Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 6. Oktober 2023

In den Jahren 2029, 2034 und 2038

... müsste ich - nach dem Gesetz der Serie, höhö - dann wieder nach Marokko kommen, denn in ebendiesem Land war ich 1999 (Tagesausflug von Fuerteventura nach Marrakesch, meine erste Auslandsreise alleine, glaube ich), 2008 (mit zwei Jenaer Studienkolleginnen nach Marrakesch) und 2016 (in Casablanca auf dem Weg in die und aus der Westsahara) und in ebendieses Land werde ich am 29. Oktober wieder reisen. Zwischen 1999 und 2008 lagen neun Jahre, zwischen 2008 und 2016 acht und zwischen 2016 und 2023 offenkundig sieben, sodass - wenn sich die Abstände zwischen zwei Besuchen in Marokko weiter verkürzen - eben 2029 (sechs Jahre), 2034 (fünf) und 2038 (vier) die nächsten Besuche in Marokko anstehen müssten.

Solche vermeintlichen Gesetzmäßigkeiten ignoriere ich regelmäßig ab dem Zeitpunkt, an dem sie eben nicht mehr gelten (sonst hätte ich 2021 nach Georgien reisen müssen, und bei Israel habe ich es auch mit dem Zweijahresrhythmus furchtbar vermasselt), aber gefallen tun sie mir eben doch ...

Eine andere Statistik - und die ist nun wirklich gehaltvoller - lautet, dass ich mit der Reise nach Marokko, also nach Afrika, zum ersten Mal in einem Kalenderjahr sechs Kontinente besuchen werde. In Europa habe ich am 1. Januar mit einem Fuß in Deutschland und einem in der Schweiz angefangen, dann war ich im April in Zentralasien, im Mai im karibischen Teil Nordamerikas und mit Suriname auch in Südamerika, und im Juli und August schließlich war ich in Ozeanien - nach Afrika fehlt mir nur noch Antarktika, aber da war ich ja noch überhaupt nicht, und das wird dieses Jahr auch nix mehr ...

Am 28. Oktober also, einem Samstag, fahre ich erst einmal zum Flughafen am Hahn und fliege am Nachmittag nach Bergamo in Norditalien. Dort war ich noch nie, Fotos sehen ganz gut aus, also werde ich mir diese lombardische Stadt mal genauer anschauen. Ich hatte die Wahl zwischen einem sehr frühen Weiterflug am nächsten Morgen oder dem Flug am Nachmittag, und jetzt habe ich den Nachmittagsflug gebucht, auch wenn er teurer war, aber so kann ich zunächst einmal nach hoffentlich gutem italienischem Abendessen am nächsten Tag ein bisschen ausschlafen und eben auch einen kleinen Stadtbummel machen.

Am Sonntag Abend geht es am Nachmittag von Bergamo (mit Ausreise aus dem Schengenraum dort) nach Marrakesch, wo ich gegen 20.30 Uhr oder so ankomme. Ich habe mir ein schönes Riad in der Nähe der Djemaa el-Fna, des Marktplatzes, gesucht; ich glaube, da werde ich es mir gutgehen lassen. Den Brückentag am 30. Oktober werde ich Marrakesch erkunden, denn 15 Jahre nach meinem letzten Besuch wird sich da viel verändert haben - und ich habe mich ganz gewiss auch verändert, denn damals fand ich Marrakesch exotisch, laut, hektisch, war aber eben auch noch nicht wirklich viel in der Weltgeschichte herumgekommen. Ich bin also sehr gespannt ...

Am Reformationstag, Dienstag, 31. Oktober, geht es früh morgens (der einzige Wermutstropfen in der ansonsten sehr schlaffreundlichen Reiseplanung) von Marrakesch direkt zum Hahn, sodass ich am Abend schon wieder im Schwarzwald (oder in Hannover, das muss ich noch überlegen) sein dürfte. 

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Heute Abend war ich aber in Berlin und habe mich dort mit Jessi und Christian getroffen; die beiden sind gestern von Luxemburg in die deutsche Hauptstadt geflogen (kein Inlandsflug also, sehr löblich!) und bleiben bis Montag. Morgen und übermorgen sind Potsdam und der Spreewald geplant, und da darf ich mich den beiden anschließen, auch wenn ich mir die 200 Euro fürs Hotel spare und im Rahmen von Eh-Do-Bahncard-100-Kosten eifrig zwischen Berlin und Hannover hin- und herpendle. (Die 200 Euro habe ich ja heute sehr sinnvoll in Flüge und Hotels Ende des Monats investiert, das reicht nicht ganz, aber doch ein ganzes Stück weit ...)

Zu Abend gegessen haben wir in einer DDR-Kneipe in der Nähe des Ostbahnhofs, das war wirklich lecker dort, erst gab es Soljanka für mich, danach ein Schweinesteak au four mit Ragu fäng, also Würzfleisch obendruff, und am Schluss gab es noch Kalten Hund ... Dazu wurden Schwarzbiere und am Ende ein Pfeffi (ohne Schlagsahne, der Ober lachte ob meiner "Beschwerde" nur ...) konsumiert - das war sehr gut da ...

Den Zug hätte ich vermeintlich fast verpasst, weil erst bei unserer Ankunft am Bahnhof angezeigt wurde, dass der Zug eine halbe Stunde Verspätung hat. Ich fuhr daher mit einem Regionalexpress nach Spandau und stieg erst dort in meinen ICE ein; da sitze ich jetzt und hoffe, dass ich noch einigermaßen pünktlich in Hannover ankomme ...

Morgen treffen wir uns gegen 10 Uhr wieder in Spandau, und es ist schon lustig, dass die beiden, die ihr Hotel in Köpenick haben, fast so lange mit der S-Bahn nach Spandau brauchen wie ich mit dem ICE aus Hannover ...

