Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 3. März 2019

Geschätzt 1:100

... war unsere Chance heute, in unserem Auto vom Blitz getroffen zu werden, denn auf der Fahrt von Johannesburg nach Nelspruit/Mbombela kamen wir in eines der furchtbarsten Unwetter, die ich jetzt erlebt habe ...

Aber erstmal zu gestern - den folgenden Berichtsteil habe ich gestern im Flieger von Frankfurt nach Madrid getippt:

In sehr kleiner Schrift

... steht im neuen deutschen Reisepass "Bundesrepublik Deutschland" und "Einigkeit und Recht und Freiheit" auf jeder Seite geschrieben. Man muss schon sehr genau hingucken, um das zu entziffern, aber da ich eben im Flieger nix Besseres zu tun hatte (bis ich auf die glorreiche Idee kam, meinen Rechner zu holen und den heutigen Blog schonmal vorzuschreiben), hab ich mir mal meinen Pass seeeeehr exakt angeguckt. Schönes Ding!

Ich sitze hier gerade im Iberia-Flieger (wenn ich den Blogeintrag hochlade, werde ich aber schon in Madrid sein), es ist affenheiß und es ist mir immer wieder schleierhaft, wieso die Fluggesellschaften die Flugzeuge nicht ein bisschen mehr herunterkühlen können. Erstens kann man sich notfalls, wenn einem kalt ist, halt noch was drüberziehen (aber man kann sich nur begrenzt ausziehen), vor allem aber reduziert ein kühlerer Flieger die menschlichen Ausdünstungen deutlich. Das will der geneigte Leser alles gar nicht wissen? Okay, okay, ich höre ja schon auf.

Diese Woche war recht stressig, und heute Morgen verbrachte ich noch ein paar Stunden im Büro, aber gegen 12.30 Uhr machte ich mit halbwegs gutem Gefühl Schluss. Mir war auf der Fahrt ins Büro eingefallen, dass ich die Hälfte vergessen hatte (naja, "nur" Kopfhörer, meine Powerbank und zwei Zeitschriften für die Busfahrten), also nutzte ich die Zeit, bis Jessi und Christian kamen, um nochmal kurz heimzufahren, die Sachen zu holen und mich wieder ins Büro kutschieren zu lassen. In weiser

Voraussicht hatte ich schonmal eine Gruppentageskarte gekauft, sodass ich die natürlich auch als Einzelner nutzen konnte - sehr praktisch ...

Die beiden kamen überpünktlich, wir fuhren noch in die Stadt ins Maredo, und für den Fall, dass wir in Südafrika und Mosambik zu wenig Steak zu essen kriegen, haben wir heute schonmal auf Vorrat gegessen. Wir verputzten zu dritt 1,2 kg

Fleisch, das war sehr lecker, und tranken dazu das eine oder andere hopfenhaltige Getränk - bis einer von uns wieder fahren muss, dauert es ja noch ein Weilchen.

Wir fuhren mit dem Bus zurück ins Büro, holten unsere sieben Sachen, fuhren mit dem Bus zum Hauptbahnhof und dann mit der S-Bahn zum Flughafen. Nach der Skyline-Fahrt zum Terminal 2 ging die Sicherheitskontrolle, obwohl wenig Andrang war, nicht so richtig schnell, aber wir hatten noch ewig Zeit ... Unser Flieger war jetzt ein bisschen verspätet, aber normalerweise müssten die (bisher) Eindreiviertelstunden zum Umsteigen reichen.

Joa, und dann geht es kurz vor Mitternacht nach Südafrika (wenn das irgendwer noch nicht mitbekommen haben sollte ...), juchhe - wir fliegen ...

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Die Eindreiviertelstunden reichten natürlich problemlos zum Umsteigen, aber doch nicht so problemlos, dass ich noch den Blog von gestern hätte hochladen können, sei's drum ...

Der Flug nach Johannesburg ging fast pünktlich ab, wir kamen überpünktlich an, ich guckte zwei Filme, fing ein paar Serienepisoden an, hörte Musik, guckte auf die Weltkarte und hatte ein paar Stunden meine Augen zu, ohne wirklich zu schlafen (jedenfalls gefühlt). Jessi und Christian neben mir ratzten, als ob es kein Morgen gäbe - Glückspilze.

Das Essen im Flieger war nicht wirklich fantastisch, aber das überlebten wir.

In Johannesburg kamen wir vergleichsweise entspannt, aber trotzdem verschwitzt an, ließen uns bei der Einreise viel Zeit (mussten wir auch, weil die Südafrikaner mal wieder katastrophal wenige Kontrollstellen besetzt hatten), kamen ungehindert durch den Zoll und bekamen vorfristig unser Auto.

Eigentlich war die Absprache, dass derjenige fährt, der am besten geschlafen hat, aber Jessi verdonnerte mich trotzdem zum Fahren. Nun denn ... Erst verfuhren wir uns bei 31° ein bisschen, konnten aber recht schnell drehen und kamen dann auf die richtige Route.

Der Himmel zog sich zu, es fing an zu tröpfeln (jetzt durfte ich endlich den Scheibenwischer anstellen, den ich statt des Blinkers regelmäßig bediente - hier hatte ich diesmal - da wir ein Automatikauto hier haben - meine spiegelbildlichen Probleme ...), aber irgendwann wurde aus dem Tröpfeln ein veritabler Wolkenbruch mitsamt Blitzen vor, hinter und neben uns.

Christian erzählte von seinem Ex-Chef, dessen Auto durch einen Blitzeinschlag ein Totalschaden geworden war: "ein Licht, so hell, und ein Knall, so laut, wie du es noch nie erlebt hast ..." Na, danke schön auch!

Wir überlebten das wässrige Inferno, auch wenn einige Autos vor uns sich unter Brücken in vermeintliche Sicherheit brachten, und kamen nach dreieinhalb Stunden Fahrt trockenen Fußes in Nelspruit an.

Wir gingen erstmal einkaufen (Getränke für morgen und Bier zur Belohnung für uns alle), tranken das Bier, gingen dann in die Hotelbar, weil wir den Plan hatten, um 18.30 Uhr hier im Hotel zu Abend zu essen ... Nun, Christians und mein Bier kam, Jessis Gin Tonic kam nicht, weil der Manager den Gin in seinem Büro verwahrte und den nicht rausrücken konnte oder wollte. Das Hotelrestaurant sah auch gähnend leer aus, sodass wir uns in Anbetracht der versammelten Service-Inkompetenz für die (Taxi-)Fahrt in eine andere Gaststätte entschieden.

Dass das mit der Rezeption schiefgehen musste, war fast klar, das "Taxi" ließ anstatt sieben wahrscheinlich dreimal sieben Minuten auf sich warten, rief dann einen Wucherpreis für Hin- und Rückfahrt auf, den ich leicht herunterhandeln konnte, und der Typ gab mir - für das Anrufen zwecks Rückfahrt - noch - wie sich herausstellte - eine falsche Nummer. Eieieiei ...

Ganz und gar nicht "eieieiei" war die Kneipe, das Turn & Tender. Wir aßen Calamari-Köpfe (war okay) und Dörrfleisch (Biltong, sehr lecker) als Vorspeise, ehe Jessi das Straußensteak und Christian und ich jeweils das 400g-Filetsteak (für 15 Euro pro Person!) verdrückten. Das Fleisch war butterzart und ganz herausragend, ich könnte mir vorstellen, dass wir morgen wieder da landen ...

Zum Abschluss tranken wir das aus Swakopmund bekannte Amarula-Pfefferminz-Gemisch (das heißt hier "Springbockie" ...), zweimal, ehe wir den Geschäftsführer uns ein anderes Taxi rufen ließen, weil unser Taxifahrer mir die falsche Nummer gegeben hatte.

Ein Absacker hier im Hotel ward genommen, und nun bin ich - 22 Uhr ist hier - im Bett, denn morgen um 3 Uhr klingelt der Wecker, auf dass wir um 5 Uhr am Numbi-Gate sind ... Mal gucken, wie das klappt.

Der erste Tag in Südafrika war sehr ereignisreich, aber am Ende auch sehr schön (und sehr lecker).

So, ich muss schlafen, over and out ...

Sonntag, 24. Februar 2019

Flixbus-Fahrt Nr. 1

Ja, ich bin schon in aller Herren Länder mit dem Fernbus gefahren, in Südafrika und Mosambik kommt das ja übernächste Woche auch auf uns zu, aber heute bin ich zum ersten Mal in Deutschland im Fernbus gefahren. Ich habe ja das Wochenende in Jena verbracht (war sehr schön, aber mit viel zu viel Essen gesegnet) und wollte dann heute Mittag gemütlich mit der Regionalbahn nach Erfurt und danach eben mit dem ICE nach Wiesbaden fahren. Nur sind heute Bauarbeiten auf der Strecke zwischen Weimar und Erfurt angesetzt, sodass da kein Zug fährt.

Meine gute Freundin, bei ich zu Besuch war, empfahl mir, doch einfach nach einem Flixbus zu gucken, und so buchte ich für 4,99 Euro eine Fahrt von Jena nach Eisenach mit dem Ziel, in Erfurt auszusteigen (Flixbus darf keine Strecken unter 50 km anbieten, und da es von Jena nach Erfurt weniger als 50 km sind, dürfen sie diese Tour nicht als solche verkaufen). Gesagt, getan, ich kannte das Prozedere nicht so richtig, wie man da einsteigt (insbesondere, wo die Fahrkartenkontrolle stattfindet), absolvierte das aber erfolgreich und fuhr ein Stündchen mit dem Bus nach Erfurt, ehe ich dort ausstieg, mich ein bisschen wie ein Verbrecher fühlte und zum Zug stiefelte. Jetzt sitze ich im ICE und bin gegen halb sechs in Wiesbaden, dann habe ich noch den Abend, das wird auch gut.

