Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 23. Juli 2021

Die meiste Zeit an Deck

 ... war ich heute, dementsprechend rötlich im Gesicht bin ich, obwohl ich mich eingeschmiert hatte. Am Abend kühlte ich mich aber ganz gut ab - alles bestens hier auf Åland, alles bestens ...

Das Aufstehen war mühsam, aber die Rückfalloption Mutter musste nicht eingreifen, weil ich schon im Bad war, als sie mir - vorsichtig - per WhatsApp schrieb. Ich checkte um kurz nach halb sechs schon aus (es war bereits taghell), holte mir meine Frühstücksbox und fuhr mit dem 5.46-Uhr-Bus zum Terminal.

Freunde der Sonne von Tallink/Silja Line: Wieso in drei Teufels Namen schreibt ihr hin, dass man eine Stunde vorher da sein soll und das Boarding zwanzig Minuten vor Abfahrt schließt, wenn ihr in Wirklichkeit das Boarding erst zwanzig Minuten vor Abfahrt öffnet??? Dementsprechend also war ich eine gute Stunde zu früh da, die ich aber dadurch überbrückte, dass ich aufs Aussichtsdeck ging. Dort sah ich meine Baltic Princess gerade einparken (rückwärts - immer wieder beeindruckend, dass sowas funktioniert ...).

Die LKWs fuhren in einer engen Kurve aus dem Ding raus, und ich machte mich auch so ganz langsam zum Boardingbereich. Da aber wirklich das Boarding erst um 6.50 Uhr anfing, frühstückte ich noch in aller Seelenruhe mit frischem (!) Brötchen und Schinken und Käse (der schwedische Käse schmeckt mir sogar) und Joghurt und zwei Cocktail-Tomaten und einem Orangensaft.

Das Boarding ging problemlos und sehr schnell, kaum ein Mensch (außer der Besatzung) trug auf dem Schiff Maske, obwohl das Schiff in Mariehamn auf Åland und damit in Finnland registriert ist (es fährt allerdings unter finnischer Flagge und nicht unter der Ålands, was ich auch nicht so recht verstehe) und die Finnen da ein kleines bisschen strenger sind ...

Nun denn, ich legte mein Gepäck in eines der Gepäckfächer (unbewacht, aber nur zu bestimmten Zeiten geöffnet, wichtige Dokumente trug ich am Mann und am Ende war alles da) und fuhr hoch zum Sonnendeck.

Ich hatte vorher ein bisschen Sorge gehabt, ob ich überhaupt ins Freie komme, doch diese Sorge war komplett unbegründet, denn nicht nur das Sonnendeck auf Deck 9 war da (mit Bar), sondern es gab obendrüber - also auf Deck 10 - noch das halbe Schiff zum Spazierengehen an der frischen Luft.

Dort oben, also auf Deck, richtete ich mich häuslich ein und verließ das Deck erst vier Stunden später ...

Wir fuhren überpünktlich um 7.09 Uhr ab, und die Fährfahrt war genau so wie erhofft: unglaublich schön ... Der Stockholmer Schärengarten hat laut Wikipedia ca. 24.000 Inseln und Inselchen, und es war so toll, mit diesem Riesenkutter da teilweise eng zwischen den Inselchen durchzufahren ... Zwei, drei Mal musste - geplant - das Ruder hart herumgeworfen werden, und es war auch spannend zu beobachten, wie kleine Bötchen und Autofähren, ein paar große Gegenfähren in Richtung Stockholm links und rechts an uns vorbeifuhren.

Normalerweise sind meine Vorstellung und die Realität bei solchen Dingen, auf die ich mich freue, am Ende völlig unterschiedlich - hier passte das ziemlich gut zusammen, selbst wenn ich die schiere Zahl von Inseln total unterschätzte ... Da ein Ferienhäuschen zu haben, das wäre schon was ...

Es war unglaublich kurzweilig (wenn auch anstrengend für meine Beine, die sind jetzt richtig schön schwer), vier Stunden da oben zu stehen und zu beobachten, wie sich die Landschaft verändert, wie aus fjordähnlichen, engen Buchten zunehmend breite Wasserstraßen wurde, wie die Zahl und Größe der Inselchen mit der Zeit abnahm, wie der Wind sich verändert (meine Mutter hatte mich verdonnert, ein Jäckchen mitzunehmen, und einmal im Jahr hat sie ja recht mit einer ihrer Anordnungen ...). Meine Kappe blieb, nachdem ich sie festgeschnallt hatte (also den Umfang der Mütze scharf an den Umfang meines Kopfes angepasst hatte), trotz des zunehmenden Windes auf meinem Schädel, auch wenn sie ab und zu Anstalten machte, wegfliegen zu wollen, und als wir nach vier Stunden aufs offene Meer kamen, pustete der Wind mich so richtig durch.

Ich war die meiste Zeit auf der Steuerbordseite gewesen, musste aber nach Backbord, um zu den Fahrstühlen zu kommen. Boah, an Backbord wurde ich vom Wind fast umgeblasen, und jeder Leser weiß, dass ich kein Leichtgewicht bin. Ich musste so lachen, es war sooooooo schön, gegen den Wind anzukämpfen - soooooo toll ...

