Dieser Post wurde am Tag danach ein wenig erweitert.
So, ich bin sehr müde und geschafft, weil heute ein anstrengender, zudem stressiger Tag war und weil die Mückenstiche immer noch jucken. Aber: Ich habe heute auch sehr viel Schönes gesehen und bin schlussendlich gut in La Paz, Bolivien, gelandet. Bolivien ist mein 67. Land ...
Nach frühem Aufstehen heute Morgen holte mich meine Reisebürotante vom Hotel ab und trug mir den Koffer schneller ins Taxi als ich gucken konnte ... Danach fuhren wir zum Busterminal, wo sie sich um meine Fahrt kümmern sollte. Natürlich fiel meine Fahrt um 7.15 Uhr aus, weil der Motor des Busses kaputt war. Immerhin buchte sie mir einen Ersatzbus, der aber erst um 8 Uhr fuhr.
In den stieg ich nun ein (war gar nicht mal so furchbar schlecht) und wir fuhren nicht gerade superschnell in Richtung Puno. Dabei hatte hatte man eine sehr schöne Aussicht auf den Altiplano, das Hochland zwischen Peru und Bolivien, mal wieder ein ganz andere Landschaft, aber auch durchaus faszinierend. Während der Fahrt erreichten wir auch den höchsten Punkt meiner Reise in Abre La Raya mit 4438 m. Ich glaube, so hoch war ich in meinem Leben an Land noch nie. In gewisser Weise war das also ein Höhepunkt meines Lebens ... Man merkte deutlich, wie die Gespräche mit laufendem Anstieg immer mehr abnahmen, die Leute mehr tranken, mehr husteten. Selbst der dauerlabernde Amerikaner auf der Sitzreihe neben mir hörte auf zu erzählen und machte seiner Freundin damit eine große Freude ...
Von vier verschiedenen Leuten waren mir fünf verschiedene Grenzschließungszeiten genannt worden, und als wir um 14 Uhr immer noch nicht in Puno waren, wurde ich so langsam kribbelig, weil die Angaben über die Grenzschließungszeit zwischen 17 Uhr und 19 Uhr schwankten und von Puno mindestens noch einmal zwei Stunden Fahrt zum Grenzort Desaguadero eingeplant werden mussten.
Jedenfalls kamen wir ziemlich genau 15 Uhr an, mein Gepäck war natürlich ganz hinten im Kofferraum und Busse fuhren auch keine mehr. Ich machte mich also auf den Weg nach den Collectivos, die diese Strecke noch fahren sollte. Dank der freundlichen Mithilfe eines Punoers (?) fand ich relativ zügig das Collectivo-Terminal und sogar einen Collectivo zur Grenzstadt, der auch halb gefüllt war.
Der Collectivo füllte sich und gegen 16 Uhr fuhren wir los. Unterwegs gab es wirklich grandiose Ausblick auf den Titicaca-See. Toll! Ich hatte natürlich den größten und langsamsten Collectivo von ganz Südamerika herausgesucht, sodass wir erst so gegen 18.45 Uhr in Desaguadero ankamen. Von dort war es wenigstens nur ein kurzer Weg zur Grenze. Und, Gott sei Dank war noch auf, und zwar bis 19.30 Uhr (peruanischer Zeit).
So eine Grenze habe ich nie gesehen: Wenn du das willst, kannst du einfach über die Grenze laufen, weil keine Absperrungen, kein gar nichts da sind, nur ein Schild am Straßenrand, dass man sich doch gefälligst zur Einholung von Aus- bzw. Einreisestempeln bei den Grenzern melden soll. Zoll? Nichts zu sehen.
Ich holte mir den peruanischen Ausreisestempel, schlenderte über die Grenze und wurde ums Zollgebäude herumgeschickt (auf meine Frage hin!), um meinen Einreisestempel abzuholen. Entgegen der Auskunft des Auswärtigen Amtes musste ich doch einen dieser bürokratischen Meldezettel ausfüllen, den kein Grenzer der Welt genauer anschaut, aber sei's drum.
Ein paar Meter weiter standen schon die Collectivos, doch durch Zeitumstellung war es schon 20.10 Uhr (bolivianischer Zeit) und außerdem dunkel, sodass keine Wechselstube mehr auf hatte. Mir wurde empfohlen, zurück nach Peru zu gehen und dort zu wechseln, aber das war mir dann wirklich zu heiß. Natürlich, das hätte keine Sau gemerkt, aber am Ende drehen sie dir einen Strick mit illegaler Einreise draus.
Ich ging zu den Collectivos hin und fragte, ob sie auch Pesos oder Dollar annehmen, als sich ein Amerikaner (wie ich dachte) einmischte. Er nahm mich unter seine Fittiche und wir kamen ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass er als Sohn eines Peruaners und einer Bolivianerin (oder andersherum) in La Paz geboren wurde, aber mit 19 nach Boston zum Studium ging und letztes Jahr zurück nach Südamerika kam, um hier zu arbeiten und der Liebe wegen.
Er und seine Frau nahmen mich dann auch (im Taxi) zu meinem Hotel mit; und er wird möglicherweise morgen im Hotel anrufen, damit wir eine Tour durch La Paz machen. Sehr sympathisch, dieser Mensch. Auf dem Weg nach La Paz hatten wir von der "Vorstadt" El Alto einen fantastischen Ausblick auf die hell erleuchtete Stadt. Leider bekam ich meinen Blitz am Fotoapparat nicht so schnell ausgeschaltet, als dass ich das hätte einfangen können. Schade.
Mein Hotel wurde in meinem Uralt-Reiseführer (2004) noch empfohlen, inzwischen liegt zumindest das Bad hart an der Grenze zur Ekelhaftigkeit. Aber ich wollte um 22.30 Uhr nicht noch durch La Paz marschieren, und das Bett ist wenigstens sauber, wenn auch hart. Aber zwei Nächte hier werden mich hoffentlich auch nicht umbringen, zumal ich nur sieben Euro pro Nacht zahle.
Ich berichte von meinen Reisen, um alle 206 Staaten und 50 abhängigen Gebiete der Erde (meiner Zählung) zu betreten. Aktueller Stand: 172+1 besuchte Länder und 18 besuchte abhängige Gebiete.
Nächste Reisen: 28.-30.8. Grödig (Österreich), Brezovica (Slowenien/Kroatien), Umag (Kroatien) +++ 4.-6.9. Istanbul +++ 24.-27.12. Kairo/Gizeh +++ 15.-17.1.2027 Rom
Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.
Sonntag, 10. Oktober 2010
Samstag, 9. Oktober 2010
Unbeschreiblich
Gestern haben mich die doofen Mücken in dem Thermalbad doch ganz schön zerstochen, aber ich habe das erst gemerkt, als ich auf dem Weg ins Bett war und mein Unterhemd auszog. Viecher! Dennoch hoffe ich, es zu überleben.
Heute Morgen bin ich dann mal wieder sehr früh aufgestanden (4.45 Uhr) und habe nach kleinem Frühstück den Weg nach unten zur Busstation angetreten. Gegen 6.10 Uhr fuhr ein Bus, den ich prompt nahm, sodass ich gegen 6.30 Uhr oben am Eingang nach Machu Picchu war. Ich begab mich natürlich, wie es der Reiseführer empfiehlt, direkt zum Aussichtspunkt. Und, äh, naja, halleluja! Der Blick vom Aussichtspunkt auf Machu Picchu und den Berg Waynapicchu ist einfach fantastisch. Klar, man hat vorher hundertmal das Bild gesehen, das von dort oben gemacht wird, aber wenn man selber da oben steht und den Blick genießen kann, ist das nochmal eine ganz andere Kategorie. Überwältigend, in der Tat ... Ich stand sicher zwanzig, dreißig Minuten da oben und konnte mich nicht satt sehen, zumal dann kurzzeitig auch Nebel aufzog, die Ruinenstadt verdeckte und man dann, als der Nebel sich wieder verzog, nochmal einen ganz neuen Blick bekam. Toll!
Danach begab ich mich hinunter zum Sonnentor, besuchte den Palast des Inkas und die diversen Tempel der Oberstadt, ging zum Heiligen Felsen und machte mich auf den Rückweg durch die Unterstadt, den Bereich der mehr oder weniger "einfachen" Einwohner Machu Picchus. Den Aufstieg zum Waynapicchu ließ ich sein, da der Reiseführer davor warnte, dass am Ende hin zum Gipfel 30 Meter mehr oder weniger leiterartig nach oben gehen. Da ich schon nasse Hände kriege, wenn ich Kletterer im Fernsehen sehe, und außerdem ein Schulkamerad vor nicht allzulanger Zeit in den Bergen abgestürzt ist, hatte ich doch zu große Skrupel. Nicht, dass ich zu faul gewesen wäre, den zweistündigen Aufstieg um 300 Höhenmeter auf mich zu nehmen ...
Es ist einfach beeindruckend, wie gut die Mauern fast 500 Jahre nach dem Untergang des Inka-Reiches noch erhalten sind, wie die Terrassen immer noch halten. Machu Picchu ist schwierig zu beschreiben, weil es zu faszinierend ist, dort oben, mitten in den Bergen, unter den Wolken, zu stehen und herumzulaufen, sich vorzustellen, wie hier vor 500, 600 Jahren die Leute gelebt, gearbeitet, religiöse Feste gefeiert haben. Schlicht und einfach krass.
Ich hatte extra nur die Fahrt mit dem Bus nach oben gebucht, weil ich den Rückweg zu Fuß gehen wolte: Es gibt einen Fußweg zwischen Aguas Calientes und Machu Picchu, der Reiseführer schreibt von etwa 1750 Stufen. Das wollte ich mir aufwärts definitiv nicht antun, aber nach unten wollte ich es wagen. Wie so oft hatte ich aber die Länge des Weges, die Wärme und die Luftfeuchtigkeit unterschätzt, sodass ich schon nach einer halben Stunde nassgeschwitzt war. Wie soll es bloß dem Kerl gegangen sein, der mir auf dem Weg nach oben entgegenkam?! Jedenfalls war ich froh, gegen Mittag dann wieder in Aguas Calientes anzukommen. Dort holte ich mein Gepäck im Hotel ab und begab mich in ein Lokal, deren Inhaberin mir zusagte, das EM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen die Türkei zu zeigen. Dazu kam dann extra ein Mann, der einige Mühe hatte, den Fernseher einzurichten, aber schlussendlich klappte es. In Aguas Calientes gibt es häufig Tourist Menus für 15 Soles plus Tax, ungefähr 4 Euro. Dazu genehmigte ich mir eine Happy Hour, wo es vier Getränke (Pisco Sour, aber auch einige Cocktails und auch Biere "chicas", also 330 ml) für 20 Soles (ungefähr 5,50 Euro) gibt. Am Ende kam ich mit Essen und fünf Bier auf 47 Soles (13 Euro). Das ist, denke ich, erträglich, zumal der Alpaka-Braten wieder einmal sehr lecker war.
Danach ging ich einigermaßen aufrecht hinunter zum Bahnsteig, wo mein Zug pünktlich abfuhr. Es ist lustig, wie unkompliziert hier alle Touristen ihre Plätze tauschen, damit die, die zusammengehören, auch zusammensitzen können ...
Bin dann nach langer Fahrt in Poroy angekommen, habe mir mit zwei Deutschen und zwei Kolumbianern das Taxi geteilt und bin gut wieder in meiner Unterkunft angekommen. Die Dame vom Reisebüro war gerade da; sie holt mich morgen um 6.40 Uhr ab. Ist nur recht so, weil sie ein gutes Geschäft mit mir gemacht hat ... Es gab nur ein kleines Problem beim Bezahlen des Hotels: Ich hatte nicht mehr genügend US-Dollar; den Euro haben sie zwar erst komisch angeguckt, als ob es die Währung von Dschibuti wäre, aber dann doch angenommen ...
Bilder bei Facebook und später.
Heute Morgen bin ich dann mal wieder sehr früh aufgestanden (4.45 Uhr) und habe nach kleinem Frühstück den Weg nach unten zur Busstation angetreten. Gegen 6.10 Uhr fuhr ein Bus, den ich prompt nahm, sodass ich gegen 6.30 Uhr oben am Eingang nach Machu Picchu war. Ich begab mich natürlich, wie es der Reiseführer empfiehlt, direkt zum Aussichtspunkt. Und, äh, naja, halleluja! Der Blick vom Aussichtspunkt auf Machu Picchu und den Berg Waynapicchu ist einfach fantastisch. Klar, man hat vorher hundertmal das Bild gesehen, das von dort oben gemacht wird, aber wenn man selber da oben steht und den Blick genießen kann, ist das nochmal eine ganz andere Kategorie. Überwältigend, in der Tat ... Ich stand sicher zwanzig, dreißig Minuten da oben und konnte mich nicht satt sehen, zumal dann kurzzeitig auch Nebel aufzog, die Ruinenstadt verdeckte und man dann, als der Nebel sich wieder verzog, nochmal einen ganz neuen Blick bekam. Toll!
Danach begab ich mich hinunter zum Sonnentor, besuchte den Palast des Inkas und die diversen Tempel der Oberstadt, ging zum Heiligen Felsen und machte mich auf den Rückweg durch die Unterstadt, den Bereich der mehr oder weniger "einfachen" Einwohner Machu Picchus. Den Aufstieg zum Waynapicchu ließ ich sein, da der Reiseführer davor warnte, dass am Ende hin zum Gipfel 30 Meter mehr oder weniger leiterartig nach oben gehen. Da ich schon nasse Hände kriege, wenn ich Kletterer im Fernsehen sehe, und außerdem ein Schulkamerad vor nicht allzulanger Zeit in den Bergen abgestürzt ist, hatte ich doch zu große Skrupel. Nicht, dass ich zu faul gewesen wäre, den zweistündigen Aufstieg um 300 Höhenmeter auf mich zu nehmen ...
Es ist einfach beeindruckend, wie gut die Mauern fast 500 Jahre nach dem Untergang des Inka-Reiches noch erhalten sind, wie die Terrassen immer noch halten. Machu Picchu ist schwierig zu beschreiben, weil es zu faszinierend ist, dort oben, mitten in den Bergen, unter den Wolken, zu stehen und herumzulaufen, sich vorzustellen, wie hier vor 500, 600 Jahren die Leute gelebt, gearbeitet, religiöse Feste gefeiert haben. Schlicht und einfach krass.
Ich hatte extra nur die Fahrt mit dem Bus nach oben gebucht, weil ich den Rückweg zu Fuß gehen wolte: Es gibt einen Fußweg zwischen Aguas Calientes und Machu Picchu, der Reiseführer schreibt von etwa 1750 Stufen. Das wollte ich mir aufwärts definitiv nicht antun, aber nach unten wollte ich es wagen. Wie so oft hatte ich aber die Länge des Weges, die Wärme und die Luftfeuchtigkeit unterschätzt, sodass ich schon nach einer halben Stunde nassgeschwitzt war. Wie soll es bloß dem Kerl gegangen sein, der mir auf dem Weg nach oben entgegenkam?! Jedenfalls war ich froh, gegen Mittag dann wieder in Aguas Calientes anzukommen. Dort holte ich mein Gepäck im Hotel ab und begab mich in ein Lokal, deren Inhaberin mir zusagte, das EM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen die Türkei zu zeigen. Dazu kam dann extra ein Mann, der einige Mühe hatte, den Fernseher einzurichten, aber schlussendlich klappte es. In Aguas Calientes gibt es häufig Tourist Menus für 15 Soles plus Tax, ungefähr 4 Euro. Dazu genehmigte ich mir eine Happy Hour, wo es vier Getränke (Pisco Sour, aber auch einige Cocktails und auch Biere "chicas", also 330 ml) für 20 Soles (ungefähr 5,50 Euro) gibt. Am Ende kam ich mit Essen und fünf Bier auf 47 Soles (13 Euro). Das ist, denke ich, erträglich, zumal der Alpaka-Braten wieder einmal sehr lecker war.
Danach ging ich einigermaßen aufrecht hinunter zum Bahnsteig, wo mein Zug pünktlich abfuhr. Es ist lustig, wie unkompliziert hier alle Touristen ihre Plätze tauschen, damit die, die zusammengehören, auch zusammensitzen können ...
Bin dann nach langer Fahrt in Poroy angekommen, habe mir mit zwei Deutschen und zwei Kolumbianern das Taxi geteilt und bin gut wieder in meiner Unterkunft angekommen. Die Dame vom Reisebüro war gerade da; sie holt mich morgen um 6.40 Uhr ab. Ist nur recht so, weil sie ein gutes Geschäft mit mir gemacht hat ... Es gab nur ein kleines Problem beim Bezahlen des Hotels: Ich hatte nicht mehr genügend US-Dollar; den Euro haben sie zwar erst komisch angeguckt, als ob es die Währung von Dschibuti wäre, aber dann doch angenommen ...
Bilder bei Facebook und später.
Freitag, 8. Oktober 2010
Aguas Calientes
So, ich bin heute Morgen um 5.15 Uhr aufgestanden (die Viertelstunde Kuscheln habe ich mir gegönnt) und habe geduscht, sodass ich ziemlich genau um sechs Uhr fertig war. Mit meinem Gastwirt hatte ich schon besprochen, dass ich mein Gepäck beim ihm lassen kann, und heute Morgen war sein Sohn oder so da, der mich auscheckte. Nach kurzem Suchen des Schlüssels (ich fand ihn dann in meinem Gepäck ...) verließ ich mit Laptop-Tasche und zwei Plastiktüten (!) bepackt das Hostel. In der einen Plastiktüte war der Reiseführer und was zu trinken, in der anderen Wechselunterwäsche und mein Kulturbeutel. Man braucht ja nicht viel für eine Übernachtung.
Nach erfolgreichem Suchen und Besteigen eines Taxis fuhr mich dieses, unterbrochen von einem Umweg, weil die Straße gesperrt w
ar, zum Bahnhof in Poroy, wo ich noch gut Zeit hatte, da mein Zug erst um dreiviertel acht (7.45 Uhr für Nord- und Westdeutsche) fuhr. Im Zug, von dem man in den dreieinhalb Stunden Fahrt durchaus interessante Aussichten in die Gegend hat, kam ich mit einem offenkundig frisch verliebten, mittelalten US-peruanischen Pärchen ins Gespräch, das mir von ihren Problemen mit der Höhenkrankheit erzählte. Er war gestern sogar in der Klinik, und der Besuch von Machu Picchu stand auf der Kippe, bis er sich nach 15 Minuten Sauerstoff doch noch erholte ... Sie neckte ihn ab und zu mit so einem spöttischen "America is great", worauf er, der Ironie durchaus mächtig, knochentrocken zurückgab: "Yep, America's perfect". Sehr sympathisch, zumal er den Trip heute vor allem deswegen mitmachte, um nicht seinen Schwiegereltern (in spe) sagen zu müssen: "Ja, wir waren in Peru, aber nicht in Machu Picchu, weil ich zu krank war ..."
Nach relativ kurzem Suchen den Berg hinauf fand ich mein Hostel in einer Seitengasse: Sehr schön, sehr sauber, so neu, dass der dritte Stock noch im Bau ist (was man aber nicht merkt!). Frühstück zwischen 4 und 8 Uhr, Check-out bis um 9 Uhr, das habe ich so auch noch selten erlebt, aber ist nachvollzie
hbar, weil ja doch die meisten, die in Aguas Calientes übernachten, dann morgens früh hoch zum Machu Picchu gehen, wenn die ganzen Tagestouristen noch nicht da sind (und was auch ich so halten werde).
Nach meinem Mittagessen (in der Karte steht 38 Soles für mein Alpaka-Steak, die Schlepperin vor dem Lokal sagt 20 mit Wein, am Ende sind es 20 mit Wein, aber auch mit Steuer, also etwa 24 Soles, weniger als sieben Euro, auch nicht dramatisch schlimm) ging ich dann mit kurzem Stopp im Hotel zwecks Badehoseholen zu den dem Ort den Namen gebenden Aguas calientes, den heißen Quellen. Für 10 Soles Eintritt (plus 3 Soles Handtuchmiete) kriegt man sieben kleine, aber feine Becken, die unterschiedliche Temperaturen haben (ein saukaltes, drei, vier lauwarme, zwei ziemlich warme) und (außer den ganz warmen) nicht wirklich überfüllt sind. Als sich dann aber nach eineinhalb Stunden Genießen in den 30 Quadratmetern des (größeren!) warmen Beckens grob geschätzt ebensoviele Menschen aufhielten, wurde es mir dann doch zu voll, sodass ich nach einem Abstecher in die Bar (die auch durchaus Getränke an den Beckenrand bringt) die fünf Minuten zurück zu meinem Hotel lief.
Ich brachte meine Badehose zurück ins Hotel, ging zum Abendessen (wieso muss man hier in Aguas Calientes immer um die Steuer verhandeln [!], während in Cuzco und Arequipa die Steuer ganz selbstverständlich mit im Preis drin ist?) und trank ein Absackerbier und sitze nun in meinem Zimmer, da ich morgen ja doch früh rauswill.
Als Gruß in die Frauengasse eine kleine Bierkunde: In Chile habe ich bisher nur Escudo (hm, ist ein Lager, aber nicht gerade süffig, eher wässrig) und ein Kross (schwarz, kleine Brauerei, durchaus genießbar) getrunken. Hier in Peru sind die Biere Arequipeña und Cusceña (ich springe zwischen "Cuzco" und "Cusco" immer hin und her, wie man merkt) doch sehr lecker. Ein kleines Bier (330 ml) heißt übrigens "chica", also "Mädchen", das mittlere mit dem krummen Volumen von 620 ml heißt dann "mediana" oder "personal" und das große mit einem Liter oder so, hm, das heißt dann halt "grande". Manchmal, und gerade im Sprechen, ist mit "grande" aber auch das "mediana" gemeint, aber das kriegt man schon hin ...
