Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 18. Juni 2010

Da ist man einmal nicht bei einem WM-Spiel ...

... und schon verliert Deutschland! Schade!

Nach einem guten Frühstück in Pretoria ging es mit dem Auto über uns schon bekannte Straßen zurück nach Johannesburg, wo wir gegen 10.45 Uhr unser Auto abgaben. Die Avis-Tante wollte noch irgendeinen Betrag von uns, aber nach meinem Verweis auf die Buchung in Deutschland und dass wir komplett versichert seien, war auf einmal alles okay.

Wir gaben unser Gepäck in die Gepäckaufbewahrung und ließen uns mit dem Taxi ins Apartheid-Museum fahren. Dieses zählt in der Tat zu den besten Museen, die ich je gesehen habe. Ich muss auch gestehen, dass ich über die Geschichte Südafrikas vor und während der Apartheid (sicherheitshalber mal verlinkt ...) nicht allzuviel gewusst habe. Ausgerechnet am Donnerstag, am 16. Juni, war auch noch der Jahrestag des Aufstandes von Soweto gegen Afrikaans als Schul-Pflichtsprache, der das Südafrika der Apartheid nach übereinstimmenden Aussagen von Museum und Reiseführer für immer verändert hatte. Zudem befand sich eine Sonderausstellung über das Leben Nelson Mandelas im Museum, das das ohnehin schon sehr interessante Museum noch sehr interessanter machte. Danach ließen wir uns wieder in die Stadt kutschieren und aßen in einem portugiesischen Pub recht gut zu Mittag. Danach machten wir uns zu Fuß (in Jo'burg!) auf den kurzen Weg zurück zum Bahnhof. Irgendwie verliefen wir uns, und als ich den Reiseführer bemühte, liefen schon zwei Südafrikaner auf uns zu und fragten fast panisch, ob wir uns verlaufen hätten. Sie führten uns dann zum Busbahnhof und wurden ob ihrer lebensrettenden Aktion von uns zum Bier eingeladen. (Merkt man die Ironie? Ich meine, ja, Johannesburg ist nicht gerade das Paradies auf Erden, aber es war hellichter Tag und ich bin nun auch nicht gerade ein Hänfling ... Ich bin schon nachts [!] durch Chicago [!] gelaufen und mir ist nichts passiert.) Jedenfalls saßen wir dann mit den beiden in einem Lokal am Busbahnhof und beobachteten, wie sich die Spanier gegen die Schweiz abmühten (Glückwunsch, Lölis!). Als die beiden dann wegwaren, holten wir unser Gepäck und guckten außerhalb des Lokals noch den Rest des Spiels. Zu uns gesellte sich ein besoffener südafrikanischer Brasilien-Fan und ein schwuler südafrikanischer Ghana-Fan (oder schwuler Ghanaer?), der von uns - ja, seine Mutter lebt in Hamburg - wieder die obligatorische Einladung zwecks Visumbeschaffung wollte. Die Einladung bekam er nicht, dafür ein Bier spendiert, wofür Stephen uns dann noch runter zum Check-in für den Bus zurück nach Harare brachte.

Der Bus fuhr pünktlich 20.00 Uhr in Johannesburg ab, und die Fahrt war im Wesentlichen ereignislos. Der Grenzübertritt raus aus Süafrika war völlig problemlos, der nach Simbabwe wieder hinein war wesentlich komplizierter und ein Beispiel für afrikanische Bürokratie: Während ich meinen Pass einfach abgestempelt bekam (wir hatten ja noch das simbabwische Doppel-Einreisevisum, das für die zweite Einreise noch gut war), hätte meine Mutter am anderen Schalter wieder einen Einreisezettel ausfüllen müssen. Da sie aber zu mir rüberkam, stempelte der freundliche Grenzer meiner Mutter auch ohne Einreisekarte den Einreisestempel in den Pass und verwies uns an den Zoll.

Dort hätten wir wahrscheinlich eine Zollerklärung ausfüllen müssen, begaben uns aber schnurstracks zurück zum Bus, wo wir unser Gepäck ausladen mussten, ehe eine Zöllnerin uns mehr pro forma fragte: "Only personal clothes?", was wir bejahten. Danach durfte unser Gepäck wieder eingeladen werden, die blauen Zollerklärungen wurden vom Fahrer eingesammelt; als ich ihm sagte, ich hätte keine bekommen, war das aber "fine". Wir stiegen wieder - es war ziemlich kühl - in den Bus, bis der Busfahrer uns rausscheuchte und meinte, wir sollten eine Schlange bilden, damit die Grenzer gucken könnten, ob wir den Einreisestempel im Pass hätten. Wir bildeten die Schlange, es kam aber kein Grenzer. Nach zwanzig Minuten stiegen wir wieder ein, ein Grenzer ward nicht mehr gesehen, dafür gab der Busfahrer uns wieder die Zollerklärungen, damit wir unsere eigenen wieder heraussuchen sollten. Wir hatten ja keine abgegeben, also konnten wir keine heraussuchen, was ein Mitreisender wiederum "fine" fand. Wir standen noch etwa eine Stunde, bis eine Frau aus unserem Bus reinkam, sich entschuldigte und der Bus weiterfuhr - die Zollerklärungen hatte kein Zöllner sehen wollen ... Argh.

Die Landschaft Simbabwes ist anders als Südafrika, aber nicht weniger reizvoll. Es gibt zum Beispiel viele recht bizarre Steinformationen. Alles ist ein wenig ärmlicher als Südafrika, aber im Vergleich zu Indien oder Pakistan immer noch unheimlich sauber und relativ gepflegt.

Mit zweieinhalbstündiger Verspätung kamen wir nach einer Gesamtfahrtzeit von 19 Stunden in Harare an und wurden gleich von Taxifahren bestürmt, die für die Fahrt zum 500 Meter entfernten Holiday Inn 15 US-Dollar haben wollten. Ich konnte sie mit einigen Mühen auf fünf herunterhandeln, was der Portier im Holiday Inn immer noch lachhaft fand, aber gut, als Ausländer zahlt man halt ein wenig mehr ... Das Holiday Inn ist immer noch gut, auch wenn man ihm ansieht, dass es bessere Zeiten hatte, aber unser Zimmer war top. Wir setzten uns aber zügig hinunter ins Restaurant, da wir richtig Hunger hatten, und aßen Quesadillas, Calamari und jeweils einen 280-Gramm-Burger. Dazu gab es Castle-Bier. Das Ende des Griechenland-Nigeria-Spiels verfolgten wir in der Bar mit Zambezi-Dosenbier.

Danach ging es ins Zimmer und schnell ins Bett, weil wir hundekaputt waren.

Der Morgen brachte gleich ein wenig Aufregung, weil in der Rezeption ein Fehler passiert war und ich nur als Einzelperson anstatt als Zweierbelegung eingecheckt hatte/war. Nach etlichem Hin und Her musste ich einen Beleg für 20 US-Dollar unterschreiben, der mir beim Check-Out wieder gutgeschrieben wurde. Hatte ich schon von simbabwischer Bürokratie gesprochen? Nichtsdestotrotz waren alle im Holiday Inn um unser Wohlergehen bemüht, was sehr angenehm war.

Die Taxifahrt zum Flughafen war diesmal billiger (20 Dollar), wir mussten bis zum Check-in einige Zeit überbrücken, was aber mit Colatrinken und Handarbeit-Gucken (und -Kaufen) gelang. Check-in, Ausreisekontrolle und Sicherheitskontrolle waren problemlos, auch wenn ich das erste Mal seit der Ausreise aus den USA im Februar 2009 die Schuhe ausziehen musste. Wir verfolgten den Anfang des Deutschland-Serbien-Spiels, ehe es ins Flugzeug ging. Nach Zwischenlandung in Lusaka in Sambia kamen wir kaum verspätet in Addis Abeba an. Die Abholung funktioniert einwandfrei, das Zimmer ist chic (mit beweglichem Duschkopf - herrlich!), aber morgen geht es dann endgültig wieder gen Heimat.

Wieder einmal sind meine Vorstellungen und Vorurteile über den Haufen geworfen worden: Das südliche Afrika, vor allem Südafrika und Swasiland, aber durchaus auch Lesotho und Simbabwe, ist wunderbar zu bereisen mit größtenteils guten bis sehr guten Straßen, überaus freundlichen Menschen und grandiosen Landschaften. Hatte ich schon erwähnt, dass wir bald wiederkommen wollen?

Dienstag, 15. Juni 2010

Swasiland und Kruger-Nationalpark

Ich begrüße die aus dem StudiVZ hinzugestoßenen Gäste.

So, Abendessen gestern Abend war sehr, sehr lecker. Buffet mit allerlei Fisch und Fleisch und das zu einem Spottpreis. Überhaupt kann man in Südafrika (und Swasiland in dem Fall) für nicht arg viel Geld sehr gut essen. Danach ins Pub und meine Anfeuerung für Paraguay hat ja zumindest teilweise geholfen gegen Italien.

Heute Morgen dann durch Nordwest-Swasiland und über die Grenze (wie immer problemlos, auch wenn sie immer alles ganz genau stempeln, sehr schön, so soll es sein ...) wieder nach Südafrika. Schnurstracks in den Kruger-Nationalpark. Eintritt 160 Rand (ca. 16 Euro), die sich absolut lohnen, selbst wenn man nur - wie wir - ein paar Stunden im Park bleiben kann. Schon nach ein paar Metern begrüßten Impalas den Besucher, es ging weiter mit einem Nashorn in der Nähe eines einsamen Wasserloches. Danach kamen ein weiteres Nashorn, etliche Impalas und Gnus dazu. Auf einmal bildete sich ein Stau auf der Straße, als man zehn Meter von der Straße entfernt einen Elefanten durch die Vegetation stapfen sehen konnte. Nach einem kurzen Einkauf von Südafrika-Souvenirs ging es weiter, bis wir an einem kleinen Wasserloch drei Elefanten begutachten konnten. Den Abschluss bildeten Zebras am Straßenrand, ehe wir den Nationalpark verließen. Hammer!

Danach über einige Seitenstraßen und in Nelspruit auf die Nationalstraße, die man größtenteils mit 120 befahren konnte und sich auf dem Weg nach Pretoria zur formvollendeten Autobahn entwickelte. Das war im Dunkeln ganz praktisch, auch wenn der Verkehr außer im Umkreis der großen Städte nicht sehr stark ist.

Nach 32 Grad im Kruger-Park waren es dann unterwegs einmal laut Auto-Thermometer 0,5 Grad - auch das ist Südafrika ...

Nachdem wir gestern mit Google Maps unser Hotel in Mbabane in Swasiland nicht gefunden hatten und uns auf unsere Augen und ein Hinweisschild verlassen mussten, ging das heute in Pretoria in einem verwinkelten Wohngebiet sehr gut. Leider gibt es hier in dem Gästehaus kein Abendessen, deswegen sind wir ein paar Meter in ein Einkaufszentrum gefahren, wo noch ein Restaurant offen war und wir ein paar gute Steaks verdrücken konnten.

Haben jetzt noch Ärger mit unserem angeblichen Fünf-Sterne-Hotel in Durban. Das war das einzige enttäuschende Hotel hier in Südafrika, und jetzt haben sie uns noch die Fahrt zum Stadion in Rechnung gestellt, in die sie uns gedrängt haben mit dem Hinweis, dass wir sonst nicht mehr ins Stadion kämen. Mit dem Taxi haben wir (auf dem Rückweg) weniger gezahlt als sie jetzt für die Hinfahrt (mit drei anderen Deutschen) berechnet haben. Saubande!

Morgen Abend geht es in Johannesburg in den Bus nach Harare, am Freitag dann von Harare nach Addis Abeba und von dort am Samstag zurück nach Frankfurt. Wir würden gerne noch länger bleiben ...

Montag, 14. Juni 2010

Toll, super, fantastisch, 4:0

Nach gutem Mittagessen mit A. in Jena fuhr uns dieser liebenswürdigerweise zum Bahnhof in Weimar, damit wir nicht noch einmal umsteigen mussten. Die erste Überraschung war, dass der Zug mit 40 Minuten Verspätung ausgewiesen wurde - daraus sollten dann 60 Minuten werden. Naja, mit Verspätungen würden wir in Afrika wohl ohnehin leben müssen, daher war das kein Problem. Als der Zug dann endlich kam, wurden wir von einem im Gang Stehenden (Zug voll!) mit "Willkommen in der Sauna!" begrüßt - die Klimaanlage war ausgefallen, was uns der Schaffner in seiner Ansprache extra noch einmal mitteilen musste. Nachdem wir uns in Erfurt einen Sitzplatz erkämpft hatten, entschieden wir uns, in Eisenach schon wieder auszusteigen, da uns das im wahrsten Sinne des Wortes zu heiß wurde. Der nächste Zug kam auch 20 Minuten später, hatte aber den Nachteil, dass wir in Frankfurt am Hauptbahnhof umsteigen mussten. Dies wurde aber durch den Monster-Vorteil mehr als ausgeglichen, dass dieser Zug leer und (aaaaah) kühl war ...

Nach Ankunft in Frankfurt Umsteigen in die S-Bahn, die dann auch zügig kam. Schnell waren wir am Flughafen. Dort fanden wir nach einigem Suchen und nach dem Beginn meines Kampfes mit meinem Gürtel unseren Check-in für den Ethiopian-Airlines-Flug. Allerdings war unser ursprünglicher Flug storniert worden und auf 45 Minuten später, also 24 Uhr Abflug, ein neuer Flug bestätigt. Davon hatte uns aber niemand in Kenntnis gesetzt, aber das war erst der Anfang ... Mein Gürtel wollte endgültig nicht mehr wie ich, und den Kampf gewann ich zwar, aber um den Preis des Gürtels, den wir zerschneiden und einen Ersatz kaufen mussten, damit ich zukünftig wieder die Chance haben konnte, die Toilette aufzusuchen und dort etwas auszurichten ...

Nach problemlosem Check-in und schneller Sicherheitskontrolle saßen wir am Gate und warteten ... Und warteten ... Und warteten ... Der Flug kam aus London und hatte dort schon Verspätung, konnte dann wegen Sturms lange nicht in Frankfurt landen, sodass wir erst um 2.45 Uhr am Freitag Morgen anstatt wie ursprünglich geplant um 23.15 Uhr am Donnerstag Abend abflogen. Es gibt auf unser Tour nur einen knappen Anschlussflug, und das war natürlich genau unser Flug von Addis Abeba nach Simbabwe, der zweieinhalb Stunden nach unserer geplanten Ankunft abfliegen sollte, jetzt waren wir schon dreieinhalb Stunden hintendran.

