Meinen Chef, meine Kolleginnen und meinen Kollegen hatte ich die letzten Tage richtiggehend genervt, fürchte ich, aber heute meinte mein Chef dann: "Geh doch!" Das war - hoffentlich - kein Aufruf zur Kündigung, sondern das förmliche Okay für die Südamerikareise. Ganze 22 Urlaubstage bringe ich dafür ein, aber so kann ich Südamerika von Nordosten bis nach Südwesten durchreisen, wenn das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle ...
Anreise (19. Juni)
Am 19. Juni 2027 geht es also von Paris-Charles de Gaulle nach Cayenne in Französisch-Guayana; der Flug startet um 9.40 Uhr und landet um 13.40 Uhr Ortszeit (18.40 Uhr deutscher Zeit) in Südamerika. Nach Paris komme ich mit dem (früh)morgendlichen Flug, der um 5.55 Uhr in Hannover startet und um 7.35 Uhr in Paris landet. Zwei Stunden sollten zum Umsteigen reichen, zumal ich nur ausreisen muss, und im Zweifel bin ich recht zuversichtlich, dass die auch ein paar Minuten auf mich warten würden ... So spare ich mir auch eine Übernachtung in Paris, die ich sonst bei Abflug aus Zürich oder Frankfurt hätte nehmen müssen, weil so früh von dort kein Flieger nach Paris geht.
Abenteuer über Land (20. bis 22. Juni)
Von Cayenne will ich mich nach einem Tag der Akklimatisierung über Land nach Macapá in Brasilien durchschlagen, der Plan ist, am 21. Juni in Cayenne aufzubrechen und in Oiapoque 200 Kilometer entfernt zu übernachten, dann schon nach Überqueren der französisch-brasilianischen Grenze (ich finde es immer noch sehr cool, dass ich die französisch-brasilianische Grenze überqueren werde!). Am nächsten Tag, dem 22. Juni, soll es dann nach Macapá gehen, über hoffentlich nicht zu schlammige Pisten und fast 600 Kilometer, gucken wir, was das wird - Abenteuer wird's wahrscheinlich werden, Abenteuer!
Das Ganze ist noch nicht in Stein gemeißelt, denn wenn die deutschen Frauen schon sehr früh ihr erstes Gruppenspiel haben, dann würde ich vielleicht schon am 20./21. Juni die Reise auf mich nehmen, damit ich noch ein bisschen Puffer vor dem Spiel habe ...
Mittelteil in Brasilien (23. bis 30. Juni)
Wo die deutschen Frauen spielen, steht frühestens nach der Auslosung am 11. Dezember fest, und dann geht es in die genauere Planung des Mittelstücks der Reise. Ganz großartig wäre es zum Beispiel, wenn sie in Gruppe D gelost würden und am 26. Juni im Maracanã in Rio de Janeiro spielen würden; dann würde ich am 23. oder 24. Juni von Macapá nach Rio fliegen und mir dort ein paar schöne Strandtage machen. Aber auch jeden anderen Spielort würde ich mir passend machen - und natürlich muss ich eine Eintrittskarte kriege, aber da bin ich recht zuversichtlich, dass da nicht so viele so in den Startlöchern stehen und mit den Hufen scharren werden wie ich ...
Kolumbien/Venezuela (1. bis 5. Juli)
So um den 1. Juli herum würde es dann nach Bogotá gehen, so ist der Plan, um von dort mit einer kurzen Rein-raus-Operation (zwei Übernachtungen) nach Caracas und damit nach Venezuela, in meinen letzten fehlenden souveränen Staat in Südamerika, zu kommen. Der aktuelle Schlachtplan sähe vor, vom 1. bis auf den 2. und vom 4. auf den 5. Juli in Bogotá zu übernachten und nur mit Rucksack am 2. Juli nach Caracas und am 4. Juli zurück nach Bogotá zu fliegen. (Und wenn alle Stricke reißen würden und Venezuela noch instabiler wird, könnte man notfalls die Reißleine ziehen und in Bogotá bleiben; aber das wollen wir natürlich nicht hoffen.)
Von Bogotá nach Puerto Williams (5. bis 9. Juli)
Der weitere Plan sollte sein, möglichst am 5./6. Juli von Bogotá über Santiago de Chile nach Punta Arenas im Süden Chiles zu kommen; wie genau ich das bewerkstellige, weiß ich noch nicht genau. Es ist auch durchaus denkbar, dass ich von Brasilien aus nach Santiago fliege, dort mein Gepäck lasse und schon mit kleinem Gepäck nach Bogotá (oder gleich nach Caracas?) fliege. Das gucken wir dann, wenn die Auslosung durch ist, was preislich am günstigsten ist.