Dienstag, 3. Oktober 2023

Relativ spontan und lecker gegessen

... waren wir heute unterwegs und haben wir heute, denn dass wir die Splügenpass-Italien-Tour heute machen, war noch gestern Nachmittag keineswegs sicher, und dass wir ein leckeres italienisches Restaurant finden, war auch nicht ganz so klar, weil wir auch relativ früh unterwegs waren.

Nun denn, der Wecker heute Morgen - am Feiertag - ging wie an einem normalen Arbeitstag, um 7 Uhr, aber anders als sonst wurde nicht gekuschelt, sondern gleich die Dusche anvisiert, auf dass wir pünktlich gegen 8 Uhr wegkommen. Das klappte, auch wenn ich das Auto holen musste, und schon waren wir unterwegs in Richtung Stühlingen/Schleitheim.

Die Grenzüberquerung in die Schweiz (die erste des Tages) war problemlos, wir erreichten Schaffhausen und fuhren auf die Schnellstraße in Richtung Zürich, das Navi wies uns eine uns etwas unbekannte Strecke aus, weil um Zürich herum (dort war ja heute kein Feiertag) wohl ein bisschen Stau war, aber am Ende kamen wir - wie üblich - auf die Autobahn am Walensee entlang.

Es ging weiter in Richtung Süden bzw. Südwesten, bis wir in Splügen von der Autobahn/Schnellstraße herunter- und auf die Straße zum Splügenpass hochfuhren. Gefühlt 80 % aller Autos heute hatten ein deutsches Kennzeichen, und als wir am Splügenpass anhielten, waren Schweizer und italienische Autos ganz eindeutig in der Minderheit. Ich stiefelte hoch zum Denkmal für die 1821/22 erbaute Strecke, dann ging es hinunter nach Montespluga.

Die Gaststätte, in der wir einst - am Abend des 13. Mai 2022 - italienische Getränke konsumiert hatten, war noch nicht richtig geöffnet, als wir gegen halb zwölf dort einfielen, also fuhren wir weiter in Richtung Chiavenna am Fuß der Splügenpassstraße. Hinauf waren es ungefähr 21 Serpentinen, hinab deren 51, aber weil die Straße teilweise gesperrt war, mussten wir einen Umweg fahren, auf dem mir ein St. Galler Idiot fast im Kofferraum hing und - als ich ihn bei seinem Überholen per Hupsignal darüber aufklärte, was er da für einen Mist machte - den Stinkefinger zeigte. Held!

In Chiavenna fuhr ich spontan bei einer Pizzeria von der Straße ab, wir parkten und gingen hinunter in die Kneipe am Fluss Mera, in der Pizzeria gab es heute keine Pizza, aber wir hielten uns mit Bündnerfleisch und Kaninchen als Vorspeise und einem Fleischteller und Ravioli mit Zanderfüllung als Hauptspeise schadlos, ich trank Chinetto (was ich Idiot falsch aussprach), meine Mutter trank ein Bierchen oder zwei, und am Ende des Tages waren wir sehr zufrieden und satt - alles bestens.

Es ging weiter in Richtung Schweiz, und nach der Überquerung des Majolapasses kamen wir am Silsersee entlang, auf dem Segelboote und Kite-Surfer unterwegs waren - eine grandiose Alpenkulisse gab es gratis. In Silvaplana ging es nun wieder in Richtung Chur, am Marmorera-See vorbei, über Lenzerheide und Churwalden (wunderbare Alpenpanoramen, eine unglaublich unfähige Ravensburger Autofahrerin vor uns), bis wir schließlich in Chur-Süd auf die Autobahn in Richtung St. Gallen kamen.

Wir erwischten jetzt die Rush hour, und auch wenn die Schweizer meist sehr ordnungsgemäß blinken, auf die Autobahn auffahren können sie nicht gut, denn an jeder Autobahnauffahrt zwischen Chur und St. Margrethen war Stau - wir fuhren dennoch in Sennwald ab, fuhren über die schweizerisch-liechtensteinische Grenze nach Ruggell und weiter in Richtung Nofels in Österreich. Dort kamen wir unfallfrei an, kürzten - wie einst im Mai (2022) - durchs Wohngebiet ab und fuhren schnellstmöglich wieder auf die Schweizer Autobahn.

Wir erreichten Winterthur und Schaffhausen, die Fahrt zurück ist ja immer schneller als die Hinfahrt, wir kamen praktisch um Punkt 19 Uhr in Bonndorf an, fielen um 19.01 Uhr in den Schnitzer ein, joa, und sind jetzt zu Hause.

Das war eine wunderbare, wunderbar entspannte Ausfahrt durch die Schweizer und italienischen Alpen, so was kann man wirklich öfter machen, echt schick! (Und ja, jetzt war ich dieses Jahr auch in Italien und in Liechtenstein, Land Nr. 36 und 37 dieses Jahr, den Rekord an Ländern pro Kalenderjahr pulverisiere ich immer weiter ...)

Fotos von heute gibt es auch:

Unterwegs zum Splügenpass

Schweizerisch-italienischer Grenzstein auf dem Splügenpass

Blick vom Splügenpass

Italia, Italia!

Blick auf Denkmal und Flagge

Unterwegs in Richtung Chiavenna

Bündnerfleisch in Chiavenna

Kaninchen mit Spargel und getrockneten Tomaten

Ravioli mit Zanderfüllung

Unterwegs in den Alpen

Silsersee

Silvaplanersee

Donnerstag, 28. September 2023

Nicht eingeschlafen

... bin ich auf meiner Zugfahrt von Köln nach Hannover, aber das war nicht so gut, wie es sich vielleicht anhört: Wir waren fast schon in Hannover, als wir zwischen Haste und Wunstorf ausgebremst wurden. Es stellte sich heraus, dass es vor uns einen Oberleitungsschaden gab, sodass wir erst einmal zurück nach Haste fuhren. Dort standen wir erst einmal in Gegend herum, bis die Ansage kam, dass Busse eingesetzt würden, die uns nach Wunstorf bringen sollten. Nach längerer Wartezeit kam ein erster Bus (die beiden anderen sollten bald kommen), der fuhr, kam nach fünf Minuten wieder zurück, weil der Fahrer wohl nicht wusste, wo er die Menschen hinbringen sollte, und fuhr dann ein zweites Mal los.