Der Flug selbst war sehr angenehm, selbst die Kinder um uns herum waren nach der ganzen Warterei angenehm müde und ruhig. Nach Ankunft in Addis Abeba war offenbar allen völlig klar gewesen, dass der Flug auf uns (es wollten einige aus Frankfurt nach Harare) wartet. Nach höchstens 200 Schritten auf äthiopischem Boden und einem Aufenthalt von dreieinhalb Minuten im Flughafengebäude standen wir schon im Shuttle-Bus zum anderen Flugzeug, das dann bald nach unserem Eintreffen startete.

Um 13.50 Uhr simbabwischer (und mitteleuropäischer Zeit) kamen wir in Simbabwe an, kauften uns das Doppel-Einreise-Visum für jeweils 45 US-Dollar unter den Augen von Robert Mugabe und den Klängen einzelner Vuvuzelas und warteten auf unser Gepäck, das schnell kam. Der Taxifahrer machte mit uns das Geschäft seines Lebens (naja, 25 Dollar für zehn Kilometer vom Flughafen zum Busbahnhof), aber dafür ging das Umtauschen meiner Internet-Buchungsbestätigung gegen die eigentlichen Busfahrkarten völlig problemlos, und das Gepäck konnten wir auch unterstellen. Anschließend suchten wir im ersten (und besten) Hotel Harares die Bar auf und verfolgten das Eröffnungsspiel der WM zwischen Südafrika und Mexiko. Dabei genossen wir ein sehr süffiges simbabwisches Bier namens "Zambezi".

Von Simbabwe und Harare waren wir in den wenigen Stunden, die wir bisher dort waren, recht überrascht. Die Menschen waren alle sehr freundlich und hilfsbereit, und so entschieden wir uns dann auch, die paar Meter vom Hotel zum Busbahnhof zurück im Dunkeln zu Fuß zu unternehmen - wir haben es offenkundig überlebt, entgegen so mancher Schauermärchen.

Der Check-in und das Einsteigen verliefen wie vermutet afrikanisch-chaotisch-effizient, und wir kamen zu meiner Überraschung mit nur wenigen Minuten Verspätung weg. Unser Bus war sehr modern und hatte im Gegensatz zu manch anderem vom Busbahnhof abgehenden Vehikel weder zwei Meter hoch Gepäck auf dem Dach noch Fahrgäste auf selbigem. 16 Stunden Fahrt standen vor uns - und das war nichts, worauf wir uns unbedingt aus ganzem Herzen freuten. Wir kamen aber doch ein wenig zum Schlafen, obwohl wir in der ersten Reihe saßen, aber auch die Straßensituation und die Fahrweise unserer Busfahrer war überraschend entspannt.

Gegen 4 Uhr am Samstag Morgen kamen wir zur simbabwisch-südafrikanischen Grenze: Die Ausreise aus Simbabwe war problemlos - Aussteigen aus dem Bus, ins Kabuff den Pass abstempeln lassen, vor dem Bus warten, dass kontrolliert wird, dass wir einen Ausreisestempel haben, rein in den Bus und weiter nach Südafrika. Der britische Einfluss in Simbabwe und auch in Südafrika wird daran sichtbar, dass man hier Schlange steht und nicht ein ganzes Pulk von Menschen sich nach vorne drängelt. Die Einreise nach Südafrika war komplizierter: Erst durch die Anti-Maul-und-Klauen-Seuche-Schleuse, dann zur Einreise (unproblematisch), aber der Zoll hatte es in sich. Erst alles Gepäck aus dem Bus, dann mit dem eigenen Gepäck durch den Zoll laufen (alle im grünen Kanal), danach Leibesvisitation und wir dachten, wir hätten es geschafft. Pustekuchen! Weiter das Gepäck ziehend, folgten wir unserem Bus durch den Zoll, bis auf einmal doch alle noch eine genauere Gepäckuntersuchung genießen durften ... Wie so oft ging es in meinem Gespräch mit dem Zöllner, während er pro forma in meinem Koffer herumwühlte, um Fußball - "a German, going to Durban to watch the match", wie er seinen Kollegen laut lachend mitteilte, alles in allem umständlich, aber dank der Freundlichkeit der (allermeisten) Zöllner dann doch nicht so schlimm.

Wir können nun einigermaßen nachfühlen, wie sich Schwarze in Deutschland fühlen, denn es waren nicht so viele Weiße auf die Idee gekommen, mit dem Bus von Harare nach Südafrika zu fahren. Neugierige Blicke von kleinen Kindern tun ja aber nicht weh, und die Fahrt mit dem Bus hat den Vorteil, dass wir auch vom Norden Südafrikas einige schöne Landschaften gesehen haben. Überrascht waren wir bisher von der Sauberkeit des Straßenbildes, der Toiletten, eigentlich von allem, besonders in Südafrika.

Nachdem wir am Freitag nicht genau gewusst hatten, wann wir den Äquator überquert hatten, da gerade ein Film und auch keine Ansage kam, konnten wir die samstägliche Überquerung des südlichen Wendekreises zeitlich recht genau auf 8.45 Uhr festlegen. Damit fehlt mir nur noch der südliche Polarkreis an den großen Breitenkreisen dieser Erde.

Nach der Ankunft in Johannesburg konnten wir dank der freundlichen Mithilfe einiger Bus-Angestellter unseren Avis-Stand finden, wo wir nach endlicher Zeit auch unseren ziemlich neuen VW Polo in Empfang nehmen konnten. Danach ging es prompt in den Großstadtverkehr von Johannesburg zum FIFA-Ticket-Center, in dem wir unsere Fußballkarten bekommen sollten. Ich parkte in zweiter Reihe und begab mich in das Gebäude. Nachdem der Automat und meine Kreditkarte nicht so wollten wie ich, schnitt der Automat meine WM-Karte mitten im Ausdruck ab, sodass ich mich doch in die Schlage stellen musste und der Dame erläuterte, dass es wohl ein Problem gegeben habe. Sie war zwar nicht extrem freundlich, aber hilfsbereit: Ich bekam meine Karten für das Spiel in Durban. Als ich zum Auto zurückkam, stand es anders da als vorher, ein freundlicher Südafrikaner hatte für meine Mutter das Einparken in die Parkbucht übernommen.

Insgesamt sind wir von der Freundlichkeit der Menschen hier sehr beeindruckt. Auch wenn es mal nicht perfekt läuft, sind die Südafrikaner stets guter Laune, das macht Spaß.

Schließlich kamen wir deutlich später als erhofft aus Johannesburg raus. Unterwegs gingen wir (auf der sehr guten Autobahn) erst einmal etwas einkaufen und trafen unsympathische Deutsche. Leider wurde es zunehmend dunkel, und es ist deutlich schöner, mit 120 über eine helle Autobahn als über eine dunkle zu fahren. Das Fahren im Linksverkehr stellte sich aber glücklicherweise einfacher als gedacht dar, sodass zumindest hierin kein großes Problem lag, wenn man davon absieht, dass meine Mutter ein paar Mal einen Herzkasper bekam, weil ich (ihrer Meinung nach) zu weit links war.

Wir fuhren also im Dunkeln über Straßen, meistens in der Mitte der Straße, weil links und rechts teilweise böse Schlaglöcher lauerten und kamen dann nach einer langen Fahrt bergauf schließlich in Clarens im Free State an. Dort fanden wir zügig unser Hotel, checkten nach kleinen Schwierigkeiten (die Rezeptionistin verstand "P" anstelle von "B" in meinem Nachnamen) und blieben kurz auf dem Zimmer, bevor es wieder zum Essen ins Foyer ging. Wir aßen sehr, sehr gut (Sushi bzw. Samosas als Vorspeise und Baby Chicken bzw. ein sehr leckeres Rinderfilet als Hauptgerichte) und tranken "Hansa"-Bier, durchaus genießbar. Ebenso genießbar war, dass England gegen die USA nur 1:1 spielte ... Danach ging es erst unter die Dusche (nach 60 Stunden sehr angenehm!) und dann ins Bett. Ich schlief auf der Stelle ein.

Am nächsten Morgen ging es früh in Richtung Lesotho, die Ausreise aus Südafrika und die Einreise nach Lesotho waren völlig problemlos. Es ist sehr merkwürdig, denn man überquert die Grenze zwischen Südafrika und Lesotho und fühlt sich in einer anderen Welt: Die Straßen sind dreckiger, die Wohngebäude weniger schön, dafür viel weiter ausgedehnt, sodass man kaum eine Strecke hat, an der kein Haus steht, während das in Südafrika sehr viel konzentrierter ist.

Die Landschaft ist dafür genauso fantastisch schön wie im Free State: Es ist nicht zu beschreiben und auch Fotos vermitteln keinen genügenden Eindruck, weil es zu traumhaft ist.

Wir fuhren durch den Golden-Gate-Nationalpark auf die Autobahn und von dort in Richtung Durban. Je näher wir Durban kamen, desto größer war die Konzentration von Deutschland-Fans ... Wir kamen in unserem von außen sehr schönen Hotel in einem Vorort von Durban an und waren schwupps wieder weg, weil andere Deutsche gerade auf dem Weg zum Stadion waren und der Hotel-Bus uns mitnehmen wollte/sollte. In der Hektik vergaßen wir Handy und Kamera und konnten keine Bilder von Durban oder vom Spiel machen. Schade ...

Durban: Toll. Strand: Toll. Mutter auslachen, weil eine Welle höher kommt als sie gedacht hatte: Toll. Dann selbst von der Welle erwischt werden: Weniger toll. Schlange fürs Klo im Food Court: Nicht so schön. Fischessen ebenda: Extrem lecker. Stimmung: Fantastisch. Einlass ins Stadion: Effizient. Stimmung im Stadion: Der absolute Hammer.

62.660 Mann mit geschätzten 30.000 Vuvuzelas (die übrigens gar nicht einen so furchtbaren Krach machen, klar, sie sind laut, aber es ist erträglich), die meisten Deutschland-Fans waren Südafrikaner (aber mit schwarz-rot-goldener Perücke, Vuvuzela, Bemalung, Trikot und Flagge). Es ist komisch, wenn man einen Deutschland-Fan in voller Montur anspricht und dann auf Englisch weitermachen muss, weil er kein oder kaum Deutsch kann ...

Spiel: klasse, wenn auch nach Herzinfarkt in der 3. Minute nach einer australischen Großchance. Unsere südafrikanische Sitznachbarin, mit der wir ins Gespräch kamen, fragte, wie wir Südafrika fänden. Die wahrheitsgemäße Antwort war: "Fantastic". Wir sollten es unseren Freunden erzählen, bat sie. Was wir hiermit tun und auch noch zu Hause oft genug tun werden. 4:0, tolles Spiel, fantastische Stimmung, ich plane schon für Brasilien 2014 ...

Danach mit dem Taxi nach Hause und ins Bett, nachdem wir unser Zimmer gefunden und nicht ganz so arg begeistert waren, da wir immerhin 180 € dafür gezahlt hatten, aber gut, Durban und in der Nacht nach einem WM-Spiel, da zahlt man keine Jugendherbergspreise.

Am nächsten Tag nach wider Erwarten im Preis inbegriffenen Frühstück auf die Autobahn in Richtung Norden, am Indischen Ozean entlang und dann ins Landesinnere, in Richtung Swasiland. Aus- und Einreise immer noch mühelos, wenn auch etwas bürokratischer als für Lesotho. Swasiland überraschend schön, auch angenehmer als Lesotho. Heute Abend im Hotel angekommen, Fußball geguckt (Japan - Kamerun). Jetzt gleich zu Abendessen und dann Paraguay gegen Italien anfeuern in einem sehr schönen Pub in einem sehr schönen Hotel mit tollem Ausblick auf die Umgebung von Mbabane, der Hauptstadt von Swasiland. In vier Tagen vier neue Länder, ein schöner Nebeneffekt ...

Wir sind restlos begeistert von Südafrika. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen, jedenfalls im Moment nicht.

Dienstag, 1. Juni 2010

Ja, ist denn heute schon der 17. Juni?

Weihnachten ist heute jedenfalls nicht, aber für die äthiopische Botschaft war anscheinend am 25. Mai der 17. Juni ... Während nämlich auf der Quittung über den Überweisungsbetrag das (wahrscheinlich) korrekte Bearbeitungsdatum, nämlich der 25. Mai, steht, ist auf dem Visum als Ausstellungsdatum (!) der 17. Juni angegeben. Dafür läuft das Visum eben erst am 16. Juli aus, in jedem Falle ist es nur für eine Einreise gültig. Das reicht aber, da wir ja erst am 18. Juni nach Äthiopien kommen (also so richtig, also mit offizieller Einreise). Der erste Transit in Äthiopien am 11. Juni dauert ja nur knapp zwei Stunden (hoffentlich!).

Jetzt muss ich noch schauen, wie das mit dem Bahnticket funktioniert. Unsere Nachbarin zuhause ist ja Reisebürotante, und die meinte, auf meinem E-Ticket müsste etwas stehen. Sie hat sich das aber angeguckt und gemeint, da stünde keine Abholnummer der Bahn ... Naja, mal sehen, wie sich das ergibt, es sind ja noch neun Tage bis zur Abreise. (Juchhu, in neun Tagen geht's los!)

Meine Ma und ich haben uns überlegt, vielleicht Silvester/Neujahr in Sankt Petersburg zu verbringen. Ist ja von Estland aus um die Ecke (fünf Stunden Fahrt + Grenzübertritt) ... Und die Visumbeantragung (die Russen wollen persönliche Vorsprache zumindest eines Vertreters!) ist für 20 Euro zusätzlich zu den 35 Euro Visumsgebühr noch relativ günstig zu haben. Naja, mal gucken ...

So, mein neuer Pass ist nicht mehr jungfräulich, das ist schön ... Der nächste oder übernächste Post kommt dann wahrscheinlich schon von südlich des Äquators (den ich zum ersten Mal überquere).

Montag, 17. Mai 2010

Pass gekriegt und schon wieder weg

So, habe am Freitag meinen neuen Pass abgeholt und schon ist er wieder weg.

Ich bin am Donnerstag Abend nach der Männertagswanderung schon sehr früh ins Bett, weil ich einfach platt war nach einem schönen, aber auch anstrengenden Tag. Dafür war ich dann am nächsten Morgen früh wach und habe meine beiden Freunde aus Schulzeiten noch im Bett liegen lassen, während ich schon einen Spaziergang machte. Es kam mir die Idee, doch mal zu schauen, ob mein Pass schon da ist, also machte ich mich auf zum Bürgeramt. Leider öffnete das erst um 9 Uhr, und ich war schon um 8.20 Uhr da, aber mit einem "Kicker" bewaffnet war das zu überstehen. Und siehe da, mein nagelneuer Pass mit 48 Seiten war schon da. Ich bekam sogar mein biometrisches Passbild zurück!