Eben im Zug habe ich noch das Gepäck (und das Entertainment-Paket) für den Mauritius-Flug gebucht, und da haben sich mit Expedia und Condor ja wirklich zwei gefunden, die ganz besonders gut darin sind, den zahlenden Kunden nach Strich und Faden zu verarschen. Erst bietet Expedia den Flug als "inklusive Gepäck" an, sagt dann aber: "Ätschbätsch, doch nicht." Und danach erhöht Condor den Preis für das Gepäckstück nach Lust und Laune. Ich hätte nicht gedacht, dass es Fluggesellschaften gibt, die den Kunden noch mehr abzocken als Ryanair in frühen Zeiten, aber im Vergleich zu Condor ist Ryanair schon immer ein völlig faires Unternehmen gewesen. Tja, liebe Freunde von Expedia und Condor, man kann ja praktischerweise beim Flügesuchen Fluggesellschaften und Reisebüros abwählen, und ihr macht jetzt mal den Anfang.

Nichtsdestotrotz freuen meine Ma und ich uns auf Mauritius, und da ich die Kreditkarte schonmal in der Hand hatte, habe ich jetzt auch gleich noch ein Auto für Mauritius gebucht, damit wir die sechs Tage, die wir da haben, auch ein bisschen in der Gegend herumdüsen können. Es wird ein kleines Autochen (Ford Ka und ähnlich ...), aber das kriegen wir schon um die Insel bugsiert, und zwar auf der linken Seite der Straße. Mauritius wird nach Südafrika, Lesotho, Swasiland, den Bahamas, Zypern, Nordzypern, dem Vereinigten Königreich, Namibia und Irland das zehnte Land der Erde, in dem ich ein Auto auf der linken Straßenseite steuere. Insgesamt gab es bei meiner letzten Zählung 76 Länder und andere Gebietseinheiten, in denen das so ist, da ist also auch noch ein bisschen was zu tun.

Ich denke, zwischen Südafrika und Mauritius sollte ich nicht im deutschen Verkehr fahren, dann muss ich mich nicht viermal umgewöhnen ...

Nach Süafrika sind es jetzt noch 148 Stunden, es geht dagegen (ja, am Donnerstag ist Schmutzige Dunschdig, ich weiß ... Die Anspielung auf Fastnacht müssen Nicht-Alemannen jetzt nicht verstehen!) und ich bin sehr gespannt. Vor den Urlaub hat er liebe Go..., äh, Chef, aber noch einen Haufen Arbeit gesetzt, und die werde ich nächste Woche erst einmal angehen.

Schönen Sonntag!

Freitag, 22. Februar 2019

Er ist zurück

... von seinem ersten, kleinen Ausflug nach Berlin. Die Rede ist natürlich von meinem Pass, den ich liebevoll "Wiesbaden II" nenne (es ist mein zweiter in Wiesbaden ausgestellter Reisepass). Als ich heute Morgen ins Büro kam, lag da ein Umschlag, in dem unsere drei Pässe und die Quittung lagen, da war ich glücklich und machte gleich mal ein paar Fotos, die ich in die WhatsApp-Gruppe stellte, auf dass auch Jessi und Christian sich über die angekommenen Visa freuen ...

Wieso schüttelst du mit dem Kopf, lieber Leser? Wie? Ich, verrückt? Stimmt doch gar nicht!

Nun ist also alles gut, in ziemlich genau acht Tagen (oder 192 Stunden), nämlich um 19 Uhr nächsten Samstag, geht der Flieger von Frankfurt nach Madrid, dort landen wir um 22 Uhr und fliegen um 23.45 Uhr weiter nach Johannesburg, wo wir nach zehneinhalb Stunden Flug am Sonntag Morgen ankommen. Von da geht es mit dem Mietauto nach Mbombela (das häufiger noch mit dem alten Namen "Nelspruit" bezeichnet wird), wo wir die erste Nacht in Afrika übernachten.

Auf dem Weg machen wir vielleicht einen kleinen Abstecher nach Eswatini (was früher Swasiland hieß), denn Jessi und Christian wollen auch was für ihre Länderliste machen. Aber ich denke, das entscheiden wir in Abhängigkeit von der fortgeschrittenen Zeit und in Abhängigkeit davon, ob die Mietwagengesellschaft bei unserer Aktion ohne Weiteres mitspielt. 2010 brauchten wir nur eine (kostenlose) Bescheinigung, aber in den neun Jahren kann sich ja doch die eine oder andere Regelung geändert haben.

Am Montag, dem 4. März, wollte ich ja eigentlich mit unserem Mietauto in den Kruger-Nationalpark einfahren, aber wir haben uns vorgestern/gestern entschieden, dass wir doch einen Jeep mit Guide nehmen. Ich ließ mich nicht so richtig überzeugen, dass das wirklich sicherer ist (meine Ma und ich sind 2010 ohne jegliches Problem durch den Kruger gedüst), aber natürlich ist es so, dass die Guides besser wissen, wo die Viecher sind. Meine Ma und ich haben damals im Wesentlichen "nur" Zebras, Impalas und Elefanten gesehen und in weiter Ferne ein Nashorn, mit Guide hoffen wir jetzt auf die Big Five, aber ich denke, keiner ist traurig, wenn wir nicht alle der Big Five (Löwe, Leopard, Elefant, Büffel, Nashorn), sondern "nur" ein paar von ihnen sehen.

Gebucht habe ich das Ganze gestern online - das war wieder einer der Momente, in denen ich fast in Echtzeit mit der Tante in Südafrika kommunizierte und mich fragte, wie das wohl vor dreißig Jahren gegangen wäre ... Bezahlt habe ich natürlich auch in Echtzeit mit Kreditkarte, dieses Internetz ist schon was Tolles ...

Da wir also nun das Visum für Mosambik glücklicherweise haben, lassen wir am Dienstag das Auto am Hotel (es wird - hoffentlich - von der Mietwagengesellschaft abgeholt), fahren danach nach Maputo, gucken uns am Mittwoch in der mosambikanischen Hauptstadt um (ein Fischrestaurant habe ich schon ins Auge gefasst, da gibt es aber auch Fleisch) und kommen am Donnerstag wieder zurück nach Johannesburg (diesmal ohne Auto).

Wir übernachten in der Nähe des Flughafens, werden mit dem Taxi in ein Fleischrestaurant fahren (ich bin gespannt auf ein Warzenschweinsteak ...), nur um dann am Freitag Morgen nach Kapstadt zu fliegen.

Wir wohnen nicht in Kapstadt direkt, sondern in Muizenberg an der False Bay (man kann da schwimmen, außer wenn Hai-Alarm ist ...), werden aber sicherlich einen Tag auf den Tafelberg fahren. Vielleicht fahren wir rüber nach Robben Island, vielleicht gehen wir Haitauchen, das müssen wir noch eruieren, aber so etwas ist ja schnell gebucht.

Auch in Muizenberg haben wir ein Restaurant im Auge (wieder ein Fischrestaurant, da muss der Fleischliebhaber Christian durch, zumal auch die Fleisch haben).

Ja, und dann geht es am Sonntag Morgen, dem 10. März, zurück nach Johannesburg, wir haben zehn Stunden oder so Aufenthalt, die wir vielleicht mit dem Besuch des Apartheid-Museums verbringen, und fliegen am Sonntagabend zurück nach Madrid. Um 11.25 Uhr am Montag Vormittag schließlich sollten wir in Frankfurt ankommen, und dann gucken wir mal, was wir mit dem angebrochenen Tag machen.

Jetzt, da die Pässe wieder da sind und jeweils ein Visum im Pass ist, kann ich mich so richtig auf die Reise freuen - das wird toll!

Auch dieses Wochenende bin ich in Deutschland unterwegs, ich fahre nach Jena. Ein Kollege fragte mich eben, ob ich dieses Wochenende wieder ins europäische Ausland reise, als er mich mit Köfferchen aus dem Büro gehen sah. Auf meine Antwort, dass ich nach "Ostdeutschland" fahre, meinte er, das sei ja praktisch auch Ausland. Tsts ...

Mittwoch, 20. Februar 2019

Eingeliefert

... wurde der Rücksendebrief von der mosambikanischen Botschaft gestern, denn als ich heute Morgen um 4.35 Uhr im Bad ging und aufs Handy schaute, hatte ich die Meldung der Post. Gut, gut, jetzt hoffen wir, dass die Postlaufzeiten unter einer Woche sind (was nicht so ganz sicher ist, aber ich bin hoffnungsvoll), und dann habe ich mein nagelneues Pässchen samt Visum wieder. (Ich gehe davon aus, dass die Visa in den Pässen sind, aber auch das weiß man ja nie ...)

Wieder einmal zeigte sich, dass Visabeantragungen nicht gut für mein Nervenkostüm sind (siehe Sudan einst im Mai, äh, April), denn obwohl der Brief am 31. Januar abgeschickt wurde und am 5. Februar ankam (Postlaufzeit fast eine Woche!), die Bearbeitungszeit als zwei Wochen angegeben war und er jetzt tatsächlich nach den zwei Wochen rausging, war ich zwischendurch ein bisschen am Zittern: Die mosambikanische Botschaft verlangt, dass man einen "flight itinerary", also die Flugbuchungen, mitschickt. Nun fliegen wir nicht nach Mosambik, sondern nach Südafrika und fahren dann mit dem Bus weiter, sodass ich (nur) die Busbuchungen mitschickte, und das hatte bei vergleichbaren Aktionen auch immer gereicht.

Am 13. Februar guckte ich in mein E-Mail-Postfach und aus irgendeinem glücklichen Umstand auch in den Spamfilter. Schockschwerenot, da war vom 5. Februar eine Mail der Botschaft, dass ich doch auch die Flugbuchungen nach und aus Afrika mitschicken möge, was ich natürlich postwendend per E-Mail tat.

Wenn die Mosambikaner jetzt doof gemacht hätten, wäre nach ihrer Interpretation erst am 13. Februar der Visumantrag vollständig eingegangen, und mit Bearbeitung in zwei Wochen bis zum 27. Februar wäre es mit dem Abflug am 2. März ein bisschen eng geworden. So ist es jetzt aber alles gut (hoffe ich ...), und in Zukunft werde ich für Visumbeantragungen in Afrika auch Flugtickets nach Tadschikistan mitschicken, wenn die in einem Drei-Monats-Zeitraum oder so davor liegen, damit mir so etwas nicht noch einmal passiert.