Der zweite und dritte Bus kam nicht, sodass wir erst einmal ein, zwei Stunden in Haste herumstanden und ich schon überlegte, ob ich mir für teuer Geld ein Uber nach Hannover bestelle. Davon nahm ich in der nicht schwindenden Hoffnung Abstand, dass bald ein Bus käme.

Irgendwann kamen dann zwei Busse, der hintere Busfahrer machte erstmal völlig bescheuerterweise die Tür seines Busses zu (was das sollte, wusste er selbst nicht), dann ging es nach Seelze. Dort erwischte ich um kurz nach fünf Uhr einen Regiobus, mit dem ich zum Hauptbahnhof fuhr, weil ich keine Lust mehr hatte, zu hoffen und zu bangen, ob der ICE weiterführe. Schließlich kam ich um kurz nach sechs in die Bude (anstatt um viertel vor drei) und schlief eineinhalb Stunden - immerhin ... Furchtbar war's!

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Jetzt scheint es so zu kommen, dass Bergkarabach bzw. Arzach - wie heute bekanntgegeben - seine Staatsstruktur zum 1. Januar 2024 aufgibt und - den Bedingungen der Kapitulation entsprechend - vollständig in den aserbaidschanischen Staat integriert wird.

Dadurch, dass Arzach sein Staatsgebiet - und in gewisser Weise auch sein Staatsvolk - aufgibt, kommt es auf die - Stand heute - noch bestehenden Anerkennungen durch Transnistrien, Südossetien und Abchasien eben nicht mehr an, weil ein Gebilde, das kein Staatsgebiet mehr hat, eben kein Land mehr ist (weshalb ich ja den Souveränen Malteserorden auch nicht als Staat zähle, obwohl man da wenigstens die zwei exterritorialen Gebäude in Rom besuchen kann, zumindest theoretisch - die Gebäude sind aber nur exterritorial, also der Staatsgewalt Italiens durch Vertrag entzogen, aber immer noch auf italienischem Staatsgebiet). 

Formal werde ich das als Vereinigung Aserbaidschans mit Arzach zählen; Arzach wird nach der DDR das zweite Land, das ich "verliere". Und entsprechend der für die DDR nachträglich erzeugten Logik werde ich nicht einfach mein 82. Land aus der Liste streichen und alle besuchten Länder eine Zahl vorrücken lassen, sondern ich werde am 1. Januar aus meinem dann jüngsten Land - nach aktuellem Stand Samoa (Nr. 155) - die Nr. 154 machen und danach das nächste neue Land (das müsste St. Vincent und die Grenadinen sein) zur zweiten Nr. 155. Denn dass Australien mein 100. Land war, das war zu dem Zeitpunkt ja trotzdem richtig, und diesen Ehrenplatz sollen die Aussies auch behalten.

Ich bin sehr gespannt, was aus den armenischen Klöstern und Kathedralen unter aserbaidschanischer Herrschaft wird - und ich bin froh, dass ich 2013 solche großartigen Orte wie Gandzasar noch habe besuchen können.

Montag, 25. September 2023

28 Stunden nichts gegessen

... hatte ich nach der Völlerei gestern Mittag, und das konnte nur mit einer erneuten Völlerei heute Nachmittag bekämpft werden. Oh Mann ...

Mein Wecker ging heute wie an einem normalen Arbeitstag, entsprechend stand ich auf, machte mich fertig und schlug bei Jessi und Christian auf, denn in deren Zimmer durfte ich heute arbeiten.

Die beiden fuhren an die Krka-Wasserfälle und um diese herum sowie nach Šibenik, während ich mich mit Excel-Tabellen herumschlug, aber gegen 16 Uhr - ich hatte Frühstück und Mittagessen ausfallen lassen - brach ich auf, lief über die Stadtbrücke von der Altstadthalbinsel herunter und stellte mich auf den Parkplatz, an dem die beiden mich aufgabelten.

Es ging zu einer Kneipe, die ein Arbeitskollege von Christian empfohlen hatte, und - naja, was soll ich sagen? Völlerei halt, vor allem, weil die beiden offenbar schon was gegessen hatten und mich gefühlt das halbe Fleisch aufessen ließen ... (Dass es wahnsinnig lecker, bedarf wahrscheinlich keiner besonderen Erwähnung - ich glaube, ich habe in Kroatien noch nie schlecht gegessen ...)

Jetzt sitze ich am Flughafen, die Sicherheitskontrolle ging sehr schnell, auch weil die Kroaten nicht den Eindruck machten, übergenau zu sein, bald müsste mein Flieger aus Eindhoven ankommen, und mit diesem geht es dann nach Köln.

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Der Flug war völlig entspannt, wenn auch recht voll, wir kamen ziemlich pünktlich an, aber ich sowieso keinen früheren Zug erwischen würde, ließ ich mir Zeit auf dem langen (langen!) Weg vom Gate zum Bahnhof. Ich erwischte eine frühere S-Bahn zum Kölner Hauptbahnhof, fiel noch für eins, zwei, drei Kölsch in eine Brauerei gegenüber des Bahnhofs ein und sitze nun erfolgreich im Zug in Richtung Hannover. Ich hoffe, dass ich nicht einschlafe und am Ende in Berlin lande, aber das werde ich schon schaffen ... Hoffe ich! 

