12.16 Uhr, zwischen Erzingen und Baden
... heißen ein Film und eine Fernsehserie, in der ein Zug nach einer globalen Klimakatastrophe durch die verschneite Welt fährt. Ganz so schlimm wird es hoffentlich heute nicht, aber ich bin gespannt, wann ich wo und wie ankomme ...Ziel ist jedenfalls meine Bude in Hannover, und weil das ja zu einfach wäre, bin ich noch immer am Überlegen, ob ich in Aachen einen kleinen Zwischenstopp mache und von dort nach Belgien und in die Niederlande fahre - oder wandere ...
Der Start ging jedenfalls schon einmal gründlich in die Hose, weil mein Bus, der um 10.40 Uhr in Bonndorf abfahren sollte, einfach nicht kam. Eine junge Frau bot mir an, dass ihr Stiefvater, der sie nach Schluchsee bringen würde, mich auch mitnehmen würde, aber irgendwie hätte mir das dann auch nicht mehr wirklich in den Kram gepasst, sodass ich nach kurzer Bedenkzeit absagte, weil ich ab Schluchsee das irgendwie auch nicht mehr geschafft hätte ...
Gleichzeitig machte mir meine Zwei-Wochen-Challenge-Planung ein bisschen Sorge, denn wenn das schon mit dem Bus in Bonndorf nicht klappen würde und ich daher nicht sicher sein konnte, dass das mit Aachen überhaupt klappt, und weil ich nächstes Wochenende schon mitten in Deutschland verplant bin, hätte das eng werden können.
So wurde dann doch das Mamataxi angefordert, auf dass mich selbiges nach Erzingen fahren möge - denn über Basel würde ich noch den angepeilten ICE erwischen.
Über die verschneite Obere Alp ging es nach Erzingen (zurück fährt meine Ma über die Bundesstraße über Stühlingen, das ist besser), und weil wir da zu früh waren, lief ich dort schon einmal über die nahegelegene Grenze zur Schweiz. Der deutsche Zöllner guckte auf dem Rückweg ein bisschen komisch aus seinem Kabuff, aber so habe ich definitiv Staats- (und auch Zoll-)Grenze überquert - gerade Letzteres ist bei dem knapperen Umstieg in Basel nicht ganz gesichert. Und so komme ich nicht in Definitionsprobleme ...
Jetzt war ich also schon in der Schweiz, komme gleich nochmal mindestens staatsrechtlich in die Schweiz, habe noch die Chance auf Belgien und die Niederlande, komme gleich an meinen südlichsten Punkt dieses Jahr in Grenzach-Wyhlen und kann hoffentlich heute Nacht in Ruhe Football gucken und dann morgen in Hannover ausschlafen. Klingt doch nach einem Plan, oder? Oder?!
Und wenn alle Stricke reißen, komme ich auch ohne Aachen nach Hannover, denke ich, denn so langsam fahren die Züge ja wieder an ...
Ich werde berichten, liebe Leserin, lieber Leser - Daumen drücken und mitfiebern ist angesagt ...
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| Zurück im Vaterland nach kurzem Ausflug ... |
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| ... über den Erzinger Zoll |
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| Das ist ein Grenzstein, aber der wurde in diesem Blog schon dokumentiert |
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13.39 Uhr, zwischen Basel und Freiburg
Das war eine Punktlandung - ich hatte nicht gedacht, dass schon der Anschluss in Basel ein Problem werden würde, aber plötzlich standen wir in Waldshut deutlich länger als geplant, weil noch etwas an der Strecke repariert werden musste. Seufz.
Zwischenzeitlich drohte es richtig knapp zu werden mit dem Anschluss, aber trotz des Stillstands noch kurz vor Basel kamen wir fünf Minuten vor Abfahrt des ICE an. Ich mit Koffer treppab, treppauf, da fuhr der Zug gerade ein - ich lief noch ein Stück nach hinten und bekam einen Tisch am Vierer ... Kaum saß ich, fuhren wir ab - wenn man immer wüsste, dass das genau so kommt, würde ich das öfter nehmen ...
