Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 11. Juli 2021

Die Wanderschuhe strapaziert

... habe ich in den letzten beiden Tagen, erst durch den Matsch der Engeschlucht, dann durch das Wasser des Rheins ...

Aber erst einmal muss ich am Mittwoch wieder in Gang kommen, denn ich hatte - bis auf die kurze Wanderung durch den Fugauer Zipfel am 27. Juni seit fünf Wochen keine vernünftige Wanderung mehr gemacht: Das Wetter war ja jetzt wirklich nicht soooo gut gewesen, und an den paar Tagen, an denen man hätte raus können, hatte ich entweder keine Lust oder beim Schwimmen im Bonndorfer Freibad meine körperliche Betätigung schon ausgeübt (also keine Lust mehr zum Wandern gehabt ...).

Ich stellte mich also ans Rathaus, um - wie schon gehabt - mit dem Bus zum Abzweig Boll hochzufahren, weil zu faul war, den steilen Anstieg hinter mich zu bringen ... Wie? Bisschen Anstieg gehört zum Wandern dazu? Jaha, verstehe ich ja, aber ich musste den Bus um 19.13 Uhr am Abzweig Dillendorf/Wangen kriegen, und dazu musste ich durchaus zügig wandern, und da wären die zig Höhenmeter hoch zum Lindenbuck hinderlich gewesen ...

Allein, es kam kein Bus, den ersten Bus, den ich wegen dessen großer Verspätung fast noch erwischt hätte, hätte ich halt nur fast erwischt, und der zweite Bus, den ich angepeilt hatte, kam und kam nicht ... Fast wäre ich aus Frust in Richtung Waldshut mitgefahren, aber plötzlich hielt so ein Kleinbusle an der Haltestelle an, sodass ich das fast nicht als offiziellen Bus erkannt hätte. Ein bisschen peinlich war es mir ja schon, der Fahrerin zu sagen, dass ich nur eine Haltestelle den Berg hoch wollte, aber ich überstand die Situation und sie ließ mich sogar dort raus, wo ich starten wollte ...

Ich lief also die Straße in Richtung Hundeplatz, kam am Krummen Föhrle vorbei und sah da hinten dunkle Wolken aufziehen. Um die machte ich mir weniger Sorgen als um den Bus zurück, denn die paar Minuten Verspätung, die der Bus aufgeladen hatte, machten mein Zeitfenster für die Wanderung noch ein bisschen enger.

Auf einmal kam mir ein Bus entgegen, und ich konnte es kaum fassen, dass der auf diesen engen Sträßchen, auf denen kaum zwei Autos aneinander vorbeikommen, überhaupt fahren darf, aber da die Strecke nach Wellendingen im Moment gesperrt ist, bleibt dem Bus kaum etwas anderes übrig ...

Ich wich also aufs Gras aus und lief weiter in Richtung Abzweig Brunnadern/Dillendorf. Diesmal bog ich auf die Straße in Richtung Dillendorf, die ich noch nie gelaufen war, und landete schlussendlich im letzten Bonndorfer Ortsteil, durch den ich noch nicht so richtig gelaufen war (ich war schon ein paar Mal am Friedhof vorbeigelaufen, aber so ganz durch das Dorf war ich noch nicht unterwegs gewesen). Ich wurde kritisch beäugt, kam auch diesmal wieder am Friedhof vorbei, lief aber jetzt anstatt in Richtung Schwaningen die Straße runter zur Bundesstraße 315.

Diese überquerte ich ebenso wie den parallel verlaufenden Ehrenbach, betrat damit für ein paar Meter Stühlinger Boden und blieb an der eingerichteten Ersatzhaltestelle stehen. Ich war eine Viertelstunde vor Abfahrt da (soviel zum engen Zeitfenster) und überlegte mir sogar noch, ob ich noch eine Station weiter nach Wangen (den Berg hoch!) laufe, aber das war mir dann zu riskant zeitlich, weil ich keinen Bus später mehr nehmen konnte ...

Der Bus kam angerauscht, legte eine Vollbremsung hin, weil der Fahrer nie und nimmer mit einem einsteigewilligen Fahrgast an der Haltestelle gerechnet hatte, ich stieg ein, der Fahrer gab dem Linientaxifahrer, der dort wartete, um Leute nach Wellendingen zu bringen, ein Zeichen, dass er zufahren konnte, und dann ging es über die engen Sträßchen nach Brunnadern und weiter nach Bonndorf ... Boah, der Bus ist ja so breit wie die Straße, dem wäre ich wirklich nicht gern entgegengekommen ... Schlussendlich landeten wir aber erfolgreich am Schulzentrum in Bonndorf und ich wackelte nach siebeneinhalb Kilometern Wanderung heim.

--

Vorgestern machte ich dann relativ früh Schluss und fragte meine Mutter, ob sie bereit wäre, mich an der Wutachmühle abzuholen. Ich hätte zwar das Auto auch dort hinstellen können und dann mit Bus und S-Bahn von Ewattingen über Bonndorf und Neustadt dorthin fahren können, aber dann wäre es irgendwie spät geworden ... So kam also das Mamataxi mal wieder zum Einsatz.

Ich jedoch fuhr von Bonndorf nach Neustadt mit dem Bus und dann mit der S-Bahn nach Bachheim. Ich lief die Strecke, die ich am 7. Februar aus Unadingen kommend gelaufen war, zurück, bog dann aber in Richtung Engeschlucht ab.

Ich lief ein bisschen durch den Wald und war gerade im Begriff, die eigentliche Schlucht zu betreten, als mir eine Familie entgegenkam, die mich - auf ihre Schuhe zeigend - vor der Matschpiste warnte ... Der Wutachranger, der immer wieder gute Hinweise hat, hatte ebenfalls vor Matsch gewarnt, und - naja, was soll ich sagen, man sollte ihm glauben ...

Die ersten Meter gingen noch, der Mühlstein markierte den Beginn der Engeschlucht, die die Narrenverein (!) Bachheim 1973 zur Wanderung hergerichtet hatte, doch Wasser führte der Tränkebach an dieser Stelle keines. Nichtsdestotrotz überquerte ich den Bachlauf über die Brücke ...

Joa, was soll ich sagen ... Die ersten Matschmeter bis zur zweiten Brücke versuchte ich noch die Schuhe zu schonen, aber irgendwann stand ich so tief in der Brühe, dass das alles nichts mehr brachte. Glücklicherweise sind die Treppen einigermaßen unmatschig, sonst wäre das wirklich eine richtig gefährliche Wanderung gewesen, aber so ging es einigermaßen ... Einmal rutschte ich mit dem linken Bein einen halben Meter den Anhang runter, weil der Boden nachgab, aber mit dem rechten Bein hatte ich guten Halt und machte halt einen tiefen Knicks ...

Schön ist die Engeschlucht sicherlich, aber sie ist halt auch echt nicht ohne - die mache ich das nächste Mal, wenn es vorher drei Wochen Dürre gab ...

Richtig froh und glücklich war ich erst, als ich in der Gauchachschlucht angekommen war - die ist zwar auch manchmal matschig, aber meistens nicht mehr so steil, sodass die Gefahr dort nicht mehr so riesig ist. Ein paar Mal stellte ich meine Füße in die Gauchach, um den gröbsten Schlamm abzuwaschen, was mehr schlecht als recht klappte, aber wenigstens waren meine Füße nicht zu nass - den Wasserdichtetest haben die Wanderschuhe so ziemlich mit Bravour bestanden ...

In der Gauchachschlucht wechselten sich wunderbar passierbare Wege mit kurzen Schlammpisten ab, sodass die ein paar Mal frisch durch die Gauchach gezogenen Schuhe bald wieder matschig waren, aber wenigstens war der Weg an den gefährlichen Stellen einigermaßen trittfest.

Auch vorgestern verpasste ich es, das Drei-Landkreise-Eck kurz vor der Brücke über die Wutach bewusst wahrzunehmen, aber ich war da jetzt oft genug, dass es zählt ... Der letzte starke Kilometer hoch und runter zur Wutachmühle war dann einfach noch mal zäh, aber ich war gar nicht soooo spät dran. Meine Mutter stand schon da und hatte praktischerweise ihr Handy wieder vergessen, sodass sie kurz davor stand, nach Bonndorf zurückzufahren und es zu holen. Mein Winken aus der Ferne wurde minutenlang ignoriert, aber dann sah die Mutter den Sohn aus dem Wald stapfen und war beruhigt.

