Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Freitag, 12. März 2021

Pünktlich zum Regenguss

... war ich heute am Herkules in Kassel angekommen, bätschnass stolperte ich durch den Bergpark Wilhelmshöhe, aber hinfahren werde ich da bestimmt nochmal, denn das sah im Dunkeln schon cool aus mit dem beleuchteten Herkules, und die (unbeleuchteten) Wege sind im Frühjahr/Sommer ganz bestimmt auch sehr, sehr schön ...

Ich machte heute einigermaßen pünktlich Schluss, warf zu Hause kurz meine Laptoptasche ab und wechselte die Schuhe (eine weise Entscheidung ...), ehe ich wieder zur Straßenbahn lief und mich am Hauptbahnhof in den ICE in Richtung Frankfurt fläzte.

Nach ziemlich genau einer Stunde kam ich in Kassel an und stellte fest, dass ich mich nicht erinnern konnte, jemals zuvor Kasseler Boden betreten zu haben. Es ging rüber zur Straßenbahnhaltestelle, bis der fuhr ich bis zur Endstation und wollte da in den Bus einsteigen.

Als ich an der Bushaltestelle stand, fing es an zu regnen, was aber weder mich noch die drei Jungs, die mit ihren Fahrrädern vom Herkules herunterrasen/-fahren wollten, abhielt, in selbigen Bus einzusteigen. Der Busfahrer hatte auch Freude, denn der jagte den Bus mit Höchstleistung den Berg hoch, aber oben war dann Katzenjammer, denn es fing noch stärker an zu regnen.

Bangemachen gilt aber nicht, also lief ich - unter Zuhilfenahme meiner Taschenlampe - in Richtung des - beleuchteten - Herkules ... Auch dessen Podest wird gerade renoviert und ist mit Gerüsten versehen, aber schön anzugucken ist er trotzdem. Weniger schön war, dass mir der Wind im - nunmehr starken - Regen die Mütze vom Kopf fegte - die war schon nach wenigen Metern dreckig. Toll. Total toll ...

Ich stolperte die Treppen runter, wäre einmal fast geradeaus - über eine nicht wirklich bedenklich aussehende Stufe - in einen der Teiche gelaufen, konnte mich aber noch zurückhalten und außenherum um den Teich laufen. Ganz so nass wollte ich dann doch nicht werden.

Ich orientierte mich am Berghang und lief durch den Park immer weiter nach unten, stand auf einmal an einem Teich, musste den Rückzug antreten und wanderte da gemütlich durch den Wald im Dunkeln. Kein böser Mann erwartete mich, aber als ich am Schloss Wilhelmshöhe (das wunderschön beleuchtet ist) ankam, war ich doch recht froh, weil ich wieder in der Zivilisation war ...

Vom Schlosshotel lief ich - erst an der Straße entlang, dann wieder durch ein kleines Wäldchen - hinunter zum Bahnhof Wilhelmshöhe (Park), wo die Straßenbahn glücklicherweise schon zehn Minuten vor Abfahrt einfuhr. So konnte ich mich halbwegs im Warmen der nun sehr feuchten Jacke entledigen und meine Bahncard zum Trocknen (ich hab ja immer noch die vorläufige Bahncard dabei) in die Hemdtasche packen ... Ohje ...

Die Straßenbahn fuhr, ich verpasste gerade so einen verspäteten ICE nach Hamburg (weil ich nicht schnell genug schaltete) und erwischte dann aber den ohnehin geplanten ICE nach Hannover. Schnellstens ging es in die Bude und unter die Dusche.

Falls ich morgen und übermorgen was mache, gucke ich erstmal auf die Wetterkarte, denn so eine Aktion wie heute muss nicht mehr unbedingt sein ...

Fotos (heute aus zwei Quellen, deshalb wild sortiert):

Der Herkules von Ferne

Schloss Wilhelmshöhe von Ferne

... und aus der Nähe

Der Herkules mehr oder weniger aus der Nähe

Impression von downtown Kassel im Starkregen


Donnerstag, 11. März 2021

Och menno

..., was hab ich denn da wieder gemacht? Die Artikel-Überschrift des letzten Blogeintrages sollte natürlich nicht nur "Alles" lauten, sondern "Alles Wurscht heute", aber da habe ich offenbar aus Versehen einmal zu oft die Rückgängig-Taste gedrückt ...

Nun denn, nach dem sehr ereignisreichen Sonntag machte ich am Montag Abend ... keine Pause, denn ich fuhr spontan (und wieder auf Geheiß des Kollesch in Kaiserslautern, der mir sogar die Zugfahrzeiten herausgesucht hatte, damit ich wieder Zug fahre und er mich weiter bearbeiten kann, dass ich mir eine Bahncard 1. Klasse zulege, weil die 2. Klasse "gar nicht geht") nach Bremen ...

Es wurde ein bisschen knapp, um den ICE zu erwischen, aber es klappte, und in nicht einmal einer Stunde war ich in Bremen angekommen. Ich hüpfte für zwei Stationen in die Straßenbahn und stieg am Schlüsselkorb aus.

Nun war ich vor einigen Jahren (2008 müsste es gewesen sein) im Vorfeld eines Abfluges von Bremen aus mal in der Innenstadt gewesen, und ich wusste, dass Bremen schön ist, aber dass das so schön ist, hatte ich wirklich nicht mehr auf dem Schirm.

Ich lief begeistert - untermalt von den Klängen eines einsamen Geigers - über den Domshof und den Markt, vorbei an den Bremer Stadtmusikanten und machte von gefühlt jedem Gebäude dort ein Foto - wirklich richtig, richtig schön ...

Durch die Böttcherstraße (auch schön) lief ich zur Weser, die ich meiner Erinnerung nach erstmals aus der Nähe sah, danach lief ich wieder zurück zum Markt, denn ich hatte ein Hüngerchen, und an der Weser war keine Fischbude mehr offen (wenn da überhaupt eine ist ...).

