages-Ticket kaufen sollte, aber da der Unterschied der zwischen 60 und 66 Euro war, entschied ich mich für das Drei-Tages-Ticket. Die paar Euro machen den Kohl jetzt auch nicht mehr fett.

... immer weiter ...
Nach dem Eingang in den Petra-Park, spätestens ein paar Minuten später, als ich den Siq (nicht Souq!), also die Felsenschlucht, die den Weg in Richtung Petra darstellt, betrat, konnte ich mir das Summen der angedeuteten Titelmelodie nicht verkneifen.

Der Siq ist fantastisch. Selbst wenn dahinter nicht Petra käme, wäre der Siq an sich eine echte Attraktion. Das Farbenspiel ist phänomenal. Aber das muss man selber gesehen haben, die Fotos geben das vielleicht ein bisschen wieder, aber doch nicht so ganz. Toll, schön, sehr schick ...

Da ist das Ding!
Irgendwann denkt man dann: "Ist es das?" "Ist es das doch nicht?" "Es ist es!" Was brabbelt der da? Die Rede ist vom Schatzhaus, dem wahrscheinlich bekanntesten Gebäude in Petra (jaja, da, wo Indy und Indys Papa zusammen mit den Nazis reingehen). Entsprechend voll und laut ist es vor dem Schatzhaus, sodass man sich schon in eine Ecke verziehen muss, um den Anblick ein bisschen zu genießen. Wow. Glück. Pures Glück.

Ich ging dann ein paar Meter weiter, auf der Straße der Fassaden, vorbei an den Königsgräbern (die morgen einer genaueren Betrachtung unterzogen werden), dem alten Theater und in Richtung der alten Stadt.

Ja, klar, das Stadttor und die Kolonnadenstraße sind sehr ansehnlich, die Reste vom alten Nymphäum auch, aber so ein bisschen war bei mir die Luft raus. Das kann aber gut daran liegen, dass ich mich mal wieder völlig bekloppt angestellt hatte: Ich hatte gestern Abend mein letztes Wasser ausgetrunken und war dann heute Morgen zu faul/zu blöd, die drei Schritte von der Bushaltestelle zum nächsten Geschäft zu
gehen, um mir Wasser zu kaufen. Meine erste Amtshandlung nach dem Einchecken im Hotel und vor dem Aufbruch nach Petra war es natürlich, etwas zu trinken zu kaufen, aber da war es halt schon ein bissel spät.
Gräber
Das war aber noch nicht das Ende der Beklopptheit: Ich setzte mich ganz unten am Ende des Tales in das dort vorhandene Restaurant und bestellte - ein Bier. Ich hatte zwar zu wenig getrunken und noch gar nichts gegessen, aber für 7,50 € ein Bierchen, das ist doch was! Und da man auf einem Bein nicht stehen kann, kam prompt das zweite hinterher.

Mein nicht mehr ganz taufrischer Gang lag
Römisches Theater
trotzdem eher am Zuwenig an Wasser denn am Zuviel an Bier. Das tut aber nichts zur Sache, da mich die Inhaber diverser Kamele, Pferde und Esel immer noch (wie schon auf dem Weg nach unten) beständig fragten, ob ich mich auf dem Rücken ihres Getiers nach oben zum Parkeingang bringen lassen wollte.

Alles Kamele
Es ist nicht so, dass ich unbedingt Mitleid mit den Viechern gehabt hätte (die tragen ja ein paar Kilo reine Nutzlast ganz gut), ich hatte nur auf gar keinen Fall Lust, in empörte Erwachsenen- und noch empörtere
Kinderaugen zu sehen, was ich mit meinem zierlichen Gesamtkörper auf dem armen Kamelchen mache. Na, reiten natürlich! Also ließ ich Esel Esel, Dromedar Kamel und Pferd Pferd sein und schleppte mich mühsamen Schrittes wieder hoch zum Schatzhaus. Dort legte ich erst einmal ein Verschnaufpause ein (jaja, selbst schuld und Männer sterben eh bei jeder Erkältung, ich weiß).

Die zwei Kilometer durch den Siq schaffte ich auch noch und ließ mich dann vom Taxi ins Hotel fahren. In der Nähe sind ein paar nicht gaaaanz so touristische Restaurants (wie unten), in einem von denen speiste ich dann zur Freude einer ganzen Horde von Schülerinnen, die heute offenbar einen Ausflug nach Petra gemacht und auch auf die Idee gekommen waren, dort einzukehren. Es gab sehr leckeren Mixed Grill vom Lamm, Huhn und Rind und dazu zwei leckere schwarze Brausen aus Atlanta.

Danach ging ich um 18 Uhr ins Hotel, duschte mich (kalt, hab den Boiler wieder nicht gefunden ...) und liege nun schon wieder im Bettchen. Was soll das nur mit mir werden?

Morgen geht es auf alle Fälle nochmal in Ruhe (vielleicht auch zeitig, wenn ich jetzt schon so früh im Bett bin) nach Petra runter. Was ich dann übermorgen mache, sehe ich dann. Vielleicht schlafe ich dann auch einfach nur ...

Es gab eine Beschwerde, die ich nach Prüfung nicht genau nachvollziehen kann. Eine eifrige Leserin beschwerte sich, dass man keine Kommentare abgeben könne. Ich habe mal nachgeguckt: Laut Einstellung kann man Kommentare abgeben, das einzige Hindernis für Spam ist die Wortabfrage (sowas wie dieses Gotcha-Dingsbums da). Probier's vielleicht nochmal aus. Liegt es eventuell am Browser?

Dienstag, 26. März 2013

Fußball ist der geilste Sport der Welt

Aber langsam ...

Nach dem gemütlichen Aufstehen (also schlafen, Muezzin, gerade wieder eingeschlafen sein, Muezzin, schlafen, dann aufstehen) duschte ich heute erstmals warm ... Die Freude hielt nur wenige Minuten, aber es war eine große Freude. Frisch gewaschen, diesmal nicht extremst erfrischt, aber dafür einigermaßen rasiert, so konnte ich auf Tour gehen. Ich ging erstmal wieder an meinen Falafelstand und verspeiste zwei dieser Teile und suchte dann ein Taxi hoch zur Zitadelle. Das war schwerer als gedacht, aber nach einigem Suchen und Ansprechen von Taxifahrern fand ich einen. Kurz davor hatte ich noch Geld abgehoben, per EC-Karte ging das natürlich nicht, aber per Kreditkarte funktionierte es problemlos. Brave Bank!

Herkules-Tempel in Amman
Naja, die Zitadelle ist ganz schick, aber gestern nach Jerash fiel sie halt doch ein bisschen ab. Beeindruckend ist allerdings der Blick auf die verschiedenen Hügel von Amman, das ist toll. Besonders toll ist es, wenn am Ende des Rundgangs die Muezzine anfangen und die ganzen Gesänge von den Hügels zurückgeworfen und wieder verstärkt werden. Schickes Echo ...

Naja, den Rest vom Herkules-Tempel und vom alten Palastgelände kann man sich mal angucken.

Ausblick auf Amman von der Zitadelle
Ich ließ erst einen dreisten Taxifahrer abblitzen und mich dann von einem vernünftigeren wieder zur Rainbow Street fahren. In meinem neuen Stammlokal trank ich ein Bier und eine Cola und verspeiste ein bisschen Hummus mit Fleisch und Brot, doch, war gut essbar. (Leider berechneten sie heute den Preis laut Speisekarte für das Bier, Happy Hour war wohl noch nicht ...)

Schließlich lief ich wieder den Berg runter und hüpfte erneut in ein Taxi, diesmal zum König-Abdullah-II.-Stadion. Schließlich wollte ich heute zum Fußball. Unterwegs sprangen noch drei Jungs ins Taxi ... Als wir am Stadion angekommen waren, sicherte mir der Taxifahrer noch eine Karte (ausverkauft, allerdings hatten die ganzen Schwarzhändler gut eingekauft ...) und gab den drei Jungs mit auf den Weg, auf mich aufzupassen. Im Gedränge vor der Sicherheitskontrolle verloren wir uns natürlich, und auch wenn sie nett waren, ich musste nicht zwingend meine Zeit mit denen verbringen. Die Sicherheitskontrolle überstand ich mit Ausländerbonus problemlos (samt Tragetasche mit Trinkflasche drin) und fand auch einen schönen Sitzplatz ganz oben in der Kurve.

Kurz vor dem Spiel fingen auf einmal ein paar Leute in der Kurve an zu beten, und es wurden immer mehr. Am Ende standen da bestimmt 40, 50 Leute und beteten. Etwas unsicher wurde ich erst, als eine zweite Truppe daneben eine Betrunde aufmachte. Die beteten aber in eine andere Richtung. Ich bemühte mein Handy, suchte Amman und Mekka und merkte, dass die zweiten wohl richtiger lagen. Während des Spiels ging mir dann auf, wohin die anderen gebetet haben dürften: anscheinend nach Jerusalem.

Als die Spieler dann reinkamen und die Nationalhymnen gespielt wurde, ärgerte ich mich, dass ich mein Handy nicht draußen hatte: Man erlebt das nicht mehr so oft, dass bei der Nationalhymne 18.000 Mann den Hitl..., äh, ich meine, den rechten Arm in die Luft strecken. Da blieb mir echt die Spucke weg. 

Neben mir saß ein älterer, distinguierter wirkender Mensch, neben mich setzte sich ein Vater mit zwei Kindern. Während der ersten Halbzeit quatschte der Vater mich die ganze Zeit auf Arabisch voll (wahrscheinlich kommentierte er nur die Spielzüge in seiner Sprache, so wie ich lautstark auf Deutsch das Spiel begleitete).