Bilder: Blick aus dem Zug von Poroy (Cuzco) nach Aguas Calientes (Machu Picchu); Blick aus meinem Hotelzimmer
Nach erfolgreichem Suchen und Besteigen eines Taxis fuhr mich dieses, unterbrochen von einem Umweg, weil die Straße gesperrt w
Nach relativ kurzem Suchen den Berg hinauf fand ich mein Hostel in einer Seitengasse: Sehr schön, sehr sauber, so neu, dass der dritte Stock noch im Bau ist (was man aber nicht merkt!). Frühstück zwischen 4 und 8 Uhr, Check-out bis um 9 Uhr, das habe ich so auch noch selten erlebt, aber ist nachvollzie
Nach meinem Mittagessen (in der Karte steht 38 Soles für mein Alpaka-Steak, die Schlepperin vor dem Lokal sagt 20 mit Wein, am Ende sind es 20 mit Wein, aber auch mit Steuer, also etwa 24 Soles, weniger als sieben Euro, auch nicht dramatisch schlimm) ging ich dann mit kurzem Stopp im Hotel zwecks Badehoseholen zu den dem Ort den Namen gebenden Aguas calientes, den heißen Quellen. Für 10 Soles Eintritt (plus 3 Soles Handtuchmiete) kriegt man sieben kleine, aber feine Becken, die unterschiedliche Temperaturen haben (ein saukaltes, drei, vier lauwarme, zwei ziemlich warme) und (außer den ganz warmen) nicht wirklich überfüllt sind. Als sich dann aber nach eineinhalb Stunden Genießen in den 30 Quadratmetern des (größeren!) warmen Beckens grob geschätzt ebensoviele Menschen aufhielten, wurde es mir dann doch zu voll, sodass ich nach einem Abstecher in die Bar (die auch durchaus Getränke an den Beckenrand bringt) die fünf Minuten zurück zu meinem Hotel lief.
Ich brachte meine Badehose zurück ins Hotel, ging zum Abendessen (wieso muss man hier in Aguas Calientes immer um die Steuer verhandeln [!], während in Cuzco und Arequipa die Steuer ganz selbstverständlich mit im Preis drin ist?) und trank ein Absackerbier und sitze nun in meinem Zimmer, da ich morgen ja doch früh rauswill.
Als Gruß in die Frauengasse eine kleine Bierkunde: In Chile habe ich bisher nur Escudo (hm, ist ein Lager, aber nicht gerade süffig, eher wässrig) und ein Kross (schwarz, kleine Brauerei, durchaus genießbar) getrunken. Hier in Peru sind die Biere Arequipeña und Cusceña (ich springe zwischen "Cuzco" und "Cusco" immer hin und her, wie man merkt) doch sehr lecker. Ein kleines Bier (330 ml) heißt übrigens "chica", also "Mädchen", das mittlere mit dem krummen Volumen von 620 ml heißt dann "mediana" oder "personal" und das große mit einem Liter oder so, hm, das heißt dann halt "grande". Manchmal, und gerade im Sprechen, ist mit "grande" aber auch das "mediana" gemeint, aber das kriegt man schon hin ...
Bilder: Blick aus dem Zug von Poroy (Cuzco) nach Aguas Calientes (Machu Picchu); Blick aus meinem Hotelzimmer
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Cuy bueno
Nein, nicht "cui bono", sondern "cuy bueno", also "Meerschweinchen gut". Das war es nämlich durchaus, als ich heute zum ersten Mal den großen Bruder des europäischen Hausmeerschweinchens verdrückt habe. Sieht, nunja, gewöhnungsbedürftig aus, manche Innereien schmecken auch sehr gewöhnungsbedürftig, aber alles in allem keine Erfahrung, die ich bereue. Freunde werden der cuy und ich aber trotzdem nicht mehr, dafür hat er sich zu sehr dagegen gewehrt, von mir aufgegessen zu werden, unter Aufbringung aller Knöchelchen und Sehnchen. Da lob ich mir das Alpaka-Geschnetzelte, das mein Mittagessen heute dargestellt hat. Schneiden, und gut is.
Aber von vorne: Nach guter Fahrt mit tatsächlich fast 180°-Liege (habe nur mit der Toilettentür gekämpft und den Bussteward fast gewürgt, als er gegen 22 Uhr, als ich schlafen wollte, mit Bingo - ja, Bingo! - anfing) kamen wir überraschend früh heute Morgen gegen 5.30 Uhr in Cuzco an. Mein mate de coca, also Coca-Tee, hatte durchaus eine beruhigende Wirkung, weil ich sogar mal zwei Stunden am Stück geschlafen habe. Ist trotzdem nicht ganz so angenehm wie im Flugzeug, weil ja der Bus ständig bremst und sich auch mal auf eine Kurvenfahrt einlässt, die man dann mitbekommt beim Schlafen, aber zu überleben ist es allemal.
Ließ mich dann von einem Taxifahrer zur Kirche Santa Teresa fahren, weil hier mein Hostel sein musste, was ich ab
er nicht wirklich fand. Nach einigem Herumirren und Polizisten- und Taxifahrer-Fragen resignierte ich schließlich und setzte mich auf die Plaza de armas. Dort nutzte ich die Internet-Verbindung eines noch nicht geöffneten Lokals und fand dann mit einiger Verspätung doch mein Hotel. Zum Glück war mein Zimmer schon frei, die sehr rührigen Hauseigentümer sprechen zwar kaum Englisch, aber mit meinem grauenhaften Spanisch können wir uns doch verständigen ... Dann war erstmal der Gang unter die Dusche angesagt, zumal mir zu allem Überfluss auch noch ein Vogelviech auf den Kopf ...
Danach Stadtrundgang, und, naja, wow. Allein die Plaza de armas ist toll mit der Kat
hedrale und, mal wieder, der Iglesia de la compañia, also der Kirche der Jesuiten, deren Altar so zwanzig Meter hoch und komplett golden/vergoldet ist. Auch interessant sind die Überbleibsel der Inka-Kultur. Auf dem zweiten Bild sieht man den berühmten zwölfeckigen Stein, der fugenlos in die Mauer integriert ist (da stehen dann alle davor und fotografieren, ich also auch). Auch die Qoricancha, der Sonnentempel der Inka hier in der Hauptstadt der Inka, war sehr beeindruckend, auch wenn Teile davon in der Santo-Domingo-Kirche verbaut worden sind, sodass heute ein eigenartiges Nebeneinander von Inka- und spanischer Kultur hier rumsteht.
Nach dem erwähnten Alpaka-Geschnetzelten in einer kleinen Kneipe etwas außerhalb des Touristengegend ging ich erstmal heim ins Hotel, weil ich einfach platt war: Mangel an Flüssigkeit in der Höhenlage hier (3.400 Meter) und Wärme waren zuviel für mich. Nach ein, zwei Stunden Pause ging es aber weiter.
Auf dem Rundgang kam mir ein Peruaner entgegen, der mich auf einmal nach einem Blick auf meinen Reiseführer auf Deutsch ansprach, woher ich denn käme. Als ich antwortete, dass ich aus Süddeutschland sei, nicht weit weg von der Schweizer Grenze, fing er an, feinstes Schweizerdeutsch zu parlieren. Ich hab mich schier weggeschmissen vor Lachen ...
Die Inka-Cola hier schmeckt so wie der Reiseführer sagt: nach flüssigen Gummibären. Und damit lecker.
In Südamerika (zumindest ist mir das sowohl in Chile als auch in Peru aufgefallen) scheint es so zu sein, dass an oder in den katholischen Kirchen die Landesflagge und die des Vatikans hängt. Sehr lustig ...
Ich bin jetzt eine Woche unterwegs und habe schon soviel gesehen: Atlanta, Valpaíso, Viña del Mar, einen kleinen Teil von Santiago, die Atacama, Arequipa und jetzt Cuzco. Und es kommt ja noch Einiges!
Apropos: Meine Busverbindung nach La Paz am Samstag wird lustig. Ich habe jetzt erst einmal ein Ticket nach Puno am Titicaca-See und muss dann gucken, dass ich weiterkomme, bevor die Grenze zwischen Peru und Bolivien schließt. Wird schon schief gehen ...
Aber von vorne: Nach guter Fahrt mit tatsächlich fast 180°-Liege (habe nur mit der Toilettentür gekämpft und den Bussteward fast gewürgt, als er gegen 22 Uhr, als ich schlafen wollte, mit Bingo - ja, Bingo! - anfing) kamen wir überraschend früh heute Morgen gegen 5.30 Uhr in Cuzco an. Mein mate de coca, also Coca-Tee, hatte durchaus eine beruhigende Wirkung, weil ich sogar mal zwei Stunden am Stück geschlafen habe. Ist trotzdem nicht ganz so angenehm wie im Flugzeug, weil ja der Bus ständig bremst und sich auch mal auf eine Kurvenfahrt einlässt, die man dann mitbekommt beim Schlafen, aber zu überleben ist es allemal.
Ließ mich dann von einem Taxifahrer zur Kirche Santa Teresa fahren, weil hier mein Hostel sein musste, was ich ab
Danach Stadtrundgang, und, naja, wow. Allein die Plaza de armas ist toll mit der Kat
Nach dem erwähnten Alpaka-Geschnetzelten in einer kleinen Kneipe etwas außerhalb des Touristengegend ging ich erstmal heim ins Hotel, weil ich einfach platt war: Mangel an Flüssigkeit in der Höhenlage hier (3.400 Meter) und Wärme waren zuviel für mich. Nach ein, zwei Stunden Pause ging es aber weiter.
Auf dem Rundgang kam mir ein Peruaner entgegen, der mich auf einmal nach einem Blick auf meinen Reiseführer auf Deutsch ansprach, woher ich denn käme. Als ich antwortete, dass ich aus Süddeutschland sei, nicht weit weg von der Schweizer Grenze, fing er an, feinstes Schweizerdeutsch zu parlieren. Ich hab mich schier weggeschmissen vor Lachen ...
Die Inka-Cola hier schmeckt so wie der Reiseführer sagt: nach flüssigen Gummibären. Und damit lecker.
In Südamerika (zumindest ist mir das sowohl in Chile als auch in Peru aufgefallen) scheint es so zu sein, dass an oder in den katholischen Kirchen die Landesflagge und die des Vatikans hängt. Sehr lustig ...
Ich bin jetzt eine Woche unterwegs und habe schon soviel gesehen: Atlanta, Valpaíso, Viña del Mar, einen kleinen Teil von Santiago, die Atacama, Arequipa und jetzt Cuzco. Und es kommt ja noch Einiges!
Apropos: Meine Busverbindung nach La Paz am Samstag wird lustig. Ich habe jetzt erst einmal ein Ticket nach Puno am Titicaca-See und muss dann gucken, dass ich weiterkomme, bevor die Grenze zwischen Peru und Bolivien schließt. Wird schon schief gehen ...
Mittwoch, 6. Oktober 2010
Beinahe noch ein Fehler ...
Dieses Mal hatte ich Glück, dass meine Busgesellschaft Cruz del Sur, bei der ich mittlerweise fast Stammkunde bin und es zu bleiben gedenke, wenn alles so weiterläuft wie bisher, heute Morgen keinen Bus nach Cuzco im Angebot hatte, deswegen "musste" ich in Arequipa bleiben, obwohl ich hier nur wenige Stunden eingeplant hatte.
Ich bin trotzdem heute Morgen sehr früh aufgestanden, da ich gestern dann doch ebenfalls recht früh ins Bett gegangen und außerdem noch im meinem Hotel ein mittelprächtiger Knall alle Gäste aufweckte, ich vermute mal, dass es sich
um einen Wasserrohrbruch handelte, da in meine Dusche dann auch Wasser lief ...
Jedenfalls machte ich mich dann zeitig zur Plaza Principal (war ja nur einen Block weg, und das für 18 Euro in einem Einzelzimmer mit Bad), wo schon um acht Uhr Einiges los war, nicht so wie Hannah das aus Chile erzählt. Ich guckte mir dann die Kathedrale von Arequipa an, die ebenfalls sehr schön ist (siehe Fotos), vor allem, wenn man dahinter den Blick auf die Berge um Arequipa hat.
Danach setzte ich mich noch ein wenig auf die Plaza Principal, die sehr schön grün und einladend und überhaupt war und setzte mich dann in Bewegung, um den Stadtrundgang meines Reiseführers mehr oder weniger abzulaufen. Ich kam an der Jesuitenkirche vorbei (die noch zu war, aber sp
äter war ich dort), der Domikanerkirche und der Franziskanerkirche. Auffällig hier ist das Vulkangestein, aus dem die meisten dieser Gebäude sind, weil es offenbar dermaßen zum Bildhauen geeignet ist, dass selbst eine Bank und das Theater eine Fassade mit sehr detaillierten Bildhauerarbeiten haben ...
Ich war unsicher, ob ich in das Kloster Santa Catalina gehe, das erst 1970 von den Nonnen zur Besichtigung geöffnet wurde, aber die 35 Soles (knapp unter 10 Euro) haben sich absolut gelohnt: Das Kloster ist wirklich eine Stadt in der Stadt, mit Straßen (die auch Straßen heißen), einem Brunnen, einem Waschplatz, einem Friedhof und so weiter. Das kommt halt davon, wenn man so ein großes Kloster braucht (im 16. Jahrhundert), dass man einfach einen Teil der Altstadt ummauert ...
Danach ging mein Rundgang weiter, unter anderem über den Markt, wo ich aber die Essensstände nicht fand und dafür dann einer Chifa (chinesisch-peruanisches Restaurant) ein paar Meter weiter aß. Ich wollte mir noch ein Bierchen gönnen, aber der (deutsche) Biergarten, der auch peruanisches Bier im Angebot hatte, war leider noch zu, sodass ich in ein Restaurant ging. Halb aus Ver
legenheit, halb aus Verfressenheit probierte ich eine der peruanischen Nationalspeisen: Ceviche, roher Fisch (oder Meeresfrüchte) in Zitronensoße. Sehr lecker, aber das war mir dann alles viel zu viel. Aber ich hatte mein Bier: Arequipeña, besser als die chilenischen Lager.
Ich kaufte und schrieb Postkarten auf der Plaza Principal und ging dann gegen 17.30 Uhr zurück ins Hotel, nahm mein Gepäck entgegen, wartete 20 Sekunden auf ein freies Taxi (Unmengen hier!) und fuhr zum Terminal Terrestre, dem Busbahnhof. Jetzt habe ich ein VIP-Ticket für 122 Soles (ca. 31 Euro) mit einem Sitz, der sich angeblich zum Bett machen lässt, mal gucken, wie das wird. Morgen Früh komme ich in Cuzco an.
Ich habe von denen auch den Zugang zum Wifi bekommen: An meiner bisher ziemlich täglichen Berichterstattung kann m
an erkennen, dass das hier regelmäßig unproblematisch ist. Überhaupt muss ich sagen, dass ich mir Südamerika, mal wieder, falsch vorgestellt habe: Ich hätte es mir (bisher) etwas, nun, unorganisierter erwartet, aber (bisher!) hat alles wie am Schnürchen geklappt.
Arequipa nicht zu besuchen wäre also ein großer Fehler gewesen, es könnte sogar sein, dass das eine der Städte ist, in die ich mich verliebt habe ...
In einer der Kirche heute war ein Aushang (auf Spanisch, natürlich): "Schalte dein Handy aus. Der Herr möchte mit dir sprechen."
Fotos: Plaza Principal mit Kathedrale (in meiner unfassbaren Weisheit natürlich so fotografiert, dass die Palmen die Kirchtürme fast verdecken, sorry), Portal der Jesuitenkirche, kleine Straße im Kloster Santa Catalina und einige der Arequipa umgebenden Vulkane (im Vordergrund das Kloster nochmal)
Ich bin trotzdem heute Morgen sehr früh aufgestanden, da ich gestern dann doch ebenfalls recht früh ins Bett gegangen und außerdem noch im meinem Hotel ein mittelprächtiger Knall alle Gäste aufweckte, ich vermute mal, dass es sich
Jedenfalls machte ich mich dann zeitig zur Plaza Principal (war ja nur einen Block weg, und das für 18 Euro in einem Einzelzimmer mit Bad), wo schon um acht Uhr Einiges los war, nicht so wie Hannah das aus Chile erzählt. Ich guckte mir dann die Kathedrale von Arequipa an, die ebenfalls sehr schön ist (siehe Fotos), vor allem, wenn man dahinter den Blick auf die Berge um Arequipa hat.
Danach setzte ich mich noch ein wenig auf die Plaza Principal, die sehr schön grün und einladend und überhaupt war und setzte mich dann in Bewegung, um den Stadtrundgang meines Reiseführers mehr oder weniger abzulaufen. Ich kam an der Jesuitenkirche vorbei (die noch zu war, aber sp
Ich war unsicher, ob ich in das Kloster Santa Catalina gehe, das erst 1970 von den Nonnen zur Besichtigung geöffnet wurde, aber die 35 Soles (knapp unter 10 Euro) haben sich absolut gelohnt: Das Kloster ist wirklich eine Stadt in der Stadt, mit Straßen (die auch Straßen heißen), einem Brunnen, einem Waschplatz, einem Friedhof und so weiter. Das kommt halt davon, wenn man so ein großes Kloster braucht (im 16. Jahrhundert), dass man einfach einen Teil der Altstadt ummauert ...
Danach ging mein Rundgang weiter, unter anderem über den Markt, wo ich aber die Essensstände nicht fand und dafür dann einer Chifa (chinesisch-peruanisches Restaurant) ein paar Meter weiter aß. Ich wollte mir noch ein Bierchen gönnen, aber der (deutsche) Biergarten, der auch peruanisches Bier im Angebot hatte, war leider noch zu, sodass ich in ein Restaurant ging. Halb aus Ver
Ich kaufte und schrieb Postkarten auf der Plaza Principal und ging dann gegen 17.30 Uhr zurück ins Hotel, nahm mein Gepäck entgegen, wartete 20 Sekunden auf ein freies Taxi (Unmengen hier!) und fuhr zum Terminal Terrestre, dem Busbahnhof. Jetzt habe ich ein VIP-Ticket für 122 Soles (ca. 31 Euro) mit einem Sitz, der sich angeblich zum Bett machen lässt, mal gucken, wie das wird. Morgen Früh komme ich in Cuzco an.
Ich habe von denen auch den Zugang zum Wifi bekommen: An meiner bisher ziemlich täglichen Berichterstattung kann m
Arequipa nicht zu besuchen wäre also ein großer Fehler gewesen, es könnte sogar sein, dass das eine der Städte ist, in die ich mich verliebt habe ...
In einer der Kirche heute war ein Aushang (auf Spanisch, natürlich): "Schalte dein Handy aus. Der Herr möchte mit dir sprechen."
Fotos: Plaza Principal mit Kathedrale (in meiner unfassbaren Weisheit natürlich so fotografiert, dass die Palmen die Kirchtürme fast verdecken, sorry), Portal der Jesuitenkirche, kleine Straße im Kloster Santa Catalina und einige der Arequipa umgebenden Vulkane (im Vordergrund das Kloster nochmal)
Dienstag, 5. Oktober 2010
Der Mars. Oder vielleicht doch Peru?
Was ich die ganze Zeit noch hatte erwähnen wollen: Zwei Leute vor mir in der Schlange zur Einreise in die USA war Mario Theissen, der Motorsportchef vom BMW oder so ähnlich. Es war interessant zu sehen, dass er genauso die Fragen des US-Grenzers beantworten und Fingerabdrücke abgeben musste wie ich :-)
Heute Morgen früh aufgestanden, dann mit dem TransVip-Bus für 6.000 chilenische Pesos, etwa 9 Euro, zum Flughafen. Nach einigem Suchen den Check-in-Schalter gefunden, alles problemlos. Flug war auch in Ordnung, auch wenn ich leider in der Mitte saß und keinen Blick auf die Anden hatte. Muss mal gucken, ob ich beim Rückflug schon vorher einchecken kann, das hatte ich hier vergessen.
Die Vegetation in Arica im nördlichsten Zipfel Chiles war dann (natürlich) ganz anders als in Zentralchile um Santiago: Wüste, wohin das Auge blickt. Zum zweiten Mal in meinem Leben war ich so richtig in der (Sand-)Wüste. Hab mich dann am Flughafen von einem geschäftstüchtigen Taxifahrer anquatschen lassen (ich verstehe zumindest die elementaren Aussagen dann auch auf Spanisch) und bin dann mit ihm direkt nach Tacna gefahren (18 Euro für eine Strecke von, naja, 50 Kilometern mit zwei anderen im Taxi) anstatt billiger, aber umständlicher erst nach Arica in die Stadt nach Süden und dann wieder nach Norden nach Tacna. Außerdem hat er meine ganzen Ein- und Ausreisepapiere fertig gemacht und uns durch Grenze und Zoll gelotst; ich meine, das hätte ich auch selbst hinbekommen, aber so war es halt bequemer und nur mit vier Mann im Auto ging alles auch schneller, selbst wenn die Grenzkontrollen bei weitem nicht so mühsam waren wie meine beiden Reiseführer behaupten. So bin ich heute gleich in zwei Ländern auf der Panamericana unterwegs gewesen.
Sehr rührend fand ich, wie der Taxifahrer die zwei oder drei Male an Gedenksteinen für die auf der Straße Verunglückten kurz zum Gruß gehupt hat. Einmal waren die Eltern des Verunglückten gerade am Stein beschäftigt, da wurde besonders lange und laut gehupt, bis der Vater sich bedankte.