Am Markt gab's auch nix, also lief ich zurück zum Bahnhof und verspeiste ein typisches Bremer Gericht: Schawarma ... Ich wartete unter arabischer Musik auf mein arabisches Essen, das leckerer schmeckte als der Herstellungsprozess erwarten ließ (das sah ein bisschen gruselig aus, was der da mit dem Essen gemacht hat, aber ich hatte halt Hunger), dann lief ich weiter zum Bahnhof.

Ich nahm den IC zurück nach Hannover und war sogar noch zu vernünftiger Zeit daheim und im Bett - ein schöner Ausflug war das, das wird öfter gemacht ...

Vorgestern war ich dann zum Fußballgucken mit dem Ex-Kollegen verabredet, dem ich am Samstag nach meiner Wanderung aufgrund von Kann-nicht-mehr abgesagt hatte, und weil ich noch ein bisschen Zeit hatte, stieg ich an der Station Waterloo aus und lief in Richtung Maschpark. Der Blick auf das Rathaus hielt nicht ganz, was er versprach, aber das lag vor allem daran, dass das Rathaus gerade renoviert wird - schön ist es da aber trotzdem ...

Ein kleiner Ausflug zu den Herrenhäuser Gärten war weniger ertragreich, weil da nix beleuchtet ist und außerdem schon zu war. Ich fuhr also zurück in die Stadt und weiter nach Süden zum Fußballgucken ... Heim kam ich dann auch irgendwie ...

Gestern und heute habe ich mich dann entschieden, mal daheim zu bleiben, vielleicht geht es morgen Abend nochmal wohin, wir werden sehen ...

Fotos aus Bremen und Hannover:

Bremer Stadtmusikanten

Bremer Frauenkirche

St. Petri-Dom

Rathaus

Roland

Böttcherstraße

Hannover, Rathaus

Montag, 8. März 2021

Alles

Boah, für das Wortspiel hab ich jetzt aber echt lange überlegt ...

Eigentlich wollte ich heute ja nach Lübeck bzw. Travemünde, aber das Wetter machte mir ein kleines bisschen einen Strich durch die Rechnung, denn in Lübeck und Travemünde sollte es heute bedeckt sein und gegen Nachmittag sogar ein bisschen regnen.

Ich hatte das Unheil ja schon gestern Abend kommen sehen (den Weg ins Bett habe ich übrigens gerade so geschafft) und entschied mich also, als Plan B tatsächlich Nürnberg anzupeilen. Ich war früh im Bett gewesen und einigermaßen früh wach, aber ich schaffte trotzdem erst den Zug um halb zehn. (Heute Morgen kam ich erstmals in Hannover in eine Fahrkartenkontrolle, meine Karte wurde - natürlich - anstandslos akzeptiert.)

Ich saß also im ICE "Donauwalzer" nach Wien, war aber nach drei Stunden (ab Göttingen war Sonnenschein) gut in Nürnberg angekommen. Die Strecke war toll gewesen, denn es ging - recht zügig - durch die Ausläufer des Weserberglandes und der Rhön, das war schon schick ...

In Nürnberg verlief ich mich erst ein bisschen, ging dann zurück in den Bahnhof und unterirdisch in Richtung Königstraße - und war schon auf den ersten Metern begeistert. Nürnberg hat mir richtig, richtig gut gefallen ...

Ich lief in Richtung Lorenzkirche (und war ein bisschen zu früh, um reinzukönnen) und runter zur Pegnitz - traumhaft schön, wirklich! Ich war noch nie (ernsthaft) in Nürnberg gewesen und heute bereute ich das so richtig, andererseits hätte mich dann die Stadt heute nicht so umgehauen. Hinfahren, angucken, länger bleiben als ich heute, denn man lese weiter!

Es ging in Richtung Hauptmarkt, an der Frauenkirche vorbei und um St. Sebald herum. Ich entschied mich, eine Station mit dem Bus hoch in Richtung Burg zu fahren, kam aber vorher an einem geöffneten Wirtshaus vorbei, das "Drei im Weggla" anbot, also drei Nürnberger Bratwürste mit Senf in einem Brötchen.

Ich stellte mich also in die kurze Schlange, bestellte das und befand Drei im Weggla für durchaus essbar. Dann fuhr ich aber wirklich hoch zur Burg, lief auf den Burgplatz und gucke auf Nürnberg runter - auch schön der Ausblick ...

Meine Schwägerin brachte mich per WhatsApp, in der sie meine "Deutschlandreise" beschrieb, auf die Idee, heute eine Wurstreise zu machen, denn auf dem Hinweg hatte ich mit dem Kollesch aus Kaiserslautern schon geschrieben, dass ich ja über Erfurt und Berlin zurückfahren und die neuen Schnellfahrstrecken mitnehmen könnte.

Erfurt liegt ja in Thüringen, und die Thüringer können definitiv Bratwurst, und in Berlin könnte ich beim Umsteigen noch eine Currywurst abstauben. So hätte ich drei der vier bekanntesten deutschen Würste (eine Weißwurst hätte ich um die Zeit - es war halb eins - eh nicht mehr gekriegt) an einem Tag abgefuttert ...

Gesagt, getan, ich machte, dass ich zum Zug kam (fuhr in Nürnberg aber nochmal Bus und zwei Stationen U-Bahn, oh, alle U-Bahnen in Deutschland mal zu fahren, klingt nach einer guten Idee ...) und schrieb unterwegs schonmal meiner "Frau in Erfurt", dass ich spontan in Erfurt vorbeischauen würde, und fragte, ob sie Zeit habe.