Aber ganz ehrlich, Freunde, was soll das? Dass ihr prüfen wollt, dass wir euer Land wieder verlassen, meinetwegen, aber man kann sowohl die Bus- als auch die Flugbuchung (in vielen Fällen) wieder stornieren, das ist also nicht wirklich hilfreich, aber wenn es in der Prozessbeschreibung steht, wird es halt abgearbeitet ...

Langer Rede kurzer Sinn: Juchhe, auf nach Südafrika und Mosambik (wenn die Pässe dann da sind ...)!

--

Nicht in Südafrika, sondern in der Eifel war ich am Wochenende. Ich war zwar schon im Irak und in Paraguay, aber so richtig in der Eifel war ich noch nie gewesen, und das war richtig schön. Wir, also Jessi, Christian und ich, hatten ein Hotel an der Rurtalsperre, aßen dort - nach dem Saunagang am Samstag in Kreuzau südlich von Düren - sehr gut und guckten uns dann am Sonntag den Wallenden Born in Wallenborn, den Kurpark in Daun und das Gemündener Maar an, einen See, der aus einer vulkanischen Dampfexplosion entstand (sagt die Wikipedia). Beim Kroaten in Daun aßen wir zu Mittag und fuhren dann wieder zurück.

Kann man öfter machen, so'n Wochenende in Deutschland ...

Wallender Born - schon wieder in der Abklingphase, das Ding geht zwei, drei Meter hoch

Montag, 4. Februar 2019

Fotos aus Córdoba

So, jetzt haben wir auch noch ein paar Fotos:

Im Innenhof der Mezquita-Catedral mit Turm

Catedral

Mezquita

Mezquita

Schatzkammer

Gebetsnische

Strand in Málaga mit Sierra Nevada

Schwertförmige Scheidenmuschel

Schwertförmige Scheidenmuscheln

... haben wir heute am Strand von Málaga gegessen, und auch wenn mein Kopfkino bei Form und Namen der Teile völlig verrückt gespielt hat - es war sehr, sehr lecker.

Wir waren heute früh wach (naja, der Wecker ging um 6.30 Uhr runter, grässlich), frühstückten sehr, sehr gut und checkten gegen halb neun aus, nachdem wir gefragt hatten, ob wir das Auto bis um 14 Uhr im Parkhaus stehen lassen können. Wir konnten und gingen raus.

Drei Schritte weiter stolperten wir in den Innenhof der Mezquita - saukalt, strahlender Sonnenschein, der Glockenturm im gleißenden Licht, ein wunderbares kleines Parkchen - das fing ja gut an. Ich hatte meine Ma gedrängt, zügig hinzugehen, damit die Schlangen nicht so lang werden. Nun, die Schlange besteht aus einer Zweiergruppe vor mir, hier gab es kein Gedöns mit Online-Karten und Zeitslots und Zugangskontrolle zur Schlange, sondern eine gute alte Kasse, bei der man sein Geld rüberreicht und Karten kriegt - Alhambra, nachmachen!

Wir hatten also unsere Karten und gehörten zu den Ersten heute, die die Mezquita betraten.

Es gab ein paar Momente in meinem (Reise-)Leben, in denen ich pures Glück empfunden habe: als ich damals in Istanbul gerade noch den Bus in die Stadt erwischt habe, als Uli und ich in Botswana Elefant über Elefant sahen - und heute, als wir die Mezquita betraten. Ich führte meinen Ententanz auf, den ich immer dann fabriziere, wenn ich mich übermäßig freue, denn der Blick auf die rot-weßen Bögen in der Mezquita ist einfach absolut überwältigend. Jetzt endlich mal in Córdoba zu sein und das mit eigenen Augen zu sehen, das ist vergleichbar mit Machu Picchu, dem Kolosseum in Rom und der Oper in Sydney.

Der Bau heißt offiziell "Mezquita-Catedral", also Moschee-Kathedrale, und das Außergewöhnliche ist, dass der Moschee-Teil (mit den Bögen) natürlich der absolute Hammer ist, aber die Kathedrale, die sie da quer in die Mezquita reingebaut haben, wäre in einer anderen Umgebung auch eigenständig eine absolute Sehenswürdigkeit. So, so toll ...

Wir wanderten umher, guckten uns die diversen kleinen Kapellen an, die Schatzkammer mit einem riesigen vergoldeten Tabernakel, die Gebetsnische der Moschee mit tollen Ornamenten - unglaublich, zumal wir ja jedes Mal, wenn wir uns wieder von den Seitensehenswürdigkeiten abwendeten, wieder einen von den vielen hundert Bögen erblickten. Da geht einem jedes Mal wieder das Herz auf.

Nachdem wir uns also ausgiebig umgeschaut hatten, verließen wir dieses Weltkulturerbe und gingen durch die Altstadt runter zum Fluss. Wir guckten uns das dortige römische Tor an und überlegten, ob wir eine Stadtrundfahrt machen, denn irgendwie war uns schon wieder kalt.

Uns kam eine Idee: Die Mezquita war sowieso nicht mehr zu toppen, wir waren fertig, müde, uns war kalt, lass uns doch nach Málaga an den Strand fahren und mal gucken, was wir da so machen können.

Gesagt, getan - wir holten statt um 14 Uhr um 10.30 Uhr unser Auto aus der Tiefgarage, fuhren aus Málaga raus und auf die Autobahn. Es ging über Berg und Tal bei tollem Wetter, kaum ein Wölkchen am Himmel und etwas weniger Olivenbäume unterwegs als gestern.

Die Streckenführung von Google war gut, wir fanden einen hübschen Parkplatz direkt an der Strandpromenade und in der Nähe des Ziels, das wir ins Auge gefasst hatten.

Strand, Sonne, Meer, Blick auf die schneebedeckten Kuppen der Sierra Nevada - toll. Die Strandkneipe, in die wir wollten, war auch offen, und wir setzten uns in den windgeschützten Bereich.

Nun, es wurde Pulpo a la gallega (dünne Tintenfisch-Streifen auf dünnen Kartoffelstreifen), Garnelen, gebratener Pulpo und am Schluss eben die schwertförmigen Scheidenmuscheln - über den Schokoladenkuchen breiten wir den Mantel des Schweigens. Das war auch toll, und ein sehr gelungener Abschluss unserer kurzen Exkursion nach Spanien.

Der Weg zum Flughafen war schnell hinter uns gebracht, die Abgabe des Autos funktionierte, die Sicherheitskontrolle war ziemlich schnell, und wir landeten - wo sonst? - im Flughafen-Pub. Joa, lecker Cider und Guinness wurden zu ganz akzeptablen Preisen verdrückt, wir kamen pünktlich zum Gate, der Flieger kam pünktlich weg und pünktlich an, wir erwischten die Skyline und die S-Bahn gerade so eben, mussten in Wiesbaden ein bisschen auf den Bus warten und jetzt wird noch ein bisschen Super Bowl geguckt.

Natürlich war das alles viel zu kurz, natürlich haben wir von Granada und Córdoba nur die absoluten Highlights angeguckt, aber wir haben einen ersten Eindruck bekommen von diesen beiden andalusischen Städten, und es wird niemanden überraschen, dass ich Granada und Córdoba meine baldige Wiederkehr androhe. Wir haben sehr lecker gegessen, meistens Fisch und Meeresfrüchte, und auch wenn wir gestern in Granada ziemlich durchgefroren waren (hallo, das ist Südspanien, da hat es warm zu sein!) und ein bisschen wenig geschlafen haben, war das ein wunderbares Wochenende.

Leute, fahrt selbst hin - es ist toll.

Bilder kommen morgen - sorry ...

Sonntag, 3. Februar 2019

Schweinekalte Alhambra

... nein, das ist kein neues Speckgericht aus Andalusien, sondern das ist die Beschreibung des heutigen Tages in allerkürzester Form ...

Das Frühstück heute Morgen war sehr lecker, es gab Chorizo in zweierlei Varianten, Salami, lecker Orangensaft, Churros mit Nutella, kurzum - ich brauchte bis heute Abend nichts mehr zu essen, doch, das Frühstück konnte man ebenso empfehlen wie das Hotel insgesamt.

Nach dem Check-out (und der Absprache, dass wir das Auto noch im Parkhaus lassen konnten), verließen wir das Hotel und gingen in Richtung der wenige hundert Meter entfernten Innenstadt. Das Bussystem in Granada haben wir nicht so ganz verstanden, aber am Ende landeten wir an der Bushaltestelle für den Touristenbus. Der Bus kam auch bald, der Fahrer kassierte uns ab und meinte, dass der Bus "mas-o-menos", oder, ne, er sprach Englisch, "more or less" in 20-25 Minuten abfahren würde ...

Wir retteten uns in den "Zug", surften ein bisschen im Internet der Stadtverwaltung und waren 20-25 Minuten später überrascht, dass der Minizug mit genau zwei Passagieren, Frau Mama und Herr Sohn, sich in Bewegung setzte.

Es ging zunächst durch schmale Gässchen der Altstadt, dann ein paar Hügel hinauf und hinunter, vorbei an einem hübschen Kloster und an der Stierkampfarena. Wir standen in der Nähe der Kathedrale ein paar Minuten, aber am Ende landeten wir dort, wo wir wollten: am Eingang zur Alhambra.

Die andalusischen Planer scheinen sich nicht nur in Málaga am Flughafen ausgelassen zu haben, auch in Granada haben sie die Ticket-Vergabe zur Alhambra unfassbar clever gebastelt: Wir kamen da hin, es herrschte relatives Chaos, weil da irgendwelche Absperrungen sind und völlig unklar ist, wer wann wo wieso und weshalb in den umgrenzten Bereich kamen. Nachdem wir irgendeinen Typen am Haken hatten, erläuterte der uns, dass es nur noch Karten für den Garten gebe und nicht für den Palast. Öhm ...

Ich guckte im Internet nach und sah, dass es - es war 11 Uhr - für den Zugang zum Palast um 14 Uhr noch Online-Karten gebe. Joa, das könne man buchen und dann direkt rein. Sag mal, spinnt ihr? Nun gut, ich buchte - mit klammen Fingern, es war saukalt - online die Karten, wollte damit rein, das ging natürlich nicht, also musste ich mich doch wieder anstellen, die Karten ausdrucken lassen, und bekam am Ende die Karten. Freunde der Sonne ...