Jetzt hatte ich aber Durst und wollte mir ein Bierchen im Pub genehmigen, doch erst einmal wollte ich mir eine Flasche Wasser kaufen. Allein, ich fand keinen Laden, in dem ich ein Wasser hätte kaufen können. Also lief ich doch hoch zum Pub, fand dieses verlassen vor (Pub ist zur Zeit geschlossen), lief auf der Suche nach einem Getränk durch das insgesamt recht leer wirkende Schiff (ein paar Leute saßen an einarmigen Banditen, aber die meisten Restaurants waren - es war jetzt ca. 12 Uhr finnischer Zeit - irgendwie zu ...

Am Ende landete ich doch in der Bar auf dem Sonnendeck, bestellte ein Bier für vergleichsweise moderate 6,50 Euro, nahm die ersten Schlucke auf dem - jetzt doch recht windigen - Sonnendeck, zog dann nach drinnen um (meine Handys mussten geladen werden, da war es draußen etwas unbequem), beobachtete das junge Paar, das für einen Euro extra zum Bier noch einen Jägermeister bestellt hatte, aber angesichts der relativ frühen Stunde dann doch die beiden Shots an ein mittelaltes Ehepaar am Nebentisch abtrat (die beiden tranken den Jägermeister gerne ...), und war dann unvernünftig, weil ich noch ein zweites Bier bestellte.

Auf einmal fuhren wir nämlich schon in den Schärengarten von Åland ein, und das hätte ich schon gern an Deck geguckt, aber morgen ist ja auch noch ein Tag. So trank ich mein Bier zügig aus, guckte, dass ich meinen Koffer nicht vergesse, und fand mich dann auf Deck 6 zum Aussteigen ein.

Wir waren der dritte große Kutter, der quasi zeitgleich anlegte, und die meisten von denen, die hier ausstiegen, liefen in Richtung der Rückfähre nach Stockholm (!) - die wollten offenbar auf dem Schiff nur einkaufen und vergleichsweise günstigen Alkohol trinken ... Ich gehörte also zu den wenigen Passagieren, die auf die beiden finnischen Polizisten zuliefen, die eine Impfpasskontrolle durchführten (auch hier war mit dem EU-Zertifikat auf dem Handy alles bestens), und schon war ich in Åland eingereist. (Ich schreibe abwechselnd "in" und "auf", weil das autonome Gebiet Åland - "in" - großteils aus der Insel Åland - "auf" - besteht ...)

Åland ist das fünfte abhängige Gebiet, das ich besuche (nach Gibraltar, Jersey und den Souveränen Basen auf Zypern, die allesamt zum Vereinigten Königreich gehören, sowie Spitzbergen, das ja zu Norwegen gehört); von diesen Dingern zähle ich auf einer sekundären Liste insgesamt 50, das reicht vom Britischen Territorium im Indischen Ozean bis hin zu Neukaledonien (gehört - noch - zu Frankreich, da gibt es Ende des Jahres noch einmal ein Unabhängigkeitsreferendum) ... Graf Zahl in Aktion, würde ich sagen ...

Ich lief zu Fuß in Richtung Hauptstraße und dort ein Stück weiter, bis ich nach vielleicht zehn, fünfzehn Minuten an meinem Hotel ankam und gleich einchecken konnte. Ich wohne im Erdgeschoss mit separatem Eingang, das Zimmer ist akzeptabel, es gibt einen abnehmbaren Duschkopf, aber keine Klimaanlage, es ist okay, aber für den gebotenen Standard gerade in Anbetracht der (niedrigeren) Preise in Stockholm überteuert ... Aber Angebot und Nachfrage, so ist das eben ...

Im Zimmer hielt ich mich nicht lange auf, denn ich hatte jetzt doch ein Hüngerchen und wollte mich ein wenig in der Stadt umsehen. Zunächst lief ich in Richtung des kleinen Parks hier am östlichen Stadtrand, denn dort sollte ein kleiner Strand sein, den ich mal erkunden wollte - und ja, der Strand "Lilla Holmen" (oder heißt der Park so?) ist wirklich schick, klein, aber fein, vielleicht würde ich hier mal baden gehen, aber nicht jetzt sofort ...

Ich lief zurück, an der Marina entlang und hatte mir ein Restaurant aufgetan, das ich mir angucken wollte. Ich überlegte hin und her und hatte mir aus der Dinner-Karte schon fast etwas ausgesucht, bekam dann aber doch die Bistro-Karte und entschied mich, es vielleicht zum Mittagessen (um 15 Uhr) doch nicht zu übertreiben. Dennoch wählte ich geräucherte Shrimps und dann eine Fischsuppe aus, beides für um die 15 Euro, das konnte ja nicht viel sein, dann hätte ich noch Platz fürs Abendessen ...

Joa, und dann bekam ich - bestimmt - 30 Shrimps in einem Körbchen, kalt, geräuchert, teilweise noch mit Rogen drauf, und futterte die mit lecker Aioli und gutem Brot auf ... Eigentlich war ich da schon satt, doch ich Held hatte ja noch ein Fischsüppchen bestellt.

