Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Mittwoch, 22. Juli 2026

"Wie ein richtiger Deutscher"

Ich saß da nichts ahnend auf der Bank im Schatten auf der Váci utca und beguckte Leute, als ein Flaschensammler (auf den Plastikflaschen ist hier in Ungarn auch Pfand) auf mich zukam und mich - sofort auf Deutsch! - fragte, ob ich die Colaflasche noch bräuchte. Der kam mir gerade recht, so war ich die Flasche los, aber ich bat ihn - er war schon weitergelaufen -, noch einmal zurückzukommen. Natürlich wollte ich wissen, wieso er mich sofort auf Deutsch (und nicht etwa auf Ungarisch, was man in Ungarn ja durchaus hätte machen können) angesprochen habe. Nach einigem Lavieren meinte er, ich sehe halt aus "wie ein richtiger Deutscher". Naja, immer noch besser als wie ein Russe!

Heute war ein ganz entspannter Urlaubstag, das war richtig schön. Nicht so schön war, dass ich kaum geschlafen hatte, ich hatte mich möglicherweise überfressen gestern (war aber alles lecker! Und Ruhe dahinten!), vielleicht war das letzte Bier auch schlecht gewesen (wobei ich das schon mittags getrunken hatte), jedenfalls war das die zweite Nacht mit wenig Schlaf.

Sei's drum, ich stand auf und verließ so gegen 9 Uhr frisch geduscht die Bude. Heute Morgen war es angenehm mild, fast kühl, in Budapest - das war klasse.

Ich guckte mir die eine oder andere Frühstückskneipe an, fand die alle nicht so richtig großartig (auch nicht die, in der ich mit Willi und meiner Ma vor ein paar Wochen regelmäßig war) und entschied mich schließlich, nochmal die Markthalle anzugucken. Ich kaufte mir (wichtig!) eine neue 24-Stunden-Fahrkarte und fuhr von der Oper in die Stadtmitte und von dort mit der Straßenbahn zur Markthalle.

Die war heute leerer als an dem Samstag vor sechs Wochen, vor allem oben - trotzdem war ich nicht bereit, 25 Euro für zwei halbe Würste zu bezahlen, die spinnen ja!

Stattdessen kaufte ich mir unten im Aldi in der Markthalle ein großes Baguette und lecker Kolbász, ungarische Wurst, einmal vom Schwein, einmal vom Rind, und das alles verspeiste ich genüsslich - zusammen mit Cola und Wasser - mit Blick auf die Freiheitsbrücke und den Gellértberg und die Donau - das war schön ...

Danach lief ich ganz gemütlich in Richtung Vorösmárty tér, da passierte die Story mit dem Flaschensammler, ich kam auch an einer Installation des Mondes vorbei - sehr interessiert, und stieg schließlich in die U-Bahn in Richtung Stadtwäldchen ein. Am Széchenyi-Bad stieg ich aus, kam in eine Fahrkartenkontrolle (das ist hier ganz praktisch, die scannen einfach den Barcode auf der Karte, da müssen sie gar nicht mehr draufgucken, und ich kann ihnen die Karte auch im Zweifel falsch herum hinhalten) und lief in Richtung Schloss, als vom Heldenplatz Blasmusik zu hören war.

Es stellte sich heraus, dass heute der Jahrestag eines Sieges der ungarischen Armee über die Osmanen bei der Schlacht um die Festung Belgrad war (anno 1456), da wurden Reden gehalten und Blasmusik gespielt. Ich glaube, um 12 Uhr spielten sie die ungarische Hymne, aber das bekamen die meisten Touristen gar nicht mit (und ich zählte auch dazu ...). Ich versuchte, die Honoratioren zu identifizieren, angeblich war der Verteidigungsminister dabei, aber dem Braten (KI) traue ich da nicht so richtig; sei's drum - zum Glück war ich eingeschmiert, denn ich stand da in der prallen Sonne ...

Danach fuhr ich mit der Bahn wieder zurück in die Stadt, kaufte noch einen ungarischen Taschenatlas (für den Bub morgen) ein und machte dann, dass ich mich noch ein bisschen in meine Unterkunft zurückziehe. Gleich aber breche ich auf und treffe mich um 18 Uhr mit meinem Ex-Kollegen; mal gucken, was das wird - sorry, falls der Blog heute Abend nicht mehr so ergiebig wird ... (Wenn, wird es ein Nachtrag zum heutigen Blog, das ist jetzt so ein Hybrid aus normalem Blogeintrag und Liveblog ...)

Morgen geht um 6 Uhr der Wecker, um 7.30 Uhr fährt der Zug, und dann bin ich mal gespannt, wie die Großeltern des Bub mir selbigen dann unfallfrei übergeben werden ... Das wird gut!

Bei diesem Blick auf die Freiheitsbrücke hatte ich ...

... Frühstück heute Morgen

Gedenkveranstaltung auf dem Heldenplatz

Mondinstallation

Heldenplatz in seiner ganzen Schönheit (das rote Ding ist wegen des Formel-1-Rennens am Wochenende)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen