Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 10. Februar 2024

"Wo ist denn da die Grenze? Menschenfleisch?"

Okay, für einen Blogeintrag ist das vielleicht eine etwas grenzwertige Überschrift, aber ich werde sie sogleich erläutern.

Das war nämlich die zweite Option für den Blogtitel; die erste war: "Wörth ist dieses bekannte Textverarbeitungsprogramm." Boah, ich konnte ja nicht an mich halten, als Christian den Spruch abgelassen hat, während wir gerade durch Wörth am Rhein auf dem Weg von Kaiserslautern nach Karlsruhe waren ...

Das alles lag am Crémant, den wir bei wie immer hervorragenden Frühstück in Kaiserslautern genossen hatten - zusätzlich zur Mailänder Salami, die extra für mich gekauft worden war, weil ich ja den (womöglich auch noch Schwarzwälder) Schinken verschmähen würde - am Ende aß ich tatsächlich ein halbes Schinkenbrötchen!

Dass der Einstieg in den heutigen Blogeintrag hochgradig nichtlinear ist, liegt auch am Crémant, aber versuchen wir es einfach einmal von Anfang an: Ich fuhr gestern Nachmittag gemütlich (und pünktlich, man höre und staune!) über Freiburg und Mannheim nach Kaiserslautern und wurde mit wunderbarer Pasta versorgt.

Nach guter, aber etwas unruhiger Nacht (ich hatte zu viel Pasta verspeist ...) gab es heute - damit hier keiner verhungert - leckeres Frühstück, ehe wir ganz gemütlich zum Kaiserslauterer Hauptbahnhof fuhren. Dort erwischten wir im schon bereitstehenden Regionalexpress nach Karlsruhe einen Vierersitz, stiegen gemütlich in Rastatt um und mussten auch zum Bus zum Flughafen nicht rennen.

Die Sicherheitskontrolle war auch recht leer und ziemlich entspannt, dann wurden noch - bei etwas überforderten Gaststättenbetreibern - zwei Bierchen bzw. ein Weinchen verdrückt, und jetzt sitzen wir - nach vollzogener Ausreise aus dem Schengen-Raum - am Gate und boarden gleich.

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Der Flug - ich saß am Fenster, guckte noch eine Serie und spielte sonst auf dem Handy herum - ging ziemlich problemlos vorbei. Ich saß am Notausgang in Business-Class-Belegung, das war sehr entspannt.

Nach der Ankunft ließ ich den vollen Bus einen vollen Bus sein und stieg in den hinteren Bus ein, der auch nicht wesentlich später am Terminal ankam. Die Einreise am Automaten ging mal völlig in die Hose, weil dieses doofe Ding meine Visage nicht erkannte - so ein Mist! Der Grenzer ließ mich nach endlicher Zeit aber einreisen, da warteten Jessi und Christian schon auf mich.

Wir liefen - bei verbesserungsfähiger Beschilderung, aber trotzdem - richtig zur Metro, kauften uns eine 72-Stunden-Fahrkarte und fuhren dann eine halbe Stunde in die Innenstadt. Dort führte ich die Reisegruppe natürlich zum falschen Ausgang, aber wir fanden unsere Unterkunft dennoch. Das Treppenhaus hier ist eher nicht so hübsch, aber die Bude ist absolut fantastisch - die Einrichtung ist nagelneu, wir haben zwei Schlafzimmer und zwei Badezimmer, eine gut ausgestattete Küche, es ist großartig ...

Allerdings blieben wir nicht lange hier, sondern marschierten in Richtung Löwenbrücke zu einem traditionellen bulgarischen Lokal, in dem ich mit Nina einst schon gewesen war; allein, wir kriegten keinen Tisch mehr, weil alles voll war ...

Nun denn, wir fuhren mit der Straßenbahn in Richtung Süden bis zur Fußgängerzone, liefen zum zweiten empfohlenenen Schuppen, mussten dort eine Viertelstunde warten, bis ein Tisch frei wurde - aber dann!

Wir bestellten - mit ein bisschen Schwierigkeiten aufgrund der nicht ganz unbedeutenden Lautstärke in dem Etablissement - erst einmal Bier und Wein, und danach unsere Speisen, wobei ich mich an ein Gericht namens Pokreklo wagte, mit Schweineherz und Rinderzunge. Das war richtig, richtig lecker, auch wenn Jessi und Christian das nicht so richtig nachvollziehen konnten und Christian dazu brachte, nach der Grenze des für mich Essbaren zu fragen ... Hey, ich musste Herz nochmal eine Chance geben, nachdem das in Armenien nicht ganz so toll gewesen, und ich war jetzt - vielleicht lag das auch an der Schärfe, meint Jessi - echt sehr zufrieden mit meinem Gericht.

Nach dem Bezahlen liefen wir die paar Minuten zurück in unsere Unterkunft, trinken jetzt noch einen Absacker und gehen dann ins Bett, denn morgen um 9 Uhr übernehmen wir unser Auto für unsere Ausfahrt in Richtung Plowdiw - da freue ich mich auch schon so richtig drauf ...

  

Pokreklo

Löwenbrücke

Bulgarisches Parlament

Samstag, 3. Februar 2024

Fehlende Grenzmarkierungen

... hasse ich ja wie die Pest, und wenn - wie an der Brücke über die Leiblach zwischen Lindau und Hörbranz - sowohl die "Staatsgrenze"-Plakette als auch der orangene Punkt auf der Straße (der an vielen deutsch-österreichischen Grenzübergängen die Grenze auf der Fahrbahn markiert) fehlen, dann muss das in diesem Blog höchstoffiziell gerügt werden, zumal die bis vor kurzer Zeit ausweislich Google Maps auch noch vorhanden waren ...

Nach dem intensiven Reisebuchungsabend gestern (und heute Nacht, ich ging erst um kurz nach 2 Uhr ins Bett) war die Nacht entsprechend kurz, denn ich wollte um 8.40 Uhr den Bus nehmen. Meine Ma und ich frühstückten noch, dann musste ich mich aber ein bisschen sputen, erwischte die Verbindung nach Neustadt aber problemlos.

Das heutige Ziel Österreich ist Teil der Serie "Alle deutschen Nachbarländer im laufenden Kalenderjahr", und nachdem ich bisher erst die Schweiz besucht hatte, wurde es Zeit für das zweite deutsche Nachbarland.

So voll wie heute war der Bus selten - ich hatte einen Sitzplatz, aber Leute standen (auch wenn noch der eine oder andere Platz frei gewesen wäre). In Neustadt kostete es mich ein wenig Überwindung, nicht nach Freiburg, sondern in die Gegenrichtung zu fahren, aber das schaffte ich. Die S-Bahn nach Donaueschingen hatte noch Steckdosen, danach war tote Hose mit Stromversorgung in den Zügen, was nicht ganz optimal war, da ich doch drei Gerätschaften nutzen wollte.

Sei es, wie es sei, ich stieg in Singen und Friedrichshafen um, bekam jeweils einen Sitzplatz, auch wenn das häufige Umsteigen mit dem ständigen Aus- und Einpacken der Gerätschaften ein wenig nervig war, aber die Zugverbindungen aus dem Schwarzwald in Richtung Bayern sind und bleiben einfach extrem unpraktisch.

In Lindau-Reutin stieg ich in den Bus in Richtung Oberhochsteg - das hatte ich mir kurzfristig noch so überlegt (eigentlich wollte ich zum Unterhochsteg) -, denn so bestand die (knappe) Möglichkeit, dass ich noch den Bus erwischen würde, der um 18.14 Uhr in Bonndorf ankommt. Der Bus fuhr durch Lindauer Wohnviertel, war ein paar Minuten zu spät am gewünschten Ausstiegspunkt, sodass ich zügigen Schrittes die ungefähr 500 Meter in Richtung Grenze lief.

Über diese Brücke waren meine Ma und ich wahrscheinlich damals auf der Rückfahrt aus Slowenien gekommen, als wir in Lindau beim Bayrischen Roten Kreuz einen Coronatest machen ließen, sodass mir die Gefilde nicht komplett unbekannt hätten vorkommen sollen (taten sie aber ...).

