Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Montag, 24. August 2020

"Selvesie" ist der Plural von "Selfie"

 ..., denn wenn ich "a picture of myself" mache und das ein self-ie ist, dann ist doch, wenn ich "a picture of ourselves" mache, das offensichtlich ein selves-ie. Logisch, oder?

Wer nach diesem phänomenalen Einstieg noch dabei ist, ist wirklich ein treuer Leser ...

Nun, sei es, wie es sei, die drei Kolleginnen, die mich am Wochenende besuchten, und ich machten in der Lotenbachklamm und in der Wutachschlucht das eine oder andere Selvesie - die Wanderungen haben richtig Spaß gemacht.

Am Freitag machte ich zeitig Schluss, die Kollegin aus Stuttgart war schon ziemlich früh in Bonndorf angekommen, die Kollegin aus Wiesbaden kam exakt um 13 Uhr wie geplant an und die Kollegin aus München kämpfte mit ihrem Navi. Irgendwann gegen 14 Uhr entschieden wir drei uns, schon einmal zur Teufelsküche aufzubrechen und die ausbleibende Kollegin dorthin zu lotsen.

Nun war aber in Stühlingen die Ortsdurchfahrt gesperrt, was zu weiteren Verwicklungen führte, und am Ende trafen wir uns - wir drei waren inzwischen schon durch die Teufelsküche hindurchgewandert - in Hausen, einem kleinen Weiler, der zu Hallau in der Schweiz gehört, nachdem ich die Münchner Kollegin bestärkt hatte, in das kleine (Kreis-)Sträßchen zwischen Eberfingen und Stühlingen abzubiegen, das jeder für einen Feldweg hält.

Die Wanderung durch die Teufelsküche war schön (wir fanden diesmal sogar den Grenzstein, den ich bei meiner ersten Wanderung aus - wie ich jetzt feststelle - unerfindlichen Gründen nicht entdeckt hatte), doch anstelle der geplanten Grenzsteinwanderung in Richtung Schleitheim und zum Wiizemersteg disponierten wir jetzt um und fuhren mit dem Auto der Münchner Kollegin zum Rheinfall.

Wir parkten auf dem dem Rheinfall nächstgelegenen Parkplatz und spazierten gemütlich (naja, so gemütlich es halt bei der Hitze ging) die Treppen hoch, über die Eisenbahnbrücke und gingen dann ins Schloss Laufen, um auf die Aussichtsplattformen am Rheinfall zu gelangen. Es wurden Selfies und Selvesies gemacht - und da wir am Freitag noch nicht genug gewandert waren, machten wir jetzt die übliche Rundtour am Rhein entlang bis zum Nohlsteg und wieder zurück auf Schaffhauser Gebiet zum Parkplatz. Das war ein richtig schönes Ausfluglein und für uns gerade richtig ...

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Der Samstag begann ein bisschen verregnet, und das gefiel uns gar nicht, denn eigentlich war für den Samstag die Wutachschlucht vorgesehen. Wir überlegten beim Frühstück hin und her, wie wir es machten, bis die Münchner Kollegin resolut, wie sie nun einmal ist, erstmal in der Touristeninformation nachfragte, wie die Wege in der Wutachschlucht denn nach wenigen Stunden Regen so sind ... Die Antwort gefiel ihr, denn man sagte ihr, dass die Wege davon nicht wirklich beeinträchtigt würden - ein bisschen Matsch sei immer, aber es müsse schon mehrere Tage regnen, bis die Wege unpassierbar würden.

So ganz richtig sicher waren wir uns noch nicht, aber wir stellten mein Auto an den Wanderparkplatz an der Wutachmühle, fuhren dann mit dem Auto der Münchner Kollegin über kleine Sträßchen in Überachen, Münchingen und Boll zum Wanderparkplatz an der Lotenbachklamm und stiegen in selbige ein ...

Die Wege waren tatsächlich gut passierbar, und ich muss ja wirklich sagen: Die Lotenbachklamm ist schon schick ... Es ging über einige Stege, ein paar Mal steile Steinstufen herunter, über einige Gitterbrücken (nicht nach unten gucken!), an Wasserfällen vorbei - ich habe ja ein paar Fotos gemacht, das war schön ...

Wir kamen an der Schattenmühle heraus, überquerten die Straße und die Kreisgrenze (die wir im Laufe des Tages noch mehrfach passieren sollten ...) und liefen in die Wutachschlucht hinein. Wobei, erstmal ging es aufwärts ...

Wir wanderten über gute Wege, kamen an wahren Baumwurzelskulpturen vorbei, landeten auf einmal auf einer Wiese, die wie aus dem Nichts kam, liefen an einem mit Moos überwachsenen Pils-Wasserfall vorbei (Fotos - ich hab's mit Beschreibung ja nicht so ...), kamen an der Dietfurt-Brücke vorbei und landeten schießlich im ehemaligen Bad Boll in der Nähe der Kapelle. (Achso, zwischendurch kam die Sonne raus, zum Glück war ich eingeschmiert ...)

Wir hatten uns ein bisschen arg viel Zeit gelassen und hatten für kaum sechs Kilometer über zweieinhalb Stunden benötigt. Neun Kilometer lagen noch vor uns, und weil wir beim Frühstück gehadert hatten und noch die Autos umgestellt hatten, war es jetzt schon fast 15 Uhr. Wir hätten in Boll aussteigen können oder halt die neun Kilometer, nur ein bisschen zügiger, laufen, wir entschieden uns mit 2:2 Stimmen fürs Weiterlaufen (das heißt, die Aussteiger wurden einfach über den Haufen geredet), aber ich glaube, am Ende hat es - obwohl es ziemlich anstrengend wahr - allen gefallen ...