Nun, das Fischsüppchen kam (heute leider keine Fotos, weil direkt neben mir Leute saßen, und ich finde es ja eigentlich immer ein bisschen affig, Essen zu fotografieren), und auch wenn ich das nicht "Fischsuppe", sondern "Lachssuppe" genannt hätte, denn der einzige Fisch da drin war Lachs, war die suuuuuuuperlecker. So zarten Lachs, der dir wirklich auf der Zunge vergeht, habe ich selten gegessen, wenn überhaupt schon ...

Ich konsumierte auch hierzu unglaublich intelligenterweise zwei Bier, bezahlte am Ende 53 Euro mit Trinkgeld (ein Schnäppchen im Vergleich zu gestern, und wirklich auch sehr, sehr gut) und lief dann in Richtung Innenstadt.

Mariehamn ist ein Örtchen mit 11.000 Einwohnern, das hat nicht die Riesensehenswürdigkeiten (die Kirche muss ich mir morgen früh nochmal angucken), aber die Architektur hier ist ganz hübsch, und das Rockfestival, was gerade läuft, sorgt dann für eine - recht skandinavische - Hintergrundmusik ...

Ich lief am Landtag von Åland und am Regierungsgebäude vorbei, kaufte ein paar Souvenirs ein (die obligatorische Erinnerungskappe und erstmals seit langer Zeit wieder eine Flagge), fiel dann kurz ins Hotel ein und entschied mich dann, das kleine - kostenlose - Touristenzüglein, das hier durch die Gegend wackelt, mal auszuprobieren.

Ich vermutete, dass das alle Viertelstunde oder so führe, und war pünktlich um 18.40 Uhr am Einstiegspunkt, da fuhr das Ding gerade weg. Ich bat darum, dass man nochmal für mich stoppt, die Leute waren sehr freundlich, eine italienische Familie stieg auch noch zu, und dann ging es zum Fährhafen und dann zurück durch die Innenstadt.

Mit dem Ding fahre ich morgen vielleicht zum Hafen, dann spare ich mir die 15 Minuten Fußweg - mal gucken ...

Ich kaufte ein (Wasser und einen ziemlich teuren Softdrink) und wanderte dann noch einmal zum Lilla Holmen. Ich hatte - klug wie ich bin - meine Unterhose gegen eine Badehose gewechselt und setzte mich erstmal auf die Bank.

Das ist dort ganz schick gemacht, es gibt einen Steg, auf dem Steg gibt es windgeschützte Bänke und ein paar Haken, vom Steg geht eine Treppe ins Wasser, doch erst einmal wollte ich die Wassertemperatur abfühlen (ich sah das Schild mit der Wassertemperatur - 20 Grad - erst später). Ich ließ Steg also Steg sein und ging über den Sand mit den Füßen ins Wasser. Gleichzeitig ging am anderen Ende des Strandes (hundert Meter entfernt) ein kleines Mädchen mit Papa nochmal ins Wasser (es war schon spät und der Strand ansonsten leer). Der Papa fror, das Mädchen war glücklich, und meine Füße waren ... kühl im Wasser ...

Ich überlegte hin und her, ob ich mich ins Wasser traue oder nicht, überwand mich schließlich und stürzte mich in die kühlen Fluten. Sooooooooooooooo schön, aber doch sooooooo kühl ... Ich planschte also ein bisschen in der Ostsee herum, verließ selbige dann aber auch zügig wieder und ließ mich - windgeschützt auf einer Bank sitzend - ein wenig abtrocknen ...

Das funktionierte einigermaßen, dann lief ich in feuchter Badehose am Festivalgelände vorbei in mein Zimmer, duschte und sitze nun auf dem Bett und schreibe diese Zeilen ...

Morgen geht es nach dem Frühstück (schwimmen gehe ich morgen wahrscheinlich nicht mehr ...) dann vielleicht noch ein bisschen in die Stadt, bevor ich so gegen 12.30 Uhr zum Terminal zurückfahre (oder -laufe). Um 13.45 Uhr geht die Fähre, um 18.15 schwedischer Zeit bin ich wieder in Stockholm, dann fahre ich in die Altstadt und schaue mal, wie mein Zimmer dort so ist ...

Die beiden Tage jetzt waren anstrengend, ja, aber morgen wird erstmal ausgeschlafen, und das Schwimmen eben und vor allem das Fährefahren heute Morgen waren soooooooo schön, dieses Durchpustenlassen mag ich ja ganz besonders, das hat richtig Spaß gemacht, und die zweite Packung kommt ja schon morgen ...

Die Reihenfolge der Fotos in den Schären wird womöglich nicht ganz passen ...

Mein Kutter beim Einparken

Unter finnischer Flagge

Fährterminal in Stockholm

Schären


Kreuzende Autofähre




Es wird rauer ...

Insel Yxlan

Funkturm kurz vor der offenen Ostsee - vorbildlich

Anfahrt aufs Terminal in Mariehamn

Links Regierungsgebäude, rechts Landtag von Åland

Vor 100 Jahren wurde Åland autonom

Lilla Holmen

Brrrrr ...

Donnerstag, 22. Juli 2021

Ich hab's noch drauf

Es wäre ja auch sehr peinlich gewesen, wenn ich Vielflieger auf einmal nicht mehr gewusst hätte, was ich am Flughafen anstellen muss ...