Um 11.30 Uhr waren wir in der Alhambra und mussten also zweieinhalb Stunden totschlagen - vorweg: Das war gar nicht so schwierig ... Wir liefen in Richtung des Generalife, der Wind war saukalt (wie, ich wiederhole mich?!), guckten uns im Generalife um, genossen den Blick auf den Rest der Alhambra, liefen durch die Gärten und bogen dann in Richtung des Restes der Alhambra ein.

Wir waren überrascht von der parkähnlichen Struktur der Alhambra, irgendwie hatten wir beide gemeint, dass das eher gebäudetechnisch geprägt wäre ...

Der erste größere Stop war der Alcazaba, die Festungsanlage, die nicht nur an sich ganz hübsch ist, sondern auch tolle Ausblicke auf Granada und die Sierra Nevada bietet.

Es folgte der Palast Karls V. mit seiner runden zweietagigen Form, der mich ein wenig an das Jerónimo-Kloster in Lissabon erinnerte. Zum Aufwärmen erkundeten wir das - nicht uninteressante - Alhambra-Museum, ehe wir uns noch - es war inzwischen doch 13.15 Uhr geworden - im Partal, einer relativ weitläufigen Gartenlandschaft, umschauten.

Um 14 Uhr durften wir dann - endlich - die Naṣridenpaläste betreten (auch hier mit dem andalusientypischen Chaos) - wow! Einfach nur wow ... Ob es nun die Gebäude mit der stalaktitenartigen Dacharchitektur oder die Außenanlagen mit den tollen Innenhöfen sind, das ist fantastisch und nur durch Bilder gut zu erfassen (außerdem bin ich gerade zu müde, das gut zu beschreiben) - dieser Palast ist seeeeehr beeindruckend. Hinfahren, angucken, es hilft alles nüscht.

Wir landeten am Ende wieder im Partal, verließen die Alhambra, unser Touristenbus kam glücklicherweise gerade passend uns, an der Plaza Nueva stiegen wir aus, machten einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt, ehe wir an der Kathedrale herauskamen.

Die Kathedrale mit ihren beeindruckenden zwei Orgeln und dem ebenfalls beeindruckenden Altarraum ist phänomenal, auch wenn ich bei der Audioguide-Führung vor lauter religiösem ... äh, Verhalten fast ein bisschen ausfällig geworden wäre (das kann aber auch an dem Dan-Brown-Roman liegen, den ich gerade lese ...)

Wir machten, dass wir noch im Hellen möglichst nach Córdoba kämen, was wir - auf der Landstraße - nach dem Vorbeifahren an gefühlt Millionen von Olivenbäumen schafften. Um zu unserem Hotel zu kommen, mussten wir an einem Poller vorbei und durch die Fußgängerzone um die Mezquita herumfahren (!), aber dann standen wir im engen Parkhaus in unserem schicken Hotel.

Wir machten noch einen kurzen Spaziergang durch die Altstadt, versackten in einer schönen Kneipe (mit fantastischem Salmarejo, einer Tomatencreme mit Speck und Ei - genial!; der Pulpo war lecker, aber nicht ganz so fantastisch) mit mehr als einem Bier und gingen dann das kurze Stück zurück ins Hotel.

Ein toller, anstrengender, kühler Tag war das heute, und morgen wollen wir um 8.30 Uhr an der Mezquita auf der Matte stehen ...

Mehr Fotos vielleicht nach der Rückkehr, gute Nacht!

Im Park auf dem Weg zum Generalife

Generalife

Palast Karls V.

Im Naṣridenpalast

Palast

Kathedrale von Granada von außen ...

... und von innen

Gut in Córdoba angekommen

Samstag, 2. Februar 2019

Ausgebüxt

... ist meine Mutter mir heute Abend auf der Suche nach einer schönen Kneipe. Sie war von Hunger und Durst so deliriert, dass sie, nachdem ich mich mal wieder nicht ausgekäst gekriegt habe, in welche Kneipe wir jetzt gehen, Reißaus genommen hat. Ich überlegte kurz, ob ich allein essen gehe, suchte sie dann aber doch und fand sie nach endlicher Zeit. Am Ende landeten wir um 23 Uhr in einer ziemlich akzeptablen Beiz, aßen einen Fischteller für zwei, tranken zwei Krüge Bier und sind jetzt jetzt eben in aller Ruhe und ohne weitere Faustkämpfe in unserem - sehr schönen - Hotel in Granada gelandet.

Der Arbeitstag war kurz und in Ordnung, um 12.10 Uhr nahm ich den Bus, um 12.41 Uhr nahmen wir die S-Bahn zum Flughafen. Die Schlange an der Schengen-Sicherheitskontrolle im Terminal 2 war nicht sooo lang, aber es waren auch nur wenige Kontrollstellen besetzt, sodass es doch ein bisschen dauerte. Die Maschine, die aus Krakau kam und mit der wir fliegen sollten, war so verspätet, dass sie uns ein neues Flugzeug hinstellten.

Trotzdem kamen wir natürlich verspätet los und verspätet an (statt 18.30 Uhr um 19.30 Uhr). Das wäre nicht so schlimm gewesen, wenn nicht die Beschilderung zur Autovermietung völlig verworren gewesen wäre. Ich halte mich nicht für total bescheuert (Ruhe dahinten!), aber wenn es Hinweisschilder zum "Autoverleih" (auf Deutsch) nach - ungelogen - links, rechts, geradeaus, oben und unten gibt, dann muss man sich nicht wundern, wenn nicht nur der bekloppte Deutsche mit seiner Mutter, sondern auch Engländer und andere die Autovermietung nicht finden.

Nach mehrfachem Durchirren der Terminals und dem Wiederbetreten des Sicherheitsbereichs (!) findet man dann den Schalter und bekommt sein Auto - hat dann aber eine weitere Stunde verloren. Sehr ärgerlich, auch wenn man dann, wenn man weiß, wie alles gemeint ist, die Beschilderung versteht - Saftladen, ganz ehrlich ...

Unser hübscher Fiat 500 kommt zwar die - durchaus vorhandenen - Berge hier in Andalusien kaum hoch, ansonsten ist der völlig in Ordnung. Wir fuhren mit 80-120 Sachen auf der Berg- und Tal-Bahn von Málaga nach Granada, fuhren unterwegs an einem Unfall vorbei, fanden das Hotel überraschend schnell, parkten auch mehr oder weniger zufällig im richtigen Parkhaus, checkten schnell ein, waren kurz im Zimmer, gingen dann auf Empfehlung der Rezeptionistin in die Kneipengasse, führten dort fast einen Boxkampf auf und landeten am Ende aber glücklich und zufrieden in der Kneipe.

Das war ein spannender, aber sehr interessanter Urlaubstag und morgen freuen wir uns auf Granada und die Alhambra - das wird toll ... Am (späten) Nachmittag soll es dann nach Córdoba gehen, auf dass wir da am Sonntag auch noch ein paar Sachen angucken können.

Jetzt sind wir müde, over and out, bis morgen ...

Lecker Meeresfrüchte

Donnerstag, 31. Januar 2019

Hin und weg

... waren mein neuer Pass und ich heute - heute Morgen konnte ich ihn endlich im dritten Anlauf beim Bürgerbüro abholen, gleich gehe ich zur Post und schicke ihn auf die erste große Reise - nach Berlin, zur mosambikanischen Botschaft.

Die Bundesdruckerei hatte extra für mich die normale Bearbeitungszeit von vier bis sechs Wochen auf gerade einmal zweieinhalb heruntergeschraubt (nein, ich habe keinen Expresszuschlag bezahlt und niemanden bestochen, der Pass war trotzdem am Freitag schon von der Bundesdruckerei versandt worden, sehr löblich!), bei der Stadt Wiesbaden hing er dann ein paar Tage in der Postverteilung fest, aber alles in allem ging das überraschend schnell.

Dementsprechend konnten Jessi, Christian und ich am Wochenende unsere Busse von Mbombela (Nelspruit) nach Maputo und von Maputo nach Johannesburg buchen sowie unsere Visumanträge ausfüllen, und nun stehen wir quasi in den Startlöchern und hoffen nur noch, dass die Mosambikaner schön schnell unsere Pässe visieren.

Jetzt wird der eine oder andere sagen: "Aber für Mosambik kriegt man das Visum doch an der Grenze." Das ist richtig und falsch zugleich, vor allem aber verkehrstechnisch unpraktisch. Häh? Nun, theoretisch bekommt man das Visum an der Grenze nur, wenn man in einem Land wohnt, in dem es keine mosambikanische Vertretung gibt. Nun gibt es hier in Deutschland gleich drei, nämlich die Botschaft mit Konsularabteilung und zwei Honorarkonsuln, sodass ich da auf der sicheren Seite sein wollte, auch wenn man in der Praxis das Visum anscheinend doch an der Grenze bekommt.

Noch entscheidender aber ist (und deswegen geben wir für die Visa auch ein bisschen mehr Geld aus als es an der Grenze kosten würde), dass die Busunternehmen (oder zumindest unseres) einen Fahrgast nicht boarden lassen, wenn er kein Visum im Pass hat. Das ist weniger ein Problem wie bei den Fluggesellschaften, weil die den Rücktransport zahlen müssen, wenn man im Ankunftsland nicht reinkommt, sondern eine Zeitfrage: Die Beschaffung des mosambikanischen Visums an der Grenze dauert anscheinend ein bisschen, und die Busgesellschaften wollen nicht so lange auf die doofen (nicht aus dem südlichen Afrika stammenden und daher ein Visum benötigenden) Fahrgäste warten, deswegen sagen sie relativ deutlich, dass man ohne Visum gar nicht in den Bus kann. Und wenn man dann berechnet, was man zahlt, wenn man nur zur Grenze den Bus bucht und danach von der Grenze sich wieder ein neues Verkehrsmittel suchen muss, dann ist der Aufpreis für das in Deutschland erhältliche Visum (60 Euro vs. 35 US-Dollar) schon wieder relativiert.