Jetzt kam so langsam die Felsengalerie (die Wutachschlucht ist so beeindruckend, dass ich - gerade da ich jetzt erst nach 48 Stunden zum Blogschreiben komme - die einzelnen Abschnitte nicht mehr so richtig zusammenkriege, aber abwechslungsreich ist die Schlucht halt auf alle Fälle!), da ging es - angeblich nur noch einmal - steil in den Fels hinauf (angeblich der letzte Anstieg - junge Dame im Gegenverkehr, das war eine freche Lüge, da kamen noch mindestens fünf Anstiege hinterher!), aber der Ausblick auf das Wutachtal entschädigte für alle Mühen. (Normalerweise erinnere ich mich dann, wenn ich irgendwo bin, wo ich als Kind schon war, wieder daran, wenn ich den Ort sehe, aber am Samstag in der Wutachschlucht hat da gar nichts geklingelt bei mir ...)

Wir liefen weiter, kamen - die Wutach fing jetzt an, so langsam zu versickern - zu dem meines Erachtens bekanntesten Bild der Wutachschlucht, bei dem das Flüsslein unter einem großen Fels fast wie ein Rinnsal wirkt, es ging zum Rümmelesteg, bis die Wutach schließlich praktisch weg war - alles versickert ...

Über eine Brücke, die scheinbar direkt gegen den Fels führt (unmittelbar vor der Felsweg biegt der Weg ab), wanderten wir zum Wutachaustritt (die Stahlseile, die da gespannt sind, braucht man, um die Passage zu überstehen) und schließlich zur Gauchachmündung. Ein allerletzter, unglaublich schmerzender Anstieg folgte, dann ging es bergab und zur Wutachmühle, wo wir uns halbtot ins Auto fallen ließen.

Die Dusche weckte die müden Lebensgeister, und der Abend endete im Schnitzer, mit nicht weniger guter Stimmung als am Abend vorher im Kranz ...

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Am Sonntag machten wir - das Wetter sollte schlechter werden, wurde es aber gar nicht ... - erst einmal einen Ausflug in den Japanischen Garten. Wir probierten die dortigen Versuchsaufbauten aus, bewunderten die Teiche (und den frisch gestrichenen Teepavillon), machten natürlich Fotos (keine Selvesies, normale Fotos ...) und gingen dann zum Auto.

Ich wollte den Damen den Ort meiner ersten Verbrechen (höhö) zeigen, auf ging es - am Schluchsee vorbei und in Blasiwald über die Staumauer - nach St. Blasien. Wir umrundeten des Kolleg und guckten uns den Dom an, in den ich dann doch alle paar Jahre mit Gästen komme - und selbst ich bin jedes Mal wieder beeindruckt, wie riesig das Teil ist ...

Zurück ging es über Menzenschwand und kurz zum Feldbergpass, doch das eigentliche Ziel war Aha. Nun war dort die Hölle los, sodass wir weiter nach Rothaus fuhren, nur um festzustellen, dass dort ebenfalls die Hölle los ist - am Ende landeten wir für Kaffee und Kuchen in der Germania - auch schön ...

Die Damen fuhren dann in alle Himmelsrichtungen aus Bonndorf heraus, ich glaube, das war nicht das letzte Mal, dass wir unterwegs waren, das war ein richtig schönes Wochenende ... Der Abend endete mit Freunden erst im Kranz und dann im Schnitzer, sodass ich auch gestern nicht zum Blogschreiben kam ...

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Heute schließlich ging es nach getaner Arbeit nach Unadingen zum Einstieg in die Gauchachschlucht. Meine Ersatzoma hatte gestern so beiläufig erwähnt, dass die auch ganz schön wäre, da wollte ich das mal ausprobieren. Sie bekommt demnächst eine Pfanne voll angehängt, dass sie das nicht früher gesagt hat, denn die Gauchachschlucht ist ebenfalls toll ...

Nach wenigen Metern auf dem Gebiet des Kreises Breisgau-Hochschwarzwald überquert man über einen Steg die Gauchach und damit die Grenze zum Schwarzwald-Baar-Kreis. Dieser Steg trägt die Nummer 18, und ja, ich bin über jeden einzelnen der 17 anderen Stege und Brückchen gelaufen. Einmal hat das Geländer ziemlich gewackelt, da ist mir der Schreck ganz schön in die Glieder gefahren.

Auch hier geht es unglaublich abwechslungsreich erst durch eine Auenlandschaft, dann durch landwirtschaftlich nutzbares Gebiet, danach aber in die eigentliche Schlucht und hier durchaus nicht ungefährlich auf manchmal glattem Steinboden, teilweise durch Furten und manchmal auf einem schmalen Pfad zwischen Felswand und Flüsschen entlang. Auch hier wunderbar wild-romantisch, und in den ersten eineinhalb Stunden der (zugegebenermaßen Feierabend-)Wanderung ist mir kein einziger Mensch begegnet ... Richtig toll!

Mit der Überquerung der gedeckten Brücke in der Nähe der Gauchachmündung kam ich schließlich auf Gebiet des Landkreises Waldshut, da ich vom Samstag schon kannte, doch heute - nach nur sechs Kilometern bis zu dem Zeitpunkt - war der letzte Anstieg in Richtung Wutachmühle deutlich verkraftbarer.

Das Mamataxi kam doch schon vor 20.15 Uhr, weil es jetzt doch kühler geworden ist und ich ungern mit dem nassgeschwitzten Hemd bei der Kühle noch eine halbe Stunde warten wollte, und die Dusche war auch heute toll ...

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So, schauen wir mal, wer ein Foto kriegt:

In der Teufelsküche

Gefunden!