Der Abend gestern Abend bei Nina war schön, aber dann doch irgendwie lang, um halb eins war ich im Bett, und um 6 Uhr klingelte der Wecker. Furchtbar. Ich duschte, wir frühstückten (lecker Spezi zum Frühstück, dabei war am Abend gar kein Bier geflossen), und um 7 Uhr saß ich im Bus nach Biebrich. Dort stieg ich in die S-Bahn nach Frankfurt um und kam um Punkt 8 Uhr am Flughafen an.

Ich fuhr die Rolltreppe zum Terminal A hoch und erschreckte mich erst einmal, denn die Schlange war ewig lang. Hm, ich hatte zwar noch zwei Stunden Zeit bis zum Abflug, wollte mich aber jetzt nicht unbedingt in die lange Schlange stellen.

Ich lief also zum Terminal B und, siehe da, da gab es nur eine ganz kurze Schlange bei der Sicherheitskontrolle. Die Kontrolleure waren zwar langsam, aber vernünftig, und so war ich zügig im Sicherheitsbereich angekommen. Ich verwendete den AB-Tunnel, um von B nach A zu kommen und setzte mich an mein Gate A23. (Der Frankfurter Flughafen macht das echt clever, dass er im Abflugbereich jeden zweiten Sitz sperrt - Abstand halten und so -, weil man im Flieger ja so wunderbar Abstand hält ... Helden!)

Das Boarding verzögerte sich aufgrund von technischen Problemen, die so groß wurden, dass eine neue Maschine auserwählt wurde, uns nach Stockholm zu bringen (eine, die von März bis Juni 2020 in Stuttgart und dann fast ein Jahr in Sofia [!] eingemottet war ...). Da ging aber mit der Beladung einiges nicht so ganz richtig schnell, sodass wir um 11.11 Uhr (helau!) vom Gate zurückgeschoben wurden und also 71 Minuten Verspätung hatten ...

Von der Centerbahn (07C) - ich kann aber nicht hundertprozentig ausschließen, dass es doch die Südbahn (07R) war - ging es - mit sehr schönem Blick auf die Innenstadt von Frankfurt, das hatte ich so auch noch nicht - in Richtung Norden. Über Deutschland war es wolkig, aber als wir über Schweden flogen, hatte ich - ich hatte mir ja einen Fensterplatz gesichert - einen tollen Ausblick auf die kleinen Inselchen, die es hier so zahlreich gibt.

Auch auf die Innenstadt von Stockholm hatte ich einen tollen Blick beim Landeanflug, und um 12.57 Uhr landeten wir in Arlanda. Die Einreise-/Gesundheitskontrolle ging leidlich schnell voran, das digitale Zertifikat auf dem Handy wurde ohne Probleme akzeptiert, dann machte ich mich auf die Suche nach der Bushaltestelle, die ich schließlich nach einigem Suchen fand.

Allein, dort war kein Fahrkartenautomat, sodass ich - ich hatte noch ein paar Minuten Zeit - in die SkyCity hineinlatschte und mir da eine Tageskarte kaufte. Die Verkäuferin wollte mir noch die 120 Kronen (12 Euro) für den Zugang zum Bahnsteig abnehmen, aber ich hatte eruiert, dass ich mir die sparen kann, wenn ich mit dem Bus fahre und einmal umsteige.

Das machte ich (kein Mensch hier im Bus trägt Maske außer den Deutschen, und ich habe es dann auch bald bleiben lassen) und fuhr über Märsta nach Stockholm-Central. Hier verlief ich mich ziemlich, weil ich Illigenzbestie Straßenbahn und U-Bahn verwechselte, kam aber noch pünktlich zu meiner Straßenbahn, auch wenn ich - ungewollt - dem Fahrkartenkontrolleur auswich ... Nach einmaligem weiterem Umsteigen kam ich hier in der Nähe meines Hotels an, watschelte gegen 15.30 Uhr in selbiges und checkte ein.

Ich wohne im 16. Stock mit Blick direkt auf mein Fährterminal, der Außenfahrstuhl mit Blick auf den Fjord ist auch toll, aber so richtig lang hielt ich mich im Hotel nicht auf, sondern fuhr mit dem Bus wieder in die Stadt, und zwar in Richtung Altstadt.

Hier stieg ich aus und ließ mich erst einmal durch die Altstadt treiben, am Königspalast vorbei ging es in Richtung Nobelmuseum, von dort in Richtung Deutsche Kirche und kurz vor dem Järntorget kam ich an ein paar Kneipen vorbei, die ganz okay aussahen (naja, vom Ambiente her, preislich ist in der Stockholmer Altstadt nichts "okay" ...).

Ich lief noch einmal eine Runde durch die - wunderschöne! - Altstadt, noch einmal am Königspalast vorbei, noch einmal am Platz des Nobelmuseums vorbei, und landete schließlich schon ziemlich früh - ich hatte wenig geschlafen, hatte jetzt geschwitzt und hatte mir - im Urlaub - Feierabend verdient - in einer Kneipe, die mich eben angesprochen hatte, nicht zuletzt, weil es dort Elchsteak gab ...