Das war aber das Einzige, was ich von der Fahrt mitbekam, da ich sonst fasziniert auf die Gegend hinausschaute: Kein Strauch, kein gar nichts, soweit das Auge blickt, und am Horizont ein paar Hügel, hinter denen sich wiederum die Anden vermuten lassen. Ganz anders als Valparaíso, aber nicht weniger beeindruckend. So stelle ich mir den Mars vor, jetzt abgesehen von der Straße und Strommasten.
Mein Taxifahrer brachte mich dann in Tacna zum Busbahnhof, wo er mir auch eine Busgesellschaft empfahl für meine heutige Fahrt nach Arequipa. Obwohl ich durch den Grenzübertritt eine Stunde gewonnen hatte, musste ich dann eineinhalb Stunden, um meinen Bus zu kriegen, aber Busfahren in Peru ist ein Erlebnis: Einchecken fast wie am Flughafen, und vor dem Einsteigen gibt's eine Sicherheitskontrolle mit Metalldetektor, während man in die aufgestellte Kamera gucken muss. Nach Abfahrt kommt der Steward nochmal durch und filmt nochmal alle ...
So, jetzt bin ich nach doch längerer Fahrt (sechseinhalb Stunden oder so) in Arequipa angekommen. Es wurde leider schon recht früh dunkel, aber vielleicht war es auf den Gebirgsstraßen, die zwar gut ausgebaut (schließlich die Panamericana!), aber halt doch kurvig waren, auch besser so. Nach kurzer und günstiger Taxifahrt fand ich mein angesteuertes Hotel nicht, dafür ist hier relativ in der Nähe eine ganze Menge anderer Hotels, wo ich jetzt ein schönes gefunden habe. Einzelzimmer mit eigenem Bad, aber leider kein abnehmbarer Duschkopf, aber das werde ich hoffentlich überleben ...
Vielleicht mache ich gleich noch einen kleinen Stadtbummel (es ist jetzt 20.30 Uhr hier), aber vielleicht gehe ich auch früh ins Bett heute ...
Montag, 4. Oktober 2010
Zeiten ändern sich
Heute war eigentlich ein relativ ruhiger Tag. Nach gemütlichem Aufstehen und Frühstück ging es zu Hannah, um dort meine Sachen unterzubringen. Danach gingen wir hoch auf einen Aussichtsplatz, von dem man abermals ganz Valparaíso ganz gut sehen konnte. Nach einigen Wirren fanden wir den Friedhof, auf den wir es abgesehen hatten, und waren ob der Vielzahl der deutschsprachigen Grabinschriften überrascht: Deutsch und Englisch ungefähr gleichauf, deutlich vor Spanisch ... Sehr interessant, wenn man aus den Grabaufschriften und ein weniger spanischer Namenskunde ganze Familiengeschichten aufrollen kann.
Danach ging ich zum Busbahnhof, fuhr problemlos nach Santiago, hier in der U-Bahn in das gestern gebuchte Hostel, checkte ein und machte mich dann auf den Weg zum Fußball. Leider hatte ich übersehen, dass der Kicker die Anfangszeiten natürlich in deutscher Zeit angibt und ich daher, als ich um 17.30 Uhr am Stadion ankam, das Spiel um knappe fünfeinhalb Stunden verpasst hatte. Intelligenzbestie, ich!
Danach bin ich halt in die Innenstadt von Santiago gefahren, hab mir den Präsidentenpalast, die Moneda, angeguckt und bin danach in das Ausgehviertel Santiagos, wo mich ein Kellner dann angelabert hat, irgendwas was von Berlin, Frankfurt am Meno etc. erzählte, sodass ich mich dann dort niederließ und, erste Mahlzeit seit dem Frühstück, dort eine Churrillada (Pommes, oben drauf Fleisch, oben drauf zwei Spiegeleier, lecker) aß und einen Liter Bier trank. Danach zurück zum Hostel, weil mein Flughafentransfer morgen (heute) schon um fünf Uhr morgens geht. Gute Nacht!
Danach ging ich zum Busbahnhof, fuhr problemlos nach Santiago, hier in der U-Bahn in das gestern gebuchte Hostel, checkte ein und machte mich dann auf den Weg zum Fußball. Leider hatte ich übersehen, dass der Kicker die Anfangszeiten natürlich in deutscher Zeit angibt und ich daher, als ich um 17.30 Uhr am Stadion ankam, das Spiel um knappe fünfeinhalb Stunden verpasst hatte. Intelligenzbestie, ich!
Danach bin ich halt in die Innenstadt von Santiago gefahren, hab mir den Präsidentenpalast, die Moneda, angeguckt und bin danach in das Ausgehviertel Santiagos, wo mich ein Kellner dann angelabert hat, irgendwas was von Berlin, Frankfurt am Meno etc. erzählte, sodass ich mich dann dort niederließ und, erste Mahlzeit seit dem Frühstück, dort eine Churrillada (Pommes, oben drauf Fleisch, oben drauf zwei Spiegeleier, lecker) aß und einen Liter Bier trank. Danach zurück zum Hostel, weil mein Flughafentransfer morgen (heute) schon um fünf Uhr morgens geht. Gute Nacht!
Sonntag, 3. Oktober 2010
Ja, hier ist Frühling ...
... und deshalb habe ich nach einem schönen, sonnigen Tag bei 23-25 Grad jetzt einen lecker Sonnenbrand auf meiner so üppig bewachsenen Kopfhaut. Ärgerlich und doof, aber morgen werde ich das, was ich vergessen habe, Hut und Sonnencreme, einkaufen und dann geht's hoffentlich klüger weiter.
Heute waren wir zunächst hier im Cerro Alegre, einem der besonders weltkulturerbewürdigen Cerros (Hügel) dieser Stadt, zum Frühstück. Nachdem wir dann endlich zahlen konnten, haben wir einen kurzen Spaziergang durch die Stadt gemacht, mir einen Adapter gekauft (im Supermarkt, aber eben auch da die Sonnencreme vergessen) und sind dann mit der Metro, der S-Bahn zwischen Valparaíso und Viña del Mar, eben nach Viña gefahren. Während Valpo (Valparaíso) eine, wie H. richtig sagte, authentische Stadt ist, ist Viña eher Touristenhochburg, kein Wunder bei dem schönen Strand. Nach einem längeren Rundgang fuhren wir dann zurück in Richtung Valpo und aßen hier neben einem anderen Fischmarkt (als dem gestern) wieder sehr, sehr gut. Heute habe ich meinen ersten Pisco getrunken. Kann aber sein, dass wir nicht die allerbesten Freunde werden, der Pisco und ich ... Unter Flucht vor den letzten Sonnenstrahlen ging es dann nach und durch Valparaíso, wo wir an einem Straßenstand noch einen Nachtisch aßen. Jetzt haben H. und ich uns für zwei Stunden getrennt, ich sitze im Hostel und habe gerade ein wenig meine Rübe gekühlt, um 20 Uhr treffen wir uns zum Abendbierchen mit einem deutschen Kumpel von ihr.
Morgen geht es dann morgens/mittags zu H., da ich mein Gepäck bei ihr unterstellen darf, dann abends nach Santiago, weil übermorgen mein Flug nach Norden ja schon recht früh geht.
Was fällt einem hier in Chile bzw. in Valparaíso auf? Viele Flaggen hängen an Häusern, Autos und überall, wo sonst noch Flaggen hängen können, fast wie in den USA (wobei das auch damit zusammenhängen kann, dass hier vor zwei Wochen der 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung gefeiert wurde). Viele Straßenhunde sind auf den Straßen unterwegs, manche durchaus lieb guckend, andere, die, naja, wie Straßenköter aussehen. Knutschende und fummelnde Pärchen an allen möglichen und unmöglichen öffentlichen Orten, weil sie das zuhause offiziell nicht dürfen (aber in der Öffentlichkeit habe ich bisher niemanden gesehen, der diese Paare schief angesehen hätte).
Ein paar Bilder: Aus dem Flugzeug ein Blick auf den nicht so grünen Teil Chiles, ein Ascensor (ein Freiluftaufzug, von denen es hier in Valpo etliche gibt), und der Strand in Viña del
Mar.
Heute waren wir zunächst hier im Cerro Alegre, einem der besonders weltkulturerbewürdigen Cerros (Hügel) dieser Stadt, zum Frühstück. Nachdem wir dann endlich zahlen konnten, haben wir einen kurzen Spaziergang durch die Stadt gemacht, mir einen Adapter gekauft (im Supermarkt, aber eben auch da die Sonnencreme vergessen) und sind dann mit der Metro, der S-Bahn zwischen Valparaíso und Viña del Mar, eben nach Viña gefahren. Während Valpo (Valparaíso) eine, wie H. richtig sagte, authentische Stadt ist, ist Viña eher Touristenhochburg, kein Wunder bei dem schönen Strand. Nach einem längeren Rundgang fuhren wir dann zurück in Richtung Valpo und aßen hier neben einem anderen Fischmarkt (als dem gestern) wieder sehr, sehr gut. Heute habe ich meinen ersten Pisco getrunken. Kann aber sein, dass wir nicht die allerbesten Freunde werden, der Pisco und ich ... Unter Flucht vor den letzten Sonnenstrahlen ging es dann nach und durch Valparaíso, wo wir an einem Straßenstand noch einen Nachtisch aßen. Jetzt haben H. und ich uns für zwei Stunden getrennt, ich sitze im Hostel und habe gerade ein wenig meine Rübe gekühlt, um 20 Uhr treffen wir uns zum Abendbierchen mit einem deutschen Kumpel von ihr.
Morgen geht es dann morgens/mittags zu H., da ich mein Gepäck bei ihr unterstellen darf, dann abends nach Santiago, weil übermorgen mein Flug nach Norden ja schon recht früh geht.
Was fällt einem hier in Chile bzw. in Valparaíso auf? Viele Flaggen hängen an Häusern, Autos und überall, wo sonst noch Flaggen hängen können, fast wie in den USA (wobei das auch damit zusammenhängen kann, dass hier vor zwei Wochen der 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung gefeiert wurde). Viele Straßenhunde sind auf den Straßen unterwegs, manche durchaus lieb guckend, andere, die, naja, wie Straßenköter aussehen. Knutschende und fummelnde Pärchen an allen möglichen und unmöglichen öffentlichen Orten, weil sie das zuhause offiziell nicht dürfen (aber in der Öffentlichkeit habe ich bisher niemanden gesehen, der diese Paare schief angesehen hätte).
Ein paar Bilder: Aus dem Flugzeug ein Blick auf den nicht so grünen Teil Chiles, ein Ascensor (ein Freiluftaufzug, von denen es hier in Valpo etliche gibt), und der Strand in Viña del
Freitag, 1. Oktober 2010
Angekommen in Valparaíso
So, bin sehr gut hier in Valparaíso angekommen, habe auch fast auf Anhieb mein Hostel gefunden. Die Dame dort spricht zwar nur Spanisch, obwohl das Hostel angeblich von Deutschen geführt wird, aber naja, macht nichts. Mehr macht mir aus, dass das Internet dort nicht funktioniert. Das ist ärgerlich, deshalb sitze ich jetzt hier in einem Internet-Café, in dem Skype nicht funktioniert und der Rechner ziemlich langsam ist ...
Aber zu gestern: Bin dann einigermassen betrunken zurück zum Flughafen gefahren und habe dort festgestellt, dass die Sicherheitskontrolle am Ausgang (siehe Eintrag von gestern) vielleicht doch nicht ganz so doof ist: Es gibt naemlich nur eine Sicherheitskontrolle am ganzen Flughafen von Atlanta, und der gilt für alle Flüge. Und wenn man aus dem Ausland kommt, kann man fast verstehen, dass die einem nicht trauen. Bin dann dort einen Körperscanner geschickt worden, tut nicht weh ...
Flug ging pünktlich und war problemlos, war so müde, dass ich sogar ein wenig schlafen konnte! Ankunft dann hier in Chile ohne Probleme, Einreise auch (musste ja als Deutscher anders als die Amis, Kanadier und noch ein paar andere keinen "Reciprocity fee" zahlen, da Deutschland von Chilenen kein Visum verlangt). Mein Pass scheint gesponnen zu haben, da der Grenzer die Daten händisch eingegeben hat, aber das wird schon passen. Geld abheben hat im zweiten Versuch geklappt, dann mit dem Bus zum Busbahnhof, von dort völlig problemlos in den grossen Bus hier nach Valparaíso, hier schon nach 80 statt 120 Minuten angekommen. Dann längeren Stadtrundgang gemacht (erst, weil ich nach dem ganzen Sitzen ein wenig laufen wollte, dann, weil ich das Taxi-System hier noch nicht so ganz verstehe), schliesslich mit dem Aufzug (davon gibt es hier etliche, weil die Stadt so am Hügel liegt) in mein Stadtviertel (alles noch mit Koffer ...) und dann eingecheckt im Hostel und ersteinmal geduscht. Sehr angenehm.
Danach erleichterter Spaziergang durch die Stadt, am Fischmarkt sehr gut gegessen (Meeresfrüchte-Suppe, Riesenportion für vier Euro, danach aus Verfressenheit noch einen Fisch für fünf Euro, Bier und Sprite je 1,50 Euro), dann weiterer Aufzug mit fantastischem Blick auf Stadt, Bucht und Hafen.
Danach zurück ins Hotel, Fotos gesichert und jetzt halt im Internet-Café. Heute Abend treffe ich mich vielleicht/hoffentlich noch mit H. Deswegen bleibe ich jetzt wach, bin todmüde, aber es ist halt erst kurz vor 18 Uhr hier ...
Fotos, wenn das mit dem WLAN mal wieder klappt.
Aber zu gestern: Bin dann einigermassen betrunken zurück zum Flughafen gefahren und habe dort festgestellt, dass die Sicherheitskontrolle am Ausgang (siehe Eintrag von gestern) vielleicht doch nicht ganz so doof ist: Es gibt naemlich nur eine Sicherheitskontrolle am ganzen Flughafen von Atlanta, und der gilt für alle Flüge. Und wenn man aus dem Ausland kommt, kann man fast verstehen, dass die einem nicht trauen. Bin dann dort einen Körperscanner geschickt worden, tut nicht weh ...
Flug ging pünktlich und war problemlos, war so müde, dass ich sogar ein wenig schlafen konnte! Ankunft dann hier in Chile ohne Probleme, Einreise auch (musste ja als Deutscher anders als die Amis, Kanadier und noch ein paar andere keinen "Reciprocity fee" zahlen, da Deutschland von Chilenen kein Visum verlangt). Mein Pass scheint gesponnen zu haben, da der Grenzer die Daten händisch eingegeben hat, aber das wird schon passen. Geld abheben hat im zweiten Versuch geklappt, dann mit dem Bus zum Busbahnhof, von dort völlig problemlos in den grossen Bus hier nach Valparaíso, hier schon nach 80 statt 120 Minuten angekommen. Dann längeren Stadtrundgang gemacht (erst, weil ich nach dem ganzen Sitzen ein wenig laufen wollte, dann, weil ich das Taxi-System hier noch nicht so ganz verstehe), schliesslich mit dem Aufzug (davon gibt es hier etliche, weil die Stadt so am Hügel liegt) in mein Stadtviertel (alles noch mit Koffer ...) und dann eingecheckt im Hostel und ersteinmal geduscht. Sehr angenehm.
Danach erleichterter Spaziergang durch die Stadt, am Fischmarkt sehr gut gegessen (Meeresfrüchte-Suppe, Riesenportion für vier Euro, danach aus Verfressenheit noch einen Fisch für fünf Euro, Bier und Sprite je 1,50 Euro), dann weiterer Aufzug mit fantastischem Blick auf Stadt, Bucht und Hafen.
Danach zurück ins Hotel, Fotos gesichert und jetzt halt im Internet-Café. Heute Abend treffe ich mich vielleicht/hoffentlich noch mit H. Deswegen bleibe ich jetzt wach, bin todmüde, aber es ist halt erst kurz vor 18 Uhr hier ...
Fotos, wenn das mit dem WLAN mal wieder klappt.
Donnerstag, 30. September 2010
"Zwischenmeldung aus Atlanta" oder "Der Kampf mit der Salatsoße"
So, ich bin gut in Atlanta angekommen und sitze gerade im Hard Rock Café (mein drittes nach München und Niagara Falls, nein, ich fange nicht an zu zählen ...) downtown Atlanta, ohne zu wissen, was mein Budweiser kostet, aber mehr als 10 Dollar (mit Trinkgeld) hoffe ich mal nicht ...
Nachdem ich vorgestern noch mein Hotel in Machu Picchu (bzw. Aguascalientes) gebucht hatte, bin ich heute Morgen um ein Uhr (morgens) aufgestanden. Um 2.00 Uhr ging es in Richtung Flughafen München, wo wir um 5.40 Uhr ankamen. Ich konnte noch nicht mein Gepäck abgeben, also gingen meine Ma, eine Bekannte von uns und ich noch frühstücken. Sie verließen mich dann gegen halb sieben, und so gegen 7 Uhr konnte ich einchecken. Jetzt weiß ich, wie die Israelis ihre Kurzbefragungen machen, denn Delta macht sowas auch: Habe ich selbst gepackt? Habe ich das Gepäck aus den Augen gelassen? Habe ich Geschenke dabei? Und so weiter ... Ich scheine das Ding ganz gut überstanden zu haben, jedenfalls haben sie mich durchgelassen. Mein Gepäck wird wider Erwarten (hoffentlich) bis Santiago durchgecheckt, sodass ich zumindest das nicht hier in den USA durch den Zoll schleusen musste. Die Sicherheitskontrolle in München war unproblematisch, alles einigermaßen locker.
Der Flug ging dann eine knappe Stunde später als geplant los, weil die Münchner den Finger zum Flugzeug nicht vom Flieger wegbekommen haben ... Flug ereignislos, außer, dass ich den Kampf mit der Salatsoße (und später mit der Pizza) verloren und mich beschlabbert habe. Ein netter Ami neben mir, der mir sogar sein Brötchen überlassen hat. Der Flug verlief über die Bretagne und Bermuda, gelandet in Atlanta etwas holprig.
Einreise halt umständlich, zumal gerade mal die Hälfte der Slots besetzt waren, aber dafür war mein Grenzer (wie bisher alle Ami-Grenzer) ziemlich freundlich. Neuer Stempel im Pass, und man braucht diesen grünen Zettel nicht mehr :-) Zoll problemlos, aber danach musste man, um aus dem Flughafen raus(!) zu kommen, durch eine weitere Sicherheitskontrolle. Total sinnlos ...
Skyline von Atlanta schon aus dem Flieger und dann aus MARTA, der U-/S-Bahn von Atlanta, gesehen. Schon auch schick. 2 $ pro Weg plus 50 ct für die Breeze-Karte (hab ich mir aufschwatzen lassen ...). Die Amis wie immer: gewöhnungsbedürftig, aber sehr freundlich. Meine Barkeeperin hier im Hard Rock Café spricht sogar ein ganz klein wenig Deutsch ...
So, in ein, anderthalb Stunden geht es wieder mit MARTA zum Flughafen, durch mal schauen wie viele Gepäckkontrollen, und dann ab nach Santiago de Chile. Chile wird mein 65. Land, Südamerika mein fünfter Kontinent.
Morgen freue ich mich auf die Dusche. Achja, Zimmer bestellen hat (bisher) nicht geklappt, H. (die Freundin, die ich besuche) werde ich frühestens morgen Abend sehen, aber das ist alles halb so schlimm. Unterwegs zu sein ist immer schön, und Georgia habe ich mir ganz anders vorgestellt. Aus dem Flieger sieht es, wenn man die Riesenmalls ausklammert, aus wie in Deutschland ...
Langer Rede kurzer Sinn: Bisher alles ganz lustig und gut.
Nachdem ich vorgestern noch mein Hotel in Machu Picchu (bzw. Aguascalientes) gebucht hatte, bin ich heute Morgen um ein Uhr (morgens) aufgestanden. Um 2.00 Uhr ging es in Richtung Flughafen München, wo wir um 5.40 Uhr ankamen. Ich konnte noch nicht mein Gepäck abgeben, also gingen meine Ma, eine Bekannte von uns und ich noch frühstücken. Sie verließen mich dann gegen halb sieben, und so gegen 7 Uhr konnte ich einchecken. Jetzt weiß ich, wie die Israelis ihre Kurzbefragungen machen, denn Delta macht sowas auch: Habe ich selbst gepackt? Habe ich das Gepäck aus den Augen gelassen? Habe ich Geschenke dabei? Und so weiter ... Ich scheine das Ding ganz gut überstanden zu haben, jedenfalls haben sie mich durchgelassen. Mein Gepäck wird wider Erwarten (hoffentlich) bis Santiago durchgecheckt, sodass ich zumindest das nicht hier in den USA durch den Zoll schleusen musste. Die Sicherheitskontrolle in München war unproblematisch, alles einigermaßen locker.
Der Flug ging dann eine knappe Stunde später als geplant los, weil die Münchner den Finger zum Flugzeug nicht vom Flieger wegbekommen haben ... Flug ereignislos, außer, dass ich den Kampf mit der Salatsoße (und später mit der Pizza) verloren und mich beschlabbert habe. Ein netter Ami neben mir, der mir sogar sein Brötchen überlassen hat. Der Flug verlief über die Bretagne und Bermuda, gelandet in Atlanta etwas holprig.
Einreise halt umständlich, zumal gerade mal die Hälfte der Slots besetzt waren, aber dafür war mein Grenzer (wie bisher alle Ami-Grenzer) ziemlich freundlich. Neuer Stempel im Pass, und man braucht diesen grünen Zettel nicht mehr :-) Zoll problemlos, aber danach musste man, um aus dem Flughafen raus(!) zu kommen, durch eine weitere Sicherheitskontrolle. Total sinnlos ...