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Nichts für Vegetarier, obwohl der Salat und das Brot auch sehr lecker waren

Sonntag, 24. September 2023

Eine Mark zwanzig

... haben wir an Autobahngebühr heute in Bosnien-Herzegowina abdrücken müssen, und das ist kein Tippfehler, denn die Bosnier verwenden die Konvertible Mark, welche 1:1 an die D-Mark gebunden war, sodass heute 1 Euro genau 1,95583 Konvertiblen Mark entsprechen - im Alltag macht man natürlich 1:2, denn der Euro wird praktisch überall in Bosnien-Herzegowina akzeptiert.

Der Abflug aus Karlsruhe war - nach langwieriger Sicherheitskontrolle, weil einige Menschen ganz offenkundig zum allerersten Mal im Leben geflogen sind ... - ein wenig verspätet, dafür kamen wir nach nur siebzigminütigem Flug an. Schlussendlich waren wir nicht so wahnsinnig verspätet, sodass ich fast pünktlich ein Uber rufen konnte.

So etwas wie gestern Abend habe ich aber noch nicht erlebt: Reihenweise lehnten die bereits zugeteilten Fahrer unseren Auftrag wieder ab, sodass wir sicher 30, 40 Minuten am Flughafen herumstanden, bis sich ein Fahrer endlich unserer erbarmte, uns abholte und in die Stadt fuhr.

Wir hatten als Ziel die Fußgängerbrücke in die Altstadt angegeben, denn dort sollte Jessi in einem Café den Schlüssel übernehmen - das Problem war nur, dass dieses Café aufgrund unser Flug- und vor allem unserer Uber-Verzögerung bereits geschlossen hatte. Jessis Handy tat auch nicht, was es sollte, sodass ich irgendwann aufbrach, um wenigstens meinen Zimmerschlüssel zu erhalten (die Kneipe hatte angekündigt, bis 1 Uhr offen zu sein).

Die Kneipe war tatsächlich auf, ich wurde schon sehnlichst erwartet, bezog mein völlig akzeptables Zimmer, ging dann aber schnell zurück, um zu sehen, wie es Jessi und Christian ergangen war: Bei den beiden klappte es weiterhin nicht, die Unterkunft hatte auch keinen Zettel hinterlassen, sodass die beiden sich nicht anders zu helfen wussten, um in meine Unterkunft mitzukommen.

Wir hatten schon überlegt, ob die beiden sich das zweite Bett in meinem Zimmer teilen, aber nach einiger Diskussion innerhalb des Betreiberehepaares wurde den beiden noch ein Zimmer in meiner Unterkunft angeboten, gegen Barzahlung und ohne Quittung, versteht sich, aber dafür ging der Willkommenstrunk aufs Haus. Zwei Uhr war es, als wir ins Bett kamen, aber wenigstens kamen wir ins Bett ...

Heute Morgen war das Aufstehen mühsam, aber schlussendlich erfolgreich, wir trafen uns vor der Haustür und marschierten die eineinhalb Kilometer zur Autovermietung. Ich blieb draußen (draußen war es angenehmer kühl), dann hatten die zwei einen wunderbaren Seat angemietet, und los ging es in Richtung Autobahn und auf der Autobahn eine Stunde in Richtung Süden.

Eine weitere halbe Stunde ging es über Landstraßen (mitsamt Einkauf von Sprudel), bis wir die kroatisch-bosnische Grenze in Angriff nahmen. Das war aber alles kein großes Problem, auch wenn die kroatische Ausreise angesichts der sieben Autos vor uns etwas Zeit in Anspruch nahmen, die bosnische Einreise war dafür völlig problemlos, und wir bekamen sogar einen Stempel in den Pass (ich hatte den beiden zwar geraten, den Pass mitzunehmen, vielleicht bekäme man ja einen Stempel, aber dass wir tatsächlich einen Stempel bekamen, kam dann doch unerwartet für mich ...).

Nun ging es am Buško jezero, einem künstlichen See schon in Bosnien entlang, da machten wir ein paar Fotos, bevor es schließlich in den wunderbaren (aber jetzt nicht völlig begeisternden) Blidinje-Naturpark ging. Ich hatte Google als Zwischenstopp eine x-beliebige Kneipe in dem Naturpark angegeben, aber als wir uns deren Bewertung ansahen, die auf Google mit 4,8 ziemlich gut ausfiel, entschieden wir uns, dort zu Mittag zu essen.

Der Parkplatz war gerammelt voll, wir bekamen aber noch einen Platz, die Preise sahen sehr vernünftig aus, also bestellten wir zwei Vorspeisen und drei Hauptspeisen.

Joa, das Essen kam alles zusammen, das war nicht schlimm, aber die Bedienung grinste uns an, als sie alles aufgetischt hatte und der Tisch sich bald bog (wir haben vor lauter Verfressenheit - es hatte kein Frühstück gegeben - leider, leider keine Fotos gemacht) ...

Wir futterten Tomaten-Mozzarella-Salat und Uštipci s Lučnicom, frittierte Mehlfladen mit Sauercreme-Knoblauch-Sauce, dazu gab es Rumpsteak-Salat, Tortellini mit Steakstreifen und einen Grillteller - es war unglaublich, es war eine einzige Völlerei, und am Ende zahlten wir mit üppigstem Trinkgeld keine 70 Euro ... Leute, wenn ihr in Richtung Mostar fahrt, geht ins Hajdučke vrleti, ihr werdet es nicht bereuen.

Ich hatte auch zwei Bierchen getrunken (ich war ja nur der Navigator), sodass ich auf der anschließenden Fahrt in Richtung Mostar mal ein bisschen wegnickte. Rechtzeitig zu den Abzweigungen war ich wieder einigermaßen fit, und wir fanden in Mostar auch einen wunderbaren kostenfreien Parkplatz in der Nähe der Alten Brücke.