Ich bestellte Dreierlei vom Hering (war sehr lecker, die Version mit Dijonsenf hat mich besonders angesprochen), danach das Elchsteak (auch sehr, sehr lecker) und trank dazu drei schwedische Stouts ... Am Ende gönnte ich mir ein Schokoladensoufflé mit Himbeereis, auch das war gut, aber mit 11 Euro relativ ganz besonders teuer, und bezahlte am Ende 100 Euro für das sehr leckere, auch sättigende, aber keineswegs zum Überfressen führende Abendessen ...

Satt, glücklich und leicht angedüdelt (ich hatte zu wenig getrunken heute) lief ich zur Fähre nach Djurgården, erwischte die gerade noch, genoss die Fährfahrt und die Blicke auf die vielen kleinen Inselchen und vielen schönen Gebäude hier in Stockholm, stieg am Ziel aus und gleich wieder in die Fähre ein und fuhr schließlich vom Anleger in der Altstadt zurück in Richtung meines Hotels.

Ich fuhr eine Haltestelle weiter, kundschaftete schon einmal aus, wo ich da morgen rein muss ins Fährterminal, fuhr wieder zurück, kaufte noch Getränke ein - und Deo, weil ich das mal wieder vergessen habe; die Packung ist zwar zu groß für den Flieger, aber sei's drum - und machte dann mein Zimmer unsicher.

Jetzt gehe ich gleich ins Bett, denn um 5 Uhr klingelt der Wecker und um 7.10 Uhr fährt die Fähre nach Mariehamn. Das wird schöööööön ...

Blick auf Frankfurt

Blick auf Stockholm

Kurz vor der Landung

Auf der Altstadt-Insel

Blick vom Königspalast aufs Meer

Königspalast

Platz vor dem Nobelmuseum

Deutsche Kirche

Dreierlei Hering

Elchsteak

Fährfahrt in Richtung Djurgården

Kastellet

Blick von der Fähre auf die Altstadt 

Mittwoch, 21. Juli 2021

Veritables Speedhiking

 ..., also "Schnellwandern", habe ich gestern Abend betrieben, aber ich habe dabei nicht nur einen Panoramablick auf die Gutachtalbrücke erwandert, sondern auch drei Gemeinden, nämlich Eisenbach, Friedenweiler und Titisee-Neustadt ... Jaja, ich war in allen dreien schon auf meinem Weg in Richtung Triberger Wasserfälle und darüber hinaus, aber das ist ja jetzt auch schon wieder eine Weile her ...

Nach dem Feierabend fuhr ich mit dem Bus nach Neustadt, stieg dort in einen anderen Bus um (!) und fuhr hoch nach Eisenbach-Höchst. Hier war ich auf über 1.000 Metern Höhe und lief erst einmal in die falsche Richtung ... "Wie immer", wird mancher Leser des Blogs denken, aber gestern war es tatsächlich beabsichtigt, weil ich noch an den Anschluss an die Triberg-Strecke herstellen wollte, sodass ich von der Bushaltestelle vielleicht 200 Meter in Richtung Norden lief, an der dortigen Einmündung meine "Strecke-verbunden"-Handbewegung machte, drehte um und hoffte, dass mich keiner gesehen hat bei meinen Sperenzchen ...

Sodann ging es einen kleinen Anstieg hoch und danach auf ebener Strecke an einigen Heubauern vorbei auf einer Straße, die geradeso zu Friedenweiler gehörte, in Richtung Landstraße. Diese überquerte ich (wo kommen denn die ganzen Autos her, sachma?) und war plötzlich mitten im Wald.

Ich hatte zwar Sorge, mich zu verlaufen, weil meine Handykarte natürlich just in dem Moment wieder ausstieg, aber ich folgte dem Mittelweg des Schwarzwaldvereins und machte damit bis zum Wiedenkreuz, ab wo mein Handy wieder Empfang hatte, nichts falsch ...

Es war herrlich, durch den Wald zu stapfen, das machte wirklich Freude, vorbei an schönen, aber bestimmt hochgiftigen Blumen, kein Mensch begegnete mir, es war richtig, richtig schön ...

Eilig hatte ich es allerdings, denn ich war um 17.51 Uhr aus dem Bus ausgestiegen und wollte um 19.34 Uhr am Bahnhof in Neustadt sein, mithin hatte ich 101 Minuten, um knapp acht Kilometer zu bewältigen, und jede Pause, um - teilweise vergeblich - auf die Karte zu gucken, konnte zur Folge haben, dass ich den Bus verpasste und das schon vorgefühlte Mamataxi anrufen musste ...

Vom Wiedenkreuz ging es - links, zwo, drei, vier - in Richtung Tennenberg, an einer Hütte vorbei, an der gerade zwei Leute grillten, und dann recht steil den Berg hinunter in Richtung Neustadt. Wieder war ein Bauer am Heuen, und vom Rand seines Feldes (das war der Wanderweg!) hatte ich einen tollen Blick auf den Schwarzwald und die Brücke der B 31 über die Gutach. Richtig, richtig schick war das ...

In Neustadt ging es beständig den Berg hinunter, ich kam an einem Wohnhaus vorbei, wo lecker gegrillt wurde, bei einem anderen roch es fantastisch nach Knoblauchbrot, aber ich lief an der Kirche vorbei durch die Sträßchen der früheren Kreisstadt und landete eine Viertelstunde (!) vor Abfahrt des Busses am Busbahnhof ...