Skyline von Atlanta schon aus dem Flieger und dann aus MARTA, der U-/S-Bahn von Atlanta, gesehen. Schon auch schick. 2 $ pro Weg plus 50 ct für die Breeze-Karte (hab ich mir aufschwatzen lassen ...). Die Amis wie immer: gewöhnungsbedürftig, aber sehr freundlich. Meine Barkeeperin hier im Hard Rock Café spricht sogar ein ganz klein wenig Deutsch ...
So, in ein, anderthalb Stunden geht es wieder mit MARTA zum Flughafen, durch mal schauen wie viele Gepäckkontrollen, und dann ab nach Santiago de Chile. Chile wird mein 65. Land, Südamerika mein fünfter Kontinent.
Morgen freue ich mich auf die Dusche. Achja, Zimmer bestellen hat (bisher) nicht geklappt, H. (die Freundin, die ich besuche) werde ich frühestens morgen Abend sehen, aber das ist alles halb so schlimm. Unterwegs zu sein ist immer schön, und Georgia habe ich mir ganz anders vorgestellt. Aus dem Flieger sieht es, wenn man die Riesenmalls ausklammert, aus wie in Deutschland ...
Langer Rede kurzer Sinn: Bisher alles ganz lustig und gut.
Mittwoch, 4. August 2010
Machu Picchu gebucht
So, habe jetzt den Zug von Cuzco nach Machu Picchu gebucht (daher ist in der Karte nun Peru auch hellgrün): Am 7. Oktober früh morgens fahre ich nach Aguas Calientes, übernachte dort und werde voraussichtlich am 8. Oktober morgens hoch nach Machu Picchu fahren und dann am Nachmittag zurück nach Cuzco.
Der vorläufige Plan sieht jetzt so aus, dass ich am 4. Oktober nach Arica komme, von dort zügig nach Tacna in Peru fahre und von dort weiter nach Arequipa, wo ich am 4. oder 5. Oktober ankomme. Ich will mir die Stadt ein wenig ansehen (ist ja immerhin auch ein Weltkulturerbe) und dann irgendwann nach Cuzco aufbrechen und mir auch die Stadt angucken. Wie es dann nach Cuzco weitergeht, ist die Frage, ich hoffe aber, dass ich nach Bolivien komme, und am 12. Oktober geht es ja schon wieder zurück nach Santiago de Chile ...
Der vorläufige Plan sieht jetzt so aus, dass ich am 4. Oktober nach Arica komme, von dort zügig nach Tacna in Peru fahre und von dort weiter nach Arequipa, wo ich am 4. oder 5. Oktober ankomme. Ich will mir die Stadt ein wenig ansehen (ist ja immerhin auch ein Weltkulturerbe) und dann irgendwann nach Cuzco aufbrechen und mir auch die Stadt angucken. Wie es dann nach Cuzco weitergeht, ist die Frage, ich hoffe aber, dass ich nach Bolivien komme, und am 12. Oktober geht es ja schon wieder zurück nach Santiago de Chile ...
Freitag, 23. Juli 2010
Hoch in die Anden
So, heute habe ich den Flug von Santiago nach Arica im äußersten Norden Chiles und zurück gebucht: Am 4. Oktober geht es morgens um 7.15 Uhr in den Norden, am 12. Oktober geht es zurück in die Hauptstadt Chiles, in der ich abends um 18.35 Uhr ankomme.
Mein vorläufiger Plan sieht so aus, dass ich versuche, den Zug oder einen Bus hoch nach La Paz noch am 4. Oktober zu kriegen, den 5. Oktober in La Paz zu verbringen, am 6. Oktober von La Paz über den Titicaca-See nach Puno zu fahren, am 7. Oktober von Puno nach Cusco, am 8. Oktober von Cusco nach Machu Picchu und am 9. Oktober zurück. Am 10. Oktober ginge es mit dem Bus nach Arequipa und am 11. Oktober über Tacna zurück nach Arica, wo ich den Morgen des 12. Oktober verbringen könnte.
Ich scheine es wirklich nicht zu lernen, mal ein oder zwei Tage Pause irgendwo einzubauen ... Allerdings habe ich ja an den ersten Tagen in Chile (1., 2. und 3. Oktober) und an den letzten Tagen (13. und 14.) noch ein bisschen Erholung, sofern ich da nicht nach Argentinien fahre :-).
Wahrscheinlich schaue ich mir dann Santiago am 13. und 14. an, weil ich die ersten Tage wohl in Valparaíso und Umgebung sein will, da die Freundin, die ich besuche, am Wochenende vielleicht frei hat.
Und auf dem Rückweg kann es passieren, dass ich noch einen Schulfreund in Atlanta treffe.
Also, mal wieder volles Programm und von Urlaub keine Rede.
Mein vorläufiger Plan sieht so aus, dass ich versuche, den Zug oder einen Bus hoch nach La Paz noch am 4. Oktober zu kriegen, den 5. Oktober in La Paz zu verbringen, am 6. Oktober von La Paz über den Titicaca-See nach Puno zu fahren, am 7. Oktober von Puno nach Cusco, am 8. Oktober von Cusco nach Machu Picchu und am 9. Oktober zurück. Am 10. Oktober ginge es mit dem Bus nach Arequipa und am 11. Oktober über Tacna zurück nach Arica, wo ich den Morgen des 12. Oktober verbringen könnte.
Ich scheine es wirklich nicht zu lernen, mal ein oder zwei Tage Pause irgendwo einzubauen ... Allerdings habe ich ja an den ersten Tagen in Chile (1., 2. und 3. Oktober) und an den letzten Tagen (13. und 14.) noch ein bisschen Erholung, sofern ich da nicht nach Argentinien fahre :-).
Wahrscheinlich schaue ich mir dann Santiago am 13. und 14. an, weil ich die ersten Tage wohl in Valparaíso und Umgebung sein will, da die Freundin, die ich besuche, am Wochenende vielleicht frei hat.
Und auf dem Rückweg kann es passieren, dass ich noch einen Schulfreund in Atlanta treffe.
Also, mal wieder volles Programm und von Urlaub keine Rede.
Donnerstag, 22. Juli 2010
Wieso 206?
Eine Schulkameradin fragte mich neulich, wieviele Länder ich denn zählen würde? "192?" "Nein", antwortete ich, "ich zähle 206." Leider kamen wir nicht dazu, uns in die Diskussion zu vertiefen, wieso es denn jetzt genau 206 Länder auf dieser Welt wären. Das will ich hier kurz erläutern, auch wenn mir durchaus klar ist, dass meine Zählweise auf jeden Fall diskutabel, auf keinen Fall maßgeblich für irgendetwas anderes als die Zählung meiner Liste ist.
Die niedrigste Zahl, die man sinnvollerweise als Länderzahl einordnen kann, liegt bei 193, die höchste bei 230, 250? Wie das?
Nun, meine Schulkameradin lag mit ihren 192 nicht nur nicht so ganz falsch, sondern sogar ziemlich richtig: Es gibt nämlich genau 192 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Dazu zählen die Vereinigten Staaten natürlich genauso wie Deutschland oder Afghanistan, aber auch so schöne Länder wie São Tomé und Príncipe (im Atlantik vor Westafrika), Antigua und Barbuda (ein Land, in der Karibik) oder mein persönlicher Favorit, Nauru, im Pazifik (war übrigens mal deutsche Kolonie und ist die kleinste Republik der Welt). So, das war der einfache Teil. Auch wenn diese Staaten sich nicht alle untereinander anerkennen (Südkorea erkennt Nordkorea nicht an und umgekehrt, manche arabischen Staaten anerkennen Israel nicht, und die Türkei betrachtet die Republik Zypern nicht als souveränen Staat), besteht doch Konsens, dass alle diese 192 Staaten unabhängige Länder sind.
Die restlichen 14 Länder, die ich als solche zähle, sind wesentlich schwieriger, und fast jedes ist irgendwie ein Einzelfall.
Man kann aber zehn davon einigermaßen zusammenfassen, und zwar als Länder, die von mindestens einem Mitgliedstaat der Vereinten Nationen diplomatisch anerkannt werden.
In diese Kategorie gehört der Vatikanstaat, das kleinste Land der Welt, der Papst ist sein Staatsoberhaupt. Der Vatikanstaat selbst hat keinerlei (!) diplomatische Beziehungen, für ihn übernimmt das der Heiliger Stuhl (vulgo: der Papst), der ein eigenständiges und vom Vatikanstaat verschiedenes (!) Völkerrechtssubjekt ist. Deshalb meine Ausdrucksweise "diplomatisch anerkannt", nicht "diplomatische Beziehungen haben", denn der Heilige Stuhl ist kein Staat, die Vatikanstadt hat keine diplomatischen Beziehungen ... Alles klar?
Ebenfalls Sonderfälle sind die Cookinseln und Niue. Diese beiden Gebiete stehen in freier Assoziierung mit Neuseeland. Was heißt das? Die Bürger dieser beiden Länder sind neuseeländische Staatsbürger, Neuseeland ist für die äußere Sicherheit verantwortlich. Andererseits haben die Cookinseln mit vielen Staaten (unter anderem mit Deutschland und auch mit Neuseeland) diplomatische Beziehungen, Niue hat diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China. Beide werden also von UNO-Mitgliedstaaten anerkannt und gelten damit nach meiner Liste als unabhängige Staaten. Neuseeland hat übrigens sogar ein eigenes Gesetz, das bestimmt, dass die Diplomaten der Cookinseln in Neuseeland diplomatische Immunität genießen, obwohl sie ja neuseeländische Staatsbürger sind. Es gibt auch andere Gebiete, die relativ autonom sind (etwa viele britische Überseegebiete), aber da diese von niemandem diplomatisch anerkannt sind (und sich auch nicht für unabhängig erklärt haben), zähle ich die britischen Überseegebiete zum Vereinigten Königreich, auch wenn ich für sie eigene Listen habe ...
Die Westsahara ist eine ehemalige spanische Kolonie, die sich beim Abzug der Spanier Marokko und Mauretanien (das ein paar Jahre später auch wieder abgezogen ist) unter den Nagel gerissen haben. Marokko hat inzwischen die ganze Westsahara annektiert und übt über den Großteil auch tatsächliche Gewalt aus, der Rest wird von der Befreiungsorganisation, der Frente Polisario, gehalten. Es gibt etliche Länder, die die Westsahara (mit der Frente Polisario als Regierung) anerkennen, also tue ich das auch.
Auch Palästina wird von etlichen Staaten diplomatisch anerkannt (die meisten anerkennen dafür Israel nicht an), deshalb tue auch ich das. Bei der Westsahara und bei Palästina ist auch eine Frage spannend, die bei vielen anderen Ländern weniger bedeutsam ist, weil das dort einigermaßen klar ist: Was zählt denn dazu? Zählt Ost-Jerusalem zu Palästina, weil es von Palästina beansprucht wird, weil es vor 1967 jordanisch war? Oder zählt es zu Israel, weil die Israelis es annektiert haben und besetzen? Genügt es, um die Westsahara besucht zu haben, im ziemlich sicheren und ziemlich leicht erreichbaren Gebiet gewesen zu sein, das von Marokko kontrolliert wird? Oder muss ich in den Zeltlagern der Frente Polisario gewesen sein? Kurzum: Muss ich nur im beanspruchten oder auch im tatsächlich kontrollierten Gebiet gewesen sein? Ich persönlich neige bei der Westsahara und bei Palästina zur ersteren Aussage, dass ich nur im von den Regierungen beanspruchten Gebiet gewesen sein muss. In keinem Fall zähle ich Ost-Jerusalem zu Israel oder die Westsahara zu Marokko, also muss das Gebiet irgendwo dazugehören, und daher zählt es für mich zu Palästina bzw. zur Westsahara.
Die Frage stellt sich nicht in den fünf Weltgegenden, in denen eine Macht das von ihr beanspruchte Gebiet auch (mehr oder weniger vollständig) kontrolliert. Da ich immer irgendwo sein muss, aber auch gleichzeitig nur in einem Land sein kann, bin im Kosovo und nicht in Serbien, wenn ich in Prishtina bin (von Deutschland und vielen anderen Staaten anerkannt), bin ich in Abchasien oder in Südossetien (jeweils von Russland, Nicaragua, Venezuela und, wieder mal, Nauru anerkannt) und nicht in Georgien, wenn ich in Suchumi oder Zchinwali im Café sitze, bin ich im von der Türkei anerkannten Nordzypern und nicht in der Republik Zypern (Südzypern), wenn ich in Famagusta am Strand liege, und bin ich in Taiwan (in der Republik China, die von etwa 20 Staaten anerkannt wird) und nicht in der Volksrepublik China, wenn ich mir in Taipeh einen Wolkenkratzer angucke. Natürlich bin ich aber, auch wenn die Republik China das behauptet, ebensowenig in derselben, wenn ich in Peking oder Shanghai eine gefälschte Uhr kaufe.
Also: Es gibt keine genaue Regel, wo ich gewesen sein muss, um in einem Land gewesen zu sein, ich verlasse mich hier auf den gesunden Menschenverstand, aber in der Regel wird in Streitfragen ein umstrittenes Land in den Grenzen betrachtet, in denen es anerkannt ist.
So, jetzt sind wir bei 202 Ländern, es fehlen noch vier. Zwei davon sind einfach, weil sie die obige Argumentation nur noch ein zweites oder drittes Mal durchlaufen. Also: Abchasien wird von mir als Land anerkannt, weil es von mindestens einem (in diesem Fall vier) UNO-Mitgliedstaaten anerkannt wird (1. Schritt). Der 2. Schritt lautet nun: Transnistrien wird als Land anerkannt, weil es von Abchasien anerkannt wird. Und der 3. Schritt ist, dass Bergkarabach als Land anerkannt wird, weil es, ja, richtig, von Transnistrien anerkannt wird.
Aber langsam: Die meisten Menschen wissen nicht, dass die Nachfolgestaaten der Sowjetunion reich an spannenden völkerrechtlichen Fragen sind, und Transnistrien und Bergkarabach gehören dazu. Transnistrien ist ein kleiner Streifen moldawischen Gebiets östlich des Dnjesters (deswegen Trans-Nistrien), das sich Anfang der 1990er-Jahre von Moldawien losgesagt hat und nun zwischen Moldawien und der Ukraine eingequetscht ist. Abchasien und Südossetien anerkennen Transnistrien als unabhängig, also, taaraa, folge ich auch diesem Votum.
Die Umdrehung geht mit Bergkarabach weiter, das von Transnistrien, das von Abchasien, das von Russland anerkannt wird. Es war, auch Anfang der 1990er-Jahre, Gegenstand eines Krieges und ist auch heute noch Gegenstand eines tiefen Hasses zwischen Aserbaidschan (zu dem es nach Ansicht aller UNO-Mitgliedstaaten gehört) und Armenien (das es besetzt hält). Die meisten Einwohner Bergkarabachs bei Kriegsausbruch und praktisch alle heutigen waren und sind ethnische Armenier, die nicht unter aserbaidschanischer Herrschaft leben wollten. Auch heute wird jedem, der ein bergkarabachisches Visum im Pass hat, die Einreise nach Aserbaidschan verwehrt (wenn man nicht festgenommen wird), und erst vor ein paar Wochen fragte mich ein armenischer Student, was ich denn bitteschön in Aserbaidschan gemacht habe, als ich nichtsahnend von unserer Fußballtour erzählte.
So, mit Transnistrien (in das meine Ma und ich ja im Dezember wollen) und Bergkarabach sind wir bei 204 Ländern.
Nummer 205 kommt dank meiner Auffangregel durch: Jedes Land, das unabhängig sein will und auch tatsächliche Kontrolle über sein Hoheitsgebiet hat, mit Staatsvolk, Staatsgebiet und Staatsgewalt, jedes Land, das die Montevideo-Konvention erfüllt, wird von mir als unabhängig anerkannt. Im Moment betrifft das nur Somaliland, den einzigen stabilen Teil von Somalia, in dem es etwas wie eine (im Übrigen gar nicht einmal so undemokratische) Regierung gibt. Diese ganzen Mikrostaaten wie Sealand und weiß der Teufel betrachte ich nicht als Staaten: Fünf Mann sind kein Staatsvolk und eine Bohrinsel ist kein Staatsgebiet. Basta ...
So, jetzt haben wir fast alle Gebiete der Erde abgehakt. Abhängige Gebiete gehören grundsätzlich zur verwaltenden Macht (Puerto Rico zu den USA, die Falklands zum Vereinigten Königreich, die Kerguelen zu Frankreich, die Weihnachtsinseln zu Australien und so weiter), nur ein Gebiet gibt es noch, wo das so eine Sache ist mit der verwaltenden Macht, nämlich das Gebiet, für das es nach einem völkerrechtlichen Vertrag keine verwaltende Macht gibt, und das ist die Antarktis, und hier, genauer, der Kontinent Antarktika. Obwohl einige Staaten (etwa Argentinien, Australien und Frankreich) Ansprüche haben, sind diese durch den Antarktis-Vertrag eingefroren, und auf einen Teil der Antarktis gibt es überhaupt keine Ansprüche. Daher zähle ich ganz Antarktika, auch die Gebiete, die formal anderen Staaten einverleibt sind, als ein einzelnes weiteres Land dieser Erde.
Und damit sind wir bei 206 Ländern dieser Welt.
What's next? Nun, auf meinem Radar sind zur Zeit vor allem der Südsudan, in dem Anfang 2011 ein Referendum über die Unabhängigkeit stattfindet, Neukaledonien, ein Überseegebiet Frankreichs, in dem ab 2014 eine solche Volksabstimmung stattfinden kann, und Bougainville, ein Gebiet, das heute zu Papua-Neuguinea gehört, wo auch um diesen Dreh herum abgestimmt werden dürfte. Ich bin sehr gespannt, was passiert, bis ich in die Nähe der Vollständigkeit komme ...
Die niedrigste Zahl, die man sinnvollerweise als Länderzahl einordnen kann, liegt bei 193, die höchste bei 230, 250? Wie das?
Nun, meine Schulkameradin lag mit ihren 192 nicht nur nicht so ganz falsch, sondern sogar ziemlich richtig: Es gibt nämlich genau 192 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen. Dazu zählen die Vereinigten Staaten natürlich genauso wie Deutschland oder Afghanistan, aber auch so schöne Länder wie São Tomé und Príncipe (im Atlantik vor Westafrika), Antigua und Barbuda (ein Land, in der Karibik) oder mein persönlicher Favorit, Nauru, im Pazifik (war übrigens mal deutsche Kolonie und ist die kleinste Republik der Welt). So, das war der einfache Teil. Auch wenn diese Staaten sich nicht alle untereinander anerkennen (Südkorea erkennt Nordkorea nicht an und umgekehrt, manche arabischen Staaten anerkennen Israel nicht, und die Türkei betrachtet die Republik Zypern nicht als souveränen Staat), besteht doch Konsens, dass alle diese 192 Staaten unabhängige Länder sind.
Die restlichen 14 Länder, die ich als solche zähle, sind wesentlich schwieriger, und fast jedes ist irgendwie ein Einzelfall.
Man kann aber zehn davon einigermaßen zusammenfassen, und zwar als Länder, die von mindestens einem Mitgliedstaat der Vereinten Nationen diplomatisch anerkannt werden.
In diese Kategorie gehört der Vatikanstaat, das kleinste Land der Welt, der Papst ist sein Staatsoberhaupt. Der Vatikanstaat selbst hat keinerlei (!) diplomatische Beziehungen, für ihn übernimmt das der Heiliger Stuhl (vulgo: der Papst), der ein eigenständiges und vom Vatikanstaat verschiedenes (!) Völkerrechtssubjekt ist. Deshalb meine Ausdrucksweise "diplomatisch anerkannt", nicht "diplomatische Beziehungen haben", denn der Heilige Stuhl ist kein Staat, die Vatikanstadt hat keine diplomatischen Beziehungen ... Alles klar?
Ebenfalls Sonderfälle sind die Cookinseln und Niue. Diese beiden Gebiete stehen in freier Assoziierung mit Neuseeland. Was heißt das? Die Bürger dieser beiden Länder sind neuseeländische Staatsbürger, Neuseeland ist für die äußere Sicherheit verantwortlich. Andererseits haben die Cookinseln mit vielen Staaten (unter anderem mit Deutschland und auch mit Neuseeland) diplomatische Beziehungen, Niue hat diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China. Beide werden also von UNO-Mitgliedstaaten anerkannt und gelten damit nach meiner Liste als unabhängige Staaten. Neuseeland hat übrigens sogar ein eigenes Gesetz, das bestimmt, dass die Diplomaten der Cookinseln in Neuseeland diplomatische Immunität genießen, obwohl sie ja neuseeländische Staatsbürger sind. Es gibt auch andere Gebiete, die relativ autonom sind (etwa viele britische Überseegebiete), aber da diese von niemandem diplomatisch anerkannt sind (und sich auch nicht für unabhängig erklärt haben), zähle ich die britischen Überseegebiete zum Vereinigten Königreich, auch wenn ich für sie eigene Listen habe ...
Die Westsahara ist eine ehemalige spanische Kolonie, die sich beim Abzug der Spanier Marokko und Mauretanien (das ein paar Jahre später auch wieder abgezogen ist) unter den Nagel gerissen haben. Marokko hat inzwischen die ganze Westsahara annektiert und übt über den Großteil auch tatsächliche Gewalt aus, der Rest wird von der Befreiungsorganisation, der Frente Polisario, gehalten. Es gibt etliche Länder, die die Westsahara (mit der Frente Polisario als Regierung) anerkennen, also tue ich das auch.