Rheinfall von unten ...

... und von oben und von ...

... noch weiter oben

In der Lotenbachklamm

Baumwurzel

Pilswasserfall

Kapelle Bad Boll

In der Wutachschlucht

Wutach in Schlucht

Felsengalerie

Fels über Wutach

Natürliches Phänomen ...

Wutachschlucht

St. Blasier Dom von innen ...

... und von außen

Blick auf den Titisee von der Rampe zum Feldberg

Steg über die Gauchach

Voll gegen die Sonne ...

Gauchachschlucht I

Gauchachschlucht II

Da fällt die Gauchach


Donnerstag, 20. August 2020

Auf der Rheininsel

 ... zwischen Neuenburg am Rhein und Chalampé habe ich meine heutige Wanderung aufgrund von Hitze und der zunehmenden Wahrscheinlichkeit des Eintritts der Dunkelheit beendet. Zudem stand meine Mutter auf dem Parkplatz auf dieser Rheininsel, und ich hatte durch das Erreichen der Insel bereits französisches Gebiet und damit mein nächstes von Bonndorf aus erwandertes Land erreicht: Ich bin also in - wenn ich richtig zähle - acht Etappen (Seebrugg-Bonndorf, Seebrugg-Aha, Aha-Bärental, Rinken-Feldberg-Bärental, Feldberg-Wiedener Eck, Wiedener Eck-Haldenhof, Haldenhof-Müllheim, Müllheim-Chalampé), mit ein bisschen Geschummle, aber egal, von Bonndorf nach Frankreich gewandert. Was für ein Spinner?!

Ziemlich genau um 17 Uhr fuhren meine Mutter und ich heute Abend los und landeten im Höllental - wo sonst? - im Stau. Auch in Freiburg war Berufsverkehr (wie, da arbeitet jemand, ich dachte, die studieren alle ...), sodass wir erst um 18.45 Uhr am Kreisverkehr in Müllheim ankamen, an dem ich am 7. Juni die damalige Etappe beendet hatte.

Ich stieg aus und marschierte durch Müllheim, über den dortigen Friedhof (meine Wander-App führte mich so!), dann entlang der Straße zwischen Müllheim und Neuenburg bis in die Innenstadt von Neuenburg am Rhein. Gefühlt waren hier mehr Franzosen als Deutsche anzutreffen, auch viele Werbungsschilder waren (auch oder nur) auf Französisch, die Menschen dort sind sehr auf die Nachbarn eingestellt.

In Neuenburg wird die Verkehrsinfrastruktur eifrig erneuert, und darunter litt sogar ich als Fußgänger, denn der angegebene Weg war gesperrt, sodass ich um die Kleingartenanlage herumlaufen musste, um zur Rheinbrücke zu kommen. Diese überquerte ich und landete in Frankreich (die Grenze ist mit einem Farbklecks auf dem Brückengeländer markiert - und mit Blumen).

Wenige Meter hinter der Grenze befindet sich ein Parkplatz, und dort hatte sich meine Mutter eingefunden. Es war heiß, ich hatte zu wenig getrunken und ehrlich gesagt auch keine große Lust mehr, es war schon 20 Uhr, sodass es schon fast zu dämmern anfing, sodass ich die eigentlich geplanten paar Kilometer nach Bantzenheim sein ließ - im Elsass, genauer im Département Haut-Rhin, war ich nun, da kam es auf eine Gemeinde mehr oder weniger auch nicht mehr an ...

Juchhe, nach 638 Kilometern im Schwarzwald habe ich Frankreich erreicht ... Österreich und Liechtenstein, ich komme!!!

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Morgen kommen aber erstmal drei Kolleginnen, die mit mir den Südschwarzwald erkunden möchten. Es wir sicherlich in die Wutachschlucht gehen, vielleicht auch morgen in die Teufelsküche - ich werde berichten ...

Wanderweg in Müllheim durch die Kleingartensiedlung

Rheinbrücke nach Frankreich

Der Rhein (Rheininsel links)

Die Grenze (schwarzer Strich unten, weißer Strich auf Geländer)


Sonntag, 16. August 2020

Die Extrarunde um den Kreisverkehr

 ... heute Morgen war notwendig und richtig, denn so waren wir heute Morgen noch einmal in Monaco (jedenfalls ein Teil des Kreisverkehrs gehört zum Stadtstaat, möglicherweise auch der gesamte Kreisverkehr, Google Maps und OpenStreetMap sind sich da uneinig, und markiert ist halt auch nüscht), sodass wir dann - mit Frankreich, Monaco, Italien, der Schweiz und Deutschland - heute mal wieder ein Fünf-Länder-Tag eingelegt haben.

Meine Mutter redete mir den Col de la Bonette aus, mit dem wir laut Google Maps 14 Stunden Netto-Fahrtzeit für den Heimweg gebraucht hätten, denn mit dem Col de l'Iseran, dem Kleinen und dem Großen St. Bernhard waren schon 12 Stunden angesetzt ...

Um ziemlich genau 8 Uhr verließen wir das Hotel, kauften uns noch vom Hotel die Lunchbox für je acht Euro, diskutierten (untereinander) darüber, ob sie das wert war, und fuhren den Berg hoch in Richtung Autobahn. Es wurde keine Tankstelle gesehen, aber wir wollten noch in Frankreich tanken, also fuhren wir an der nächsten Ausfahrt wieder ab, fuhren einmal ums Karree und tankten dann am Automaten.