Ich schaute auf der einen Seite, ob irgendwo eine Grenzmarkierung war, sah keine, überquerte die Straße noch auf deutscher Seite, fand dort auch keine, also lief ich hinüber nach Hörbranz in Österreich, betrat österreichischen Boden, überquerte die Straße, lief zurück nach Deutschland, fand auch auf der anderen Gehwegseite (wo ich schon kurz geschaut hatte) weder Plakette noch ein Zeichen für die Grenze, ging noch einmal zurück nach Österreich und gab dann auf ...

Ich finde ja so Grenzsteine oder zumindest -plaketten offenkundig sehr schön, aber es kann kein Zweifel daran bestehen, dass ich in Österreich war, also war ich trotzdem glücklich ...

Ich gab über das Handy Lebenszeichen von mir, dann lief ich zurück zur Bushaltestelle. Der Bus kam mit einigen Minuten Verspätung, und die einzige wirklich knappe Verbindung war in Lindau ... Ich sprang nach der Ankunft am Bahnhof aus dem Bus, überquerte die Straße, ging schnellen Schrittes die Treppe zur Überführung hoch und am anderen Ende wieder runter, erwischte aber die Bahn ca. 45 Sekunden vor planmäßiger Abfahrt noch - und die fuhr sowieso verspätet los, alles gut ...

Ich stieg in Friedrichshafen und Singen um, wurde dort von einem Mann "gebeten", ihm beim Buchen einer Fahrkarte zu helfen, ich vertippte mich aber beim Eingeben seines Ziels Offenburg mehrfach (von der Seite auf den schlecht eingestellten Touchscreen, das ging nicht gut), worauf er mich anschauzte und ich zurückschnauzte und ihn stehen ließ - so ein Depp, also ehrlich!

Ich aß eine Kleinigkeit und stieg dann in den Zug nach Donaueschingen ein, dort stieg ich um in die S-Bahn nach Neustadt und konnte dort in den Bus einsteigen, nachdem "unser" Busfahrer und der Busfahrer, der die Haltestelle blockierte, sich fast gegenseitig an die Gurgel gegangen waren - aber insgesamt war "unser" Busfahrer ziemlich unentspannt ...

Um kurz nach 18 Uhr war ich in Bonndorf, stieg am Bahnhof aus, weil ich noch etwas einkaufen wollte, und lief dann die verbleibenden Meter zurück nach Hause.

Morgen habe ich nix vor, jedenfalls nichts, wofür ich das Haus verlassen müsste ...

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Bei der Lektüre des mitten in der Nacht geschriebenen Blogs fiel mir auf, dass ich nur im Schlusssatz erwähnt hatte, dass meine Ma nach Panama und Ecuador mitkommt - und aus dem Schlusssatz kann man auch die - korrekte - Schlussfolgerung ziehen, dass wir alleine unterwegs sind. Ich hatte nach der Ankunft in Bonndorf am Donnerstag Abend (meine Ma und ich versackten noch ein bisschen am Küchentisch) mit meiner Ma gesprochen (ja, wir sprechen miteinander, wenn wir versacken - Mannometer!) und sie spaßeshalber mal gefragt, ob sie nicht mitkommen will ...

Ich glaube inzwischen, am Gesicht meiner Mutter, wenn sie - automatisch - "nein" sagt, ablesen zu können, ob sie wirklich "nein" meint oder aber "eigentlich will ich doch 'Ja, ja, ja!' rufen, aber ich muss noch ein bisschen Pokerface beibehalten" - Memo an Mutter: Du hast kein gutes Pokerface ...

In der Nacht auf Freitag jedenfalls kam das "nein" so zögerlich, dass ich sie nur angrinste, sie sah mein Grinsen, grinste schief zurück, in dem Moment war das so gut wie gebongt, dass wir diese Tour machen - und keine 24 Stunden später war ja der Flug gebucht ...

So soll es sein!

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Jessi und Christian kommen auf diese Tour dementsprechend nicht mit, die wollen dieses Jahr (neben unseren, öhm, fünf noch ausstehenden gemeinsamen Reisen) noch ein bisschen in Europa sich umgucken, aber wir haben heute, als ich unterwegs war, uns noch weiter in die Feuerland-Reise reingequatscht ...

Der Samstag, 22. Februar 2025 wäre ein gutes Abflugdatum, weil wir dann ausreichend Zeit in Chile hätten, um nach Punta Arenas und auf die Fähre nach Puerto Williams zu kommen. Angeblich am letzten Sonntag jedes Monats bringt die chilenische Regierung Proviant nach Puerto Toro, den südlichsten Weiler Südamerikas (und möglicherweise, je nachdem, wie man die Containeransammlung in der Antarktis bezeichnen will, sogar der Welt), und die scheinen Touristen da kostenfrei mit hinzunehmen.

Mein bisher (global) südlichster Punkt war im Süden der neuseeländischen Südinsel bei 46° 41' südlicher Breite, Puerto Toro läge bei etwa 55° 5' südlicher Breite, also nochmal einen Quantensprung weiter südlich.

Selbst wenn das nicht klappen sollte, wäre Puerto Williams mit 54° 56' südlicher Breite oder - möglicherweise - ein Punkt auf der Fähre bei 54° 59' (Openstreetmap) oder gar bei 55° 15' (Google Maps) - so eindeutig scheint es nicht zu sein, welche Route die Fähre nimmt - sehr deutlich der südlichste Punkt meines Lebens - da werde ich es ertragen, dass ich in Chile und Argentinien schon war.

Argentinien natürlich, weil wir von Puerto Williams (Chile) nach Ushuaia (Argentinien) übersetzen wollen würden. Mal sehen, ob wir dann noch - neben den quasi obligatorischen Santiago und Buenos Aires - uns noch ein bisschen mehr im südlichen Südamerika umgucken (in Argentinien und auch in Uruguay soll es ja recht gute Steaks geben ...) ...

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Apropos Koordinaten: Im panamaischen Strandhotel werde ich wahrscheinlich den südlichsten Punkt erreichen, den ich auf dem nordamerikanischen Kontinent bisher erreicht habe, zwei Gradsekunden südlich des bisher südlichsten Punkt. Deutlich mehr als zwei Gradsekunden (nämlich mehr als fünf Grad) weiter westlich wird am Ende der Tour mein westlichster Punkt in Südamerika liegen, der war bisher in Medellín (Kolumbien) und wird jetzt bei Manta in Ecuador sein.

Achso, und das Rodizio-Lokal in Panama, von dem ich meiner Ma vorgeschwärmt habe, werden wir wahrscheinlich am Tag des Abfluges zurück nach Europa als Mittagessenlokal verwenden; dadurch, dass ich die Flüge so buchen musste, wie ich sie jetzt gebucht habe, haben wir keinen richtig schönen gemütlichen Abend in Panama-Stadt, aber auch das werden wir überleben ...

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Fotos von heute gibt es natürlich auch:

Blick aus dem Zug auf den Bodensee

Österreich

Blick zurück nach Deutschland und auf die Grenzbrücke

Wieder zurück in Deutschland (angeblich ...)

"Dann buch mal - Kongo, Jemen, Gaza!"

Das war die dringende Aufforderung meines Chefs heute, als ich für den 1. bis 13. Mai den schon eingetragenen Urlaub tatsächlich abrief - aber ich fürchte, ich muss ihn enttäuschen, denn nach langem, laaaaaaangem, seeeeeeeeehr laaaaaaaangem Überlegen haben wir uns jetzt - ich ein bisschen schweren Herzens - entschieden, Venezuela sein zu lassen und nur Panama und Ecuador (mein 160. Land, juchhe!!!!) zu machen ...

Die erste Buchung des heutigen Tages - die für den großen Flug - war noch ziemlich stringent - wir fliegen am 1. Mai morgens von Zürich nach Madrid und dann gleich weiter in Richtung Panama-Stadt, wo wir am Abend Ortszeit (in der Nacht nach deutscher Zeit ankommen). Zurück geht es - die ganze Reise ist nur mit Handgepäck, aber das kriegen wir sicherlich hin - am 12. Mai abends, sodass wir am 13. Mai mittags in Madrid ankommen und dann am Nachmittag in Zürich landen.

Das Problem lag darin zu entscheiden, was wir dann in Nord- und Südamerika machen. Relativ schnell klar war, dass wir am Ende ein paar Strandtage machen - da habe ich jetzt ein Riu-Hotel mit all-inclusive reserviert, das wir vom 9. bis 12. Mai unsicher machen werden.