Heute Morgen habe ich dann den Visumantrag für Äthiopien ausgedruckt und ausgefüllt, die Visumgebühren (jeweils 17 € für meine Mutter und mich) überwiesen und den ganzen Brief zur Post gebracht. Jetzt ist mein Pässlein also schon wieder weg, dafür – so hoffe ich – kriege ich ihn schon bald wieder zurück mit einem schönen Visum darin.

Und eben habe ich eine Straßenkarte für Südafrika gekauft. Die Spannung steigt, noch 24 Tage, dann geht es los ...

Mittwoch, 12. Mai 2010

Estland, Euro, Starter-Kits, Weißrussland und Transnistrien?

Hm, als ich meiner Mutter vor ein paar Monaten sagte, dass Estland wahrscheinlich im Januar 2011 den Euro einführen wird, dass ich da ganz gerne hinfahren würde und dass man da auch noch Weißrussland mitnehmen könnte, war sie skeptisch. Gestern telefonierte ich mit ihr und auf einmal war für sie völlig klar, dass wir diese Tour machen, auch wenn sie ein wenig Sorgen hat, im (kalten) Dezember in der Ukraine und in Weißrussland herumzufahren. Mag sein, dass zu diesem Sinneswandel auch beigetragen hat, dass mein Opa im April gestorben ist und meine Ma dieses Jahr Weihnachten nicht feiern möchte.

Jetzt sieht der vorläufige Plan so aus, dass wir irgendwann so um den 18. Dezember herum nach Osten aufbrechen, möglicherweise ein paar Tage in Polen sind und dann in die Ukraine einreisen. Vielleicht kriegen wir es sogar gebacken, Odessa und Transnistrien mitzunehmen. Transnistrien würde sogar als eigenes Land zählen, da es eigene Grenzkontrollen hat (die relativ bestechungsgeldberüchtigt sein sollen) und sich selbst für unabhängig hält, obwohl der Rest der Welt es offiziell als zu Moldawien (Republik Moldau) gehörig ansieht.

Jedenfalls ginge es von dort über Kiew nach Minsk und von dort über Vilnius und Riga nach Estland. Mal gucken, ob es zeitlich für Tallinn reicht, oder ob man schon in Pärnu oder so Station macht bzw. den Umkehrpunkt legt. Jedenfalls sollten wir da so um den 30. Dezember eintrudeln, um eventuell noch tatsächlich Starter-Kits zu kriegen. Das Semester geht am 3. Januar 2011 schon wieder los, sodass wir dann womöglich relativ zügig über Warschau zurückkehren müssten.

Jedenfalls stehen die Chancen gut, dass ich Ende dieses Jahres alle Staaten betreten habe, die unumstritten kontinentaleuropäisch und unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft sind. Die Einschränkung auf Kontinentaleuropa ist nötig, weil mir etwa noch Island fehlt, die erste Einschränkung "unumstritten", weil es noch einige Staaten gibt, die man nach umstrittenen Definitionen Europas zu Europa zählen kann (Armenien, Kasachstan), in denen ich aber noch nicht war, und die zweite Einschränkung "unumstrittene Mitglieder der Staatengemeinschaft", weil eben zum Beispiel Transnistrien kein allgemein anerkanntes Mitglied der Staatengemeinschaft ist, aber nun einmal für meine Zwecke als eigenes Land zählt.

Die Einreise nach Weißrussland dürfte mit einem Transitvisum erfolgen (Ukraine nach Litauen oder Lettland), das 48 Stunden gültig wäre (reicht für die Süd-Nord-Durchquerung mit Zwischenstopp in Minsk) und "nur" 20 € kostet. Mal sehen, ob das alles was wird ...

Montag, 10. Mai 2010

Ein großer Piekser für mich ...

So, heute auch medizinisch auf die (hoffentlich) sichere Seite gekommen: Habe meine Gelbfieber-Impfung hinter mich gebracht. Die ist erstens sinnvoll (gerade für Äthiopien und Simbabwe und weil ich ja trotz allem noch in den nächsten Jahren ein wenig reisen möchte - die Impfung ist zehn Jahre wirksam und gültig) und zweitens im Zweifel notwendig, weil die Simbabwer und Südafrikaner bei Ankunft aus einem Gelbfieber-Staat (zum Beispiel Äthiopien, im Extremfall auch im Transit) verlangen, dass man eine Gelbfieber-Impfung nachweist.

So, die Impfung kostet mich wahrscheinlich so um die 45 Euro, aber das ist hoffentlich gut angelegtes Geld. In zehn Tagen kommen eventuelle Nebenwirkungen, aber die Ärztin hat mir da keine zusätzlichen Sorgen gemacht, und wirkliche Bedenken hatte ich ohnehin vorher schon nicht. Ab in zehn Tagen, also ab dem 20. Mai, gilt die Impfung dann und sie ist gültig bis zum 20. Mai 2020, sogar etwas länger also als mein Pass, den ich nächsten Montag dann abholen werde.

Ich war ja in der Kinderklinik (die ist eine von zwei oder drei Gelbfieberimpfstellen hier) und die impften mich auch anstandslos, auch wenn ich weiß Gott kein Kind und kein Jugendlicher mehr bin. Das einzige Problem war aber, dass sie keine Impfnadel für mich hatten, die lang genug war. Die Ärztin erklärte mir auch, dass bei Frauen die Nadeln für Babys oder Kinder auch ausreichend wären, aber bei Männern würden die nicht tief genug kommen. Naja, sie hat mich dann mit der Nadel gespritzt (glaube ich), die sie zur Entnahme des Impfstoffs aus dem Glasbehälter benutzt hatte ... Hat sie aber danach schnell entsorgt ...

Achso, ich darf heute und morgen keinen (übertriebenen) Sport machen und heute auch keinen Alkohol trinken. Naja, das werde ich überleben ...

Eine Impfung gegen Cholera oder Tollwut habe ich nicht, ansonsten aber alle reisemedizinisch sinnvollen Impfungen hoffentlich schon. Jetzt muss ich noch gucken, wie das mit der Malaria aussieht. Ich meine, ich hatte in Pakistan ja auch schon nichts dabei an Prophylaxe und habe es (bisher) überlebt, vielleicht reicht es tatsächlich, sich gegen Mückenstiche einfach durch Sprühzeug zu schützen. Aber wahrscheinlich werde ich meine Mutter noch zu unserem Hausarzt schicken, damit der sie nochmal genauer berät und ggf. eine Prophylaxe oder ein Stand-By-Medikament verschreibt. Mal sehen.

Das Einzige, was mir heute zu denken gegeben hat, war, dass die Ärztin meinte, ich solle Spanien bei der WM anfeuern. Ähm, nope!

Donnerstag, 6. Mai 2010

Flug gebucht, endlich

Ja, ich hatte eigentlich gedacht, dass ich den Flug nach Südafrika schon gebucht hätte. Aber Pustekuchen ...

Vor ein paar Tagen fiel mir auf, dass auf der Ethiopian-Airlines-Seite mein Flug nicht mehr steht, dort war er drei Monate verfügbar gewesen. Es hätte mich stutzig machen sollen, dass Ethiopian den Flug immer noch nicht abgebucht hat, aber ich habe gedacht: "Solange die meinen Flug als 'bestätigt' anzeigen, muss er ja bestätigt sein." Nun, als er dann weg war, habe ich bei Ethiopian angefragt (nicht dass ich das nicht schon gemacht hätte), aber diesmal rief ich sogar bei deren Vertretung in Frankfurt an. Und die sagten mir, der Flug sei storniert worden, weil nicht binnen 48 Stunden abgebucht werden konnte. Ich hatte ja erzählt, dass mein Kreditkartenunternehmen die Abbuchung (neben einigen anderen) gesperrt hatte.

Nun, ich versuchte die Online-Buchung erneut und wieder wurde sie von Barclay's geblockt. Wieder rief ich an und erhielt die Mitteilung, dass die Abbuchung geblockt worden sei. Den Vorschlag von Seiten der Sachbearbeiterin dort, dass Ethiopian es nochmal versuchen solle, gab ich an die hiesige Telefonzentrale von Ethiopian weiter. Die aber sagten, sie könnten nicht ein zweites Mal einen Abbuchungsversuch starten. Der sehr freundliche Mann am Telefon bot mir aber an, eine Rechnung zu schicken. Als Bonbon gab es den Zug zum Flug dazu ... Und, entscheidend, ich musste nicht mehr zahlen als im Februar, praktischerweise ...

Naja, hat ja noch alles geklappt. Bin schon sehr gespannt, wie das wird ...

Montag, 19. April 2010

Pass beantragt

So, heute habe ich den vierten Reisepass meines Lebens beantragt. Erstmals wird er 48 Seiten haben, da ich hoffe, bis 2020 doch noch ein wenig zu reisen. Die 81 € (22 € mehr als gewöhnlich) sind hoffentlich gut angelegt ... Da der Pass bis in vier Wochen fertig sein soll, müsste das dann genau reichen mit der frühestmöglichen Beantragung des äthiopischen Visums (die wollen den Pass erst drei Wochen vor Reiseantritt haben). Ich denke, ich werde das äthiopische Visum schon in den neuen Pass geben lassen (ist ja genug Platz :-)). Dann nehme ich den alten Pass zwar mit (für Flug und WM-Karten ist der alte Pass noch angegeben), aber werde nur den neuen verwenden. Oder so ähnlich ...

Sonntag, 21. März 2010

Wieder in Deutschland

Ja, am letzten Tag in Pakistan war dann nicht mehr viel: Essen gehen mit F., dann zum Flughafen, ruhige Flüge nach Kuwait und Frankfurt, nicht mehr nach Kuwait eingereist (also jetzt "59+1" Länder ...), abgeholt von meiner Ma, gen Heimat. Jetzt brauche ich erstmal Erholung ...

Donnerstag, 18. März 2010

Letzter Tag

Heute ist der letzte Tag in Pakistan.

Ich habe die letzten Tage echt sehr geruhsam verbracht, bin am Dienstag noch mit dem Taxi nach Rawalpindi auf den Saddar Bazaar gefahren, habe dort aber nichts Gewuerziges gefunden, sondern nur Schuhe und Tuecher in Unmengen. Danach lag ich um halb sieben im Bett und schaute Cricket.

Gestern rief dann D. an und fragte, ob wir zusammen nach Taxila fahren, was wir dann gemacht haben: Mit dem Taxi nach Rawalpindi, von dort mit dem Minibus nach Taxila und innerhalb der Stadt dann mit der Rikscha zum Museum: Museum sehr chic, ja, durchaus ansehnlich. Danach mit dem Rikscha zu zwei Ausgrabungsstaetten gefahren: Waere ja langweilig gewesen, an einem Weltkulturerbe andere Touristen zu sehen ... Sind von einem der Aufseher sogar noch zu einer eigentlichen geschlossenen Staette gefuehrt worden, von wo aus man einen tollen Blick auf eine alte Stupa und auch auf das Tal, in dem Taxila liegt, hatte. Er erzaehlte auch, dass vor ein paar Jahren noch ganze Busladungen von Deutschen gekommen waeren, jetzt aber praktisch nix mehr. Nun, Taxila ist auch nur ein paar Kilometern von der Northwest Frontier Province entfernt, vor deren Besuch das Auswaertige Amt warnt - aber der Aufseher versicherte uns, dass es hier ganz ruhig sei.

Die Rueckfahrt war ein mittleres Abenteuer, aber schliesslich kamen wir mit Bus und Taxi und mit Essen bewaffnet bei F. an, wo wir bis halb zwoelf versackten.

Heute Morgen fuhren D. und ich zur Faisal-Moschee: Naja, sehr gross, sehr modern, innen auch modern und durchaus ansehnlich, aber jetzt nicht das ultimative achte Weltwunder ... Danach wurde ich hier im Internet-Cafe zweimal von Stromausfaellen unterbrochen. Nachher machen wir noch einen Bummel durchs Diplomatenviertel (wenn's klappt) und treffen uns dann um sechs mit F. zum Abschiedsessen. Gegen eins, halb zwei geht es dann zum Flughafen, wo unser Flug so um 5.30 Uhr geht. Hoffentlich fliegen wir puenktlich ab, damit ich mir noch die kuwaitischen Stempel im Pass holen kann ...

Achso, haben heute doch noch Gewuerze eingekauft und in dem Laden auch alkoholfreies Bier gesehen: mit Ingwer-Geschmack (sogar ganz lecker), mit Honig-Geschmack (eher weniger) und mit Zitronen-Geschmack (pfui Teufel). Kein Wunder, dass hier keiner Bier mag ...

Freue mich auf Zuhause ...

Dienstag, 16. März 2010

Von Hauptstadt zu Hauptstadt

Tja, so schnell geht das, vorgestern war ich noch in der Hauptstadt Indiens, heute Nacht schon wieder in der von Pakistan ...

Der Qutub Minar (der Turm) mit dem umgebenden Park ist sehr chic, macht Spass, darin herumzulaufen, auch und besonders, wenn man hundemuede ist, so wie ich es am Sonntag war. Danach fuhr ich wieder nach Pahar Ganj, ass in der Bar, in der ich am Abend zuvor gewesen war, zu Mittag, diesmal ohne Bier, ging noch kurz ins Internet und ins Hotel und liess mich dann ziemlich frueh rausfahren zum Bahnhof Nizamuddin. Dort fuhr dann um 19 Uhr mein Zug ab. Ich hatte ja ein Abteil in der Ersten Klasse gebucht, aber das mache ich nicht mehr. Das Badezimmer (ja, es gab etwas, was an eine Dusche erinnnern sollte!) war voellig verdreckt, es war ekelhafter als in der Zweiten oder in der Sleeper-Klasse. Auch der Typ in meinem Abteil furzte und ruelpste dauernd, und die Bettwaesche war nicht gerade sauber. Das erwarte ich in der Ersten Klasse doch etwas anders, auch in Indien.

Naja, jedenfalls kam ich trotzdem lebend in Amritsar an, liess mich fuer 500 Rupien zum Goldenen Tempel und anschliessend nach Attari zur Grenze fahren. Der Goldene Tempel der Sikh ist in der Tat beeindruckend. Leider kam ich nicht in den eigentlichen Tempel rein, weil eine Monsterschlage davorstand, aber schon von aussen ist das fantastisch. Ausserdem habe ich jetzt wieder einen Grund nach Indien zurueckzukehren ...