Wir liefen zunächst zum Aussichtspunkt unten an der Neretva, feuerten einen der Brückenspringer an, der dann tatsächlich in den Fluss hüpfte, liefen dann hoch und über die Brücke, tranken ein dringend nötiges Getränk auf einer Panoramaterrasse mit Blick auf Brücke und Neretva und liefen dann wieder zurück zum Auto.

In Mostar war ich ja zuletzt vor 14 Jahren, es hat sich viel verändert, und doch ist vieles gleich geblieben: Der Charme der Altstadt ist noch da, aber insgesamt fühlt sich Mostar viel moderner an als damals, ja, klar, auch in Bosnien steht die Zeit nicht still ...

Entlang der Neretva und dann über ein kleines Stück Bergstraße ging es in Richtung des kurzen Stücks bosnischer Autobahn im Süden des Landes, dafür mussten wir 1,20 Konvertible Mark, also 61 Cent bezahlten, die Ausreise aus Bosnien ging sehr schnell, die Wiedereinreise nach Kroatien schnell, und dann ging es über die Autobahn zurück nach Zadar.

Wir parkten das Auto auf dem zur Unterkunft von Jessi und Christian gehörigen Parkplatz, liefen in der Altstadt zur Sankt-Donata-Kirche und zur Meeresorgel, bei der die Wellen Luft in die Orgelpfeifen in der Strandpromenade drücken und wieder herausziehen, sodass es da ein ziemlich lautes Konzert der Wellen gibt, bevor wir - nach längerer Suche nach einer Kneipe mit Fassbier - in ein Brauerei-Pub einfielen, uns es dort gutgehen ließen und nun nach Hause gegangen sind ...

Jessi und Christian fahren morgen an die Krka-Wasserfälle, ich arbeite in ihrem Zimmer, und dann geht es für mich ja morgen Abend schon wieder zurück nach Deutschland, während die beiden erst übermorgen fliegen.

Das war ein wunderbarer, völlig verfressener, großartiger Tag mit unserem 39. gemeinsamen Land, es war herrlich, und ich hoffe, die Bilder zeigen das auch ...

Zadar, Altstadt, gestern

Zadar, Gasse in der Altstadt

Bosnien, Blick auf den See

Unterwegs in Bosnien

Brücke von Mostar

Blick flussabwärts

Blick flussaufwärts

Sankt-Donata-Kirche in Zadar

Samstag, 23. September 2023

33 Liter pro Quadratmeter

... soll es morgen an den Plitvicer Seen regnen, sodass wir heute Morgen beschlossen haben, die Tour dorthin und nach Rastoke morgen abzublasen. Als Alternative haben wir uns jetzt überlegt, dass wir in Richtung Mostar fahren und dabei den bosnischen Blidinje-Naturpark besuchen. Da soll das Wetter zwar nicht wahnsinnig viel besser sein, aber da kann man dann wenigstens im Auto sitzen bleiben - und in Mostar soll abends sogar die Sonne herauskommen.

Gleich, um 21.30 Uhr, geht aber erstmal der Flieger von Karlsruhe/Baden-Baden, oder wie man im Fachjargon sagt, vom FKB. Um 23 Uhr sind wir in Zadar, fahren mit dem Uber oder so in die Stadt und schauen, dass wir ins Bett kommen, damit wir morgen gut das Auto abholen können.

Und am Montag Abend geht es dann schon um 19.55 Uhr zurück nach Köln, sodass ich in der Nacht dann in Hannover ankommen sollte.

Kurze Stippvisite, die ich so wahrscheinlich nicht mehr buchen werde, aber wenigstens wird Bosnien unser 39. gemeinsames Land ...

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Ein Ex-Kollege hat mich vorgestern, als ich kurz zum Wiizemersteg unterwegs war (ich wollte mal den Kopf freikriegen und eine Staatsgrenze überqueren), sofort gefragt, ob ich Arzach (ehemals Bergkarabach) aus meiner Länderliste streichen würde.

Die Aserbaidschaner, auf deren Gebiet die Republik Arzach völkerrechtlich fast unumstritten seit jeher lag, haben ja in letzten Tagen anscheinend die 2020 verbliebenen Reste der Republik mehr oder weniger erobert, sodass die Arzach-Armenier im Moment über die zukünftigen Lebensverhältnisse ihrer Minderheit in Aserbaidschan verhandeln.

Ich warte hier jedenfalls noch ein bisschen ab, bis sich die Situation stabilisiert, aber es kann schon sein, dass ich bald nur noch 154 Länder zählen kann. Gleichzeitig blieben immer noch 52 Länder zu besuchen, denn auch das Ziel würde sich natürlich auf 206 reduzieren.

So ganz sicher bin ich diesbezüglich aber noch nicht, denn auch die Westsahara zähle ich mit, obwohl die Marokkaner da den Großteil des Gebiets besetzen (einschließlich des Teils, den ich besucht habe), aber hier ist die Sachlage völkerrechtlich eben doch ein bisschen anders, weil die Westsahara unmittelbar vor ihrer (vermeintlichen) Unabhängigkeit eben nicht zu Marokko gehörte (sondern spanische Kolonie war), während Bergkarabach/Arzach schon zu Sowjetzeiten zur Aserbaidschanischen SSR gehörte. Irgendwann werde ich mir wahrscheinlich einen Ruck geben, aber bis es soweit ist, gehe ich erst einmal noch von 207 Ländern aus.

Nächster Bericht hoffentlich morgen aus Zadar nach erfolgreichem Besuch von Bosnien-Herzegowina (und ich muss jetzt gleich in Karlsruhe aussteigen, um Jessi und Christian abzufangen ...).

Sonntag, 17. September 2023

Das Ding wackelt! (2)

Diese Überschrift hatte ich schon einmal verwendet, am 11. August 2020, als ich auf der Wutachbrücke mit Blick auf die Sauschwänzlebahn stand, und schon da hatte ich mich ein bisschen erschreckt, weil das Stahlbrückchen auf einmal anfing zu wackeln. (Und ein Freund von den Gitterböden werde ich im Lebtag auch nicht mehr ...)