Außerdem wollte ich meiner Reisegruppe den Nervenkitzel einer Visumbeantragung an der Grenze im südlichen Afrika ersparen - man muss den Spaß ja in kleinen Dosen verabreichen ...

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Morgen Mittag fliegen meine Mutter und ich nach Andalusien, ich habe uns eben die Bordkarten ausgedruckt, das sollte dann alles passen. Ich bin sehr gespannt auf Granada und Córdoba - das Wetter in Granada soll am Samstag nicht so berühmt sein, aber wir hoffen das Beste, lieber Leser.  In Córdoba soll das Wetter am Sonntag aber ein bisschen besser sein - aber am Ende ist es uns doch eh wurscht.

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Ein Kollege und treuer Leser war ein wenig angesäuert, weil ich im letzten Post so kategorisch geschrieben hatte, dass ich dieses Jahr wenn, dann allein nach Israel fahre. Er hat recht, weil wir seit Jahren immer mal wieder davon reden, zusammen Israel zu erkunden - und er ist auch einer von denen, die wirklich großes Interesse an Jad Waschem haben. Also, wenn Israel dieses Jahr, dann doch nicht allein ...

Sonntag, 20. Januar 2019

Genehmigt

... ist die Urlaubsplanung für 2019 jetzt, und meine Chefs wussten, dass sie mir ziemlich übel eins hätten reinwürgen können, wenn sie in den Planungen im März und Mai/Juni herumgewurschtelt hätten. Ham se aber nicht, liebe Chefs.

Neben den also bereits gebuchten Reisen, die oben über der Karte stehen, habe ich 2019 noch vier weitere Wochen Urlaub eingerichtet. Jetzt fragen wieder manche: "Da stehen doch schon fast vier Wochen, wieso hat der acht Wochen Urlaub?" Nun, ich habe ja vier Resturlaubstage mit herüber nach 2019 genommen - und dazu habe ich die Urlaube so gelegt, dass ich praktisch jeden Feiertag mitnehme.

Ich habe nämlich frei (das hier ist auch ein bisschen Gedächtnisstütze für mich, weil ich mir das sonst zumindest mit den Daten nicht so gut merken kann):

  • vom 27. April bis zum 4. Mai (das ist die Woche über den Maifeiertag, vier Urlaubstage),
  • vom 15. bis 22. Juni (das ist die Woche über Fronleichnam, drei Urlaubstage plus ein Brückentag) und vom
  • vom 21. September bis 5. Oktober (die erste Woche enthält meinen Geburtstag, der natürlich kein gesetzlicher Feiertag ist, die zweite Woche enthält den Tag der deutshen Einheit, fünf Urlaubstage plus ein Brückentag).
Zudem habe ich noch drei Tage, die ich nach Lust und Laune verteilen kann - da könnte es noch ein oder zwei verlängerte Wochenenden geben ...

Auf der Karte oben sind jetzt Malawi, Dschibuti und Somaliland, die bisher orange, also "lose in Planung" waren, wieder grau. Malawi hatte ich ja immer in Kombination zu Mosambik in Planung gehabt, jetzt komme ich im März nach Mosambik, sodass Malawi erseinmal hintenrunter fällt. Malawi hatte ja vor ein paar Jahren die Visumfreiheit für Deutsche, die bis dahin galt, aufgehoben - das haben sie jetzt davon ... Dschibuti und Somaliland hatte ich für Anfang März oder so etwas gedacht, jetzt wird mir das im April und nochmehr später im Jahr einfach zu heiß (abgesehen davon, dass Somaliland natürlich auch im übertragenen Sinn "heiß" sein kann).

Ich habe mich gerade schwergetan, andere Länder orange zu markieren, weil die Planung für diese Länder bzw. für die Zeiträume noch ziemlich im Fluss ist. Es sind jetzt Myanmar und Tadschikistan geworden.

Myanmar könnte es sowohl im April/Mai als auch im Juni werden, wobei mir der April/Mai lieber wäre, weil ich dann im Übergang von der heißen in die Regenzeit wären und vielleicht nicht jeden Tag Regen hätte. Andererseits war ich mit meiner Mutter ja auch im Mai 2017 in Thailand und Kambodscha unterwegs - und ja, da regnete es gelegentlich Hunde und Katzen, aber halt auch nicht den ganzen  Tag ...

Usbekistan hat in dieser Woche die Visumpflicht für Deutsche aufgehoben, was ganz neue Möglichkeiten eröffnet, günstig nach Zentralasien zu kommen, denn es gibt bezahlbare Flüge mit Usbekistan Airlines nach Taschkent, und von dort könnte man dann mit dem Bus oder so nach Taschkent (abgesehen davon, dass man auch per Inlandsflug in Richtung Chiva kommen könnte, um sich die dortige Altstadt anzugucken). Für diese Reise wäre mir der Juni lieber, weil das sicher(er) schönes Wetter in Zentralasien ist, aber ich muss gucken - denn Tadschikistan hatte ich meiner Südafrika-/Kolumbien-Panama-Reisegesellschaft "versprochen", und wir müssen gucken, ob das für uns alle in der Zeit passt ...

Ecuador wäre fast orange geworden, da habe ich mich auch schon umgeguckt, sowohl nach Flügen als auch nach Orten, die man sich angucken könnte, das könnte im September vielleicht was werden, wobei ich dann schon schauen würde, ob ich in Südamerika noch was mitnehme - das könnte Venezuela sein, obwohl ich da auch nicht unbedingt völlig ohne Bauchgrimmen hinfahren würde, das könnte aber - wie mir gerade so einfällt - natürlich auch Patagonien oder eine schöne Ecke Brasiliens oder vielleicht auch eine Stadtrundfahrt in Lima sein.

Eine meiner gefürchteten Wochenendtouren könnte nach Israel gehen, ich muss ja wieder in den Ungerade-Jahre-Rhythmus kommen. Nein, im Ernst, wenn es nach Israel geht dieses Jahr, gehe ich alleine, denn irgendwie ist niemand so richtig begeistert, mit nach Jad Waschem zu kommen (und das ist jetzt einfach mal dran), und wenn ich diesmal wieder nicht auf den Tempelberg kommen sollte, ist es mir nicht so peinlich, wenn ich nur meine Planung versaue ...

Der geneigte Leser sieht, dass da alles noch ein bisschen wackelt, was auch daran liegt, dass ich nicht so ganz genau weiß, was 2019 schlussendlich für mich bringt - vielleicht geht es nochmal nach Ungarn, vielleicht passiert ganz was anderes, emol luege, so sagt man, auch das weiß der geneigte Leser inzwischen, im Schwarzwald, schaun mer mal ...

Samstag, 5. Januar 2019

Vor zwölf Stunden

... hatte ich keinen blassen Schimmer, dass ich jetzt stolzer Besitzer eines Flugtickets nach Südafrika sein würde, aber gut ...

Heute (gestern, 4. Januar) saß ich in der Mittagspause und guckte mal - wie so oft - nach Flügen sonstwohin. Da fiel mir ein Flug von Frankfurt über Madrid nach Johannesburg ins Auge - Kostenpunkt für hin und zurück: 360 Euro ...

Nun, ich informierte Jessi und Christian über dieses Angebot, das man nicht abschlagen kann, und weil ich heute sowieso vorhatte, zu ihnen zu fahren, saßen wir dann am Abend bei ihnen in der Wohnküche und haben gebucht.

Nun fliegen wir am 2. März abends von Frankfurt nach Madrid und noch am gleichen Abend weiter nach Johannesburg. Dort kommen wir am 3. März an und übernehmen das (erste) Mietauto. Mit dem düsen wir nach Nelspruit, wo wir die ersten beiden Nächte übernachten.

Am 4. März fahren wir in der Kruger-Nationalpark und gucken Elefanten und Zebras und Giraffen und wer-weiß-was-da-sonst-noch-rumläuft ...

Das Auto geben wir am 5. März ab (man kann die Buchung so interpretieren, dass das im Hotel abgeholt wird, mal sehen ...) und steigen in den Bus nach Maputo in Mosambik (für meine Länderliste muss da ja auch was bei rumkommen ...).

Nach zwei Tagen in Maputo, der angeblich recht hübschen Hauptstadt, Mosambiks geht es wieder mit dem Bus zurück, diesmal nach Johannesburg. Dort übernachten wir eine Nacht, bis wir am 8. März früh morgens von Johannesburg nach Kapstadt fliegen.

In Kapstadt haben wir den Rest des 8. und den ganzen 9. März, ehe es dann am 10. März - wieder früh morgens - zurück nach Johannesburg geht. Vielleicht fahren wir ins Apartheid-Museum, mal sehen, jedenfalls fliegen wir am 10. März abends zurück nach Spanien und landen am 11. März am späten Vormittag in Deutschland.

Die Busfahrten haben wir noch nicht final gebucht, weil ich jetzt doch kurzfristig einen neuen Pass beantragen muss (und die Passnummer angeben muss), weil die Südafrikaner mindestens zwei freie Seiten im Pass haben wollen, und da das mosambikanische Visum entweder in den alten Pass muss (und ich dann keine zwei Seiten mehr frei hätte) oder halt gleich in den neuen kommt, wird's halt ein neuer Pass. Der wird am Dienstag beantragt - juchhe ...

Wir haben dann eben auch gleich noch Hotels in Kolumbien und Panama hinterhergebucht, sodass meine Kreditkarten jetzt erstmal auskühlen müssen. Coolio ...

Achso: Gutes neues Jahr, jetzt mache ich aber Schluss für heute. Gute Nacht!

Montag, 31. Dezember 2018

Der Staatsanwalt meines Vertrauens

... ging vorgestern mit uns noch einmal den Überfall aus Tunis durch, weil ich von ihm wissen wollte, ob das denn ein gemeiner Raub oder doch nur ein gemeiner Diebstahl war (jedenfalls wenn man deutsches Recht zugrundelegen würde). Auch wenn ich den Blog hier nicht in ein strafrechtliches Proseminar umwandeln will, so darf ich doch seine Erläuterung preisgeben (hoffe ich ...): Da der Typ meiner Mutter nicht nur die Kette vom Hals, sondern auch ihren Körper mitriss (ehe die Kette nachgab und kaputtging), wandte er Gewalt auf sie an, was das Ganze zu einem Raub machte. Wäre die Kette also sofort gerissen, ohne meine Mutter körperlich zu beeinträchtigen, wäre es demzufolge nur ein Diebstahl gewesen.