An der Grenze hatte ich dann zwei Stunden Wartezeit, bis die Grenze aufmachte. Ich lernte zwei Schweden kennen, die ein halbes Jahr in Indien waren. Waehrend einer der beiden recht ruhig war, war der andere ganz und gar nicht gelassen und liess kein "fucking" gutes Haar an den "fucking" Indern. Dabei sprach er nicht wirklich leise, sodass wir bald von einer Gruppe von Indern umringt waren, sodass mir doch ein wenig mulmig wurde. Die meisten verstanden aber, glaube ich, nicht so ganz wirklich genau, was er sagte, weshalb dann nichts passiert ist ... Naja, die Grenze oeffnete dann, und ich verliess als Dritter an diesem Tag Indien und kam als Erster in Pakistan an, haha.

Danach liess ich mich von einem Rikscha-Fahrer, der unterwegs seine Tuer verlor und nur dank meines "Stopp"-Gebruells anhielt, nach Lahore fahren. Er hatte mir aus Sicherheitsgruenden seinen (abgelaufenen) Pass gegeben. Interessant fand ich, dass die Inder an Pakistaner "Cricket-Visa" ausgeben, sehr lustig ... Jedenfalls kamen wir gut in Lahore an und in dem Hotel, in das ich wollte, waren keine schoenen Zimmer. Also fuhr ich zum Bahnhof und wollte dort mein Gepaeck einschliessen, bis ich am Abend weiterfahren wollte. Ich entschied mich kurzfristig, gleich nach Rawalpindi, sprich nach Islamabad, zu fahren, um dann heute mir das Rohtas-Fort anzugucken (was ich offenkundig gelassen habe ...). Gepaeck einschliessen ging nicht, und deshalb ging ich auf die Offerte eines Taxifahrers ein, mich zum Lahore Museum zu fahren (wo ich hinwollte), dort zu warten und mich dann zurueck zum Bahnhof zu bringen. Das Lahore Museum ist durchaus chic, aber jetzt keines der grossartigsten Museen, die ich je gesehen habe. Interessant fand ich die Ausstellung moderner Gemaelde pakistanischer Kuenstler, bei denen der Einfluss etwa Picassos oder Gauguins, aeh, nunja, ueberdeutlich zu sehen war ... Und ich bekam endlich Postkarten!

Ich ass dann zu Mittag und setzte mich drei Stunden vor Abfahrt auf den Bahnsteig. Aus einem Zug stieg ein Nobelpreisverdaechtiger aus, der mich darueber aufklaerte, dass er eine Behandlungsmoeglichkeit fuer alle Arten von Hepatitis gefunden habe. Er fragte mich, ob ich ihm behilflich sein koenne, ein Visum fuer Deutschland zu beantragen, damit er seine bahnbrechende Entdeckung in Europa vorstellen koenne. Leider konnte ich ihm nicht helfen, auch nicht, als er fragte, ob ich nach Lahore wolle: Wir sassen in Lahore!

Der Zug selbst (auch erste Klasse) war chic, die Zugbegleiter eher gerissen: Die stellen einem Tee und Essen und alles Moegliche ungefragt hin, und wenn man zugreift, kassieren sie hinterher ab ... Naja, 1,10 Euro an Lehrgeld ist jetzt nicht wirklich die Welt ...

Ich kam gut in Rawalpindi an, wenn auch mit Verspaetung, liess mich in das Haus fahren, in dem ich mit D. schon vor einer guten Woche geschlafen hatte, und legte mich ins Bett.

Heute mache ich einen ruhigen Tag und hoffe, dass ich mich spaetestens morgen mit F. und D. treffen kann, weil mein Koffer noch bei F. steht. Ansonsten koennte es mit den Unterhosen eng werden ...

Ich freue mich auf Zuhause, wo die Muetze von einem Tag Herumlaufen in der Grossstadt nicht schwarz wird und die eigenen Haare keine Dreckspuren auf dem Kopfkissen hinterlassen.

Sonntag, 14. März 2010

Vizeweltmeister!

Gestern habe ich einen ganz ruhigen Tag gemacht: Ich bin spaet aufgestanden, habe ausgiebig geduscht, einen kleinen Spaziergang (so man das so nennen kann) durch Delhi gemacht und mich dann zum Hockey-Stadion kutschieren lassen.

Wieder war ich relativ frueh dran, aber das Stadion fuellte sich wesentlich besser als gestern. Vor dem Spiel setzte sich ein sehr freundlicher Deutscher aus Heidelberg neben wir und wir machten einen kleinen deutschen Block auf. Das Spiel um Platz 3 gewannen die Niederlande, die mit grosser und lautstarker Unterstuetzung unterwegs waren, mit 4:3 gegen England, nachdem England schon 3:1 gefuehrt hatte.

Im Endspiel dann ging Australien nach sechs Minuten in Fuehrung. Das Stadion stand zu 80 % hinter Deutschland, was uns ein neben uns sitzender Inder mit der Cricket-Rivalitaet zwischen Indien und Australien erklaerte. Deutschland konnte nach der Halbzeit ausgleichen, kassierte jedoch noch das 1:2, wobei es bis zum Schluss blieb. Nach dem Spiel wurden die deutschen Spieler fast mehr gefeiert als die australischen Weltmeister, sehr interessant. Nach kurzem Spaziergang und einer Fahrt mit der Metro ging ich noch in eine Bar, schuettete zwei Liter (hier gibt es 650-ml-Flaschen) Kingfisher in mich hinein und ging einigermassen geraden Schrittes ins Hotel.

Heute geht es ein paar Kilometer nach Sueden, mein Ziel ist ein weiteres Weltkulturerbe und heisst Qutb Minar. Heute Abend geht dann um 19 Uhr mein Zug nach Amritsar. Morgen geht es zum Goldenen Tempel und ueber die Grenze nach Lahore in Pakistan.

Delhi macht sich. Letztes Jahr empfand ich das hier alles noch als dreckiger, lauter, unangenehmer. Nun kann es sein, dass das einfach der Schock des ersten Tages in Indien war, und/oder, dass es heisser war als jetzt (obwohl es immer noch gut 25, 30 Grad sind). Aber im Vorfeld der Commonwealth Games, die hier im Herbst stattfinden, wird hier jede Menge gebaut. Nach den Spielen wird Delhi fuer jemanden, der hier vor ein paar Jahren zuletzt war, nicht mehr wiederzuerkennen sein, glaube ich.

Freitag, 12. März 2010

Hockey in Delhi

Nachtrag: Ein paar Links.

Jaja, Lahore. Wir waren dann am Abend noch in der Sufi-Qawwali-was-auch-immer-Singstunde und wurden ueberschwaenglich begruesst. Irgendwann bald nach Anfang der Zeremonie schliefen mir und anscheinend auch den anderen, die mitgefahren sind, die Fuesse ein; unser Aufpasser vom Hostel fuehrte uns hinaus in eine Teestube, um den eigentlichen Gesang abzuwarten. Dort lernten wir den Director einer Stiftung kennen, der uns ueberschwaenglich sein "Hospital" zeigte. Es handelt sich um eine groessere Arztpraxis, aber ich vermute fast, dass das in der aermeren Gegend in den Aussenbezirken von Lahore schon eine grosse Verbesserung gegenueber dem vorherigen Zustand ist. Jedenfalls kam dann der Gesang und das Dach war voll besetzt, aber wir wurden bis vorne zur Buehne geholt, wo wir gleich nach dem Obermufti, dem Mufti und dem Untermufti (oder so aehnlich) die vierthoechsten Ehrengaeste waren. Wieder schliefen mir die Fuesse ein, eingezwaengt zwischen Buehne und Menschen kauernd, aufpassend, dem Obermufti nicht die Fuesse entgegenzustrecken (im Islam eine Beleidigung) und immer wieder die Position wechselnd, wenn den Saengern Geldscheine ueber die Instrumente geworfen wurden ... Der Gesang an sich war uebrigens, nunja, interessant. D. fragte mich noch, ob ich nochmal hingehen wuerde, wenn ich wuesste, was auf mich zukaeme. Unser Gespraech wurde unterbrochen ...

Die Heimfahrt ist eine Geschichte fuer sich. Nachdem wir zunaechst erlebt hatten, wie zwei Frauen von ungefaehr zehn Maennern belaestigt wurden, nahmen wir eine Grossrikscha zurueck zum Hostel. Nun, dort ist ein Fahrerstuhl, eine Reihe fuer drei Menschen vorne und eine hinten (mit Blick nach hinten). Mit diesem Gefaehrt fuhren ungefaehr elf Menschen mit: Einer von uns (ein verrueckter Franzose - eigentlich waren alle drei Franzosen in dem Hostel verrueckt) hing sich erst an die Rikscha hinten dran, und als ihm das angesichts der Schlagloecher zu bunt wurde, setzte er sich D. und mir auf den Schoss. Wieder Beine eingeschlafen ... Wir kamen aber gluecklich im Hostel an.

Am naechsten Morgen checkte ich aus, und D. und ich (D. bleibt noch ein paar Tage in Lahore) fuhren in die Altstadt, liefen ein wenig durch die Basare, schauten uns die Badshahi-Moschee gegenueber dem Fort an (eine der groessten Moscheen der Welt, wobei D. nicht ganz unzutreffend meinte, man brauche ja nur einen Riesen-"Acker" zu ummauern und nach Mekka ausrichten, dann habe man eine Moschee), wollten in einen Hindu-Tempel ("no entry") und guckten uns noch den Turm an, der zu Ehren der Gruendungsdokumente Pakistans in Lahore steht. Der Aufzug hoch ist laut Lonely Planet geschlossen, weil es zu viele Selbstmorde gab ... Unten erklaerten uns dann auch zwei Jugendliche leicht widerspruechlich, hier sei es total sicher, aber es sei eine Taliban-Hochburg und es gebe Anschlaege. Naja, wahrscheinlich haben sie das Gleiche gemeint: Dass es total sicher ist. Oder so.

Ueberhaupt: Grundsaetzlich muss ich sagen, dass die Pakistaner sehr, sehr freundlich sind. Manchmal etwas gewoehungsbeduerftig, aber sehr freundlich und sehr neugierig auf Fremde, was gelegentlich, aber eher selten auch auf den Senkel geht, aber wenn man keine Haendeschuettel-Allergie hat, geht das auch, denn Haende schuetteln muss man oft, sehr oft.

Danach fuhren wir zurueck ins Hostel, ich holte mein Zeug und ab ging es mit Bus 3 und 4 ueber den Bahnhof nach Wagah und von da mit dem Minibus zur Grenze. Widerspruechliche Angaben (mal wieder) zur Grenzschliessungszeit liessen mich etwas frueher aufbrechen als ich es fuer notwendig hielt, aber das war keine Minute zu frueh. Ich kam als Letzter (!) an diesem Tag aus Pakistan raus (aber nicht als Letzter nach Indien rein, weil ich im neutralen Gebiet noch eine indische Reisegruppe ueberholte ...) und wurde von den indischen Grenzern schon mit grimmiger Miene zur Eile angetrieben ... Nach der Grenze kehrte ich erst ein und dann um: Ich wollte direkt zurueck zur Grenze, um die Grenzschliessungszeremonie zu beobachten. Aehm, ich merke gerade, das klingt komisch. Also: Die pakistanisch-indische Grenze ist lang: Zwischen erster Kontrolle auf pakistanischer Seite und letzter Kontrolle auf indischer Seite liegen sicher ein Kilometer und etwa eine dreiviertel Stunde Buerokratie: Pakistanische Einlasskontrolle in die Grenzzone, pakistanischer Zoll, pakistanische Grenzbeamte, pakistanische Ausreiseeintragung (in ein richtiges Buch!), Uebertritt der eigentlichen Grenze mit Den-Soldaten-den-Pass-mit-Ausreisestempel-Zeigen, indische Eintragung (auch in ein richtiges Buch!), indische Grenzbeamte, indischer Zoll, indische Auslasskontrolle aus der Grenzzone. Achso, und wenn dann der pakistanische Grenzer seinen Stempel nicht findet, wird's schonmal kribbelig, wenn die Zeit eng wird ;-). So, nach mir war die Grenze dann faktisch zu, man konnte sie also nicht mehr ueberqueren. Nach kurzer Zeit werden aber die Grenzzonen auf pakistanischer und indischer Seite wieder geoeffnet (nicht aber die Grenze!), damit die vielen (vielen!) Schaulustigen die formelle Grenzschliessung sehen koennen: Man kann also an die Grenze, aber nicht mehr ueber die Grenze.

So, zu dieser Grenzschliessungszeremonie kam ich aber mit meinem Rucksack nicht mehr rein, also musste ich den unterstellen. Ein findiger Wirt an der Grenze bot mir gleich an, dass ich den Rucksack bei ihm unterstellen koenne und fand gleich ein triftiges Argument, mich bei ihm niederzulassen: Bier (ich weiss, dass da gerade in der Naehe des Steinwegs jemand grinst). Jedenfalls versorgte er mich mit Bier (Haywards extra strong, mindestens 5,25 Prozent, lecker, aber eben stark). Er sagte aber, ich solle das Bier in ein Glas schuetten und die Flasche dann auf den Boden stellen. In Punjab ist offenbar der Genuss von Alkohol in der Oeffentlichkeit untersagt ... Jedenfalls bekam ich auch ein paar Samosas (Teigtaschen mit Kartoffel-und-was-weiss-ich-noch-Fuellung) und liess mich dann zu einer Taxifahrt im Anschluss an die Grenzschliessung ueberreden, bezahlte aber einen durchaus akzeptablen Preis dafuer.

Die Grenzschliessung an sich ist ganz lustig, auch wenn Europaeer mit diesem nationalistischen Zeugs nicht mehr so viel anfangen koennen, glaube ich. Im Lonely Planet stand was von "to out-shout the other side". Ich wusste nicht, was ich mir darunter vorstellen musste, aber die bruellen tatsaechlich gegenseitig ueber die Grenze, und welcher Soldat laenger den Vokal bruellen kann, dessen Seite hat gewonnen, oder so aehnlich. Jedenfalls hat es mich aber gefreut, mal wieder tanzende Frauen zu sehen.

Naja, nach der Grenzschliessung dann zurueck zu meinem Wirt, nochmal ein Bier (ich haette nach einer Woche Pakistan echt gedacht, dass man mich nicht ganz so leicht rumkriegt, aber ein Bier ...) und ein Tee, dann ins Taxi nach Amritsar. Dort nach einer Stunde Fahrt gut angekommen, in der Wechselstube mitbekommen, dass Deutschland im Hockey-WM-Halbfinale gewonnen hat, und zum Bahnhof. Dort zwei Stunden rumgessen. Ich hatte ja online eine Fahrkarte gekauft, aber dabei ein indische Fantasie-Handy-Nummer angegeben, da man nur nach Angabe einer solchen buchen kann. Daher wusste irgendein armer Teufel hier in Indien nix mit seiner Platzreservierungs-SMS anzufangen, aber eben ich auch nicht, wo ich sass. Ich musste also auf die Aushaenge warten, die dann endlich etwa 30 Minuten vor Abfahrt aushingen. Ich fand nach endlicher Suche meinen Namen und ging ins Abteil, wo schon ein einzelner Mann und eine Sikh-Familie sass. Kein Gespraech, kein gar nichts, aber das war mir in der Situation sehr recht. Ich verzog mich fuenf Minuten vor Abfahrt in mein Hochbett und ward nicht mehr gesehen, von der Fahrkartenkontrolle abgesehen.