Auch Palästina wird von etlichen Staaten diplomatisch anerkannt (die meisten anerkennen dafür Israel nicht an), deshalb tue auch ich das. Bei der Westsahara und bei Palästina ist auch eine Frage spannend, die bei vielen anderen Ländern weniger bedeutsam ist, weil das dort einigermaßen klar ist: Was zählt denn dazu? Zählt Ost-Jerusalem zu Palästina, weil es von Palästina beansprucht wird, weil es vor 1967 jordanisch war? Oder zählt es zu Israel, weil die Israelis es annektiert haben und besetzen? Genügt es, um die Westsahara besucht zu haben, im ziemlich sicheren und ziemlich leicht erreichbaren Gebiet gewesen zu sein, das von Marokko kontrolliert wird? Oder muss ich in den Zeltlagern der Frente Polisario gewesen sein? Kurzum: Muss ich nur im beanspruchten oder auch im tatsächlich kontrollierten Gebiet gewesen sein? Ich persönlich neige bei der Westsahara und bei Palästina zur ersteren Aussage, dass ich nur im von den Regierungen beanspruchten Gebiet gewesen sein muss. In keinem Fall zähle ich Ost-Jerusalem zu Israel oder die Westsahara zu Marokko, also muss das Gebiet irgendwo dazugehören, und daher zählt es für mich zu Palästina bzw. zur Westsahara.
Die Frage stellt sich nicht in den fünf Weltgegenden, in denen eine Macht das von ihr beanspruchte Gebiet auch (mehr oder weniger vollständig) kontrolliert. Da ich immer irgendwo sein muss, aber auch gleichzeitig nur in einem Land sein kann, bin im Kosovo und nicht in Serbien, wenn ich in Prishtina bin (von Deutschland und vielen anderen Staaten anerkannt), bin ich in Abchasien oder in Südossetien (jeweils von Russland, Nicaragua, Venezuela und, wieder mal, Nauru anerkannt) und nicht in Georgien, wenn ich in Suchumi oder Zchinwali im Café sitze, bin ich im von der Türkei anerkannten Nordzypern und nicht in der Republik Zypern (Südzypern), wenn ich in Famagusta am Strand liege, und bin ich in Taiwan (in der Republik China, die von etwa 20 Staaten anerkannt wird) und nicht in der Volksrepublik China, wenn ich mir in Taipeh einen Wolkenkratzer angucke. Natürlich bin ich aber, auch wenn die Republik China das behauptet, ebensowenig in derselben, wenn ich in Peking oder Shanghai eine gefälschte Uhr kaufe.
Also: Es gibt keine genaue Regel, wo ich gewesen sein muss, um in einem Land gewesen zu sein, ich verlasse mich hier auf den gesunden Menschenverstand, aber in der Regel wird in Streitfragen ein umstrittenes Land in den Grenzen betrachtet, in denen es anerkannt ist.
So, jetzt sind wir bei 202 Ländern, es fehlen noch vier. Zwei davon sind einfach, weil sie die obige Argumentation nur noch ein zweites oder drittes Mal durchlaufen. Also: Abchasien wird von mir als Land anerkannt, weil es von mindestens einem (in diesem Fall vier) UNO-Mitgliedstaaten anerkannt wird (1. Schritt). Der 2. Schritt lautet nun: Transnistrien wird als Land anerkannt, weil es von Abchasien anerkannt wird. Und der 3. Schritt ist, dass Bergkarabach als Land anerkannt wird, weil es, ja, richtig, von Transnistrien anerkannt wird.
Aber langsam: Die meisten Menschen wissen nicht, dass die Nachfolgestaaten der Sowjetunion reich an spannenden völkerrechtlichen Fragen sind, und Transnistrien und Bergkarabach gehören dazu. Transnistrien ist ein kleiner Streifen moldawischen Gebiets östlich des Dnjesters (deswegen Trans-Nistrien), das sich Anfang der 1990er-Jahre von Moldawien losgesagt hat und nun zwischen Moldawien und der Ukraine eingequetscht ist. Abchasien und Südossetien anerkennen Transnistrien als unabhängig, also, taaraa, folge ich auch diesem Votum.
Die Umdrehung geht mit Bergkarabach weiter, das von Transnistrien, das von Abchasien, das von Russland anerkannt wird. Es war, auch Anfang der 1990er-Jahre, Gegenstand eines Krieges und ist auch heute noch Gegenstand eines tiefen Hasses zwischen Aserbaidschan (zu dem es nach Ansicht aller UNO-Mitgliedstaaten gehört) und Armenien (das es besetzt hält). Die meisten Einwohner Bergkarabachs bei Kriegsausbruch und praktisch alle heutigen waren und sind ethnische Armenier, die nicht unter aserbaidschanischer Herrschaft leben wollten. Auch heute wird jedem, der ein bergkarabachisches Visum im Pass hat, die Einreise nach Aserbaidschan verwehrt (wenn man nicht festgenommen wird), und erst vor ein paar Wochen fragte mich ein armenischer Student, was ich denn bitteschön in Aserbaidschan gemacht habe, als ich nichtsahnend von unserer Fußballtour erzählte.
So, mit Transnistrien (in das meine Ma und ich ja im Dezember wollen) und Bergkarabach sind wir bei 204 Ländern.
Nummer 205 kommt dank meiner Auffangregel durch: Jedes Land, das unabhängig sein will und auch tatsächliche Kontrolle über sein Hoheitsgebiet hat, mit Staatsvolk, Staatsgebiet und Staatsgewalt, jedes Land, das die Montevideo-Konvention erfüllt, wird von mir als unabhängig anerkannt. Im Moment betrifft das nur Somaliland, den einzigen stabilen Teil von Somalia, in dem es etwas wie eine (im Übrigen gar nicht einmal so undemokratische) Regierung gibt. Diese ganzen Mikrostaaten wie Sealand und weiß der Teufel betrachte ich nicht als Staaten: Fünf Mann sind kein Staatsvolk und eine Bohrinsel ist kein Staatsgebiet. Basta ...
So, jetzt haben wir fast alle Gebiete der Erde abgehakt. Abhängige Gebiete gehören grundsätzlich zur verwaltenden Macht (Puerto Rico zu den USA, die Falklands zum Vereinigten Königreich, die Kerguelen zu Frankreich, die Weihnachtsinseln zu Australien und so weiter), nur ein Gebiet gibt es noch, wo das so eine Sache ist mit der verwaltenden Macht, nämlich das Gebiet, für das es nach einem völkerrechtlichen Vertrag keine verwaltende Macht gibt, und das ist die Antarktis, und hier, genauer, der Kontinent Antarktika. Obwohl einige Staaten (etwa Argentinien, Australien und Frankreich) Ansprüche haben, sind diese durch den Antarktis-Vertrag eingefroren, und auf einen Teil der Antarktis gibt es überhaupt keine Ansprüche. Daher zähle ich ganz Antarktika, auch die Gebiete, die formal anderen Staaten einverleibt sind, als ein einzelnes weiteres Land dieser Erde.
Und damit sind wir bei 206 Ländern dieser Welt.
What's next? Nun, auf meinem Radar sind zur Zeit vor allem der Südsudan, in dem Anfang 2011 ein Referendum über die Unabhängigkeit stattfindet, Neukaledonien, ein Überseegebiet Frankreichs, in dem ab 2014 eine solche Volksabstimmung stattfinden kann, und Bougainville, ein Gebiet, das heute zu Papua-Neuguinea gehört, wo auch um diesen Dreh herum abgestimmt werden dürfte. Ich bin sehr gespannt, was passiert, bis ich in die Nähe der Vollständigkeit komme ...
Montag, 19. Juli 2010
Der Tod eines Schulkameraden
Ich war am Samstag auf der Abschiedsfeier eines Schulkameraden, der beim Klettern in den Schweizer Bergen abgestürzt und ums Leben gekommen war. Bei der sehr würdigen Feier wurde häufiger erwähnt, dass dieser Schulkamerad stets aus dem Vollen geschöpft hatte und trotz der Kürze ein Leben reich an Erfahrungen gehabt habe. Danach sprach ich mit zwei Schulkameradinnen, die jede freie Minute ihres Arbeitslebens auf Reisen sind.
Beide Begebenheiten haben dafür gesorgt, dass ich gestern nun endlich den Flug nach Chile zum Besuch einer Studienkollegin gebucht habe. Ich werde am 30. September in München abfliegen, am gleichen Tag in Atlanta ankommen und abends nach Santiago de Chile weiterreisen, wo ich am 1. Oktober ankommen werde. Am 14. Oktober fliege ich zurück, bin am 15. Oktober früh morgens in Atlanta (wo ich zehn Stunden Aufenthalt habe und mir hoffentlich die Stadt noch ein bisschen angucken kann). Am Abend des 15. Oktober geht es dann weiter nach München; dort werde ich am 16. Oktober landen.
Ich habe auch mal geschaut, wo man so überall hinkommt; die Inlandsflüge in Chile sind nicht so furchtbar teuer (70 US-Dollar für einen Flug nach Arica im äußersten Norden Chiles, an der Grenze zu Peru und unweit der Grenze zu Bolivien).
Jedenfalls wird Südamerika, wenn das alles klappt, mein fünfter Kontinent werden. Olé.
Achso: Meine Mutter und ich haben jetzt für den 28. Dezember bis 1. Januar ein Zimmer in St. Petersburg gebucht. Wird sicher auch schön; das Visum wird beantragt, sobald ich aus Südamerika zurück bin.
Beide Begebenheiten haben dafür gesorgt, dass ich gestern nun endlich den Flug nach Chile zum Besuch einer Studienkollegin gebucht habe. Ich werde am 30. September in München abfliegen, am gleichen Tag in Atlanta ankommen und abends nach Santiago de Chile weiterreisen, wo ich am 1. Oktober ankommen werde. Am 14. Oktober fliege ich zurück, bin am 15. Oktober früh morgens in Atlanta (wo ich zehn Stunden Aufenthalt habe und mir hoffentlich die Stadt noch ein bisschen angucken kann). Am Abend des 15. Oktober geht es dann weiter nach München; dort werde ich am 16. Oktober landen.
Ich habe auch mal geschaut, wo man so überall hinkommt; die Inlandsflüge in Chile sind nicht so furchtbar teuer (70 US-Dollar für einen Flug nach Arica im äußersten Norden Chiles, an der Grenze zu Peru und unweit der Grenze zu Bolivien).
Jedenfalls wird Südamerika, wenn das alles klappt, mein fünfter Kontinent werden. Olé.
Achso: Meine Mutter und ich haben jetzt für den 28. Dezember bis 1. Januar ein Zimmer in St. Petersburg gebucht. Wird sicher auch schön; das Visum wird beantragt, sobald ich aus Südamerika zurück bin.
Donnerstag, 15. Juli 2010
Kurztrip nach Luxemburg
Gestern war ich mit meiner Mutter am Grab meiner Großeltern in Nordrhein-Westfalen. Auf dem Rückweg wollten wir in Belgien einkehren, entlang einer Straße, die wir vor zwölf Jahren einmal gefahren waren. Leider fanden wir sie nicht (irgendwann wird es noch mal was!) ... Auf dem Weg nach Luxemburg (wir waren und sind sicher, dass es in Belgien war) kamen wir in ein Unwetter, sodass wir nur kurz über die Grenze fuhren, tankten (30 Cent Ersparnis - pro Liter!) und über Belgien, Rheinland-Pfalz, das Saarland, das Elsass und Südbaden wieder zurück nach Hause in den Schwarzwald düsten. Mein Luxemburg-Aufenthalt dauerte dieses Mal höchstens zehn Minuten und ich war vielleicht 40 Meter weit in luxemburgischem Territorium. So kurz war ich noch nie in einem Land ...
Mittwoch, 30. Juni 2010
Fotos


Hier noch ein paar Fotos unserer Reise, die ich jetzt endlich auf den anderen Rechner gekriegt habe: Das erste Bild ist einer der ersten Eindrücke in Südafrika, einer der vielen "Steinberge" im Nordosten dieses Landes. Über das zweite Bild bin ich sehr glücklich, weil es gut die fantastische Landschaft, aber auch die sehr stimmungsvolle Atmosphäre des Morgens des 13. Juni auf dem Weg von Clarens nach Lesotho eingefangen hat. Das dritte Bild ist im Golden Gate Highlands National Park, einem sehr, sehr schönen Nationalpark, wieder in Südafrika. Das vierte Bild zeigt das schöne Hotel in Mbabane in Swasiland. In dem Pool war ich aber nicht schwimmen, denn da oben war es einigermaßen kalt ... Die Bilder fünf und sechs habe ich im Kruger-Nationalpark geschossen, es zeigt ein paar Impalas sowie Elefanten, ganz in der Nähe der Straße - einfach schön! Das siebte Bild, die Robert Mugabe Road in Harare, spricht für sich. Das achte Bild ist ein rudimentärer Screenshot (im wahrsten Sinne des Wortes) vom simbabwischen Fernsehen auf dem Flughafen von Harare vor dem Spiel Deutschland gegen Serbien: Das Deutschlandtrikot ist von irgendwann aus den 90er-Jahren, wenn ich mich nicht ganz täusche. Und schließlich, Bild neun, passend zu Shakira ("This is Africa."), ein Gerüst in Addis Abeba.




Sonntag, 20. Juni 2010
Gute Heimkehr
Nach gutem Frühstück in Addis Abeba und einer kurzen Transferfahrt durch die Stadt waren wir wieder am Flughafen. Die Eindrücke von Addis Abeba sind nun nicht wirklich so begeisternd gewesen, das war schon ziemlich viel einigermaßen verbesserungsfähig ... Dafür war das Hotel echt in Ordnung. Aber der Hotelchefin war es durchaus recht, dass wir in Euro bar gezahlt haben und nicht mit Kreditkarte.
Die Ausreise ging gut, nur die Sicherheitskontrolleure sind ein wenig komisch. Bin ich denn in Amerika? Überall Schuhe ausziehen, aber der Rechner ist ohne Probleme im Handgepäck durchgelaufen. Hä? Zumal die äthiopischen Kontrolleure deutlich unfreundlicher waren als die simbabwischen, mit dem man sogar über das Schuhe-Ausziehen scherzen konnte ...
Der Flug war angenehm, bis auf einen besoffenen Fotografen vor uns, und wir erreichten sogar den Zug, der pünktlich (!) abfuhr. Danach waren wir noch zum Abendessen in der Wagnergasse, ehe wir rechtschaffen müde ins Bett fielen. Bin wieder daheim.
Ein Fazit folgt in ein paar Tagen, vielleicht auch schon heute. Eine gute Ausbeute gab es in puncto Reisepass, nämlich zwei Visa und 16 Stempel.
Die Ausreise ging gut, nur die Sicherheitskontrolleure sind ein wenig komisch. Bin ich denn in Amerika? Überall Schuhe ausziehen, aber der Rechner ist ohne Probleme im Handgepäck durchgelaufen. Hä? Zumal die äthiopischen Kontrolleure deutlich unfreundlicher waren als die simbabwischen, mit dem man sogar über das Schuhe-Ausziehen scherzen konnte ...
Der Flug war angenehm, bis auf einen besoffenen Fotografen vor uns, und wir erreichten sogar den Zug, der pünktlich (!) abfuhr. Danach waren wir noch zum Abendessen in der Wagnergasse, ehe wir rechtschaffen müde ins Bett fielen. Bin wieder daheim.
Ein Fazit folgt in ein paar Tagen, vielleicht auch schon heute. Eine gute Ausbeute gab es in puncto Reisepass, nämlich zwei Visa und 16 Stempel.
Freitag, 18. Juni 2010
Da ist man einmal nicht bei einem WM-Spiel ...
... und schon verliert Deutschland! Schade!
Nach einem guten Frühstück in Pretoria ging es mit dem Auto über uns schon bekannte Straßen zurück nach Johannesburg, wo wir gegen 10.45 Uhr unser Auto abgaben. Die Avis-Tante wollte noch irgendeinen Betrag von uns, aber nach meinem Verweis auf die Buchung in Deutschland und dass wir komplett versichert seien, war auf einmal alles okay.
Wir gaben unser Gepäck in die Gepäckaufbewahrung und ließen uns mit dem Taxi ins Apartheid-Museum fahren. Dieses zählt in der Tat zu den besten Museen, die ich je gesehen habe. Ich muss auch gestehen, dass ich über die Geschichte Südafrikas vor und während der Apartheid (sicherheitshalber mal verlinkt ...) nicht allzuviel gewusst habe. Ausgerechnet am Donnerstag, am 16. Juni, war auch noch der Jahrestag des Aufstandes von Soweto gegen Afrikaans als Schul-Pflichtsprache, der das Südafrika der Apartheid nach übereinstimmenden Aussagen von Museum und Reiseführer für immer verändert hatte. Zudem befand sich eine Sonderausstellung über das Leben Nelson Mandelas im Museum, das das ohnehin schon sehr interessante Museum noch sehr interessanter machte. Danach ließen wir uns wieder in die Stadt kutschieren und aßen in einem portugiesischen Pub recht gut zu Mittag. Danach machten wir uns zu Fuß (in Jo'burg!) auf den kurzen Weg zurück zum Bahnhof. Irgendwie verliefen wir uns, und als ich den Reiseführer bemühte, liefen schon zwei Südafrikaner auf uns zu und fragten fast panisch, ob wir uns verlaufen hätten. Sie führten uns dann zum Busbahnhof und wurden ob ihrer lebensrettenden Aktion von uns zum Bier eingeladen. (Merkt man die Ironie? Ich meine, ja, Johannesburg ist nicht gerade das Paradies auf Erden, aber es war hellichter Tag und ich bin nun auch nicht gerade ein Hänfling ... Ich bin schon nachts [!] durch Chicago [!] gelaufen und mir ist nichts passiert.) Jedenfalls saßen wir dann mit den beiden in einem Lokal am Busbahnhof und beobachteten, wie sich die Spanier gegen die Schweiz abmühten (Glückwunsch, Lölis!). Als die beiden dann wegwaren, holten wir unser Gepäck und guckten außerhalb des Lokals noch den Rest des Spiels. Zu uns gesellte sich ein besoffener südafrikanischer Brasilien-Fan und ein schwuler südafrikanischer Ghana-Fan (oder schwuler Ghanaer?), der von uns - ja, seine Mutter lebt in Hamburg - wieder die obligatorische Einladung zwecks Visumbeschaffung wollte. Die Einladung bekam er nicht, dafür ein Bier spendiert, wofür Stephen uns dann noch runter zum Check-in für den Bus zurück nach Harare brachte.
Der Bus fuhr pünktlich 20.00 Uhr in Johannesburg ab, und die Fahrt war im Wesentlichen ereignislos. Der Grenzübertritt raus aus Süafrika war völlig problemlos, der nach Simbabwe wieder hinein war wesentlich komplizierter und ein Beispiel für afrikanische Bürokratie: Während ich meinen Pass einfach abgestempelt bekam (wir hatten ja noch das simbabwische Doppel-Einreisevisum, das für die zweite Einreise noch gut war), hätte meine Mutter am anderen Schalter wieder einen Einreisezettel ausfüllen müssen. Da sie aber zu mir rüberkam, stempelte der freundliche Grenzer meiner Mutter auch ohne Einreisekarte den Einreisestempel in den Pass und verwies uns an den Zoll.
Dort hätten wir wahrscheinlich eine Zollerklärung ausfüllen müssen, begaben uns aber schnurstracks zurück zum Bus, wo wir unser Gepäck ausladen mussten, ehe eine Zöllnerin uns mehr pro forma fragte: "Only personal clothes?", was wir bejahten. Danach durfte unser Gepäck wieder eingeladen werden, die blauen Zollerklärungen wurden vom Fahrer eingesammelt; als ich ihm sagte, ich hätte keine bekommen, war das aber "fine". Wir stiegen wieder - es war ziemlich kühl - in den Bus, bis der Busfahrer uns rausscheuchte und meinte, wir sollten eine Schlange bilden, damit die Grenzer gucken könnten, ob wir den Einreisestempel im Pass hätten. Wir bildeten die Schlange, es kam aber kein Grenzer. Nach zwanzig Minuten stiegen wir wieder ein, ein Grenzer ward nicht mehr gesehen, dafür gab der Busfahrer uns wieder die Zollerklärungen, damit wir unsere eigenen wieder heraussuchen sollten. Wir hatten ja keine abgegeben, also konnten wir keine heraussuchen, was ein Mitreisender wiederum "fine" fand. Wir standen noch etwa eine Stunde, bis eine Frau aus unserem Bus reinkam, sich entschuldigte und der Bus weiterfuhr - die Zollerklärungen hatte kein Zöllner sehen wollen ... Argh.
Die Landschaft Simbabwes ist anders als Südafrika, aber nicht weniger reizvoll. Es gibt zum Beispiel viele recht bizarre Steinformationen. Alles ist ein wenig ärmlicher als Südafrika, aber im Vergleich zu Indien oder Pakistan immer noch unheimlich sauber und relativ gepflegt.
Mit zweieinhalbstündiger Verspätung kamen wir nach einer Gesamtfahrtzeit von 19 Stunden in Harare an und wurden gleich von Taxifahren bestürmt, die für die Fahrt zum 500 Meter entfernten Holiday Inn 15 US-Dollar haben wollten. Ich konnte sie mit einigen Mühen auf fünf herunterhandeln, was der Portier im Holiday Inn immer noch lachhaft fand, aber gut, als Ausländer zahlt man halt ein wenig mehr ... Das Holiday Inn ist immer noch gut, auch wenn man ihm ansieht, dass es bessere Zeiten hatte, aber unser Zimmer war top. Wir setzten uns aber zügig hinunter ins Restaurant, da wir richtig Hunger hatten, und aßen Quesadillas, Calamari und jeweils einen 280-Gramm-Burger. Dazu gab es Castle-Bier. Das Ende des Griechenland-Nigeria-Spiels verfolgten wir in der Bar mit Zambezi-Dosenbier.
Danach ging es ins Zimmer und schnell ins Bett, weil wir hundekaputt waren.