Es ging auf der Direttissima zurück auf die Autobahn, über die Grenze und ein Stück des Weges zurück, das wir gestern (gestern!) gekommen waren ... Schließlich aber fuhren wir vorfristig ab in Richtung Norden, in Richtung Turin, fuhren auf der tangenziale, wurden wild umfahren, wenn wir bei erlaubten 60 km/h "nur" 20 km/h drüberfuhren (ich brüllte einige Italiener lautstark an, aber die hörten mich zum Glück für ihr Seelenheil nicht) und verließen schließlich die Autobahn, um in Richtung Francia, also Frankreich, zu fahren ...

Es gibt drei Arten von Bergfahrern: 1. die "Holländer", die bei jeder Kurve, und sei sie noch so unbedeutend, in die Eisen steigen; 2. die Raser, die bei Sichtweisen von ca. zehn Metern zur nächsten Kurve von hinten angerast kommen und dich überholen; 3. mich. Ich fluchte über die Holländer, ich fluchte über die Raser, die Raser fluchten über mich, die Holländer bestimmt auch, es war ein einziges Gefluche - es hat also großen Spaß gemacht ...

An der italienisch-französischen Grenze entdeckte meine Mutter (!) vor mir (!!) den Grenzstein, der wurde fotografiert, dann ging es weiter, durch wunderschöne, teilweise grüne, teilweise karge Bergstraßen, an einigen Stauseen vorbei, hoch zum Col de l'Iseran, dem, der regelmäßige Leser weiß das schon längst, höchsten befahrbaren Alpenpass ... Juchhe, Foti g'macht (achso, ja, "Foti" ist der alemannische Plural von "Foto"), weitergefahren ...

In Val d'Isère am Fuß des Iseran war heute auch im Sommer die Hölle los, ich will gar nicht wissen, was hier im nächsten coronadfreien Winter passiert ... Wir waren kaum unten, ging es schon wieder hoch zum Kleinen St. Bernhard - zuerst fanden wir die Straße nur dank Navi, denn wir kamen nicht aus der üblichen Richtung, dann war endlich Italie, also Italien, ausgeschildert ...

Es gab - da oben ist großes Wandergebiet - viele Parkplätze, aber keine direkt an den Grenzsteinen, also ließen wir Grenzsteine Grenzsteine sein (ich hatte Italien/Frankreich ja heute schon) und fuhren - es war jetzt ca. 14.30 Uhr - ein Restaurant an. Zu essen hätte es nur Dessert oder Toast gegeben, also fuhren wir weiter.

Wir landeten etwas unterhalb des Passes in einem Refugio, einer Berghütte - da ist im Winter bestimmt auch viel los, aber auch heute im Sommer war hier High Life. Wir bekamen noch etwas zu essen, bestellen als Vorspeise - wir hatten Hunger - einen Wurst-Schinken-Teller (der fantastisch war!), danach gab es für meine Mutter Champignons, für mich dreierlei Fleisch (Wurst, Kalbsragout und Wild), zu beiden Käse-Polenta nach Art des Hauses. Gut war's, aber - nach einiger Überlegung - auch nicht fantastomanisch, aber wir waren glücklich gesättigt.

Der Espresso vorab und hinterher war jeweils sehr sinnvoll, denn es zeichnete sich ab, dass die Fahrt lang werden würde ... Es ging hinunter ins Aosta-Tal, dort auf die Autobahn, dann hoch in Richtung Großer St. Bernhard. Wir bogen rechts ab zum Pass, hinter uns war ein Düsseldorfer der Kategorie "Oberraser", vor uns ein Walliser der Kategorie "Holländer", alles verkehrt hier, aber die Straßen - neben denen es teilweise ohne jede Barriere zig Meter praktisch senkrecht in die Tiefe ging - waren auch ein bissel schräg ...

Oben an der Passhöhe wurde noch schnell ein Foto des italienisch-schweizerischen Grenzsteins gemacht, dann ging es - die Fahrt und die Ausblicke waren fantastisch, gar keine Frage - hinunter nach Martigny. Meine Mutter, die bisher dahin ihre Beifahrerrolle mehr oder weniger genossen hatte (außer die zwei Drittel der Zeit, in der sie vor Todesangst stocksteif da saß und sich aus Angst, eine Gewichtsverlagerung könnte uns zum Absturz bringen, nicht bewegte ...), fuhr nun ein Stück, damit ich mal Pause machen konnte, auf die Autobahn und in Richtung Bern, bis es dunkel wurde ...

Wir tauschten an einer Raststätte, ich erstand Wasser und - man höre und staune, außerhalb Deutschlands - eine Spezi, und danach rollten wir über die schweizerische Autobahn bis nach Brugg im Kanton Aargau. Von da ging es über dunkle Straßen nach Koblenz, danach über die Grenze nach Waldshut und schließlich nach Hause ... In Bonndorf war große Dunkelheit, selbst der Schnitzer war schon dicht, sodass wir uns mit Zäpfle aus der Flasche begnügen mussten.

Natürlich war das wieder ein Wahnsinn, aber es war halt auch wahnsinnig schön, es hat unglaublich Spaß gemacht, wir haben es richtig krachen lassen, aber das muss und darf halt auch mal sein ...

Fotos:

Grenzstein Italien-Frankreich

Stausee im Berg

Unterwegs in den Alpen
Gletscher

Col de l'Iseran
Blick vom Col

Grenzstein Italien-Schweiz am Grossen St. Bernhard

Seechen am Grossen St. Bernhard



Im Casino gewinnen und dann Bus fahren

 ..., so lautete die Divise am heutigen Abend, denn das Geld haben wir lieber verfressen ...

Erst bellte heute Nacht ein Hund, dann gurrte eine Taube uns aus dem Bett, das Fenster schließen funktionierte irgendwie auch nicht mangels Klimaanlage, es war alles ein bisschen warm heute Nacht, so schön das Hotel auch war und so fantastisch der Ausblick, aber wirklich gut geschlafen haben wir nicht ...