Nach schlechtem Schlaf kam ich gegen 7 Uhr in Delhi an und ging erstmal ne Runde vor Taxi- und Rikschafahrern fluechten, bis ich mich schliesslich einem anvertraute, der mich nicht so ganz arg beschiss. Wieder nach Pahar Ganj gefahren, wieder ins Cottage Yes Please gewollt, wieder woanders hinschleppen lassen, aber das hier ist auch nicht so schlecht, vor allem schoen ruhig, was hier in Pahar Ganj eher selten ist: Das ist die Haupt-Basar-Gegend und dementsprechend brausen durch die groesseren Gassen auch nachts gerne mal die Motorikschas mit Hupen ... Die Bettwaesche sieht zwar nicht ganz so sauber aus, aber ganz sauber bin ich im Moment auch nicht mehr (ja, ich weiss, was ich gerade geschrieben habe). Ich freue mich auf die Dusche morgen Frueh!

Danach zum Ambedkar-Stadion gefahren (fahren lassen von einem ehrlichen Rikscha-Fahrer, nachdem ich ein Stueck gelaufen war), um meine Internet-Reservierung fuer die Karte fuer den Finaltag der Hockey-WM morgen in die richtige Karte umzutauschen. Habe dann auch gleich noch eine Karte fuer heute gekauft. Dann noch, um das Kulturprogramm heute mal anzufangen, zu Humayuns Grab fahren lassen: Weltkulturerbe, und das zu Recht. Schoene Mischung aus Taj-Mahal-Marmor und Rotes-Fort-Sandstein, sehr ansehnlich mit Park drumherum, in dem ich mich angesichts eines bevorstehenden Hitzschlags erstmal ein wenig erholt habe. Dann zum India Gate fahren lassen und von dort den kurzen Fussweg zum Hockey-Stadion. Man beachte: Karten umtauschen und kaufen an einem anderen Stadion als das Turnier!

Aehnlich intelligent verlief auch die Einlasskontrolle: Kameras sind verboten, und natuerlich hatte ich eine dabei. Die Sicherheitsleute liessen sich aber zum Glueck darauf ein, meine Kamera fuer mich aufzubewahren. Dafuer hatte ich dankbar sein wollen, merkte aber spaeter, dass alle Inder um mich herum ihre Handys und Kameras mit im Stadion hatten. Da war ich dann doch ein wenig sauer. Wenn ich Lust habe, schreibe ich den Organisatoren einen geharnischten Brief, aber nicht heute, weil ich morgen ja zum Finale noch ungeschoren reinkommen will (ohne Kamera ...).

Heute ging es um die Plaetze 5 bis 10. Im Spiel um Platz 9 besiegte Neuseeland Suedafrika im Siebenmeterschiessen, nachdem es in der letzten Aktion der regulaeren Spielzeit, einer Strafecke, zum 4:4-Ausgleich getroffen und die Verlaengerung ohne Tor geblieben war. Im Spiel um Platy 7, dem Highlight von der Stimmung her, unterlag Indien gegen Argentinien mit 2:4, bevor schliesslich Spanien mit einem 2:0 gegen Suedkorea sich den Platz 5 sicherte. Doch, Hockey ist ein schoenes Spiel, muss ich schon sagen, vor allem, weil die durch ein paar Regeln das Spiel schoen schnell machen: Der Ball muss zum Beispiel nicht zwingend ruhen bei einem Freischlag oder so und es wird sehr viel Vorteil laufen gelassen. Auch der Videobeweis, den es gibt, verzoegert das Spiel nur selten und dann nicht wesentlich, weil es regelmaessig um eine bedeutende Situation geht.

Heute wurde ich erst (vor Humayuns Grab) fuer einen Russen (wie schon in Syrien), dann im Stadion fuer einen Argentinier gehalten. Ich hoffe, dass ich morgen dank meiner Fahne (schwarz-rot-gold, kein Alkohol!) eindeutig identifiziert werden kann und werde.

Morgen ist Ausschlafen angesagt, dann geht es so gegen 15 Uhr oder so zum Stadion zum Spiel um Platz 3 und anschliessend gegen 20 Uhr steigt das Finale: Deutschland gegen Australien. Diese Begegnung hat es mir dieses Jahr angetan, im Juni werde ich bei der Fussball-WM die gleiche Paarung sehen ...

War mal wieder ein laengerer Eintrag. Jetzt geht es gleich ins Bett, glaube ich ...

Mittwoch, 10. März 2010

Lahore

So, heute Mittag sind wir in Lahore angekommen - endlich ...

Gestern Morgen haben wir uns noch die St. Patrick's Cathedral in Karachi angeschaut, danach das Mausoleum des Staatsgruenders Jinnah und schlussendlich noch die groesste eindomige Moschee der Welt mit dem poetischen Namen Defense Housing Authority Mosque ... Ab ging es dann mit der Rikscha zu unserem Hotel, von dort weiter zum Bahnhof Karachi City. Dort waren wir zum Glueck deutlich zu frueh, denn es stellte sich heraus, dass das der falsche Bahnhof war: Wir mussten zum Bahnhof Karachi Cantt. Das hatte uns der freundliche Fahrkartenverkauefer am Karachi-City-Bahnhof natuerlich nicht gesagt, als er uns alles andere auf der Fahrkarte inklusive seines und meines Namens erklaert hatte. Naja, eine weitere Rikscha genommen und zum richtigen Bahnhof. Dort ging alles glatt und wir stiegen in unseren Zug ein.

Achja, mit meinem Handy funktioniert jetzt alles: Es waren zwar zwei weitere Anlaeufte noetig, bis ich endlich die richtige SIM-Karte aktiviert bekam, aber jetzt haut es hin. Leider habe ich erst danach herausgefunden, dass ein Anruf von einem der Strassentelefone hier kaum teurer ist als ein Anruf meiner Mutter bei mir. Naja, shit happens ...

Im Zug lernten wir viele nette Leute kennen, die uns zum Tee und zum Essen einluden, unser Wasser mittranken (das ist hier so ueblich) und uns ausfragten. Inzwischen haben wir uns daran gewoehnt, dass spaetestens in der dritten Frage nach unserer Herkunftsangabe "Germany" die Aussage "Germany? Ah, Hitler country!" kommt. Mich beschleicht das doofe Gefuehl, dass das positiv gemeint ist ...

Die Jungs vom Abteil brachten mich zwar dann nachts fast bis zur Weissglut, weil sie bis um drei Uhr rumbruellten und -sangen (die Teeverkaeufer an den Bahnsteigen, die geschaetzte 30 Mal durch den Zug "Chai, lecker, lecker Chai" - natuerlich auf Urdu - bruellten, nicht mitgerechnet). Dann waren sie aber wenigstens ruhig und am naechsten Morgen genauso geschafft wie wir.

Vom Bahnhof ging es mit der Rikscha zu dem angesagten Traveller-Hotel hier in Lahore, wo wir fuer ein Zimmer ohne Dusche zusammen 4 Euro oder so bezahlen. Naja, ab morgen bin ich ja alleine unterwegs. Alleine war ich dann heute auch in Lahore unterwegs, weil es D. nicht so gut ging im Zug heute Nacht. Wir trinken aber auch viel Wasser und essen wenig, weil es so warm ist (in Lahore etwas weniger als in Karachi), und wenn wir essen, dann oft an Strassenstaenden, aber mir geht es, toi, toi, toi, noch sehr gut. Ich habe mir das Lahore Fort angeschaut (Welt-Kulturerbe): Durchaus ansehnlich, auch wenn es nicht mit denen in Agra oder Delhi mithalten kann. In die gegenueberliegende Moschee, eine der groessten der Welt, konnte ich leider nicht, weil prompt der Muezzin anfing, als ich aus dem Fort rauskam. Danach ging ich den Weg zurueck durch die Altstadt: Sehr interessant. Heute Abend geht es dann, wohl mit D., noch zu den Sufis zu einer Zeremonie. Mal sehen, wie die wird ...

So, Deutschland hat das Halbfinale der Hockey-WM erreicht, also werde ich die Jungs von Markus Weise auf alle Faelle am Samstag in Delhi sehen, hoffentlich natuerlich im Finale mit dem besseren Ende, ansonsten halt im Spiel um Platz 3.

So, ich werde weiter berichten.

Montag, 8. März 2010

Chaos in Karachi

Argh. Heute war lustig, haha ...

Frueh aufgestanden, nach einigem (einigem!) Suchen eine Geldwechselstube gefunden, dort aber zu wirklich gutem Kurs gewechselt (115 Rupien = 1 Euro), dann zur Tourist-Info, dort von sehr freundlichem Menschen mit Karten ueberhaeuft worden, anschliessend zum Bahnhof, dort fuer 10 Euro einen Economy-Class-Schlafwagen-Platz gebucht, mal sehen, wie die Pakistan "Economy Class" definieren. Apropos Zug: Habe gestern noch erfolgreich meine Zugfahrten in Indien gebucht, die Hinstrecke in der Holzklasse (war sonst nix mehr frei), den Rueckweg von Delhi nach Amritsar in der Ersten Klasse. Mal gucken, wie gross der Unterschied ist.

Danach auf zum Mausoleum des pakistanischen Staatsgruenders Jinnah, das aber - im Gegensatz zur Angabe im Lonely Planet - heute (?) - zu war. Danach zum Hafen, um eine kuehle Brise auf der Fahrt mit einer im Lonely Planet empfohlenen Faehre auf eine Insel zu machen. Ankunft am Hafen, grosses Theater, so ein Typ sagt uns, wir muessten zur Polizei, damit die uns die Fahrt genehmigt und schleppt uns mit, aber die Polizei (oder Einwanderungsbehoerde oder was auch immer) sagt, wir duerfen nicht. Davon stand im Lonely Planet ueberhaupt nix. Naja, schade.

Dann den Besuch im Pakistan National Museum vorgezogen. Nun, ziemlich heruntergekommen ... Auf einer der Karten ist noch die UdSSR vermerkt, und so sieht das ganze Museum aus. Wenn das ein Ausstellungsstueck Pakistans sein soll, nun, dann gute Nacht.

Danach ein kurzes Nickerchen im Park davor gemacht. Am Abend zurueck in die Stadt, wollten eine Kirche besichtigen, auch zu (war allerdings fast zu erwarten, da es hier sicher den einen oder anderen fanatischen Moslem gibt, der gerne mal 'ne Kirche in die Luft sprengen wuerde ...). Dann wollte ich eine SIM-Karte fuer mein Handy kaufen, ging auch, aber die Freischaltung ging nicht, sondern nur im Service Center (weil ich Auslaender bin). Also auf zum Service Center, das demnaechst zu machte. Dort weiter verwiesen ans Hauptbuero am anderen Ende der Stadt. Habe aber bis um acht auf. Ich in eine Motorikscha gesprungen und dorthin geduest (bzw. mich duesen lassen), dort auch dank eines faehigen Rikschafahrers angekommen, aber schon zu (seit um sechs). Willkommen in Pakistan! Buerokratie und Inkompetenz (ja, ich pauschalisiere gerade).

Naja, so schlimm ist Pakistan wie gesagt auch nicht. Morgen wollen wir zwar nach Lahore, wo es heute einen Anschlag mit einer zweistelligen Zahl von Toten gegeben hat, und laut F. sagt die Regierung auch, dass es im Zuge der Fruehlingsfeste, die im Moment laufen sollen, wohl ein paar Anschlaege geben wird, aber wir sind einigermassen vorsichtig und hoffen das Beste.

Der weitere Plan sieht so aus, dass wir morgen Abend den Schlafwagen nach Lahore nehmen, wo wir uebermorgen (Mittwoch, 10.) Mittag ankommen. Davor werden wir uns hier noch eine moderne Moschee und (hoffentlich) das Jinnah-Mausoleum angucken. In Lahore nehmen wir uns ein Zimmer fuer eine Nacht und gucken uns die Stadt an. Am 11. (Do) mittags werde ich den Bus nach Wagah an die Grenze nehmen, die Grenze ueberqueren, mir die Grenzschliessung in Wagah und den Goldenen Tempel in Amritsar angucken und dann mit dem Nachtzug nach Delhi fahren, wo ich am 12. (Fr) ankomme. In Delhi will ich mir noch die zwei, drei beim letzten Mal verpassten Sehenswuerdigkeiten anschauen und natuerlich noch meine Hockey-Karte umtauschen und zum Spiel am 13. nachmittags gehen, bevor ich am 14. nachmittags den Zug nach Amritsar zurueck nehme, wo ich am 15. ankomme. Grenzueberquerung, Grenzschliessung angucken und ab nach Lahore, wo ich dann noch mal zwei Naechte zubringen will. Am 17. morgens nach Rawalpindi, wahrscheinlich mit dem Zug. Am 18. nach Taxila und Rawalpindi in den Basar, bevor wir wahrscheinlich mehr oder weniger die Nacht durchmachen und am 19. Maerz morgens um 2 Uhr zum Flughafen rausfahren und heimfliegen.

Pakistan: Hm, interessant. Der Verkehr ist gewohnt chaotisch, die Menschen in aller Regel herzensfreundlich, Abzocke viel weniger als in Indien (Karachi mehr als in Islamabad), Essen sehr scharf, aber sehr lecker, Lebenshaltung allgemein ziemlich guenstig. Sicher zur Zeit und womoeglich auch mittelfristig kein klassisches Urlaubsland, aber es hat dennoch Einiges zu bieten.

Achso, im National Museum stand ein denkwuerdiger Satz (Hervorhebung von mir): "Pakistan ist eines der wenigen Laender der Welt mit einem reichen kulturellen Erbe." Na dann ...

Sonntag, 7. März 2010

Jetzt in Karachi

Nachtrag heute Abend: Waren heute am Meer, davor wurden wir in einen Hindu-Tempel zu einer religioesen Zeremonie eingeladen. Sehr gastfreundlich, sehr interessant, faszinierend. Der erste Eindruck (siehe unten) bleibt zwar ein erster Eindruck, aber der zweite Eindruck ist dann gar nicht mehr so schlimm. Waren relativ teuer essen (8 Euro fuer uns beide zusammen), aber die Portionen: Wenn ich eine "halbe" Portion nicht mehr schaffe, dann weiss ich auch nicht. War zwar sauscharf, aber eben auch extrem viel ...

