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Samstag, 21. Februar 2026

Einen aggressiven Zugführer auf dem Weg nach Luxemburg

17.15 Uhr, zwischen Koblenz und Wasserbillig

... habe ich eben erlebt: Ich stand am Bahnhof in Koblenz und wartete auf meinen Zug nach Luxemburg (den hätte ich eigentlich gar nicht kriegen sollen, aber wegen "Gegenständen auf der Strecke" war der 80 Minuten verspätet, sodass ich ihn noch sogar mit längerer Wartezeit erwischte); sowohl die Ansage am Gleis als auch in der Bahn-App zeigte an, dass die Zugspitze in Abschnitt E zum Stehen kommen würde. Tatsächlich stellte der Zugführer die Spitze aber in Abschnitt D ab; dementsprechend schüttelte ich irgendwo zwischen verärgert und belustigt den Kopf, als ich an der Führerkabine vorbeiging.

Der arme Mann, der offenbar eineindrittel Überstunden machen musste, hatte Feierabend und fuhr mich beim Herausgehen an, dass ich gar nicht so den Kopf schütteln müsse. Ich versuchte ihm zu erläutern, dass ich mich eher über die Bahn-App ärgere als über ihn, aber das war ihm eh wurscht ... Nunja, sei's drum, hat er seinen Frust halt mal (unberechtigterweise) an mir ablassen können - für sowas sind wir Bahnkunden ja da ...

Jetzt also bin ich auf dem Weg nach Luxemburg, es geht an der braun-schlammigen Mosel entlang, auf dass ich eine halbe Stunde den Boden der Gemeinde Wasserbillig betreten möge, eher es dann über Koblenz und Köln wieder heim nach Hannover geht ...

Das Wochenende hatte gestern Abend sehr gut angefangen, denn ich kam pünktlich in Wiesbaden an, obwohl ich in Frankfurt umsteigen musste und der Zug in Hannover noch Verspätung gehabt hatte, die wir unterwegs aber aufholten. Danach ging es aber bergab: In Wiesbaden streikten die Busse, sodass ich zu Nina und von ihr schließlich ins Casino lief.

Im Casino traf ich keine einzige Zahl, dementsprechend war das einzig Schöne an dem Abend das Gespräch mit dem Ex-Kollegen, den ich auch schon lange nicht mehr gesehen und so lange gesprochen hatte ...

Nach kurzer Nacht ging es zum Frühstück mit weiteren Ex-Kollegen (auch sehr schön!) - und danach machte ich mich auf nach Koblenz. Fast wäre Nina noch mitgekommen, nach Luxemburg und zurück, aber sie traute - wie ich - dem Braten nicht, dass sie noch ungeschoren am Abend zurück nach Wiesbaden käme, sodass sie dann doch von dem Plan Abstand nahm ... So bin ich also allein unterwegs und gespannt, wann ich morgen früh zu nachtschlafender Zeit denn dann ins Bettchen komme (planmäßig dürfte es 3.24 Uhr werden, bis ich an meiner Stadtbahnhaltestelle ankomme ..).

Casino zu Wiesbaden

Moselüberquerung kurz hinter Koblenz

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19.37 Uhr, Trier, im Regionalexpress von Wasserbillig nach Koblenz

Ich kam so in Wasserbillig an, dass ich etwas mehr als eine halbe Stunde dort hatte - und die nutzte ich, um einen kleinen Spaziergang zur Brücke über die Sauer zu machen. Die Sauer bildet hier die Grenze zwischen Deutschland und Luxemburg, und - ich habe das hier im Blog schon erwähnt - die Our, Sauer und Mosel sind, soweit sie Grenzflüsse sind, gemeinsames Hoheitsgebiet Luxemburgs und Deutschlands. Ich war also, als ich auf der Brücke über die Sauer stand, gleichzeitig in Luxemburg und in Deutschland ... Sowas finde ich ja immer wieder sehr cool!

Ich lief auch kurz auf ausschließlich deutsches Gebiet, marschierte aber dann wieder zurück ins Kondominium und auf ausschließlich luxemburgisches Gebiet, machte noch einen kleinen Spaziergang an der Mosel entlang (da gibt es eine Fähre, die die beiden Ufer verbindet) und stieg dann in Wasserbillig am Bahnhof wieder in den Gegenzug nach Koblenz ein.

Jetzt stehen wir in Trier unplanmäßig zwanzig Minuten länger, die Ankunftszeiten des Anschluss-ICE in Koblenz schwanken wild zwischen 21.30 Uhr und 23.45 Uhr hin und her, mal gucken, was das wird, aber notfalls fährt noch ein IC nach Köln. Mit dem würde es dann allerdings nicht langen für einen Gang zum Dom und vielleicht ein kleines Kölsch, aber das schauen wir dann mal in Ruhe, sobald wir in Köln eingetrudelt sind.

Mosel (links Deutschland, rechts Luxemburg)

Sauer (links Luxemburg, ich im Kondominium, rechts Deutschland)

Eisenbahnbrücke über die Sauer

Grenze zwischen Luxemburg und Kondominium

Nach der Ankunft in Wasserbillig

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23.49 Uhr, in Frankfurt, im ICE nach Hannover/Berlin

Jo, ich kam mit erwarteter Verspätung in Koblenz an, auch wenn sich keiner bemüßigt fühlte, eine Durchsage zu machen, wieso wir in Trier so ewig standen. Mein IC war normal angeschrieben, sodass ich mein Abendessen bei McDonald's einnahm und dabei den deutschen Doppelsieg beim Bobfahren anguckte.

Als ich mich dann zum Gleis aufmachte für meinen IC, wurde plötzlich, ich schwöre, eine zwanzigminütige Verspätung angezeigt, sodass ich den Anschluss in Köln verpassen würde (gerade eben stellte sich heraus, dass der Zug in Köln doch wartete, aber das konnte ich ja nicht wissen, und wenn ich den verpasst hätte, wäre ich erst um 6 Uhr in Hannover gewesen) ... Also sprintete ich zum Bus nach Montabaur, erwischte dort noch einen verspäteten ICE nach Frankfurt und sitze jetzt in selbigem in der Hoffnung, dass ich um 4 Uhr in Hannover ankomme ...

Alles mal wieder sehr ärgerlich - wenn die Bahn wenigstens früh angezeigt hätte, dass der Zug in Köln wirklich wartet, dann hätte man das ja riskieren können, aber das Gegenteil war der Fall: Das war von Anfang an "wird voraussichtlich nicht erreicht" gekennzeichnet ...

Naja, gucken wir halt, dass ich dann schnell ins Bettchen komme ...  

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