Der Busfahrer, der mich zum Startpunkt der Tour nach Eisenbach gefahren hatte, fuhr die Horde Jugendlicher und mich dann auch nach Bonndorf, und nach acht Kilometern Wanderung in nur etwas mehr als eineinhalb Stunden war ich gestern Abend dann auch rechtschaffen müde ...

Jetzt sitze ich im Zug nach Wiesbaden, dort habe ich einen Schlafplatz gefunden, und morgen geht es zu einigermaßen christlicher Stunde an den Flughafen. Zum ersten Mal seit 17 Monaten bin ich im Besitz einer Flugzeug-Bordkarte, juchhe, ich freue ich mich so sehr ...

Im Wald

... mit Blumen

Schwarzwald mit Gutachtalbrücke

Kirche in Neustadt (Schwarzwald)

Sonntag, 18. Juli 2021

Alle neune

Juchhe, ich mag mir endlich mal eine Artikelüberschrift gemerkt, die mir durch den Kopf geschossen ist, und das, obwohl ich den Blogeintrag erst mit einem Tag Verspätung schreibe ... Gestern war ich soooo kaputt ...

Nachdem ich am Freitag Abend noch aus dem Schwarzwald nach Hannover gefahren war, stellte ich mir für gestern Morgen den Morgen - grässlich, sowas, am Wochenende, aber ich wollte ja das Kunststück vollbringen, erstmals in einem Kalenderjahr alle neune Nachbarländer der Bundesrepublik Deutschland zu besuchen. Nachdem ich am 13. März Österreich, am 14. März die Schweiz, am 23. Mai in Luxemburg und Belgien, am 13. Juni die Niederlande, am 20. Juni Frankreich und am 27. Juni Tschechien und Polen besucht hatte, stand gestern Dänemark auf dem Programm ...

Ich fuhr also um kurz vor acht mit der Straßenbahn zum Hauptbahnhof in Hannover und stieg in den ICE nach Hamburg. Eigentlich sollte ich in Hamburg-Dammtor umsteigen, aber am Hauptbahnhof stand der Regionalexpress nach Flensburg noch am Gleis gegenüber, sodass ich kurz abwog, schon am Hauptbahnhof aus dem Zug stieg und in den Regionalexpress einstieg.

Das war eine gute Entscheidung, denn der Regionalexpress fuhr vor dem ICE weiter zum Dammtor, sodass ich den RE nicht mehr gekriegt hätte ...

Es ging übers flache Land, aber auf einmal kam eine unnatürliche Steigung, denn es ging über die Rendsburger Hochbrücke. Ich saß leider auf der falschen Seite des Zuges (soviel Auswahl hatte es nicht gegeben an Sitzplätzen), aber konnte trotzdem - nach einem tollen Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal, den die Brücke quert - einen kurzen Blick auf die Hochbrücke selbst werfen ... Das Ding sieht schon ziemlich cool aus, und vor allem die Schleife, die der Zug fahren muss, damit er auf der richtigen Höhe im Rendsburger Bahnhof ankommt, ist eine interessante Konstruktion ...

Gegen 11.40 Uhr kam ich in Flensburg am Bahnhof an und hatte die Buslinie 1, die nach Krusau in Dänemark fahren sollte, gerade verpasst (fahrplanmäßig), also wartete ich zwanzig Minuten, bis um eins vor zwölf der nächste Bus fuhr. Am Flensburger Hafen vorbei ging es, am Ostseebad vorbei, über Wassersleben (mit Strand, an dem ich später baden wollte) zur Kupfermühle. Plötzlich war da ein Stau kurz vor der Grenze, aber anstatt sich ordentlich in den Stau zu stellen, drehte der Bus plötzlich um und fuhr in Richtung Flensburg, machte aber an der Station "Kupfermühle Grenze" Halt.

Ich ging nach vorne. Halb stellte ich fest, dass, halb fragte ich, wieso der Bus nicht nach Dänemark führe. Die Fahrerin war ein bisschen belustigt und meinte, dass sie schon seit zwei Jahren nicht mehr nach Dänemark führen. Öhm, ja, dann könnte man das ja zumindest in den Online-Fahrplänen oder an den Bushaltestellen oder - vor allem - am Bus kenntlich machen, denn der zeigte brav "Krusau, DK" als Reiseziel an ...

Nun denn, mir blieb nichts anderes übrig, als auszusteigen, die Straße zu überqueren und auf dem Rad-/Fußgängerweg in Richtung Dänemark zu marschieren. Um 12.33 Uhr überquerte ich die Grenze (mit Grenzstein, auf dem "D" für "Dänemark" und "DR" für "Deutsches Reich" steht). An der Grenzkontrollstelle suchte ich Augenkontakt zu dem einen Grenzer, der zwei arme Leutchen gerade die Einreise verweigerte. Der war aber eben beschäftigt, sodass mein Blick auf den Grenzer schweifte, der die Autos kontrollierte - der zeigte Daumen hoch, ich zeigte Daumen hoch, und schon war ich auch ganz offiziell in Dänemark eingereist.