Die Heimfahrt erfolgte in Socken, weil die Schuhe auf Feuchttüchern im Kofferraum standen, damit ich nicht das ganze Auto vollsaue, und der Abend endete mit den Nachbarn im Schnitzer. Ohje, ohje ...

--

Joa, und nachdem ich mir also wieder ein bisschen Mut angelaufen hatte (und das Wetter sehr gut aussah), entschied ich mich gestern, wirklich die geplante Wyhlen-Basel-Huningue-Weil-Tour anzugehen, ohne zu wissen, ob ich knapp 20 Kilometer wirklich schaffe.

Ich guckte am Morgen noch einmal nach, als mir auffiel, dass ich für Frankreich (Huningue!) noch einen Coronatest brauche, weil meine Impfung noch keine zwei Wochen her ist. Dadurch wurde es jetzt ein wenig hektisch, weil ich also noch um 8.30 Uhr zum Testen musste, ehe mein Bus um 8.40 Uhr abfahren sollte. Argh!

Glücklicherweise war oben in der Apotheke kaum Andrang, sodass ich um 8.38 Uhr rauskam, die paar Meter zum Bus schnellen Schrittes lief und also in den Bus nach Neustadt einstieg.

In Neustadt stieg ich nach Freiburg um, in Freiburg in einen Eurocity-Express (ECE) der italienischen Bahn (!) nach Mailand, stieg aber natürlich in Basel Badischer Bahnhof aus (nur bis dahin gilt ja die Bahncard 100 ), kaufte mir - wie üblich - eine Flasche Rivella im Bahnhofsladen und zog mir abschließend am Fahrkartenautomaten eine Fahrkarte für Basel und trinationale Umgebung, denn ich hatte einen Plan.

Anschließend fuhr ich mit dem Bus zum Museum Tinguely und stieg dort in einen binationalen Bus um, die nach Wyhlen fuhr. Ich finde es ja immer saugeil, in einem Linienbus (!) eine Staatsgrenze zu überqueren, und so freute ich mir wieder ein Loch in den Bauch, als wir da über den Zoll fuhren und wieder nach Deutschland einreisten. Ich war das letzte Stück der einzige Fahrgast im Bus und stieg an der Endstation - Wyhlen Siedlung - aus. Das hatte den Vorteil, dass ich mir jetzt meine Strecke schon einmal um einen Kilometer verkürzt hatte (soviel zum Plan) ...

An der Straße entlang ging es bis zum Kraftwerk, an Fußball spielenden Jungs vorbei, bis ich in eine Nebenstraße einbog und in Richtung Kraftwerksparkplatz lief. Die Treppe runter ging es, dann am Rhein entlang bis zum Wehr, und nach nicht einmal zwei Kilometern war ich in den Kanton Basel-Landschaft eingereist, was mein achter besuchter Kanton ist. Juchhe! Es ging ans Festland und dann auf den Rheinuferweg ...

Das - meine Damen und Herren - war ein schwerer Fehler: Das (braune) Rheinwasser lief mit Karacho durch das Wehr und wurde wieder ausgespuckt, sodass regelrechter Wellengang herrschte, der ans Ufer drückte. Der Rheinuferweg da drüben ist allerdings nicht so hoch über dem Rhein ausgelegt, jedenfalls nicht auf dem Stück, sodass der Weg von den Wellen regelmäßig überspült wurde ... Das wäre ja noch alles gegangen, wäre nicht ein zehn Meter langes Stück gewesen, auf dem das Rheinwasser stand, und zwar zwanzig, dreißig Zentimeter hoch ...

Oh Mann, was nun? Ich entschied mich gegen das Zurücklaufen, sondern kletterte über ein paar Steine, versuchte, nicht abzustürzen, aber am Ende des Tages blieb mir nichts übrig, als zwei, drei große Schritte mitten durchs Wasser zu machen ... Die Hose war bis zur Mitte der Schienbeine nass, aber in meinen Schuhen war es sonderbarerweise gar nicht einmal so nass, sodass ich frohen Mutes weiterlief (auch wenn am Abend die Füße doch ein bisschen in Mitleidenschaft gezogen worden waren) ...

Es ging vorbei an einen Fischerhütten mit traumhafter Lage direkt am oder über dem Rhein, ich warnte einige Entgegenkommende, dass sie vor dem letzten Teilstück möglichst auf höheres Geländer flüchten sollten, lief an ein paar Lokalen und einer Liegewiese vorbei, bevor ich in Muttenz zum Industriehafen kam ...

Für mich sonderbarerweise darf man da - es war Samstag und daher überhaupt kein Betrieb - einfach durchlaufen, auch wenn man Rauchen und offenes Feuer dringend vermeiden sollte (da sind einige Mineralölgesellschaften an prominenter Stelle ausgeschildert). Insgesamt sind die Sicherheitsmaßnahmen dort eher zurückhaltend ausgestaltet, man hätte an einigen Stellen - trotz strengster Untersagung - gefühlt ziemlich problemlos auf die Industrieanlagen abbiegen und dort durchtappsen können. Ein Schiffsbesitzer putzte die Brückenfenster, ein anderer hatte sein Auto (!) auf dem Schiff stehen, ein paar Männer saßen zusammen und machten - so hörte es sich jedenfalls an - Party, zwei andere Männer angelten, und bis auf zwei Radfahrer begegnete mir da kein Wanderer - sehr schräg, aber sehr interessant ...

Allerdings, das muss ich sagen, war es auch sehr heiß, und ich vernichtete so gut wie alle Wasservorräte, die ich noch hatte ... Auch in Birsfelden lief ich am Industriehafen entlang und sah schließlich das Inselchen im Rhein, ab dem der Rhein für einige Kilometer ein Schweizer Binnengewässer ist.

Ein Zutritt-verboten-Schild war so bescheuert aufgestellt, dass ich versehentlich genau den falschen Weg in Richtung Schleuse lief, aber ich sah das Problem rechtzeitig, sodass ich keine "Busse" auferlegt bekam, als ich die Treppe hoch auf den richtigen Weg lief. Am Ende des Weges war ein geschlossenes Tor (im ersten Moment bekam ich einen ziemlichen Schreck), aber da war ein Zeichen, dass Fußgänger an der Seite durch das Tor laufen könnten, und das tat ich natürlich ...

Nun war ich - relativ unvermittelt - mitten im Leben, denn über den jetzt folgenden Weg kamen Radfahrer und viele Fußgänger, sodass ich keineswegs mehr in der Einsamkeit des Industriehafens, sondern fast schon in Basel war ...

Tatsächlich im Kanton Basel-Stadt und der Stadt Basel (die sind nicht identisch, weil zum Kanton Basel-Stadt auch noch zwei andere Gemeinden gehören, verstehe das, wer will) kam ich aber erst ein paar hundert Meter weiter an, als ich die Birs überquerte.

Ich kam praktisch direkt an der Schwarzwaldbrücke heraus, die nach wenigen hundert Metern zum Badischen Bahnhof führt, sodass ich hier gemütlich hätte abbrechen können. Ich Trottel aber war natürlich fit wie ein Turnschuh (bildete ich mir ein) und lief weiter. Kurz vor der Wettsteinbrücke quälte ich mich den kurzen Anstieg hoch in die Altstadt von Basel (die sehr schön ist), ehe ich am wunderbaren Münsterplatz herauskam ...

An der Uni vorbei ging es hinunter zur Mittleren Brücke, über die ich vor ein paar Monaten bei meiner Zugrundfahrt Rötenbach-Freiburg-Basel-Singen-Konstanz-Donaueschingen-Rötenbach einmal gegangen war, und hatte nun also - bis auf zwei kleine Teilstücke, bei denen ich mehrere Kilometer vom Rhein entfernt unterwegs war und also abgekürzt habe - praktisch den gesamten Hochrhein zwischen Konstanz und Basel abgelaufen ... Juchhe! (Die Mittlere Brücke gilt als Grenzlinie zwischen Hochrhein und Oberrhein.)

So langsam taten mir die Füße weh, aber ich lief tapfer unter der Johanniterbrücke und der Dreirosenbrücke vorbei, denn ich wollte ja nach Frankreich. (Unterwegs wurde ich von einer Schweizerin gefragt, wo das Theater sei, aber ich antwortete offen und ehrlich: "Ich habe überhaupt keine Ahnung, tut mir leid ...")

