Meine Länder

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Samstag, 14. Februar 2026

Echt geschlaucht

... bin ich nach diesem Olympiatag - und dabei habe ich die Schnapsidee, die mir zwischendrin kam, gar nicht umgesetzt ...

Ich habe nicht gut geschlafen, ich weiß nicht, ob's an dem Bier lag oder am Marillenschnaps oder an den Käsespätzle oder daran, dass mein Handy mitten in der Nacht nicht mehr geladen hast und ich Sorge hatte, wie ich das mit Eintrittskarte und Co. schaffe. Am Ende klappte es dann mit dem Diensthandy, das ich - damit ich stets einsatzbereit bin, hust - stets dabei habe, aber langfristig ist das natürlich keine Lösung ...

Das Frühstück war - so wie alles in dem Hotel dort kurz vor Innsbruck - okay, aber nix Herausragendes, und um 7.30 Uhr oder so war ich schon unterwegs. Über den Brenner ging das alles einigermaßen gut, auch wenn es etliche Baustellen und daraus resultierend etliche Staus gab, aber in Italien war dann schon ziemlich früh der Ofen aus:

Der Stau ging schon fast bis auf die Autobahn, denn das Problem ist, dass an der mir schon fast altbekannten Ausfuhrt in Brixen fast direkt hinter den Mauthäuschen ein Stoppschild steht; und das macht den ganzen Verkehr kaputt, sodass sich der Rückstau natürlich auch sehr schnell in die Mauthäuschen zog. Als ich da war, dachte ich, ich hätte noch jede Menge Puffer und scherzte mit dem Kassierer, als ich dann nach 20, 30 Minuten (für 200 Meter!) ans Stoppschild kam, sah ich vor lauter SUV nix, zumal die Straße, auf die ich wollte, natürlich auch voll war, aber irgendwie tastete ich mich in die Kreuzung.

Später stand gefühlt ständig Polizei und Carabinieri und haben den Fußgängerüberweg geregelt, da hätten sie mal stehen sollen, da gab es etliche brenzlige Situationen, die nur deswegen nicht schiefgingen, weil die vorfahrtsberechtigten Fahrer dort an der Straße nicht auf ihrem Recht bestanden und etwa voll in den Verkehr in Richtung Pustertal reinrauschten.

Die Pustertalstaatsstraße, oder wie die heißt, war natürlich eine einzige Katastrophe, weil nicht nur in Cortina Veranstaltungen waren, sondern auch in Antholz, quasi direkt an der Straße. Superzähe Abschnitte wechselten sich mit überraschend flüssigem Verkehr ab, aber insgesamt brauchte ich von Innsbruck nach Toblach statt normaler zweieinhalb Stunden heute gut vier Stunden - und trotzdem wollten diverse Italiener und Schweizer hinter mir noch in meinem Kofferraum kuscheln, so nah fuhren die auf ...

Als ich die Abfahrt nach Antholz hinter mir hatte, gingen die verbleibenden Kilometer nach Toblach aber flüssig und schnell. Ich fand auch den Parkplatz zügig, dachte aber, ich wäre falsch, weil da so wenig los war ... Der Typ sprach Englisch mit mir und meinte, ich sollte da hinten close by the building parken. Also fuhr ich über die Schneespur, parkte ein, packte meine sieben Sachen und stapfte durch den Schnee und an der Bahntrasse entlang zum Bahnhof, denn dort fuhren die Shuttlebusse ab.

Das klappte vorzüglich (auch da wollen die Kontrolleure nur irgendeinen QR-Code sehen als Nachweis der Bezahlung), und schon war ich - fast noch pünktlich - unterwegs nach Cortina d'Ampezzo.

Es war eine gute Entscheidung der Organisatoren, zumindest den Streckenabschnitt Toblach-Cortina für die meisten Autos zu sperren, denn das ist eine enge Straße, und wenn da so Verkehr gewesen wäre wie auf der Anfahrt, wäre es komplettestens zum Verkehrsinfarkt gekommen. So konnte ich entspannt aus dem Fenster gucken, ein bisschen plaudern mit dem Nebenmann, der mit seinen Freunden mit Bus und Bahn unterwegs ist (und das klappt auch nicht viel besser ...).

Nach einer Dreiviertelstunde kamen wir in Cortina an, machten noch eine kleine Stadtrundfahrt und wurden dann am improvisierten Busparkplatz rausgeschmissen. Unterwegs meinte der kleine Niederländer hinter mir zu seinem Vater, dass da die Bobbahn sei - und daraufhin überlegte ich, ob ich mir noch - es gab noch Karten! - Tickets für die Entscheidung im Skeleton der Frauen kaufe. Ich entschied mich am Ende dagegen, weil man da halt nicht so viel sieht - und weil ich einigermaßen früh in meine Unterkunft kommen wollte.