Ich wurde als "Knaller" bezeichnet, aber zwei Stunden später wurde ich in Erfurt am Bahnhof erwartet ... Auf dem Anger wurde eine Thüringer Rostbratwurst verspeist, dann ging es zum Goldhelm auf der Krämerbrücke, denn es galt, das beste Eis von Thüringen zu probieren. Das wurde in Form von Mango (saulecker), Nougat-Pistazie (super) und Ziegenkäse-Himbeere (gewöhnungsbedürftig, aber auch sehr lecker) getan - und in der Zwischenzeit verpasste ich meinen Zug. Nur eine Stunde mit den Leutchen anzusetzen war aber auch ein bisschen fahrlässig gewesen ...

Wir tigerten trotzdem zum Bahnhof, verabschiedeten uns, aber ich hatte noch viel Zeit, also fuhr ich nochmal Straßenbahn zum Domplatz und zurück ... Um 17.30 Uhr saß ich im Zug in Richtung Leipzig/Berlin.

Unterwegs entschied ich mich, dass ich in Berlin auch noch einen Zug fahren lassen würde, denn so könnte ich noch eine kleine Runde gehen.

Erstmal verlief ich mich aber hoffnungslos am Bahnhof und war drauf und dran, in der U5 zum Bundestag zu flüchten, doch auch die fuhr mir vor der Nase weg, sodass ich dann doch aus dem Labyrinth finden musste. Als ich den Kniff raushatte, wusste ich auch, wo ich meine Currywurst bekam, und die wurde - wie letztes Wochenende - verspeist.

Ich aß die Currywurst, während ich meinen üblichen Weg in Richtung Kanzleramt und Reichstag lief, ich lief über die Reichtagswiese und machte Fotos, ging weiter zum Brandenburger Tor und vorbei an der US-Botschaft zum Holocaust-Mahnmal, das so im Dunkeln schon (noch) gruselig(er) als am Tag ist ...

Ich erinnerte mich, dass die britische Botschaft in der Wilhelmstraße ist, und lief durch diese hindurch zu Unter den Linden, am Adlon vorbei in Richtung - wunderbar beleuchtetem - Brandenburger Tor.

Oh Mann, Berlin ist schon toll, und jetzt war ich in zwei Wochenenden so oft da wie in Jahren vorher - und kein Ende in Sicht. Sobald Corona vorbei ist, werde ich sicherlich mal am Freitag Abend nach Berlin fahren und am Samstag Morgen nach dem Partymachen (ja, ich, höhö) mit dem ersten Zug zurück ... Wenn ich es so lange durchhalte, höhö ...

Jetzt fuhr ich aber - nach diversen Fotos vom Brandenburger Tor - wirklich mit der U5 zurück zum Hauptbahnhof, ließ den IC mangels WLAN fahren und setzte mich wenige Minuten später in den ICE. Da hörte ich - wie immer auf meinen Touren - Musik und war dann doch froh, als ich in Hannover ankam und noch die frühere Stadtbahn erwischte.

Das war ein richtig schöner, spannender, interessanter Tag - ich hatte erstmals eine FFP2-Maske auf (weil ich in Nürnberg und damit in Bayern auch Bus fahren können wollte) und fühlte mich damit wohl und sicher ...

Sowas wie heute könnte man öfter mal machen ...  

Achso, der Sieger? Ich habe zu viele Freunde in Thüringen, als dass ich irgendetwas anderes sagen könnte als "die Thüringer natürlich"! Aber im Ernst, so eine Thüringer Rostbratwurst ist schon was Leckeres ...

Heute mal viele Fotos:

Frauentorturm, Nürnberg

Vor der Lorenzkirche

Lorenzkirche

Pegnitz I

Pegnitz II

Frauenkirche

St. Sebald

Drei im Weggla

Blick von der Burg

Burg in Nürnberg

Thüringer auf dem Erfurter Anger

Erfurter Dom

Currywurst in Berlin

Reichstag

Brandenburger Tor


Samstag, 6. März 2021

Auf zum Brocken

Ich Dussel habe gestern im Gespräch mit einer meiner neuen Kolleginnen die Klappe nicht halten können und musste von meinem neuen Projekt erzählen, dass ich nämlich von meiner Wohnung aus bis zum Brocken im Harz laufen möchte. Die Kollegin verschluckte sich fast an ihrem Essen, und so komme ich aus der Nummer nicht mehr so richtig raus, fürchte ich ...

Daher machte ich auch heute (für gestern Abend siehe unten ...) Nägel mit Köpfen und ging nach einer wunderbaren Dusche auf erste Wandertour hier in Niedersachsen: Ich verließ das Haus und lief wieder in Richtung Deich (wo ich letzten Samstag schon eine kleine Rundtour gemacht hatte), unterquerte den Schnellweg und lief wieder über die Brücke über den Großen Ricklinger Teich. Am Ende des Weges bog ich nun aber nach rechts (also Süden) anstatt nach links (wie am letzten Samstag) ab und kam nach kurzer Strecke (es ging durch die Teichlandschaft) auf dem Gebiet der Gemeinde Hemmingen an - ich halte also die Stadt Hannover, jedoch nicht die Region Hannover verlassen.

Am Großen Döhrener Teich (der gehört noch zur Stadt Hannover) ging es weiter, und die meisten Menschen, die mir begegneten, waren mit ihren Hunden unterwegs (einen Dackel hatte ich - noch in Ricklingen - unbeabsichtigt erschreckt, der ist richtig zurückgeprallt, der arme Wauzi ...).

Am Hemminger Dorfteich vorbei (hier kam auch mal blauer Himmel raus, ansonsten war es recht bewölkt) ging es - am Ende auf einem richtigen Feld-Weg, auf dem ich ständig wegrutschte - in Richtung Landesstraße 389.

Durch einen Wald kam ich auf Gebiet von Laatzen und lief um die Laatzener Teichen herum, bis ich - erstmals überquerte ich die Leine - nach Alt-Laatzen kam. Hier fing auf einmal Schneetreiben (Im März! In Hannover! Im Flachland!) an, auch wenn schon vorher ein paar Schneeflocken (die ich zunächst ungläubig für Pollen hielt) gefallen waren ... Unglaublich!