Soviel zur Klarstellung, nicht dass ein Dieb (so er denn einer gewesen wäre) sich als Räuber verunglimpft fühlt und mich womöglich für den erlittenen seelischen Schaden in Anspruch nehmen möchte. Verklag mich doch!

Der eigentliche Grund für den Besuch bei meiner Studienkollegin und dem Staatsanwalt (ihrem Mann ...) war aber natürlich die Inaugenscheinnahme ihres gemeinsamen Sohnes. Ham se gut gemacht, die beiden ...

Danach fuhren wir vom Sauerland an den Niederrhein und trafen dort eine alte Bekannte meiner Mutter. Obwohl wir gestern eigentlich nur eine Entfernung von wenigen Kilometern zu überwinden hatten, um an den Übernachtungsort gestern Abend zu kommen (hier trafen wir die Tochter von alten Freunden meiner Mutter sowie ihre Familie), machten wir einen veritablen Ausflug daraus.

Zunächst waren wir in Venlo zum Einkaufen, was die Niederlande zum 28. besuchten Land dieses Jahr machte. Danach fuhren wir kurz nach Belgien (da war ich dieses Jahr auch noch nicht gewesen), damit es dann 29 besuchte Länder dieses Jahr werden. Bescheuert? Wer? Ich?! Na warte!

Das Ziel des Ausfluges war aber Aachen (in Deutschland war ich dieses Jahr schon ...): Wir fuhren in ein Parkhaus direkt in der Innenstadt, liefen ein paar Schritte und guckten uns dann den Domplatz an. Natürlich gingen wir auch rein und machten ein paar Fotos (theoretisch muss für einen Euro eine Fotografiererlaubnis erwerben, nur fand ich niemanden, der sie vergab, also machte ich Fotos und spendete danach zwei Euro für die Erhaltung des Doms). Dieser alte Kaiserdom ist schon wirklich sehr beeindruckend, gerade weil an ihm über die Jahrhunderte immer wieder herum- und angebaut wurde. Doch, den Dom darf man sich durchaus mal selbst angucken, der ist toll.

Wir fuhren wieder zurück an den Niederrhein, hatten dort einen wunderbaren Abend und fuhren heute Morgen dann ganz entspannt zurück nach Wiesbaden.

Jetzt wird noch ein wenig geruht, und dann geht es heute Abend zum Silvesterfeiern ins - hört, hört - Sherry & Port.

2018 war toll, 2019 wird's hoffentlich auch - wir sehen uns im nächsten Jahr ...

Mittwoch, 26. Dezember 2018

Endgültig ausgedient

... hat mein Erstpass seit heute. Das liegt weniger daran, dass er so richtig total voll wäre (er hat halt nur keine freie Seite mehr ...), sondern daran, dass sich die Passkarte, also die Plastikkarte, auf der meine persönlichen Daten stehen, schon zur Hälfte abgelöst hat. Das ist eindeutig ein Fabrikationsfehler, eigentlich müsste ich mich bei der Bundesdruckerei beschweren und einen kostenfreien Ersatz für die nächsten zehn Jahre anfordern. Wie? Überbeanspruchung? Nix da, für sowas muss ein Pass ausgelegt sein!

Nun denn - ich werde den Pass damit nicht mehr verwenden können, denn wenn ich plötzlich die Passkarte in der einen Hand und den Rest des Passes in der anderen Hand habe, könnte mancher Grenzer auf die Idee kommen, dass das nicht ganz koscher ist. Naja, in meinem Zweitpass sind ja noch zwei Seiten Platz, das muss für Mauritius und so noch reichen ...

Heute Morgen ging mein Wecker um 6 Uhr runter, meine Ma hüpfte ins Bad, ich röhrte noch ein wenig wie so ein angeschossener Waldbewohner, ehe ich mich auch ins Bad schleppte. Das Frühstück wurde vereinnahmt, und nach ein bisschen Suchen fanden wir ein Taxi zum Flughafen.

Wir stellen fest, dass wir auf dem Hinweg beschissen worden waren, denn anstatt 40 Dinar zahlten wir jetzt ohne großes Verhandeln nur noch 15 Dinar, aber die paar Euro ertragen wir tapfer. Wir waren viel zu früh am Flughafen, mussten noch das Restgeld ausgeben, konnten dann aber relativ früh einchecken. Naja, wir hätten früh einchecken können, wenn der Check-in-Typ nicht jeden Buchstaben einzeln auf die Bordkarte gedruckt hätte. Boah, so ein Anfänger ...

Die Ausreise und Sicherheitskontrolle ging gut, wir kamen in den fast leeren Abflugbereich, der sich aber natürlich füllte und kamen ziemlich pünktlich weg - entsprechend pünktlich waren wir in Rom.

Wir fuhren vom Satelliten mit der Flughafenbahn zur Sicherheitskontrolle und kamen genau an dem Eisstand raus, an dem wir auf dem Hinflug fantastisches Eis gegessen hatten. Es wurden pro Person drei Kugeln verdrückt, und weil's so lecker war, nahmen wir nochmal zwei Kugeln - so leckeres Eis habe ich selten gegessen.

Wir reisten in den Schengenraum ein (auch wenn man Pass da schon schlappmachte), mussten nochmal das Gate wechseln, kamen aber fast eine halbe Stunde zu früh in Frankfurt an und saßen acht Minuten nach unserer planmäßigen Ankunft schon in der S-Bahn.

Dieser Reisetag endete ausnahmsweise nicht im Sherry, sondern im 60/40, weil wir Appetit auf Pizza hatten. Lecker war auch die.

Jetzt sind wir gerade nach Hause gekommen und setzen die tunesische Tradition des frühen Zu-Bett-Gehens fort.

Eins noch zum "Schnitzer" von Tunis: Da kamen immer Männer mit großen Einkaufstaschen rein und boten Ware feil. Wir konnten aber nicht so genau erkennen, was sie anboten, bis wir gestern mit unseren drei Tunesiern zusammensaßen: Es handelt sich dabei mal um Ful (das sind Saubohnen) oder um scharf eingelegtes Gemüse (unser Tipp ist, dass das Fenchel ist), auch lecker, und das Ganze kostet nicht wirklich viel Geld.

So, Tunesien, was sagen wir zu dir? Wir haben sehr viel gesehen, ziemlich gut gegessen, sind sehr, sehr viel gelaufen - doch, das hat uns beiden eigentlich ganz gut gefallen. Wieso nur "eigentlich"? Nun, die Antwort lasse ich jetzt mal unausgesprochen. Das erste Mal seit mehr als 21 Jahren war ich in Tunesien, so lange war die Lücke zwischen zwei Besuchen in einem - noch existierenden - Land noch nie (auch wenn San Marino nicht mehr lange braucht, Ende 2019 dürfte es da so weit sein.)

Morgen und übermorgen muss ich arbeiten, aber am Samstag geht es erst ins Sauerland und dann ins Rheinland, und wenn wir im Rheinland sind, ist ein Abstecher nach Venlo nicht weit. Die Niederlande werden am 30. Dezember mein 28. Land, das ich dieses Jahr besuche - auch das ist ein neuer Rekord, wenn ich richtig gezählt habe. Silvester wird dann aber in Wiesbaden gefeiert, und dann erhole ich mich an Neujahr in Wiesbaden, während meine Ma dann heimfährt.

Fotos gibt's heute keine, und einen guten Rutsch wünsche ich auch noch nicht. Nehmt dies!

Dienstag, 25. Dezember 2018

Im "Schnitzer" von Tunis

... haben wir auch heute den Abend ausklingen lassen (ja, ich weiß, es ist erst kurz nach acht, wir gehen hier zeitig ins Bett ...). Und beinahe hätte ich geschrieben, dass wir "fast unter die Räuber gefallen" wären - aber der Satz blieb mir, zumindest die nächsten Wochen wirst das so bleiben, doch ein bisschen im Halse stecken ... Jedenfalls kamen wir da eben rein, es war kein Platz mehr frei, aber eine Gruppe von drei Tunesiern quatschte uns auf Deutsch, Französisch, Hände und Füße, Englisch und Arabisch (in ungefähr dieser Reihenfolge) an, und der Typ, der in Mainz geboren wurde, sorgte dann dafür, dass unser Ober noch zwei Stühle organisierte und wir am Schluss zu fünft an dem kleinen Tisch saßen, ein bisschen scharfen Fenchel und Saubohnen als Snack verspeisten und nach dem Genuss der verabredeten Anzahl Biere das Etablissement schließlich verließen.

Ja, ich weiß, ich bin ein Freund der nichtlinearen Erzählweise, aber manchmal ist es doch gar nicht so schlecht, wenn man am Anfang beginnt.

Das Frühstück heute Morgen war notwendig, und also gab es lecker Ei und Wurst und Frikadelle und Brot und Kuchen und Süßkram, dazu Tee und Erdbeersaft (der steht hier immer so rum) und Wasser - doch, das war lecker, und danach waren wir gesättigt.

Wir liefen wieder in Richtung der Place de Barcelone, erstanden doch eine Straßenbahnfahrkarte zur Station "Bardo", erwischten zufälligerweise (ich prüfte das erst nach, als wir schon ein paar Minuten in der Bahn standen, sie aber noch nicht abgefahren war - meine Ma hätte schön doof aus der Wäsche geguckt, wenn die Bahn abgefahren wäre, während ich noch draußen stand und zu eruieren versuchte, ob das denn jetzt tatsächlich die Nr. 4 sei ...) die richtige Bahn und fuhren einmal um die Medina herum und dann nach Westen.

Den Eingang zum Bardo-Museum fanden wir, nachdem wir mehrfach todesmutig die Straßen überquert hatten. Da steht zwar Polizei herum, auch mit großen Knarren, aber die Absperrungen und Sicherheitsvorkehrungen sind - trotz des Anschlages 2015, der 22 Unschuldige das Leben gekostet hatte - nicht so, dass ich glauben würde, dass man da als böser Mensch keine Chance hätte, wieder Unheil anzurichten ... Nun denn.

