Meine Länder

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Freitag, 26. Dezember 2025

Alles Wurst

... gab es heute im Süden - aber erstmal der Blogeintrag für gestern:

Nach dem leckeren Frühstück machten wir einen kleinen Spaziergang zu dem kleinen Pier hier am Strand; die Pierbar war zu, aber ich will nicht ganz ausschließen, dass ich von dem Ding in den nächsten Tagen mal ins Meer steige - mal sehen …

Danach gingen wir zum Auto und fuhren - zum ersten Mal seit elf Jahren - auf die langgezogene Halbinsel im Nordosten der Insel Zypern. Teilweise waren das noch die alten Sträßchen, die wir (wahrscheinlich) schon 2011 gefahren sind, teilweise aber ganz neue, moderne, vierspurige Schnellstraßen.

Wir fuhren an unserer Stammkneipe von vor elf Jahren vorbei und immer weiter in Richtung Kap, wurden aber irgendwann von einem Baustellenwächter ausgebremst, der nach Gutdünken Leute weiterfahren ließ und uns - wie andere - zur Umkehr anhielt. Nun, nach diesem erfolgreichen Fehlschlag fuhren wir wieder zurück durch die karge und schöne Landschaft hier und über unser kleines Kaff hinweg noch ein bisschen in Richtung Famagusta. Dort hatte ich eine Fischkneipe vormarkiert, die es als solche nicht mehr gab, aber trotzdem gaben wir dem Nachfolger eine Chance.

Diese Chance wurde genutzt, aber sowas von - ich hatte kleine Fischlein, die auch gut waren, aber meine Ma nahm Oktopustentakel, von denen ich auch probieren durfte - die Viecher gehören zu den besten Oktopusspeisen, die ich je gegessen habe, und ich esse die Dinger ja bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Wunderbare Röstaromen, ziemlich genau bissfest, das war ganz großartig - vielleicht fahren wir da noch einmal hin.

Wir waren gerade dabei zu überlegen, ob wir aufbrechen, als ein Wolkenbruch herniederging und uns zum Bleiben zwang. Meine Ma trank ein zweites Bier, ich trank noch einen Ayran und einen Tee - und als der Regen schwächer wurde, brachen wir auf.

In unserer Hotelgaststätte ist jetzt Weihnachtsmenü, das wollten wir irgendwie nicht, sodass wir uns nach kurzem Zwischenstopp in einem Supermarkt mit den dort gekauften Bieren auf unser Zimmer verzogen - und ziemlich früh ins Bett gehen werden.

Das war heute schon einmal ein richtig schöner Urlaubstag - wenn jetzt noch das WLAN hier im Apartment funktionieren würde, wäre es ganz großartig, aber auch nach dem Reset des Routers heute kriegte ich zwar eine Verbindung zum Router, aber keine ins Internet zustande. Und ich fühle mich unschuldig … Nun denn, dann muss ich eben mehr Zeit im Restaurant verbringen, denn dort funktioniert das WLAN ganz hervorragend, irgendwie kriegen wir das schon gewuppt …

Und heute ging es weiter:

Ich hatte einen granatenmäßigen Unfug geträumt - kein Wunder, wenn man gefühlt um 20 Uhr ins Bett geht. Dementsprechend war ich früh wach - und meine Ma sowieso.

Nachdem die Schweizer Freunde mir den Kopf gewas..., äh, rasiert hatten, hatte meine Ma auch Mut gefasst, sich an meinen Dickschädel zu wagen - und so wurde ich mal wieder geschoren ...

Danach zog ich die Badehose an - ich war mutig und wollte mal sehen, ob ich mich wirklich ins Wasser traue. In der Sonne war es recht warm, wenn die Wolken vor der Sonne waren, eher weniger - und prompt am Meer zogen größere Wolken vor unser Zentralgestirn. Muttern telefonierte - am Strand war freies und bestes WLAN - mit der Heimat, dann ging wir vor zum Pier - und ich stieg in die eiskalten Fluten - brrrrr ....

Nach einigen Sekunden Schockfrost ging es sogar einigermaßen - vielleicht mache ich die nächsten Tage mal wieder ...