Durch die Teufelskuhle lief ich hindurch und dann ein Stück an der Leine entlang, bis ich schließlich wieder auf die andere Flussseite wechselte. Die Planungsapp hatte mir einen Weg durch das Wasserschutzgebiet vorgeschlagen, aber das Tor war zu, sodass ich über die Matschpiste direkt am Leineufer ein bisschen einen Umweg laufen musste. Ich querte die Leine am Ende der Matschpiste ein drittes Mal und latschte, nachdem ich die B 443 unterquert hatte, nun am Großen Koldinger See entlang.

So langsam taten mir die Gräten weh, aber in die Leineauen da unten werde ich im Sommer noch mal gehen, denn das wird - bei Sonnenschein und Blättern an den Bäumen - ganz bestimmt noch ein bisschen schöner sein.

Nach einem Schlenker betrat ich Gebiet von Sarstedt und damit des Landkreises Hildesheim, und es folgte eine laaaaaange Gerade, bis ich kurz vor Ruthe (hübsche Kirche) die Innerste, einen Zufluss der Leine, überquerte. Ich hätte laut Planer an der Innerste entlang gehen sollen, aber ich entschied mich für den direkten Weg unter der ICE-Schnellfahrstrecke hindurch (als ich untendurch war, kam gerade ein ICE an ...) in Richtung Sarstedt.

In Sarstedt musste ich wegen Bauarbeiten noch einen Umweg laufen (aua!), aber dann trudelte ich am Bahnhof ein, erwischte den Regionalexpress nach Hannover, kaufte noch ein bisschen was ein, fuhr mit der Stadtbahn nach Hause, duschte und erwartete dann die schon unterwegs bestellte Pizza.

Boah, bin ich fertig - das war die erste Wanderung seit zwei Wochen (danach machte mein Zeh mir ja wieder ein bisschen Ärger), und da waren fast 19 Kilometer jetzt doch ein bisschen viel ... (Ich wollte eigentlich heute Abend mit einem Ex-Kollegen Fußball gucken, aber dem habe ich abgesagt, weil ich keinen unnötigen Schritt mehr machen wollte ...)

Die erste Etappe in Richtung Brocken ist also geschafft, ich schätze mal, dass es so sechs bis zehn Etappen werden, je nach gewählter Strecke, da gucken wir mal, wie ich da vorankomme. Das Ziel auf alle Fälle ist es aber, auf den Brocken hochzuwandern, im Hotel auf dem Brocken zu schlafen (sobald die wieder aufmachen dürfen) und dann wieder herunterzuwandern. Das sind jeweils 18 bis 20 Kilometer, und ich weiß noch nicht, ob ich von Bad Harzburg hoch und nach Wernigerode runter oder andersherum laufe, aber das entscheide ich, wenn ich in die Nähe des Harzes komme ...

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Gestern Abend verließ ich das Wochenende fürs Büro und entschied mich spontan, nach Hamburg zu fahren. Wer mich kennt, weiß, dass ich kein riesiger Hamburg-Fan bin, aber irgendwie hatte ich gestern Bock auf die Landungsbrücken. Ich setzte mich also in den ICE nach Hamburg-Altona und tüftelte - nachdem die Sonne untergegangen war - in mehreren Iterationen meine Strecke aus.

Am Ende blieb ich bis Altona im Zug sitzen, stiefelte dann zum Busbahnhof, verpasste den (nicht angepeilten) Bus knapp, fuhr dann mit dem angepeilten Bus über die Autobahn (!) und durch den Elbtunnel nach Finkenwerder und marschierte dort zum Fähranleger.

Fährefahren ist ja etwas, was ich für mein Leben gerne mache, und glücklicherweise hatte ich im Zug herausgefunden, dass ich mit dem City-Ticket und damit mit meiner Bahncard 100 auch auf den Hamburger Fähren kostenfrei fahren kann.

Der Kapitän hupte, als ich kam, was mich wunderte, denn ich hatte noch eine Viertelstunde Zeit, doch kaum war ich aufs Schiff geschlendert, legte dieses ab - da hatte ich die Fähre eine Viertelstunde vorher erwischt ... Auch gut. Ich ging hoch aufs Freiluftdeck, da saß noch ein Mann am Bug, während ich die gesamte Fahrt stand und Fotos vom Hamburger Hafen im Dunkeln schoss - herrlich! (Und dass ich "herrlich" und "Hamburg" in einem Satz verwende, hätte ich niemals gedacht ...)

Das ist definitiv eine Tour, die ich an einem schönen Wochenendtag nochmal mache, dann fahre ich alle Fähren im Hamburger Hafen einmal ab. Das wird schööööön ...

Nach ein paar Zwischenstopps kam ich an den Landungsbrücken an, wollte mit der U-Bahn zum Hauptbahnhof, aber die U-Bahn fuhr wegen Bauarbeiten nicht durch, sodass ich auf den Bus umsteigen musste ... Am Ende war's fast egal, denn den Regionalzug um kurz nach 22.30 Uhr würde ich noch erwischen.

Ich holte mir am Bahnhof noch was zu essen (weil keine Fischbude mehr aufhatte und ich kein Fischbrötchen bekam, menno), half einem Spanisch sprechenden Marokkaner bei der Bestellung und lotste ihn dann noch zu seinem Zug nach Flensburg, während ich mich in den Metronom nach Hannover setzte.

Ganz am Schluss kam noch eine Fahrkartenkontrolle, und irgendwie hatte ich das Gefühl, die beiden Herrschaften, die mich in die Zange nahmen, dachten, ich hätte keine Fahrkarte, aber ich konnte sie eines Besseren belehren ...