Alles andere aber war gar nicht so klar, zumal die Flugpreisgestaltung der Airlines da drüben völlig bekloppt ist. Am Ende wäre die günstigste Verbindung von Quito (Ecuador) nach Caracas (Venezuela) gewesen, von Quito nach Panama, von dort nach Bogotá, von da postwendend wieder nach Panama (!!!!!) und von dort nach Caracas zu fliegen - und das alles mit der gleichen Fluggesellschaft, wohlgemerkt. Die Verbindung Quito - Panama - Caracas (also ohne den Abstecher nach Bogotá und zurück) wäre deutlich teurer als die aufgerufenen 208 Euro gewesen, aber wir entschieden uns dann schlussendlich doch gegen diese Schnapsidee, weil wir da a) die Nacht mehr oder weniger hätten durchmachen müssen und b) wir uns dann doch aus Sicherheitsgründen gegen Venezuela entschlossen haben.

Das Auswärtige Amt rät "dringend" vom Bereisen Venezuelas ab, die Amerikaner, Kanadier und Briten sind noch heftiger in der Wortwahl unterwegs, Reiseberichte lesen sich so, als ob es in den letzten Jahren besser geworden wäre mit der Sicherheitslage, aber immer noch nicht gut ...

Ich hatte am Schluss dann ein Hotel am Meer (aber nicht am Strand) im Auge, das man sich mal hätte anschauen können - und das als Basis für einen eventuellen Tagesausflug in die Hölle von Caracas hätte dienen können, aber da ist jetzt so viel "hätte, hätte" dabei, das ist schon in Ordnung so, gerade mit einer Mitreisenden, für die ich mich als Reiseveranstalter ja immer ein bisschen verantwortlich fühle ...

Jetzt machen wir es so, dass wir nach der Ankunft in Panama in einem Flughafenhotel schlafen und dann am 2. Mai gleich nach Quito weiterfliegen. Dort bleiben wir drei Tage (ich habe jetzt ein Boutiquehotel in der Innenstadt gebucht) und fliegen dann - wir haben uns fürs Flugzeug und gegen die angeblich zehnstündige Fahrt entschieden - nach Manta am Pazifischen Ozean.

Dort habe ich eine Art Ferienwohnung direkt am Strand und mit Meerblick gebucht, gutes Essen soll es in der Nähe auch geben, da werden wir ein bisschen Urlaub machen. Überraschenderweise gibt es einen bezahlbaren Direktflug von Manta nach Panama-Stadt, den habe ich für den 8. Mai gebucht. Ich vermute, wir werden noch einmal in dem Flughafenhotel übernachten, denn am 9. Mai morgens übernehmen wir am Flughafen einen SUV als Mietauto.

Mit dem fahren wir dann zum Panamakanal, gucken uns den mal an und starten danach zu unserem (zweiten) Strandhotel, wieder am Pazifik, durch. Dort bleiben wir bis zum 12. Mai, fahren dann gemütlich zurück zum Flughafen und steigen in unseren Flieger zurück nach Europa.

Bis auf die zweite Übernachtung im Flughafenhotel habe ich jetzt alles gebucht, das wird ein Städtetrip mit viel Stranderholung, das kann ich bestimmt auch mal gut gebrauchen - ich bin sehr gespannt, und meine Mutter auch ...

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Morgen, ähm, heute will ich nach Lindau fahren und dort einen kurzen Abstecher nach Österreich machen, denn zuletzt war ich vor elf Tagen im Ausland, da steht mal wieder ein Grenzübertritt an! Deshalb gehe ich jetzt auch voller Vorfreude ins Bett - gute Nacht!

Sonntag, 28. Januar 2024

Ein fröhlich jodelnder Osteuropäer auf dem Fahrrad

... kam mir gestern Nachmittag während meiner Wanderung entgegen, als ich von Neustadt kommend - und an der Landstraße entlanglaufend, ab und zu ins Gras flüchtend, wenn Autos entgegenkamen - hoch in Richtung Pfeiler der Gutachtalbrücke wanderte.

Der junge Mann sprach mich auf Englisch an, dass er nach "Neustadt Bähnhof" wolle, und ich zeigte ihm die Richtung an und rief ihm noch - er fuhr schon jodelnd von dannen - hinterher, da vorne solle er dann links abbiegen ...

Bei dem Traumwetter gestern musste ich ja fast die erste ordentliche Wanderung des neuen Jahres machen, und so fuhr ich - mit sechs Schweizern, die sich sehr laut im Bus unterhielten - von Bonndorf nach Neustadt und von dort - ohne Schweizer - nach Eisenbach-Höchst. Die Busfahrer streiken ja ausnahmsweise nicht, und so war die Fahrt problemlos.

Am Höchst war ich schon ein oder zwei Mal losgewandert, und Ziel heute war der Fehren, einer der Berge, die Neustadt umgeben. Gleichzeitig wollte ich das erwanderte Gebiet ein wenig erweitern, daher lief ich von Höchst erst einmal ein ganzes Stück in Richtung Westen.

In Schwärzenbach hatte ich - kurz vor dem Russenkreuz - eine wunderbare Aussicht auf den Feldberg; an selbigem Kreuz bog ich nach Süden ab, am Ahornhof vorbei auf der Kreisstraße, bis ich in den Wand zum Fehren geradeaus lief.

Es war mal wieder ganz herrlich, im Wald unterwegs zu sein, auch wenn es ein bisschen bergauf ging. Am vermeintlichen Gipfel auf 1.064 m Höhe waren nur zwei Steine (da waren ohnehin ein paar ältere Grenzsteine am Wegesrand zu entdecken, aber nix Internationales, von daher wenig interessant ...) zu sehen, und so richtig nach Gipfel sah das auch nicht aus. Am Sendemast dort oben ging es vorbei und dann steil bergab (auf grasigem Wanderweg, aber ich rutschte ausnahmsweise nicht aus ...) nach Neustadt.

Ich marschierte durch Neustadt, am Kurpark vorbei in Richtung Papierfabrik und lief dann ein Stückchen an der Landstraße entlang, ehe ich - nach der Begegnung mit dem Fahrradfahrer - den Berg hinaufstapfte. Ich kam an den - mächtigen! - Brückenpfeilern der Gutachtalbrücke vorbei, und kurz hier dem Pfeiler ging es rechts ab wieder auf einen grasigen Weg bergab ...

Ich landete (obwohl mich so komische Dornschlingen mehr als einmal am Weitergehen hindern wollten - Teufelszeug!) im Gutachtal und lief - wieder - an der Landstraße entlang bis zur Haltestelle Gutachbrücke.

Der Bus fährt am Samstag Nachmittag und am Sonntag nur alle zwei Stunden nach Bonndorf, aber stündlich nach Lenzkirch, also fuhr ich erstmal mit nach Lenzkirch, von dort zurück nach Neustadt und danach aber in Richtung Bonndorf - die Schweizer waren wieder dabei, aber diesmal setzte ich mich ein bisschen von denen weg ...

Gestern Abend und heute leckte ich meine Wunden nach mehr als zwölf Kilometern Wanderung, aber es war richtig, richtig schön - kann schon sein, dass ich dieses Jahr wieder ein bisschen mehr mache, gerade bei so fantastischem Wetter ...

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Am Dienstag war ich noch kurz am Wiizemersteg und in der Schweiz gewesen, denn die Tour nach Österreich, die ich ja eigentlich für dieses Wochenende geplant hatte, fiel ja nun aufgrund des Lokführerstreiks ins Wasser. So konnte ich meine 14-Tage-Herausforderung aufrechterhalten, und da ich nächstes Wochenende hoffentlich wieder ins Ausland komme, sieht das weiterhin gut aus ...

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Ich bin im Moment noch am Suchen nach schönen Reisen für Anfang Mai, da gucken wir mal, ob ich in den nächsten Tagen da etwas gebucht kriege ...

Rathaus Bonndorf am Holocaust-Gedenktag

Dampfende Baumstämme

Blick auf den Feldberg

Gutachtalbrücke

Im Wald - herrlich!

