Meine Länder

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Freitag, 13. Februar 2026

Aus der Fasnacht in den Fasching

 … bin ich hier in Zirl in Tirol, kurz vor Innsbruck, geraten (oder ist das eher ein 70. Geburtstag? Egal, gleiche Stimmung) - hier wird im altehrwürdigen Adler zumindest ein bisschen Party gemacht. Allerdings ist die Sängerin nicht wesentlich textsicherer als ich …

Die Fahrt nach Hannover letzten Sonntag war erwartungsgemäß problemlos, und am Montag fuhr ich das erste Mal in der Woche nach Berlin, um mich mit einer Ex-Kollegin (und treuen Leserin!) zu treffen. Wir aßen lecker Currywurst und machten dann meinen üblichen Stadtspaziergang am Kanzleramt und Bundestag sowie am Brandenburger Tor vorbei. Das Holocaust-Mahnmal wurde eingehender erkundet, ehe wir vorbei an der britischen Botschaft und hinter dem Bundestag durch zur U-Bahn-Station des Bundestages marschierten. Wir fuhren noch zusammen zum Ostbahnhof, dort guckte sie sich die East Side Gallery an, während ich mich zurück in meinen Zug nach Hannover setzte.

Am Abend darauf fuhr ich - sicherheitshalber mit Wechselwäsche - nach Berlin-Spandau und schloss dort - völlig problemlos, da waren noch jede Menge Schließfächer frei - mein Zeug ein. Ich war zu früh dran, das Stadion, das ich nach kurzer S-Bahn-Fahrt erreichte, war noch nicht offen; am Einlass war Chaos, weil zu viele Frauen da waren und zu wenig Kontrolleurinnen. Am Ende kam ich rein, die Essens-Infrastruktur im Olympiastadion ist eher gewöhnungsbedürftig, lange Schlangen für … alles. Meine Rostbratwurst war arg weiß, und fürs Bier war mir die Schlange zu lang.

So setzte ich mich eine gute Stunde vor dem Spiel schon auf meinen Platz, hatte sogar eine Mütze auf (und machte Werbung für die Bonndorfer Gastronomie) und hoffte, dass es keine Verlängerung geben würde, denn dann würde ich meinen Zug noch erwischen und wäre gegen 2 Uhr in Hannover … Das Spiel schien mir nicht soooo gut zu sein (der Kicker fand es aber recht gut), Berlin schoss früh ein (folgerichtig aberkanntes) Abseits-Tor, es gab einige größere Chancen, aber am Ende der regulären Spielzeit stand es 0:0.

Ich hoffte, dass es in der Verlängerung einen Sieger gäbe, denn dann bestünde noch eine Mini-Chance, dass ich den Zug noch kriege; das war aber nicht Hauptgrund, wieso ich - mitten unter Hertha-Fans - möglichst unauffällig die Faust ballte, als nach einem kapitalen Abwehrfehler der Herthaner Freiburg mit 1:0 in Führung ging. Mit einem schönen Tor glich Berlin aus, also gab es Elfmeterschießen - und ich verpasste meinen Zug definitiv.

Auch das Elfmeterschießen ging in die Verlängerung, fand dort aber den richtigen Gewinner - SC Freiburg vor, immer wieder vor! (Und ja, ich hasse dieses Lied …)

In Berlin haben sie von Crowd Control noch nie etwas gehört, denn da liefen Menschen kreuz und quer, völlig ungesteuert und ungeregelt, durch die Gegend, und vor dem S-Bahn-Hof war das Tor zu. Die Menschen waren aber vernünftig, sodass nix passierte, aber sowas finde ich ganz gefährlich, aber wahrscheinlich bin ich der einzige Idiot, der das so kritisch sieht …

Ich kam gut in Spandau an (da fuhr kaum einer hin, weil es aus Sicht der Innenstadt hinter dem Olympiastadion liegt), holte mein Gepäck und entschied mich erst dann, die Nacht durchzumachen. In die S-Bahn setzte sich ein Obdachloser, der so bestialisch nach sämtlichen denkbaren Körperflüssigkeiten stank, dass die erste Amtshandlung einer Mitpassagierin war, das Fenster der S-Bahn zu öffnen. Danke! Ich fuhr bis zum Savignyplatz, denn dort kenne ich einen guten Spanier, der wochentags bis 3 Uhr offen hat (am Wochenende sogar bis 5 Uhr). Dementsprechend bekam ich um halb zwei noch einen Platz und um zwei noch ein sehr, sehr leckeres Kaninchenfilet zu essen, nachdem ich schon Oliven und superleckeres Brot verspeist hatte. Dazu trank ich - Achtung! - einen Weißwein, das El Borriquito gefällt mir sehr gut, das muss ich sagen …