Die Stadtbahnen fuhren heute Nacht nicht in Hannover, sodass ich vom Hauptbahnhof mit der S-Bahn weiterfuhr (einmal um den Maschsee herum ...), in Linden ausstieg und den verbleibenden guten Kilometer fußläufig überwand. Um halb zwei war ich zuhause, das war auch wieder ein richtig schöner Ausflug gewesen ...

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Eigentlich wollte ich morgen nach Lübeck und Travemünde, aber das Wetter spielt wohl nicht so mit. Stand jetzt steht Nürnberg hoch im Kurs (da wäre ich in drei Stunden), aber vielleicht mache ich morgen einfach faul oder - im Gegenteil - die zweite Etappe Sarstedt-Hildesheim (auch wenn ich im Moment nicht mal von der Etappe Küchentisch-Bett überzeugt bin, dass ich sie schaffe ...).

Ich werde berichten ...

Hamburger Hafen bei Nacht

Großer Ricklinger Teich

Leine

In Sarstedt-Ruthe

Dienstag, 2. März 2021

"Bielefeld ist wie dunkle Materie"

…, meinte der Kollesch aus Kaiserslautern, der mich mal wieder in ein Abenteuer hineinquatschte - umgekehrt würde ich ihn und seine Frau ja nie in irgendwelche gefährlichen Aktionen manövrieren, wie zum Beispiel mit einem undichten Kanu über den Amazonas zu setzen oder im Dunkeln über südafrikanische Straßen zu flieg..., ähm, fahren ...

Und so machte ich am Sonntag auf dem Heimweg aus Wuppertal noch Zwischenstation in Bielefeld, das - wie dunkle Materie halt - nicht beweisbar ist, aber aufgrund des Einflusses, den das Objekt auf andere Objekte ausübt, eben da sein muss. Der Besuch war ein kurzer, aber ich muss sagen, dass mir Bielefeld gar nicht so schlecht gefallen hat - es spielt nicht in einer Liga mit Istanbul und Tel Aviv, auch nicht mit Berlin und Rio de Janeiro, aber ganz so hässlich muss eine Stadt, in deren Fußballverein Ernst Middendorp Trainer war, also doch nicht sein ...

So richtig vernünftig war es ja nicht, was ich am Freitag, Samstag und Sonntag machte, nachdem ich mir meine Bahncard 100 gekauft hatte, aber halb wollte ich mal raus, halb schmiss meine Mutter mich - aus meiner eigenen Bude - raus, aber das lag daran, dass die Koffer mit meinen Klamotten, die wir unvorsichtigerweise über Hermes versandt hatten, nicht ankamen, weil - kein Witz! - der Hermes-Paketbote den Hermes-Paketshop, an den wir die Koffer geschickt hatten, nicht fand. So ein Saftladen, unglaublich ...

Während ich, weil ich dem Verein nicht traute, am Freitag noch über Amazon (die Lieferungen klappten übrigens vorzüglich) Notfallklamotten kaufte, war meine Mutter insgesamt nicht so glücklich, und da störte ich nur. Da ich mir sowieso eine Bahncard 100 kaufen wollte, fuhr ich also - letztmals mit einer Einzelfahrkarte - zum Hauptbahnhof hier in Hannover und marschierte ins Reisezentrum.

Ich hatte mich - endlich - entschieden, eine Probe-Bahncard für drei Monate zu kaufen, diesen Wunsch äußerte ich, und glücklicherweise wusste die Mitarbeiterin dort, was sie zu tun hatte. Beinahe jedenfalls, denn ich war offenbar der Erste, der das Ding haben wollte, aber kein eigenes Passbild dabei hatte. Jetzt hatte die Bahn online vollmundig verkündet, dass in diesem Fall die Mitarbeiter ein Foto aufnehmen würden, also stellte die Mitarbeiterin mich an die Wand und machte mit ihrem Bahn-Tablet ein Foto von mir - mit heruntergezogener Maske meinerseits. Das wird ein Bild für die Götter, aber zum Glück nur für drei Monate - das nächste Mal bringe ich ein Passbild mit ...

Nun hatte ich das Ding also und stieg in den nächstbesten Zug. Naja, nein, ich hatte mir als Ziel Norddeich herausgesucht, im äußersten Nordwesten von Niedersachsen am Meer. Ans Meer wollte ich nämlich auf alle Fälle, und der IC fuhr von Hannover nach Norddeich durch … Ich tuckerte also ein paar Stunden über Bremen und Oldenburg und Leer und Emden nach Norddeich, der Zug war leer, das Ansteckungsrisiko gering, und stieg in Norddeich aus.

Ich ging ein paar Schritte - und war glücklich. Das Meer! Es windete, wie es sich für einen Ort am Meer gehört, ganz schön … Ich lief über den Deich drüber und war an der Strandpromenade - herrlich! Das Wetter machte einigermaßen mit, es war zwar bewölkt, aber es gab auch Flecken blauen Himmels, und je weiter ich kam, umso besser wurde es.

Ich ging am Strand vorbei, der in dieser Jahreszeit zum Hundestrand umfunktioniert wurde, bestieg den Deich, ging hinunter an den Strand (herrrrrrrrlich!), ging wieder auf den Deich und schaute, ob ich im Örtchen ein Fischbrötchen kriegte. Kriegte ich, weil der einzige offene Stand am Ort pünktlich am Freitag wieder aufgemacht hatte. Weil es der erste Tag war, bekam ich kein Aalbrötchen, aber dafür ein Backfisch- und ein (teures) Krabbenbrötchen - danach lief ich wieder zum Deich und setzte mich unter den aufmerksamen Augen der allerdings vergeblich auf Gelegenheiten zum Diebstahl wartenden Möwen auf eine Bank, um meine Brötchen zu verspeisen. Hatte ich schon erwähnt, dass es herrlich war?