Heute jedenfalls verabschiedeten meine Mutter und ich Jessi und Christian mit einem gemeinsamen Frühstück im Kranz, bevor wir zu dritt - also ohne meine Ma - in Richtung Feldberg fuhren. Nach kurzer Zwischenstation am Feldberg-Kreisverkehr fuhren wir über den Feldbergpass nach Todtnau und dort wieder hoch in Richtung Freiburg. Unser Ziel war - bei der Einleitung wenig überraschend - die neueste Attraktion des Südschwarzwaldes, die Hängebrücke über den Todtnauer Wasserfällen.

Ich war nicht ganz sicher, wo wir parken sollten, aber wir fanden einen ganz akzeptablen Parkplatz wenige Meter vom Eingang entfernt, lösten unsere Tickets (12 Euro pro Person) und gingen durchs Drehkreuz durch. Holla, die Waldfee! Dieses Teil ist 450 Meter lang und 120 Meter über Grund, vor allem wackelt das Ding aber selbst bei der Beinahe-Windstille, die wir hatten, ganz eifrig - Höhenangst darfst du hier wirklich haben!

Die Ausblicke auf den Todtnauer Wasserfall und - fast noch mehr - ins Tal waren ganz grandios, zumal wir gestern und heute wieder richtig Glück mit dem Wetter gehabt hatten. Wir liefen einmal hin und dann - wackel, wackel - wieder zurück. Hochspannend!

Über den Notschrei ging es nach Freiburg hinunter, bis zum Hauptbahnhof würde es ein bisschen knapp werden, also fuhren die beiden mich zum Bahnhof in Freiburg-Wiehre, da erwischte ich den (gerappelt vollen) Zug nach Rötenbach, wo ich von meiner Mutter abgeholt wurde.

Den Muskelkater spüre ich jetzt schon, aber nicht von heute, sondern von gestern, denn auch da hatten wir gut gefrühstückt und waren dann - nach einem kurzen Spaziergang durch den Japanischen Garten - mit dem Bus zum Einstieg in die Lotenbachklamm gefahren. Die Klamm finde ich ja immer wieder schön, gerade wenn einigermaßen gutes Wetter ist, und so war es gestern auch.

Das Stück zwischen der Schattenmühle - dem Endpunkt der Lotenbachklamm - und Bad Boll finde ich persönlich ein bisschen langweilig, deswegen steige ich immer gerne erst in Boll ein; und so machten wir das gestern auch. Ja, wir wollten auch ein kleines bisschen Strecke sparen, um am Ende eventuell noch die Gauchachschlucht anzuhängen, aber vor allem, weil mein Fuß mir die letzten Wochen wieder ein bisschen Scherereien gemacht hat und ich ihn nicht völlig übermäßig beanspruchen wollte. Am Kanadiersteg entschieden wir uns dann trotzdem gegen die Gauchachschlucht, denn ich war von den elf Kilometern der Wanderung doch leicht k.o., zumal ich - wie der eifrig Leser gemerkt haben wird - in letzter Zeit nicht mehr so wahnsinnig oft wandern war ...

Nun denn, wir stiegen in Boll ein, liefen an der Ruine der Burg Boll vorbei und kamen in Bad Boll an. Die Reihenfolge der Hauptsehenswürdigkeiten der Wutachschlucht kann ich mir nie merken, vielleicht kriege ich es jetzt einigermaßen zusammen: Zunächst ging es - bei nicht leerer, aber auch nicht überlaufener - Wutachschlucht am Tannegger Wasserfall vorbei, bevor wir - irgendwie hatte ich die später erwartet - die Felsengalerie hinaufstiegen. Der Ausblick von dort oben auf die Wutach ist und bleibt grandios; nach dem Abstieg kamen wir an der Schurhammerhütte an, die anzeigte, dass wir (erst) drei der neun Kilometer zwischen Bad Boll und Wutachmühle geschafft hatten - das hatte sich wesentlich länger angefühlt ...

Nun ging es in Richtung Amselfelsen (auch den hatte ich später erwartet ...) und danach über den Rümmelesteg auf die linke Wutachseite. Die von mir so geliebte Brücke in den Fels hinein folgte (auch diesmal konnte ich mir den Scherz nicht verkneifen, dass die Brücke eine Fehlkonstruktion sei, höhö), ehe wir am Wutachaustritt vorbeikamen, den selbst ich mit meinem erstmals getragenen und daher noch nicht gewohnten Rucksack bewältigte (dort sind zwei größere Schritte zu machen, und ich hatte immer Angst, dass ich da im falschen Moment mit dem Rucksack am Fels hängenbleibe) ...

Die Doppelbrücke kurz vor dem Kanadiersteg ist - wohl vom Hochwasser - zerstört und muss erstmal wieder erneuert werden, also ging es rechtswutachisch weiter bis zum Kanadiersteg und dann den nach der Strecke einigermaßen brutalen, in Wirklichkeit aber keineswegs steilen Weg hinauf in Richtung Wutachmühle.

Meine Ma kam angefahren, wir machten erstmal eine Stunde Pause, fuhren dann noch nach St. Blasien an die Stätte meiner jugendlichen Erzählungen, ehe der Abend im Kranz sein wunderbares und völlig alkoholfreies Ende fand - herrlich war's, und ich hoffe, Jessi und Christian kommen bald wieder (vielleicht im Winter) ...

Lotenbachklamm

Lotenbachklamm

Kapelle im ehemaligen Bad Boll

Tannegger Wasserfall

Wutachschlucht von der Felsengalerie

Im Abstieg von der Felsengalerie

Trockene Wutach

Blick in Richtung Titisee vom Feldberg aus

Blackforestline

Blick ins Tal ...