Die Rheinpromenade ab dem Rhypark ist neu und richtig, richtig schön, nur mit Schatten ist da nicht viel, aber ich kämpfte mich weiter, weil ich ja zum Grenzstein Nr. 1 zwischen Basel und Frankreich wollte. Ich sah ein Schild "Landesgrenze" mit der schweizerischen und französischen Flagge drauf und freute mich auf den Grenzstein, fand aber keinen ... So ein Mist, so ein großer! (Bei meiner nachträglichen Recherche, wo sie den hingestellt haben, eruierte ich, dass der wahrscheinlich auf dem Weg oberhalb steht, der aber schon zum Rochegelände gehört, sodass man da nicht so einfach hinkommt. Menno!)

Nun war's aber grad egal, also lief ich am BASF-Gelände entlang in Richtung Huningue ... Bis auf die Tatsache, dass hier natürlich alles auf Französisch ausgeschildert ist (einige Gedenksteine des Dichterweges sind aber auch auf Elsässisch beschildert), sah es hier ebenso schön aus wie in der Schweiz, auch wenn der Rhein gestern natürlich keine schöne Farbe hatte. Ich war so ausgepowert, dass ich bei dem Einfahrt-verboten-Schild "sauf" Fahrrad (also ausgenommen Fahrrad) den armen Menschen, mit denen ich regelmäßig per WhatsApp kommuniziere, ein Foto schickte mit dem Untertitel "Sauffahrrad, hihi" (sorry nochmal!) und erreichte schlussendlich - nach einem kurzen Stück am Rheinstrand entlang - die Passerelle des trois pays, die Fußgängerbrücke zwischen Huningue und Weil über den Rhein.

Die Treppe hoch zur Brücke war noch einmal qualvoll, aber dann lief ich glücklich und fidel, wie immer, wenn ich eine Schengen-Grenze ungehindert überqueren kann (der Test war also natürlich völlig umsonst gewesen, weil kein Mensch das überprüfte ...), zurück nach Deutschland.

Meine Planungsfähigkeiten waren auch schon massiv eingeschränkt, denn ich entschied mich absichtlich, in die Straßenbahn nach Weil-Zentrum einzusteigen (anstatt in Richtung Basel), weil ich sonst 100 Meter mehr zur Straßenbahnstation hätte laufen müssen. So lief ich Held im Erdbeerfeld von Weil-Zentrum zur Bushaltestelle zum Bus nach Basel deutlich mehr als 100 Meter (aua), der Bus kam zu spät, sodass ich meinen jetzt anvisierten Weg Basel-Tiengen-Rothaus-Bonndorf um elf Minuten verpasste und also mit dem ICE zurück über Freiburg und Neustadt fahren musste.

Andererseits hatte ich auf diese Weise im Badischen Bahnhof genug Zeit, um mir noch eine Flasche Rivella zu kaufen, die anschließend vernichtet wurde. Ich kaufte mir noch einen Schokoriegel und dann in Freiburg zwei Cheeseburger, sonst hätte ich den Weg hoch in der Schwarzwald nicht mehr geschafft, und war heilfroh, als ich die Zeit des Gewitters im Bus nach Bonndorf verbringen konnte. Boah, Kinners, so fertig nach einer Wanderung war ich schon lange nicht mehr ...

17,77 Kilometer waren es am Ende, so eine Strecke habe ich zuletzt Anfang April hinter mich gebracht, als ich durch den Schnee zum Zweiseenblick und zum Feldsee gestapft war, das Wetter gestern war deutlich besser, aber die Wanderung nicht weniger übel ...

Das war gestern die zweite Drei-Länder-Wanderung, die erste war am 1. November 2020 von Diepoldsau in der Schweiz über Österreich nach Ruggell in Liechtenstein gewesen - cool. Und dass der Badischer Bahnhof in seiner völkerrechtlichen Gestaltung sowieso cool ist, habe ich, glaube ich, schon öfter erwähnt ...

--

Heute Mittag schließlich haben wir - endlich - die Istanbul-Flüge gebucht. Es geht am 16. September um 11 Uhr von Zürich nach Sabiha Gökçen, also zum asiatischen Flughafen, und am 19. September um 15 Uhr vom neuen (europäischen) Flughafen mit Umsteigen in Belgrad zurück nach Zürich.

Mal sehen, wie die Einreisebestimmungen bis dahin aussehen, aber wir sind alle fünf doppelt geimpft, das sollte also passen, und die Einreisebögen in die Türkei, in die Schweiz und nach Deutschland fülle ich natürlich für das ganze Rudel aus.

Das wird soooooooo schön (hoffe ich!).

--

Jetzt aber Fotos:

Dunkle Wolken auf dem Weg Richtung Dillendorf

Dillendorf downtown

Mühlstein am Anfang der Engeschlucht

Matsch as Matsch can

Brücke

Joa

Engeschlucht

Schlucht

Gauchach-Wasserfall

Über die Gauchach in den Fels

Über die Gauchach

Wehr Augst/Wyhlen mit Staatsgrenze

Wehr vom Rheinufer

Blick zurück im Horror

Der Rhein

Trockener Rheinuferweg

Idyllische Hütte am Rheinufer

Blick auf Deutschland

Industriehafen

Birs

Basel (Münster links, Roche-Gebäude rechts)

Münsterplatz mit ...

... Münster

Mittlere Brücke

Grenze ohne Grenzstein

Passerelle des trois pays

Heim nach Deutschland


Dienstag, 6. Juli 2021

Ein ganzes Rudel von Ü70-Damen

 ... wird mich, ausweislich meiner Urlaubsanfrage an meinen Chef, vom 16. bis 19. September nach Istanbul begleiten, aber ganz in trockenen Tüchern ist das Ganze noch nicht, weil ich heute zwar schon einmal ein Hotel gebucht haben (in der Altstadt von Istanbul), aber die Flüge dazu fehlen noch, weil wir nicht ganz sicher sind, wer denn jetzt alles wirklich mitkommt (das klärt meine Mutter bei einer Rudelbesprechung morgen Nachmittag) und von wo (Zürich oder Stuttgart) wir denn jetzt fliegen ...

Aller Voraussicht nach fliegen wir am 16. September mit Pegasus von Zürich oder Stuttgart auf den asiatischen Flughafen Istanbuls, Sabiha Gökçen. Ob es am 19. September von dort oder vom neuen Flughafen und mit Umsteigen in Belgrad oder ohne zurückgeht, müssen wir noch klären, aber dabei sollte es sich um eine Frage von Tagen handeln, weil ich natürlich schon recht gern bald buchen würde ...

In Istanbul wohnen wir in dem Hotel, in dem ich schon ein paar Mal übernachtet habe, und weil bei der Buchung ein paar Sachen schiefliefen (Bugs im Buchungsprogramm), stornierte ich kurzerhand die erste Buchung und buchte nochmal neu - ist alles kein Problem, weil ich bis zum 14. September stornieren konnte und kann ...

Oh Istanbul, du schöne Stadt - wenn das wirklich klappt, dann jubiliere ich die Gangway runter und umarme den erstbesten Grenzer, ob der will oder nicht ...

--

Der Wochenendausflug nach Krusau (Kruså) in Dänemark - diesen Sommer habe ich es mit dem "å" - nimmt auch zunehmend Gestalt an. Ich vermute, ich werde am Freitag, dem 16. Juli, mit dem 16.40-Uhr-Bus in Richtung Neustadt und weiter nach Freiburg fahren und dann gegen halb zwei in der Nacht in meiner Bude in Hannover ankommen.

Am 17. Juli, dem ersten Tag, an dem ich als vollständig geimpft gelte, will ich dann einigermaßen früh aufstehen, um die Straßenbahn um kurz vor acht Uhr zu erwischen. Mit Umstiegen am Hauptbahnhof in Hannover und in Hamburg sowie (nach Überqueren des Nord-Ostsee-Kanals ...) in Flensburg sollte ich dann die Buslinie 1 erwischen, die mich direkt nach Krusau fährt. Dort komme ich fahrplanmäßig um 12.23 Uhr an ...