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte machte Jordanien überraschend das 1:0 in einem schlechten Spiel, das vor allem von der Spannung lebte. Japan war schlecht, und Jordanien war weniger schlecht bzw. für seine Verhältnisse sogar halbwegs gut. Das Spiel hat mich mit den Jordaniern vollends versöhnt. Wenn ein Land zum Teil so grausam schlechte, aber so aufopferungsvoll kämpfende Fußballspieler hat, kann es so böse nicht sein ... Auch wenn mich der Papa nebendran beim Tor nicht unbedingt auf die Backe hätte küssen müssen ...

Hymnen
In der 2. Hälfte fiel das 2:0, und das Stadion explodierte. Die ersten wurden übermütig, denn mein ruhigerer Nachbar meinte relativ schnell "inschallah", wobei ich ihm selbst mit meinen sehr bescheidenen Arabisch-Kenntnissen nur zustimmen konnte. Es kam, wie es kommen musste: das 2:1 fiel, und zwei Minuten später gab es Elfmeter für Japan. Ich denke, es war einer. Ist aber auch wurscht, weil der Japaner den Ball so schoss, wie es der Torwart liebt, halbhoch halb in die Ecke. Gehalten. Jubel.

Die letzten 20 Minuten holte ich mein Handy mit der Stoppuhr raus und wurde zum vielgefragten Mann im Block. Als ich die Stoppuhr ausschalte, um das Video vom Schlusspfiff zu drehen, war ich keine Sekunde zu früh. Schluss, aus, 2:1, von wegen, Japan qualifiziert sich als Erste sportlich für die WM.

Ich verabschiedete mich per Handschlag von meinem linken Nebenmann, machte mich schnell auf und davon und erlebte erstmals, wie das mit Angebot und Nachfrage bei Taxen ist: Mein Preis fürs Taxi fiel etwas höher als üblich aus, aber wirklich nur etwas, zum Glück ...

Nun bin ich hier im Zimmer, gehe gleich ins Bett, denn morgen stehe ich wohl mit dem Muezzin um 4 Uhr auf. Ich soll um 6 Uhr am Busbahnhof sein, um 6.30 Uhr geht mein Bus nach Petra. Es hätte ruhig ein etwas späterer sein dürfen, aber einen etwas späteren Bus gibt es leider nicht. Naja, mal sehen, wie ich das dann morgen handhabe: gleich nach Petra und dafür am dritten Tag zum Wadi Rum, oder erstmal erholen, oder drei Tage Petra. Ich weiß es noch nicht, aber ich werde berichten.

Montag, 25. März 2013

Es wird so langsam ...

Sorry dafür, dass es gestern keinen Eintrag gab. Den Grund werde ich später in einem allgemeinen Wutanfall erläutern (den ich gegen Ende dann relativieren muss).

So, also Abflug aus Zürich war problemlos, Landung in Rom auch und vorzeitig! Da sag noch einer, die Italiener bekämen das mit der Pünktlichkeit nicht hin ...  Was mich allerdings ernsthaft verstört hat, war, dass ein paar - ich nenne sie mal Charterflieger-Deutsche - nach der Landung geklatscht haben. Als ich dem Flughafenbusfahrer nach der Fahrt zum Terminal Beifall gespendet habe, haben sie komisch geguckt (nein, habe ich natürlich nicht gemacht ...).

Das Römische Theater in Amman
Jedenfalls ist der Flughafen Fiumicino ein bisschen verwinkelt, die Wege sind nicht superkurz, und der Flughafen ist in seinen unrenovierten Teilen jetzt auch nicht so richtig funky, aber er tut, was er muss, nämlich dafür sorgen, dass man von A über Rom nach B kommt. Oder von Rom nach B. Oder von A nach Rom. Jedenfalls funktioniert er.

Nicht so ganz funktioniert hat die Passkontrolle, die ich bei meiner Ausreise aus dem Schengen-Raum natürlich in Rom passieren musste. Es gab eine Riesenschlange bei "tutti passaporti" ganz links, aber ganz rechts saß bei der EU-Bürger-Kontrolle ein einsamer Grenzpolizist, dem schon langweilig war. Ich habe mich erst nicht so recht getraut, zu ihm zu gehen, aber als ich mich ihm näherte, winkte er mich fast freudig heran, dass er auch mal was tun durfte. Ich vermute, die anderen EU-Bürger haben ein bisschen komisch geguckt, als ich da in geschätzt drei Sekunden durch die Passkontrolle bin, aber wer lesen kann (und erkennen, dass da drüben ein Männchen im Kabuff sitzt), ist halt manchmal doch im Vorteil.

Es gab beim Boarden offenbar ein kleines Problem. Auf einmal stand die Schlange. Aber trotzdem ging es relativ pünktlich, denke ich, in Richtung Amman.

Der Flug war schlecht, aber nur, weil ich nicht schlafen konnte. Bei meinem Versuch zu schlafen verrenkte ich mich noch zusätzlich am Rücken, sodass ich am nächsten Morgen relativ krumm lief. Es kam ein komischer Krimi, zum Glück ohne Ton, aber dafür dreimal und mit Cliffhanger (im Flieger!), ehe wir um 3 Uhr jordanischer Zeit in Amman landeten.

Liebe Jordanier, wenn man mitten in der Nacht ankommt, kann man es den zahlungskräftigen Touristen einfach machen einzureisen oder schwer. Man kann es aber auch auf jordanische Weise machen, also ganz schwer. Dazu nehme man am besten drei Flieger, die gleichzeitig mit etwa 90 % visumpflichtigen Ausländern ankommen. Danach verlangt man vom (Devisen bringenden) Ausländer ein Visum, das man aber nur in jordanischer Währung bezahlen kann (nicht mit Devisen oder Kreditkarte), wobei man aber die Einfuhr von jordanischer Währung beschränkt. Danach sorge man dafür, dass der einzige Geldautomat vor dem Visumschalter außer Betrieb ist und die einzelne Wechselstube vor dem Visumschalter einen nicht nur durch den Wechselkurs, sondern auch noch zusätzlich durch eine "Bearbeitungsgebühr" bescheißt. Wenn der Tourist dann endlich sein jordanisches Geld in Händen hat, lasse man den visumausstellenden Beamten einfach mal ohne Ersatz - Entschuldigung - scheißen gehen, damit sich das Ganze noch weiter verzögert. Herzlichen Glückwunsch. Da fühlt man sich gleich sehr willkommen bei euch, liebe Jordanier. Das war Wutanfall Nummer 1.

Die Fahrt ins Hotel mit dem Taxi (die Bushaltestelle habe ich nicht auf Anhieb gefunden und hatte dann auch keine Lust mehr zu suchen) ging dafür fix und sogar unter dem Preis, den ich erwartet hatte. Mein Taxifahrer kannte mein Hotel nicht, aber es stellte sich heraus, dass sein Cousin in ebenmeinem Hotel gerade als Rezeptionist Dienst schob. Zufälle gibt's ... Ich kam an und konnte glücklicherweise schon aufs Zimmer (am nächsten Morgen stellte sich heraus, dass ich die Nacht auch bezahlen muss, aber das finde ich sogar noch verständlich).

Ich wollte einfach ins Bett und ließ mein Zimmer Zimmer (bzw. mittelprächtiges Dreckloch) sein. Die genauen Einzelheiten will ich gar nicht ausbreiten, es reicht hoffentlich, wenn ich erwähne, dass das eines der schlechtesten Hotels ist, das ich jemals über meine Buchungsseite gebucht habe. Wie die relativ guten Bewertungen zustandegekommen sind, ist mir völlig schleierhaft. Ich hätte erwartet, dass dieser Wutanfall stärker würde. Naja, ich werde es überstehen. Das nächste und übernächste Hotel werden hoffentlich besser ...

Am Morgen nach dem Schlafen (dass ich das Gefühl habe, der Muezzin steht bei seinem Gebetsruf morgens um 4 Uhr und um 6 Uhr direkt neben meinem Bett, ist in einer muslimischen Großstadt wohl nicht zu vermeiden) stand ich auf und ging erstmal duschen. Ich hatte die Wahl zwischen kalt und eiskalt. Ich entschied mich für kalt und vermutete, dass es der Zeit zuzuschreiben sei (12 Uhr mittags), dass ich kein warmes Wasser bekam. Jedenfalls war ich extremst erfrischt.

Danach machte ich einen kurzen Spaziergang zum Römischen Theater ganz in der Nähe (ansehnlich) und die Hauptstraße hinaus. Nach einigem Suchen fand ich meinen angestrebten Falafel-Mann, und in der Tat, die Falafel (für 33 Cent das Stück) waren sehr lecker.

Danach sprach mich ein Berliner mit halbjordanischen Wurzeln an, wir tranken Kaffee (ja, auch ich, der schmeckt hier sogar) und Tee und rauchten Wasserpfeife (ja, auch ich, die schmeckt hier sogar nach etwas). Danach zeigte er mit eine Bar und machte mich mit den hohen Bierpreisen hier vertraut: 6,50 € für ein in Jordanien gebrautes niederländisches Bier ... (Keine Angst, es gibt ja zum Glück Happy Hours und so, wenn man weiß, wo.)

Ich setzte danach meine Stadterkundung fort (das heißt, ich suchte unter großen Mühen Sachen und fand sie selten). Nach zwei weiteren Falafeln kehrte ich früh am Abend in mein Hotel zurück (ich hatte ja trotz allem nicht so sehr viel geschlafen). Achja, Wutanfall: Diesmal funktionierte das WLAN nicht ...

Ich fiel trotzdem todmüde ins Bett.

Heute wurde dann alles, aber auch wirklich alles besser.

