Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Donnerstag, 2. April 2026

Einen ganz wunderbaren ersten Eindruck

... macht mir Burkina Faso, das muss ich wirklich sagen. Klar, das ist hier offensichtlich nicht Europa, das merkt man spätestens am Straßenverkehr, aber selbst der ist nicht komplett lebensgefährlich, und die Menschen, die ich bisher getroffen habe, waren alle sehr, sehr freundlich ...

Der Flug von Zürich nach Mailand war sehr leer, und ich kam ein bisschen ins Gespräch mit einem in Genf lebenden Eritreer, der unterwegs nach Kampala in Uganda war. In Mailand füllte sich der Flieger aber deutlich, und der letzte Passagier war derjenige, der auf dem dritten Platz in unserem Dreierabteil saß. So war es dann ein bisschen eng, aber ich schlief sogar zwei oder gar drei Stündchen, natürlich war mir viel zu warm - und am Ende verabschiedeten der Eritreer und ich uns mit Handschlag.

In Addis Abeba habe ich eine Stammtoilette, ganz hinten an den Gates A1-A5, da ist es meistens einigermaßen leer und entsprechend sauber, so war es heute auch. Okay, der Toilettenmann beobachtet dich ganz genau, und nachdem ich die Privatsphäre der Toilettenkabine wohl doch ein wenig länger als hier üblich genossen hatte, wurde ich genau gemustert, ob ich noch lebe. Als ich dann noch anfing, mir die Zähne und die Brille zu putzen, wurde ich endgültig für einen Außerirdischen gehalten ... (Aber zum Brilleputzen brachte er mir sogar noch Toilettenpapier, denn Brille wieder trocken machen ist unter dem Handtrockner immer so schwierig ...)

Danach setzte ich mich in den normalen Gatebereich, beobachtete die burkinische Fußballnationalmannschaft der Frauen beim Selfiemachen (die habe ich dann im Flieger doch nicht mehr gesehen, obwohl ich das erwartet hatte ...) und ging dann eine gute Stunde vor Beginn des Boardings zu meinem Gate, an dem ich auch noch einen guten Platz fand.

Auch Ethiopian Airlines macht das mit diesen Gruppen oder Zonen, nur funktioniert das irgendwie nicht richtig, wenn das Bodenpersonal die Gruppen 2 und 3 gleichzeitig abfertigt. Dementsprechend war Stau, und am Ende wurde mir für den Addis-Ouaga-Flug auch noch am Gate das Gepäck abgenommen. Die teilten das aber ordentlich auf in Niamey-Koffer und Ouagadougou-Koffer - und heute kann ich die Spannung herausnehmen: Mein Koffer war schon da, als ich in Burkina Faso ans Gepäckband kam.

Auch hier kam kurz vor der Schluss der dritte Mann, sodass es auch hier enger wurde, auch hier pennte ich ein bisschen, guckte aber vor allem - wenn nicht gerade Wolken waren - auf die Sahara herunter, die wir in zweiten Flughälfte ausgiebig überflogen. In Niamey, Niger, meinem Land Nr. 167+1, wurde der Flieger leerer, aber meine Nebenleute blieben sitzen; als dann das Boarding completed war, bat ich sie, mich rauszulassen, sodass ich mich in ein komplett leeres Dreierabteil setzen konnte. Wieso sie das nicht gemacht hatten, verstand ich nicht ganz, aber ich muss ja nicht alles verstehen.

Beim Start sah ich den Niger(fluss) - so'n Fluss mitten in der Wüste ist schon beeindruckend (ich hoffe, die Fotos sind was geworden). Nach einem kurzen Hüpfer kamen wir 14.46 Uhr an - obwohl wir "erst" um 14.59 Uhr gestartet waren, aber zwischen Niamey und Ouagadougou ist noch einmal eine Stunde Zeitunterschied, während der Flug entsprechend kurz war (45 Minuten).

Um 15.06 Uhr betrat ich burkinischen Boden, wir fuhren ein Stück mit dem Bus zum (kleinen) Terminalgebäude, da wird erstmal der Impfpass kontrolliert. Das Visum wird kurz vorkontrolliert, dann muss man so einen Einreisezettel ausfüllen (den hätten sie ruhig im Flieger schon verteilen können), aber dann kann man sich gleich schon in die Schlange für die Einreise stellen. Die Einreise ging einigermaßen schnell, auch weil ich vor dem Gros der Chinesen in der Schlange stand, der Grenzer stempelte falsch, nämlich auf die Seite für amtliche (deutsche!) Vermerke in meinem Pass - aber da kann ich ja nix für.