Von dort will ich dann eine kurze Vier-Kilometer-Wanderung anschließen, die mich nach Überquerung des Flüsschens Krusau (und damit der Wiedereinreise nach Deutschland) an den westlichsten Punkt der Ostsee bringt. Ein Stück weiter südlich gibt es in Wassersleben den offenbar westlichsten Strand der Ostsee, und da ich - auch nach Rücksprache mit meiner Mutter - kurioserweise wohl wirklich noch nie in der Ostsee schwimmen war (ich war schon x-mal an und auch öfter auf der Ostsee, aber noch nie in ihr), könnte es sein, dass ich mich in die prognostiziert 19 Grad kalten Fluten stürze ...

Zeit genug habe ich hoffentlich, sodass ich um 16.34 Uhr wieder in den Bus steige und - wieder mit Umsteigen in Flensburg, Hamburg und Hannover Hbf - am späten Samstag Abend in meiner Bude eintrudle - wobei ich recht sicher bin, dass ich vor Ort ein Flens konsumiere (wie, "nur eins?", jaha, nur eins, oder so ...).

Das wird auch schön ...

--

Am Samstag war ich bis Idstein im Taunus gefahren und dort von einer guten Freundin (und Ex-Kollegin) für ihre Geburtstagsfeier aufgegabelt worden; das war sehr schön, da - alle Jahre wieder - bei ihr im Garten zu sitzen ...

Die Heimfahrt verlief eigentlich ganz unaufgeregt, bis wir auf einmal in Baden-Baden wegen einer Türstörung länger standen. Ich hätte eigentlich in Freiburg völlig ausreichend Zeit gehabt, aber aufgrund der Verspätung kam ich genau in dem Moment an, in dem meine S-Bahn hoch in den Schwarzwald abfuhr. Also setzte ich mich 40 Minuten später in die übernächste S-Bahn nach Seebrugg, um von dort über Rothaus mit dem Bus zu fahren. Kurz vor Titisee kam die entnervte Durchsage des Schaffners, dass es gerade eben einen Oberleitungsschaden auf der Strecke nach Seebrugg gegeben habe und der Zug deshalb hier stoppen müsse. Na super ...

Ich rief bei meiner Mutter an und fragte, ob sie mich doch abholen könne, doch bevor sie abfahren konnte, änderte ich noch einmal den Plan, weil ich wenigstens mit dem Bus von Titisee bis nach Lenzkirch kommen konnte ... So kam es dann, mein Bus kam in Lenzkirch an, meine Mutter praktisch in der gleichen Sekunde ebenfalls, sodass ich fliegenden Wechsel machen konnte und eineinhalb Stunden früher daheim war, als wenn ich nach Neustadt gefahren und dann mit dem Bus weitergefahren wäre ...

Freitag, 2. Juli 2021

Die zweite Impfung gegen das Coronavirus

 ... ist doch ein angemessenes Thema für den 1000. Blogeintrag, denn wenn alles gut geht, bin ich durch diese zweite Impfung (AstraZeneca vor acht Wochen und heute Biontech) gegen alle möglichen Varianten gut geschützt und kann bald wieder ordnungsgemäß verreisen. Wenn ich die Bundeskanzlerin heute richtig verstanden habe, setzt sich auch in Regierungskreisen zunehmend die Erkenntnis durch, dass die Doppelimpfung auch gegen die Delta-Variante schützt, sodass die 14-tägige Quarantäne für doppelt Geimpfte hoffentlich bald in allen Fällen nicht mehr notwendig sein wird. Aber wir werden sehen, was die nächsten drei Wochen so bringen, bis ich - hoffentlich - in Stockholm und Mariehamn, also in den Hauptstädten Schwedens und Ålands, ankomme und mir ein bisschen was anschaue.

Ich werde wahrscheinlich eine Badehose mitnehmen, denn in Mariehamn gibt es wohl ganz schöne Strände, und in Stockholm vielleicht auch, sodass es durchaus passieren kann, dass ich erstmals seit ... öhm, war ich überhaupt schonmal in der Ostsee baden? Mamaaaaa?!

1000 Blogeinträge - das hätte ich nicht gedacht, als ich 2009 diesen Blog für die Sommerreise mit meinem Studienkollegen anfing ... In den letzten Jahren hat sich dieses Ungetüm (ich habe eben mal den gesamten Datensatz heruntergeladen, mit Formatierung und Kommentaren lande ich bei fast 750 DIN-A4-Seiten, schick!) von einem reinen Von-Jena-nach-Aserbaidschan-und-zurück-Reiseblog zu einem Bäderblog (für Budapest), zu einem Wanderblog (vor allem für den Schwarzwald), aber natürlich vor allem zu einem Autor-reist-durch-die-Weltgeschichte-Reiseblog entwickelt, und das ist auch gut so ...

Ich habe vor gut zwei Jahren das zehnjährige Jubiläum gefeiert, viel mehr an Reisen ist nicht dazugekommen, aus allseits bekannten Gründen, aber ich bin vorsichtig optimistisch, dass ich - spätestens! - im Jahr 2022 mein 144. Land besuche.

Dieses Wochenende fahre ich zu einem Geburtstag in die Nähe von Wiesbaden, das darauffolgende Wochenende mache ich mal - zwingend nötig - ein richtiges Erholungswochenende, und danach geht es wahrscheinlich am 17. Juli nach Dänemark. Und damit dürfte 2021 das erste Jahr überhaupt werden, in dem ich alle (neun) aktuellen deutschen Nachbarländer besuche: Während ich bei der Schweiz, Frankreich, Österreich und auch bei Belgien keine vollständige Statistik vorliegen habe, ist dies für Luxemburg, Dänemark, Polen und Tschechien der Fall - 1999 war ich wohl nicht in Luxemburg, 2011 nicht in Österreich, aber 2021 war ich jetzt schon in allen Nachbarstaaten außer Dänemark, und wenn Dänemark klappt, ist das eine neue Bestleistung ...

Auf die nächsten 1000 Blogeinträge!

Beweisfoto mit geschwärzten Chargennummern und Arztstempeln

Donnerstag, 1. Juli 2021

Ein Jahr, vier Monate und 28 Tage

 ... werden - inschallah - zwischen meinem letzten Flug vor Corona (Heimflug aus Dublin am 24. Februar 2020) und meinem ersten Flug nach der vollständigen Impfung liegen, denn heute habe ich für den 22. Juli einen Flug von Frankfurt nach Stockholm gebucht - juchhe!!!

Morgen kriege ich die zweite Impfung in den Arm gedrückt, und ab dem 17. Juli bin ich dann von Testpflichten befreit, dann - so hoffe ich - wird das Leben so langsam wieder in gewohnte Bahnen gehen ...

Mein Chef und meine Kolleginnen haben nur gefragt, was ich Verrücktes vorhabe, und für sie ist selbst dieser Reiseplan verrückt - meine Ex-Kollegen würden darüber nur müde grinsen und das für eine ganz normale Wochenendtour halten.

Am 22. Juli also fliege ich morgens um 10 Uhr von Frankfurt aus mit der Lufthansa nach Stockholm. Das heißt natürlich früh aufstehen und ein Stückchen Zug fahren, damit ich so gegen 8 Uhr am Flughafen bin. Ich habe noch keine Ahnung, wie die irgendwelche Tests und Impfnachweise prüfen (gerade, wenn ich nur mit Handgepäck ankomme), aber das werde ich das dahin schon herausfinden. In Stockholm komme ich jedenfalls um 12.05 Uhr an und fahre mit Bus/Bahn/U-Bahn, mal sehen, zu meinem Hotel direkt an dem Hafen, von dem ich am nächsten Morgen mit der Fähre fahre. Selbstverständlich gedenke ich aber, mich an dem Nachmittag schon ein wenig in Stockholm umzusehen (das wird überhaupt erst der vierte Tag in meinem Leben, an dem ich in Schweden bin) ...

Am nächsten Morgen, am 23. Juli, geht es mit der Fähre von Stockholm nach Mariehamn auf den Åland-Inseln. Die Bevölkerung spricht dort ganz überwiegend Schwedisch, aber die Inselgruppe gehört zu Finnland und ist im finnischen Staatsverband autonom. Dort werde ich also am frühen Nachmittag nach fünfeinhalb Stunden Fährfahrt und dem Verlust einer Stunde aufgrund der Zeitumstellung ankommen. Mein Hotel dort ist das teuerste und - den Bewertungen zufolge - schlechteste auf der Reise, aber hey, wenn man schonmal nach Åland kommt, ist das grad egal ...