Unterwegs war mein Handy ausgefallen, sodass ich nicht wusste, wie spät es war - und prompt verpasste ich meinen Zug zurück um wenige Minuten. Das war nicht so schlimm, weil eine Stunde später ein Regionalexpress fuhr, und die Zeit vertrödelte ich, indem ich mich am Fährhafen nach Norderney herumdrückte. Da werde ich diesen Sommer auch nochmal hinfahren, denn der Tagesausflug kostet 20 Euro und die Fahrt nach Norddeich kostet mich nüscht ...

Ich beobachtete die einfahrende Fähre und die mehr oder wenige junge Dorfjunge, die mit Skateboards und Mopeds an der Hafenpromenade herumfuhr, ehe ich mich zum Zug bequemte und die vierstündige Heimfahrt nach Hannover antrat - ein sehr schöner Tagesausflug war das ...

Nun hatte ich aber Blut geleckt und wollte am Samstag auch wohin - allerdings bestand noch die Möglichkeit, dass der Hermes-Mensch (ich hatte dort angerufen und denen die Hölle heißgemacht, meiner Mutter war ich aber immer noch viel zu lieb …) die Koffer am Samstag anliefern würde. Also machte ich erstmal nur einen kurzen Spaziergang um den Großen Ricklinger Teich, denn in Ricklingen wohne ich seit Donnerstag.

Das Wetter war bewölkt und die Bäume kahl, aber trotzdem ist diese Teichlandschaft hier im Süden Hannovers sehr ansehnlich, und ich bin sehr sicher, dass das hier im Sommer richtig, richtig schön sein wird ...

Ich kam nach Hause, die Koffer kamen nicht, und um 12 Uhr machte ich mich auf den Weg zu Bahnhof, denn ich war seit Jahren nicht mehr in Berlin gewesen.

Mein erster Versuch, vielleicht im Bordbistro eines ICE ein offenes Bier abzustauben, war aufgrund des Ausfalls des ICE Bremen-Hannover am Vortag ins Wasser gefallen, jetzt saß ich im ICE, bekam aber trotzdem kein offenes Bier, weil die Bahn im Moment keinen Alkohol im Bordbistro verkauft. Menno!

Die 99 Minuten Fahrt ließen sich aber auch so gut überleben, und die Einfahrt nach Berlin mit Blicken auf die Siegessäule und den Fernsehturm ist einfach toll … Ebenso toll war die Currywurst, die ich mir gleich im Bahnhof kaufte. Danach lief ich meine "übliche" Berliner Runde am Kanzleramt und am Bundestag vorbei zum Brandenburger Tor, von dort zur US-Botschaft und dem Holocaust-Mahnmal, um am Ende am Potsdamer Platz anzukommen.

Dort stieg ich - nach kurzem Besuch bei der südsudanesischen Botschaft - in den Bus und fuhr in die Nähe des Berliner Schlosses. Joa, ganz hübsch mit seiner nachgebauten Fassade. Am Roten Rathaus und an "Mutter Hoppe" vorbei ging es zum Fernsehturm, aber dann zeitnah mit der Linie 100 zum Bahnhof Zoo, denn ich wollte zum Ehrenmal der Bundeswehr am Bendlerblock - und am Bahnhof Zoo wollte ich wohl umsteigen.

Dabei kam ich nicht nur an der CDU-Zentrale, sondern auch an diversen Botschaften vorbei, und als ich endlich den gewünschten Verbindungsbus gefunden hatte, stieg ich direkt vor der indischen Botschaft aus. Es ging an etlichen anderen Botschaften vorbei zum Ehrenmal, das sehr schlicht ist und damit wahrscheinlich seinen Zweck genau erfüllt.

Nun hatte ich noch ein bisschen Zeit und stellte fest, dass ich gefühlt noch nie in Kreuzberg war, also wollte ich zum Kottbusser Tor. Die Bahn-App zeigte mir die falsche Haltestelle für den Bus an, sodass ich - nach Lichthupe des Fahrers, dass er auf mich warten würde - auf die andere Seite der Spree sprintete und in den Bus hechtete. Am Moritzplatz stieg ich in die U-Bahn um, und als ich am Kottbusser Tor rauskam, wurde ich prompt von einem Drogendealer angezischt, ob ich was haben wollte ... Nein, danke.

Da am Kottbusser Tor merkt man wirklich, dass Berlin eine Weltmetropole ist, denn das hat mit dem ländlichen Deutschland wirklich nichts mehr zu tun, das könnte genauso gut auch in Istanbul sein. Hochspannend! Weniger hochspannend sollte aber das Erreichen meines Zuges sein, sodass ich mich entschied, jetzt keine Sperenzchen mehr zu machen und sofort zum Ostbahnhof zu fahren.

Dort stieg ich in den ICE nach Hannover hin, es ging über den Hauptbahnhof und Spandau, aber auf einmal standen wir in Rathenow in der brandenburgischen Pampa. Es stellte sich heraus, dass die Baustellenplaner nicht mit dem Fahrplaner gesprochen hatten, sodass da urplötzlich eine Baustelle auftauchte, mit der nun wirklich kein Mensch rechnen konnte ...

Wir standen eine gute Stunde, dann ging es weiter, und so habe ich wenigstens schonmal zehn Euro wieder gut, denn für die Verspätung von mehr als einer Stunde bekomme ich selbst mit der Bahncard 100 eine Entschädigung in ebendieser Höhe …

Am Sonntag dann ging es schließlich nach einigem Hin und Her (auch Magdeburg und Schwerin waren in der Verlosung) nach Wuppertal, denn ich wollte endlich mal Schwebebahn fahren. Mit dem IC ging es - über Bielefeld natürlich - auf direktem Weg nach Wuppertal, und nach ein bisschen Suche fand ich auch die Schwebebahnhaltestelle ...

Es lief gerade eine Fahrkartenkontrolle, und als die gute Frau zu mir kam, zeigte ich ihr meine vorläufige Bahncard 100. Sie stutzte und meinte, dass die gar nicht gültig sei. Bitte, was? Nachdem ich mich vom ersten Schreck erholt hatte, sagte ich ihr, dass da doch ein City-Ticket enthalten sei, und als ich ihr den Zusatz "+City" auf dem Ding zeigte, erkannte sie ihren Bock und bat um Entschuldigung … Das hat mich aber Wochen meines Lebens gekostet, junge Frau!