Das Forum in Jerash
Das nördliche Theater in Jerash
Es sah zwar nicht danach aus, als ich auf der Ecke stand und auf den Bus Nr. 6 wartete, der mich zum Busbahnhof für den Bus nach Jerash (Gerasa) bringen sollte. Jedenfalls, der Bus kam nicht, ich nahm ein Taxi. Der Fahrer und ich hatten ein Missverständnis, er rief unterwegs seinen Chef an, wir klärten das Missverständnis. Ich kam zu meinem Busbahnhof, er zu seinem Geld. Für die dreiviertelstündige Fahrt nach Jerash bezahlte ich etwa 90 Cent, der Eintritt kostete mich noch einmal 9 Euro. Diese neun Euro lohnten sich aber durchaus. Der Reiseführer hatte ein bisschen gewarnt, dass der Eindruck nicht ganz so grandios sei wie in Palmyra (Syrien, Dezember 2009, siehe auch in diesem Blog). Das stimmt, "nicht so grandios" ist aber sehr relativ hier. Es war nämlich absolut fantastisch. Eine schöne, große, alte Römer-Griechen-Nabatäer-was-weiß-ich-denn-wer-hier-alles-drüber-gerutscht-ist-Stadt mit Theatern und Tempeln und Kolonnaden und Forum. Richtig schick. Fotos siehe nebenan.

Das südliche Theater in Jerash
Blick vom Zeustempel auf das Forum und die Kolonnaden
Nach einem schönen Rundgang, in dessen Verlauf ich mir dank Sonnenschutzfaktor 50 bei 25 Grad keinen Sonnebrand geholt habe, verließ ich Jerash wieder (mit dem gleichen jungen Schweizer Pärchen im Bus, mit dem ich gekommen war) und ließ mich von einem ehrlichen Taxifahrer (nix da mit "meter has a problem", mein Freund) zum sogenannten First Circle fahren, weil hier das Restaurant bzw. die Bar zu finden sein sollte, die ich anstrebte und die in wirklich jedem (der zwei ...) Reiseführer empfohlen wurde, die ich über Amman konsultierte. Ich hatte die Bar gestern schon gesucht und nicht gefunden. Ich suchte die Bar heute und fand sie nicht. (Wenn ich im Hotel WLAN gehabt hätte, hätte ich sie ja im Stadtplan suchen können, aber wie gesagt: WLAN, Hotel, #?!x[$$§!O/ (frei nach Asterix, bei Skype gibt es einen schönen (swear)-Smiley, der wäre hier passend).)

Ich ging in eine andere Wi-fi-Bar, trank dort ein alkoholfreies Bier und aß ein typisch arabisches Menü: Burger und Pepsi. Ich wollte endlich diese Bar finden, die ich schon immer gesucht hatte. Ich kam online, fand die Bar (von wegen "am First Circle", ihr Reiseführerhelden, das sind mindestens zehn Minuten Fußweg!) und erledigte andere wichtige Geschäfte (Facebook-Statusmeldung hochladen, besorgte Mutter antelefonieren etc.).

Danach zog ich um in das Books@Café, von dem alle so schwärmen: Das merkte man. Viele Ausländer, aber auch ein paar Jordanier hier und dort. Das Bier kostete hier 6 Dinar, also etwa 6,60 €, zumindest laut Speisekarte. Ich trank ein Bier und aß einen - superleckeren, warmen - Schokoladenkuchen. Ich trank noch ein Bier. Und ich wollte ein drittes Bier bestellen, fragte aber dummerweise gleichzeitig, ob ich mit Kreditkarte bezahlen könnte. Ich konnte. Aber es bedurfte größten Verhandlungsgeschicks, meinen Ober dazuzubringen, mir nach dem Erhalt der Rechnung doch noch ein drittes Bier zu bringen. Die Rechnung wies allerdings eine Überraschung aus: Ich scheine die Happy Hour erwischt zu haben, denn das Bier kostet "nur" 3 Dinar, also 3,30 €. Na also, geht doch, ihr Jordanier. So einfach kann man mich manchmal glücklich machen.

Ich könnte also mit Kreditkarte zahlen, hieß es. Von der Bar her aus war das sicher kein Problem, nur meine Bank spielte nicht mit. Ich hatte vergessen, das obligatorische und wirklich zwingende Vorabtelefonat mit denen zu führen, dass ich einige Zeit außerhalb der zivilisierten Welt sein werde (d. h. für die, außerhalb Deutschlands). Jedenfalls wurde die Bezahlung per Karte abgelehnt, ich zahlte bar, rief per Skype bei meiner Bank in Hamburg an. Jetzt hoffe ich, dass ich in Zukunft mit Kreditkarte zahlen kann, hier, in Israel und in Ägypten.

Ich ging nach Hause ins Hotel und fragte, ob es möglich sei, warmes Wasser zu kriegen, zumindest morgens. Ein Bediensteter kam mit hoch, und siehe da: Der Boiler, dessen Schalter sich auf dem Gang (!) befindet, war nicht eingeschaltet ...

Naja, wenigstens funktioniert jetzt das WLAN wieder. Es ist hier jetzt 21 Uhr, ich gehe bald ins Bett. Morgen werde ich spontan entscheiden, ob ich den stressigen Weg wähle und ans Tote Meer fahre oder ob ich in Amman bleibe. Ich tendiere im Moment zum Hierbleiben, zumal ich morgen ja ganz gerne zum Fußball wollte. Mal gucken, ob das klappt ...

Also: Nach einigen Startschwierigkeiten alles in Ordnung ...

Samstag, 23. März 2013

Schon vorher k.o.

Normalerweise bin ich erst nach einer Tour k.o. und brauche Erholung, diesmal ist es schon vorher so.

Gestern bin ich mit einer Arbeitskollegin und nach Abholung durch meine Ma gut im Schwarzwald angekommen. Meine gute Ankunft wurde mindestens ebensogut begossen. Naja, jedenfalls war die Nacht kurz und nicht sehr erholsam.

Jetzt sitze ich am Flughafen in Zürich in der sehr schönen Abflughalle und warte darauf, mein Gate zu erfahren, damit ich dorthin umziehen kann.

Es geht dann um 18.40 Uhr nach Rom, wo ich planmäßig um 20.15 Uhr ankomme. Eine Stunde und 25 Minuten später sitze ich dann hoffentlich schon im Flieger nach Amman. Dort dürfte ich so gegen 3.00 Uhr (Ortszeit; 1 Uhr deutscher Zeit) heute Nacht ankommen. Ich fürchte, ich werde die Nacht und den Großteil des Vormittags durchmachen müssen, da ich - zumindest laut Buchungsbestätigung - erst um 15 Uhr im Hotel einchecken kann. Sobald ich das hinter mir habe (und geduscht, höchstwahrscheinlich), wird das bestimmt ein toller Urlaub ...

Vielleicht kann ich mir nach dem wenigen Schlaf in der vergangenen Nacht ausnahmsweise im Flieger die eine oder andere Kappe Schlaf holen.

Ich habe heute Morgen zufällig noch einen Jordanienreiseführer in physischer Form in meinem Reiseführerregal gefunden und den natürlich gleich eingepackt. Falls ich nicht schlafen können oder morgen Vormittag bei einem Tee den Urlaub trödelnd genießen sollte, werde ich sicher den einen oder anderen Blick in den Reiseführer werfen.

In etwas mehr als acht Stunden dürfte ich mein 80. Land betreten: Jordanien. Juchhe.

Sonntag, 17. März 2013

Kurz vor knapp ...

... habe ich meine Reiseplanung jetzt noch ein bisschen über den Haufen geworfen.

Ich werde am 30. März, also in 13 Tagen, nicht in Akaba in Jordanien Quartier nehmen, sondern von Wadi Musa (sprich: Petra) direkt nach Eilat in Israel und von dort nach Taba in Ägypten durchstarten. Das ist zwar ein Samstag, sodass ich in Eilat nicht den Bus nehmen kann (Sabbat), sondern ein Taxi berappen muss, aber das werde ich auch überleben, denke ich.

Zudem kostet mich das Ganze die Ausreisegebühr für Israel und die Einreisegebühr in Ägypten, aber dafür zahle ich für ein angeblich recht schönes Fünf-Sterne-Hotel am Strand in Taba mit Halbpension zwei Euro weniger als für ein Drei-Sterne-Hotel mit Frühstück und Zehn-Minuten-Fußweg zum angeblich unschönen Strand in Akaba. Der Stadtstrand in Akaba soll nämlich eher schmutzig sein, und ehe ich für den Eintritt in eins der größeren Hotels zwischen 30 und 50 Euro pro Tag bezahle, zahle ich lieber Taxi und Grenzübertrittsgebühren und habe mein Hotel am Strand.

Und außerdem gibt's mehr Stempel im Pass (bisher wären es ein Visum und vier Stempel geworden, jetzt werden es halt ein Visum und acht Stempel). Israelische Stempel habe ich ja eh schon im Pass, sodass es jetzt völlig wurscht ist, ob es dann vier oder sechs israelische Stempel sind. Und ich habe den Spaß der Einreise nach Israel zweimal ...

Mein Bruder hat heute Morgen meine Ma angerufen, und über Fundamentalisten in Jordanien geklagt. Neulich hat er mir geschrieben, ihm wäre es lieber, wenn ich am "Ballermann auf Malle" am Strand liegen (und wahrscheinlich Sangria trinken) würde.

Liebes Bruderherz, ich hoffe, du bist nicht vom Stuhl gefallen, als du gelesen hast, dass ich jetzt noch nach Ägypten reise ...

Montag, 11. März 2013

Panamericana

So, am Donnerstag habe ich im Halbdelirium nochmal Flüge gebucht: Am 16. Juni geht es von Stuttgart über Atlanta nach Managua in Nicaragua und am 26. Juni von Panama-Stadt zurück, sodass meine Reisebegleiterin und ich am 27. Juni wieder in Stuttgart ankommen.

Ich habe gestern schon ein Hotelchen in Managua gebucht, die ersten drei Tage werden wir in der Hauptstadt Nicaraguas verbringen, dann soll es ein bisschen durch Costa Rica gehen, und am Ende gibt's ein paar Tage in Panama. Wird sicher lustig ...

Jaja, ich weiß, dieses Jahr ist es ein bisschen viel, aber es hat sich halt jetzt so ergeben ... Nächstes Jahr wird es weniger Urlaub sein, und vielleicht brauche ich dann auch gelegentlich mal so richtig Erholung.