Um 8 Uhr gab es Frühstück, das in Ordnung war, insbesondere für italienische Verhältnisse, aber fürs Frühstücken fährste nicht wirklich nach Italien. Ich kam ungeschoren aus der - immer noch - engen Ausfahrt des Hotels raus, wendete auf einem Bierdeckel, meine Mutter wurde auf den Kehren runter nach Como ganz schnell wieder bleich, aber am Ende waren wir gut auf der Autobahn angekommen.

Es ging in Richtung Genua, ich war öfter ein Verkehrshindernis, selbst wenn ich bei angezigten 60 km/h, öhm, ein bissel drüber war, so um 30 km/h, hust, denn ich wurde immer noch von italienischen Geschossen wie einem Fiat 500 überholt, die mit 120 km/h über die Autobahn brausten ...

Die Strecke von Como in Richtung Genua ist schon toll, aber dann von Genua nach Ventimiglia ist ein straßenbauliches Meisterwerk, denn du fährst von einem Kunstbau auf den nächsten: Tunnel-Brücke-Tunnel-Brücke, so geht das immer weiter, und zwischendurch hat man tolle Ausblicke auf wunderbare - typisch italienische - Dörfer am Berghang - es war fantastisch.

Wir zahlten an der letzten Mautstation in Italien unsere Straßenbenutzungsgebühr, waren sehr schnell - und kaum merklich - in Frankreich, aber auf einmal zeigte das Handy noch 7 Stunden Fahrt an. Häh? Nun, irgendwie werden meine Mutter und mein Handy keine Freunde mehr, denn anscheinend hatte das Handy einen Gedanken meiner Mutter so interpretiert, dass es wieder die Rückfahrt in den Schwarzwald berechnen soll ...

Nun denn, ich fuhr bei der Ausfahrt Monaco raus, wendete nicht, sondern hielt auf einem Parkplatz an, zog die Zügel des Handys wieder stramm, und dann ging es - über enge Sträßchen, enge Kehren und etliche 30er-Zonen - nach Beausoleil hinein. Am Ende der Straße mussten wir links abbiegen, und laut Google war die rechte Fahrbahn (unsere) der darauffolgenden Straße schon in Monaco, während die Gegenfahrbahn noch in Frankreich war ...

Nun denn, wir fuhren einmal um den Kreisverkehr (der ziemlich sicher in Monaco war, denn da stand so etwas wie ein Hoheitszeichen im Kreisverkehr) und stellten uns dann vor die Einfahrt zum Parkhaus des Hotels. Ich stieg aus, holte einen Zettel, auf dem der Code stand, ich parkte das Auto wieder millimetergenau ein und war glücklich, dass wir gut angekommen waren.


Wir konnten noch nicht einchecken, ließen also alles im Auto und liefen ein Sträßchen hinunter zur nächsten Bushaltestelle. Es macht mich völlig fertig, dass ich nicht erkennen kann, wo Frankreich aufhört und Monaco anfängt, da ging es keine Hoheitszeichen, keine Grenzsteine, herrje, nicht mal Vermessungspunkte - es ist ganz und gar furchtbar ...

Die Tageskarte mit den monegassischen Bussen kostet 5,50 Euro, und die sind gut angelegt. Wir fuhren zunächst in die richtige Richtung, aber mit der falschen Linie, stiegen dann falsch aus (mein Fehler) und fuhren mit einem Gegenbus am Hafen vorbei in Richtung Monaco-Altstadt ...

Wir liefen - Maskentragen obligatorisch - durch die Gassen der Altstadt, aßen leckeres (und halbwegs bezahlbares) Eis, kauften Souvenirs ein, machten Fotos vom Fürstnepalast und vom - fantastischen - Blick auf Hafen und Monaco, beobachteten ein Pärchen beim Streit, weil die Bremse des Kinderwagens versagt hatte und der Wagen - samt Kind - fast auf den (stehenden) Bus aufgefahren wäre, machten einen kleinen Abstecher zur Kathedrale und schleppten uns dann wieder zum Bus, um zurück ins Hotel zu fahren.

Dem Check-in folgte der Fußmarsch über diverse Treppen zum Plage Larvatto (der Weg war länger als gedacht) ... Die Strandpromenade wird gerade umgebaut und war daher nicht sehr ansehnlich, der Strand selbst war proppenvoll, aber uns war alles egal: Wir stolperten über den Kiesstrand und warfen uns in die sehr angenehm temperierten Fluten ... Scheeeeeeeeeeeee!

Wir hielten uns aber nicht lange an dem doch ungemütlichen (weil so vollen) Strand auf, fuhren - das hatten wir erst spät entdeckt - mit dem öffentlichen Fahrstuhl zurück auf die Ebene "unseres" Bushalts, marschierten wieder den Berg hoch, wechselten die Straßenseite und damit das Land, und dann ging es in die Dusche ...

Wir machten uns fein fürs Casino, liefen wieder über die Straße nach Monaco und den Berg runter, stiegen in den Bus ein und in der Nähe des Casinos aus. Auf dem Casino-Vorplatz (und im Casino selbst) ist Maskenpflicht, wir überstanden die Fieberkontrolle und bezahlten unsere je 17 Euro Eintritt, in denen aber je 10 Euro Jetons enthalten sind.