Habe eben auch meine Zugfahrten von Amritsar nach Delhi und zurueck gebucht. Jetzt muss morgen nur noch die Zugbuchung von hier nach Lahore klappen, dann geht alles seinen geregelten Gang.

Alter Eintrag:

So, wir sind in Karachi, und der erste Eindruck der Stadt gefaellt uns weit weniger als Islamabad: Mehr Beschiss, lauter, dreckiger, teurer - und wir sind erst ein paar Stunden hier ...

Die Flugbuchung gestern ging relativ problemlos, auch wenn der Typ von Pakistan International uns erst einen Flug fuer den Montag anstatt den Sonntag verkaufen wollte ... Die Maschine selbst war dann eine Boeing 747 (Riesenteil), sehr angenehmer Flug und extrem weiche Landung.

Gestern war regnerisch, und F., D. und ich haben ueber Gott und die Welt (im woertlichen Sinne) diskutiert.

So, gleich soll es, so es uns gelingt, Geld zu wechseln, zum Clifton Beach gehen. Dort wird gegessen und dann geht es ins Bett.

Also nur eine kurze Zwischenmeldung: Alles in Ordnung.

Samstag, 6. März 2010

Gut angekommen in Pakistan

So, wir sind gut in Pakistan angekommen.

Zum Glueck hatten wir einen Puffer in unserer Zugverbindung, weil mein Mitreisender ein wenig zu lange seinen Abschied gefeiert hatte und etwas spaeter als geplant aufstand ... Die Zugfahrt ging dann schnell vorbei, das Einchecken war problemlos und die Fluege eigentlich auch. Alles in Butter. Wir kamen ganze fuenf Minuten verspaetet in Islamabad an, die Einreise war problemlos, auch wenn wir noch am Passkontrollschalter ein Formular ausfuellen mussten, was die Grenzbeamtin dann achtlos beiseitelegte ...

Die Einreise ging problemlos, auch wenn die Zoellner fuer zwei Minuten den Gruenen Kanal schlossen und, nunja, in einem Land, in das kein Alkohol eingefuehrt werden darf und in dem im Roten Kanal alle Gepaeckstuecke durchsucht werden, ging uns da ein wenig die Muffe ... Aber auch der Gruene Kanal wurde schnell wieder geoeffnet und wir gingen heraus. Wir nahmen ein Taxi in die Stadt, und ein kleiner Junge, der uns das Gepaeck aufs (!) Auto wuchten half, wollte dafuer fuenf Dollar haben! Er bekam einen und war bisher (toi, toi, toi) die einzige echte versuchte "Grossabzocke". Nach drei Polizeikontrollen auf dem Weg zum Hotel (zwei wollten unsere Paesse sehen!) kamen wir dort gut an, schellten den Nachtwaechter aus dem Bett und gingen gegen sechs Uhr aufs Zimmer. Obwohl unsere "Gastgeberin" uns nahelegte, zuerst einmal zu schlafen, bevor sie uns abhole, blieben wir nur eine Stunde auf dem Zimmer (6,50 Euro pro Person und Nacht fuer ein ordentliches, relativ sauberes Zimmer, auch wenn sie uns fuer die ersten sechs Stunden bis um zwoelf Uhr einen ganzen Tag abgerechnet haben, aber okay, das verstehe ich sogar). Danach ging es per pedes zum Pakistan Monument (also durch die ganze Stadt und hoch auf einen Huegel). Wir waren als Auslaender freundlich beauegte Fremdlinge, wurden aber hoechst selten angesprochen und wenn, dann von Kindern. Eine Wohltat im Vergleich zu manchem arabischen Land ...

Auf dem Pakistan Monument wollten wir in die Einfahrt hinein (die allerdings von der Hauptstrasse durch Baustelle abgeschnitten war) und wurden vom Waechter mittels Pfeife um das Gelaende bis zu einem Loch im Zaun herumgelenkt, von wo aus wir dann dieses erst 2007 erbaute und durchaus imposante Bauwerk besichtigen konnten. Fuer den Rueckweg nahmen wir den Minibus (ca. 15 Cent pro Person ...) und gingen erst einmal duschen.

Gegen 14.30 Uhr kam F. uns abholen und wir gingen erst einmal Kuchen kaufen. Sie als einzige Frau unter 20 Maennern im Laden, in High Heels und durchaus ansehnlichem Ausschnitt, allein die Szene zu bewundern, war hochinteressant ... Wir assen bei ihrem Chef, bei dem sie ein Zimmer hat und der gerade ausser Haus in Karachi ist, Kuchen und erzaehlten. Danach gingen wir zu Fuss zum Parlament, wurden aber weit davor schon von der Polizei zur Umkehr angehalten und liefen dann zu einem im Lonely Planet angegebenen Restaurant. Dort assen wir ziemlich gut, unter anderem Gehirn (schmeckte besser als mein Taubenhirn in China) und bezahlten am Ende fuer drei Hauptspeisen, einen Salat und drei Getraenke sechs (in Zahlen: sechs) Euro - zusammen und inklusive Trinkgeld.

Danach fuhr ich alleine in unser Zimmer und schlief mich erst einmal. Ich hatte meinen toten Punkt ueberwunden und war seit ungefaehr 35 Stunden wach, da hatte ich mir meinen Schlaf redlich verdient.

Heute Morgen duschte ich erst einmal wieder und ging dann los, um eine SIM-Karte zu kaufen, die ich aber hier im Viertel nicht kriege. Nun sitze ich hier im Internet-Cafe und tippe fleissig. Heute soll es hoch auf den angrenzenden Berg hier gehen, soll eine schoene Aussicht sein, wenn nicht soviel Smog ist.

Morgen soll es per Flugzeug nach Karachi gehen, dann mit dem Zug nach Lahore, wo D. und ich uns trennen, weil er kein indisches Visum hat. Danach fahre ich nach Amritsar und Delhi, gucke mir den Goldenen Tempel, Humayuns Grab, die/den (?) Kutb Minar und das Finale der Hockey-WM an, bevor ich am 14. oder 15. Maerz wieder in Islamabad aufschlagen will. Dann ist noch genug Zeit fuer Rawalpindi und Taxila.

Auch wenn F. von einigen Bombenanschlaegen in ihrer "Naehe" und einer wegen De-facto-Ausgangssperre im Buero verbrachten Nacht erzaehlt, fuehlt sie sich und fuehlen wir uns hier, zumindest in Islamabad, ziemlich sicher. Es ist auch durchaus eine stattliche Menge von Polizei auf der Strasse. Die Menschen sind sehr freundlich, das Leben sehr guenstig und das Essen durchaus lecker.

Liebe R., leider kann ich (noch) nicht ueber Bier berichten, ich habe noch keines getrunken, und das wird in Pakistan moeglicherweise auch so bleiben, mal sehen. Obwohl ich das Murree schon gerne einmal probieren wuerde ...

Ich werde von Zeit zu Zeit weiter berichten. Wer Fragen hat, der kommentiere ...

Montag, 15. Februar 2010

Pass da, Karten bestätigt

So, mein Pass und ich sind wieder vereint: Das indische Visum ist drin. Jetzt kann es losgehen ...

Auch die WM-Karten sind heute bestätigt worden: Es gibt zwar für uns nur Karten der Kategorie 2, obwohl wir Kategorie 1 bestellt hatten, aber Hauptsache, wir kommen ins Stadion ...

Bin müde vom Olympiagucken und von den Tagen zuhause ...

Montag, 8. Februar 2010

Kreditkartenprobleme

Ja, meinen Pass hatte ich nur ein paar Stunden, danach ging er wieder (ohne mich) auf die Reise: Er liegt jetzt bei der indischen Botschaft in Berlin und wartet darauf, dass abermals ein Visum in ihn eingeklebt wird ... Ich rechne mit seiner Wiederkehr bis Ende dieser, Anfang nächster Woche. Danach sind die Reisevorbereitungen dann in visumtechnischer Sicht abgeschlossen (wird ja auch so langsam dann mal Zeit; ich habe meinen Pass gerne relativ früh wieder ...).

Ich habe gestern Abend während des Super Bowls mal eine vorläufige Planung gemacht und muss mal schauen, wie sich das so mit den innerpakistanischen Flügen und innerindischen Zugfahrten so ergibt, aber ich nehme an, dass ich, wenn ich vorher noch ein wenig Zeit habe, den einen oder anderen Flug noch hier buche (auch wenn der Lonely Planet etwas anderes empfiehlt). Naja, mal sehen.

Neues in Bezug auf Südafrika: Das eine Hotel will Kreditkarten- und Passkopien haben, weil die Bank das angeblich so verlangt. Naja, sollen sie kriegen, irgendwann diese Woche. Das Interessantere war aber, dass ich Samstag einen Brief von meiner Kreditkartenfirma im Briefkasten hatte, dass sie meine Kreditkarte gesperrt hätten und ich bitte dort anrufen möge. Hab ich dann gemacht, es stellte sich heraus, dass ihr Sicherheitssystem angeschlagen hatte, weil so "komische" Buchungen in Äthiopien, Simbabwe und Südafrika abgegangen wären ... Nun, die Dame ließ sich aber schnell beruhigen, sodass die Kreditkarte nun wieder benutzbar ist. Juchhe.

Ich nehme immer stärker an, dass ich vor Südafrika einen neuen Pass beantragen werde, weil mir das zu heiß wird mit den zwei freien ("back-to-back") Seiten, den die Südafrikaner laut Lonely Planet verlangen. Aber ich werde weiter berichten.

Mittwoch, 3. Februar 2010

So, Visa da

So, die Reisepässe meiner Kommilitonin und von mir mit den pakistanischen Visa habe ich eben bei der Post abgeholt. Wie ich es mir gedacht habe, habe ich nur ein Doppel-Einreisevisum erhalten, obwohl ich gehofft hatte, dass mein Appell für ein Mehrfach-Einreisevisum ankommt. Andererseits: Mehr als zwei Einreisen brauche ich eh nicht. In den Iran und nach Afghanistan sowie nach China will ich nicht, und das indische Visum (das ich noch beantragen muss), wird neuerdings sowieso nach der ersten Ausreise für zwei Monate inaktiv, sodass ohnehin nur die Folge Pakistan-Indien-Pakistan auf dem Programm steht.

Der purpose of visit darf nicht geändert werden, und ich darf cantonment areas oder reisebeschränkte Gebiete nicht ohne Genehmigung des Innenministeriums oder einer anderen Stelle betreten. Naja, das werde ich überleben, auch wenn Kaschmir vielleicht eine Reise wert gewesen wäre ...

Nun, dann dürfte mein Pass aber auch so langsam voll sein, vor allem, wenn dann die Kuwaiter noch ungünstig stempeln. Ich habe gestern gelesen, dass die Südafrikaner mindestens noch zwei freie Seiten im Pass haben wollen, und das könnte dann eng werden ... Ich werde also möglicherweise einen neuen Pass beantragen müssen, zweieinhalb Jahre nach der Ausstellung meines aktuellen ... Ich habe zwar bei der Buchung unseres Fluges nach Simbabwe meine aktuelle Passnummer angegeben, aber ich glaube, ich werde den Pass behalten dürfen, da dann ja noch das gültige indische Visum im Pass sein müsste. Somit könnte ich für die Fluggesellschaft meinen alten Pass vorzeigen und für die Grenzen dann schon den neuen Pass benutzen. Naja, mal sehen.

So, die Reiseplanung Südafrika schreitet auch voran. Es sind gebucht: die Flüge, die Busfahrten von Harare nach Johannesburg und zurück, das Mietauto, das Hotel in Durban nach dem Spiel, das Hotel in Harare vor dem Rückflug und seit heute Morgen auch das Hotel für die erste Nacht in Südafrika. Es fehlen noch zwei Übernachtungen nach dem Spiel, da müssen wir sehen, ob wir das noch vorher machen oder uns in Südafrika irgendetwas suchen (sofern das noch geht).

Unsere erste Übernachtung in Südafrika ist nicht weit weg von Lesotho, sodass ich sehr zuversichtlich bin, zusätzlich zumindest noch in dieses Land zu kommen. Vielleicht klappt's mit Swasiland, und Mosambik wäre dann ja auch nicht weit. Ich hoffe, dass das Mietauto zumindest nach Lesotho und Swasiland mitgeführt werden darf, aber das muss ich dann nochmal nachfragen.

So, jetzt muss noch das indische Visum beantragt werden und dann freue ich mich auf Pakistan und Indien.

Dienstag, 2. Februar 2010

Visa wohl da, auf zur WM

So, unsere Visa sollten da sein. Jedenfalls hatte ich heute einen Hinweis der Post im Briefkasten, dass ein Einschreiben an mich nicht zugestellt werden konnte. Nun, es ist schwierig, jemanden anzutreffen, wenn man nicht klingelt, werte Zusteller!

Hm, ich habe heute nochmal, naja, nicht verzweifelt, aber doch wenig hoffnungsfroh, nach günstigen Flügen nach Südafrika, also ins südliche Afrika, während der WM gesucht ... Und ich bin überraschenderweise fündig geworden! Ich war drauf und dran, für meine Mutter und mich zu buchen, ohne ihr etwas zu sagen (wofür ich grundsätzlich grünes Licht habe), habe sie dann aber doch zu erreichen versucht und erreicht. Und, naja, meine Mutter hat die Reaktion gezeigt, die ich erwartet hatte: Sie fliegt mit.

Jetzt fliegen wir am 10. Juni spätabends mit Ethiopian von Frankfurt nach Addis Abeba, wo wir am 11. Juni morgens landen. Nach kurzem Aufenthalt geht es dann nach Harare (Simbabwe), wo wir gegen 12.30 Uhr ankommen. Von dort werden wir wahrscheinlich den Bus nach Johannesburg nehmen und von dort den Bus oder Zug nach Durban, um dort am 13. Juni anzukommen. Am 13. Juni spielt um 20.30 Uhr Deutschland gegen Australien sein erstes WM-Spiel. Danach müssen wir irgendwie wieder nach Harare kommen, wo unser Flug am 18. Juni mittags gen Heimat geht. Nach Zwischenstopp in Lusaka (Sambia) ohne Aussteigen kommen wir abends in Addis Abeba an. Da wir 13 Stunden Aufenthalt haben und am nächsten Morgen erst um 10 Uhr weiterfliegen, werden wir mit großer Wahrscheinlichkeit einreisen und uns ein Zimmer nehmen. Am 19. Juni geht es dann zurück nach Frankfurt, wo wir um 16.35 Uhr ankommen. Jetzt muss ich nur noch Karten kriegen, dann steht einem richtigen Fußball-Abenteuer nichts mehr im Wege ...