Jetzt erst einmal musste ich den Berg hoch in die Innenstadt von Cortina latschen und dann noch ein Stückchen zur Curling-Arena ... Die Leute gingen furchtbar langsam vor mir her, ich hatte doch keine Zeit - dachte ich! Der Spaziergang durch Cortina wäre ansonsten recht schön gewesen, das ist ein hübsches kleines Städtchen, das Olympische Feuer habe ich erst auf dem Rückweg wahrgenommen, so fokussiert war ich!

Am Ende war der Einlass unproblematisch und fix, ich wurde zwar abgesondet, aber meine Jacke, die ich weit von mir streckte, nicht, und da waren die potenziell verbotenen Gegenstände drin ... Aktionismus, mal wieder, klar, aber wenn's hilft ...

Ich kaufte mir noch etwas zu trinken (eine Flasche Wasser, ohne Deckel, weil man die ja viel schlechter als Wurfgeschoss nutzen kann als eine Flasche mit Deckel - nicht auszudenken, wenn jemand einen Deckel mitbringen und auf das Ding draufschrauben würde!) und ging in die Halle - alle sehr freundlich dort!

Beim Curling ist es ja so, dass in der Gruppenphase vier Spiele gleichzeitig (!) stattfinden, und ich saß auf der Seite, von der das "deutsche" Spielfeld am weitesten entfernt war. Gut gesehen habe ich trotzdem, auch wenn man von der Seite das gar nicht so gut erkennen kann, wie die Steine jetzt liegen; aber meist war meine Ahnung richtig.

Es ist komplett ungewohnt, dass da gleichzeitig acht Fangruppen ihre Mannschaften anfeuern - manchmal brandete Jubel auf, obwohl im deutschen Spiel gar nix passiert war, aber dann hatten halt die Schweizer einen guten Stein gespielt, sodass die Schweizer "Hopp Schwiiz" riefen.

Selbst die Tschechen waren zahlreich vertreten, aber Kanadier, US-Amerikaner (vor allem um mich herum) und Deutsche bestimmten den Lautstärkepegel. Naja, die Deutschen hätten ihn bestimmt, wenn das erste End nicht desaströs mit vier Punkten für die USA geendet hätte. Danach spielten die Deutschen eine bravouröse Aufholjagd, aber am Ende langte es halt nicht mehr zum Sieg - das war sehr, sehr schade, denn ohne das erste End wäre vieles möglich gewesen ...

Ich hatte überlegt, ob ich in Cortina etwas esse, aber da war es mir definitiv zu voll; selbst für den Merchandise Store gab es eine lange Schlange, sodass ich auch dort nichts kaufte. Daher trabte ich dann relativ zügig zurück zum Shuttle, auf der Rückfahrt regnete es, auf dem Fußweg zurück zum Auto war es teilweise so spiegelglatt, dass ich auf dem Schnee lief. Ich fand mein Auto erst nicht, fluchte, fand es dann in der nächsten Reihe und fuhr wieder über den Schnee zurück auf die Straße.

Ich hatte gehofft, dass die ganzen Antholz-Olympioniken schon weg wären, aber so ganz ging meine Rechnung nicht auf, sodass ich doch noch eine gute Stunde in meine Pension brauchte.

Als ich da ankam, sah ich, dass es dort ein Menü gab, aber ich war - um kurz vor 20 Uhr - schon recht spät (offizielle Essenszeit war 19 Uhr). Die Bedienung erbarmte sich meiner, ich bekam zwei Bierchen und ein leckeres Drei-Gänge-Menü mit Pasta mit Pilzen, Tagliata (sehr lecker) und Tiramisù - überraschend italienisch in Gangbestimmung und Essensauswahl, aber durchaus lecker!

Jetzt sitze ich in einem wirklichen schönen Zimmer, schreibe diese Zeilen und gehe dann bald ins Bett. Morgen gibt es erst ab 7.30 Uhr Frühstück, sodass ich hoffentlich so gegen 8 Uhr loskomme - da werde ich gegen halb zehn am P+R-Parkplatz sein, hoffe ich, sodass es noch langen müsste, bis es um 11.15 Uhr losgeht mit der Verfolgung. (Und eine Siegerehrung mit deutschen Goldmedaillen werde ich auch miterleben, habe ich eben gelesen, weil die deutsche Biathlon-Staffel von Sotschi 2014 auf den Goldrang aufgerückt ist, weil die Russen damals gedopt haben ...)

Mal gucken, was das mit den Fotos wird ... Das wird nix - das versuche ich nach der Heimkehr in Ruhe ...

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