In 12 Tagen geht es endlich wieder los auf Tour. Um diese Zeit sitze ich hoffentlich schon in Rom im Flieger nach  Amman. Ich freue mich auf ein paar kulturelle Highlights in Petra und vielleicht Jerusalem sowie ein paar Tage Schwimmen am Roten Meer in Akaba und am Mittelmeer in Tel Aviv.

Montag, 25. Februar 2013

Schon fast wieder daheim ...

... so schnell geht ein verlängertes Wochenende rum.

Das Essen beim Spanier mit meinem Kumpel und seiner Freundin war sehr, sehr lecker. Wir haben es uns richtig gutgehen lassen, mit Muscheln (extrem gut!), Scampi, Lamm und allem, was man sich so an Tapas wünschen kann ... An die Bierpreise kann ich mich aber immer noch nicht gewöhnen. Aber wenn man sich vorher immer wieder klar macht, dass ein Bierchen hier schnell mal 9 oder 10 Euro kosten kann (das Glas, nicht der Pitcher!), dann ist der Schock wenigstens nicht gar so groß.

Danach ging es in die Kneipe und anschließend noch kurzzeitig in einen Club. Alles schön gediegen, entspannt, ein sehr, sehr angenehmer Abend ohne größere Nachwirkungen am Tag danach trotz einigermaßen hohem Alkoholkonsum.


Am Morgen danach (also Sonntag Morgen) dachte ich zunächst, dass A. ins Krankenhaus fährt, weil sein Knöchel nach seinem kleinen Unfall beim Eiswandern in Büroschuhen (ich zumindest) wehtat. Pustekuchen! Wir fuhren am Krankenhaus vorbei zur Talstation der Seilbahn zum Ulriken. Der Ausblick vor A.s Unfall am Vortrag war ja schon toll, aber von da oben - man sehe selbst.

A. wunderte sich die ganze Zeit, wieso ich so still sei. Ich bin ja nun ohnehin nicht immer der Gesprächigste, aber da oben war ich einfach mal wieder von der Natur überwältigt. Hätte ich mir vor ein paar Jahren auch nicht träumen lassen, dass mich solche Panoramen so sprachlos machen können ...

Den Nachmittag verbrachten wir schiedlich-friedlich das 1:1 von Gladbach gegen Dortmund guckend, ehe wir in die Stadt fuhren, Kuchen kauften und bei A.s Freundin mit deren Mutter, Schwester und Neffen Kaffee tranken. Das Abendessen bildete ein Döner norwegischer Art mit Lamm, sehr lecker.

Zwei (schlechte) Filme bildeten den Abschluss des Abends. Heute Morgen musste A. arbeiten, sodass ich mich nach geruhsamer Morgentoilette den Bus nahm, um zur Haltestelle des Flughafenbusses zu kommen. Nach kurzer Suche und kurzem Warten im Sonnenschein mit Blick auf den Ulriken kam der Bus auch. Jetzt war ich nur viel zu früh am Flughafen. Da der Bergener Flughafen aber freundlicherweise kostenloses W-LAN anbietet, ist auch diese Zeitspanne zu überleben. Mein Flieger geht eine halbe Stunde verspätet, aber ich bin zuversichtlich, heute am frühen Abend gemütlich und entspannt in Wiesbaden anzukommen.

Ich war nicht ganz sicher, ob das ein sehr anstrengendes Wochenende würde. A. schleppte mich zwar einerseits den einen oder anderen Berg hinauf, aber andererseits haben wir es uns ziemlich gemütlich gemacht. Die perfekte Balance zwischen erholsamem und Feier-Wochenende. Bergen, ich komme wieder.

Samstag, 23. Februar 2013

Frühsport

Nach einem relativ frühen Aufstehen (in Anbetracht der Tatsache, dass wir bis um 2 Uhr "From Dusk Till Dawn" gesehen hatten), wurde ich erstmal mit lecker Full English Breakfast bekocht. Und "full" heißt hier wirklich "full" ...

Der Blick auf Askøy
Ich hätte deswegen stutzig werden müssen und erst recht, als A. mir seinen Tagesplan offenbarte. Es sollte erstmal ein bisschen in die Natur gehen. Er war fair und warnte mich, es werden kein Spaziergang, sondern ein "hike". Ich war zuversichtlich, mit Polo-Hemd und Büroschuhen bestehen zu können ...

Wir fuhren zunächst ein paar Meter, um dann den Aufstieg auf das Lyderhorn, einen der sieben Berge von Bergen, zu beginnen. A. legte den Berg hoch ein ganz schönes Tempo vor, ich machte gerne zwischendurch eine Pause, schon allein, um den (wortwörtlich) atemberaubenden Ausblick zu genießen.

Flugabwehrkanonen
Wir besichtigten nebenbei alte norwegische und später deutsche Geschützanlagen aus der Vorkriegs- und Kriegszeit, während wir immer höher stiegen. Die Wege wurden zunehmend vereister, die Natur aber blieb in der Tat sehr schick. Ich zog meinen Mantel aus und marschierte, inzwischen aus allen Poren schwitzend, hinter A. her. Auf einer Art Hochplateau, als wir das Lyderhorn schon relativ nah sehen konnten, entschieden wir uns aber, angesichts der zunehmenden Höhe (und Eiswahrscheinlichkeit) umzukehren.

Brücke nach Askøy
Gut so, auch wenn der Spaß damit erst los ging. Vereiste Wege aufwärts zu gehen, ist ja das eine; diese abwärts zu gehen, ist nochmal deutlich schwieriger. Alles in allem führte mein niedriger Schwerpunkt dazu, dass ich zwar gelegentlich rutschte, aber nie so wie der lange Lulatsch A. Wenn es nicht teilweise so verboten ausgesehen hätte, hätte ich lachen müssen ...

Wir waren beide froh, als wir wieder unten am Auto waren. Eine kalt-heiße Dusche nach so einem Spaziergang ist eine Wohltat.




Das müsste der Skåleviksvatnet sein ...
Nach diesem Frühsport waren wir beide so kaputt, dass wir einen ganz normalen Männernachmittag machten: Bier und Fußball (Bundesliga!). Jetzt erholt sich A. noch ein bisschen im Bettchen, während ich das Schalke-Spiel sehe. Heute Abend geht es zum Spanier und danach sicherlich noch ein bisschen weiter. Wird bestimmt lustig.

Freitag, 22. Februar 2013

Auf nach Bergen

So, nach einem entspannten Arbeitstag als Troubleshooter bin ich nun am Frankfurter Flughafen gelandet. Es ist einfach schön, mit der S-Bahn zum Flughafen fahren zu können. Unterwegs konnte ich noch einen Schnack mit einem Arbeitskollegen halten, ehe ich nach 35 Minuten Fahrt am Regionalbahnhof ausstieg. Der Check-in (bzw. Drop-off) ging in Rekordzeit (zwei Minuten), mit der Handy-Bordkarte klappt alles problemlos. Allerdings sprach mich die Drop-off-Dame auf Englisch an (die zwei Worte, die sie sprach). Scheint wohl unter Deutschen nicht so verbreitet zu sein, mit dem Handy an Bord zu gehen. Auch der Bordkartenleser vor der Sicherheitskontrolle erkannte mich, und so warte ich nun darauf, dass in einer Stunde mein Boarding geöffnet wird.

Um 20.45 Uhr geht es dann los, um 22.50 Uhr werde ich planmäßig in Bergen landen. Ich bin sehr gespannt auf das Wochenende. Ich fürchte, es wird alkoholreich, ich glaube, es wird sehr lustig. Ich werde gelegentlich berichten, spätestens nach meiner Wiederkehr.

Donnerstag, 14. Februar 2013

Neueste Entwicklungen

So, den letzten Blogeintrag habe ich nicht betrunken geschrieben. Trotzdem strotzt er vor unvollständigen Sätzen. Sorry.

Eine Woche später gibt es eine ganze Reihe neuer Entwicklungen:

Die Auslandsüberweisung an die armenische Bank hätte 13 Euro gekostet. Das war ein bisschen viel, fand ich. Ich habe deshalb meiner armenischen Reisevermittlung geschrieben, ob man das nicht etwas billiger gestalten könnte. Am Ende haben wir uns dankenswerterweise so unkompliziert einigen können, dass ich die Anzahlung nicht leisten muss, sondern vielmehr nur eine Woche vorher nochmal sagen soll, ob/dass ich komme. Empfehlenswerte Kundenfreundlichkeit.

Mein Flug nach Jordanien und aus Israel heim ist nun geritzt. Die Alitalia hat endlich abgebucht ... Gestern habe ich dann auch Zimmer im Nahen Osten gebucht. Der Flug ist nun folgender: Am 24. März komme ich in Amman an und will dort auch ein paar Tage bleiben. Am 26. März spielt Jordanien gegen Japan WM-Qualifikation. Vielleicht bin ich dabei, wenn Japan sich als erste Mannschaft sportlich für die WM in Brasilien qualifizieren kann. Tags darauf, am 27. März, soll es dann nach Wadi Musa gehen, in der Nähe von Petra. Dort bleibe ich ebenfalls drei Nächte, sodass ich zwei volle Tage in Petra habe. Das sollte zu halbwegs stressfreien Besichtungen reichen. Am 30. März geht es nach Akaba, wo ich, welch Wunder, ebenfalls drei Tage bleiben will. Da wird ein bisschen geplantscht und geschwommen im Roten Meer. Am 2. April schließlich will ich den Grenzübertritt nach Eilat wagen und auch gleich mit dem Egged-Bus (oder einer anderen Gesellschaft) nach Tel Aviv fahren. Dort hatte ich ja schon vor ein paar Tagen ein Zimmer für drei Nächte gebucht. Am 6. April früh morgens (5.15 Uhr, und um 2.15 Uhr muss ich schon am Flughafen sein) geht es dann über Rom wieder zurück nach Frankfurt.