Dann wurde der Stempel nochmal kontrolliert, ich durfte durch, stand kurz am Gepäckband, bis ich herausfand, dass mein Koffer schon ausgeladen worden war und in der Gegend herumstand, der Zoll wollte nicht von mir, das Flughafen-WLAN funktionierte aber auch nicht, sodass ich doch erstmal rausging und einen Geldautomaten suchte. Dort bekam ich problemlos Geld (auch wenn ich - anders als bei der Ecobank, die ich immer wieder empfehle - Gebühren bezahlte, die sich aber im Rahmen hielten), wurden von einem Verkäufer - gegen kleine Gage - wieder in den abgesicherten Bereich des Flughafens geleitet, dort saß ein Mensch in einem Büro und richtete dem Inder vor mir und dann mir das Handy mit der burkinischen SIM-Karte ein, das klappte auch gleich vorzüglich.

Nicht vorzüglich klappte das Buchen dieses Elektro-Taxis, weil der ewig rödelte und nach einem Fahrer suchte, bis ich schließlich aufgab und mir einen sympathischen Flughafentaxifahrer angelte, der mich schon dreimal (freundlich!) angequatscht hatte und mich für einen nicht ganz wucherhaften Preis zu meinem Hotel fuhr.

Ich wurde sehr freundlich begrüßt (das zieht sich hier durch, selbst der Taxifahrer begrüßte mich in seinem Land) und in mein Zimmer geführt. Jo, alles da, was man braucht, inklusive abnehmbaren Duschkopf - vielleicht nicht Luxus par excellence, aber völlig ausreichend für ein paar Nächte, zumal Klimaanlage und Ventilator da sind ...

Ich blieb nich lange auf dem Zimmer, sondern verließ die Oase hier (auch wenn der Swimmingpool doch nicht ganz so einladend aussieht wie erhofft) und stürzte mich ins Getümmel. Erst einmal lief ich aber dem direkt vor dem Hotel stehenden Souvenirhändler in die Arme, hätte fast schon Souvenirs gekauft, aber ich gucke mal und vergleiche Preise in den nächsten Tagen, dann ging ich durch den durchaus nicht ganz unchaotischen Verkehr in Richtung Kathedrale. Und kaum hatte ich den Kathedralenhof betreten, war es deutlich ruhiger. Es wurde für den Karfreitag morgen eifrig aufgebaut, mal gucken, ob ich da auch mal vorbeischaue, obwohl ich mich - das Auswärtige Amt warnt wie immer und überall vor Terroranschlägen - eigentlich gerade an Feiertagen von der Kathedrale fernhalten wollten, aber ich fühle mich hier so wohl, dass ich eigentlich gar keine Sorgen mehr habe - übrigens auch nicht vor dem Fotografieren der Kathedrale, obwohl das Auswärtige Amt da auch vor allem und jedem warnt. Naja, mal sehen, ob ich in den nächsten Tagen doch im Knast lande, weil ich ein unerlaubtes Foto machen ...

Ich lief noch ein Stück weiter zum Mogo-Nabha-Palast, bekam dort beim Eingang aber gesagt, dass heute geschlossen sei und ich morgen früh wiederkommen sollte (da steht dann auch eindeutig Fotografierverbot angeschrieben, das ist ja dann okay ...). Auf dem Rückweg kam ich an ein paar Essensständen vorbei, das sah gar nicht einmal unappetitlich aus, aber ich hatte mich schon entschieden, heute Abend im Hotel zu essen, sodass ich das Angebot nicht annahm.

Unterwegs telefonierte ich mit meiner Ma über das Datennetz, als ob ich in Wellendingen (Stadtteil von Bonndorf) wäre, das ist ja schon cool, während ich gleichzeitig versuchte, nicht über den Haufen gefahren zu werden (Bürgersteige gibt es hier keine, wenn, sind die zugeparkt oder mit Verkaufsständen vollgestellt, also ist alles und jeder auf der Straße unterwegs), und kam am Ende wohlbehalten am Hotel an. Hier aktualisierte ich noch meine Statistiken, sitze jetzt - nach dem dringenden Hydrierungsdreiklang aus Wasser, heute Fanta und einem Bier - okay, es ist schon das zweite und wird nicht das letzte bleiben - im Restaurant und genieße es hier gerade wirklich ....

Es ist natürlich sehr, sehr warm, aber dadurch, dass das eine sehr trockene Hitze ist, finde ich das - selbst in Jeans und mit Unterhemd - ziemlich gut auszuhalten.

Achso: Etliche der nigrischen Frauen am Flughafen (ich kann sagen, dass das Nigrerinnen waren, denn die kamen von der Hajj oder der Umra, einer der beiden muslimischen Wallfahrten nach Mekka, und hatten so Kopftücher mit Aufschrift "Reiseveranstalter X aus Niger, spezialisiert auf Hajj/Umra" um) trugen ihr Gepäck auf dem Kopf! Das sah schon spannend aus, aber die Frauen scheinen das gewohnt zu sein - und so haben sie die Hände frei ...

Jetzt gucken wir mal, was das mit den Fotos wird ... Naja, so wild wie der Straßenverkehr hier ...

Kathedrale (angeblich absichtlich unvollendet)

Kirchenvater

Anflug auf Ouaga

Anflug auf Niamey

Anflug auf Addis

Sonnenaufgang heute Morgen

Niger(fluss) über der Republik Niger

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