Nach einigem Hin-und-Her im wunderschönen Casinosaal (der ist - wenn man Wiesbaden kennt - sogar ziemlich groß) setzte ich mich an den Roulette-Tisch und spielte drauflos. Ich gewann zunächst zweimal, dann verlor ich zweimal, machte mich dann zum Brot, weil ich ein Zero-Spiel spielen wollte, was es im Casino in Monte Carlo so aber nicht gibt, spielte das Zero-Spiel dann mit meinen eigenen Chips nach und gewann dreimal nacheinander, sodass ich aus den 20 Euro aus den Eintrittskarten am Ende 120 Euro gemacht hatte.

Wir waren kaum 25 Minuten im Casino gewesen, aber das reichte, wir machten, dass wir rauskamen, ehe ich auf dumme Ideen kam und fuhren noch zwei Stationen mit dem Bus zu der Kneipenmeile, die ich ins Auge gefasst hatte ...

Auch heute schlemmten wir mit Carpaccio vom Rind und Ceviche vom Tunfisch (Letzteres war absolut mega-fantastomanisch toll) als Vorspeise, mit Baby-Tintenfisch-Salat und Schwertfisch als Hauptspeise (beides unglaublich gut), mit Cassata und Tiramisù (das war "nur" völlig in Ordnung), mit leckerem Bier und Espresso und Himbeergeist, die Rechnung war nicht gerade klein, aber wenn man den Casino-Gewinn dagegenrechnet, war's okay, und wir konnten etliche monegassische Einwohner mit ihren Luxuskarrossen an uns vorbeifahren sehen ...


Den Abschluss machten wir mit Cider und Guinness in einem (teuren, aber hey, das ist Monte Carlo) Irish Pub, liefen zum Nachtbus, fuhren - kurz sogar über französisches Territorium - heim, liefen den Berg hoch und gingen über die Straße zurück nach Frankreich.

Auch das war wieder ein toller Tag, so darf es morgen bleiben.

Foti:

Blick vom Frühstückstisch

Monaco!

Aye!

Fürstenpalast

Altstadt von Monaco

Blick auf den Hafen und Monaco

Kathedrale von außen ...

... und von innen

Voller Kiesstrand

Casino


Freitag, 14. August 2020

Erstmal erholen

 ... musste sich meine Mutter nach der Fahrt von Como hier hoch nach Brunate, denn es gab hier verflucht viele verflucht enge Kurven - und mehrfach hatte sie nach eigener Aussage Sorge, dass ihr Sohn die komplette Seite des Autos aufreißt. Tsts ...

Heute Mittag ging es kurz nach 13 Uhr los - wir fuhren (mit Gepäck, als ob wir mehrere Monate unterwegs wären) in Richtung Eggingen und dann hinter Erzingen bei Bühl über die Schweizer Grenze. Einen Grenzstein suchte ich vergebens, auch wenn wir extra anhielten, aber hinten im Feld erkannte ich einen Stock, der wahrscheinlich direkt am Grenzstein stand ... Nun denn ...

Wir umfahren Zürich auf der Autobahn und weiter ging es in Richtung Süden, in Richtung Gotthardtunnel. Dort kamen wir - nach kurzem Abstecher in Flüelen am Vierwaldstättersee (traumhaft schön!) - vergleichsweise zügig an.

Das Navi wollte uns über den Gotthardpass leiten, weil am Gotthardtunnel ein bisschen Stau war, aber den überlebten wir (Pässe fahren wir am Sonntag genug, denke ich ...) - 17 Kilometer durch den Tunnel waren jetzt nicht die allergrößte Freude (vor allem, weil die Vorderleute nicht so schnell fuhren wie sie gedurft hätten), aber irgendwann kamen wir im Tessin an, was wir vor allem an der schlagartig italienischsprachigen Beschriftung an den Autobahnschildern merkten.

Kurz hinter Lugano fuhren wir von der Autobahn herunter, denn Monsieur Sohn wollte noch nach Campione d'Italia, die Enklave Italiens innerhalb der Schweiz. Wir fanden - nachdem wir aufgrund eines funktionsunfähigen Parkscheinautomaten kostenlos parkten - zwei Grenzsteine (juchhe), fuhren dann noch ein bisschen in Campione im Seich herum (kamen aber am Ufer des Luganersees mit Blick aufs - bankrotte - Casino raus), fuhren dann zurück auf die Autobahn, im Zickzick durch Como und dann enge Sträßchen hinauf zu unserem Hotel.

So eng habe ich selten eingeparkt wie hier, aber am Ende klappte es (es ging bei der Einfahrt in den Hotelparkplatz um wenige Zentimeter), wir konnten einigermaßen schnell einchecken und unser schönes, leider nicht klimatisiertes Zimmer in Empfang nehmen (das Fenster steht sperrangelweit offen ...).

Mit Standseilbahn war heute nicht viel, weil wir um 19 Uhr zu Mittag aßen - es war fantastisch mit Comer-See-Fischplatte und Tartar zur Vorspeise, Vitello Tonnato und einem guten Rinderbraten als Hauptspeise, mit Tiramisù und Panna Cotta als Nachspeise, mit Limoncello und Espresso - wir ließen es uns sehr gut gehen bei tollem Blick auf den Comer See. Richtig, richtig schön - ich bin gespannt, was es gekostet hat (wir haben anschreiben lassen), aber toll war es ..

Irgendwie versackten wir gemütlich, obwohl man uns von unserem Traumplatz dann an die Bar verjagte - als es anfing zu regnen, nahmen wir einen Stehplatz an der Rezeption ein, gingen aber zügig wieder raus, nachdem es aufgehört hatte zu regnen - und jetzt ist es Mitternacht, bis ich ins Bett komme ...

Ein toller erster (Kurz-)Urlaubstag, aber jetzt geht es ins Bett, weil es morgen schon wieder zeitig nach Monaco geht ...

Vierwaldstättersee in Flüelen

Flüelen

Grenzstein in Campione

Tor nach Campione

Luganersee in Campione

Bankrottes Casino in Campione

Blick auf den Comer See I

Blick auf den Comer See II

Blick auf den Comer See III

Donnerstag, 13. August 2020

Projekt Liechtenstein

Jetzt spinnt er endgültig, höre ich da aus allen Ecken, aber tatsächlich hat das "Projekt Liechtenstein", anders als bei vielen anderen Projektnamen, etwas mit Liechtenstein zu tun ... Der Routenplaner behauptet, dass es von Diessenhofen an die Nordspitze Liechtensteins 133 Kilometer seien, am Bodensee und Alpenrhein entlang, und wenn ich komplett verrückt bin, gehe ich das Projekt ernsthaft an.

Jede Reise beginne mit dem ersten Schritt, hat ein kluger Mensch mal behauptet, und obwohl es nach Diessenhofen (bzw. Gailingen) ja doch schon eine Menge Wanderschritte gewesen waren, so wollte ich heute die erste Etappe dieser 133 Kilometer angehen.

Ich fuhr also nach Gailingen (mit je zweimaligen Einreisen in die Schweiz und nach Deutschland), parkte dort mein Auto und marschierte am Rhein entlang in den Wald. Das war ein wunderbarer Waldweg mit viel Auf und Ab, vielen grünen Blättern und dem Blick auf den blaugrünen Rhein ... Ein bisschen trittsicher musste ich sein, denn der Pfad war schmal, und einmal ging es richtig brutal den Berg hoch, da wäre ich bei rutschigem Boden nicht hochgekommen, zumal ich schon so fast die Hände benutzen musste ...

Lohn der Mühe war der Grenzstein Nr. 3 zwischen Baden und dem oberen Schaffhauser Kantonsteil, sodass ich nun wieder in der Schweiz gelandet war. Ich kam aus dem Wald und hatte nun verhältnismäßig weites Land vor mir. Ich durchquerte Gebiet der Gemeinde Ramsen und kam nach Hemishofen.

Hemishofen ist ein richtig schönes Dörfchen mit unglaublich vielen schönen Fachwerkhäusern, das war definitiv keine Beleidigung für die Augen.

Weiter ging es nun über den Rhein nach Wagenhausen (Kanton Thurgau), was ebenfalls ein schönes Örtchen ist, vor allem aber ist der Weg am Rhein entlang sehr schön. Die Sonne ging so langsam unter, wodurch das Abendrot zum Leuchten kam, und ich hatte jetzt die Bahn um 20.46 Uhr abgeschrieben, sodass ich noch einen kleinen Abstecher in die Altstadt von Stein am Rhein machte.

Wow! Ich habe wirklich nicht viel von dem Städtchen gesehen, aber das, was ich gesehen habe, war toll. Da muss ich unbedingt nochmal in Ruhe und bei Sonnenschein hin, denn in der Dämmerung kommen die wunderbaren Farben an den Fassaden doch nicht ganz so toll zum Ausdruck ...

Ich ließ mir jetzt Zeit, denn die nächste Bahn nach Diessenhofen fuhr erst um 21.16 Uhr, war gegen 21 Uhr am Bahnhof (dieser Teil von Stein am Rhein ist das zweite linksrheinische Gebiet des Kantons Schaffhausens), kaufte mir erstmals seit 2002 eine Fahrkarte für die SBB, fuhr zehn Minuten nach Diessenhofen, lief dann noch ein ganzes Stückchen durch den ziemlich dunklen Ort, ehe ich die Grenzbrücke nach Deutschland überquerte, mein Auto anließ und durch die ziemlich dunkle Nacht zurück nach Bonndorf fuhr.

Die ersten elf, zwölf Kilometer sind geschafft, mal gucken, wie weit ich komme ... (Und die Frankreich-Tour will ich ja an einem Abend auch noch abschließen!)

Fotos:

Am Rhein

Der Rhein

Grenzstein Nr. 3 (Baden-oberer Schaffhauser Kantonsteil)

Hemishofen

Rheinbrücke Hemishofen-Wagenhausen

Blick auf Stein am Rhein

Blick von der Brücke in Stein am Rhein in Richtung Westen

In Stein am Rhein


Mittwoch, 12. August 2020

Irgendwie sehr müde

... bin ich heute, das mag an der Hitze liegen oder daran, dass ich in den letzten drei Tagen fast 40 Kilometer durch ebendiese Hitze gelaufen bin, oder dass ich wegen der Hitze heute Nacht nicht schlafen konnte. Ach, es ist einfach heiß ...

Mein Knie schmerzt nicht, aber es meckert ein bisschen, sodass ich mich in dieser Gemengelage entschieden habe, heute mal nicht wandern, sondern gleich sehr früh ins Bett zu gehen (ich gucke sicher noch ein paar Serien, keine Sorge!).

Das heißt im Umkehrschluss, dass ich heute nicht in die Schweiz komme, lasse ich den Nachbarn halt mal einen Tag Ruhe vor mir.

Viel spannender als mein Gelaber ist aber, dass meine Mutter und ich jetzt für die Nacht von Freitag auf Samstag noch ein Hotel in Brunate in der Nähe von Como am - wie überraschend! - Comer See gebucht haben. Auf diese Weise können wir am Freitag gemütlich nach der Arbeit hier losfahren, sind nach vier, fünf Stunden da oben im Hotel und haben es am Samstag nicht mehr so weit nach Beausoleil bzw. Monaco, zumal der Sonntag ja der lange Tag mit drei Alpenpässen werden soll ...