Das Heck der Schwebebahn wurde frei, und so konnte ich mich dorthin setzen … Technisch ist das Ding, glaube ich, keine unfassbar fantastomanische Wunderleistung, aber es ist einfach sehr, sehr cool, da über der Wupper entlangzufahren (und am Ende der einen Trasse ein Stück oberhalb einer Straße) und zu merken, wie sich das Ding in die Kurve legt. Wirklich, wirklich empfehlenswert!

Am einen Ende der Bahn kam ich ein bisschen zu spät, denn ein Hobbyfotograf hatte sich schon den Heckplatz gesichert, aber ich saß trotzdem noch mit den Augen zum Heck und konnte - mit ein bisschen Abstand von der Scheibe - das Geschehen verfolgen.

Ein Motorrad fuhr schnell hinter uns her, und ich ertappte mich dabei, dass ich dachte, der solle ein bisschen Abstand halten, sonst führe er noch auf uns drauf. Tat er aber nicht, sondern fuhr seelenruhig unter uns hindurch ...

Der Hobbyfotograf kam mir auch bei der Rückfahrt in die Quere, sodass ich die Bahn mit ihm fahren ließ, doch bei der Bahn darauf wollte ein Kind mit seinen Eltern da hinten hin, also ließ ich denen halt den Vortritt, liebenswürdig wie ich nun einmal bin - höhö ...

Am Hauptbahnhof stieg ich wieder aus und fuhr mit der Regionalbahn in Richtung Hamm, stieg dort um in den ICE nach Bielefeld, stieg in Bielefeld aus und fuhr mit der sehr modernen Stadtbahn in Richtung Altstadt ...

Da gibt es einige sehr schön Hausfassaden, es gab lange Schlangen bei Frozen-Yogurt-Verkaufsständen, einen Skulpturenpark, aber nach einer guten Stunde Stadtspaziergang war es jetzt für den Tag, sodass ich den nächsten ICE nahm und zurück nach Hannover fuhr.

Joa, die Fahrt hierher nach Hannover am Donnerstag enthielt einen Zwischenstopp in Wiesbaden zum Abgeben meiner Arbeitsutensilien, und daraus entwickelte sich eine kleine, gediegene Abschiedsveranstaltung auf der Dachterrasse.

Hier in meiner Bude in Hannover fühle ich mich jetzt aber richtig wohl, ich bin sehr gespannt auf die Arbeit und auch auf diese Stadt, gerade wenn - hoffentlich - im Sommer hier auch wieder ein bisschen was aufmacht.

Mal sehen, wohin ich am Wochenende fahre - man könnte ja auch mal wieder wandern gehen, es gibt hier ja eine schöne Strecke entlang der Leine ...

Ich werde berichten.

Norddeich

Blick vom Deich auf den Strand

Am Strand - herrlich!

Großer Ricklinger Teich bei bewölktem Himmel

Reichstagsgebäude

Brandenburger Tor

Holocaust-Mahnmal

Die erste von vielen Botschaften am Samstag

Rotes Rathaus

Fernsehturm

Schloss Bellevue aus dem Bus

Gedächtniskirche

Schwebebahn über Straße

Schwebebahn über Wupper (keine Montage!)

Bielefeld

Freitag, 19. Februar 2021

Jesus, Maria und Josef im Kobayashi-Maru-Test

Was hat der denn heute schon wieder genommen? Offenbar zu wenig ...

Jesus, Maria und Josef dürften kulturhistorisch den meisten Lesern vage bekannt sein, jedenfalls fluchte ich heute ein bisschen, als ich oberhalb von Bühl einen steilen Berg emporstieg. Da begegnete mir ein Wegeskreuz mit einem goldenen Jesus; das machte den Weg aber nicht besser, weil ich wenige Meter darauf auf einen matschigen Feldweg einbiegen musste, sodass ich mir Sorgen machte, dass der Busfahrer angesichts meiner Schuhe nicht nur Jesus, sondern auch seine Eltern anrufen wollen würde ... Am Ende war's dem Busfahrer wurscht, wie meine Schuhe aussahen, zumal ich ein bisschen Matsch ja auch schon wieder heruntergelaufen hatte ...

Ich verpennte heute erst einmal den "bequemen" Bus, mit dem ich binnen einer guten Stunde von Bonndorf in Berwangen, einem Ortsteil der Gemeinde Dettighofen angekommen wäre, sodass ich den Bus eine knapp Stunde später (knapp) erreichte. Der Busfahrer in Bonndorf konnte meine Tageskarte gar nicht rauslassen, der Busfahrer in Stühlingen ließ mir erst die falsche raus (wobei ich da mindestens eine Teilschuld trug, weil ich nicht wusste, dass ich auch eine Tageskarte hätte kriegen können, die nicht alle Zonen des Landkreises Waldshut umfasste), dann aber hatte ich beim WTSOLO24 oder wie das Ding heißt in Händen und gab es bis zum Abend nicht wieder her.

Insgesamt stellte ich mich nicht so clever an, weil der Busfahrer aus Bonndorf mich in Stühlingen fast nicht rausgelassen hätte, weil ich zwar den Stop-Knopf gedrückt hatte, aber das Teufelsding nicht den Alarm beim Fahrer ausgelöst hat - Mistdings ... Dafür war ich bis Schwaningen der einzige Gast im ganzen Bus gewesen, was auch nicht sooo verkehrt war.

In Stühlingen stieg ich um in den Bus nach Lauchringen, in Lauchringen in den Bus nach Erzingen und unterwegs in Grießen in einen Kleinbus nach Berwangen in Hinterpfuideibel, aber durch Berwangen war ich einst im Mai (tatsächlich war es Mai, nämlich der 17.) gekommen, und hier wollte ich an mein bisheriges Streckennetz anknüpfen.