Mein angepeilter ICE heute Nacht von Köln nach Hannover fällt aus (so eine Überraschung), aber jetzt kann ich mir bis mindestens Mannheim (15.22 Uhr), eigentlich sogar bis Köln überlegen (17.20 Uhr), ob ich verrückt bin und das mit Aachen/Belgien/Niederlande trotzdem versuche oder aber gleich nach Hannover durchfahre.
Meine Kollegin sagt mir, dass die Busse immer noch nicht fahren im Umland von Hannover, und die Stadtbahnen fuhren bis zumindest 13 Uhr nur im Tunnel, mal gucken, wie ich nach Hause komme (und wann), aber irgendwie wird das klappen.
Und ob ich Football nun daheim oder unterwegs gucke, ist auch fast egal.
Ich bin wirklich selbst gespannt, was ich mache - und ich werde berichten ...
Achso, eben kamen ein deutscher und ein Schweizer Grenzer durch den Zug und haben gemeinsam Europa kaputtgemacht - immerhin ... Seufz!
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17.02 Uhr, Siegburg/Bonn
Jetzt stehen wir erstmal unplanmäßig wegen einer Weichenstörung - mal gucken,wie lange ... In Köln hätte ich nach bisheriger Planung 38 Minuten zum Umsteigen (und Kofferwegstellen) ... Aha, jetzt geht es weiter ...
Wenn das so funktioniert, könnte ich glatt wirklich nach Aachen fahren ...
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17.35 Uhr, kurz vor Köln Hbf
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Ich bin vernünftig ... Ich bleibe jetzt in Köln im Zug sitzen und schaue, dass ich über Osnabrück einigermaßen unfallfrei nach Hannover komme. Dann kann ich gemütlich im Bett Football gucken und bei Bedarf auch schon früher einschlafen ...
Wenn ich keinen Koffer dabeigehabt hätte, hätte ich mich wahrscheinlich ins Abenteuer geworfen, aber so ist das nicht nur mit dem Einschließen, sondern vor allem mit den fünf nächtlichen Regionalexpressen, in die ich jeweils umsteigen müsste, mühsam ...
Vielleicht bin ich morgen verrückt, wenn da wieder was fährt (vor allem, falls ich doch früher schlafe), aber die Rekordzeit, alle Nachbarländer zu besuchen (dazu müsste ich vor dem 25. Januar alle schaffen), kriege ich sowieso nicht mehr gebrochen dieses Jahr wegen Krankheit und Wetter, da muss ich jetzt nicht auf Biegen und Brechen durch einen unbekannten Wald zum Grenzstein marschieren.
Tagsüber, an einem der nächsten Wochenenden - gut möglich, aber heute nicht ...
Eine Auslandsreise war's heute dann ja doch, immerhin, da war ich ja so klug, mir die Schweiz zu sichern, und ich berichte auch, wie ich wann in Hannover ankomme - aber die Hauptentscheidung heute Abend ist jetzt zugunsten des Heimfahrens gefahren ...
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19.50 Uhr, in Münster
So, den frühen Anschluss in Osnabrück kriege ich wahrscheinlich nicht, weil die Regionalbahn natürlich pünktlich fährt, wenn man sie einmal verspätet bräuchte ... Die nachfolgende Regionalbahn ist dagegen eine halbe Stunde verspätet, sodass ich mich ungefähr eineinhalb Stunden in Osnabrück herumdrücken werde, mal gucken, ob da noch was offen hat (für den Spanier, den ich da neulich entdeckt habe, ist es wahrscheinlich ein bisschen knapp - schade!) ...
Noch bin ich aber recht hoffnungsfroh, noch relativ früh in der Nacht in Hannover anzukommen - vom Hauptbahnhof wird es dann aber wahrscheinlich ein Uber werden, mal schauen, ob da was fährt ...
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20.52 Uhr, auf dem Weg nach Rheine
Aber das ist doch die falsche Richtung!
Ist es, aber ich weil ich den Anschluss nach Hannover knapp verpasst hatte, wollte ich nicht so ewig mit Koffer in Osnabrück herumirren, also entschied ich mich, meinem Zug entgegenzufahren und in Ibbenbüren auf diesen aufzuspringen.