Schon Punta Arenas wird sehr deutlich mein südlichster Punkt sein (wenn ich dort übernachte, wird das ungefähr bei 53° 10' S liegen, der Flughafen liegt ziemlich genau bei 53° S) und die bisherige "Bestleistung" am Slope Point in Neuseeland von 46° 41' S um sechseinhalb Grad überbieten. Das allein ist schon das Honigkuchenpferdgrinsen wert.
Von Punta Arenas könnte es aber am 7. Juli noch weiter südlich nach Puerto Williams gehen. Wahrscheinlich muss ich fliegen, weil es großer Zufall wäre, wenn die 32-Stunden-Fähre, die im südlichen Winter wohl nur einmal pro Woche fährt, gerade so unterwegs ist, dass es mir in den Kram passt. Die Chance ist also groß, dass ich am 7. Juli nach Puerto Williams fliege und am 9. Juli wieder zurück. Puerto Williams liegt bei 54° 56' S - das wären noch einmal fast zwei Grad Verbesserung gegenüber Punta Arenas. Leider kommt man von Puerto Williams - gerade im Winter - nicht gut noch die paar Kilometer weiter südlich, um den 55. Breitengrad zu überqueren, sodass das an Land wohl nicht klappen würde. Allerdings würde ich, wenn die Fähre mir doch in den Kram passen sollte, auf der Fährstrecke den 55. Breitengrad womöglich sogar überqueren, weil die durch die Gletscherlandschaft ein Stück weiter südlich von Puerto Williams fährt; das gucken wir dann aber alles in Ruhe, sobald der Fährfahrplan raus ist.
Der Plan ist es, aus Punta Arenas ein "Auckland des Südens" zu machen: So, wie Auckland in meinem Südpazifik-Urlaub im Mai Dreh- und Angelpunkt war, könnte ich in Punta Arenas dreimal übernachten, dabei jeweils meinen Koffer im Hotel lassen und nur mit kleinem Gepäck weiterziehen - zunächst nach Puerto Williams, dann auf die Falklands.
Entschleunigung auf den Falklands (10. bis 17. Juli)
Am 10. Juli um 11.35 Uhr (16.35 Uhr deutscher Zeit) fliege ich in Punta Arenas ab und lande um 12.20 Uhr (17.20 Uhr deutscher Zeit) in Río Gallegos in Argentinien. Ich habe genau den einen Flug im Monat "erwischt", der einen Zwischenstopp in Argentinien macht; das war nicht Ziel des Ganzen, ist aber a) nicht zu vermeiden und b) nicht schlimm. Um 13.35 Uhr (18.35 Uhr deutscher Zeit) geht es in Río Gallegos wieder los, um 14.57 Uhr (19.57 Uhr deutscher Zeit) lande ich in Stanley und damit auf den Falklands. Juchhe!
Da es nur diese eine Verbindung einmal pro Woche gibt, muss ich also die ganze Woche auf den Falklands bleiben, und ich habe fest vor, mir da ein bisschen Entschleunigung zu gönnen: viel Wandern, viel Spazierengehen, nicht viel Programm - ich bin gespannt, ob ich das als erholsam oder als langweilig wahrnehme, aber aus der Nummer komme ich jetzt eh nicht mehr raus ...
Einen Ausflug zu den Königspinguinen werde ich höchstwahrscheinlich machen, wenn ich schon einmal auf den Falklands bin, auch wenn das anscheinend ziemlich teuer (300 bis 400 Euro) ist, aber das wird eh ein teurer Urlaub, was will man machen?
Am 17. Juli jedenfalls geht es um 14.11 Uhr (19.11 Uhr deutscher Zeit) zurück; wieder gibt es einen Zwischenstopp in Río Gallegos. Dort landen wir um 15.39 Uhr (20.39 Uhr deutscher Zeit) und fliegen um 17.04 Uhr (22.04 Uhr deutscher Zeit) weiter. In Punta Arenas schließlich landet der Flieger um 17.53 Uhr (22.53 Uhr deutscher Zeit).
Heimreise (18. bis 20. Juli)
Nach der Rückkehr von den Falklands und der dritten Übernachtung in Punta Arenas sollte es dann am 18. Juli zurück nach Santiago gehen. Für den 19. Juli ist der Rückflug nach Europa gebucht: Um 10.10 Uhr (16.10 Uhr deutscher Zeit) startet der Flieger in Santiago und landet nach 13 Stunden und 55 Minuten Flugzeit (das wird wahrscheinlich mein längster Flug überhaupt werden ...) am 20. Juli um 6.05 Uhr in Paris. Nach Einreise und Sicherheitskontrolle werde ich viel Zeit haben, denn erst um 12.40 Uhr geht es dann weiter nach Hannover. In Deutschland lande ich um 14.10 Uhr - und werde wahrscheinlich so lange mein Heimatland verlassen haben wie nie zuvor, mit einer Rückkehr 31 Tage nach dem Abflug.