Vielleicht fahren wir sogar mit der Standseilbahn hinunter nach Como und wieder hoch, das entscheiden wir dann spontan. (Wobei, je mehr ich über die Standsteilbahn lese, desto begieriger bin ich darauf, die mal auszuprobieren ...)

Ebenfalls spontan entscheiden wir, ob wir auf der Fahrt einen ganz kurzen Abstecher nach Campione d'Italia am Luganersee machen, denn das ist eine italienische Exklave, die ganz von Schweizer Gebiet umgeben ist, und sowas gefällt mir ja schon ziemlich gut ...

Das wird ein schönes, vielleicht etwas anstrengendes, aber auf alle Fälle schönes Wochenende!

Dienstag, 11. August 2020

Das Ding wackelt!

Natürlich war ich heute wieder in der Schweiz, wenn auch nur das kurze Stück zwischen Seldengraben und Wiizemersteg, aber den siebten Tag in Folge wollte ich schon in der Schweiz gewesen sein ...

Auch wenn ich dabei zwei Grenzbrücken überschritt, war die Wackelbrücke die Stahlbrücke über die Wutach auf vollständig deutschem Gebiet, auf die ich zwecks Fotomachen von der Eisenbahn-Wutachbrücke drauflief ... Zum Glück guckte ich beim Draufgehen vor allem auf die andere Brücke, denn als ich auf den Boden schaute und sah, dass mich nur ein Gitter und viel heiße Luft vom Fall in die Wutach abhielt, wurde mir doch ein bisschen mulmig. Nicht so schlimm wie auf dem Glasboden im CN Tower in Toronto, aber ein bisschen ...

Aber von Anfang an: Nach Feierabend erprobten Mutter und Sohn eine neue, innovative Taktik, damit Mutter nicht zweimal den Sohn fahren muss - wir brachten mein Auto an den Wiizemersteg, ich stieg in das Auto meiner Ma um, und wir fuhren gemeinsam nach Achdorf zur Scheffellinde, denn dort wollte ich starten. Clever, gell?

Der Weg führte über die im Volksmund "Wellblechweg" genannte Kreisstraße, und die heißt so, weil es ständig auf und ab geht ... Wir kamen in Achdorf an, ich stieg aus und meine Mutter fuhr über Ewattingen heim.

Unter den Juristen sagt man, der Blick ins Gesetz erleichtere die Rechtsfindung, und unter Wanderern sagt man, der Blick auf die Karte erleichtere die Wegfindung ... Nun, ich Vollhonk hatte mir die Strecke so geplant, dass ich auf exakt der gleichen Strecke, die wir mit dem Auto nach Achdorf gefahren waren, jetzt einige Kilometer zurücklatschen durfte. Natürlich, ich wollte den Ring um Achdorf und Ewattingen herum schließen, aber da war ich nun auf der Straße unterwegs und stiefelte in Richtung Wald.

Nach zweieinhalb Kilometern durfte ich in den Wald abbiegen, verlief mich aber gleich mal, weil die tollen Wanderweg-Weiser zwar auf gerader Strecke alle paar Meter zu finden sind, aber bei einer Weggabelung erstmal gar nicht ... Zum Glück merkte ich den Fehler einigermaßen zügig, zeigte dem erstbesten Wegweisermärkchen am Baum einen bestimmten Finger (unglaublich professionelle Reaktion, ich weiß ...) und lief nun in Hörentfernung zur Wutach durch den - ansonsten wunderbaren - Wald ...

Mir begegneten kaum Menschen, ein Mountainbiker kam von hinten angerast (auf dem engen Weglein darf der nie und nimmer fahren, und schon gar nicht so schnell, aber sei's drum, ich will ja kein Waldwart sein), und so wanderte ich gemütlich durch einigermaßen kühlen Flühenwald in Richtung Grimmelshofen.

Kurz vor Grimmelshofen überquert die Sauschwänzlebahn die Wutach, und die Brücke ist - wie die gesamte Streckenführung - ein Ingenieursmeisterwerk. So richtig wohl fühlte ich mich auf der Fußgängerbrücke über die Wutach aber eben nicht, jedenfalls nicht, nachdem ich mal nach unten geguckt hatte, ich hielt mein Handy und meinen Wanderstock ganz fest (der Wanderstock war heute übrigens sehr hilfreich, denn es ging teilweise steil bergab) und war froh, als ich wieder festen Waldboden unter den Füßen hatte.

Die letzten Wutachflühen-Meter mit untergehender Sonne (die ging hinter den Berglein unter, es war noch immer gut hell) führten mich nach Grimmelshofen. Die Einwohner dieses zu Stühlingen gehörenden Örtchens waren alle recht freundlich, nur eine ältere Dame fragte mich aus heiterem Himmel, ob's mir "pressiert" - ich war ihr wohl zu schnell unterwegs. Nun ja ...

Ich überquerte die Bundesstraße, lief in Richtung Sportplatz, dann links hoch zum Seldengraben, überquerte dort die deutsch-schweizerische Grenze, begegnete in der Schweiz zwei Deutschen, die ich durch mein Grüezi völlig verwirrte, und war ziemlich froh, als ich über den Wiizemersteg wieder nach Deutschland und zu meinem Auto kam ...

Das waren zwar heute nur 10,82 Kilometer, aber irgendwie war ich kaputt. Vielleicht mache ich morgen mal Pause, hätte ich mir durchaus verdient ...

Fotos:

In den Wutachflühen

Die Wutach

Eisenbahnbrücke über die Wutach von der Fußgängerbrücke

Die Wutach näher als mir lieb war

Sonnenuntergang in den Wutachflühen

Grenzbrücke Seldengraben

Grenzbrücke Wiizemersteg (mit Sto-Gebäude im Hintergrund)