Für den Sommer habe ich bisher noch nichts gebucht. Nach Kirgisistan kriege ich dann doch ein bisschen kalte Füße, da mein Russisch so furchtbar gut nicht ist (eigentlich ist es nur furchtbar bzw. nicht vorhanden). Krass, wenn das an dem Donnerstag Abend geklappt hätte, hätte ich den Flug wirklich gebucht. Naja, liebe FlyUIA, da habt ihr Pech gehabt. Ebenfalls fast gebucht hätte ich einen Flug nach Guatemala. Da aber sind die Warnungen des Außenamtes und auf Wikivoyage aber so krass, dass ich da zumindest nicht alleine hinmuss. Deshalb habe ich jetzt mal eine Anzeige auf einer Reisepartnerseite geschaltet, mal sehen, ob es am Ende Kirgisistan/Tadschikistan, Guatemala/Honduras, Senegal/Gambia, Südostasien oder doch was ganz anderes wird ...

Ich werde berichten.

Donnerstag, 7. Februar 2013

Vollendete Tatsachen I

So, heute wurde mein Urlaub für dieses Jahr genehmigt. Das hatte mich nicht abgehalten, für Fronleichnam schonmal was zu buchen. Gerade eben habe ich für Ostern gebucht.

Die erste Buchung war ich einen Aufenthalt im Kaukasus über Fronleichnam. Ich fliege am 24. Mai abends von Frankfurt über Prag nach Tiflis, wo ich morgens am 25. Mai ankomme. Danach will ich gleich in eine Marschrutka steigen und noch am gleichen Tag in Eriwan ankommen. Dort ist auch schon ein Zimmer reserviert. Nach dem Erwerb des bergkarabachischen Visums am Montag soll es am Dienstag nach Bergkarabach. Auch hier ist das Zimmer reserviert. Eine Anzahlung muss ich noch leisten. Mal sehen, wie das funktioniert: eine Überweisung an eine armenische Bank .. Nach dem Besuch in diesem von Aserbaidschan abtrünnigen Gebiet soll es fix wieder über Armenien nach Tiflis gehen, da ich am 1. Juni schon wieder heimfliege.

Gerade eben habe ich (hoffentlich ...) meine Flüge von Zürich über Rom nach Amman in Jordanien und zurück aus Tel Aviv über Rom nach Frankfurt gebucht. Jedenfalls kam nach einer Fehlermeldung bei der Alitalia-Buchung ein paar Minuten später meine Buchungsbestätigung. Ich gehe aber trotzdem mal davon aus, dass das geklappt hat. Ein Zimmer in Tel Aviv in Strand-  (und Partymeilen-)Nähe ist schon gebucht.

Und eigentlich hätte ich den nächsten Flug auch buchen wollen, nach Kirgisistan ... Leider ging das über die Seite der ukrainischen Fluggesellschaft nicht. Ärgerlich. Werde vielleicht morgen mal anrufen bei denen.

Freue mich: Jordanien wird mein 80. Land, Armenien mein 81., Bergkarabach mein 82. Mit kleinen Schritten nähere ich mich dem 207. Land ...

Dienstag, 15. Januar 2013

Planungen 2013

So, jetzt steigen wir mal in die Planungen für 2013 ein. Planen ist ja schon mal ein ganz wichtiger und schöner Bestandteil des Reisens, und auch wenn nicht jede Planung zu einer Reise führt, ist ein erster Schritt immer schon gemacht, wenn es mal später irgendwohin gehen soll.

37 Urlaubstage für 2013 (30 normal und sieben übertragene aus dem Jahr 2012) müssen irgendwie verplant werden, wobei sieben schonmal für die Fortbildung und Prüfungsvorbereitung draufgehen. Bleiben also noch genau 30.

Heute habe ich meine vorläufige Urlaubsplanung eingereicht.

Sie besteht aus einem Tag Urlaub am 25. Februar, damit ich in Ruhe aus Bergen zurückfliegen kann. Dazu kommen im April zehn Tage (zwei Wochen), im Juni zehn Tage (zwei Wochen), im September/Oktober drei Tage vor dem 3. Oktober (das wird dann eine Woche) und drei noch nicht genehmigungsfähige Tage zwischen den Jahren. Das sind dann 27 Urlaubstage, sodass noch drei irgendwann verjubelt werden können. Ein verlängertes Wochenende in Istanbul klingt doch gut.

Im April plane ich im Moment für zwei Wochen Israel, Palästina und Jordanien, für den Juni hoffe ich auf den Kaukasus mit Georgien, Armenien, Berg-Kabarach und womöglich Abchasien und gar Südossetien (wobei die beiden letzten nicht ganz so wahrscheinlich sind). Im September/Oktober könnte es mit meiner Ma auf die Kapverden gehen. Für Weihnachten steht noch keine Planung auf dem Programm, da ich ohnehin erst wenige Tage vorher (wie 2012) erfahren werde, ob ich überhaupt freikriege. Es wird dann wohl entweder Last Minute werden oder irgendwo in Westeuropa in der Gegend herumgefahren.

Mal sehen. Ich werde berichten.

Sonntag, 6. Januar 2013

Bunte Bilder

Auch wenn mein Internet selbst in Wiesbaden noch nicht so richtig will, hier sind jetzt mal ein paar Fotos aus dem britischen Teil der Reise:

Fahrt in den Zug durch den Eurotunnel
Die Marina von Torquay in Südwestengland
Palmen säumen die Straßen von Torquay



Die Brücke nach Cornwall
Blick von der Mole in Penzance auf den St Michael's Mount

Unterwegs in Cornwall

















































































St Ives
 












Colwyn Bay, Wales

Stonehenge































Kathedrale von Salisbury



















Die Tower Bridge
Der Glockenturm von Big Ben


Buckingham Palace

Mittwoch, 2. Januar 2013

Back in Germany

So, die Tücken der Technik haben uns das Problem beschert, dass ich mit dem Rechner nicht mehr online gehen konnte. Das lag nicht etwa am WLAN-Adapter, an mangelndem W- oder wenigstens normalem LAN, nein, es lag am Strom. Wir hatten ja einen Adapter vergessen, und kamen erst gegen Ende der Reise dazu, in einem Ein-Pfund-Shop einen Adapter zu kaufen. Aber Murphys Gesetz gilt halt doch: Der funktionierte nicht.

Am 28. Dezember sind wir also über Birmingham und Shrewsbury und von dort über walisische Landstraßen bis nach Colwyn Bay gefahren, wo wir so gegen 15 Uhr eintrafen. Schon auf dem Weg sahen wir, wie schön Wales ist. Es ist schön, dass schlagartig alle Verkehrszeichen zweisprachig sind (Englisch / Walisisch). Unsere, wieder einmal, sehr freundliche Vermieterin nannte uns zwei Esskneipen, von denen eine an der Strandpromenade lag: Dort liefen wir auch, unter der Autobahn, hin; leider gab es erst ab 17 Uhr wieder Essen und wir hatten Hunger. Also gingen wir in das andere Pub, das sie uns gesagt hatte. Dort aßen und tranken (Abbot Ale vor allem) wir ganz gut (auch wenn andere Menschen etwas anderes behaupten von diesem Pub), während bei dem Kumpel, den wir besuchen wollten, so langsam das Facebook-Bild von Colwyn Bay in der Familie herumging. Schließlich schrieb ich ihm eine SMS, dass wir da wären. Erstmal schien Schockstille zu bestehen, doch dann meldete er sich und sagte für ein Treffen zu. Gegen 19 Uhr kamen er und seine eine Schwester dann, wir aßen und tranken weiter. Die Stimmung war gut, die Sprache ein Gemisch aus Englisch und Deutsch. Zwei andere Brüder stießen zu uns, und schließlich entschieden wir uns, noch in die Nachbarstadt zu fahren - in ein "richtiges Pub".

Das war auch sehr schön, und am Ende waren alle Beteiligten froh, glücklich und zufrieden im Bett gelandet zu sein.

Am darauffolgenden Tag, dem 29. Dezember, holte besagter Kumpel dann meine Ma und mich von unserem B&B ab, in dem wir sehr gut gefrühstückt hatten. Das walisische (wie das englische) Frühstück ist außerordentlich schmackhaft, auch wenn man es wahrscheinlich als Mitteleuropäer nur eine Woche oder so aushält, ehe man von dem fettigen Essen zur frühen Stunde genug hat. Wir fuhren zu dem Haus der Familie und gabelten einen Bruder von ihm auf, der bei den National Archives von Wales arbeitet. Dementsprechend konnte er uns sehr gut herumführen. Wir waren auf der Stadtmauer von Conwy und fuhren dann nach Caenarfon (etwa wie Kännahrwen ausgesprochen, nur, damit ich mir das mal merke), dem Schlösschen, in dem Charles zum Fürsten von Wales gekrönt wurde. Eine sehr schöne Ausstellung über die Princes of Wales sowie über ein walisisches Regiment (oder so ähnlich, ich kenne mich in der Militärnomenklatur nun nicht so gut aus) mit seiner Geschichte waren ebenso vorhanden wie eine steile Treppe zu einem Aussichtsturm, von dem aus man einen atemberaubenden Blick auf die umgebende Landschaft hatte.

Ohnehin muss ich sagen, dass Wales schon sehr, sehr schön ist. So langsam werde ich zum Burgenfan, aber selbst wenn ich das nicht wäre, wäre Wales mit seiner tollen Landschaft immer wieder eine Reise wert. Die Menschen sind gut zu verstehen (zumindest, wenn sie sich bemühen, vernünftiges Englisch) zu sprechen.