Gesagt, getan, ich saß gerade im Zug und fuhren in Osnabrück-Altstadt aus, als die Anzeige kam, dass der Zug schon viel früher wendet und nicht mehr fährt (auch nicht ab Osnabrück!) ...
Jetzt fahre ich halt bis Rheine und steige dort in einen Zug ein, der mich wieder in Richtung Osnabrück bringt - mal gucken, was das wird. Aktuell geplante Ankunftszeit in Hannover Hbf: 23.50 Uhr ...
Weiter Daumen drücken!
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21.30 Uhr, wieder zurück nach Osnabrück
Das wurde mir dann doch ein bisschen zu heiß, gerade weil der Gegenzug noch nicht mit einer tatsächlichen Abfahrtszeit angezeigt wurde ... Ich bin jetzt doch in Ibbenbüren ausgestiegen und gleich wieder in Osnabrück - da steige ich wahrscheinlich in den Zug ein, der aus Rheine kommt (inzwischen wird nämlich da auch eine tatsächliche Abfahrtszeit angezeigt), aber falls der überraschend doch ausfällt, strande ich lieber in Osnabrück als in Ibbenbüren oder in Rheine ...
Es bleibt spannend - verloren haben ich durch dieses Scharmützel übrigens nix, von Osnabrück fährt - ausweislich der Bahn-App - sonst nix; denn dann hätte ich diese Verbindung ja genommen ...
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22.14 Uhr, zwischen Osnabrück und Löhne(Westf)
Die Bahn hat auch Nerven, an so einem Tag eine Fahrgastbefragung durchzuführen ... Wenigstens war die Frau sehr freundlich - jetzt jedenfalls sitze ich im hoffentlich vorletzten Zug des Tages nach Löhne in Westfalen.
Dort habe ich nach aktuellem Stand neun Minuten zum Umsteigen nach Hannover, und eine Stunde später sollte ich gegen 23.50 Uhr in Hannover sein.
Wie ich in Hannover nach Hause käme, wollte die Dame noch wissen. Ich antwortete, dass das eine gute Frage sei ...
Erstmal nach Hannover kommen, muss aber das Tagesziel lauten - da konnten wir beide zustimmen. Es wird - hoffe ich ...
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22.51 Uhr, zwischen Löhne und Hannover
Sodele, jetzt bin ich hoffentlich im letzten Zug des Tages - ich gucke Football, alles gut, und beim Bürgerkönig kriege ich bestimmt auch noch was zu essen in Hannover.
Das hat jetzt hier alles recht gut geklappt bisher, ich will's ja nicht beschreien, aber wenn heute Nacht was fährt, scheint es jetzt im Moment einigermaßen pünktlich zu sein ...
Ich habe jetzt ein Hüngerchen, die Kohlrabi mit Dip waren ein leckeres Mittagessen, aber die Nacht ist ja noch jung ...
Einen letzten Eintrag gibt es - hoffentlich - aus meiner Bude, und dann sehen wir mal, was wir anstellen, wenn wir morgen ausgeschlafen haben ...
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0.40 Uhr, in meiner Bude
Juchhe, ich bin daheim!
Wir kamen ein bisschen verspätet in Hannover an, der Bürgerkönig hatte schon zu, also wurden zwei Pizzazungen vertilgt.
Das Uber kam sehr schnell, auch wenn der sehr freundliche und sehr gesprächige Fahrer diese kamerunische Unsitte an den Tag legte und nochmal anrief, um den Treffpunkt abzustimmen ...
Er fuhr über die recht gut geräumten Hauptstraßen und die brutal ungeräumten Nebenstraßen sehr souverän, so richtig verstehe ich nicht, wo das Problem ist für die Stadtbahn, aber ich bin auch kein Stadtbahnexperte.
Jetzt bin ich jedenfalls zuhause, gucke noch Football und schlafe morgen aus ... Dann sehen wir weiter, aber ich vermute, ich mache morgen genau nix ...
Gute Nacht!



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