Ich habe den Nachmittag des 23. und den Vormittag des 24. Juli in Mariehamn und werde mal gucken, wie ich mir in dem 11.000-Einwohner-Städtchen die Zeit vertreibe ... Vielleicht fahre ich ein bisschen im Bus in der Gegend herum, das gucken wir mal ...

Am Samstagmittag, dem 24. Juli, geht es zurück mit der Fähre nach Stockholm, wo ich am frühen Abend eintreffe. Diesmal habe ich ein Zimmer in der Altstadt gebucht, und ich bin - ehrlich gesagt - vom (vergleichsweise überlebbaren) Preisniveau in Stockholm im Moment recht überrascht - das werde ich beim Anblick der Bierpreise vermutlich eher nicht mehr sagen ...

So, und am Sonntag habe ich noch den ganzen Vormittag in Stockholm, bevor ich dann um 17.55 Uhr zurück nach Frankfurt fliege und dort um 20 Uhr ankomme. Ich hoffe, dass ich einen Zug gegen 21 Uhr erwische, dann bin ich noch zu einer akzeptablen Zeit an meinem Ziel, ob das nun Hannover oder Freiburg ist ...

Jetzt hoffe ich natürlich, dass mir die Delta-Variante keinen Strich durch die Rechnung macht, aber ich bin noch einigermaßen zuversichtlich ...

Ich bin sooooo gespannt, wie es ist, mal wieder am Flughafen zu sein und auf der Startbahn und in der Luft ... 17 Monate sind eine verflucht lange Zeit!

Sonntag, 27. Juni 2021

Das Handtuch als wichtigstes Werkzeug

 ... hat Douglas Adams in seiner berühmten fünfbändigen Trilogie "Per Anhalter durch die Galaxis" verewigt, und so ging es mir gestern in der Sächsischen Schweiz ebenfalls, denn ohne das Handtuch, das Jessi und Christian standardmäßig im Auto haben und mit dem ich mir Rübe und (vor allem) Arme bedecken konnten, wäre diese exponierten Körperteile noch krebsfarbiger als sie es ohnehin sind - dass die beiden mit dem Cabrio kommen und sie dann noch bei Sonne offen fahren wollen, kann ja keiner ahnen ...

Am Freitag Nachmittag kam ich ungefähr so los wie erwartet, sodass ich noch einen Test am Hauptbahnhof machen konnte und dann in meinen IC in Richtung Dresden einsteigen konnte. Die Freunde aus Kaiserslautern und ich lieferten uns ein Wettrennen, in dem ich vom Start weg ins Hintertreffen geriet, weil unser Zug erst mit Verspätung losfuhr und dann noch - spielende Kinder im Gleis - einen Umweg über Hildesheim einlegen musste.

Eine halbe Stunde Verspätung war die Folge, die konnte im Kopfbahnhof in Leipzig auf 20 Minuten verkürzt werden, aber die blieben es auch bei Dresden-Neustadt. In Dresden-Neustadt stieg ich aus und lief zur Straßenbahn, die pünktlich kam. Zwischendurch war ich unsicher, ob Jessis Aussage, dass sie auf mich warteten, sich womöglich auf eine Abholung vom Bahnhof bezog, denn als ich am Bahnhof ankam, standen sie laut WhatsApp-Lokalisierung ganz in der Nähe.

Mein Gefühl für die Absprache diktierte mir aber, dass ich mit der Straßenbahn zum Hotel fahre, das war ganz richtig so, und am Ende kamen die beiden fast zur gleichen Zeit aus der Tiefgarage zum Check-in wie ich von der Straßenbahn zum Hotel. Der Check-in-Mensch brauchte den Voucher ausgedruckt, was in unserer digitalisierten Welt ... achso, stimmt, wir sind in Deutschland ... Jedenfalls schickte ich ihm den Voucher per Mail, der ward ausgedruckt, und alle waren zufrieden.

Nach kurzem Zwischenstopp im Zimmer (sehr schön) ging es gegen 21.30 Uhr zur Stadterkundung. Wir bekamen noch einen Tisch in einem italienischen Restaurant direkt an der Frauenkirche, die beiden überließen nicht nachvollziehbarerweise mir den besten Platz am Tisch, nämlich den mit Blick auf die Kirche, und es wurden Pizzen und Pasta verspeist und dazu ausschließlich Apfelschorle konsumiert ...

Danach ging es noch in eine weitere Kneipe zum Apfelschorle-Konsum (höhö, Mocktails, höhö, wurden auch getrunken) und ganz am Ende fielen wir noch in die Hotelbar ein - wir, übertreiben? Niemals!

Wir Helden der Steinzeit wollten früh raus und hatten deswegen für 7 Uhr das Frühstück bestellt ... Ich stand zwar physisch um 6.30 Uhr unter der Dusche, aber so richtig wach war ich da noch nicht, und die letzte Apfelschorle war auch schlecht gewesen. Mannometer ... Das Rührei und die Salamibrötchen waren hilfreich, aber am allerhilfreichsten waren die Cola und die Fanta, die ich im Kiosk neben dem Hotel kaufte und in meinem Mund zu Spezi veredelte - sooooo lecker und soooooo gut!

Ziel der ganzen Aktion war ja eigentlich die Sächsische Schweiz, und hier vor allem die Bastei, und dorthin fuhren wir nun - im offenen Cabrio, mit Jessi auf dem Notsitz (danke!). Bis Pirna ging es auf der Autobahn, danach über - gut beschilderte - Straßen weiter zum Parkplatz ganz in der Nähe der Bastei.

Wir waren ziemlich früh dran, konnten problemlos parken und liefen dann - ich mit Handtuch bewaffnet - in Richtung Hotel und an diesem vorbei zur Aussichtsplattform. Diese war aber gesperrt, was einen Möchtegern-Komiker dort zu allerlei außerordentlich unlustigen Sprüchen verleitete (wir trafen den Clown später nochmal ...), was uns aber nicht aufhielt, ein paar Meter bergab in Richtung Basteibrücke zu laufen ...

Einen kurzen Abstecher auf den Ferdinandstein machten wir aber vorher, und es war unbezahlbar, dass wir so früh da waren, denn wir waren da oben fast allein. "Fast allein" war aber perfekt, weil Christian das Pärchen, das auch noch oben war, anquatschte, ob sie ein Foto machen würden, von uns und von der Basteibrücke. Joa, und nun haben Jessi und Christian ein Foto, das mich mit Handtuch-Stola zeigt ...

Wir liefen über die Basteibrücke, machten Fotos von den bizarren Formen des Elbsandsteingebirges, von den grünen Wäldern, von der scheinbar träge dahinfließenden Elbe - es war herrlich ...

Am anderen Ende der Basteibrücke ist ein kleiner Felsparcours mit Stahltreppen und Stahlbrücken aufgebaut, von denen man einen weiteren wunderbaren Blick auf die Felsstrukturen und den Wald und die Mönchsfigur auf dem einen Felsen hat. Wenn man da Höhenangst hat, muss man sich da schon ein bisschen überwinden, so scheint es mir, aber es lohnt sich definitiv!

Wir liefen auf Anraten eines entgegenkommenden Wanderers noch zu einem weiteren Aussichtspunkt auf die Elbe (toll!) und wanderten dann zurück zum Auto ... Ich hatte noch Nachwehen vom Arbeit zuvor, hatte am Morgen zu wenig getrunken, war verschwitzt und schon jetzt fertig - das fing ja gut an ...

Wir fuhren über teilweise kleine Sträßchen nach Rathen auf der anderen Seite der Elbe (da es keine nahegelegene Brücke gibt, ist das ein halbstündiger Ritt) und machten dort einen kleinen Spaziergang an der Elbe entlang mitsamt Blick auf die Bastei von unten. Jetzt war es später Vormittag, wir wanderten über einen zuvor verschmähten Weg am Elbufer entlang zurück zum Parkplatz und dann zurück in Richtung Dresden.