Es ging erstmal an der Straße, auf der der Bus aus Dettighofen gekommen war, zurück nach Dettighofen, dann über die Bundesstraße und in Richtung Feld. Mein Zeh und meine Wade taten mir schon früh wieder weh, das ist nicht gut so, aber ich wollte halt zumindest diese offene Flanke zwischen Berwangen und Günzgen schließen und damit ein weiteres Gebiet umrundet haben, also biss ich auf die Zähne.

Ich sah von Ferne, auf der anderen Seite des Tals, den Grenzübergang Bühl/Hüntwangen, über den wir immer zum Flughafen Zürich fahren, ehe mich auf einem Feldweg in Richtung Bühl begeben wollte. Ich wäre besser auf der Straße gelaufen, denn der Feldweg endete und es folgte Gebüsch ... Nun, ich wollte nicht zurücklaufen, also kämpfte ich gegen Sträucher und Bäume und Äste, fluchte wie ein Rohrspatz, ging über einen verwunschenen Privatgarten und kam an Ende mit Striemen an den Armen (ooooooooooooh!) an der Straße raus.

Ich überquerte die Bundesstraße und kraxelte den Berg hinauf, vorbei am Jesus, über Matsch und Schlamm, bis ich das erste Etappenziel erreicht hatte (schweratmend): den Grenzstein Nr. 26 zwischen Baden und Zürich ...

Ich kraxelte noch ein bisschen weiter, vorbei an 25c, 25b und 25a (Zürich und Baden haben nicht fortlaufend nummeriert wie Schaffhausen und Baden, sondern arbeiteten mit Haupt- und Nebengrenzsteinen, wobei die Nebengrenzsteine eben mit Buchstaben in eine Reihenfolge gebracht werden ...), bis zur 25 kam (und folgerichtig die grobe Richtung wechselte). Es ging wieder über einen wunderbaren Pfad exakt auf der Staatsgrenze (ich hielt mich natürlich ordungsgemäß rechts, auf deutscher Seite ...) entlang bis zur 24 (die übrigens ein richtig schöner Grenzstein ist).

Dann begann der Kobayashi-Maru-Test - was'n das schon wieder? Bei Star Trek (Raumschiff Enterprise, Spock und Captain Kirk und so) wird die Charakterstärke der angehenden Führungsoffiziere dadurch beobachtet, dass man sie in einer Simulation in eine ausweglose Situation mit einer unlösbaren Aufgabe, nämlich das Schiff "Kobayashi Maru" zu retten, bringt. Bis Captain Kirk hatte sich keiner aus der ausweglosen Simulation befreien können, dann kam er ... und schummelte ...

Eine unlösbare Aufgabe wäre es auch gewesen, die Grenzsteine an diesem Grenzverlauf zwischen Grenzstein 24 und 23 so aufzureihen, wie es gedacht ist, denn da haben die Badener und Zürcher echt den Vogel abgeschossen: Den Anfang machen 23d, 23c und 23b, so weit, so gut ... Dann aber kommt der Grenzstein 23a.1, gefolgt vom Grenzstein 23a. Danach kam - latürnich! - der Grenzstein 23.1 und schließlich, oh Wunder, der Grenzstein Nr. 23 ... Was für ein Chaos! Des Rätsels Lösung ist - natürlich -, dass die Grenzsteine 23.1 und 23a.1 nachträglich, nämlich im Jahr 1900, eingefügt wurden (der übrige Grenzverlauf stammt aus dem Jahr 1839, wobei der eine oder andere Stein auch ersetzt wurde), was diesen höchst irregulären Grenzsteinverlauf ergibt ...

So, ist noch jemand wach? Ja? Gut!

Ich hätte noch weiter an den Grenzsteinen den Berg runterlaufen können, aber da gibt es auf keiner konsultierten Karte einen offiziellen Weg, also ließ ich es, zumal der Weg recht steil wirkte ... Ich ging dafür einen etwas weniger steilen (also nicht ganz so direkten) Pfad nach unten, bis ich schließlich in Günzgen ankam, wo ich am 9. Januar schon gewesen war ...

Der Grenzstein 14 wurde erneut besucht und der Grenzstein 12 erstmals, danach verabschiedete ich mich wieder von der Grenze und lief - schleppte mich - über Feldwege und Pferdewege nach Herdern und von dort zur Bushaltestelle am Industriegebiet in Hohentengen.

Dort war ich eine halbe Stunde zu früh, setzte mich auf so eine Eisenstange, die Autos davon abhalten soll, gegen die Hauswand zu fahren, ging fünf Minuten vor Abfahrt zur Haltestelle, der Bus kam - und der Busfahrer, der mir heute Morgen in Stühlingen die Fahrkarte verkauft hatte, grinste mich an ... Der wird sich auch überlegt haben, wie ich von Lauchringen hierher nach Hohentengen kam ...

In Tiengen und Lauchringen stieg ich um, und schließlich fuhr der Bus mit Endstation Bonndorf durchs Steinatal und durch Bettmaringen und ließ mich dann an der Realschule hier raus. Von da wackelte ich nach Hause und bin mal wieder total fertsch ...

Es war heute ein schöner Tag, die Sonne schien schon fast warm, ich habe ein paar Grenzsteine gesehen und die 1200-km-Marke im Schwarzwald geknackt, alles bestens, wenn mein Zeh und die linke Wade nicht wäre ... Ich denke, morgen werde ich dem blöden Bein nochmal einen Tag Pause geben, dann gucken wir, wo es am Sonntag hingehen könnte ...

Auf dem Dorf in Berwangen

Schöner Grenzstein

Verwirrender Grenzstein Nr. 23a.1

Blick auf das Rheintal oberhalb von Günzgen