Möglicherweise hat der Typ gedacht, ich wär Däne oder Schleswig-Holsteiner, denn für die Bewohner des Grenzlandes ist kein Test (bzw. Impfung) vorgeschrieben, wahrscheinlich hat er aber einfach gedacht, dass von einem Wanderer keine so große epidemiologische Gefahr ausgehen wird - den Impfpass hatte ich aber natürlich dabei, schließlich galt ich seit gestern ganz offiziell als doppelt geimpft ...

Ich hüpfte vor Freude ein bisschen in der Gegend herum, bog aber gleich nach rechts in die Nebenstraße ab, die recht bald in einen (schönen) Wanderweg überging. Insgesamt war ich auf der gesamten Tour kaum 500 Meter von der Grenze entfernt, aber ich war definitiv in Dänemark ...

Ich stand auf dem Grenzbrückchen über das Flüsschen Krusau (das hier dänisch war, aber zwei Meter weiter zu einem zeitweise rein deutschen Fluss wurde, bevor die Krusau dann auf dem letzten Stück Grenzfluss ist), als das erste Mal ein Polizeiauto an mir vorbeifuhr ... Ich hatte schon fast den Impfpass im Anschlag, aber die fuhren einfach weiter - so ganz verstehe ich den Sinn dahinter jetzt nicht, dass sie da patrouillieren, aber dann nicht kontrollieren, aber sei's drum, vielleicht werden nur die verfolgt, die panisch vor der Polizei wegrennen ...

Ich lief ein Stück des Gendarmenstieges entlang, der einst der Weg der dänischen Grenzer war, auch wenn der erste Wegweiser direkt in ein Brennnesselfeld zu führen schien. Das war aber nur der Vorwegweiser gewesen, sodass es ein paar Meter weiter auf einem guten Weg weiterging.

Plötzlich stand ich vor einem Tor im Zaun (überhaupt haben die Dänen da entlang der Grenze ganz schön viele Zäune, tsts), aber zum Glück konnte ich das öffnen und ungehindert weiterlaufen, wenige Meter von der Grenze entfernt. Ich sah noch einen Grenzstein (D/DR, immer noch sehr ungewohnt ...), dann einen schönen Rastplatz (mitsamt einem Stapel Feuerholz zum Grillen, sehr praktischer Service ...) und kam schon bald - ziemlich unvermittelt (und nachdem nochmal ein Polizeiauto an mir vorbeigefahren war, als ich gerade an der Tür im Zaun nach Deutschland stand ...) - an die Flensburger Förde.

Wow, das ist schon schick, wenn du dann aus dem Wald kommst und an der Ostsee stehst. Ich überlegte, ob ich gleich an dem kleinen Steinsträndchen auf dänischer Seite ins Wasser springe, denn der Strand in Wassersleben schien recht voll, als ich im Bus dran vorbeifuhr, ließ es aber dann sein und strebte dem Grenzübergang Schusterkaste entgegen.

Der Grenzübergang Schusterkate ist der östlichste Grenzübergang zwischen Deutschland und Dänemark und die einzige (!) Grenzbrücke zwischen den beiden Ländern. Hier ist alles, was das Grenzsteinmonster sich wünschen kann: Grenzsteine an beiden Brückenköpfen, eine genaue Grenzmarkierung auf der Brücke und im Wasser neben der Brücke, in den Nationalfarben gefärbte Seile auf dem Brückengeländer - hier war ich glücklich, hier wollte ich sein ... Herrlich!!

Aber auch die schönste Zeit auf einer Grenzbrücke geht irgendwann vorüber, sodass ich weiterlief und nach einigen hundert Metern - vorbei an einem außen komplett (und nur) auf Dänisch beschriebenen Supermarkt - am Strand in Wassersleben, das zur Gemeinde Harrislee gehört, ankam.

Ich Intelligenzbestie hatte alle Badehosen fein säuberlich im Schwarzwald im Schrank, aber keine einzige in Hannover, und natürlich hatte ich, weil ich dachte, ich hätte welche in Hannover, keine Badenhosen aus dem Schwarzwald mitgenommen. Nun denn, da musste ich eben improvisieren und hatte also eine vernünftige schwarze Unterhose (ohne sichtbaren "Schiesser"-Schriftzug ...) als Badehosenersatz an ...

Ich legte direkt unterhalb des DLRG-Standes ab und watete ins (flache) Wasser ... Es war herrlich, sooooooooo herrlich ... Die Wassertemperatur  war sicher nicht Badewanne, aber deutlich wärmer als befürchtet, sodass das sicher nicht der limitierende Faktor sein würde für die Zeit, die ich im Wasser bleibe ...

Nachdem ich in brusttiefes Wasser gekommen war und gemütlich planschen konnte (der Boden war ein bisschen schlickig, aber das war nicht schlimm), war alles bestens: Ich guckte ein paar Jungs beim Wasser-Football-Spielen zu und genoss es, in der Ostsee zu baden - soooooo schön ...

Wenn ich allein unterwegs bin und schwimmen gehe, habe ich immer ein bisschen Schiss, dass mir jemand meine Badeklamotten klaut (wie weiland dem Herrn Gauland ...), sodass ich öfter einen Blick auf meinen Rucksack warf (aber wenn einer den geklaut hätte, hätte ich ja auch nichts machen können) ...