Kurz vor Dresden fing es an zu regnen, sodass wir das Cabriodach schlossen und anstatt ins Parkhaus der Semperoper das Auto dann doch ins (teurere) Hotelparkhaus stellten. Kurzes Frischmachen folgte, bevor einen kleinen Spaziergang zum Zwinger (da wird gerade sehr viel renoviert, schön ist es trotzdem ...), auf den Theaterplatz mit der Semperoper, vorbei an der Hofkirche und mit einem ersten Blick auf den Fürstenzug, über die Brühl'sche Terrasse und - unter Verzehr einer Thüringer Bratwurst - zur Frauenkirche, über den Neumarkt zurück zur Kreuzkirche, wo unser Hotel war.

Naja, was soll ich denn sagen - Dresden ist immer wieder toll, aber beim Anblick der Frauenkirche läuft es mir immer noch - und ich habe sie jetzt schon öfter in voller Pracht gesehen - jedes Mal kalt den Rücken runter, selbst wenn es ein sehr warmer und sonniger Tag wie gestern ist ...

Nun war die Zeit gekommen, eine Kleinigkeit im Altmarktkeller zu essen, und ich hatte mich schon auf der Anreise dafür entschieden, hier das Würzfleisch zu probieren, eine Spezialität der Thüringer und sächsischen Küche, Ragout fin (oder auch "Ragu fäng") überbacken mit lecker Käse, da druff Worcester-Sauce, das schmeckt normalerweise ganz lecker, und so war es auch dort.

Ich hatte unterwegs Jessi und Christian gebeten, mich zu schlagen, wenn ich ein Bier trinken wollte, aber nach einem Ginger Ale wurde es mir dann doch zu bunt, sodass ich noch ein Radeberger trank und trotzdem nicht geschlagen wurde ... Keine Absprachen, auf die man sich verlassen kann, hier, sachma!

Nun ging es abermals in Richtung Frauenkirche, aber auf direktem Wege an dieser vorbei, um die Synagoge herum und über die Carolabrücke in die Dresdner Neustadt. Ziel des Ganzen war allerdings nur, Fotos vom Ensemble der Altstadt zu machen, und dabei waren wir recht erfolgreich (ich weiß gar nicht, ob meine Bilder so toll sind, muss ich gleich beim Hochladen gucken, aber Christian hat schöne gemacht) ...

Am Königsufer sind Tribünen aufgebaut, wir wurden fast von Radfahrern umgefahren, erreichten aber - ich war jetzt rot im Gesicht und fertig mit den Nerven - die Augustusbrücke und überquerten diese zusammen mit hunderten anderen Menschen (davor hatten wir - aus der Ferne - den Goldenen Reiter in Augenschein genommen). Jetzt ging es am Fürstenzug vorbei, den Aufstieg auf die Frauenkirche verpassten wir knapp aufgrund der Schließung, in den Hauptraum der Frauenkirche kam man wegen Proben nicht rein - schade, aber nur ein weiterer Grund, mal wieder nach Dresden zu kommen.

Jetzt gab ich auf und erbat mir erstmal Zeit zum Duschen, um den ganzen Schweiß vom Körper zu kriegen, die Haut ein wenig zu kühlen und - vor allem - mich ein bisschen zu erfrischen ... Glücklicherweise hatte ich ein Extra-Unterhemd eingepackt, das ich jetzt der Nutzung zuführen konnte.

Jessi und Christian waren bei einem Vietnamesen gelandet (also quasi auch "local cuisine" in Ostdeutschland), und hier wurde Pho verdrückt, die klassische vietnamesische Sauce. Ich trank - zu Christians Entsetzen - Avocado-Lassi (also Avocado mit Trinkjoghurt) und damit kein "Salatdressing", wie Christian spöttisch meinte, aber tat mir gut.

Aufgrund der Nachfrage dort taten wir den Wirtsleuten den Gefallen, bald nach dem Essen umzuziehen und zogen also auf den Altmarkt. Dort fand ich etwas, was ich toll finde: Man kann online über einen QR-Code bestellen. Jetzt sollte man annehmen, dass die Auslieferung der Bestellungen dann schneller geht, aber das Gegenteil war der Fall, sodass Christian bei Anlieferung des bestellten Weizenbieres gleich noch eins bestellte.

Jetzt kam aber der Mann mit dem Hammer, ich verabschiedete mich und ging ins Bett: Das war ein toller Tag, aber ich hatte einen Sonnenstich, weil ich viel zu wenig getrunken und zu wenig geschlafen hatte, und konnte einfach nicht mehr ... (Im Bett guckte ich das Österreich-Spiel bis zum bitteren Ende, was mir auch nicht mehr Schlaf einbrachte ...)

So, liebe Leserin, lieber Leser, nicht erschrecken: Du hast etwas mehr als die Hälfte geschafft. Nicht erschrecken, hab ich gesagt!

Heute Morgen war ich trotz allem vor dem Wecker wach, ließ den Wecker aber klingeln, snooze, klingeln, snooze, klingeln, stand auf und ging duschen. Ich war vor den beiden beim Frühstück und genoss erstmal den Stremellachs und danach ein bisschen Rührei und Multivitaminsaft und - vor allem - Wasser ...

Nach dem Frühstück machten wir - auch weil meine Straßenbahn für sinnvolle Zugerreichung erst eineinhalb Stunden später fuhr - noch einen letzten Spaziergang zur Frauenkirche, checkten dann ganz final aus, und die beiden fuhren ab, während ich zur Straßenbahn marschierte.

Ursprünglich hatte ich heute ja vor, nach Taubenheim (Spree) zu fahren und von dort durch den (tschechischen) Fugauer Zipfel nach Neusalza-Spremberg zu wandern. Jetzt hatte ich die Möglichkeit, mit einem Zwischenzug zu fahren, indem ich den Eilzug nach Ebersbach nehme und dann zurückfahre nach Neusalza-Spremberg.

Zu allem Glück würde ich dann nicht nur einmal durch den Zipfel hindurchwandern, sondern zusätzlich auch noch zweimal hindurchfahren - umso besser ...

Also fuhr ich mit der Straßenbahn zum Dresdner Hauptbahnhof und dann mit dem Eilzug nach Ebersbach. Um 10.27 Uhr erreichten wir tschechisches Gebiet, um 10.28 Uhr schon wieder deutsches Gebiet - das ging wirklich fix, das ist ja nur ein Kilometer Zugstrecke durch den Fugauer Zipfel. Um 10.33 Uhr oder so waren wir in Ebersbach, ich stieg um (musste mich ein bisschen beeilen) und war dann gegen 10.45 Uhr in Neusalza-Sprembach.

Joa, ich lief erstmal an den Gleisen entlang, bog dann aber relativ zügig in den Wald ab ... Ich lief über Feldwege, überquerte ein, zwei Bächlein und landete schließlich auf der Grenzstraße. Das musste ja richtig sein. Es ging ein bisschen bergab und bergauf, der komische Wanderer wurde beäugt, und plötzlich stand ich vor zwei Findlingen. Diese markierten das Ende der deutschen Straße, und unmittelbar danach standen ... Trommelwirbel ... Grenzsteine! Juchhe!!

Insgesamt fünf Grenzsteine konnte ich an dieser Stelle erkennen, und um 11.14 Uhr überquerte ich die Grenze. Ich hatte die Strecke gründlich unterschätzt, denn ich hatte gehofft, ich würde den Zug in Taubenheim um 11.07 Uhr erwischen, aber um 11.07 Uhr war ich noch in Deutschland diesseits des Fugauer Zipfels ... Es wurde also der 13.07-Uhr-Zug anvisiert ...

Ich kam am Oberfugauer Kreuz auf eine kleine Anhöhe und stellte fest, dass ich zu weit gelaufen war - eigentlich wollte ich nämlich über ein kleines Brückchen über die Spree und dann an den Grenzsteinen entlanglaufen. Hm. Ich lief zurück, suchte den Weg, fand ihn nicht, lief in den Wald, fand immer noch keinen Weg (und durch die Brennnesseln wollte ich nicht laufen), die Schuhe wurden nass, ich drehte um und machte schließlich doch wieder am Oberfugauer Kreuz Rast.

Von dort lief über den gemähten, von Obstbäumen gesäumten Weg in Richtung Friedhof. Und die Obstbäume haben eine Relevanz: Der Ort Fugau (tschechisch Fukov) wurde 1788 gegründet und - ein paar Jahre, nachdem Krieg und Vertreibung den wohl sudetendeutschen Ort entvölkert hatten - 1960 dem Erdboben gleichgemacht. Einzig der Friedhof blieb erhalten, verwitterte aber über die Jahre und wurde erst in den letzten Jahren wieder einigermaßen hergerichtet. Es war hochinteressant zu sehen, wie so ein ganzer Ort verschwinden kann - und das ist ein für mich beeindruckenderes Mahnmal als jedes physisch dort ausgestellte Denkmal es könnte.