Sonntag, 14. Januar 2024

Shenanigans

... ist ein englisches Wort für "Tricks" oder "Gaunereien", und genau solche Aktionen von Taxifahrern ("Die Straße ist gesperrt, ich muss einen Umweg fahren."/"Ich muss aber noch die Maut abrechnen, auch wenn die gar nicht auf dem Taxameter steht."/"Nein, der Taxameter ist nicht manipuliert.") will ich  - und konnte ich - bisher immer umgehen, indem ich mir ein Uber gebucht habe, denn da ist der Preis - in aller Regel, ich hatte es einmal in Moskau anders, da war das aber eindeutig angegeben - vorher fix (oder zumindest die Spannbreite definiert) und man muss sich keine Sorgen mehr machen, ob die Route des Fahrers die optimale oder der Verkehr mehr oder weniger stark ist.

Dementsprechend buchte ich vorgestern Abend in Athen auch ein Uber für "42-43 Euro", das Uber kam, wir fuhren durch die Nacht und kamen um 0.02 Uhr am Hotel an. Diese zwei Minuten nutzte Uber nun aber als Begründung, um uns den Taxi-Nacht-Pauschalpreis von 55 Euro abzuknöpfen, weil wir nach 24 Uhr am Ziel angekommen waren. Ich hielt das erst für einen verzeihlichen und behebbaren Fehler, bekam dann aber vom Support diese Begründung geliefert und habe gerade eben eine für meine Verhältnisse maßvolle und wenig sarkastische, aber doch deutliche E-Mail an Uber geschrieben, was ich von solchen Aktionen halte.

Ich fand Uber in der Vergangenheit immer klasse, gerade weil man am Anfang der Fahrt wusste, was man zahlt, aber wenn sie sich einfach so über vereinbarte Preise hinwegsetzen, dann entfällt der ganze Sinn darin, Uber zu nutzen, dann kann ich auch wieder normal Taxi fahren und halt auf die Rechtschaffenheit des Taxifahrers hoffen ...

Sehr ärgerlich ist das Ganze, und es geht mir ja nicht einmal um die 12 Euro, das sind zwei, drei Bier, das ist kein Drama, sondern es ist die Unzuverlässigkeit, die mich wirklich stört.

Das einzig Gute an der Geschichte ist, dass ich das Wort "shenanigans" nun einmal in freier Wildbahn verwenden konnte, aber das macht es nicht wirklich gut.

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Lassen wir uns aber von Schönerem reden, etwa dem letzten Tag in Athen: Wir schliefen aus, ich war wieder als Letzter im Bad, wir verließen die Unterkunft und machten - mit dem wenigen Gepäck, das wir hatten - einen kleinen Spaziergang durch die Athener Innenstadt, liefen noch einmal kurz unten an der Akropolis vorbei und durch neue (schöne!) Gassen im Altstadtviertel Plaka, ehe wir - geplantermaßen - unsere Frühstückskneipe von gestern anpeilten.

Heute wollten wir aber nicht frühstücken, sondern zu Mittag essen, dafür waren wir zwanzig Minuten zu früh, aber das war uns wurscht, denn wir setzten uns einfach schon einmal hin und schauten uns die Karte an. Unser Ober von gestern begrüßte uns wieder, uns dann wurde Tzatziki (bzw. Zickizacki, wie Frau Makarudscha [=Maracuja] die falsche Aussprache ausländischer Speisen gerne verballhornt) gereicht mit Pita, und danach gab es einen Schweinefleischspieß für Christian, ein Hühnchengericht namens "Vier Inseln" für Jessi und einen riesigen (Schweins-)Gyrosteller für mich. Das Ganze war sehr, sehr lecker - und wir waren sehr, sehr satt. (Achso, und die hatten zum Abschaden des Gyros da einen Automaten, das musste der Koch nicht einmal mehr selbst machen ...)

Wir erwischten gerade noch den 12.30-Uhr-Bus zum Flughafen, in dem wir aber einigermaßen unbequem saßen, zumal der auch voll wurde, waren früh am Flughafen, machten dort noch unsere Getränke nieder und gingen durch die relativ leere Sicherheitskontrolle.

Ein Gate zum Sitzen fanden wir auch, wir kauften zwei 750-ml-Flaschen Wasser für jeweils 90 Cent (!!!!), sowas gibt es auch nur in Athen (und Jessi hatte das gesehen), sehr löblich, und warteten dann - nachdem das Gate endlich feststand - an selbigem.

Das WLAN bei Aegean ist echt super, aber nicht so super war die saunaartige Hitze in dem Flieger - ich erspare den treuen Lesern jetzt meinen üblichen Sermon hinsichtlich der Temperaturwahl (oder auch nicht: immer ein bisschen zu niedrig einstellen, anziehen kann man sich immer noch was, ausziehen nur sehr begrenzt, zumal das etwa bei mir nicht sehr ästhetisch wäre, fürchte ich ..).

Ich ließ einen Stoßseufzer fahren, als ich dann endlich aus dem Flieger im kalten Finger angekommen war - herrlich!!

Die Bundespolizei kontrollierte am Gate (das hatte sie bei den Ankommenden vor Jessis und Christians Flug ab Frankfurt gemacht), aber das war für uns ja schmerzlos, dann verabschiedete ich mich von Jessi und Christian, weil die zum Zug mussten, während ich dringlich die 750 ml Wasser wegzubringen hatte ...

Ich schlenderte zur Bahnstation, fuhr mit der (früheren) S-Bahn statt mit der Regionalbahn zum Frankfurter Hauptbahnhof und sitze nun sehr bequem im BahnBonus-Abteil, das zweiter Klasse ist, aber aussieht wie erster Klasse - das lässt sich aushalten hier.

Gegen 22 Uhr bin ich in Hannover und dann so gegen 22.20 Uhr in meiner Bude. Vielleicht gucke ich noch ein bisschen Football, aber das schauen wir dann mal ... Nach der Flugsauna gehe ich aber vielleicht doch nochmal duschen ...

Mein Gyros-Mittag heute Vormittag ...

Samstag, 13. Januar 2024

Es sollte so sein

..., glauben wir, denn eigentlich wollten wir heute auf den Mont Parnes. Der Versuch schlug fehl, aber dafür landeten wir am Ende auf dem Lykabettus, und der Blick von dort war ebenso grandios wie das Wetter ...

Vielleicht aber sollte man - wie so häufig - doch am Anfang beginnen: Das Aufstehen war grausam, aber früh, ich tat mein Beste, das Bad nicht komplett unter Wasser zu setzen, denn der Absatz zwischen (offener) Dusche und Rest des Badezimmer war sehr flach, im Großen und Ganzen gelang mir das - und schon gegen, ich weiß nicht genau, 8.30 Uhr oder so waren wir unterwegs.

Wir stiefelten den Berg hoch, liefen in den wunderbaren Park des Nymphenhügels, marschierten am Gefängnis des Sokrates vorbei, vorbei an Olivenbäumen und mit teilweise wunderbaren Ausblicken auf die Akropolis und landeten schließlich auf dem Busparkplatz der Akropolis.

Wir liefen den Berg weiter hinauf zum Ticketschalter, entschieden uns gegen einen Besuch der Akropolis selbst, aber erklammen einen kleinen Steinhügel, von dem aus man einen tollen Ausblick auf Akropolis und Nymphenhügel hatte.

Nun ging es bergab, nach Plaka, durch wunderschöne Gässchen mit (noch nicht geöffneten) Kneipchen, wir zwängten uns an einem Kleinlaster vorbei, der mitten im Weg auf dem engen Gässchen stand, kamen an der Kathedrale vorbei und fielen schließlich in eine Gyroskneipe zum Frühstück ein.

Gyros gab es noch nicht zum Frühstück, dafür Omelett und Strapatsada, ein Gemisch aus Tomaten, Eiern und Fetakäse. In meiner Strapatsada waren noch (größere) Brotstückchen enthalten, und beim Versuch, diese auf essbare Größe zu verkleinern, schoss ich einen Teil des Brots auf mein Hemd, meine Hose, auf den Boden und (gefühlt) quer durchs Lokal. Ich ertrag die Scham, aß weiter das wunderbare Frühstück und versuchte danach, auf der Toilette mein Hemd wieder halbwegs ansehnlich zu machen (klappte so solala ...).

