Vor dem Check-in in Ercan, 12.26 Uhr Ortszeit (11.26 Uhr deutscher Zeit)
… hat es uns Nordzypern heute Morgen mit dem Abschiednehmen, denn es nieselte den ganzen Morgen hindurch.
Gestern Abend habe ich wirklich vergessen, Blog zu schreiben, aber wirklich ergiebig wäre es auch nicht gewesen, weil wir nach dem Frühstück zurück ins Zimmer sind. Meine Ma las und guckte Filme, ich machte was für mein Geld, und um 16 Uhr gingen wir gemütlich zum Abendessen. Wir probierten mal die Chicken Tenders als Vorspeise, danach gab es Pizza und Köfte, war beides - wie immer im Restaurant - ganz okay, geschmacklich und auch preislich, aber auch keine Sterne-Küche.
Unsere Leutchen im Service waren aber immer sehr lieb gewesen, also wurden sie mit Handschlag verabschiedet, und auch gestern waren wir früh im Bett.
Ich träumte mal wieder ganz grandiosen Mist, meine Ma war auch früh wach (der Wecker, der noch von der Hinreise auf 1 Uhr gestellt war und also mitten in der Nacht bimmelte, war auch nicht so hilfreich für sie), wir räumten die Bude noch ein bisschen auf und gingen dann gaaaanz gemütlich frühstücken. War es gestern alles ein bisschen hektisch gewesen, hatten wir heute viiiiiel Zeit, frühstückten wieder lecker und ausgiebig - und bliesen dann wegen Regen den Abschiedsspaziergang ans relativ aufgewühlte Meer ab.
Wir fuhren in aller Ruhe zurück zum Flughafen, stellten das Auto viel zu früh auf den Rental-Car-Parkplatz und trinken jetzt hier für 8 Euro (pro Schnauz, wohlgemerkt) ein Bierchen, da wir noch nicht einchecken können und ich noch türkisches Geld loswerden wollte.
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Am Gate in Istanbul, 18.56 Uhr Ortszeit (16.56 Uhr deutscher Zeit)
Der Check-in ging schnell, wir reisten relativ früh aus und setzten uns an unser Gate am - in der Nebensaison - leeren Flughafen von Ercan. Unser Flug war ziemlich leer, sodass erst vergleichsweise spät geboardet wurde - pünktlich weg kamen wir trotzdem.
Nach nicht einmal eineinhalb Stunden Flug - und einem tollen Blick auf Flügel vorbei auf alle drei Brücken über den Bosporus - landeten wir in Istanbul.
Da wir ein Inlandsgate anfuhren, mussten wir mit dem Bus zum Terminal und dort - anders als auf dem Hinweg - in die Sicherheitskontrolle. Auch in Istanbul gibt es die Unsitte, das Gate sehr spät anzuzeigen, wenn es online schon längst verfügbar ist. Mit dem online ist das aber in der Türkei so eine Sache, weil Herr Erdoğan immer genau wissen will, wer die Meinungsfreiheit in Anspruch nimmt und man deswegen sich so einen Code holen muss. Ganz besonders blöd wird es, wenn diese Maschinen nicht richtig funktionieren - und so Helden einem erklären wollen, wie man seinen Pass durch den Maschinenleser zieht ...
Das alles endete in einem kleinen Scharmützel zwischen Mutter und Sohn, aber inzwischen vertragen wir uns wieder ...
Jetzt sitzen wir trotz des langen Fußweges pünktlich am Gate und gucken mal, wann wir hier abfliegen und in Stuttgart und schließlich im Schwarzwald ankommen. Aber das ist eine Geschichte für morgen.
Guten Rutsch!
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Fazit für Zypern und für das Jahr, schon in Ercan geschrieben
(Nord-)Zypern hat uns - wieder einmal - richtig gut gefallen. Ich habe zwar fast jede Nacht bescheiden geschlafen, aber da kann ja das Land nix für. Wir haben gut gegessen und gut getrunken, ich war sogar einmal im (saukalten!) Meer schwimmen, wir haben es uns richtig gutgehen lassen in unserem (bis aufs WLAN, aber das wurde ja auch rechtzeitig behoben) wunderbaren Apartment mit zwei Schlafzimmern und zwei Bädern, in denen sich Mutter und Sohn nicht in die Quere kamen …
Die Ausflüge auf die Karpaz-Halbinsel, nach Nikosia (mit Ausflug nach Südzypern) und auch nach Famagusta/in die britischen Souveränen Basen waren ganz entspannt und schön, auch wenn es meiner Ma immer lieber war, wenn wir im Hellen nach Hause kamen, weil sie sonst ein bisschen hyperaktiv wurde auf ihrem Beifahrersitz, wenn uns auf der von uns aus rechten Straßenseite "plötzlich" Autos entgegenkamen. Unsere Karre hatte auch schon fast 250.000 Kilometer auf dem Tacho, aber das tat mir Schaltmuffel ganz gut, denn mit dem Ding konnte ich auch im dritten Gang anfahren (jedenfalls auf der Ebene), wenn ich das Zurückschalten vergesse hatte.
Unsere Anlage war jahreszeitbedingt ziemlich leer, aber ich glaube, selbst im Sommer verlaufen sich die Menschenmengen hier einigermaßen, weil die wirklich groß ist - mit Pool und Wasser-Park und großem Strandabschnitt. So waren da gefühlt mehr Hunde und Katzen als Menschen, und Mutter freundete sich natürlich mit Mauz und Wauz sehr schnell an.