Ich hatte jetzt noch ein bisschen Zeit, sodass ich doch ein Stück zurücklief hinunter zur Spree. Die Strecke war nicht so lang wie gedacht, und dieser Ort ist schon allein deswegen interessant, weil hier die einzigen wenigen hundert Meter sind, an denen die Spree nicht vollständig innerhalb Deutschlands verläuft - ein paar hundert Meter ist sie hier sogar ein vollständig auf tschechischem Gebiet liegender Fluss. Der Abstand zu den nächsten Grenzsteinen war nicht groß, vielleicht 25 Meter, aber ich blieb hier in Tschechien, auch wenn ich einen der beiden Grenzsteinen genau begutachtete ...

Zurück, Marsch, Marsch, wieder vorbei am Friedhof und es ging auf einen richtigen Feldweg mit teilweise mannshohem Gras. Ein Trampelpfad war aber vorhanden, sodass das nicht beschwerlich war, und auch hier stand in der Nähe der Grenze ein tschechisches "Achtung! Grenze!"-Schild, auch wenn das im Schengen-Raum natürlich keine Rolle mehr spielt.

Ein paar Meter weiter lagen wieder zwei Findlinge auf dem Weg, und im ersten Moment dachte ich, dass hier die Grenze sei, und suchte die Grenzsteine. Diese waren aber ein paar Meter weiter, und ich musste lachen: Ganz in der Nähe des (deutschen) Hauses standen - aber auf tschechischer Seite - ein Fußballtor, und ich dachte daran, wie die Kinder des Hauses ganz unbeschwert unzählige Male am Tag die Staatsgrenze überqueren, um vom Haus zu ihrem Fußballtor und zurück zu kommen - so etwas ist doch herrlich im vereinten Europa?!

Ich begutachtete den Grenzverlauf sehr genau, stellte fest, dass die Schaukel so auf deutscher Seite an die Grenze gebaut war, dass man mit kräftigem Einsatz vielleicht tschechischen Luftraum erreichen konnte, deckte auf, dass die Bewohner des deutschen Hauses ihren Schuppen zwar in Deutschland, das Hochbeet aber großteils - und ganz gewiss illegal - auf tschechischer Seite stehen hatten - und überquerte um 12.20 Uhr die Grenze ...

Der Rest des Weges war machbar, und ich war eine halbe Stunde vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof. Die Bahnhofskneipe war - zumindest auf der Terrasse - voll, aber zwei, später drei Knirpse verkauften Holunder-Eistee für 50 Cent den Becher. Ich hatte Durst und kauften denen einen Becher ab, leerte diesen und nahm eine zweite Runde. Jetzt hatte ich aber nur ein Zwei-Euro-Stück, was der Schlingel vollumfänglich einsacken wollte - so nicht, Freundchen, aber 50 Cent Trinkgeld gab es dann trotzdem von mir für die Story ...

Der Zughalt in Taubenheim ist nur auf Aufforderung, also stellte ich mich um 13.05 Uhr an die Bahnstrecke und streckte meinen Arm zum Zeichen aus, dass ich gerne mitfahren würde. Das ist immer so eine Gratwanderung zwischen Gesehenwerden und Sich-total-zum-Brot-Machen, aber der Zug hielt, ich stieg ein und noch einmal ging es (13.08 Uhr bis 13.09 Uhr) durch tschechisches Territorium.

In Zittau stieg ich um in die Ostdeutsche Eisenbahn in Richtung Cottbus, denn ich wollte ja noch Polen besuchen, und dieser Zug hält in Krzewina Zgorzelecka, dem Bahnhof, der für die Bewohner des deutschen Ortes Ostritz den Anschluss an die (Bahn-)Welt bedeutet.

Um 14.14 Uhr überquerten wir die Neiße und waren also in Polen, nur um 14.15 Uhr, also eine Minute später, für handgestoppte 18 Sekunden noch einmal ca. 200 Meter über deutsches Gebiet zu fahren (Ententanz im Zug, zum Glück hat mich keiner gesehen, dieses 18-Sekunden-Sperenzchen fand ich sooooo geil, das glaubt mir keiner ...). Dann blieben wir in Polen, und die paar Minuten Fahrt entlang der Neiße waren wirklich schön ...

In Krzewina Zgorzelecka stieg ich aus und musste - wieder - lachen, denn man geht wirklich nur 50 Meter bis zur Grenzbrücke und ist dann sofort in Deutschland ... Ich hatte jetzt eine Stunde Zeit, lief zur Ostritzer Marktplatz, kriegte dort kein Bier und entschied mich - inzwischen hatte ich genug vom Tag -, zurück zum Bahnhof zu laufen und da ein bisschen im Schatten zu chillen.

Auf der Grenzbrücke standen zwei polnische Jugendliche und guckten auf die Neiße, ich tat es ihnen - auf deutscher Seite - nach und überquerte, als ich genug gesehen hatte, die Grenze, nicht ohne ein Foto vom polnischen Grenzpfosten zu machen.

Sowohl auf deutscher als auch auf polnischer Seite sind viele Graffitis zu sehen, und zwei davon auf polnischer Seite fand ich interessant - da steht "POLEN!!! Über alles" und "hitler = wichser & FOTZE". Klare Aussprache scheint hier gepflegt zu werden, aber was mich wirklich interessieren würde, ist, ob Polen oder Deutsche diese Graffitis gesprayt haben ... Die beiden Jugendlichen bekamen mit, dass ich fotografierte und der eine gab mir zu verstehen, dass sie die Graffitis nicht gut fänden (oder gab er mir zu verstehen, dass er es nicht gut fand, dass ich die fotografiere?) ...

Sei's drum, ich chillte im Zug, schlief ein paar Mal fast ein, wechselte in Cottbus und in Berlin den Zug, aß noch die übliche Bahnhofs-Currywurst in Berlin und bin jetzt gleich in Hannover.

Das war sehr, sehr schön - ich bin Jessi und Christian sehr dankbar, dass sie mich mitgenommen haben in die Sächsische Schweiz, weil ich dort wirklich noch nie war und richtig beeindruckt bin. Dresden war wie immer toll, und die kleine Wanderung durch Tschechien und der Abstecher nach Polen war auch schick. Anstrengend war's auch, ja, aber: Es war toll ...

Der Blogeintrag ist damit wohl vollendet, die Fotos lade ich erst zu Hause hoch, sodass ich schon in Hannover sein werde, wenn der Blog online geht.

Fotos heute in umgekehrter Reihenfolge, offenbar, weil ich so viel Bahn gefahren bin - keine Ahnung, was ich falsch gemacht habe ...

 

Graffiti in Polen

Polnischer Grenzpfosten

Deutscher Grenzpfosten

Neiße

Beim Schaukeln erreichen Sie tschechischen Luftraum

Spree in Tschechien

Friedhof in Fugau (einer von zwei noch existenten Grabsteinen)

Friedhof in Fugau

Drei deutsch-tschechische Grenzsteine in Reihe geschaltet

Frauenkirche, Dresden

Fürstenzug

Königlich Sächsische Staatsoper (nicht "Semperoper" sagen, sonst killt mich mein Opa posthum)

Im Zwinger

Bastei von unten

Elbe II

Elbe I

Mönch

Achso, auch nochmal die Elbe

Bastei, Elbe

Blick von der Basteibrücke II

Blick von der Basteibrücke I

Basteibrücke

Montag, 21. Juni 2021

Nicht über die Europabrücke

 ... zwischen Kehl und Straßburg bin ich gestern gelaufen, sondern die unmittelbar nördlich von dieser Straßenbrücke gelegene Straßenbahn-Fußgänger-Querung namens Beatus-Rhenanus-Brücke ... Die "Grüße von der anderen Seite der Europabrücke", die ich per WhatsApp absetzte, waren ja trotzdem nicht falsch, denn ich war ja auf der französischen Seite des Rheins gelandet.