Am Syntagmaplatz kauften wir uns eine Tageskarte für die U-Bahn und fuhren erst einmal nach Piräus zum Hafen. Dort guckten wir uns ein wenig um, entschieden uns gegen eine Fahrt nach Kreta und liefen zurück zum Bahnhof. Mit der (alten) U-Bahn (richtig schmuddelig, kein Vergleich zur neuen U-Bahn) fuhren wir zurück in die Stadt, denn wir wollten an geeigneter Stelle in den Bus zum Mont Parnes umsteigen.

Der erste Umstieg klappte noch einigermaßen, auch wenn der Bus erst kurzfristig auf der elektronischen Anzeigetafel verzeichnet wurde, und so ging es fast eine Stunde durch nicht ganz so erbauliche Außenbezirke Athens. Beim Lidl kauften wir uns beim Umstieg noch Wasser (es blies ein ganz und gar unangenehmer Wind), aber unser Bus ließ auf sich warten ... und warten ... und warten.

Die Buchung eines Ubers hoch zur Seilbahn schlug auch fehl, sodass wir den Versuch abbrachen und zurück zum Bus liefen. Die 755 kam pünktlich, wir stiegen in einem Außenbezirk um in die Linie 3, und die brachte uns in Richtung des Byzantinischen Museums. Da wollten wir aber nicht wirklich hin, sondern suchten zunächst einmal die deutsche Botschaft auf, ehe wir - über steile Treppen - zur Talstation der Standseilbahn zum Lykabettus stiefelten.

Nach einiger Wartezeit (und dieses Touristenziel ist wahrscheinlich der einzige Ort in ganz Athen, an dem man nicht mit Karte zahlen kann, unfassbar) fuhren wir die drei Minuten steil nach oben. Der Ausblick von diesem Hügel ist ganz grandios, nur waren viele andere auch auf die Idee gekommen, sodass der Aussichtspunkt auf die Akropolis völlig überlaufen war.

Ein paar Fotos machten wir dann doch, tranken noch da oben ein, zwei Bierchen und warteten den Sonnenuntergang ab. Das Lichtermeer war auch noch einmal toll anzusehen, dann fuhren wir - wir erwischten gerade die nur halbstündlich fahrende Seilbahn - wieder hinunter in die Stadt.

Der Bus kam überpünktlich und brachte uns in die Nähe unseres anvisierten Speiselokals, in dem wir als Vorspeise Kohlrouladen (toll) und danach einen Fleischteller für vier aßen (ebenfalls toll, wenn auch völlig anders als bei den deutschen Griechen). Dazu wurde Wein, Bier und Tsipouro, griechischer Trester, verzehrt - Letzteres kann man sein lassen, aber ich bin da als Anti-Obstler auch nicht neutral.

Nach dem Nachtisch aufs Haus liefen wir die paar Minuten zurück zu unserer Absackerkneipe von gestern, nahmen dort wieder einen Absacker und sind jetzt "daheim" angekommen. Jessi und Christian sind schon im Bett, ich gehe auch gleich, Athen ist toll, auch wenn heute nicht alles so geklappt hat wie gewünscht, aber das war gut so, denn sonst hätte wir auf dem Mont Parnes keine gute Aussicht gehabt und dafür die tolle Aussicht vom Lykabettus verpasst ... 

Uber ist eine Vollkatastrophe hier, aber darüber berichte ich morgen, jetzt will ich nämlich ins Bett - gute Nacht!

Akropolis aus der Ferne

Sokrates' Knast

Akropolis etwas näher

In Plaka

Sowas mag ich ja - kleine Kirche von einem Hotel umgeben

Frühstück

Blick auf den Sonnenuntergang mit Akropolis

Oben auf dem Hügel

Da ward es dunkel ...

Abendessen

Virtuell nebeneinander

... sitzen wir auf unseren Hinflügen nach Athen, denn Jessi und Christian sitzen in ihrem Flieger aus Frankfurt auf den Plätzen 14D und 14E - und ich sitze im Flieger aus Zürich auf 14B. Nun wird sich unser Abstand in den nächsten Stunden zwar verringern, aber ich hoffe sehr, dass die beiden Flugzeuge nicht so nahe kommen, dass wir wirklich nebeneinander sitzen ...

Ein nicht arg langer, aber sehr intensiver Arbeitstag kam vor knapp zwei Stunden zu seinem Ende, dann fuhren Helga und meine Ma mit mir nach Zürich, wo ich viiiiel zu früh am Flughafen ankam, sehr schnell durch die Sicherheitskontrolle kam und nun seit einer knappen Stunde hier im Abflugbereich sitze. Mein Gate kenne ich inzwischen auch, da werde ich demnächst mal hinwackeln, denn um 18.40 Uhr ist Boarding.

Jessi und Christian warten derweil in Frankfurt aufs Boarding, ihr Flug ist ein bisschen verspätet, meiner offiziell (noch?) nicht, mal gucken, wer am Ende wen vom Gate abholt in Athen ...

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Wir boardeten vergleichsweise pünktlich, während Jessi und Christian ein bisschen verspätet wegkamen, und am Ende war - nach einem entspannten Flug in einem nicht ganz vollen (mein Nebenmann auf 14C verzog sich nach hinten, ich rückte nach, sodass wir dann in Business-Class-Belegung unterwegs waren) Flugzeug mit wunderbarem WLAN (ich konnte problemlos nicht nur WhatsApp schreiben, sondern auch Spiegel Online oder die Wikipedia lesen) - ich tatsächlich vor den beiden in Athen gelandet.

Ich wartete im Transitbereich und wartete und wartete, bis die beiden mir schrieben, dass sie schon bei den Autovermietungen standen - da hatte es wohl doch zwei Transitbereiche gegeben. Ich eilte zu ihnen, wir fuhren mit dem Uber-Taxi in die Stadt, bei der Abrechnung ist etwas gründlich schiefgelaufen, das werde ich beanstanden, aber wenigstens fuhr uns das Taxi direkt vor die Unterkunft.

Wir fanden nach ein bisschen Suchen "unseren" Schüsselkasten, bezogen kurz das Zimmer, gingen dann aber auf ein (öhem) Bier in eine nahegelegene Kneipe, aus der wir jetzt eben herausgekehrt wurden - alles bestens ...

Morgen lasse ich mich von Jessi und Christian führen, die erwecken den Eindruck, einen Plan zu haben - das ist auch mal schön ...

Griechenland ist Jessis 60. Land, sie geht jetzt hier mit 60:59 in Führung, weil Christian schon einmal in Griechenland gewesen war, und die 70 machen wir auch noch voll dieses Jahr bei Jessi (und ein bisschen später auch bei Christian).

Jetzt aber erstmal over and out aus Athen (jaha, das sagt man so nicht, ich weiheiß ...). Gute Nacht!

Mittwoch, 10. Januar 2024

64 Sekunden in der Schweiz

... war ich heute, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, seit neun Tagen ununterbrochen in Deutschland zu sein; deswegen fuhr ich heute Abend mit dem Bus zum Wiizemersteg, überquerte die deutsch-schweizerische Grenze, war genau 14 Sekunden auf dem schweizerischen Teil des Wiizemerstegs, 36 Sekunden auf Schweizer Boden und dann wieder 14 Sekunden auf dem schweizerischen Teil des Stegs, ehe ich nach knapp über einer Minute wieder nach Deutschland zurückkehrte.

Verrückt? Ich? Ach Quark!

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Übermorgen geht es dann also erst nach Zürich zum Flughafen (meine Ma bringt mich hin; von daher war der Ausflug heute wirklich nicht so richtig nötig) und dann mit einem Aegean-Flug nach Athen. Jessi und Christian werden ein bisschen vor mir landen (ursprünglich wären es fünf Minuten gewesen, durch eine Flugplanänderung sind es jetzt 25 oder 30 Minuten, das werden sie überstehen), dann schauen wir mal, wie wir uns zu unserer Wohnung in der Nähe der Akropolis durchschlagen.

Ich freue mich schon auf griechisches Essen am Wochenende, und ganz sicherlich auch auf Athen - da war ich ja zuletzt (richtig) im Jahr 2004 ... Es ist halt schon so, dass ich mit Jessi und Christian im Moment die ganzen Balkan-Reisen machen, die ich - anders, aber eben doch ähnlich - vor zwanzig Jahren mit meinen Eltern bzw. meiner Mutter gemacht habe.