Weiter ging es: Wir machten Stopp in einem kleinen Café, in dem wir uns mit der Mutter der Brüder trafen, einer Deutschen, die mit ihrem englischen Mann und den Kindern seit 30 Jahren in Wales lebt. Die beiden Frauen, also sie und meine Ma, machten ihr Ding, während wir drei Jungs noch ein bisschen in der Gegend herumfuhren: Die beiden zeigten mir ein paar schöne Orte auf Anglesey, ehe es in den Snowdonia-Nationalpark ging. Hatte ich schon "atemberaubend" gesagt? Ja? Okay, dann braucht es jetzt eine Steigerung: Fantastisch. Toll. Schön. Zum Abschluss der kleinen Rundtour fuhren wir nach Betws-y-Coed und aßen in der sehr touristischen Wandererstadt ein Scones. Auch gut essbar.

Den Abend beendete das Essen, das der andere Bruder für uns zauberte: Chinesisch in fünf Variationen, für insgesamt zwölf Leute am Tisch. Wieder wurde viel Deutsch und viel Englisch geredet, alles toll. Am Ende lagen wir recht satt und ziemlich fertig in unseren Betten.

Der 30. Dezember markierte den Beginn der Rückfahrt. Gestärkt von einem guten Frühstück fuhren wir über Chester in das Gebiet zwischen Liverpool und Manchester, ehe nach Süden in Richtung Birmingham ging. Wir verfuhren uns um Coventry ein wenig und gerieten etwas zu weit östlich, aber das war nicht schlimm.

Die Waliser hatten uns für unser Beharren, nach Stonehenge zu wollen, belächelt, fast ein bisschen verspottet, und nun wollten wir wissen, ob sie recht hatten. Wir fuhren also über Oxford und Newbury in Richtung Salisbury (das die Engländer etwa "Sohlsbrie" aussprechen) und standen vor Stonehenge im Stau. Irgendwann kamen wir an, und, ähm, naja, die Waliser hatten recht gehabt. Der Steinkreis ist zwar schon beeindruckend, aber wenn da so viele Touris herumrennen und jeden Stein einzeln fotografieren, dann muss man dafür nicht ein paar Pfund Eintritt zahlen, zumal man den Kreis auch sonst ganz gut von außen sieht, denn der liegt direkt an der Straße. Also ließen wir Steinkreis Steinkreis sein und fuhren zu unserem B&B, um möglicherweise nach Sohlsbrie, äh, ich meine Salisbury, reinzufahren.

Ich hatte unser B&B mit Blick auf Stonehenge und die zügige Weiterfahrt in Richtung Heimat gebucht, und nun hatten wir den Salat: Wir wohnten in Ford, einem kleinen Kaff fünf Meilen von Salisbury entfernt. Das B&B selbst entschädigte aber dafür, weil es schnuckelig (zwei Zimmer) mit einem fantastomanischen Badezimmer war: Wenn ich mal in der Verlegenheit komme, mir ein Badezimmer selbst zusammenplanen zu können, dann wird das so dort in Ford so ziemlich 1:1 kopiert. Außerdem rief uns die Lady ein Taxi, sodass wir nach Salisbury reinfahren konnte und nachher etwas trinken. Das Taxi kam eine halbe Stunde später und fuhr uns zur Kathedrale: Wow. Sehr schön. Der Kreuzgang und auch das Innere der Kathedrale können in puncto Ansehnlichkeit mit fast jeder größeren Kathedrale problemlos mithalten. Das Exemplar der Magna Charta sahen wir nicht, weil der Ausstellungsraum Minuten zuvor geschlossen hatte, aber die Magna Charta sehe ich schon noch einmal.

Danach gingen wir in die Innenstadt, die in ihrer Mischung aus modernem Mittelstadteinheitslook und schönen alten Baudenkmälern ziemlich spannend war. Den Abend verbrachten wir im New Inn, der angeblich ältesten Kneipe von Salisbury, mit etwas langsamem Service, aber dafür hervorragendem Essen. Und meine Ma wurde endlich mit den englischen Bieren glücklich: Die Lösung für sie heißt "Cider", egal welcher Herkunft.

Die Rückfahrt in unser Hotel erfolgte auch mit dem Taxi und war reibungslos.

Am 31. Dezember frühstückten wir erst schön im Wohnzimmer unserer Hauswirtin (das wäre mir nun auf Dauer wiederum ein wenig zu persönlich) lecker englisch, ehe wir aufbrachen. Wir entschieden uns nach einigem Hinundher dann doch dafür, nach London zu fahren und steuerten daher das Städtchen Sevenoaks im Speckgürtel der Stadt an. Das Auto konnten wir parken, auch wenn der Automat die 6,50 £ nur in Münzen annahm (nicht Kreditkarte oder Schein) und ich deshalb extra noch wechseln gehen musste. Der Zug in der Stadt fuhr auch gleich, und so fahren wir schon gegen 11 Uhr in downtown London. Einem Spaziergang über die London und die Tower Bridge folgte die Busfahrt vorbei an Houses of Parliament und Westminster Abbey. Eine weitere Busfahrt mitten durch London ließ uns einiges vom Flair der Stadt sehen und schonte unsere müden Knochen. Von der Liverpool Station schließlich ging es mit der tube wieder zum St James's Park und dem Buckingham Palace, ehe ein kurzer Abstecher zum Piccadilly Circus unseren Crashkurs London beschloss. Vier Stunden London im Galoppmarschmarsch schlauchen ganz schön, und so waren wir froh, wieder im Zug und schließlich im Auto zu sitzen.

In Folkestone fanden wir unser Hotel erst im zweiten Anlauf, es handelte sich um das Holiday Inn Express, ein ziemlich unpersönliches Hotel, aber das war uns (zumindest mir) nach ein paar Tagen B&B auch mal wieder ganz recht. Es regnete wieder ziemlich und wir waren wieder in der Pampa gelandet, sodass wir uns wieder ein Taxi rufen ließen und in der halbausgestorbenen Innenstadt von Folkestone landeten. In zwei Kneipen blitzten wir mit unserer Hoffnung auf etwas Essbares ab, ehe uns ein sehr freundlicher Vor-dem-Pub-Raucher den Weg zum lokalen Franchisenehmer von J. D. Wetherspoon erläuterte. Diese Pubkette, mit der wir auch schon in Colwyn Bay das (für uns Ausländer das klassische Pub-Klischee erfüllende) Glück hatten, begrüßte uns gewohnt urig und mit Essen. Um 20.30 Uhr waren wir satt, um 21.15 Uhr im Hotel, um 22 Uhr im Bett. Silvester verschlafen habe ich auch schon lange nicht mehr ...

Der Neujahrstag brach relativ früh an, mit einem auch durchaus essbaren Hotelfrühstück und dem Aufbruch zum Kanaltunnel. Wir waren wieder zu früh und konnten wieder früher zum Zug (den wir diesmal schafften). Ich regte mich über die französischen Grenzer auf, die nur unsere Passhüllen sahen und uns weiterwinkten. So sehen das die Schengen-Regeln aber nicht vor! Schließlich fuhren wir an gähnenden Ordnern vorbei auf die Rampe und in den Zug, ehe wir wieder die durchaus ziemlich unspektakuläre Fahrt durch den Eurotunnel unternahmen.

Auf französischer Seite wurde erstmal getankt, und dann fuhren wir ohne größere Unterbrechung über Brüssel, Aachen und Koblenz zurück nach Wiesbaden. Ein Parkplatz wurde gefunden, das Gepäck ausgeräumt, die Innenstadt aufgesucht, ein leckeres Essen verspeist und der eine oder andere Apfelwein (zu viel ...) auf die geglückte Wiederkehr nach einer schönen, aber auch anstrengenden Reise getrunken.

Die Reise war toll. Wir haben so unendlich viel gesehen, in Brüssel, in Brügge und Löwen, in Cornwall und in Wales, in Zentralengland und in London, dass wir uns manchmal überrascht ansahen, als wir merkten, dass wir erst gestern dort und dort gewesen waren, weil zwischenzeitlich schon wieder so viel passiert war.

Jedes unserer Hotels, jede der von uns besuchten Kneipen können wir wärmstens empfehlen. Herzlichen Dank auch hier an Familie T., die uns bei unserem unerbetenen Besuchs außerordentlich warm und herzlich aufgenommen hat. Wir schmieden schon wieder Pläne für ein Wochenende in Brüssel oder Brügge; London finde ich gar nicht mehr so scheußlich und nach Wales komme ich mit Sicherheit wieder.

Mal sehen, was das Jahr 2013 so bringt, persönlich, aber auch an neuen Reisen, an fremden, unbekannten Städten, wunderbaren Landschaften, sonnigen Stränden und verregneten Fahrten im Überlandbus ... Meinen Urlaub muss ich bis Ende Januar eingereicht haben, und 37 Tage im Jahr 2013 klingen doch gar nicht einmal so schlecht. Welt, du bist immer noch nicht sicher vor mir.

Freitag, 28. Dezember 2012

Kernow

So heißt Cornwall auf Cornish, und dort waren wir gestern.

Nach gutem English breakfast in unserem B&B und den guten Wünschen unseres Hauswirts, der uns mit seinem Allrad auch aus diversen Überschwemmungen ziehen wollte (am Ende sahen wir eine Straße, die am Rand etwas unter Wasser stand), verließen wir über die Strandpromenade Torquay. Nach einer kurzen, eher unfreiwilligen Stadtrundfahrt im Nachbarort fuhren wir in Richtung Plymouth auf die Autobahn und abwechselnd auf Autobahn und Landstraße in Richtung Penzance. Rosamunde-Pilcher-Land. Die engen, kurvenreichen Straßen, eingesäumt von grün bewachsenen Wällen, Hecken oder Bäumen, die sich über der Straße vereinigen, habe ich beim Zappen im ZDF auch schon gelegentlich gesehen. Schön ist es auf alle Fälle.