Ich duschte, rasierte mich und dann entschieden wir uns gegen Frühstück und für eine zügige Fahrt nach Nikosia mit kleinem Ausflug in den Südteil der Insel.

Unser Autochen fuhr uns wieder über gemischt gute Straßen nach Nikosia - oder, wie die Türken sagen, Lefkoşa -, im Stadtverkehr bekam meine Ma ein bisschen Zustände, am Schluss standen wir - wie sollte es anders sein - vor der türkisch-zypriotischen Grenzanlage und mussten drehen. Meine Ma wies mich ein, irgendwann kam ein türkisch-zypriotischer Soldat ans Tor und guckte zu, ließ uns aber gewähren, dann stellten wir uns auf einen etwas weiter entfernten Parkplatz, waren aber dadurch sogar schneller (!) an der Grenzübergangsstelle.

Die Ausreise aus der Türkischen Republik Nordzypern ging recht fix, weil wir die Einzigen an der Grenzübergangsstelle Ledra Palace waren. Wir liefen durch die UNO-Sicherheitszone am einstigen Grand Hotel "Ledra Palace" und am Goethe-Institut vorbei, die Einreise in die Republik Zypern ging für uns als EU-Bürger trotz unserer vermeintlich illegalen Einreise über den Flughafen Ercan auch problemlos, dann waren wir in Süd-Zypern eingereist.

Wir machten einen kleinen Spaziergang durch die kleinen Sträßchen der Altstadt, dann durch die Fußgängerzone, bis wir an einer griechisch-zypriotischen Kneipe ankamen, die bei Google sehr gut bewertet wird.

Wir kamen an, bekamen gerade noch einen Tisch für zwei und fingen danach mit der Völlerei an: Ich wollte gerne die zypriotischen Spezialitäten Sheftalia, Weinwürste und eine scharfe Wurst probieren, Muttern wollte gerne Souvlaki haben und nicht die Zypern-Platte mit mir teilen, also ... nein, lieber Leser, ich nahm nicht alleine die Zypern-Platte! Sachma?! Vielmehr nahm ich die Weinwurst und die scharfe Wurst als Vorspeise und die Sheftalia, eine weiche, leckere Wurst, als Hauptspeise - und alles war sehr, sehr lecker.

Sehr, sehr lecker, aber auch sehr, sehr viel - deshalb hatte der Chef nix Besseres zu tun, als uns noch einen Schnaps einzuschenken. Ich erläuterte ihm, dass ich noch fahren müsse (für Mietwagenfahrer gilt in Zypern wohl eine 0,0-Promille-Grenze), aber er meinte, die Polizisten wäre gerade eh am Essen, also bekam ich auch einen Schnaps eingeschenkt - ich rechnete, und bis ich wieder fahren würde, wäre das schon wieder abgebaut, von daher passte das.

Wir liefen wieder zurück zur Grenze - diesmal an der Ledra Street, diesmal war deutlich mehr los, aber auch hier war die Ausreise aus Südzypern und - ein paar Meter weiter - die Einreise nach Nordzypern problemlos - wir bekamen auch in Nordzypern wieder keinen Stempel (wir hatten schon keinen Ausreisestempel bekommen).

Wir liefen in aller Ruhe zurück zu unserem Auto, das stand noch, und dann ging es aus Nikosia raus und bei jetzt strahlendem Sonnenschein zurück in unsere Anlage. Ziemlich genau mit Sonnenuntergang erreichten wir das Parkhaus; die IT, die unsere Vermieterin engagieren wollte, um den Internetzugang zu retten, meldet sich nicht, jetzt wollte die Tante selbst was machen, aber nur mit uns zusammen, aber eigentlich habe ich keine rechte Lust, im Urlaub aus dem Restaurant zu rennen, nur damit jemand, der mir nicht einmal ein richtiges Passwort zusenden kann, am Router herumfummelt ... Mal sehen, jetzt trinke ich erstmal mein Bierchen aus ...

Weinwürste und scharfe Wurst heute Mittag

In Süd-Nikosia

Souvlaki

Pier ins Meer

Lecker spätes Mittagessen/frühes Abendessen gestern


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