Wir zahlten unsere 11 Dinar (3,30 Euro!) Eintritt, und das Bardo war unsere Auster.

Laut Reiseführer ist das Bardo-Museum das nach dem Ägyptischen Museum in Kairo bedeutendste Museum auf dem afrikanischen Kontinent, und die Mosaiksammlung ist in der Tat unfassbar beeindruckend. Allein für die Fußbodenmosaike, auf denen man da ganz normal herumlatscht, würden manche europäischen Museen ganze Sonderausstellungen einrichten, es ist unglaublich ...

Aber auch die teilweise noch außergewöhnlich gut erhaltenen Skulpturen von vor zweieinhalbtausend Jahren sind atemberaubend, doch, das Bardo sollte man sich mal in aller Ruhe ansehen. (Ein paar Fotos kommen ja auch gleich ...)

Das Ganze geht also von der punischen über die römische und die islamische Phase, jeweils mit hochinteressanten Exponaten (und vernünftiger englischer Beschilderung!), aber nach zwei (der drei) Stockwerke taten uns die Gräten so weh, dass wir uns erstmal das Café im Untergeschoss als unser vorübergehendes Domizil nahmen.

Nach Wiederherstellung der notwendigen Kräften gingen wir - auch hier kommt der Gewöhnungseffekt leider wieder ins Spiel - nunmehr nur noch oberflächlich zur Kenntnis nehmend an weiteren Mosaiken und Skulpturen vorbei, ehe wir dem Bardo "Auf Wiedersehen" sagten. Sehr, sehr schön, zumal das auch mal eine Residenz des Beys (des Monarchen von Tunesien) war und dementsprechend auch die Architektur teilweise sehr hübsch ist - teilweise ist die Architektur aber auch arg funktional-karg, das ist selbst mir schon zu viel gewesen. Und ein paar Räume sind einfach, ähm, leer - ich hoffe, da sind sie gerade am Restaurieren der Exponate, um diese Räume bald wieder füllen zu können.

Wir fuhren in einer überfüllten Straßenbahn zurück (und hatten erstmal suchen müssen, wo wir Fahrkarten herkriegen ...), landeten wieder am Place de Barcelone und gingen zurück zu unserem Hotel, indem wir die Gasse hinter der französischen Botschaft nutzten.

Zwei Gaststätten in der Medina wiesen uns ab ("the kitchen is closed already", "die Küche ist schon zu", und das um 16 Uhr ...), sodass wir uns an die Tische einer kleinen Küche am Rande des Hauptweges der Medina setzten. Der Ober dort sprach sogar ganz gut Englisch, setzte uns aber vor die Wahl "Fish or chicken", also Fisch oder Hühnchen, nix mit Tajine oder anderen Gerichten, nur die beiden Sachen gab es noch.

Wir entschieden uns beide für gegrillten Fisch, waren begeistert, spülten ihn und die scharfe Soße, ide es hier öfter dazugibt, mit stillem Wasser (bäh) runter, überlegten, ob wir in unserer Kneipe vom ersten Abend noch Brik essen (das sind frittierte Teigtaschen, oft mit Tunfisch-Füllung), ließen es dann sein, kauften noch eine hübsche Krawatte für mich (wir mutmaßten, dass wir zuviel Geld hätten ...) und fielen also wieder in unsere Stammkneipe ein.

Nach dem Konsum von Hefekaltschalten ging es zurück ins Hotel, und meine Ma werde ich gleich zum Bloglesen wieder wecken müssen.

Morgen geht es - leider - schon wieder zurück nach Rom und weiter nach Frankfurt, aber wir haben vor, morgen mal lecker Pizza zu essen, wird schon werden ...

Fotos von heute aus dem Bardo-Museum:

Punischer Raum

Teil des Palastes - unten ein Altar für einen römischen Kaiser

Ein unfassbar gut erhaltenes Mosaik

Ein Raum voller Mosaike (einer von vielen)

Taufbecken

Montag, 24. Dezember 2018

Medina/Karthago II

Heute wurden wir nicht beraubt. Juchhe ...

Nein, im Ernst, das war ein schöner Tag heute, auch wenn meine Ma immer noch nicht topfit ist, aber das wird schon ...

Wir waren gar nicht sooo früh wach, und meine Ma erschien ziemlich okay, was ich unter anderem daran ablas, dass sie sich sehr aufs Frühstück freute. Dementsprechend nahmen wir die erste Mahlzeit des Tages zu uns, gingen nochmal ins Zimmer, und brachen dann in die Medina von Tunis auf.

Die Medina ist die "Altstadt" von Tunis, und recht voll, mit Menschen und mit Geschäften, und mehr als einmal geschah es, dass die Tunesier uns auf Deutsch ansprachen, als sie herausgefunden hatten, dass wir Deutsche sind.

Wir latschten durch die engen, bunten, wunderbaren Gassen hoch zur Moschee, deren Namen ich nicht weiß, latschten einmal im Carrée, vorbei an Regierungsgebäuden, Fressgassen, Goldhändlern, wie auch immer, ließen uns dann für einen (bzw. zwei) Tee auf der Dachterrasse eines Hauses mit Blick auf die Medina nieder (sehr schön!), ehe ich meine Mutter ins Hotel brachte, weil das Kopfsteinpflaster dann doch irgendwie nicht so ganz optimal für sie war.

Eine Stunde verbrachte ich damit, im Internet zu surfen, während sie las und schlief, und irgendwann brach ich noch einmal nach Karthago auf.

Ich lief wieder über die Avenue Habib Bourguiba zur Station Tunis Marine, fuhr mit der S-Bahn nach Carthage-Hannibal, stieg dort aus, marschierte ein paar Schritte zu den Antonius-Pius-Thermen (unterwegs hatte ich einen tollen Blick aufs Mittelmeer), betrat die Thermen (kaum ein Mensch da, und die Sicherheitskontrolle mussten explizit geschäftig tun), lief durch einen schönen, kühlen Park (es ist nicht wirklich heiß hier, aber ziemlich warm, jedenfalls in der Sonne) und genoss dann den Blick über die Ruinen der Therme sowie aufs Mittelmeer.

Ich machte Fotos, einige auch in Richtung des Präsidentenpalastes, obwohl das offiziell, nun, haram, also verboten ist, interessiert aber offenbar keinen, und genoss die Zeit in den Ruinen einer der größten Thermen der römischen Welt.

Danach verließ ich die Badewelt (haha ...), spazierte über kaum befahrene Straßen (und wenn, dann waren Fahrschulautos unterwegs ...) in Richtung des punischen Hafens und des Trophet. Das Gelände des Trophet ist ein bisschen langweilig, nicht nur die Aufseherin pennte und musste aufwachen, um meine Tageskarte abzuzeichen, auch sonst ist das Ganze kaum beschildert, aber es handelt sich wohl um eine Reihe von Kindergräbern ... Joa ... Passt schon.

Ich ging zurück zur S-Bahn-Haltestelle, erwischte gerade noch so den Zug (nachdem der Fahrkartenverkäufer mich auch betuppen wollte ...), landete wieder in Tunis Marine und nach einem mittleren Fußmarsch am Hotel.

Meiner Ma ging es inzwischen besser, sie hatte sogar Hunger, also brachen wir auf. Leider war die angestrebte Gaststätte zu, aber in der Nähe waren drei andere, und nach anfänglichem Hin und Her einigten wir uns aufs L'orient.

Wir aßen Brik (gebackene Teigtaschen mit - hier - Tunfisch-Füllung) als Vorspeise und danach frischen Fisch mit weniger frischen Meeresfrüchten zur Hauptspeise. Es war lecker, aber haute uns nicht vom Hocker, aber am Ende konnte unser Weihnachtsmenü für 28 Euro durchaus akzeptiert werden. Ich trank einen tunesischen Schnaps, und den Abend verbummelten wir in unserer (seit gestern) Stammkneipe ...

Jetzt ist es doch kurz vor 22 Uhr, sodass es jetzt eine angemessene Zeit ist, um ins Bett zu gehen.

Morgen geht's vielleicht ins Bardo-Museum, mal gucken ...

Vor den Fotos drei Anmerkungen:

Gestern waren es 17 Kilometer, die wir unterwegs waren, obwohl es meiner Ma nicht gutging.

Zudem war sie in unserer Kneipe die einzige Frau, während heute Abend noch eine zweite Frau mit in die Kneipe kam. Biertrinken und Frauen ist hier trotz allem noch nicht so ...

Insgesamt aber ist die Bandbreite zwischen vollverschleierten Frauen (sehr selten) und jungen Frauen in Minirock und Overknee-Stiefeln (selten, aber nicht sooo selten) hier in Tunis ziemlich groß, das ist schon spannend zu sehen ...

Blick vom Hotelbalkon auf die Port de France

In der Medina

In der Medina

Über den Dächern der Medina

Thermen und Mittelmeer

Thermen (hinten der Präsidentenpalast)

Trophet

Katholische Kathedrale

Griechische Kirche

Sonntag, 23. Dezember 2018

Wenigstens kreativ

... war der Dieb gewesen, der - vermeintlich betrunken - in Nicaragua in Uli hereingefallen war und ihr dabei die Brille und das halbe Brillenetui geklaut hatte. Der Drecksack heute in der S-Bahn wandte dagegen rohe Gewalt an, um meiner Mutter die Kette vom Hals zu reißen und dann gerade noch so aus dem Waggon zu hüpfen, ehe der Zug weiterfuhr ...

Meiner Mutter ging und geht es - bis aus den aus meiner Sicht nachvollziehbaren Schock - gut.

Nun wäre es unfair, wegen eines Räubers ganz Tunesien zu verurteilen (das wäre ja so, als ob man wegen ein paar Bekloppten in Chemnitz ganz Deutschland für rassistisch halten würde), aber natürlich wird - das muss man leider so sagen - diese Gewalttat für mich in Zukunft im Zusammenhang mit diesem Land stehen, und das ist sehr schade, gerade weil den allermeisten Tunesiern im Zug die Situation (natürlich) sichtlich peinlich war und die allermeisten Tunesier, denen wir begegnen, so freundlich oder unfreundlich, aber jedenfalls strafrechtlich unauffällig sind wie die allermeisten Deutschen (naja, ehrlich gesagt sind die Tunesier meist freundlicher als die Deutschen ...).