Nach knapp drei Stunden Fahrt erreichten wir Penzance, stiegen aus und liefen ein wenig in der Stadt herum, raus auf den Pier mit einem traumhaften Blick auf den St. Michael's Mount, der nicht nur namenstechnisch mit dem Mont St Michel ein Stückchen weiter südlich verwandt ist. Nach einem kurzen Rundgang durch die Stadt fuhren wir weiter in Richtung Land's end und von dort nach einem kurzen Abstecher an den Strand durch Cornwall bis nach St. Ives. St. Ives ist richtig toll. Der Außenspiegel unseres Autos wollte mal kurz mit einer Hausecke kämpfen (er verlor), aber selbst meiner Mutter machte das nichts aus, dass ich ihrem heißgeliebten Auto den ersten Kratzer verpasste (oder sie ließ es sich nicht anmerken). St. Ives ist noch schöner als Penzance. Ein hübscher Sandstrand, ein hübsches Städtchen, leckeres Essen, leckeres Bier (für meine Ma). Doch, sehr schick.

Nach der Rückfahrt aus den engen Sträßchen ging es wieder gen Heimat. Es wurde schon ein wenig dunkel, und als wir für die letzten 30 Kilometer die Autobahn verließen, war es schon richtig dunkel. Zum Glück hatten wir gestern Glück mit dem Wetter, denn im Dunkeln auf den engen Straßen zu fahren wäre schon unangenehm genug gewesen, Regen hätte da nicht noch dazukommen müssen.

Lustig war noch die Mautstelle auf der Rückfahrt aus Cornwall: Zum Glück hatte ich eine Beifahrerin, sonst hätte ich mich sehr verrenken müssen, um dem Kassierer sein Geld zu geben, von der "falschen" Seite des Autos aus.

Heute geht es nach Wales. Wir sind noch nicht ganz sicher, welche Strecke wir fahren, aber wir sicher, dass sie schön wird. Vielleicht gibt's dann auch mal einen ganzen Schwung Bilder. Ersteinmal müssen wir aber einen Adapter kaufen (den dritten oder vierten insgesamt), weil wir solches Zeug immer vergessen ...

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Fast bis ans Ende der Welt ...

... sind wir gestern gefahren, und heute soll es so richtig nach Land's End gehen. Mal sehen, ob wir das schaffen (und schaffen wollen).

Gestern Morgen sind wir elendiglich früh aufgestanden, so gegen vier Uhr. Kurz nach fünf Uhr waren wir aus dem Hotel raus und es ging über ziemlich leere Straßen in Brüssel und auf die Autobahn. Der Regen blieb in Belgien unser ständiger Begleiter, als wir auf der Autobahn in Richtung Oostende (oder Ostohnd, wie die französischsprachigen Belgier sagen ...) fuhren. Kurz hinter Oostende kam die französische Grenze und leider keine französische Tankstelle. Die Strecke in Frankreich war einfach zu kurz (und übrigens mautfrei). Wir waren auch zu früh am Eurotunnel und buchten - wie angeboten - die frühere Fahrt. So hätten wir um 7.49 Uhr anstatt um 8.50 Uhr mitteleuropäischer Zeit fahren können. Die französische Sprengstoffkontrolle überstanden wir ebenso erfolgreich wie die britische Einreisekontrolle (schon auf französischem Boden, aber es gab keine Schengen-Ausreisekontrolle, Saftladen!), doch das Boarding zu unserem Zug hatte schon geendet. Pech gehabt. Der nächste Zug ging um 8.20 Uhr, und die Hänger an den Innenspiegeln sind den Leutchen da beim Eurotunnel sowas von schnurzpiepegal, wir kriegten halt den Zug um 8.20 Uhr, der dann aber auch schon um 8.07 Uhr los fuhr. Um 7.42 Uhr (Zeitumstellung ...) kamen wir in Folkestone an und fuhren sofort auf die Autobahn.

Die zweitbeste Raststätte nahmen wir dankend an und nahmen erst einmal ein deftiges English breakfast zu uns. Ich hatte das dringend nötig, hatte ich doch seit vorgestern Mittag nichts mehr gegessen, aber ein paar Bierchen getrunken.

Zwischendurch sahen wir gelegentlich, man kann es kaum glauben, blauen Himmel, aber häufiger begrüßte uns das typische englische Wetter. Über Swindon und Bristol fuhren wir in Richtung Südwesten, sahen uns den Strand von Weston-super-mare an (nass/kalt) und entschieden uns, gleich in Richtung unseres kleinen Städtchens zu fahren.

Hier kamen wir um kurz vor zwei im B&B in Torquay an der Torbay an, begrüßten die Hausherren und deren Eltern, die im Wohnzimmer Zeitung lasen, und gingen kurz aufs Zimmer. Nach einem kurzen Spaziergang kamen wir an der Strandpromenade an und konnten angesichts der Palmen erahnen, wieso dieser Abschnitt hier the English riviera heißt: Palmen über Palmen und ein hübsches Büchtlein. Der stürmische Regen passt weniger zur riviera denn zu English, aber wenn wir French riviera gewollt hätten, hätten wir nicht durch den Eurotunnel fahren sollen.

Nach einem Rundgang um die Marina kamen wir in einem schönen Pub zum Sitzen und stellten nach zwei Bier fest, dass heute (am Boxing Day) zwar die Pubs, aber nicht deren Küchen aufhaben. Ein ähnliches Erlebnis hatten wir nämlich auch im zweiten Pub, in dem wir das ManU-Newcastle-Spiel zu Ende sahen.

Nach längerem Herumirren in der Großstadt Torquay fanden wir schließlich zurück an die Strandpromenade und aßen in einem schönen Hotelrestaurant lecker zu Abend: Gestern hatten wir richtig Hunger auf Fleisch, heute wird's vielleicht irgendwo in Richtung Land's End die obligatorischen Fish&Chips geben.

In einer Viertelstunde gibt es nun Frühstück, mal sehen, was die hier so für uns zaubern. Fotos gibt's heute keine, weil die Internetverbindung zwar da ist, aber seeeeeeehr langsam.

Dienstag, 25. Dezember 2012

Löwen

Heute waren wir in Löwen (Leuven, Louvain).
Zunächst holten wir unser Auto zurück vom Parkplatz in unser Hotel und berappen noch einmal einen stattlichen Betrag für unseren Parkplatz. Aber wenigstens können wir morgen unser Gepäck gleich ins Auto packen.
Danach gingen wir wieder die paar Schritte zum Bahnhof. Unser heutiger Fahrkartenverkäufer war der Ansicht, ich sei älter als 65. Nach nochmaliger Rückfrage (als wir unseren Zug schon verpasst hatten, argh), meinte er, er habe sich vertan. Held!Jedenfalls kamen wir gegen Mittag in Löwen an. Normalerweise schenke ich den Schilderungen meines in Nimwegen wohnenden Schulkameraden nicht mehr allzuviel Glauben, aber in Bezug auf Löwen lag er richtig: Sehr schön.

Nach einem kurzen Rundgang um Rathaus und Altmarkt (auf dem wir eine sehr diskriminierende Silvester-Anzeige fanden), kehrten wir in einer schönen Kneipe ein und aßen leckere Oliven, Calamares und ein Rindsgulasch. Sehr schmackhaft. Hinzu kam ein geringe Anzahl von Bieren, maximal zweistellig.

Es war -- wider Erwarten -- schon dunkel, als wir von Löwen wieder zurück nach Brüssel fuhren und schnell unser Hotel ansteuerten.

Morgen wollen und müssen wir ja halbwegs früh raus, weil wir schon gegen 5 Uhr in Richtung Calais und Coquelles fahren wollen.

In 24 Stunden werden wir schon in England sein. Wir freuen uns auf England, auch wenn meine Ma noch nicht ganz so überzeugt ist, dass sie wirklich im Linksverkehr fahren will. Mal sehen, wer unseren Zwiestreit gewinnt. Wir werden weiter berichten ...

Bilder: Rathaus und Altmarkt von Löwen, eindeutiger Verstoß gegen Gleichbehandlungsgesetzgebung

Montag, 24. Dezember 2012

Brugge, nicht Bruges

Heute waren wir in Brügge. Ziemlich, ähm, wow ...

Nach einigermaßen Ausschlafen gingen wir zum nur wenige hundert Meter von unserem Hotel entfernten Bahnhof Brussel-Centraal. Leider konnten wir auch dort unsere Fahrkarten nicht mit Kreditkarten kaufen. Wenigstens war der Mensch am Schalter sehr freundlich, sodass wir unsere Karten dort bekamen. Nach einem kleinen Frühstück fuhren wir um Punkt 10 Uhr ab und kamen um 11.01 Uhr in Brügge an. Während der Fahrt wurden die französischen Beschilderungen auf einmal ausgeblendet, es wurde nur noch das Niederländische angezeigt, sehr interessant. Wir kamen in "Brugge" an, nicht in "Bruges" ... Die französischsprachige Belgierin (?) bei uns im Zug war jedenfalls froh, dass ich ihr Gepäck ins Fach hoch- und aus selbigem wieder heruntergehievt habe ...

Nach einem kurzen Spaziergang kamen wir in die Brügger Innenstadt und, ja, auch hier wieder: Wir waren sehr beeindruckt. Die kleinen Flussläufe, die die Innenstadt durchziehen, geben dem Stadtbild, wie auch der Reiseführer schreibt, etwas Malerisches. Wir kauften ein wenig Schokolade ein (die wir zum Teil heute Abend schon wieder verspeisten) und fanden schließlich den Weg zum Marktplatz. Schick. Sehr schick.

Schlussendlich endete der Besuch so wie üblich in Belgien: in einer schönen Bierkneipe. Nach anfänglichem Missverständnis bekamen wir in der Kneipe mit zwanzig Seiten Bierkarte das eine oder andere lecker Bierchen.

Abschließend liefen wir mit einem klitzekleinen Umweg dank meiner phänomenalen Orientierung zurück zum Bahnhof und kehrten schließlich glücklich und zufrieden nach Brüssel zurück. Nun liegen wir wieder früh am Tag im Bett und feiern ein bisschen Weihnachten.