Die erste Äquator-Überquerung ist gebucht und wird am 11. Juni beim Flug von Addis Abeba nach Harare stattfinden. Juchhe! Auf dem Weg von Harare nach Durban wird dann kurz nach der Einreise nach Südafrika auch der südliche Wendekreis überquert werden, sodass ich innerhalb von ein bis zwei Tagen zwei der wichtigeren Erdkreise übertreten werde. Dann fehlt mir nur noch der südliche Polarkreis ...

Donnerstag, 28. Januar 2010

Oh Pakistan, oh Visa ...

Hm, bisher hat mit meinen Visumanträgen immer alles geklappt und ging ganz fix. Anfangs, für Russland 2000 und China 2001 haben meine Familie bzw. meine Reisegruppe bzw. ich noch Visumdienste in Anspruch genommen. Für Indien 2009 habe ich mich selbst herangetraut, für Aserbaidschan mit einem Freund und für Syrien mit zwei Freunden vergangenes Jahr ebenfalls. Auch für Pakistan habe ich jetzt die Visa für meine Kommilitonin und mich beantragt, und es scheint auch zu klappen, aber wie ...

Ende letzter Woche bekam ich einen Anruf von ihr, dass das pakistanische Generalkonsulat in Frankfurt sie angerufen und verlangt habe, neben einer Änderung ihrer Einladung aus Pakistan auch einen von der Bank gestempelten Überweisungsbeleg für die Visumgebühren beizuschaffen. Nun, ich hatte die Online-Banking-Überweisungsbelege natürlich im Visumantrag mitgeschickt, aber offenkundig war das Generalkonsulat nicht in der Lage, auf seinem eigenen Konto den Eingang des Geldes zu verifizieren, sodass ich mit Kontoauszug und Kopie desselben bewaffnet bei meiner Sparkasse hier in Jena auftauchte und um eine Beglaubigung bat (denn meinen Original-Kontoauszug wollte ich durchaus behalten). Das klappte überraschend reibungslos und schnell (danke nochmals an die Sparkasse!), und wir schickten die Unterlagen ein.

Nun erhielt ich heute einen Anruf, wiederum aus Frankfurt, dass sie mir die Reisepässe, die nun fertig seien (juchhe!), aber leider nicht zurückschicken könnten, da der Rückumschlag nicht ausreichend frankiert wäre. Ein normaler DIN-A-4-Brief kostet 1,45 €, einer als Einschreiben 3,50 € und die Differenz macht genau 2,05 € aus. Das Generalkonsulat erbat Übersendung von Briefmarken im Wert von genau 2,05 €. Nun, ich hatte meiner Kommilitonin die Absendung des Briefes mit Rückumschlag überlassen, weil sie noch die Einladung erwartete, und hatte ihr wohlweislich auch eine To-do-Liste aufgeschrieben, auf der "Rückumschlag mit 3,50 € in Briefmarken bekleben" stand. Ich nehme jetzt an, dass meine kluge Studienkollegin zur Post ging, der Brief nach Frankfurt nur 1,45 € kostete (wer braucht schon Einschreiben, wenn zwei Pässe im Brief sind?) und auch den Rückumschlag nur mit 1,45 € beklebte. Hm, unpraktisch, dass die Pakistaner (die ich hier sogar völlig verstehe) nicht das Risiko eingehen möchten, dass Pässe aus ihrem Verantwortungsbereich verschwinden und deshalb Pässe in Einschreibebriefen zurückschicken wollen. Noch unpraktischer, wenn sie das ausdrücklich auf die Visumanträge schreiben und man sich trotzdem nicht dran hält ... Dankenswerterweise hat das Generalkonsulat wenigstens angerufen und mir das gesagt, sonst würde ich mich noch in zwei Wochen wundern, dass die Pässe auf sich warten lassen.

Nun, ich hoffe jetzt, dass mein Brief am Samstag in Frankfurt ankommt, der Gegenbrief vielleicht schon am Montag mit ausreichender Frankierung rausgeht und möglicherweise schon am Dienstag bei mir ist. Das wäre schön. Dann wären mein Pass und ich nämlich wieder vereint, wenn auch nur für kurze Zeit, weil ich noch das indische Visum beantragen will, da ich noch ein paar Tage nach Amritsar und möglicherweise noch nach Neu-Delhi will, wenn ich schon mal da unten bin.

Ich werde berichten.

Dienstag, 5. Januar 2010

Zurück aus Ägypten

Ach Leute, ja, auch Ägypten ist toll. Wir haben gebadet und geschnorchelt am Strand von Safaga am Roten Meer. Unser Tagesausflug führte nach Luxor zum Karnak-Tempel und zum Tal der Könige und endete mit einer kurzen Fahrt über den Nil: Sagenhaft, beeindruckend, toll. So, und jetzt wird aber erst einmal wieder ein bisschen gearbeitet ...

Freitag, 25. Dezember 2009

Syrien II und Libanon

So, auch mit einigen Tagen Abstand immer noch sehr beeindruckt von Syrien.

Der Abend in Aleppo fand nach einem kurzen Stadtbummel sein Ende im Sissi House im armenischen Viertel; sehr leckeres Essen mit sehr leckerem syrischen Wein. Anschließend noch zweiter kurzer Stadtbummel durch menschenleere Aleppiner Straßen und trotzdem keine Bauchschmerzen dabei gehabt ...

Am nächsten Morgen mit Blick über Aleppo auf der Dachterrasse unseres Hotels gefrühstückt und die Altstadt eingetaucht. Im Souk ein wenig verhandelt, aber erstmal Zitadelle vorgezogen. Naja, was soll ich sagen? Mal wieder "wow". Nach einigen Stunden dort oben zurück durch den Souk, ein wenig eingekauft, zum Hotel und Abfahrt in Richtung Damaskus.

Dort waren nach dreistündiger problemloser Fahrt (nur Paul meinte irgendwann, ich müsse aufpassen, dass ich in Deutschland nicht so fahre wie in Syrien, als ich mit Lichthupe und drängelnd auf der Autobahn einem hinterherfuhr ...) leider kein schönes Hotel gefunden und (für zwei Nächte) mit einem weniger guten vorliebnehmen müssen, bei dem die Klospülung so ihre Eigenarten hatte ...

Danach trafen wir uns mit einer Studienkollegin von Paul am Bab Touma in Damaskus. Sie führte uns natürlich prompt zu dem Lokal, wo wir ein paar Tage zuvor schon sehr gut gegessen hatten. Dort aßen wir dann ein zweites Mal sehr gut.

Am nächsten Tag fuhren wir nach Bosra und damit zum fünften (und letzten) syrischen Weltkulturerbeort. Das Theater in der Zitadelle von Bosra fasst 15.000 Menschen, dementsprechend, naja, bevor's langweilig wird ... Nach unfreiwilligem Kurzritt über die dortige Römerstraße zurück nach Damaskus und Stadtbummel mit Pauls Kollegin. Einige Geschenke eingekauft, danach zu ihrer Familie in den Außenbezirken. Um eins dort weg, um zwei im Bett, um sechs aufgestanden, da Andreas und ich noch in den Libanon wollten und davor das Auto abgeben.

Nun, der letzte volle Tag im Nahen Osten hatte es in sich: Um halb acht aus dem Hotel losgekommen, Pässe besorgt (Paul blieb im Hotel) und ab zum Hotel Dedeman, um dort das Auto abzugeben. Wir mussten aber noch auftanken und wollten dort fragen. Die Dame von Europcar erklärte uns das auch, meinte aber so nebenbei, dass wir das Auto eigentlich schon am Vorabend hätten abgeben müssen. Herz in Hose, ganz weit unten! Naja, tanken gefahren (hatten kaum mehr Geld, hat gerade so gereicht), dabei im Vertrag gesucht und gefunden, dass heute schon richtig war, puuh. Zurück zum Hotel. Auto abgegeben, Geld holen. Vier Automaten im Hotel, keiner funktionierte mit Maestro. Schweinebande. Auch das Hotel wollte uns nichts auf Kreditkarte auszahlen, Spaziergang zum Four Seasons (:-)), Geldautomat dort ging auch nicht, Concierge gefragt, der sehr freundlich, beschrieb uns den Weg zu einem Geldautomaten der Hoffnung. Dort angekommen, eingegeben, es knirscht und rattert, juchhe, wir haben Geld! Ab zum Minibus, für pro Person 15 Cent zum Busbahnhof, dort Ankunft kurz vor 10. Nach einigem Suchen Busse in den Libanon gefunden, Ticket gebucht (3 Euro pro Person!), Abfahrt erst um 11. Tee trinken. Alter Mann kommt hinein, spricht sehr gut Englisch, fragt, woher, wohin, mit welchem Verkehrsmittel. "So, Bus? Sehr sicher! Neulich haben sie zwar einen Bus in Tripoli [Nordlibanon] entführt, aber nur den Busfahrer erschossen. Haha." Entsprechend um 11 Uhr im Bus, Abfahrt 11.30 Uhr, problemlos. Syrische Ausreisesteuer 550 Pfund (8 Euro), libanesisches Visum 25000 Pfund (12 Euro), ging alles trotzdem relativ schnell. Hab dem Bussteward versehentlich den Kuli geklaut, den er uns fürs Ausfüllen der Entry-Exit-Formulare geliehen hatte ... Sorry! Ankunft in Anjar, Rausschmiss aus dem Bus wie gewünscht.

Taxi angehalten zu den Ruinen nach Anjar, 2,50 Euro, aber der Taxifahrer brachte erstmal 'ne alte Oma nach Hause. Die fragt: "Woher?" Wir: "Almanja, Britanja." Und sie mochte uns! Nach kurzer Fahrt (also Abzocke, aber egal, hatten eh zuviel Geld gewechselt) Ankunft an den Ruinen des alten Kalifenpalastes gegen 14 Uhr. Einlass erhalten, mal wieder waren Andreas und ich alleine an einer Weltkulturerbestätte, mal wieder, naja, sehr, sehr schön ... Nach ca. einer Stunde Herumtoben Einsicht in die bittere Tatsache, dass es mit Baalbek (andere Weltkulturerbestätte im Libanon) nix wird. Der Einlasswächter hatte aber nichts Besseres zu tun und erläuterte uns die Schönheit von Baalbek mit Hilfe eines Buches, damit wir richtig wissen, was wir verpassen. Naja, er wollte nur freundlich sein ...

Stattdessen in einem einheimischen Lokal essengegangen. Fisch soll in Anjar sehr lecker sein, also Forelle bestellt und Bier. Am Ende hatten wir entweder die Karte falsch verstanden oder das Restaurant hat sich selbst beschissen, denn wir mussten statt etwa 30 Euro, was wir vermutet hatten, nur 17 Euro zahlen. Zudem schrieb uns der freundliche Kellner auf, wo wir nun hinmüssten, um zurück zur Grenze zu kommen. Naja, die zehn Minuten bis zur Hauptstraße liefen wir (und hatten keinerlei Sorgen deswegen). Dann kamen wir an der Einmündung an und stellten uns an die Hauptstraße in Richtung Grenze, um auf einen Bus zu warten. Ein Libanese stellte sich dazu, ich fragte: "Suriye", also ob er nach Syrien fahre, er bejahte. Kurz darauf kam ein Privatauto, das anhielt, der Mann stieg ein und bedeutete uns, auch einzusteigen. Wahnsinn! Der Fahrer brachte uns zur Grenze, kassierte ein dickes Trinkgeld und bot uns an, uns bei unserer nächsten Libanon-Reise herumzuführen. Er sagte, das hätte er selbst gemacht, wenn wir Israelis wären ... An der Grenze erst die Ausreiseformalitäten erledigt und dann umgeguckt, wie wir zurück nach Damaskus kommen. Am Ende wurde es ein Taxi mit uns beiden und drei weiteren Fahrgästen. Insgesamt sechs Personen drin, von denen drei nur Arabisch und zwei (wir) kein Arabisch konnten, und einer Arabisch und ein wenig Englisch sprach. War eine sehr lustige Fahrt in dem engen Moskowitsch, der den Berg hinauf erbärmlich krächzte. Nach Ankunft am Busbahnhof wieder mit dem Minibus in die Stadt und dem Taxi zum Treffpunkt mit Paul.

Wir waren alle satt, tranken nur einen Tee und kauften ein wenig ein, bis wir uns um 11 Uhr abends im Hotel trafen und mit dem Taxi zum Flughafen fuhren. Dort setzten wir uns zunächst, alle hundemüde, in eine Lounge und hörten zum ersten Mal seit unserer Ankunft wieder Deutsch um uns herum. Hinter uns saßen zwei Stunden lang zwei junge Deutsche, die wir aber ignorierten und sie uns. Im Aufbruch quatschten Paul und Andreas sie an, wie es ihnen gefallen hätte, und die vier kamen ins Gespräch, während ich abgewandt und ohne Interesse an weiterer Kommunikation dasaß. Als sie die Gesprächssprache zum Deutschen hin wechselten und sie beiden Jungs uns dann fragten, wo wir herkämen, meinte Andreas, ich sei aus Südbaden. Einer fragte: "Woher genau?" Ich: "Aus dem Südschwarzwald." Er: "Naja, woher genau?" Ich nannte meinen Heimatort. "Naja, ich bin dort in der Nähe zur Schule gegangen." Es stellte sich heraus, dass wir auf die gleiche Schule gegangen waren und das auch noch mit einer zeitlichen Überschneidung von 2000 bis 2002. Zu allem Überfluss kannte er mich nach genauerem Hinsehen auch noch ...

Da war ich schlagartig wach und wir machten Fotos und unterhielten uns sehr gut. Gemeinsam gingen wir zum Check-in, denn die beiden flogen auch nach Istanbul, aber dann weiter nach Stuttgart. Der Rückflug bzw. die Rückflüge bestanden aus Schlafen, Kopfweh, zu wenig Wasser und dem Aufenthalt in Istanbul. Wir trennten uns in Frankfurt, nachdem ich meinen Zug schon verpasst hatte. Paul flog weiter nach Manchester, ich erreichte den nächsten Zug nach Freiburg, wo meine Mutter schon wartete, und Andreas fuhr in Richtung Jena. Am frühen Abend fiel ich todmüde ins Bett und freute mich auf Heilig Abend.

So, und morgen, am 2. Weihnachtsfeiertag geht es schon wieder nach Ägypten. Diesmal Faulenzerurlaub. Ich hoffe, es wird so richtig schön ...