(Zur Polizei sind wir nicht gegangen - was bringt das schon außer ein paar Stunden Zeitaufwand für nichts und wieder nichts ...?)

Wir sind aber fest entschlossen, uns die Tage hier nicht durch dieses sehr unschöne Erlebnis versauen zu lassen - es war ein anstrengender Tag heute, aber - wieder einmal - ein sehr interessanter.

Das Frühstück war für arabische Verhältnisse französischen Einschlages relativ üppig (das heißt natürlich nicht viel ...), ich aß lecker Merguez und andere scharfe Sachen, dazu ein hartgekochtes Ei und danach noch sicherlich schweinfreie Wurst, dazu wurde ein lecker Pfefferminztee verzehrt.

Danach liefen wir ein paar Schritte zum Place de Barcelone und wollten von dort mit der Metro zum Bahnhof Tunis Marine fahren. Ich erstand uns die Fahrkarten für pro Person zwanzig Cent oder so. Wir warteten gerade, als uns ein älterer Tunesier auf Englisch ansprach und dann, als er merkte, dass wir Deutsche sind, in sehr gutem Deutsch weiter machte.

Na prima, jetzt hatten wir den an der Backe ... Er muss mit uns nach Tunis Marine und erläuterte uns dort - ungefragt, und natürlich hätten wir das selbst hingekriegt -, wie wir eine Fahrkarte erstehen müssen. Danach hielt er den Zug für uns an, obwohl ich den Zug eigentlich gerne (mit dem Herrn drin) wegfahren lassen wollte ...

Nun denn, wir standen die ganze Zeit und erzählten, das war jetzt nicht schlecht, aber als wir in Sidi Bou Saïd ankamen (er hatte uns empfohlen, erst dorthin zu fahren und uns erst dann Karthago anzugucken ...), schüttelten wir ihn ab, ehe er noch ein Trinkgeld für seine (unerbetenen) Dienste haben wollte.

Mancher wird jetzt sagen: "Boah, ist der unhöflich." Aber erstens mag ich es nicht, wenn Leute mich anquatschen und dann nicht mehr von meiner Seite weichen, und zweitens hatte der Reiseführer vor dieser Masche gewarnt. Mag sein, dass ich da ab und zu überempfindlich bin, aber ich habe halt nunmal auch den sportlichen Ehrgeiz, mir die Reisen selbständig zu erarbeiten, und dann kann ich so jemanden nicht gebrauchen ...

Der Spaziergang durch dieses kleine, ganz in blau-weiß (meine Mutter war natürlich völlig begeistert) gehaltene Städtchen war sehr schön, aber auch nach zwanzig Minuten schon wieder beendet. Ich war heute wieder ein bisschen größenwahnsinnig und entschied, dass wir nach Karthago laufen.

Unterwegs kamen wir noch an einen schönen Häuschen vorbei, an den Ruinen der Basilika Saint-Cyprien (mit tollem Ausblick aufs Meer), am Präsidentenpalast, ehe wir nach einem, naja, dreiviertelstündigen Marsch, an der ersten Sehenswürdigkeit anlandeten.

Für zehn Sehenswürdigkeiten muss man zehn Dinar Eintritt zahlen, das sind 3 Euro, und so nahmen wir Nummer 1 - die römischen Villen - mit. Es gibt tolle Blicke aufs Mittelmeer, tolle Mosaike, teilweise geschützt in einer Art Höhle, teilweise noch an Ort und Stelle im Boden, es gibt ein hübsches Theaterchen und auch den Blick auf eine neuzeitliche Moschee ... Doch, die 30 Cent für diese Sehenswürdigkeit haben sich definitiv gelohnt.

Der Taxifahrer, der uns vorher (ungebeten) versprochen hatte, dass er auf uns warten würde, war (zum Glück) nicht da, als wir rauskamen, also liefen wir ein paar Meter zum Römischen Theater. Nun, das war zwar auch schön, aber dadurch, dass es für heutigen Aufführungen genutzt wird, eben nicht mehr so richtig antik, sodass wir uns da mehr ausruhten als die Architektur zu bewundern.

Ich jagte meine Ma - gegen den (natürlich völlig uneigennützigen und nur um das Wohl meiner Mutter bedachten) Rat des Taxifahrers - weiter zum Amphitheater. Leider liefen wir einmal in die falsche Richtung um das Teil herum, an einem Friedhof vorbei, ehe wir den Eingang fanden. Joa, ganz hübsch, aber jetzt auch nicht sooooo faszinierend.

Zurück, marschmarsch, ging es in Richtung der Basilika und des Karthago-Museums. In der Basilika schien heute ein Konzert zu sein, der Andrang war groß, und das Karthago-Museum wird renoviert, sodass man nur Zugang zum Gelände, nicht aber zum Museum hat.

Auch auf dem Gelände sieht man eine Menge, nicht zuletzt hat man einen fantastischen Ausblick aufs Mittelmeer und die Landzunge, die sich auf der anderen Seite der Bucht von Tunis auftut.

Leider gab es auf der Seite in Richtung Zugstrecke keinen Ausgang, sodass wir wieder zurück und außenherum um die Basilika gehen mussten, dann bergrunter, durch zwei Gassen, wieder eine Treppe runter und, bums, am Bahnhof standen. Wir verpassten gerade den Zug um eine Minute und mussten warten.

Ein bekiffter/besoffener/sonstwie bekloppter Typ laberte uns die ganze Zeit auf Franco-Arabisch voll, und wir sind nicht ganz sicher, ob er nicht im Team mit dem Räuber arbeitete (denn nach dem Raub war der Typ auch plötzlich weg ...), aber als der Zug kam, stiegen wir frohgemut ein ...

Nun, nach dem, ich sage jetzt mal, "Ereignis" stiegen wir einigermaßen gefasst an der Endhaltestelle aus dem Zug aus, liefen ein paar Schritte an den wirklich schönen Strand in La Marsa, entschieden uns gegen alle der Mehr-oder-weniger-eher-weniger-Strandkneipen (in der Sonne war es heute sehr warm, ich habe einen leichten Sonnenbrand davongetragen, aber im Schatten war es - offenkundig - nicht mehr so warm, hier ist schließlich auch Winter ...) und wollten zurück in die Stadt.

Wieder verpassten wir den Zug knapp, ich holte mir als Entschädigung noch ein Schawarma (einen arabischen Döner ...), zu dem es ungefragt labrige Pommes dazugab - am Ende zahlte ich 1,50 Euro, passt völlig.

Der nächste Zug kam irgendwie doch ziemlich schnell, ich aß im Zug zu Ende, und am Ende der Fahrt von Endstation zu Endstation kamen wir wieder in Tunis Marine an.

Wir liefen über die Avenue Habib Bourguiba (das war der erste Präsident Tunesiens nach der Unabhängigkeit), an einem modernen Uhrturm vorbei und wurden von einem Ober eingefangen, dem wir gestern offenbar den Eindruck vermittelt hatten, dass wir nach einem kurzem Bummel bei ihm essen würden ...

Nun denn, das bestellte Bier war alkoholfrei, dafür ziemlich teuer, und dann wollte er uns noch abzocken, denn er wollte für das Bier, das mit drei Euro für den halben Liter für tunesische Verhältnisse schon sehr teuer ist, fast fünf Euro haben. Er zeigte sogar eine Karte vor, hatte sich dann "verrechnet" und bekam die sechs Euro sowie einen bitterbösen Blick als Trinkgeld.

Wir suchten noch eine Bierkneipe, die wir gestern entdeckt hatten, stellten dann fest, dass die genau neben der Bescheißerkneipe lag (der Typ hatte uns von weitem kommen sehen und schon gewinkt, sodass wir tunnelmäßig an der schönen Kneipe vorbeiliefen), ließen uns dort nieder und bezahlten pro 0,3-l-Bier hier 80 Cent ... Das wiederum lässt sich angehen.

Wir hatten ja nicht sooooo viel gegessen, also ließen wir es einigermaßen zeitig gut sein (meine Ma war natürlich die einzige Frau in der Kneipe, aber die Kneipe hat uns, glaube ich, nicht zum letzten Mal gesehen, auch wenn sie so verräuchert ist, dass sich jede Forelle dort wohlfühlen würde ...) und liefen dann entspannt zum Hotel zurück.

Es ist jetzt kurz vor halb neun, und wir sind schon bettfertig. Um 6.30 Uhr gibt es Frühstück, und ich ahne schon Schreckliches, wenn meine Ma so früh im Bett ist. Spätestens um 6 Uhr geht bestimmt das Gekruschtel los ...

So, ein sehr ereignisreicher Tag war das, trotz allem ein schöner, mal sehen, was wir morgen Abend zu berichten haben. Vielleicht fahren wir nochmal nach Karthago, weil wir zumindest eine wichtige Sehenswürdigkeit noch nicht gesehen haben, weil sie heute zu war, vielleicht gucken wir uns morgen die Medina an, vielleicht fahren wir aber auch mal mit dem Zug nach Sousse oder so. Ins Bardo-Museum gehen wir morgen nicht, denn das hat morgen zu, aber es gibt offenbar noch genug in Tunis und Umgebung zu sehen ...

Wer am Abend des 24. Dezember Besseres zu tun hat als meinen Blog zu lesen (tsts!), dem wünsche ich an dieser Stelle frohe Weihnachten, ich denke aber, dass ich morgen Abend wieder berichten werde ...

Fotos, wenn sie klappen:

Triumphbogen am Eingang zur Medina

Straßenbild in Tunis

Sidi Bou Saïd

Ruinen der Saint-Cyprien-Basilika und Blick aufs Mittelmeer

Römische Villen

Römisches Theater


Amphitheater

Basilika
Blick aufs Mittelmeer vom Museumsgelände aus

Blick aufs Meer in La Marsa

Uhrturm in Downtown Tunis