Der Morgen brachte gleich ein wenig Aufregung, weil in der Rezeption ein Fehler passiert war und ich nur als Einzelperson anstatt als Zweierbelegung eingecheckt hatte/war. Nach etlichem Hin und Her musste ich einen Beleg für 20 US-Dollar unterschreiben, der mir beim Check-Out wieder gutgeschrieben wurde. Hatte ich schon von simbabwischer Bürokratie gesprochen? Nichtsdestotrotz waren alle im Holiday Inn um unser Wohlergehen bemüht, was sehr angenehm war.
Die Taxifahrt zum Flughafen war diesmal billiger (20 Dollar), wir mussten bis zum Check-in einige Zeit überbrücken, was aber mit Colatrinken und Handarbeit-Gucken (und -Kaufen) gelang. Check-in, Ausreisekontrolle und Sicherheitskontrolle waren problemlos, auch wenn ich das erste Mal seit der Ausreise aus den USA im Februar 2009 die Schuhe ausziehen musste. Wir verfolgten den Anfang des Deutschland-Serbien-Spiels, ehe es ins Flugzeug ging. Nach Zwischenlandung in Lusaka in Sambia kamen wir kaum verspätet in Addis Abeba an. Die Abholung funktioniert einwandfrei, das Zimmer ist chic (mit beweglichem Duschkopf - herrlich!), aber morgen geht es dann endgültig wieder gen Heimat.
Wieder einmal sind meine Vorstellungen und Vorurteile über den Haufen geworfen worden: Das südliche Afrika, vor allem Südafrika und Swasiland, aber durchaus auch Lesotho und Simbabwe, ist wunderbar zu bereisen mit größtenteils guten bis sehr guten Straßen, überaus freundlichen Menschen und grandiosen Landschaften. Hatte ich schon erwähnt, dass wir bald wiederkommen wollen?
Nach einem guten Frühstück in Pretoria ging es mit dem Auto über uns schon bekannte Straßen zurück nach Johannesburg, wo wir gegen 10.45 Uhr unser Auto abgaben. Die Avis-Tante wollte noch irgendeinen Betrag von uns, aber nach meinem Verweis auf die Buchung in Deutschland und dass wir komplett versichert seien, war auf einmal alles okay.
Wir gaben unser Gepäck in die Gepäckaufbewahrung und ließen uns mit dem Taxi ins Apartheid-Museum fahren. Dieses zählt in der Tat zu den besten Museen, die ich je gesehen habe. Ich muss auch gestehen, dass ich über die Geschichte Südafrikas vor und während der Apartheid (sicherheitshalber mal verlinkt ...) nicht allzuviel gewusst habe. Ausgerechnet am Donnerstag, am 16. Juni, war auch noch der Jahrestag des Aufstandes von Soweto gegen Afrikaans als Schul-Pflichtsprache, der das Südafrika der Apartheid nach übereinstimmenden Aussagen von Museum und Reiseführer für immer verändert hatte. Zudem befand sich eine Sonderausstellung über das Leben Nelson Mandelas im Museum, das das ohnehin schon sehr interessante Museum noch sehr interessanter machte. Danach ließen wir uns wieder in die Stadt kutschieren und aßen in einem portugiesischen Pub recht gut zu Mittag. Danach machten wir uns zu Fuß (in Jo'burg!) auf den kurzen Weg zurück zum Bahnhof. Irgendwie verliefen wir uns, und als ich den Reiseführer bemühte, liefen schon zwei Südafrikaner auf uns zu und fragten fast panisch, ob wir uns verlaufen hätten. Sie führten uns dann zum Busbahnhof und wurden ob ihrer lebensrettenden Aktion von uns zum Bier eingeladen. (Merkt man die Ironie? Ich meine, ja, Johannesburg ist nicht gerade das Paradies auf Erden, aber es war hellichter Tag und ich bin nun auch nicht gerade ein Hänfling ... Ich bin schon nachts [!] durch Chicago [!] gelaufen und mir ist nichts passiert.) Jedenfalls saßen wir dann mit den beiden in einem Lokal am Busbahnhof und beobachteten, wie sich die Spanier gegen die Schweiz abmühten (Glückwunsch, Lölis!). Als die beiden dann wegwaren, holten wir unser Gepäck und guckten außerhalb des Lokals noch den Rest des Spiels. Zu uns gesellte sich ein besoffener südafrikanischer Brasilien-Fan und ein schwuler südafrikanischer Ghana-Fan (oder schwuler Ghanaer?), der von uns - ja, seine Mutter lebt in Hamburg - wieder die obligatorische Einladung zwecks Visumbeschaffung wollte. Die Einladung bekam er nicht, dafür ein Bier spendiert, wofür Stephen uns dann noch runter zum Check-in für den Bus zurück nach Harare brachte.
Der Bus fuhr pünktlich 20.00 Uhr in Johannesburg ab, und die Fahrt war im Wesentlichen ereignislos. Der Grenzübertritt raus aus Süafrika war völlig problemlos, der nach Simbabwe wieder hinein war wesentlich komplizierter und ein Beispiel für afrikanische Bürokratie: Während ich meinen Pass einfach abgestempelt bekam (wir hatten ja noch das simbabwische Doppel-Einreisevisum, das für die zweite Einreise noch gut war), hätte meine Mutter am anderen Schalter wieder einen Einreisezettel ausfüllen müssen. Da sie aber zu mir rüberkam, stempelte der freundliche Grenzer meiner Mutter auch ohne Einreisekarte den Einreisestempel in den Pass und verwies uns an den Zoll.
Dort hätten wir wahrscheinlich eine Zollerklärung ausfüllen müssen, begaben uns aber schnurstracks zurück zum Bus, wo wir unser Gepäck ausladen mussten, ehe eine Zöllnerin uns mehr pro forma fragte: "Only personal clothes?", was wir bejahten. Danach durfte unser Gepäck wieder eingeladen werden, die blauen Zollerklärungen wurden vom Fahrer eingesammelt; als ich ihm sagte, ich hätte keine bekommen, war das aber "fine". Wir stiegen wieder - es war ziemlich kühl - in den Bus, bis der Busfahrer uns rausscheuchte und meinte, wir sollten eine Schlange bilden, damit die Grenzer gucken könnten, ob wir den Einreisestempel im Pass hätten. Wir bildeten die Schlange, es kam aber kein Grenzer. Nach zwanzig Minuten stiegen wir wieder ein, ein Grenzer ward nicht mehr gesehen, dafür gab der Busfahrer uns wieder die Zollerklärungen, damit wir unsere eigenen wieder heraussuchen sollten. Wir hatten ja keine abgegeben, also konnten wir keine heraussuchen, was ein Mitreisender wiederum "fine" fand. Wir standen noch etwa eine Stunde, bis eine Frau aus unserem Bus reinkam, sich entschuldigte und der Bus weiterfuhr - die Zollerklärungen hatte kein Zöllner sehen wollen ... Argh.
Die Landschaft Simbabwes ist anders als Südafrika, aber nicht weniger reizvoll. Es gibt zum Beispiel viele recht bizarre Steinformationen. Alles ist ein wenig ärmlicher als Südafrika, aber im Vergleich zu Indien oder Pakistan immer noch unheimlich sauber und relativ gepflegt.
Mit zweieinhalbstündiger Verspätung kamen wir nach einer Gesamtfahrtzeit von 19 Stunden in Harare an und wurden gleich von Taxifahren bestürmt, die für die Fahrt zum 500 Meter entfernten Holiday Inn 15 US-Dollar haben wollten. Ich konnte sie mit einigen Mühen auf fünf herunterhandeln, was der Portier im Holiday Inn immer noch lachhaft fand, aber gut, als Ausländer zahlt man halt ein wenig mehr ... Das Holiday Inn ist immer noch gut, auch wenn man ihm ansieht, dass es bessere Zeiten hatte, aber unser Zimmer war top. Wir setzten uns aber zügig hinunter ins Restaurant, da wir richtig Hunger hatten, und aßen Quesadillas, Calamari und jeweils einen 280-Gramm-Burger. Dazu gab es Castle-Bier. Das Ende des Griechenland-Nigeria-Spiels verfolgten wir in der Bar mit Zambezi-Dosenbier.
Danach ging es ins Zimmer und schnell ins Bett, weil wir hundekaputt waren.
Der Morgen brachte gleich ein wenig Aufregung, weil in der Rezeption ein Fehler passiert war und ich nur als Einzelperson anstatt als Zweierbelegung eingecheckt hatte/war. Nach etlichem Hin und Her musste ich einen Beleg für 20 US-Dollar unterschreiben, der mir beim Check-Out wieder gutgeschrieben wurde. Hatte ich schon von simbabwischer Bürokratie gesprochen? Nichtsdestotrotz waren alle im Holiday Inn um unser Wohlergehen bemüht, was sehr angenehm war.
Die Taxifahrt zum Flughafen war diesmal billiger (20 Dollar), wir mussten bis zum Check-in einige Zeit überbrücken, was aber mit Colatrinken und Handarbeit-Gucken (und -Kaufen) gelang. Check-in, Ausreisekontrolle und Sicherheitskontrolle waren problemlos, auch wenn ich das erste Mal seit der Ausreise aus den USA im Februar 2009 die Schuhe ausziehen musste. Wir verfolgten den Anfang des Deutschland-Serbien-Spiels, ehe es ins Flugzeug ging. Nach Zwischenlandung in Lusaka in Sambia kamen wir kaum verspätet in Addis Abeba an. Die Abholung funktioniert einwandfrei, das Zimmer ist chic (mit beweglichem Duschkopf - herrlich!), aber morgen geht es dann endgültig wieder gen Heimat.
Wieder einmal sind meine Vorstellungen und Vorurteile über den Haufen geworfen worden: Das südliche Afrika, vor allem Südafrika und Swasiland, aber durchaus auch Lesotho und Simbabwe, ist wunderbar zu bereisen mit größtenteils guten bis sehr guten Straßen, überaus freundlichen Menschen und grandiosen Landschaften. Hatte ich schon erwähnt, dass wir bald wiederkommen wollen?
Dienstag, 15. Juni 2010
Swasiland und Kruger-Nationalpark
Ich begrüße die aus dem StudiVZ hinzugestoßenen Gäste.
So, Abendessen gestern Abend war sehr, sehr lecker. Buffet mit allerlei Fisch und Fleisch und das zu einem Spottpreis. Überhaupt kann man in Südafrika (und Swasiland in dem Fall) für nicht arg viel Geld sehr gut essen. Danach ins Pub und meine Anfeuerung für Paraguay hat ja zumindest teilweise geholfen gegen Italien.
Heute Morgen dann durch Nordwest-Swasiland und über die Grenze (wie immer problemlos, auch wenn sie immer alles ganz genau stempeln, sehr schön, so soll es sein ...) wieder nach Südafrika. Schnurstracks in den Kruger-Nationalpark. Eintritt 160 Rand (ca. 16 Euro), die sich absolut lohnen, selbst wenn man nur - wie wir - ein paar Stunden im Park bleiben kann. Schon nach ein paar Metern begrüßten Impalas den Besucher, es ging weiter mit einem Nashorn in der Nähe eines einsamen Wasserloches. Danach kamen ein weiteres Nashorn, etliche Impalas und Gnus dazu. Auf einmal bildete sich ein Stau auf der Straße, als man zehn Meter von der Straße entfernt einen Elefanten durch die Vegetation stapfen sehen konnte. Nach einem kurzen Einkauf von Südafrika-Souvenirs ging es weiter, bis wir an einem kleinen Wasserloch drei Elefanten begutachten konnten. Den Abschluss bildeten Zebras am Straßenrand, ehe wir den Nationalpark verließen. Hammer!
Danach über einige Seitenstraßen und in Nelspruit auf die Nationalstraße, die man größtenteils mit 120 befahren konnte und sich auf dem Weg nach Pretoria zur formvollendeten Autobahn entwickelte. Das war im Dunkeln ganz praktisch, auch wenn der Verkehr außer im Umkreis der großen Städte nicht sehr stark ist.
Nach 32 Grad im Kruger-Park waren es dann unterwegs einmal laut Auto-Thermometer 0,5 Grad - auch das ist Südafrika ...
Nachdem wir gestern mit Google Maps unser Hotel in Mbabane in Swasiland nicht gefunden hatten und uns auf unsere Augen und ein Hinweisschild verlassen mussten, ging das heute in Pretoria in einem verwinkelten Wohngebiet sehr gut. Leider gibt es hier in dem Gästehaus kein Abendessen, deswegen sind wir ein paar Meter in ein Einkaufszentrum gefahren, wo noch ein Restaurant offen war und wir ein paar gute Steaks verdrücken konnten.
Haben jetzt noch Ärger mit unserem angeblichen Fünf-Sterne-Hotel in Durban. Das war das einzige enttäuschende Hotel hier in Südafrika, und jetzt haben sie uns noch die Fahrt zum Stadion in Rechnung gestellt, in die sie uns gedrängt haben mit dem Hinweis, dass wir sonst nicht mehr ins Stadion kämen. Mit dem Taxi haben wir (auf dem Rückweg) weniger gezahlt als sie jetzt für die Hinfahrt (mit drei anderen Deutschen) berechnet haben. Saubande!
Morgen Abend geht es in Johannesburg in den Bus nach Harare, am Freitag dann von Harare nach Addis Abeba und von dort am Samstag zurück nach Frankfurt. Wir würden gerne noch länger bleiben ...
So, Abendessen gestern Abend war sehr, sehr lecker. Buffet mit allerlei Fisch und Fleisch und das zu einem Spottpreis. Überhaupt kann man in Südafrika (und Swasiland in dem Fall) für nicht arg viel Geld sehr gut essen. Danach ins Pub und meine Anfeuerung für Paraguay hat ja zumindest teilweise geholfen gegen Italien.
Heute Morgen dann durch Nordwest-Swasiland und über die Grenze (wie immer problemlos, auch wenn sie immer alles ganz genau stempeln, sehr schön, so soll es sein ...) wieder nach Südafrika. Schnurstracks in den Kruger-Nationalpark. Eintritt 160 Rand (ca. 16 Euro), die sich absolut lohnen, selbst wenn man nur - wie wir - ein paar Stunden im Park bleiben kann. Schon nach ein paar Metern begrüßten Impalas den Besucher, es ging weiter mit einem Nashorn in der Nähe eines einsamen Wasserloches. Danach kamen ein weiteres Nashorn, etliche Impalas und Gnus dazu. Auf einmal bildete sich ein Stau auf der Straße, als man zehn Meter von der Straße entfernt einen Elefanten durch die Vegetation stapfen sehen konnte. Nach einem kurzen Einkauf von Südafrika-Souvenirs ging es weiter, bis wir an einem kleinen Wasserloch drei Elefanten begutachten konnten. Den Abschluss bildeten Zebras am Straßenrand, ehe wir den Nationalpark verließen. Hammer!
Danach über einige Seitenstraßen und in Nelspruit auf die Nationalstraße, die man größtenteils mit 120 befahren konnte und sich auf dem Weg nach Pretoria zur formvollendeten Autobahn entwickelte. Das war im Dunkeln ganz praktisch, auch wenn der Verkehr außer im Umkreis der großen Städte nicht sehr stark ist.
Nach 32 Grad im Kruger-Park waren es dann unterwegs einmal laut Auto-Thermometer 0,5 Grad - auch das ist Südafrika ...
Nachdem wir gestern mit Google Maps unser Hotel in Mbabane in Swasiland nicht gefunden hatten und uns auf unsere Augen und ein Hinweisschild verlassen mussten, ging das heute in Pretoria in einem verwinkelten Wohngebiet sehr gut. Leider gibt es hier in dem Gästehaus kein Abendessen, deswegen sind wir ein paar Meter in ein Einkaufszentrum gefahren, wo noch ein Restaurant offen war und wir ein paar gute Steaks verdrücken konnten.
Haben jetzt noch Ärger mit unserem angeblichen Fünf-Sterne-Hotel in Durban. Das war das einzige enttäuschende Hotel hier in Südafrika, und jetzt haben sie uns noch die Fahrt zum Stadion in Rechnung gestellt, in die sie uns gedrängt haben mit dem Hinweis, dass wir sonst nicht mehr ins Stadion kämen. Mit dem Taxi haben wir (auf dem Rückweg) weniger gezahlt als sie jetzt für die Hinfahrt (mit drei anderen Deutschen) berechnet haben. Saubande!
Morgen Abend geht es in Johannesburg in den Bus nach Harare, am Freitag dann von Harare nach Addis Abeba und von dort am Samstag zurück nach Frankfurt. Wir würden gerne noch länger bleiben ...
Montag, 14. Juni 2010
Toll, super, fantastisch, 4:0
Nach gutem Mittagessen mit A. in Jena fuhr uns dieser liebenswürdigerweise zum Bahnhof in Weimar, damit wir nicht noch einmal umsteigen mussten. Die erste Überraschung war, dass der Zug mit 40 Minuten Verspätung ausgewiesen wurde - daraus sollten dann 60 Minuten werden. Naja, mit Verspätungen würden wir in Afrika wohl ohnehin leben müssen, daher war das kein Problem. Als der Zug dann endlich kam, wurden wir von einem im Gang Stehenden (Zug voll!) mit "Willkommen in der Sauna!" begrüßt - die Klimaanlage war ausgefallen, was uns der Schaffner in seiner Ansprache extra noch einmal mitteilen musste. Nachdem wir uns in Erfurt einen Sitzplatz erkämpft hatten, entschieden wir uns, in Eisenach schon wieder auszusteigen, da uns das im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß wurde. Der nächste Zug kam auch 20 Minuten später, hatte aber den Nachteil, dass wir in Frankfurt am Hauptbahnhof umsteigen mussten. Dies wurde aber durch den Monster-Vorteil mehr als ausgeglichen, dass dieser Zug leer und (aaaaah) kühl war ...
Nach Ankunft in Frankfurt Umsteigen in die S-Bahn, die dann auch zügig kam. Schnell waren wir am Flughafen. Dort fanden wir nach einigem Suchen und nach dem Beginn meines Kampfes mit meinem Gürtel unseren Check-in für den Ethiopian-Airlines-Flug. Allerdings war unser ursprünglicher Flug storniert worden und auf 45 Minuten später, also 24 Uhr Abflug, ein neuer Flug bestätigt. Davon hatte uns aber niemand in Kenntnis gesetzt, aber das war erst der Anfang ... Mein Gürtel wollte endgültig nicht mehr wie ich, und den Kampf gewann ich zwar, aber um den Preis des Gürtels, den wir zerschneiden und einen Ersatz kaufen mussten, damit ich zukünftig wieder die Chance haben konnte, die Toilette aufzusuchen und dort etwas auszurichten ...
Nach problemlosem Check-in und schneller Sicherheitskontrolle saßen wir am Gate und warteten ... Und warteten ... Und warteten ... Der Flug kam aus London und hatte dort schon Verspätung, konnte dann wegen Sturms lange nicht in Frankfurt landen, sodass wir erst um 2.45 Uhr am Freitag Morgen anstatt wie ursprünglich geplant um 23.15 Uhr am Donnerstag Abend abflogen. Es gibt auf unser Tour nur einen knappen Anschlussflug, und das war natürlich genau unser Flug von Addis Abeba nach Simbabwe, der zweieinhalb Stunden nach unserer geplanten Ankunft abfliegen sollte, jetzt waren wir schon dreieinhalb Stunden hintendran.
Der Flug selbst war sehr angenehm, selbst die Kinder um uns herum waren nach der ganzen Warterei angenehm müde und ruhig. Nach Ankunft in Addis Abeba war offenbar allen völlig klar gewesen, dass der Flug auf uns (es wollten einige aus Frankfurt nach Harare) wartet. Nach höchstens 200 Schritten auf äthiopischem Boden und einem Aufenthalt von dreieinhalb Minuten im Flughafengebäude standen wir schon im Shuttle-Bus zum anderen Flugzeug, das dann bald nach unserem Eintreffen startete.
Um 13.50 Uhr simbabwischer (und mitteleuropäischer Zeit) kamen wir in Simbabwe an, kauften uns das Doppel-Einreise-Visum für jeweils 45 US-Dollar unter den Augen von Robert Mugabe und den Klängen einzelner Vuvuzelas und warteten auf unser Gepäck, das schnell kam. Der Taxifahrer machte mit uns das Geschäft seines Lebens (naja, 25 Dollar für zehn Kilometer vom Flughafen zum Busbahnhof), aber dafür ging das Umtauschen meiner Internet-Buchungsbestätigung gegen die eigentlichen Busfahrkarten völlig problemlos, und das Gepäck konnten wir auch unterstellen. Anschließend suchten wir im ersten (und besten) Hotel Harares die Bar auf und verfolgten das Eröffnungsspiel der WM zwischen Südafrika und Mexiko. Dabei genossen wir ein sehr süffiges simbabwisches Bier namens "Zambezi".
Von Simbabwe und Harare waren wir in den wenigen Stunden, die wir bisher dort waren, recht überrascht. Die Menschen waren alle sehr freundlich und hilfsbereit, und so entschieden wir uns dann auch, die paar Meter vom Hotel zum Busbahnhof zurück im Dunkeln zu Fuß zu unternehmen - wir haben es offenkundig überlebt, entgegen so mancher Schauermärchen.
Der Check-in und das Einsteigen verliefen wie vermutet afrikanisch-chaotisch-effizient, und wir kamen zu meiner Überraschung mit nur wenigen Minuten Verspätung weg. Unser Bus war sehr modern und hatte im Gegensatz zu manch anderem vom Busbahnhof abgehenden Vehikel weder zwei Meter hoch Gepäck auf dem Dach noch Fahrgäste auf selbigem. 16 Stunden Fahrt standen vor uns - und das war nichts, worauf wir uns unbedingt aus ganzem Herzen freuten. Wir kamen aber doch ein wenig zum Schlafen, obwohl wir in der ersten Reihe saßen, aber auch die Straßensituation und die Fahrweise unserer Busfahrer war überraschend entspannt.