Am Sonntag geht es dann zurück nach Frankfurt (diesmal fliege ich mit Jessi und Christian mit), und von dort - das war ursprünglich anders geplant - direkt nach Hannover.

Ende der nächsten Arbeitswoche fahre ich dann aber auch schon wieder in den Schwarzwald, weil ich am Samstag in Stuttgart verabredet bin ... Gereist wird also weiter eifrig, innerdeutsch, innereuropäisch und bald auch interkontinental.

Blick auf Deutschland

Das übliche Foto, diesmal eindeutig von deutscher Seite

Sonntag, 7. Januar 2024

Getrennt fliegen, vereint fahren

Das - so in etwa - dürfte das Motto der Albanien-Reise sein, die Jessi, Christian und meine Mutter im September unternehmen, denn die beiden fliegen am späten 25. September vom Hahn aus direkt nach Tirana, während meine Ma von Stuttgart aus über Belgrad anreisen. In Tirana kommen wir - planmäßig - aber innerhalb von 10 Minuten um kurz vor halb zwei in der Nacht an, sodass wir womöglich sogar gemeinsam einreisen können.

Ja, die Erfahrungen, die meine Mutter und ich von albanischen Straßen gemacht haben, sind 20 bzw. 15 Jahre alt, und ich bin fast sicher, dass man in Albanien heutzutage deutlich besser fahren kann als seinerzeit, aber ich bin bestimmt nicht böse, dass wir das Auto wahrscheinlich schon direkt nach der Einreise übernehmen, dann aber nur ein paar Meter zum Hotel fahren und dort erstmal die Nacht verbringen.

Am 26. September fahren wir dann in Richtung Süden, nach Saranda, wo wir - aus Gründen - sicherlich ganz besonders feierlich zu Abend essen werden. Unsere Ferienwohnung ist ein bisschen teurer, sieht aber auf den Fotos sehr, sehr schick aus - mit Meerblick und 220 Quadratmeter Wohnfläche.

Vielleicht geht es am 27. September mit der Fähre nach Korfu und am 28. September nach Gjirokastra (vielleicht auch andersherum), aber vor der anstrengenden Saison freue ich mich auch einfach auf ein paar Urlaubstage in Strandnähe.

Am 29. September geht es dann recht früh wieder zum Flughafen nach Tirana (Fahrtzeit ca. vier Stunden), weil um 13.50 Uhr unser Flug nach Basel geht. Nein, "Basel" stimmt nicht, denn als ich nach Flügen suchte, musste ich "EAP" für Euro-Airport oder "MLH" für Mulhouse eingeben, nur dann erschien der Flug, nicht aber, wenn ich "BSL" eintippte - und das, ob wohl EAP, MLH und BSL exakt den gleichen Flughafen beschreibt. Jessi und Christian fliegen eine gute Stunde nach uns, diesmal sind sie dran, über Belgrad zu fliegen, um dann in Frankfurt/Main zu landen.

Mit den ganzen Reisen, die wir dieses Jahr vorhaben (das ist jetzt die siebte Reise mit den beiden im Jahr 2024 - Kosovo/Nordmazedonien, Athen nächstes Wochenende, Sofia Anfang Februar, Karibik-Kreuzfahrt im März, Kaukasus/Baltikum an Ostern, Dubrovnik - s.u. - im Juli und eben Albanien Ende September), werden wir alle Länder der Balkanhalbinsel besucht haben, Albanien wird - nach aktuellem Stand - das 56. gemeinsam besuchte Land. Das wird sooo schön!

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Ich habe noch gar nicht erzählt, dass uns Ryanair mal wieder einen Flug storniert hat, diesmal den nach Zadar am 5. Juli - jetzt fliegen wir eben am 6. Juli. Somit brauche ich nur einen Tag Urlaub, denn ich fliege ja am 8. Juli schon wieder - von Dubrovnik - nach Zürich. Für den 7. Juli habe ich mir aber schonmal eine Route angeschaut: Von unserer Bude in Molunat geht es über den kroatisch-montenegrinischen Grenzübergang bei Vitaljina und von dort in die Berge des Durmitor-Nationalparks. Wir fahren da wahrscheinlich einen Rundweg und nehmen dann noch ein kurzes Eck von Bosnien-Herzegowina mit - Jessi und Christian waren noch nicht in der Republika Srpska, da bietet es sich an, von Montenegro aus über Trebinje in die Richtung von Dubrovnik zu fahren. Für mich ist die Strecke auch spannend, weil kurz vor der bosnisch-kroatischen Grenzkontrolle die Straße schon dreimal über kroatisches Territorium führt: Das muss genauer untersucht werden!

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Heute habe ich eine schöne Route für Anfang Mai gebastelt, aber die verschiebe ich, weil Jessi und Christian auch da gerne mitwollen würden, es bei den beiden aber an den Urlaubstagen mangelt: Für knapp 1.500 Euro käme man von Frankfurt über Peking nach Manila. Von dort könnte man einen Abstecher nach Hongkong machen, bevor es von Manila über Port Moresby (Papua-Neuguinea) nach Honiara auf den Salomonen ginge. Nach ein, zwei Nächten dort flöge man über Fidschi nach Sydney
 und von dort über Peking zurück nach Frankfurt.

Das ist aber für knapp zwei Wochen alles ein bisschen gedrängt, sodass wir da 2025 vielleicht zweieinhalb oder drei Wochen drausmachen wollen.

Die für März 2025 angedachte Ägypten-Eritrea-Äthiopien-Dschibuti-Somaliland-Dubai-Tour verschieben wir auch, denn die würde voll in den Ramadan reinfallen, und das muss nicht sein, gerade in den muslimischen Wüstenstaaten Dschibuti und Somaliland, in denen es zudem wenige Touristen gibt, die schon mit schlechtem Beispiel vorangegangen wären.

Jessi würde gerne nochmal nach Südamerika, da haben wir ja lange schon die innerchilenische 32-Stunden-Fähre von Punta Arenas nach Puerto Williams im Auge, der eine Überfahrt nach Ushuaia in Argentinien folgen würde.

Aber das ist alles 2025, gucken wir erstmal, was wir 2024 noch machen, denn neben der Zeit 1. bis 12. Mai und den bereits gebuchten Reisen habe ich noch weitere neun Tage offen; einen davon reserviere ich mir für Weihnachten, das dieses Jahr recht gut liegt - und ich habe dieses Jahr mit dem einen freien Tag zwischen den Jahren schon gute Erfahrungen gemacht; da könnte man vielleicht ein bisschen weiter weg, auch wenn Flüge auf die Komoren im Moment noch teuer und langwierig sind ...

Vielleicht wird es im Mai dieses Jahr ja etwas mit Malawi. Wenn nicht, steht Bangladesch im Moment relativ hoch im Kurs, aber zehn Tage ist für Bangladesch vielleicht ein bisschen lang - und die Kombinationsmöglichkeiten mit Myanmar (gefährlich) und Bhutan (sehr teuer in Anreise und Aufenthalt) sind auch nicht sehr einladend. Aber ich wäre überrascht, wenn mir nichts Gute einfällt, wenn Malawi nicht klappen sollte.

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Am Samstag, dem 27. Januar, plane ich vorläufig, mit dem Zug nach Lindau zu fahren und von dort mit dem Bus bis fast an die österreichische Grenze, damit ich Österreich schonmal besucht habe dieses Jahr. Schließlich soll auch dieses Jahr jedes deutsche Nachbarland von mir heimgesucht werden ...

Viele Planungen also an einem faulen Wochenende, an dem ich wieder Erwarten nicht zu den Freunden nach Halle gefahren bin - aber so ein faules Wochenende (mit viel American Football) muss auch mal sein ...

Korrektur: Der Samstag in drei Wochen ist der 27. Januar ...

Dienstag, 2. Januar 2024

Unterwegs nach Land 206 (und in den Schwarzwald)

... bin ich jetzt dann doch (naja, die Fahrt in den Schwarzwald von Kaiserslautern war durchaus geplant), aber hinsichtlich der Zielmarke dieses Blogs wurde ich mir in den letzten Tagen doch ein bisschen unsicher. Grund ist, dass die Exilbehörden (?) von Arzach (früher Bergkarabach) die im September verfügte Selbstauflösung der Republik zum 1. Januar Ende Dezember noch einmal aufheben wollten.