... und auf den Wasserfall

Das Ding wackelt!

Von der Gegenseite

Nach dem Wiederausstieg

Montag, 11. September 2023

Keine Francesinha, dafür Bacalhau

... gab es am Samstag Abend in Porto. Wir trafen uns um 18 Uhr am üblichen Platz, dem Steinklotz vor unserem Hotel, und liefen gemütlich in Richtung Mercado Beira Rio. Wir hatten schon ein Hüngerchen, und so bestellten wir in der Fressgass, was uns halt schmeckte - eigentlich wollte ich ja eine Francesinha verspeisen, aber die Bewertungen waren für diesen Stand so schlecht, dass ich doch davon Abstand nahm. Zum Glück gab es ebenfalls dort einen Bacalhau-Stand, und so wurde es ein Bacalhau mit Zwiebeln und Chips, der ganz lecker war (auch wenn ich vielleicht doch noch einmal den Oktopus hätte verspeisen sollen ...).

Der Abend war noch jung, also brachen wir noch einmal auf, machten einen kleinen Spaziergang in ruhigere Gegenden an der Strandpromenade (flussabwärts vom Mercado wird es wirklich deutlich ruhiger, man glaubt es kaum), liefen an ein paar Flusskreuzfahrtschiffen zurück, gerieten noch in eine Darbietung örtlicher Musikvereine, die mit Trommeln und Trompeten an der Promenade entlangzogen - und gönnten uns zum Schluss eine Käseplatte ...

Wir waren alle drei überrascht, dass es erst 20.30 Uhr war, als wir hundemüde in Richtung Unterkunft gingen - und auch dort wurde kein Schnaps mehr verzehrt, irgendwie waren das schon nicht unanstrengende Tage gewesen, wenn sie auch schön und spannend waren.

Gestern Morgen gab es dann pünktlich um 8.30 Uhr Frühstück, denn um 9 Uhr wollten wir auf dem Weg zum Flughafen sein. Das Uber kam Sekunden nach der Bestellung, wir waren zügig mit einem zunächst wenig gesprächigen, dann sehr sympathischen Fahrer am Flughafen, konnten praktisch sofort einchecken und auch schnell durch die Sicherheitskontrolle gehen.

Ich wurde von meiner Mutter beauftragt, Unmengen an Ölsardinen mitzubringen, was ich natürlich tat, dann saßen wir noch ein bisschen am Gate, ehe wir pünktlich boardeten und pünktlich abflogen.

Wir landeten überpünktlich, und glücklicherweise hatte meine Mutter ausnahmsweise nicht auf mich gehört, denn sie war schon in der Nähe des Flughafens, obwohl ich erst ein Stück später mit unserer Ankunft und Kofferentgegennahme gerechnet hatte. Nachdem wir unser Zeug hatten, der Zoll überwunden war und alle zur Abflugebene getrabt waren, rief ich meine Mutter an.

Die kam und kam nicht, es stellte sich heraus, dass die Einfahrtsschlange sehr lang war und sie zudem noch von einem Trottel blockiert wurde, aber am Ende kam sie angefahren, und dann ging es gen Heimat. Unterwegs wurde noch Basketball gehört und dann geguckt, die letzten fünf Minuten schaute ich am Fernseher, brüllte die halbe Straße zusammen, als Dennis Schröder den vorentscheidenden Korbleger machte - und zur Feier des Tages (im mehrfachen Sinne) ging es dann in den Schnitzer. Joa, war schön ...

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Für den, man höre und staune, 1. bis 16. März 2025, ja zweitausendfünfundzwanzig, haben Jessi, Christian und ich schon eine beängstigend konkrete Reiseplanung im Auge: Am 1. März soll es von Frankfurt nach Kairo gehen, damit wir uns die Pyramiden anschauen können, bevor es am folgenden Tag nach Asmara in Eritrea gehen soll (neues Land), ein paar Tage würden wir uns dort herumtreiben, bis wir nach Addis Abeba (Ethiopien, neues Land für die beiden) fliegen würden. Von da ginge es mit dem Zug in zwei Tagen - mit Übernachtung in Dire Dawa - nach Dschibuti-Stadt; Dschibuti wäre für uns alle ein neues Land. In einer schönen Frühlingsnacht wollten wir dann mit dem Kleinbus/Taxi/whatever über die dschibutisch-somaliländische Grenze fahren, am Morgen in Hargeisa ankommen, am nächsten Tag uns die Höhlenmalereien von Laas Geel anschauen und anschließend nach Dubai fliegen, um noch ein paar Tage am Strand zu verbringen.

Klingt gut, oder, Chef? Cheff????

Bacalhau in Porto

Samstag, 9. September 2023

Eingegroovt

... haben wir uns auf dieser Reise, hier in Porto wird keine Metro gefahren, sondern Uber, das ist deutlich entspannter, und ab und zu trinken wir auch etwas, damit ich nicht dehydriere. Ich schreibe diese Zeilen schon vor dem Abendessen, denn nach einem schönen und ereignisreichen Tag haben wir uns zwei Stunden Auszeit gegönnt, bevor es gleich zum Abendessen in den Fressmarkt geht - das wird schön, glaube ich ...

Ich kam heute Morgen zu spät zum Frühstück, das Bett und die Dusche waren zu schön, das sollte morgen nicht passieren, denn da sollten wir einigermaßen pünktlich zum Flughafen. Das Frühstück war sehr lecker, mit (gutem!) Brot und Croissants, mit Schinken und Käse und Rührei, das war echt schick. Danach ging es - das Wetter war noch bewölkt, wurde aber im Laufe des Tages immer besser - mit dem Teleférico, der Gondelbahn, hoch zur oberen Etage der Brücke über den Douro und dort über den Fluss.