P.S.: Der Ort, in den der Taxifahrer uns mit der alten Oma hinnahm, hieß Majdel Anjar. Vor dem Besuch dieses Ortes wird vom Auswärtigen Amt "mit Nachdruck gewarnt". Wieso, weiß ich allerdings nicht. Wir waren jedoch auch nur versehentlich und einige Minuten dort und hatten vielleicht auch einfach nur Glück ... Jedenfalls will ich trotzdem versuchen, sowas nicht zur Gewohnheit werden zu lassen.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

Kurzer Zwischenmeldung

Ja, wir leben noch, hatten die letzten Tage nur kein Internet. Wir sitzen nun wieder in Istanbul, warten auf den Flug und sind wieder hundemüde. War toll. Bin müde. Weitere Berichte später.

Samstag, 19. Dezember 2009

Begeistert von Syrien, auch wenn's nur per Proxy geht

Alter Eintrag vom 19. Dezember, der wegen schlechter Internetverbindung nicht hochgeladen werden konnte ...

So, wir sind gut in Aleppo gelandet. Und wir sind alle drei von Syrien absolut begeistert. Leider kann ich dies hier nur über einen Proxy-Server schreiben, da blogspot.com sonst "zufälligerweise" nicht erreichbar bzw. vom syrischen Staat geblockt wird. Aber Gott sei Dank gibt es heutzutage Proxy-Hinweisseiten, die sogar ich verstehe ...

Also, nach der Ankunft in Damaskus in der Dunkelheit durch den Verkehr gefahren (die meisten Damaszener Autofahrer sind geisteskrank, der Rest nur bekloppt) und nach einigem Hin- und Herfahren unser Hotel Afamia gefunden. Dort eingecheckt und gut gewohnt. Über die Via Recta zu einem Restaurant gefahren (wollten zwar eigentlich in ein anderes, aber egal). Waren dort im teuersten Restaurant in Damaskus, und haben es trotzdem bezahlen können. Rückfahrt ins Hotel.

Am nächsten Tag über sehr gute Straßen mit Tempo 120 durch die Wüste; nur selten ein anderes Auto getroffen. Gegen Mittag in Palmyra eingetroffen; absolut begeisternd. Ich muss gestehen, dass ich vor der Vorbereitung auf diese Reise nicht einmal wusste, dass Syrien eine so tolle alte Ruinenstadt hat. Nach kurzem Mittagssnack durch die Gegend gelaufen, Bel-Tempel, Theater. Dann auf die mittelalterliche Festung von Palmyra gefahren: Sehr schön. Von Sicherheitsmaßnahmen keine Spur, man kann praktisch überall hinlaufen, auch wenn einen kein Geländer von einem meterhohen Abhang trennt. Noch kurze Tour durch das Tal der Gräber (Tal, in dem viele Turmgräber stehen: Gräber mit großen Turm - 10 Meter und mehr - drüber). Abfahrt zum Krak des Chevaliers. Nach kurzer Nachtfahrt im Regen über Autobahn und anschließend relativ schlechte (und steile!) Straße am Krak vorbei und im Nachbarort ein schönes Hotel gefunden. Dort gut gegessen.

Heute Morgen zum Krak. Fantastisch! Ich meine, ich war nie so ein Burgen-Fan, aber die war wirklich extrem schön ... Es hat dort oben zwar ziemlich gezogen, aber da sind einige tolle Bilder entstanden. Weiterfahrt nach Hama, der Stadt der Wasserräder; dort zu Mittag gegessen. Danach Weiterfahrt nach Aleppo. Hier nach ebenfalls atemberaubender Fahrt durch den Stadtverkehr (noch schlimmer in Damaskus, falls das geht ...) unser angestrebtes Vier-Sterne-Hotel gefunden. Jetzt gehen wir essen.

Syrien ist toll. Die Leute sind freundlich, das Essen ist sehr lecker, die Straßen- und sonstige Infrastruktur sind im Allgemeinen gut bis sehr gut (außer, dass die halt so fahren wie sie fahren). Hier komme ich wieder her.

Morgen Aleppo, dann Rückfahrt nach Damaskus. Montag wahrscheinlich in den Libanon, Dienstag in Damaskus, Mittwoch Morgen Rückflug. Das im Kurzdurchgang.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Zwischenstopp in Istanbul

So, nach guter Fahrt heute Nacht und problemlosem Parken in Flörsheim mit anschließendem Transit ging auch der Check-in sehr schnell, auch wenn der Computer anfangs ein wenig herumspinnte wollte. Im Flugzeug nach Istanbul kam ich nicht viel zum Schlafen, aber insgesamt ging der Flug doch relativ schnell vorbei. Jetzt sitzen wir gerade im Burger King am Flughafen Atatürk und trinken Cola, da Bier hier schweineteuer ist (8 Euro für eine 0,33-Liter-Flasche!). In zwei Stunden geht unser Anschlussflug nach Damaskus. Hoffentlich geht das Autoanmieten und -fahren auch so problemlos wie bisher alles. Toi, toi, toi. Melde mich dann aus meinem 56. Land ... Apropos Syrien: Paul und ich hatten die gleiche Idee und haben jeweils eine Rolle Klopapier mitgenommen, die Andreas am Flughafen gleich einmal öffentlich herumtragen musste, weil Paul seine Wasserflasche im Rucksack nicht zugemacht hatte, das Wasser auslief und er seinen gefluteten Rucksack trockenlegen musste ...

Montag, 14. Dezember 2009

Letzte Vorbereitungen für Syrien

So, in knapp zwei Tagen geht es los. Meine beiden Mitreisenden und ich haben am Samstag unser Auto gemietet, mit dem wir fünf Tage durch Syrien unterwegs sein werden. Ich darf fahren (ich bin der Einzige, der einen internationalen Führerschein besitzt); die zwei Jungs haben aber auf einem Volvo als Fahrzeug bestanden, weil sie sich darin sicherer fühlen ... Wir werden uns voraussichtlich einigermaßen treiben lassen, wobei es halt schon schön wäre, wenn wir nach Jordanien und/oder in den Libanon kämen. Reiseführer, Straßenkarte, Dokumentenmappe sind bereit gelegt, seit heute bin ich auch stolzer Besitzer einer Fahrkarte vom Frankfurter Flughafen nach Freiburg am 23. Dezember. Ich muss nur noch am Mittwoch das Gespräch mit meinem Chef überstehen, dann geht es am Donnerstag früh morgens gegen etwa 1.30 Uhr los: Auch der Parkplatz in Frankfurt ist schon reserviert.

Eine neue Reise (nach Syrien und nach Ägypten im unmittelbaren Anschluss) ist auch schon gebucht: Am 4. März 2010 werde ich dann nach Pakistan fliegen (mit Kuwait Airways über Kuwait).

Dienstag, 10. November 2009

Pässe da

So, heute Morgen sind die Pässe angekommen. Auch wenn als Beruf "mathematker" angegeben ist, glaube ich, dass die Syrer uns reinlassen werden. Die Mehrfacheinreisevisa sind gestern ausgestellt worden und bis Mai 2010 gültig. Ging also alles in der Tat relativ zügig: Acht Tage Bearbeitungszeit sind ordentlich. So, damit sind mein Pass und ich wieder vereint ... Als "Fee" ist bei mir sogar nur 42 € angegeben, obwohl ich 45 € überwiesen hatte, aber auf die 3 € kann ich verzichten. Muss nochmal in Ruhe die Passnummern prüfen, aber das scheint alles seine Richtigkeit zu haben. Juchhe ...

Mittwoch, 4. November 2009

Reise-Soundtracks

Habe heute endlich mal nach dem Lied gesucht, das Marcel und mich in Aserbaidschan ständig genervt hat, weil es rauf und runter lief in allen Bussen, Cafés und wo wir sonst noch waren (übrigens auch in Teilen der Türkei). Und, juchhe (?), ich glaube, ich habe es gefunden: Es ist der Eurovision-Song-Contest-2009-Beitrag von, Achtung, ja, Aserbaidschan. Es handelt sich um „Always“ von AySel und Arash. Es klingt, jetzt mit Abstand angehört, gar nicht mehr so dramatisch schlimm.

Ein anderer, ähnlicher Ohrwurm, den ich gerade mal wieder gehört habe, ist „Human“ von den Killers. Lief auf der USA-Kanada-Tour Anfang 2009 im Auto rauf und runter. Auch nicht schlecht.

Bin jedenfalls gespannt, ob wir auf der Syrien-Libanon-Tour auch so ein Lied die ganze Zeit hören. Ich werde berichten ...

Achso: Heute war noch kein Brief von der Botschaft dabei. Wäre aber auch zu viel erwartet gewesen ...

Montag, 2. November 2009

Post weg

So, heute habe ich unsere Visumanträge abgeschickt. Ein dicker Brief macht sich per Einschreiben auf die Reise nach Berlin zur syrischen Botschaft, proppevoll mit drei Pässen, sechs Visaanträgen (pro Person zwei mit jeweils einem - übrigens nicht zwingend biometrischen - Passbild pro Antrag), drei Überweisungsbelegen, drei Kopien der Passkarten, Kopien der Daueraufenthaltskarte und der Meldebescheinigung bei meinen Briten, einem Begleitschreiben über zwei Seiten und einem frankierten und addressierten Rückumschlag. Hab ich was vergessen? Ich hoffe nicht.

Die Syrer schreiben etwas von drei Wochen Bearbeitungszeit, aber ich bin gespannt, ob sie die Aserbaidschaner, die sich vier Wochen Zeit erbeten hatten und dann die Pässe samt Visa nach vier Tagen zurückgeschickt haben, übertrumpfen können. Obwohl, müssen sie gar nicht, wenn Syrien dafür nicht so schlecht wird wie Aserbaidschan.

Jedenfalls haben sie auf meine zwei E-Mail-Anfragen immer extrem zügig (und nebenbei freundlich!) geantwortet; ich hoffe, dass das bei den Visaanträgen ebenso zügig verläuft. Meine zwei britischen Mitreisenden müssen übrigens für ihr Mehrfach-Einreisevisum 65 Euro bezahlen, während ich nur 45 Euro berappen muss.

Wenn wir tatsächlich in den Libanon reisen (wobei das sonst ja einigermaßen zurückhaltende Auswärtige Amt da einen mit seinen Sicherheitshinweisen und Reisewarnungen ganz schön kribbelig machen kann), wollen wir natürlich nur in den Gebieten herumfahren, in denen es sicher zu sein scheint (das betrifft erstmals tatsächlich die Route, da ich bisher vorhatte, vom Krak des Chevaliers direkt über Tripoli nach Beirut zu fahren). Ein Visum benötigen wir für den Libanon auch, aber das kriegen wir bei der Einreise für etwa 17 $, sagt Wikitravel. Eine ähnliche Visum-bei-Einreise-Prozedur gälte übrigens auch für Jordanien.

Die Frage auf dem syrischen Visumantrag, ob wir schon einmal im „besetzten Palästina“ (gemeint ist Israel) gewesen seien, haben wir wahrheitsgemäß verneinen können. Dementsprechend weisen unsere Pässe (der des einen Mitreisenden ist übrigens noch jungfräulich, ist aber erst 2008 ausgestellt worden, während der des anderen Mitreisenden schon 2001 ausgegeben, aber erst dieses Jahr mit den US- und kanadischen Stempeln beglückt worden ist) keine israelischen Stempel auf und auch keine von anderen Staaten an Grenzübergängen zu Israel. Das ist in dem Fall auch gut so, denn sonst bekämen wir kein Visum bzw. würde uns die Einreise nach Syrien und auch in den Libanon verweigert werden.

Ich überlege immer noch, ob es sinnvoll sein könnte, ein Auto zu mieten, aber erstens sollen die Stadtverkehre in Damaskus und so verheerend sein (das wäre nicht das Problem, das bin ich ja fast schon gewohnt), und zweitens befürchte ich fast, dass man ein Mietauto nicht in den Libanon mit hineinnehmen darf, sodass die Sache dann sowieso unvernünftig würde.

Die Planung steht jetzt so einigermaßen und ist auf einem Bierdeckel aus dem Cheers hier in Jena verewigt: Die Nacht vom 17. bis 18. Dezember verbringen wir in dem Hotel in Damaskus, das auf dem Visumantrag angegeben ist. Danach wollen wir noch Palmyra einen Tagesausflug machen, in der Nacht von Damaskus nach Aleppo fahren, uns am 20. Dezember Aleppo anschauen und das Krak des Chevaliers, am 21. Dezember nach Beirut aufbrechen und am 22. Dezember morgens nach Damaskus, um dann gegen Mitternacht zum Flughafen zu fahren, da unser Flug am 23. Dezember schon um 3 Uhr irgendwas geht. Aber das ist alles vorläufig, da fehlt auch Bosra im Süden, von wo aus ein Abstecher nach Jordanien und Jarash sicher möglich und sinnvoll wäre, also mal sehen, ob wir vielleicht von Palmyra gleich nach Aleppo kommen oder was auch immer; zum Glück müssen wir uns nicht jetzt schon so genau festlegen.

Nun, ich hoffe, ich kann den nächsten Eintrag möglichst bald mit „Post da“ überschreiben.

Mittwoch, 28. Oktober 2009

Planungen: Ägypten, Syrien, Libanon

So, mal wieder geht es um Planungen. Die Urlaubsreise nach Ägypten mit meiner Mutter über Silvester ist gebucht, da wird es nicht so wahnsinnig viel zu berichten geben, vermute ich, auch wenn ich mich höchstwahrscheinlich wieder zu einem Tagesausflug ins Tal der Könige zwingen werde; gibt ja auch Schlimmeres, als eine der bedeutendsten historischen Stätten Ägyptens zu besuchen. Wird zwar wahrscheinlich eine Monstertour, aber das bin ich ja gewohnt ...

Ähnlich spannend, weil unausgelutschter, dürfte die Tour sein, die ich heute gebucht habe: Mit zwei britischen Freunden fliege ich am 17. Dezember über Istanbul (leider nur zwei, drei Stunden zum Umsteigen) nach Damaskus in Syrien. Am 23. Dezember geht es wieder zurück. Die Planungen für die eigentliche Reise haben aber erst heute begonnen: Wahrscheinliche Sehenswürdigkeiten sind neben der Damaszener Altstadt, Palmyra und dem
Krak des Chevaliers auch ein Ausflug in den Libanon mit Baalbek und Beirut. Selbst Jordanien ist nicht auszuschließen, aber es sind ja nur sechs Tage. Also mal sehen: Wie gesagt, die Planungen beginnen erst, und beantragt sind die Visa auch noch nicht.

Ich werde in unregelmäßigen Abständen berichten, denke ich doch ...