Jetzt ist aber so, dass - unabhängig davon, ob die Selbstauflösung rückgängig gemacht werden kann - die allermeisten ethnischen Armenier aus Arzach nach Armenien geflohen sind, seit Aserbaidschan das Gebiet übernommen hat, über dem arzachischen Präsidentenpalast (von dessen Einfahrt man - so hat man mir erzählt ... - einst vertrieben worden ist) weht die aserbaidschanische Flagge, und die Wikipedia (sowohl die deutsche als auch die englische) zählt Arzach nicht mehr als unabhängigen Staat - spätestens Letzteres muss in der heutigen Welt doch bedeuten: Arzach gibt es nicht mehr ...

Dementsprechend habe ich die Zielgröße von 207 auf 206 heruntergeschraubt (die Wikipedias führen 205 Länder, ich habe ja traditionell Antarktika noch dabei, weil das das einzige Landgebiet ist, auf das jegliche Ansprüche eingefroren sind); die Anzahl der besuchten Länder ist von 155 auf 154 gesunken, die Zahl der noch zu besuchenden Länder ist gleich geblieben - bei 52, wenn ich das richtig gerechnet habe (206 - 154 = 52, ja, müsste passen, und ja, ich habe das gerade wirklich noch einmal mit dem Taschenrechner nachgerechnet) ...

Samoa war mein 155. Land und St. Vincent und die Grenadinen wird (inschallah) mein 155. Land, irgendeinen Tod bezüglich Inkonsistenz muss ich sterben, und Australien soll mein 100. Land bleiben, also friere ich die Länderordnungsnummern ein und werde dann jetzt halt zweimal das Land Nr. 155 haben; so häufig ändert sich die Länderzusammensetzung ja zum Glück nicht, sodass ich das hoffentlich so durchhalten kann ...

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Der Rückflug aus Skopje war einigermaßen entspannt, auch wenn sowohl das Flughafengebäude in Skopje als auch der Flieger völlig überheizt waren (und die Leute froren trotzdem noch, denn sie saßen zum Teil noch in Jacke im Flieger, unfassbar) - nur die Stewardess nervte, weil ich für den Start und schon weit vor der Landung die Kopfhörer rausnehmen sollte: Ja, klar, Frau, wenn um mich die Welt zusammenbricht, lasse ich die Kopfhörer drin und mache die Augen zu, sischer ...

Christian fuhr - über die Autobahn, denn das Wetter war zugig - zurück nach Kaiserslautern, dort kamen wir einigermaßen zeitig ins Bett, heute wurde wirklich intensiv gearbeitet, und jetzt sitze ich im Zug nach Freiburg und hoffe, noch zu einigermaßen akzeptabler Zeit im Schwarzwald anzukommen.

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In zehn Tagen geht es - Jessi und Christian aus Frankfurt, ich aus Zürich - nach Athen, das wird unser 42. gemeinsames Land, das ist für jeden Per-Anhalter-durch-die-Galaxis-Leser natürlich außerordentlich wichtiger Meilenstein. (Zurück geht es gemeinsam nach Frankfurt.)

Zwei Fotos aus dem Kosovo und aus Nordmazedonien gibt es mit freundlicher Genehmigung von Christian als Zugabe:

Unterwegs im Kosovo - mit den schneebedeckten Bergen des Gebirges Šar Planina

Millenniumskreuz in Skopje

Montag, 1. Januar 2024

1.098 Länder im Jahr

... würden wir erreichen, wenn wir den Durchschnitt, den wir bis Ende des heutigen Tages erreicht haben sollten, nämlich drei Länder (Kosovo, Nordmazedonien, Deutschland) am ersten Tag des Jahres, bis zum Jahresende durchhalten würden. Da es so viele Länder nicht gibt, schlug Christian vor, dann mit Planeten weiterzumachen - gute Idee!

Das neue Jahr begann damit, dass wir auf dem Balkon unserer Ferienwohnung standen und das Feuerwerk in der Altstadt Prishtinas bewunderten - da waren etliche Böller dabei, die das Haus in seinen Grundfesten erschütterten (naja, soooo schlimm war es vielleicht dann doch wieder nicht), aber eben auch viel "normales" Feuerwerk, das in den Himmel geschossen wurde.

Überraschend für uns war, dass dann am heutigen Morgen kaum noch Spuren auf den Straßen und Plätzen zu sehen waren - entweder hatte die Müllabfuhr ganze Arbeit geleistet oder wir waren an den falschen Stellen unterwegs.

Nach gemütlichem Aufstehen und dem Zimmerdurchgang, dass wir (hoffentlich) nichts vergessen hatten, ging es - wieder zu Fuß - die vielleicht 3,5 bis 4 Kilometer zum Busbahnhof. Die Straßenhunde von gestern Morgen verabschiedeten sich sehr hartnäckig von uns, aber irgendwann war dann auch genug, denn an der Bill-Clinton-Statue schien ein anderes Revier zu beginnen ...

Wir hatten allerdings ein bisschen Pech, denn der nächste Bus nach Skopje fuhr erst in zwei Stunden, um 12.30 Uhr, und jetzt war es gerade einmal 10.30 Uhr. Nach kurzer Beratung entschieden wir uns, einen Taxifahrer zu fragen, was die Fahrt nach Skopje kosten würde, und am Ende waren wir mit dem Preis von 70 Euro sehr einverstanden, denn die Busfahrt hätte für uns auch schon 30 Euro (3 x 10 Euro) gekostet.

Der Fahrer sprach kaum Englisch, aber fuhr sehr vernünftig, zumal er ein sehr gutes Auge für die mindestens zwei Polizeikontrollen hatten, die unterwegs Radarfallen aufgestellt hatten. Die Ausreise aus dem Kosovo und die Einreise nach Nordmazedonien war komplett entspannt, wir konnten im Auto sitzen bleiben, und nach vielleicht einer Viertelstunde waren wir durch.

Die letzten Kilometer ging es nun - ohne Taxi-Schild auf dem Dach, das hatte der Fahrer an der kosovarischen Ausreise entfernt - in die Altstadt von Skopje, bis der Fahrer uns am nordöstlichen Eingang des Basars aus dem Auto ließ.

Wir spazierten durch den Basar, gingen hinunter zur Steinbrücke, entschieden uns dann doch, hoch auf die Festung zu gehen, mussten dort nicht einmal Eintritt bezahlen, bekamen aber einen - leicht diesigen - Blick auf die Stadt mitsamt Millenniumskreuz auf dem Berg oben.

Ein bisschen schwitzte ich schon, aber dann gingen wir wieder zum Vardar, überquerten die Steinbrücke, guckten uns Statuen von Kyrill und Method und von Alexander dem Großen an, bis ich die beiden - ein ganzes Stückchen - in die Stammkneipe meiner Ma und mir führen wollte. Allein, die einzige Person da drin war die Putzfrau, die uns auf 16 Uhr verließ - jetzt war es 14 Uhr, und um 16 Uhr wollten wir fast schon zum Flughafen fahren.

Auch eine zweite angepeilte Kneipe war zu, sodass uns nichts anderes übrigblieb, als wieder zurück in die Innenstadt zu marschieren. In einer gerammelt vollen Kneipe bekamen wir nach Wartezeit einen Platz und einen freundlichen, aber manchmal etwas unbeholfenen Kellner, aber am Ende waren Service und Essen wunderbar. Nach einer Kaffeespezialität wollten wir uns ein Taxi suchen, aber wir gerieten an einen Betrüger, der 50 Euro für die Fahrt zum Flughafen wollte.

Als wir ihn auslachten und er dann auch mit den unsererseits angebotenen 15 Euro nicht einverstanden war, liefen wir zum Busbahnhof, erstanden dort eine Fahrkarte für den Bus in acht Minuten, der kam 13 Minuten später, und ab ging es zum Flughafen.

Wir mussten noch aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen zum Check-in, weil uns keine mobile Bordkarte ausgestellt werden konnte (die Grenzer wollten die Papier-Bordkarte jedenfalls nichts sehen), Jessi deichselte das mit dem Priority-Schalter-Typen des Malmö-(!)-Fluges wunderbar, sodass wir unsere Bordkarte kriegten, ausreisten, die Sicherheitskontrolle überstanden und zum Lohn jetzt schonmal eine halbe Stunde Verspätung haben ...