Doch, Zypern hatte uns ja schon 2011 gut gefallen und auch jetzt 2025 - die Wiederkehr wird hiermit formal angedroht.
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So, der Blogeintrag an Silvester ist ja fast schon traditionell auch ein Moment, um Bilanz über das ablaufende Jahr zu ziehen.
Statistisch waren das 35 Länder und vier abhängige Gebiete (Gibraltar, Hongkong, Macau und die Souveränen Basen), die ich in diesem Jahr besucht habe, davon fünf neue Länder (Komoren, Kamerun, Papua-Neuguinea, Burundi und Malawi) und zwei neuen abhängigen Gebieten (nämlich Hongkong und Macau). Hinzu kam Ceuta mit eigenständigen Einreisebedingungen, sodass ich das spanische Städtchen in Afrika gesondert in meiner Länderliste führe (allerdings ohne Nummerierung).
Das Jahr fing - unregelmäßige "Traditionen" liebe ich ja besonders - auf dem Wiizemersteg an, bevor ich am Neujahrstag nach Österreich fuhr. Das Wochenende darauf wurden die Niederlande, Belgien und Luxemburg, sieben Tage später Polen und Tschechien besucht. An den folgenden zwei Wochenenden besuchte ich Frankreich und Dänemark und hatte schon am 25. Tag des Jahres alle neun Nachbarländer besucht.
In Herning, Dänemark wurde Handball geschaut, am Wochenende darauf in Bukarest Rugby. Wieder eine Woche später schaute ich den unglücklichen deutschen Rugby-Männern wieder zu, dieses Mal in Lissabon. Auch das Heimspiel in Kassel ging verloren, sodass es in den Niederlanden die letzte Chance für die WM-Quali gab - auch die wurde nicht genutzt. Schade!
Im März ging es über Mutters Geburtstag auf die Komoren, das war wirklich Abenteuerstrandurlaub vom Feinsten.
Am 29. März waren Mutter und Sohn am Luganer See zu Mittag essen, Sohn holte sich da einen brutalen Sonnenbrand, so sonnig und warm war es auf der Alpensüdseite.
Im April war ich in Südspanien unterwegs und nach Ceuta, Marokko, Gibraltar, Sevilla und den Camino del Rey mit. Am 19. April, dem Ostersamstag, folgte die völlig verrückte Zwölf-Länder-Tour mit meiner Ma von Huningue im Elsass über Kroatien bis nach Südpolen - das war bekloppt, aber am Ende sehr, sehr befriedigend.
Kamerun hat mir mit jedem Tag mehr gefallen, und an den Abend mit meinen drei Jungs in der Cantine in Yaoundé denke ich ebenso gerne zurück wie an die Abende mit den beiden Deutschen und ihren Frauen am Strand von Kribi, das war überraschend erholsam - und trotzdem Afrika pur.
Im Mai fuhr ich nach Dänemark und danach zum nördlichsten Punkt Deutschlands, bevor es Ende Mai über Finnland in die große weite Welt ging: nach Hongkong, nach Macau, nach Shenzhen, nach Papua-Neuguinea, nach Cairns und Sydney (mitsamt Panzer im Stadtverkehr) und schließlich nach Manila, bevor wir die finnischen Wälder bis fast zur russischen Grenze unsicher machten.
Im Juni ging es zum östlichsten Punkt Deutschlands und kurz über die Grenze nach Polen, bevor im Juli mehrere Reisen zur Fußball-EM der Frauen in die Schweiz auf dem Programm standen. Das Viertelfinale gegen Frankreich wurde aber in Füssen verfolgt, nachdem ich die sportliche Höchstleistung (und das meine ich wirklich unironisch!) vollbracht hatte, zum südlichsten Punkt Deutschlands am Grenzstein 147 aufzusteigen. Die Auffahrt mitsamt Aufstieg auf den letzten Metern zur Zugspitze war nicht minder nervenaufreibend, für meine Mutter fast noch mehr als für mich ...
Im August folgte die Katar-Burundi-Tansania-Malawi-Tour mit abenteuerlicher Busfahrt von Bujumbura nach Kigoma und wunderbar entspannten Tagen am Malawisee. Mit Sheriff, dem Oberkellner von der Lodge am See, der inzwischen auf einer Safari-Lodge arbeitet, schreibe ich noch heute von Zeit zu Zeit.
Kein Jahr wäre vollständig ohne einen Besuch in Istanbul, und der fand Ende August mit der Gastronomie-Truppe aus meinem Heimatort statt - meine Ma und ich glauben, den dreien hat es gefallen.
Danach wurde es berufsbedingt etwas ruhiger, es gab viele Grenzübertritte am heißgeliebten Wiizemersteg, einen Kurztrip nach Zagreb und jetzt die Reise nach Zypern.
135 Blogeinträge sind neuer Rekord (wenn auch nur knapp, 2022 waren es 132) - und nächstes Jahr geht es mit Olympia (zweimal - Mailand und Cortina), mit Guyana und Curaçao (und Aruba!) und mit Burkina Faso gleich wieder weiter.
Vielleicht klappt das mit Kanada, zur WM oder etwas später mit Nina nach Neufundland, ein paar Länder in Afrika fehlen noch, Hockey-WM ist auch in Nachbarländern - und das Große Ägyptische Museum ist endlich offen und wäre ja etwas für Weihnachten nächstes Jahr. Oder?




