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Die Flüge Hannover(!)-Paris-Cayenne, Punta Arenas-Stanley-Punta Arenas und Santiago-Paris-Hannover sind jetzt gebucht, sonst ist noch nichts fixiert. Ich gucke sicherlich in den nächsten Tagen mal ein bisschen nach Hotels, vielleicht auch schon einmal nach dem Flug von Punta Arenas nach Santiago, aber ich vermute, es ist günstiger, Santiago-Punta Arenas-Santiago als Hin- und Rückflug zu buchen, und das kann ich ja noch nicht final ... Die Unterkünfte auf den Falklands sind ziemlich teuer, aber dafür ist der Flug nicht gar so furchtbar teuer gewesen ...
(Eigentlich hat mich der Flug auf die Falklands sogar fast gar nix gekostet, weil ich den mit der Erstattung saldiere, die uns Eurowings für den annullierten Flug von Budapest nach Stuttgart zahlt - das dauerte zwar ewig, bis die reagiert haben, aber die Entschädigung für meine Ma und mich ist schon da, und die für die anderen drei Leutchen sollte hoffentlich auch bald eintrudeln.)
Für Südamerika 2027 ist damit jetzt der entscheidende Buchungsschritt gemacht, da ist noch viel hinterherzubuchen, aber jetzt gibt es kein (preisgünstiges) Zurück mehr - so soll es doch sein. Juchhe!!!
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Und noch ein paar Beiträge aus der Serie "Unterdessen geschah im Rest der Welt":
In der Mittagspause ist mir der Einfall gekommen, dass man für Weihnachten 2027 (!) doch nach Bornholm könnte. Für eine größere Reise ins außereuropäische Ausland lohnen sich die drei Tage fast nicht, da Weihnachten nächstes Jahr maximal arbeitgeberfreundlich liegt. Wenn wir aber am 18. Dezember nach Bornholm übersetzen und bis zum 25. Dezember bleiben, könnte ich dort ein paar Tage arbeiten und meine Ma trotzdem die dänische Ostseeinsel, auf die sie so schon lange einmal wollte, genießen - und im Hotel kriegen wir hoffentlich auch am 24. Dezember etwas zu essen.
In der Mittagspause ist mir der Einfall gekommen, dass man für Weihnachten 2027 (!) doch nach Bornholm könnte. Für eine größere Reise ins außereuropäische Ausland lohnen sich die drei Tage fast nicht, da Weihnachten nächstes Jahr maximal arbeitgeberfreundlich liegt. Wenn wir aber am 18. Dezember nach Bornholm übersetzen und bis zum 25. Dezember bleiben, könnte ich dort ein paar Tage arbeiten und meine Ma trotzdem die dänische Ostseeinsel, auf die sie so schon lange einmal wollte, genießen - und im Hotel kriegen wir hoffentlich auch am 24. Dezember etwas zu essen.
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Der Bahnfahrplan ist jetzt raus, sodass ich auch in die genauere Planung für die verrückte Alle-Nachbarländer-Deutschlands-in-den-ersten-48-Stunden-des-Jahres-Tour einsteigen kann. Ach Leute, 2027 wird großartig, auch wenn ich jetzt schon anfangen muss, Urlaubstage zu sparen ...
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Das war jetzt endlich mal wieder ein Planungs- und Buchungsblogeintrag nach langer Saure-Gurken-Zeit.
Der Nordlandblog ist am vergangenen Samstag zu Ende gegangen, mit einem um 26 Jahre verspäteten (und aus heutiger Sicht geschriebenen) Fazit.
Die letzten Einträge waren
18. August 2000 - Fahrt von Oslo nach Helsingør
19. August 2000 - Aufenthaltstag in Helsingør mit Ausflug nach Kopenhagen
20. August 2000 - Fahrt von Helsingør nach Neukirchen-Vluyn
21. August 2000 - Aufenthaltstag in Neukirchen-Vluyn
22. August 2000 - Fahrt von Neukirchen-Vluyn nach Bonndorf
(17. August 2026 - Fazit nach 26 Jahren)
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Und zu guter Letzt will ich noch das schon gefeierte grüne Buch und die großartige Wilma-Zeichnung in Belgrad hier präsentieren; für die Veröffentlichung hat Fenna, die Künstlerin, mir freundlicherweise ihre Genehmigung erteilt:
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| Wilma in Belgrad |
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| Das grüne Buch |


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