Um 3 Uhr wurde ich rausgekehrt, lief noch zur Gedächtniskirche und stieg dann am Bahnhof Zoo in die S-Bahn zum Hauptbahnhof ein. Dort enterte ich meinen ICE nach Hannover und kam um kurz vor 7 Uhr in meiner Bude an. Ich schlief noch eine halbe Stunde, duschte schnell und ging dann auf die Arbeit zu einem unfassbar produktiven Arbeitstag … War das jetzt Ironie? Niemals!

Am Abend ging es dann in den Schwarzwald, ich schlief ein paar Mal fast im Schweizer ECE ein, blieb aber tapfer, meine Ma holte mich in Lenzkirch ab, ich bat sie aber sicherheitshalber, selbst zurückzufahren, weil ich mir mit meinem Schlafmangel nicht mehr wirklich traute (nach Armenien und so …).

Gestern schließlich war Schmutzige Dunschdig, der wurde im Kranz begangen, aber obwohl ich erst um 16 Uhr von der Arbeit kam, war der Abend relativ früh zu Ende, auch weil meine Ma und ich müde waren. Um 21 Uhr war ich im Bett, denn auch heute würde es ja ein Fahrtag werden.

Um 15 Uhr machte ich heute Schluss, stieg ins Auto und fuhr über die Schweiz (mit fantastischen Bergpanoramen) nach Österreich. Ich bin hier in Zirl gut untergekommen, das Hotel könnte mal einen neuen Anstrich (auch in den Zimmern) vertragen, gerade für den Preis, aber hier in der Gaststätte vis-à-vis gefällt es mir. Die Bedienung ist überfordert, aber trotzdem sehr freundlich, so ist das okay, da bin ich auch bereit, ein bisschen aufs Essen zu warten (zumal das nach dem Fahrtag hochverdiente Bier schnell kam und gut schmeckt). Und die Käsespätzle eben waren so lecker, dass ich vielleicht noch die Palatschinke probiere … (Klar habe ich die noch probiert, und einen Marillenschnaps dazu getrunken!)

Morgen werde ich sicher nicht erst um 10.30 Uhr beim Frühstück aufschlagen, denn es geht noch ungefähr drei Stunden nach Toblach und von dort mit dem Shuttle weiter nach Cortina. Curling geht um 14 Uhr los, da wäre ich schon gerne um 12 Uhr oder so da, also wäre ich gerne um 11 Uhr in Toblach, d. h. ich sollte hier so gegen 8 Uhr loskommen, also Frühstück um 7 Uhr. Klingt nicht so richtig nach Wochenende, aber Olympia ist nur alle zwei Jahre (wenn man Sommer/Winter zählt), und 2028 steht Los Angeles leider nicht auf dem Programm, dafür 2030 die französischen Alpen und 2032 Brisbane.

Aus Cortina bzw. Toblach geht es morgen Abend dann nach Vintl bzw. in einen der Ortsteile, dort übernachte ich, bevor es am Sonntag nach Antholz geht. Von dort geht es dann direkt heim; ich hatte heute noch kurz überlegt, ob ich nach Mailand durchstarte zum Männer-Eishockey der Deutschen gegen die USA, aber das war mir dann zu teuer und (vor allem) zu knapp, zumal ich auch erst am Montagmorgen wieder nach Bonndorf gekommen wäre.

Aber apropos USA, also Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den USA: Das mit der WM-Karte hat leider nicht geklappt, damit ist auch die Weltreise über Kanada erstmal aus den Büchern, aber aufgeschoben ist in der Hinsicht definitiv nicht aufgehoben. Mal sehen, ob wir dann die schon länger ins Auge gefasste Neufundlandreise machen und womöglich noch St. Pierre und Miquelon mitnehmen, aber das gucken wir in den nächsten Wochen/Monaten ...

Von den Käsespätzle gibt es keine Fotos, aber ein paar aus Berlin:

Kaninchen beim Spanier

Freiburger Freude

... nach dem Elfmeterschießen

... im Olympiastadion

Das war vor dem Spiel

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