Gegen 4 Uhr am Samstag Morgen kamen wir zur simbabwisch-südafrikanischen Grenze: Die Ausreise aus Simbabwe war problemlos - Aussteigen aus dem Bus, ins Kabuff den Pass abstempeln lassen, vor dem Bus warten, dass kontrolliert wird, dass wir einen Ausreisestempel haben, rein in den Bus und weiter nach Südafrika. Der britische Einfluss in Simbabwe und auch in Südafrika wird daran sichtbar, dass man hier Schlange steht und nicht ein ganzes Pulk von Menschen sich nach vorne drängelt. Die Einreise nach Südafrika war komplizierter: Erst durch die Anti-Maul-und-Klauen-Seuche-Schleuse, dann zur Einreise (unproblematisch), aber der Zoll hatte es in sich. Erst alles Gepäck aus dem Bus, dann mit dem eigenen Gepäck durch den Zoll laufen (alle im grünen Kanal), danach Leibesvisitation und wir dachten, wir hätten es geschafft. Pustekuchen! Weiter das Gepäck ziehend, folgten wir unserem Bus durch den Zoll, bis auf einmal doch alle noch eine genauere Gepäckuntersuchung genießen durften ... Wie so oft ging es in meinem Gespräch mit dem Zöllner, während er pro forma in meinem Koffer herumwühlte, um Fußball - "a German, going to Durban to watch the match", wie er seinen Kollegen laut lachend mitteilte, alles in allem umständlich, aber dank der Freundlichkeit der (allermeisten) Zöllner dann doch nicht so schlimm.
Wir können nun einigermaßen nachfühlen, wie sich Schwarze in Deutschland fühlen, denn es waren nicht so viele Weiße auf die Idee gekommen, mit dem Bus von Harare nach Südafrika zu fahren. Neugierige Blicke von kleinen Kindern tun ja aber nicht weh, und die Fahrt mit dem Bus hat den Vorteil, dass wir auch vom Norden Südafrikas einige schöne Landschaften gesehen haben. Überrascht waren wir bisher von der Sauberkeit des Straßenbildes, der Toiletten, eigentlich von allem, besonders in Südafrika.
Nachdem wir am Freitag nicht genau gewusst hatten, wann wir den Äquator überquert hatten, da gerade ein Film und auch keine Ansage kam, konnten wir die samstägliche Überquerung des südlichen Wendekreises zeitlich recht genau auf 8.45 Uhr festlegen. Damit fehlt mir nur noch der südliche Polarkreis an den großen Breitenkreisen dieser Erde.
Nach der Ankunft in Johannesburg konnten wir dank der freundlichen Mithilfe einiger Bus-Angestellter unseren Avis-Stand finden, wo wir nach endlicher Zeit auch unseren ziemlich neuen VW Polo in Empfang nehmen konnten. Danach ging es prompt in den Großstadtverkehr von Johannesburg zum FIFA-Ticket-Center, in dem wir unsere Fußballkarten bekommen sollten. Ich parkte in zweiter Reihe und begab mich in das Gebäude. Nachdem der Automat und meine Kreditkarte nicht so wollten wie ich, schnitt der Automat meine WM-Karte mitten im Ausdruck ab, sodass ich mich doch in die Schlage stellen musste und der Dame erläuterte, dass es wohl ein Problem gegeben habe. Sie war zwar nicht extrem freundlich, aber hilfsbereit: Ich bekam meine Karten für das Spiel in Durban. Als ich zum Auto zurückkam, stand es anders da als vorher, ein freundlicher Südafrikaner hatte für meine Mutter das Einparken in die Parkbucht übernommen.
Insgesamt sind wir von der Freundlichkeit der Menschen hier sehr beeindruckt. Auch wenn es mal nicht perfekt läuft, sind die Südafrikaner stets guter Laune, das macht Spaß.
Schließlich kamen wir deutlich später als erhofft aus Johannesburg raus. Unterwegs gingen wir (auf der sehr guten Autobahn) erst einmal etwas einkaufen und trafen unsympathische Deutsche. Leider wurde es zunehmend dunkel, und es ist deutlich schöner, mit 120 über eine helle Autobahn als über eine dunkle zu fahren. Das Fahren im Linksverkehr stellte sich aber glücklicherweise einfacher als gedacht dar, sodass zumindest hierin kein großes Problem lag, wenn man davon absieht, dass meine Mutter ein paar Mal einen Herzkasper bekam, weil ich (ihrer Meinung nach) zu weit links war.
Wir fuhren also im Dunkeln über Straßen, meistens in der Mitte der Straße, weil links und rechts teilweise böse Schlaglöcher lauerten und kamen dann nach einer langen Fahrt bergauf schließlich in Clarens im Free State an. Dort fanden wir zügig unser Hotel, checkten nach kleinen Schwierigkeiten (die Rezeptionistin verstand "P" anstelle von "B" in meinem Nachnamen) und blieben kurz auf dem Zimmer, bevor es wieder zum Essen ins Foyer ging. Wir aßen sehr, sehr gut (Sushi bzw. Samosas als Vorspeise und Baby Chicken bzw. ein sehr leckeres Rinderfilet als Hauptgerichte) und tranken "Hansa"-Bier, durchaus genießbar. Ebenso genießbar war, dass England gegen die USA nur 1:1 spielte ... Danach ging es erst unter die Dusche (nach 60 Stunden sehr angenehm!) und dann ins Bett. Ich schlief auf der Stelle ein.
Am nächsten Morgen ging es früh in Richtung Lesotho, die Ausreise aus Südafrika und die Einreise nach Lesotho waren völlig problemlos. Es ist sehr merkwürdig, denn man überquert die Grenze zwischen Südafrika und Lesotho und fühlt sich in einer anderen Welt: Die Straßen sind dreckiger, die Wohngebäude weniger schön, dafür viel weiter ausgedehnt, sodass man kaum eine Strecke hat, an der kein Haus steht, während das in Südafrika sehr viel konzentrierter ist.
Die Landschaft ist dafür genauso fantastisch schön wie im Free State: Es ist nicht zu beschreiben und auch Fotos vermitteln keinen genügenden Eindruck, weil es zu traumhaft ist.
Wir fuhren durch den Golden-Gate-Nationalpark auf die Autobahn und von dort in Richtung Durban. Je näher wir Durban kamen, desto größer war die Konzentration von Deutschland-Fans ... Wir kamen in unserem von außen sehr schönen Hotel in einem Vorort von Durban an und waren schwupps wieder weg, weil andere Deutsche gerade auf dem Weg zum Stadion waren und der Hotel-Bus uns mitnehmen wollte/sollte. In der Hektik vergaßen wir Handy und Kamera und konnten keine Bilder von Durban oder vom Spiel machen. Schade ...
Durban: Toll. Strand: Toll. Mutter auslachen, weil eine Welle höher kommt als sie gedacht hatte: Toll. Dann selbst von der Welle erwischt werden: Weniger toll. Schlange fürs Klo im Food Court: Nicht so schön. Fischessen ebenda: Extrem lecker. Stimmung: Fantastisch. Einlass ins Stadion: Effizient. Stimmung im Stadion: Der absolute Hammer.
62.660 Mann mit geschätzten 30.000 Vuvuzelas (die übrigens gar nicht einen so furchtbaren Krach machen, klar, sie sind laut, aber es ist erträglich), die meisten Deutschland-Fans waren Südafrikaner (aber mit schwarz-rot-goldener Perücke, Vuvuzela, Bemalung, Trikot und Flagge). Es ist komisch, wenn man einen Deutschland-Fan in voller Montur anspricht und dann auf Englisch weitermachen muss, weil er kein oder kaum Deutsch kann ...
Spiel: klasse, wenn auch nach Herzinfarkt in der 3. Minute nach einer australischen Großchance. Unsere südafrikanische Sitznachbarin, mit der wir ins Gespräch kamen, fragte, wie wir Südafrika fänden. Die wahrheitsgemäße Antwort war: "Fantastic". Wir sollten es unseren Freunden erzählen, bat sie. Was wir hiermit tun und auch noch zu Hause oft genug tun werden. 4:0, tolles Spiel, fantastische Stimmung, ich plane schon für Brasilien 2014 ...
Danach mit dem Taxi nach Hause und ins Bett, nachdem wir unser Zimmer gefunden und nicht ganz so arg begeistert waren, da wir immerhin 180 € dafür gezahlt hatten, aber gut, Durban und in der Nacht nach einem WM-Spiel, da zahlt man keine Jugendherbergspreise.
Am nächsten Tag nach wider Erwarten im Preis inbegriffenen Frühstück auf die Autobahn in Richtung Norden, am Indischen Ozean entlang und dann ins Landesinnere, in Richtung Swasiland. Aus- und Einreise immer noch mühelos, wenn auch etwas bürokratischer als für Lesotho. Swasiland überraschend schön, auch angenehmer als Lesotho. Heute Abend im Hotel angekommen, Fußball geguckt (Japan - Kamerun). Jetzt gleich zu Abendessen und dann Paraguay gegen Italien anfeuern in einem sehr schönen Pub in einem sehr schönen Hotel mit tollem Ausblick auf die Umgebung von Mbabane, der Hauptstadt von Swasiland. In vier Tagen vier neue Länder, ein schöner Nebeneffekt ...
Wir sind restlos begeistert von Südafrika. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, jedenfalls im Moment nicht.
Nach Ankunft in Frankfurt Umsteigen in die S-Bahn, die dann auch zügig kam. Schnell waren wir am Flughafen. Dort fanden wir nach einigem Suchen und nach dem Beginn meines Kampfes mit meinem Gürtel unseren Check-in für den Ethiopian-Airlines-Flug. Allerdings war unser ursprünglicher Flug storniert worden und auf 45 Minuten später, also 24 Uhr Abflug, ein neuer Flug bestätigt. Davon hatte uns aber niemand in Kenntnis gesetzt, aber das war erst der Anfang ... Mein Gürtel wollte endgültig nicht mehr wie ich, und den Kampf gewann ich zwar, aber um den Preis des Gürtels, den wir zerschneiden und einen Ersatz kaufen mussten, damit ich zukünftig wieder die Chance haben konnte, die Toilette aufzusuchen und dort etwas auszurichten ...
Nach problemlosem Check-in und schneller Sicherheitskontrolle saßen wir am Gate und warteten ... Und warteten ... Und warteten ... Der Flug kam aus London und hatte dort schon Verspätung, konnte dann wegen Sturms lange nicht in Frankfurt landen, sodass wir erst um 2.45 Uhr am Freitag Morgen anstatt wie ursprünglich geplant um 23.15 Uhr am Donnerstag Abend abflogen. Es gibt auf unser Tour nur einen knappen Anschlussflug, und das war natürlich genau unser Flug von Addis Abeba nach Simbabwe, der zweieinhalb Stunden nach unserer geplanten Ankunft abfliegen sollte, jetzt waren wir schon dreieinhalb Stunden hintendran.
Der Flug selbst war sehr angenehm, selbst die Kinder um uns herum waren nach der ganzen Warterei angenehm müde und ruhig. Nach Ankunft in Addis Abeba war offenbar allen völlig klar gewesen, dass der Flug auf uns (es wollten einige aus Frankfurt nach Harare) wartet. Nach höchstens 200 Schritten auf äthiopischem Boden und einem Aufenthalt von dreieinhalb Minuten im Flughafengebäude standen wir schon im Shuttle-Bus zum anderen Flugzeug, das dann bald nach unserem Eintreffen startete.
Um 13.50 Uhr simbabwischer (und mitteleuropäischer Zeit) kamen wir in Simbabwe an, kauften uns das Doppel-Einreise-Visum für jeweils 45 US-Dollar unter den Augen von Robert Mugabe und den Klängen einzelner Vuvuzelas und warteten auf unser Gepäck, das schnell kam. Der Taxifahrer machte mit uns das Geschäft seines Lebens (naja, 25 Dollar für zehn Kilometer vom Flughafen zum Busbahnhof), aber dafür ging das Umtauschen meiner Internet-Buchungsbestätigung gegen die eigentlichen Busfahrkarten völlig problemlos, und das Gepäck konnten wir auch unterstellen. Anschließend suchten wir im ersten (und besten) Hotel Harares die Bar auf und verfolgten das Eröffnungsspiel der WM zwischen Südafrika und Mexiko. Dabei genossen wir ein sehr süffiges simbabwisches Bier namens "Zambezi".
Von Simbabwe und Harare waren wir in den wenigen Stunden, die wir bisher dort waren, recht überrascht. Die Menschen waren alle sehr freundlich und hilfsbereit, und so entschieden wir uns dann auch, die paar Meter vom Hotel zum Busbahnhof zurück im Dunkeln zu Fuß zu unternehmen - wir haben es offenkundig überlebt, entgegen so mancher Schauermärchen.
Der Check-in und das Einsteigen verliefen wie vermutet afrikanisch-chaotisch-effizient, und wir kamen zu meiner Überraschung mit nur wenigen Minuten Verspätung weg. Unser Bus war sehr modern und hatte im Gegensatz zu manch anderem vom Busbahnhof abgehenden Vehikel weder zwei Meter hoch Gepäck auf dem Dach noch Fahrgäste auf selbigem. 16 Stunden Fahrt standen vor uns - und das war nichts, worauf wir uns unbedingt aus ganzem Herzen freuten. Wir kamen aber doch ein wenig zum Schlafen, obwohl wir in der ersten Reihe saßen, aber auch die Straßensituation und die Fahrweise unserer Busfahrer war überraschend entspannt.
Gegen 4 Uhr am Samstag Morgen kamen wir zur simbabwisch-südafrikanischen Grenze: Die Ausreise aus Simbabwe war problemlos - Aussteigen aus dem Bus, ins Kabuff den Pass abstempeln lassen, vor dem Bus warten, dass kontrolliert wird, dass wir einen Ausreisestempel haben, rein in den Bus und weiter nach Südafrika. Der britische Einfluss in Simbabwe und auch in Südafrika wird daran sichtbar, dass man hier Schlange steht und nicht ein ganzes Pulk von Menschen sich nach vorne drängelt. Die Einreise nach Südafrika war komplizierter: Erst durch die Anti-Maul-und-Klauen-Seuche-Schleuse, dann zur Einreise (unproblematisch), aber der Zoll hatte es in sich. Erst alles Gepäck aus dem Bus, dann mit dem eigenen Gepäck durch den Zoll laufen (alle im grünen Kanal), danach Leibesvisitation und wir dachten, wir hätten es geschafft. Pustekuchen! Weiter das Gepäck ziehend, folgten wir unserem Bus durch den Zoll, bis auf einmal doch alle noch eine genauere Gepäckuntersuchung genießen durften ... Wie so oft ging es in meinem Gespräch mit dem Zöllner, während er pro forma in meinem Koffer herumwühlte, um Fußball - "a German, going to Durban to watch the match", wie er seinen Kollegen laut lachend mitteilte, alles in allem umständlich, aber dank der Freundlichkeit der (allermeisten) Zöllner dann doch nicht so schlimm.
Wir können nun einigermaßen nachfühlen, wie sich Schwarze in Deutschland fühlen, denn es waren nicht so viele Weiße auf die Idee gekommen, mit dem Bus von Harare nach Südafrika zu fahren. Neugierige Blicke von kleinen Kindern tun ja aber nicht weh, und die Fahrt mit dem Bus hat den Vorteil, dass wir auch vom Norden Südafrikas einige schöne Landschaften gesehen haben. Überrascht waren wir bisher von der Sauberkeit des Straßenbildes, der Toiletten, eigentlich von allem, besonders in Südafrika.
Nachdem wir am Freitag nicht genau gewusst hatten, wann wir den Äquator überquert hatten, da gerade ein Film und auch keine Ansage kam, konnten wir die samstägliche Überquerung des südlichen Wendekreises zeitlich recht genau auf 8.45 Uhr festlegen. Damit fehlt mir nur noch der südliche Polarkreis an den großen Breitenkreisen dieser Erde.
Nach der Ankunft in Johannesburg konnten wir dank der freundlichen Mithilfe einiger Bus-Angestellter unseren Avis-Stand finden, wo wir nach endlicher Zeit auch unseren ziemlich neuen VW Polo in Empfang nehmen konnten. Danach ging es prompt in den Großstadtverkehr von Johannesburg zum FIFA-Ticket-Center, in dem wir unsere Fußballkarten bekommen sollten. Ich parkte in zweiter Reihe und begab mich in das Gebäude. Nachdem der Automat und meine Kreditkarte nicht so wollten wie ich, schnitt der Automat meine WM-Karte mitten im Ausdruck ab, sodass ich mich doch in die Schlage stellen musste und der Dame erläuterte, dass es wohl ein Problem gegeben habe. Sie war zwar nicht extrem freundlich, aber hilfsbereit: Ich bekam meine Karten für das Spiel in Durban. Als ich zum Auto zurückkam, stand es anders da als vorher, ein freundlicher Südafrikaner hatte für meine Mutter das Einparken in die Parkbucht übernommen.
Insgesamt sind wir von der Freundlichkeit der Menschen hier sehr beeindruckt. Auch wenn es mal nicht perfekt läuft, sind die Südafrikaner stets guter Laune, das macht Spaß.
Schließlich kamen wir deutlich später als erhofft aus Johannesburg raus. Unterwegs gingen wir (auf der sehr guten Autobahn) erst einmal etwas einkaufen und trafen unsympathische Deutsche. Leider wurde es zunehmend dunkel, und es ist deutlich schöner, mit 120 über eine helle Autobahn als über eine dunkle zu fahren. Das Fahren im Linksverkehr stellte sich aber glücklicherweise einfacher als gedacht dar, sodass zumindest hierin kein großes Problem lag, wenn man davon absieht, dass meine Mutter ein paar Mal einen Herzkasper bekam, weil ich (ihrer Meinung nach) zu weit links war.
Wir fuhren also im Dunkeln über Straßen, meistens in der Mitte der Straße, weil links und rechts teilweise böse Schlaglöcher lauerten und kamen dann nach einer langen Fahrt bergauf schließlich in Clarens im Free State an. Dort fanden wir zügig unser Hotel, checkten nach kleinen Schwierigkeiten (die Rezeptionistin verstand "P" anstelle von "B" in meinem Nachnamen) und blieben kurz auf dem Zimmer, bevor es wieder zum Essen ins Foyer ging. Wir aßen sehr, sehr gut (Sushi bzw. Samosas als Vorspeise und Baby Chicken bzw. ein sehr leckeres Rinderfilet als Hauptgerichte) und tranken "Hansa"-Bier, durchaus genießbar. Ebenso genießbar war, dass England gegen die USA nur 1:1 spielte ... Danach ging es erst unter die Dusche (nach 60 Stunden sehr angenehm!) und dann ins Bett. Ich schlief auf der Stelle ein.
Am nächsten Morgen ging es früh in Richtung Lesotho, die Ausreise aus Südafrika und die Einreise nach Lesotho waren völlig problemlos. Es ist sehr merkwürdig, denn man überquert die Grenze zwischen Südafrika und Lesotho und fühlt sich in einer anderen Welt: Die Straßen sind dreckiger, die Wohngebäude weniger schön, dafür viel weiter ausgedehnt, sodass man kaum eine Strecke hat, an der kein Haus steht, während das in Südafrika sehr viel konzentrierter ist.
Die Landschaft ist dafür genauso fantastisch schön wie im Free State: Es ist nicht zu beschreiben und auch Fotos vermitteln keinen genügenden Eindruck, weil es zu traumhaft ist.
Wir fuhren durch den Golden-Gate-Nationalpark auf die Autobahn und von dort in Richtung Durban. Je näher wir Durban kamen, desto größer war die Konzentration von Deutschland-Fans ... Wir kamen in unserem von außen sehr schönen Hotel in einem Vorort von Durban an und waren schwupps wieder weg, weil andere Deutsche gerade auf dem Weg zum Stadion waren und der Hotel-Bus uns mitnehmen wollte/sollte. In der Hektik vergaßen wir Handy und Kamera und konnten keine Bilder von Durban oder vom Spiel machen. Schade ...
Durban: Toll. Strand: Toll. Mutter auslachen, weil eine Welle höher kommt als sie gedacht hatte: Toll. Dann selbst von der Welle erwischt werden: Weniger toll. Schlange fürs Klo im Food Court: Nicht so schön. Fischessen ebenda: Extrem lecker. Stimmung: Fantastisch. Einlass ins Stadion: Effizient. Stimmung im Stadion: Der absolute Hammer.
62.660 Mann mit geschätzten 30.000 Vuvuzelas (die übrigens gar nicht einen so furchtbaren Krach machen, klar, sie sind laut, aber es ist erträglich), die meisten Deutschland-Fans waren Südafrikaner (aber mit schwarz-rot-goldener Perücke, Vuvuzela, Bemalung, Trikot und Flagge). Es ist komisch, wenn man einen Deutschland-Fan in voller Montur anspricht und dann auf Englisch weitermachen muss, weil er kein oder kaum Deutsch kann ...
Spiel: klasse, wenn auch nach Herzinfarkt in der 3. Minute nach einer australischen Großchance. Unsere südafrikanische Sitznachbarin, mit der wir ins Gespräch kamen, fragte, wie wir Südafrika fänden. Die wahrheitsgemäße Antwort war: "Fantastic". Wir sollten es unseren Freunden erzählen, bat sie. Was wir hiermit tun und auch noch zu Hause oft genug tun werden. 4:0, tolles Spiel, fantastische Stimmung, ich plane schon für Brasilien 2014 ...