In einer guten Stunde also geht unser Flieger, nach Ankunft in Deutschland geht es nach Kaiserslautern, dort arbeite ich morgen bei Jessi und Christian und fahre dann morgen Abend zurück in den Schwarzwald. In den nächsten Tagen werde ich dann also auch berichten, ob wir wirklich am Hahn gelandet sind oder sonstwohin umgeleitet wurden ... 

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Fotos von heute:

Prosit Neujahr!

Blick von der Festung auf Stadt und Millenniumskreuz

Festung

Alexander der Große

Sonntag, 31. Dezember 2023

Kein CE-Zeichen

... haben einige der Böller, die die Kosovaren hier zünden, denn das macht ganz ordentlich Bumm, wenn man an denen vorbeiläuft - manchmal blitzt es so heftig, dass man nicht nur wegen des Lärms die Augen zumacht ...

Wir haben die Nacht alle recht gut geschlafen, kein Wunder, wenn man die Nacht durchgemacht hat, und ließen es geruhsam angehen. Als alle bereit waren, brachen wir zu Fuß auf, eine Dreiviertelstunde oder so, durch die (heute Morgen deutlich leereren) Straßen der Altstadt, durch die Hauptfußgängerzone, vorbei an der Kathedrale und an der Bill-Clinton-Statue, bis wir zum Busbahnhof kamen ...

Wir waren gegen 11.15 Uhr da, der nächste Bus nach Prizren fuhr um 11.45 Uhr, stand aber schon da, sodass wir uns in selbigen setzten. Pünktlich fuhr der Bus ab, der Schaffner stieg bei der Ausfahrt aus dem Busbahnhof zu, fünf Euro pro Person kostet die Fahrt nach Prizren.

Über Shtime und Suhareka ging es in Richtung der albanischen Berge, die sich ziemlich majestätisch über dem Nebel erhoben. In Suhareka war ein katastrophaler Stau, sodass wir erst mit ziemlicher Verspätung in Prizren ankamen.

Wir liefen durch die Gassen der Altstadt, suchten uns eine schön gelegene Kneipe und speisten dort - heute vor allem Rindfleisch ... Dazu wurden kosovarisches Bier, kosovarischer Wein und am Ende auch kosovarischer Raki verspeist - alles in allem sehr lecker, und am Ende auch bezahlbar ...

Schon in der Dämmerung liefen wir über die Steinbrücke (sorry für Verzögerung, Christian und ich singen gerade in unserer Bude Karaoke zu Sweet Dreams, Jessi grinst ...) und dann zurück zum Busbahnhof. Der 17.10-Uhr-Bus und der 17.30-Uhr-Bus kamen nicht, aber der 18-Uhr-Bus tauchte auf, mit gelegentlichen Schlafeinlagen (meinerseits) ging es zurück nach Prishtina, wo wir gegen 20 Uhr ankamen.

Wir liefen schnellen Schrittes zurück zu unserer Bude, der Supermarkt in der Nähe wollte gerade schließen, aber das wurde verhindert, sodass wir noch Chips und Getränke für den Silvesterabend hatten - jetzt wurde in der Bude noch ein bisschen Netflix geguckt (mit Untertiteln, damit man das vor lauter Böllern verstehen konnte!) - und bald ist Neujahr ...

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41 Länder in einem Jahr, vom Neujahr auf dem Wiizemersteg zum Handball in Polen, vom Salzburg-Ausflug zum Baden in Budapest, die Wanderung durch Niederlande und Belgien mit Ausrutscher, die Reise nach Schottland zum Geburtstag meiner Ma, die Zentralasientour mit Kasachstan-Bier-Ausflug, die Reise nach Israel mit kurzem Ausflug in die Sofioter Innenstadt, die dänische Südsee, mein Karibik-Kreuzflug bis hinüber nach Suriname, Irland, Kroatien und Slowenien mit Jessi und Christian, die Ozeanienreise mit Uli, Andorra mit Jessi und Christian, Lissabon und Porto mit den Bonndorfer Damen, Zadar und Mostar, die Tag-der-deutschen-Einheit-Ausfahrt nach Liechtenstein und Italien mit meiner Ma, Bergamo und Marrakesch, die Fähre von Tschechien, Warschau und Istanbul mit meiner Ma und nun das Ende des Jahres im Kosovo - das war ein intensives Jahr, in vielerlei Hinsicht ...

Und 2024 verspricht, auch ein spannendes Reisejahr zu werden ...

Gutes neues Jahr!

Downtown Prishtina

Bill-Clinton-Statue

Prizren

Prizren

Leckeres Essen

Prizren in der Dämmerung

Samstag, 30. Dezember 2023

Ein ziemliches frühes Mittagessen

... haben wir heute in Gračanica eingenommen, denn in dem Café direkt neben dem Grand Hotel gab es nur (puddingartigen) Kaffee und heiße Schokolade, sodass wir dort (zumal wir noch keinen rechten Hunger hatten) nichts aßen.

Wir machten noch einen kleinen Spaziergang, suchten uns dann aber doch ein Taxi, das uns nach Gračanica fahren sollte. Vom Einstiegspreis konnten wir den Fahrer um 30 % nach unten handeln, das war schonmal ganz gut, dann ging es durch den Stadtverkehr von Prishtina ins eher dörfliche Gračanica.

In diesem eher serbisch geprägten Städtchen wird man kosovarische und erst recht albanische Flaggen eher selten sehen, serbische Flaggen dafür um so mehr - der Taxifahrer warf uns direkt am Kloster raus, wir betraten selbiges und machten erstmal Fotos von außen, denn drinnen darf man keine Bilder machen.

Ein junger, aber trotzdem dem Anschein nach sehr fachkundiger Kurator erzählte uns ein bisschen was zur Geschichte des Klosters und auch seiner Restaurierung; so erläuterte er uns, dass 2017/18 die Wachsschicht von den Fresken entfernt wurde, die die Bilder deutlich dunkler gemacht hatte (insbesondere sei Paraffin da sehr schädlich) - wir waren kaum eine halbe Stunde dort drin, aber das war hochinteressant, was der uns da alles erklären konnte ...

Wir liefen ein paar hundert Meter zu einer zuvor schon ausfindig gemachten Kneipe und schlugen dort gegen 10.30 Uhr auf - unser Wunsch auf ein Mittagessen wurde positiv beschieden, der Chef empfahl uns eine Grillplatte aus Schweinefleisch, wir waren ein bisschen unsicher, weil wir a) keine Preise gesehen hatten und b) Fleisch am Knochen nicht von allen Beteiligten am Tisch gewünscht wird. Am Ende des Tages bezahlten wir 33 Euro (zu dritt!) für die Grillplatte (13 Euro), einen großen Schopska-Salat, fünf Bier, einen Wein und einen wunderbaren Brotkorb - das war richtig lecker dort!

Wir fuhren wieder mit dem Taxi nach Prishtina hinein und wollten zu unserem Hotel, unterwegs sorgte ich mit meinem Schnarchen für Erheiterung beim Taxifahrer; das Zimmer war noch nicht frei, sodass wir nach Rücksprache mit dem Chef noch eine kleine Runde durch Prishtina drehten (und dabei mehrfach nur knapp einem Zusammenprall mit Autos entgingen, die Straßen hier in der Altstadt sind verflucht eng und verflucht vielbefahren), noch ein, zwei Bierchen tranken und dann um 15 Uhr pünktlich aufschlugen.

Die Haustür war nicht abgeschlossen, die Zimmertür auch nicht, aber unser Gepäck war alles schon oben, und das Apartment ist ganz wunderbar. Wir gingen noch ein wenig einkaufen und guckten dann - es war ein seeeeehr langer Tag gewesen - noch ein bisschen Fernsehen. Ich hoffe, ich kann heute Nacht gut schlafen - und dann gucken wir morgen mal, was wir anstellen ...

Achso, durch das Flugmanöver gestern komme ich dieses Jahr natürlich nicht mehr nach Nordmazedonien (erst übermorgen, also am 1. Januar 2024), aber 41 Länder in einem Kalenderjahr ist ja auch nicht so verkehrt ...

Fotos gibt's auch:

Straßenhundparade in Prishtina

Kloster von der Seite

... und frontal

Frühes Mittagessen

Prishtina - Altstadt

Eine der vielen Statuen Ibrahim Rugovas