Allen Lesern ein frohes Fest!

Brügge: Stadtbild, Markt, Bierkarte

Sonntag, 23. Dezember 2012

Ziemlich begeistert ...

 ... sind wir wir von Brüssel.

Heute Morgen haben wir ausgeschlafen, das war auch dringend nötig nach der undefinierten Anzahl von Bieren gestern Abend. Danach stellten wir unser Auto erst einmal vor die Aon-Vertretung in Brüssel und wollten von dort wieder in Richtung Innenstadt. Leider kann man hier in Brüssel, in einer für Touristen ja völlig uninteressanten Stadt, die Bahntickets nicht mit Kreditkarte bezahlen. Die spinnen, die Brüsseler, zumindest in der Hinsicht. Nachdem wir durch den Kauf von zwei Croissants genügend Kleingeld erwirkt hatten, fuhren wir mit einmaligen Umsteigen in den Stadtteil Heysel.

Dort befindet sich das Atomium. Von außen ist das ganze Ding ziemlich beeindruckend, sodass wir die 11 € Eintritt (8 € für Senioren wie meine Ma) berappten und hoch in die Aussichtskugel fuhren. Der Fahrstuhlführer wünschte uns viel Erfolg beim Betrachten der wichtigsten Sehenswürdigkeit im Dezember: "Brussels fog". Man konnte aber immerhin noch das eine oder andere Gebäude der Innenstadt erkennen.

Nach einem kurzen Rundgang durch ein paar weitere Atome des Atomiums verließen wir das Areal und fuhren mit der Straßenbahn zurück in die Innenstadt. Wir aßen in der Rue des Bouchers in der Innenstadt und wurden wider Erwarten nicht übers Ohr gehauen: Austern und Garnelen in Knoblauch als Vorspeisen, Lammfilet und Muscheln mit Fritten als Nachspeise incl. Bier für 24 € zusammen, da kann man nix sagen. Vielleicht gehen wir dort noch einmal essen.

Schließlich besuchten wir das urinierende Kleinkind, besser bekannt als Manneken Pis, ehe wir nach dem Einkauf von ein paar Schokoladen wieder im A la mort subite einkehrten. Hm, heute waren es nicht weniger Biere als gestern, dazu Salami d'Ardenne, sehr lecker.

Jetzt sind wir wieder im Hotel gelandet. Morgen soll es nach Brügge gehen. Wir werden berichten. Bilder: Atomium, Grand Place, Manneken Pis.

Samstag, 22. Dezember 2012

Fritten und Bier

Jaja, ich weiß, "Klischee" und so. Tatsache aber ist, dass beides hier sehr lecker schmeckt.

Heute Morgen war ich (an einem Samstag!) schon um 6.30 Uhr wach. Wir hatten gestern Abend beim Japaner in Wiesbaden ganz schön gefuttert, waren gar nicht so früh ins Bett gegangen, aber trotzdem waren wir früh wach.

Um 8.12 Uhr schließlich ging unsere Tour, nachdem wir zum Glück unsere Fahrzeugpapiere noch gefunden hatten. Einen Zwischenstopp machten wir in Neukirchen-Vluyn am Grab meiner Großeltern, in Herongen in der Nähe aßen wir ein vernünftiges Schnitzel zu Mittag.

Danach ging es über Venlo, Eindhoven und Antwerpen nach Brüssel. Wir fanden auf den dritten Anlauf ein Parkhaus, und dieses war zum Glück in der Nähe unseres Hotels. Wir checkten zunächst ein und parkten dann schließlich doch unser Auto hier im Hotelparkhaus, auch wenn das zu durchaus ziemlich gesalzenen Preisen ist.

Danach machten wir - im ziemlich strömenden Regen - ein ersten Spaziergang durch die Hauptstadt der EU. Der Grand Place ist ziemlich beeindruckend. Sehr schön. Sehr viele Schokoladen- und Bier-Geschäfte, und ein paar Frittenbuden gibt es auch in der Innenstadt.

Nach kurzem Suchen fanden wir die Kneipe, in die wir wollten: "A la mort subite". Hier gibt es das leckere Mort Subite, das wir schon in Nimwegen so gerne und, naja, fast schon exzessiv getrunken hatten. Entsprechend versackten wir heute Abend auch in dieser sehr schönen Kneipe. Nach dem kurzen Heimweg durch die Galerien und einem leckeren Frittenabsacker liegen wir nun schon um 21.15 Uhr im Bett und schlafen bestimmt gleich.


Erster Eindruck Brüssel: super. Bilder: A la mort subite, Mort subite ... Beides im niederländischen Sinn lekker.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Diesmal nicht nach Sibirien

Der Sparkassendirektor meines Heimatortes war ganz überrascht, als meine Mutter ihm erzählte, wo wir denn über Weihnachten sind: in Brüssel. Nicht Sibirien und nicht die Mongolei, mal was Ungewöhnliches für uns.

Von den Brüsselplanungen hatte ich ja schon erzählt: Nun sieht es so aus, dass wir am 22. Dezember mit einem Umweg zum Grab meiner Großeltern am Niederrhein, von wo aus dann eine Streckenführung durch die Niederlande sinnvoll zu sein scheint, in Brüssel landen werden. Unser Fünf-Sterne-Hotel zu bezahlbaren Preisen wird uns dann schon erwarten. Die 30 Euro (pro Person und Nacht!) fürs Frühstück werden wir allerdings nicht bezahlen.

Die nächsten drei Tage werden wir Brüssel und vielleicht die eine oder andere belgische Stadt drumherum genießen, lecker Bierchen trinken, Fritten und Schokolade essen, das Manneken Pis aufsuchen und das Atomium, vielleicht mal bei der Europäischen Kommission vorbeigucken. Es gibt viele Pläne, mal sehen, welche wir verwirklichen.

Danach geht es auf den zweiten Teil der Reise: Ich habe heute für den 27. und 28. Dezember frei bekommen. Juchhe. Danach habe ich, gleich in der Arbeitspause, unsere Zugfahrt mit "Le Shuttle" durch den Eurotunnel gebucht. Am 26. Dezember früh morgens geht's auf die Insel, am 1. Januar 2013 etwas später am Morgen wieder zurück auf den Kontinent.

Fest auf dem Plan steht Stonehenge und ein Überraschungsbesuch. Wer ahnt, bei wem, bitte nicht verraten (wenn der zu Überraschende es nicht selbst hier liest) ... Silvester wird in Südostengland gefeiert, wir wissen noch nicht genau, ob in Dover, Folkestone oder gar in London, mal sehen.

Vielleicht klappt es dieses Mal mit Fotos ...

Sonntag, 9. Dezember 2012

Winterplanung

Es hat ein Weilchen gedauert, bis dieser neue Eintragung zustande kam. Ich weiß gar nicht, wieso ich aus Bulgarien nicht berichtet habe. Ende Juli/Anfang August war ich ja mit einer guten Freundin zur Hochzeit einer anderen guten Freundin in Bulgarien. Es war sehr schön ... Das Wetter war bombastisch, für mich fast ein bisschen zu heiß, und das Strandleben zu genießen war auch toll. Wir waren von Frankfurt aus über Sofia nach Burgas geflogen, übernachteten die erste Nacht in der Wohnung der Tante des Hochzeitspaares und hatten dann unser Hotel nicht weit vom Burgasser Strand. Das vielsprachige Gemisch von Hochzeitsgästen (der französische Bräutigam hatte seine Truppe mitgebracht, aus Deutschland waren ein paar Leute da, und natürlich gab es etliche Bulgaren, die wiederum zum Teil in Mitteleuropa leben) war sehr lustig, am Ende konnten wir uns aber alle verständigen ...

Nun geht es aber in die Winterplanung, und da komme ich erst einmal zur ersten vollendeten Tatsache: Am 22. Februar fliege ich nach Bergen und besuche dort den guten Freund, den ich vor zwei Jahren nach Norwegen gebracht hatte. Naja, ganz vollendet ist die Tatsache noch nicht: Ich muss noch einen Tag Urlaub einreichen, weil ich erst am Montag, dem 25. Februar, zurückfliege. Aber ich bin zuversichtlich, den einen Tag frei zu bekommen.

Über Weihnachten werden meine Mutter und ich traditionell j.w.d. sein. Ich habe erst einmal ein Hotel in Brüssel (und eins in Mechelen für den gleichen Zeitraum, das ich wohl demnächst wieder stornieren werde) gebucht, weil ich bisher nicht weiß, ob ich am 27./28. Dezember freikriege. Zwischendurch stand Israel/Jordanien auf dem Plan, aber da sind die Flüge inzwischen natürlich teurer geworden, sodass meine Ma und ich uns jetzt auf diesen Plan geeinigt haben: Wenn ich am 27./28. Dezember nicht freikriege, geht es vom 22. bis 26. Dezember nach Brüssel. Die belgische Bahn hat ein schönes Angebot, da kann man für 9,90 € innerhalb Belgiens am gleichen Tag hin- und zurückfahren, sodass wir uns auch andere Städte angucken könnten ... Selbst wenn ich die beiden Tage freikriege, ist Belgien nicht vom Tisch. Vielleicht wird dann ein bisschen verlängert. Ansonsten gucken wir bzw. gucke ich mal spontan, was es so über Weihnachten an Ladenhütern gibt. Vielleicht wollen dieses Jahr nicht so viele nach Israel oder so, dass man dort ein schönes Angebot kriegt ...

Die Planungen fürs nächste Jahr sind auch schon angelaufen. Im Moment hoch im Kurs für den Sommer stehen Georgien und Armenien (mit Berg-Karabach) oder das südliche Afrika (Namibia, Botswana, Sambia, Malawi, Mosambik; nicht alle auf einmal aber, vermutlich). Das wird sich womöglich alles noch einmal ändern, weil ich in die echte Planung wohl erst nach dem 15. Februar einsteigen werde.

Ich werde weiter berichten ...