Danach mit dem Taxi nach Hause und ins Bett, nachdem wir unser Zimmer gefunden und nicht ganz so arg begeistert waren, da wir immerhin 180 € dafür gezahlt hatten, aber gut, Durban und in der Nacht nach einem WM-Spiel, da zahlt man keine Jugendherbergspreise.
Am nächsten Tag nach wider Erwarten im Preis inbegriffenen Frühstück auf die Autobahn in Richtung Norden, am Indischen Ozean entlang und dann ins Landesinnere, in Richtung Swasiland. Aus- und Einreise immer noch mühelos, wenn auch etwas bürokratischer als für Lesotho. Swasiland überraschend schön, auch angenehmer als Lesotho. Heute Abend im Hotel angekommen, Fußball geguckt (Japan - Kamerun). Jetzt gleich zu Abendessen und dann Paraguay gegen Italien anfeuern in einem sehr schönen Pub in einem sehr schönen Hotel mit tollem Ausblick auf die Umgebung von Mbabane, der Hauptstadt von Swasiland. In vier Tagen vier neue Länder, ein schöner Nebeneffekt ...
Wir sind restlos begeistert von Südafrika. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, jedenfalls im Moment nicht.
Dienstag, 1. Juni 2010
Ja, ist denn heute schon der 17. Juni?
Weihnachten ist heute jedenfalls nicht, aber für die äthiopische Botschaft war anscheinend am 25. Mai der 17. Juni ... Während nämlich auf der Quittung über den Überweisungsbetrag das (wahrscheinlich) korrekte Bearbeitungsdatum, nämlich der 25. Mai, steht, ist auf dem Visum als Ausstellungsdatum (!) der 17. Juni angegeben. Dafür läuft das Visum eben erst am 16. Juli aus, in jedem Falle ist es nur für eine Einreise gültig. Das reicht aber, da wir ja erst am 18. Juni nach Äthiopien kommen (also so richtig, also mit offizieller Einreise). Der erste Transit in Äthiopien am 11. Juni dauert ja nur knapp zwei Stunden (hoffentlich!).
Jetzt muss ich noch schauen, wie das mit dem Bahnticket funktioniert. Unsere Nachbarin zuhause ist ja Reisebürotante, und die meinte, auf meinem E-Ticket müsste etwas stehen. Sie hat sich das aber angeguckt und gemeint, da stünde keine Abholnummer der Bahn ... Naja, mal sehen, wie sich das ergibt, es sind ja noch neun Tage bis zur Abreise. (Juchhu, in neun Tagen geht's los!)
Meine Ma und ich haben uns überlegt, vielleicht Silvester/Neujahr in Sankt Petersburg zu verbringen. Ist ja von Estland aus um die Ecke (fünf Stunden Fahrt + Grenzübertritt) ... Und die Visumbeantragung (die Russen wollen persönliche Vorsprache zumindest eines Vertreters!) ist für 20 Euro zusätzlich zu den 35 Euro Visumsgebühr noch relativ günstig zu haben. Naja, mal gucken ...
So, mein neuer Pass ist nicht mehr jungfräulich, das ist schön ... Der nächste oder übernächste Post kommt dann wahrscheinlich schon von südlich des Äquators (den ich zum ersten Mal überquere).
Jetzt muss ich noch schauen, wie das mit dem Bahnticket funktioniert. Unsere Nachbarin zuhause ist ja Reisebürotante, und die meinte, auf meinem E-Ticket müsste etwas stehen. Sie hat sich das aber angeguckt und gemeint, da stünde keine Abholnummer der Bahn ... Naja, mal sehen, wie sich das ergibt, es sind ja noch neun Tage bis zur Abreise. (Juchhu, in neun Tagen geht's los!)
Meine Ma und ich haben uns überlegt, vielleicht Silvester/Neujahr in Sankt Petersburg zu verbringen. Ist ja von Estland aus um die Ecke (fünf Stunden Fahrt + Grenzübertritt) ... Und die Visumbeantragung (die Russen wollen persönliche Vorsprache zumindest eines Vertreters!) ist für 20 Euro zusätzlich zu den 35 Euro Visumsgebühr noch relativ günstig zu haben. Naja, mal gucken ...
So, mein neuer Pass ist nicht mehr jungfräulich, das ist schön ... Der nächste oder übernächste Post kommt dann wahrscheinlich schon von südlich des Äquators (den ich zum ersten Mal überquere).
Montag, 17. Mai 2010
Pass gekriegt und schon wieder weg
So, habe am Freitag meinen neuen Pass abgeholt und schon ist er wieder weg.
Ich bin am Donnerstag Abend nach der Männertagswanderung schon sehr früh ins Bett, weil ich einfach platt war nach einem schönen, aber auch anstrengenden Tag. Dafür war ich dann am nächsten Morgen früh wach und habe meine beiden Freunde aus Schulzeiten noch im Bett liegen lassen, während ich schon einen Spaziergang machte. Es kam mir die Idee, doch mal zu schauen, ob mein Pass schon da ist, also machte ich mich auf zum Bürgeramt. Leider öffnete das erst um 9 Uhr, und ich war schon um 8.20 Uhr da, aber mit einem "Kicker" bewaffnet war das zu überstehen. Und siehe da, mein nagelneuer Pass mit 48 Seiten war schon da. Ich bekam sogar mein biometrisches Passbild zurück!
Heute Morgen habe ich dann den Visumantrag für Äthiopien ausgedruckt und ausgefüllt, die Visumgebühren (jeweils 17 € für meine Mutter und mich) überwiesen und den ganzen Brief zur Post gebracht. Jetzt ist mein Pässlein also schon wieder weg, dafür – so hoffe ich – kriege ich ihn schon bald wieder zurück mit einem schönen Visum darin.
Und eben habe ich eine Straßenkarte für Südafrika gekauft. Die Spannung steigt, noch 24 Tage, dann geht es los ...
Ich bin am Donnerstag Abend nach der Männertagswanderung schon sehr früh ins Bett, weil ich einfach platt war nach einem schönen, aber auch anstrengenden Tag. Dafür war ich dann am nächsten Morgen früh wach und habe meine beiden Freunde aus Schulzeiten noch im Bett liegen lassen, während ich schon einen Spaziergang machte. Es kam mir die Idee, doch mal zu schauen, ob mein Pass schon da ist, also machte ich mich auf zum Bürgeramt. Leider öffnete das erst um 9 Uhr, und ich war schon um 8.20 Uhr da, aber mit einem "Kicker" bewaffnet war das zu überstehen. Und siehe da, mein nagelneuer Pass mit 48 Seiten war schon da. Ich bekam sogar mein biometrisches Passbild zurück!
Heute Morgen habe ich dann den Visumantrag für Äthiopien ausgedruckt und ausgefüllt, die Visumgebühren (jeweils 17 € für meine Mutter und mich) überwiesen und den ganzen Brief zur Post gebracht. Jetzt ist mein Pässlein also schon wieder weg, dafür – so hoffe ich – kriege ich ihn schon bald wieder zurück mit einem schönen Visum darin.
Und eben habe ich eine Straßenkarte für Südafrika gekauft. Die Spannung steigt, noch 24 Tage, dann geht es los ...
Mittwoch, 12. Mai 2010
Estland, Euro, Starter-Kits, Weißrussland und Transnistrien?
Hm, als ich meiner Mutter vor ein paar Monaten sagte, dass Estland wahrscheinlich im Januar 2011 den Euro einführen wird, dass ich da ganz gerne hinfahren würde und dass man da auch noch Weißrussland mitnehmen könnte, war sie skeptisch. Gestern telefonierte ich mit ihr und auf einmal war für sie völlig klar, dass wir diese Tour machen, auch wenn sie ein wenig Sorgen hat, im (kalten) Dezember in der Ukraine und in Weißrussland herumzufahren. Mag sein, dass zu diesem Sinneswandel auch beigetragen hat, dass mein Opa im April gestorben ist und meine Ma dieses Jahr Weihnachten nicht feiern möchte.
Jetzt sieht der vorläufige Plan so aus, dass wir irgendwann so um den 18. Dezember herum nach Osten aufbrechen, möglicherweise ein paar Tage in Polen sind und dann in die Ukraine einreisen. Vielleicht kriegen wir es sogar gebacken, Odessa und Transnistrien mitzunehmen. Transnistrien würde sogar als eigenes Land zählen, da es eigene Grenzkontrollen hat (die relativ bestechungsgeldberüchtigt sein sollen) und sich selbst für unabhängig hält, obwohl der Rest der Welt es offiziell als zu Moldawien (Republik Moldau) gehörig ansieht.
Jedenfalls ginge es von dort über Kiew nach Minsk und von dort über Vilnius und Riga nach Estland. Mal gucken, ob es zeitlich für Tallinn reicht, oder ob man schon in Pärnu oder so Station macht bzw. den Umkehrpunkt legt. Jedenfalls sollten wir da so um den 30. Dezember eintrudeln, um eventuell noch tatsächlich Starter-Kits zu kriegen. Das Semester geht am 3. Januar 2011 schon wieder los, sodass wir dann womöglich relativ zügig über Warschau zurückkehren müssten.
Jedenfalls stehen die Chancen gut, dass ich Ende dieses Jahres alle Staaten betreten habe, die unumstritten kontinentaleuropäisch und unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft sind. Die Einschränkung auf Kontinentaleuropa ist nötig, weil mir etwa noch Island fehlt, die erste Einschränkung "unumstritten", weil es noch einige Staaten gibt, die man nach umstrittenen Definitionen Europas zu Europa zählen kann (Armenien, Kasachstan), in denen ich aber noch nicht war, und die zweite Einschränkung "unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft", weil eben zum Beispiel Transnistrien kein allgemein anerkanntes Mitglied der Staatengemeinschaft ist, aber nun einmal für meine Zwecke als eigenes Land zählt.
Die Einreise nach Weißrussland dürfte mit einem Transitvisum erfolgen (Ukraine nach Litauen oder Lettland), das 48 Stunden gültig wäre (reicht für die Süd-Nord-Durchquerung mit Zwischenstopp in Minsk) und "nur" 20 € kostet. Mal sehen, ob das alles was wird ...
Jetzt sieht der vorläufige Plan so aus, dass wir irgendwann so um den 18. Dezember herum nach Osten aufbrechen, möglicherweise ein paar Tage in Polen sind und dann in die Ukraine einreisen. Vielleicht kriegen wir es sogar gebacken, Odessa und Transnistrien mitzunehmen. Transnistrien würde sogar als eigenes Land zählen, da es eigene Grenzkontrollen hat (die relativ bestechungsgeldberüchtigt sein sollen) und sich selbst für unabhängig hält, obwohl der Rest der Welt es offiziell als zu Moldawien (Republik Moldau) gehörig ansieht.
Jedenfalls ginge es von dort über Kiew nach Minsk und von dort über Vilnius und Riga nach Estland. Mal gucken, ob es zeitlich für Tallinn reicht, oder ob man schon in Pärnu oder so Station macht bzw. den Umkehrpunkt legt. Jedenfalls sollten wir da so um den 30. Dezember eintrudeln, um eventuell noch tatsächlich Starter-Kits zu kriegen. Das Semester geht am 3. Januar 2011 schon wieder los, sodass wir dann womöglich relativ zügig über Warschau zurückkehren müssten.
Jedenfalls stehen die Chancen gut, dass ich Ende dieses Jahres alle Staaten betreten habe, die unumstritten kontinentaleuropäisch und unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft sind. Die Einschränkung auf Kontinentaleuropa ist nötig, weil mir etwa noch Island fehlt, die erste Einschränkung "unumstritten", weil es noch einige Staaten gibt, die man nach umstrittenen Definitionen Europas zu Europa zählen kann (Armenien, Kasachstan), in denen ich aber noch nicht war, und die zweite Einschränkung "unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft", weil eben zum Beispiel Transnistrien kein allgemein anerkanntes Mitglied der Staatengemeinschaft ist, aber nun einmal für meine Zwecke als eigenes Land zählt.
Die Einreise nach Weißrussland dürfte mit einem Transitvisum erfolgen (Ukraine nach Litauen oder Lettland), das 48 Stunden gültig wäre (reicht für die Süd-Nord-Durchquerung mit Zwischenstopp in Minsk) und "nur" 20 € kostet. Mal sehen, ob das alles was wird ...
Montag, 10. Mai 2010
Ein großer Piekser für mich ...
So, heute auch medizinisch auf die (hoffentlich) sichere Seite gekommen: Habe meine Gelbfieber-Impfung hinter mich gebracht. Die ist erstens sinnvoll (gerade für Äthiopien und Simbabwe und weil ich ja trotz allem noch in den nächsten Jahren ein wenig reisen möchte - die Impfung ist zehn Jahre wirksam und gültig) und zweitens im Zweifel notwendig, weil die Simbabwer und Südafrikaner bei Ankunft aus einem Gelbfieber-Staat (zum Beispiel Äthiopien, im Extremfall auch im Transit) verlangen, dass man eine Gelbfieber-Impfung nachweist.
So, die Impfung kostet mich wahrscheinlich so um die 45 Euro, aber das ist hoffentlich gut angelegtes Geld. In zehn Tagen kommen eventuelle Nebenwirkungen, aber die Ärztin hat mir da keine zusätzlichen Sorgen gemacht, und wirkliche Bedenken hatte ich ohnehin vorher schon nicht. Ab in zehn Tagen, also ab dem 20. Mai, gilt die Impfung dann und sie ist gültig bis zum 20. Mai 2020, sogar etwas länger also als mein Pass, den ich nächsten Montag dann abholen werde.
Ich war ja in der Kinderklinik (die ist eine von zwei oder drei Gelbfieberimpfstellen hier) und die impften mich auch anstandslos, auch wenn ich weiß Gott kein Kind und kein Jugendlicher mehr bin. Das einzige Problem war aber, dass sie keine Impfnadel für mich hatten, die lang genug war. Die Ärztin erklärte mir auch, dass bei Frauen die Nadeln für Babys oder Kinder auch ausreichend wären, aber bei Männern würden die nicht tief genug kommen. Naja, sie hat mich dann mit der Nadel gespritzt (glaube ich), die sie zur Entnahme des Impfstoffs aus dem Glasbehälter benutzt hatte ... Hat sie aber danach schnell entsorgt ...
Achso, ich darf heute und morgen keinen (übertriebenen) Sport machen und heute auch keinen Alkohol trinken. Naja, das werde ich überleben ...
Eine Impfung gegen Cholera oder Tollwut habe ich nicht, ansonsten aber alle reisemedizinisch sinnvollen Impfungen hoffentlich schon. Jetzt muss ich noch gucken, wie das mit der Malaria aussieht. Ich meine, ich hatte in Pakistan ja auch schon nichts dabei an Prophylaxe und habe es (bisher) überlebt, vielleicht reicht es tatsächlich, sich gegen Mückenstiche einfach durch Sprühzeug zu schützen. Aber wahrscheinlich werde ich meine Mutter noch zu unserem Hausarzt schicken, damit der sie nochmal genauer berät und ggf. eine Prophylaxe oder ein Stand-By-Medikament verschreibt. Mal sehen.
Das Einzige, was mir heute zu denken gegeben hat, war, dass die Ärztin meinte, ich solle Spanien bei der WM anfeuern. Ähm, nope!
So, die Impfung kostet mich wahrscheinlich so um die 45 Euro, aber das ist hoffentlich gut angelegtes Geld. In zehn Tagen kommen eventuelle Nebenwirkungen, aber die Ärztin hat mir da keine zusätzlichen Sorgen gemacht, und wirkliche Bedenken hatte ich ohnehin vorher schon nicht. Ab in zehn Tagen, also ab dem 20. Mai, gilt die Impfung dann und sie ist gültig bis zum 20. Mai 2020, sogar etwas länger also als mein Pass, den ich nächsten Montag dann abholen werde.
Ich war ja in der Kinderklinik (die ist eine von zwei oder drei Gelbfieberimpfstellen hier) und die impften mich auch anstandslos, auch wenn ich weiß Gott kein Kind und kein Jugendlicher mehr bin. Das einzige Problem war aber, dass sie keine Impfnadel für mich hatten, die lang genug war. Die Ärztin erklärte mir auch, dass bei Frauen die Nadeln für Babys oder Kinder auch ausreichend wären, aber bei Männern würden die nicht tief genug kommen. Naja, sie hat mich dann mit der Nadel gespritzt (glaube ich), die sie zur Entnahme des Impfstoffs aus dem Glasbehälter benutzt hatte ... Hat sie aber danach schnell entsorgt ...
Achso, ich darf heute und morgen keinen (übertriebenen) Sport machen und heute auch keinen Alkohol trinken. Naja, das werde ich überleben ...
Eine Impfung gegen Cholera oder Tollwut habe ich nicht, ansonsten aber alle reisemedizinisch sinnvollen Impfungen hoffentlich schon. Jetzt muss ich noch gucken, wie das mit der Malaria aussieht. Ich meine, ich hatte in Pakistan ja auch schon nichts dabei an Prophylaxe und habe es (bisher) überlebt, vielleicht reicht es tatsächlich, sich gegen Mückenstiche einfach durch Sprühzeug zu schützen. Aber wahrscheinlich werde ich meine Mutter noch zu unserem Hausarzt schicken, damit der sie nochmal genauer berät und ggf. eine Prophylaxe oder ein Stand-By-Medikament verschreibt. Mal sehen.
Das Einzige, was mir heute zu denken gegeben hat, war, dass die Ärztin meinte, ich solle Spanien bei der WM anfeuern. Ähm, nope!
Donnerstag, 6. Mai 2010
Flug gebucht, endlich
Ja, ich hatte eigentlich gedacht, dass ich den Flug nach Südafrika schon gebucht hätte. Aber Pustekuchen ...
Vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass auf der Ethiopian-Airlines-Seite mein Flug nicht mehr steht, dort war er drei Monate verfügbar gewesen. Es hätte mich stutzig machen sollen, dass Ethiopian den Flug immer noch nicht abgebucht hat, aber ich habe gedacht: "Solange die meinen Flug als 'bestätigt' anzeigen, muss er ja bestätigt sein." Nun, als er dann weg war, habe ich bei Ethiopian angefragt (nicht dass ich das nicht schon gemacht hätte), aber diesmal rief ich sogar bei deren Vertretung in Frankfurt an. Und die sagten mir, der Flug sei storniert worden, weil nicht binnen 48 Stunden abgebucht werden konnte. Ich hatte ja erzählt, dass mein Kreditkartenunternehmen die Abbuchung (neben einigen anderen) gesperrt hatte.
Nun, ich versuchte die Online-Buchung erneut und wieder wurde sie von Barclay's geblockt. Wieder rief ich an und erhielt die Mitteilung, dass die Abbuchung geblockt worden sei. Den Vorschlag von Seiten der Sachbearbeiterin dort, dass Ethiopian es nochmal versuchen solle, gab ich an die hiesige Telefonzentrale von Ethiopian weiter. Die aber sagten, sie könnten nicht ein zweites Mal einen Abbuchungsversuch starten. Der sehr freundliche Mann am Telefon bot mir aber an, eine Rechnung zu schicken. Als Bonbon gab es den Zug zum Flug dazu ... Und, entscheidend, ich musste nicht mehr zahlen als im Februar, praktischerweise ...
Naja, hat ja noch alles geklappt. Bin schon sehr gespannt, wie das wird ...
Vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass auf der Ethiopian-Airlines-Seite mein Flug nicht mehr steht, dort war er drei Monate verfügbar gewesen. Es hätte mich stutzig machen sollen, dass Ethiopian den Flug immer noch nicht abgebucht hat, aber ich habe gedacht: "Solange die meinen Flug als 'bestätigt' anzeigen, muss er ja bestätigt sein." Nun, als er dann weg war, habe ich bei Ethiopian angefragt (nicht dass ich das nicht schon gemacht hätte), aber diesmal rief ich sogar bei deren Vertretung in Frankfurt an. Und die sagten mir, der Flug sei storniert worden, weil nicht binnen 48 Stunden abgebucht werden konnte. Ich hatte ja erzählt, dass mein Kreditkartenunternehmen die Abbuchung (neben einigen anderen) gesperrt hatte.
Nun, ich versuchte die Online-Buchung erneut und wieder wurde sie von Barclay's geblockt. Wieder rief ich an und erhielt die Mitteilung, dass die Abbuchung geblockt worden sei. Den Vorschlag von Seiten der Sachbearbeiterin dort, dass Ethiopian es nochmal versuchen solle, gab ich an die hiesige Telefonzentrale von Ethiopian weiter. Die aber sagten, sie könnten nicht ein zweites Mal einen Abbuchungsversuch starten. Der sehr freundliche Mann am Telefon bot mir aber an, eine Rechnung zu schicken. Als Bonbon gab es den Zug zum Flug dazu ... Und, entscheidend, ich musste nicht mehr zahlen als im Februar, praktischerweise ...
Naja, hat ja noch alles geklappt. Bin schon sehr gespannt, wie das wird ...
Montag, 19. April 2010
Pass beantragt
So, heute habe ich den vierten Reisepass meines Lebens beantragt. Erstmals wird er 48 Seiten haben, da ich hoffe, bis 2020 doch noch ein wenig zu reisen. Die 81 € (22 € mehr als gewöhnlich) sind hoffentlich gut angelegt ... Da der Pass bis in vier Wochen fertig sein soll, müsste das dann genau reichen mit der frühestmöglichen Beantragung des äthiopischen Visums (die wollen den Pass erst drei Wochen vor Reiseantritt haben). Ich denke, ich werde das äthiopische Visum schon in den neuen Pass geben lassen (ist ja genug Platz :-)). Dann nehme ich den alten Pass zwar mit (für Flug und WM-Karten ist der alte Pass noch angegeben), aber werde nur den neuen verwenden. Oder so ähnlich ...
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