Ich hatte die Woche über in Hannover gearbeitet, und wenn ich aus dem Büro lief, bekam ich angesichts der Hitze regelmäßig einen Schlag, sodass ich mich - auch angesichts der Europameisterschaft - nicht für spontane Ausflüge nach Hamburg oder Berlin entschied.

Dafür fuhr ich am Samstag Mittag nach halbwegs gemütlichem Ausschlafen zum Hauptbahnhof, ließ mich testen, regte mich fürchterlich auf, weil das Testzentrum seine Termine nicht einzuhalten in der Lage war und ich deswegen den Zug verpasst, fuhr dann einen Zug später und kam nach gemütlicher Fahrt in Frankfurt an.

Ich lief zügigen Schrittes zur S-Bahn, nur um unterwegs festzustellen, dass die S-Bahn wegen der maroden Salzbachtalbrücke nicht bis zum Wiesbadener Hauptbahnhof durchfuhr, sondern nur bis Biebrich. Dort wollte ich in den städtischen Bus umsteigen, der kam aber nicht, sodass ich - aber eben erst im zweiten Versuch - in den Schienenersatzverkehr einstieg. Saftladen, alle miteinander ...

Vom Hauptbahnhof fuhr ich dann aber noch zwei Stationen zur Adelheidstraße und landete schließlich im Sherry. Wieder war es sehr schön, wieder musste ich ein bisschen ungemütlich sein, weil ich natürlich das Deutschland-Spiel gucken wollte.

Wir kamen pünktlich bei Nina im Wohnzimmer zum Sitzen, ließen uns vom Ventilator ein bisschen abkühlen, bejubelten den deutschen Sieg (naja, ich bejubelte den deutschen Sieg) und guckten dann noch das Abend-Spiel ...

Das war ein richtig schöner, aber richtig, richtig heißer Tag, und dementsprechend schlief ich nicht wirklich gut.

Gestern Morgen verhockten wir natürlich beim Frühstück, ich kündigte meiner Gastgeberin meine baldige Wiederkehr an und fuhr dann mit dem Bus nach Mainz rüber (gleich zwei City-Tickets auf einmal erschlagen, es wird ...). Mit Umstiegen in Mannheim und Offenburg ging es nach Kehl (ich wollte das Italien-Spiel am Abend gucken und deswegen dann doch bald in den Schwarzwald, also entschied ich mich dagegen, zweimal 2,80 Euro zu zahlen, um noch bis Straßburg fahren zu dürfen, und stieg noch in Deutschland aus). Dort marschierte ich über die Pont Beatus Rhenanus, freute mir ein Loch in den Bauch, dass ich in meinem 10. Land dieses Jahr war, lief wieder über den Rhein nach Kehl und fuhr über Offenburg und Freiburg nach Seebrugg.

Dort warteten meine Ersatzoma und meine Ma auf mich, weil ich so pünktlich zum Anpfiff in Bonndorf sein konnte. Der Abend endete - natürlich - in einer Bonndorfer Gaststätte, diesmal war es der Kranz, aber ging zu vernünftiger Zeit nach Hause, denn diese Hitze hatte mich fertig gemacht ...

Jetzt fahre ich wahrscheinlich am Donnerstag Abend zurück nach Hannover, denn am Freitag soll es nach Dresden gehen, und das ist von Hannover aus besser händelbar als vom Schwarzwald her. Am Sonntag Abend lande ich nach einer Rundtour durch Tschechien und Polen und Brandenburg wieder in Hannover, gedenke aber, am Montag nach der Arbeit wieder in den Schwarzwald zu fahren (meine Mutter wird mich in Freiburg abholen).

Und dann gucken wir mal, was im Juli und August noch so geht an den Wochenenden ...


Eisenbahnbrücke, Rhein, Beatus-Rhenanus-Brücke aus Frankreich

Montag, 14. Juni 2021

Frank Rijkaard

 ... ist natürlich unweigerlich irgendwann Gesprächsthema, wenn ein Niederländer und ein Deutscher während eines großen Fußballturniers miteinander einen trinken gehen - und so war es auch gestern, auch wenn wir beide - lachend - nicht sicher waren, ob wir gemeinsam ein eventuelles EM-Finale Niederlande - Deutschland anschauen sollten ...

Der Abend in Wiesbaden am Samstag Abend war sehr schön, auch weil Andrea zwei Freunde von ihr herbeordert hatte, weil sie noch arbeiten musste. Allein das Gesicht des Barkeepers, als er mich - erstmals nach einem Dreivierteljahr - sah, war die Anreise schon wert - das Steak konnte auch was, und die - öhm - ≥ 1 Guinness waren ebenfalls sehr lecker, auch wenn sie aus der Dose kamen ...

Leider musste ich ein bisschen ungemütlich sein, weil ich den Zug um kurz nach 19 Uhr zwingend erwischen musste, sonst wäre ich erst gestern Morgen um kurz vor sechs Uhr in Hannover eingetrudelt.

So fuhr mein ICE über Köln (!) und Dortmund (!!) nach Hannover, hier kam ich um kurz vor 1 Uhr an und fiel ins Bett, nachdem ich mal wieder ordentlich durchgelüftet hatte ...

Das Durchlüften sorgte aber natürlich dafür, dass das Fenster offen war, und so wachte ich - nach kurzer Nacht - trotz allem scheinbar erholt auf. Ich stand auf, ging ins Bad und fuhr zum Bahnhof, um mich nochmal testen zu lassen, um für den Fall, in den Niederlanden wider Erwarten doch einen Test zu brauchen.

Um 8.56 Uhr stieg ich in den ICE nach Köln (und für diesen ICE, oder vielmehr "ICE", wurde das Wort "Holzklasse" erfunden - das war entweder ein Uralt-ICE oder aber ein IC, kein Strom, aber dafür WLAN, das war mal eine surreale Erfahrung), musste aber in Duisburg und Viersen umsteigen. In Viersen sah man Corona-Aktionismus der Deutschen Bahn in voller Aktion: Auf dem Bahnhof zieht es wie Hechtsuppe, zudem war um jeden einzelnen Fahrgast drei Meter Platz, aber die Bahn hatte auf dem Bahnhof Security abgestellt, die Leute zum Maskentragen aufforderte - draußen, bei genug Lüftung. Dass in den Zügen niemand jemals durch den Zug gelaufen kam, um dort in einem geschlossenen Raum, wo es sehr viel sinnvoller ist, Maske zu tragen, zu prüfen, ob alle brav waren, brauche ich nicht extra erwähnen. Achso, und dann setzten sich drei Jugendliche auf die Bahnsteigkante und ließen die Füße in den Gleisbereich baumeln - da kam keine Security, sondern der Zugführer des entgegenkommenden Zuges ließ mal ganz laut die Hupe ertönen ...

Um 12.53 Uhr überquerte ich die deutsch-niederländische Grenze (aus deutscher Sicht sind die Niederlande Risikogebiet, das ist aber kein Problem, da mein Aufenthalt unter 24 Stunden war; aus niederländischer Sicht ist Deutschland seit dem 10. Juni kein Risikogebiet mehr), wenige Minuten später war ich in Venlo. Der Ex-Kollege kam, wie es sich für einen Niederländer gehört, angeradelt und am Ende landeten wir wieder im "De Klep".

Oh Mann, er trank Pils, ich trank Alt, dazu gab es Bitterballen und so eine Art Bierwurst, und das Gespräch ging über meinen früheren Arbeitgeber, über Fußball, über Corona, über Gott und die Welt, es war ein richtig, richtig, richtig schöner Nachmittag ...

Gegen 17.30 Uhr hatten wir beide - ziemlich gleichzeitig - genug Bier getrunken, sodass wir aufbrachen (achso - nicht mal die Ober trugen Maske). Der Kollesch brachte mich noch zum Bahnhof, ich kaufte ein bisschen Proviant (einschließlich Rivella, und das in den Niederlanden!) und schaffte es, in Viersen und Duisburg wieder erfolgreich umzusteigen.

Auch wenn ich früh daheim war, war ich ein bisschen fertig von dem Wochenende, der Döner, den ich noch als Stärkung kaufte, war nicht wirklich dazu angetan, dass es mir besser ging, da konnten auch die zwei (!) Ayran, die ich kaufte, nicht viel helfen - ich fiel ins Bett und schlief wie ein Stein ...

Köln am Samstag Abend

ICE in Holzoptik