Dort kauften wir ein paar Souvenirs (und Getränke!) ein und marschierten dann in Richtung Kathedrale. Schrägerweise kamen wir tatsächlich in die Kathedrale hinein, nur war in dieser gerade ein Gottesdienst; der Zugang zum schönen Kreuzgang und dem Innenhof war für uns nicht zu finden, also machten wir nur kurz Fotos von der Kathedrale.

Nun ging es mit dem Uber für kaum acht Euro ans Meer (Uber ist hier, gerade wenn man zu dritt oder zu viert ist, unglaublich günstig). Dort waren jetzt deutlich mehr Kneipen als noch letzten März, was damals sowohl an Corona als auch am frühen Zeitpunkt im Jahr gelegen haben dürfte, und in die erstbeste Kneipe setzten wir uns, mit teurem Bier, aber eben auch wunderbarem Blick auf die Wellen ...

Wir liefen ein paar Meter am Strand entlang, die Damen streckten ihre Füße ins Meer, wurden von den Wellen überrascht, kamen glimpflich davon, und nach einigen weiteren hundert Metern an der Promenade riefen wir uns das - praktisch sofort ankommende - Uber zurück in die Stadt.

Ich wollte den beiden "meine" Francesinha-Kneipe zeigen, aber in der Straße waren Bauarbeiten, und die Gaststätte war zu. Unverrichteter Dinge liefen wir also in Richtung Douro, vorbei an Igreja do Carmo mit ihrer wunderschönen Kachelfassade und am Klerikerturm, bis wir nach einem Spaziergang durch die gerammelt volle Altstadt am Douro ankamen. Die Kneipe war teuer und unterirdisch bewertet, aber für weißen Portwein, Bier und Pommes reichte es noch; danach ging es am Douro entlang zur Brücke, über den Douro (herrlich, der kalte Wind!) und dann ins Hotel.

Gleich geht es wieder in den Mercado Beira Rio, und dann schauen wir, was der Abend mit uns vorhat. Morgen geht es dann nach dem Frühstück zum Flughafen und hoffentlich gut zurück nach Zürich; ich hoffe, ich kriege zumindest noch die zweite Halbzeit des Basketball-WM-Finales mit, wenn wir dann endlich wieder in Deutschland sind ...

Aus dem Teleférico

Blick auf die Brücke

Blick von der Brücke

Kathedrale

... von außen

Das Meer

Igreja do Carmo

Klerikerturm

Brücke von unten

James Bond wird verfolgt ...

Blick auf die Altstadt von Porto

Freitag, 8. September 2023

Finale, oho!

Lydia und Bärbel haben das gar nicht so richtig mitgekriegt, wieso ich - im Uber sitzend - von Zeit zu Zeit die Faust geballt oder das Gesicht verzogen haben, denn ich hörte auf dem Kopfhörer, den ich mir vor Irland gekauft und inzwischen gründlich zerstört hatte, das Sportschau-Radio des Basketball-WM-Halbfinales der Männer, das die deutschen Herren 113:111 gegen die Vereinigten Staaten gewonnen haben. Das Spiel war gerade zu Ende, als wir an unserem Hotel auf der südlichen Seite des Douro angekommen waren - entsprechend glücklich war ich ...

Das Aufstehen war einigermaßen okay gewesen, wir trafen uns um 8 Uhr zum Frühstücken, gingen wieder in unsere Frühstücksgaststätte mit dänischem Namen, frühstückten dort wieder sehr gut, gingen wieder zurück ins Zimmer, überbrückten noch eine Stunde und fuhren dann mit der U-Bahn zur U-Bahn-Station Oriente, die unmittelbare Verbindung zu Zug und (Fern-)Bus verspricht.

Wir waren viel zu früh, ungefähr eine Stunde vor Abfahrt, setzten uns noch auf die Bank, gingen noch gemütlich auf die Toilette (gut so, denn im Bus gab es keine?!) und boardeten dann pünktlich um kurz vor 12 Uhr unseren Flixbus. Mit vier Minuten Verspätung fuhr der Express-Bus ohne Zwischenhalte nach Porto los, und unterwegs döste ich ein paar Minuten, bis ich pünktlich zum Beginn des Halbfinales aufwachte.

Der Sportschau-Radioreport war ziemlich gut, das Spiel spannend, wir kamen um kurz nach 15 Uhr pünktlich an, das dritte Drittel war gerade vorbei, ich bestellte uns ein Uber, das schon da stand, und dann ging es wild durch die südlichen Vororte von Porto in Richtung unseres Hotels.

Ich übersah die Rezeption, wir wurden aufgeklärt, konnten einchecken (Lydia hat eine Art Penthouse mit Blick auf den Douro), blieben aber nicht lange im Zimmer, sondern marschierten gleich in Richtung des Mercado.

Dort, wo ich vor eineinhalb Jahren schon mit Jessi, Christian und meiner Ma gewesen war, tranken wir lecker Bier (ich etwa Stout einer einheimischen Marke), aßen Pizza mit portugiesischen Zutaten bzw. Oktopustentakel (ich), und zum Nachtisch gab es ein paar Crostinis mit Lachs und anderen Leckerereien.

Wir zogen weiter, ein paar hundert Meter, zum Sandeman, tranken dort gemütlich eine ganze Flasche Portwein, genossen den Sonnenuntergang und brachen auf, als zu tröpfeln begann. Wir fielen erneut im Mercado ein, aßen Pommes und Lachs-Crostinis, tranken - man höre und staune - Wasser und Seven Up, und sind jetzt gut im Hotel gelandet.

Ein wunderbarer Tag, deutlich weniger hektisch für die Damen als in Lissabon, uns geht es gut, ich habe richtig schön gemütlich einen sitzen - gute Nacht!

Über den Douro im Bus

Lecker Oktopustentakel

Gondelbahn

Gasse und Porto

Lecker Portwein