Nach der Erfrischung ging ich aus dem Wasser, duschte mich kurz am Strand ab (sehr vorbildlich, dass da eine Dusche ist, vielen Dank!), trocknete mich mit dem - klug, wie ich bin, mitgebrachten - Handtuch ab, zog mir dann auch eine - klug, wie ich bin, mitgebrachte - trockene Unterhose an, lief barfuß auf die Strandpromenade und zog mir dann auch Socken und Schuhe wieder an ...

Den einen Bus zurück in die Stadt verpasste ich knapp, entschied mich dann doch dagegen, am Strand ein Flens zu trinken (weil die Schlange am Kiosk so lang war), und fuhr zwanzig Minuten später mit dem nächsten Bus zum Schifffahrtsmuseum.

Selbiges ließ ich aber links liegen, denn ich wollte zu Bens Fischhütte am Hafen. Als ich da anfang, war schon eine längere Schlange, aber da die Google-Bewertung bei fast sensationellen 4,8 von 5 Punkt liegt, gönnte ich mir die Anstellzeit ...

Ich bestellte ein - vielbesungenes - Backfrischbrötchen und - ich hatte kaum gefrühstückt und jetzt war es schon 14 Uhr - ein Krabbenbrötchen sowie - latürnich! - ein Flens. Ja, 15 Euro sind nicht wenig Geld, aber da sind 7,50 Euro fürs Krabbenbrötchen dabei, und auch wenn das nicht soooo üppig belegt war wie das 11 Euro teure Krabbenbrötchen in Hamburg, war auch diese Portion ordentlich.

Ich setzte mich direkt neben die Hütte, trank gemütlich mein Bierchen (seit Ende Mai darf man in Flensburg wieder in der Öffentlichkeit Alkohol konsumieren) und verdrückte mein Backfrischbrötchen und dann mein Krabbenbrötchen, ohne von Möwen belästigt zu werden ... Das Krabbenbrötchenpapier weichte allerdings durch, sodass mir die Soßenbrühe auf Hemd und Hose tropfte, aber das war grad egal, die würden eh in die Wäsche kommen ...

Nun machte ich mich auf zum Bus, verpasste den Bus zum Bahnhof mal wieder knapp, lief ein Stück weiter in Richtung Fördebrücke  - und begegnete einem Irish Pub. Nun hatte ich schon lange kein Guinness mehr getrunken und wollte mich dem Genuss hingeben, auch wenn das in einer Druckbetankung enden würde, wollte ich den geplanten Zug zurück nehmen.

Die Bedienung war sehr freundlich, hielt mich aber - glaube ich - für einen Mitarbeiter des Ordnungsamtes, denn sie kontrollierte nicht nur meinen Impfpass (obwohl ich draußen saß und gar keinen Nachweis gebraucht hätte), sondern auch, dass ich mich wirklich bei Luca angemeldet hatte, aber wenigstens tat sie das erst, nachdem sie das Guinness vor mich hingestellt hatte.

Das Guinness wurde verzehrt, ich erwischte noch den ursprünglich anvisierten Bus, kaufte noch Getränk im Bahnhofsshop und fuhr dann zurück in Richtung Hamburg. Im Zug fielen mir die Augen zu, ich zwang mich dazu, zumindest bis Rendsburg halbwegs wach zu blieben, was mir gelang, sodass ich noch ein paar Fotos von Brücke und Nord-Ostsee-Kanal machen konnte, aber danach war ich im Halbschlaf unterwegs ...

Diesmal stieg ich - aus ähnlichen Gründen wie auf dem Hinweg am Hauptbahnhof - schon am Dammtor aus, aber diesmal war es unnötig, weil der ICE in Richtung Basel eh Verspätung hatte ... So konnte ich mir aber wenigstens einen guten Sitzplatz sichern, und auf der Fahrt nach Hannover war ich dann doch wieder hellwach.

In Hannover fiel ich in die Straßenbahn und daheim - nachdem ich nochmal geduscht hatte - um kurz vor neun ins Bett. Richtig gut geschlafen habe ich nicht, wahrscheinlich wieder viel zu viele schöne Eindrücke, aber heute fühlte ich mich dann doch irgendwie ausgeschlafen.

Jetzt sitze ich im Zug zurück in den Schwarzwald und komme planmäßig um 16.14 Uhr in Bonndorf an, mal gucken, ob das klappt ...

Und am Donnerstag geht es nach Stockholm - das wird hoffentlich auch gut ...

Erster Grenzstein des gestrigen Tages

Krusau, Blick aus Dänemark auf Deutschland

Im dänischen Wald I


Im dänischen Wald II

Zaun im dänischen Wald

Auf Seite des Deutschen Reiches, auweia

Flensburger Förde

Grenzübergang Schusterkate mit dänischem Grenzstein

Grenzmarkierungen auf der Brücke und im Wasser

... und auf der Brücke (unten auf der silbernen Plakette und die Flaggenseile)

Deutscher Grenzstein

Strand Wassersleben

Flensburger Hafen

Blick auf die Rendsburger Hochbrücke

Blick auf den Nord-Ostsee-Kanal

Hamburg, Binnenalster

Elbe und Ericusspitze (da wohnt der "Spiegel")