Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 6. September 2020

Die erste innerschweizerische Wanderung

 ... habe ich heute vollendet, aber das hat mich auf dem Hin- und Rückweg natürlich nicht davon abgehalten, mehrfach die deutsch-schweizerische Grenze zu überqueren, quasi als Ersatz für entgangene Grenzsteinfreuden (ganz am Schluss habe ich noch einen Grenzstein mitgenommen ...).

Ich startete gegen 10 Uhr in Bonndorf und fuhr in Stühlingen/Schleitheim über die Grenze. Weiter ging es in Richtung Schaffhausen und dort in Richtung Büsingen. Die Rheinuferstrasse in Schaffhausen wird gerade neu markiert, also wird man auf eine Umleitung gelenkt - diese ist so katastrophal schlecht beschrieben, dass ich mich mehrfach verfuhr, aber nach endlicher Zeit war ich wieder auf meinem Weg nach Büsingen. Zwischen Schaffhausen und Büsingen überquerte ich zum zweiten Mal die Grenze, zwischen Büsingen und Dörflingen zum dritten Mal, zwischen Dörflingen und Gailingen (wenige hundert Meter weiter) zum vierten Mal und schließlich zwischen Gailingen und Ramsen zum fünften und für die Hinfahrt letzten Mal.

Auch auf die Gefahr, dass der eine oder andere Leser einschläft, aber das muss jetzt sein: In Büsingen gewährte mir ein (schweizerisches) Grenzwachtauto Vorfahrt und fuhr von da an bis Ramsen hinter mir her - also dreimal über die Staatsgrenze. Während es in Büsingen, das deutsches Gebiet ist, durch den Staatsvertrag über Büsingen geregelt ist, dass die Schweizer Behörden dort auch hoheitlich tätig werden dürfen, gilt das für das Stück zwischen der Grenze von Dörflingen und der Grenze nach Ramsen nicht. Allerdings gibt es für diese Strecke(n) einen zweiten Staatsvertrag, der regelt, auf welchen Strecken schweizerische Behörden über deutsches Gebiet und deutsche Behörden über schweizerisches Gebiet fahren dürfen; dort aber müssen sie sich aller hoheitlichen Tätigkeiten entledigen. Verkompliziert wird das Ganze noch weiter dadurch, dass der schweizerische Zoll zwischen Dörflingen und Gailingen einige hundert Meter weit auf deutschem Boden ist; dort wiederum dürfen schweizerische Behörden auf deutschem Territorium hoheitlich tätig werden.

Ich guckte also, dass ich den Grenzwächtern nicht zu schnell und nicht zu langsam fuhr, und in Ramsen ließen sie dann von mir ab ... Puh ...

Es ging über die Rheinbrücke zwischen Hemishofen SH und Wagenhausen TG und von da weiter zum Bahnhof in Stein am Rhein, denn auf dem dortigen Park+Ride-Parkplatz wollte ich mein Auto abstellen. Ich erwischte einen der freien Plätze (es sind da nur knapp 50 Stück), bezahlte - für den ganzen Tag! - fünf Franken und lief dann in Richtung Rheinbrücke los.

Ich war unsicher, ab wann der Rhein vom (Boden-)See wieder zum Fluss wird, und die Wikipedia klärt mich eben auf, dass die Rheinbrücke in Stein am Rhein als die Grenze gilt. Nun, ich lief also - da ich vor der Rheinbrücke nach rechts auf die Südseite des Rheinsees (der wiederum ein Teil des Bodensees ist) abbog - am Bodensee entlang und kam schon nach wenigen hundert Metern Strecke aus dem Kanton Schaffhausen in den Kanton Thurgau, nämlich in die Gemeinde Eschenz, die erste von fünf neuen Gemeinden, die heute besuchte.

Ich lief ein Stückchen am See entlang, bis ich über die Straße geleitet wurde und auf einem Feldweg von der SBB ausgebremst wurde - da war ein Bahnübergang, aber da ein Zug kam, musste ich warten, bis der durch war (das sollte nicht meine letzte Begegnung mit einer geschlossenen Bahnschranke heute sein) ... Weiter ging es, vorbei an Apfelbäumen, später Weinreben und Birnbäumen, in die Gemeinde Mammern und dort immer schön an den Bahngleisen entlang. Der Bahnhof Mammern ist sehr hübsch renoviert worden, es ist ein bisschen schade, dass ich da so bald (außer bei kurzem Zughalt) nicht wieder vorbeikomme ...

Es ging weiter, immer weiter (heute habe ich den 5-km/h-Schnitt wieder um wenige Sekunden gerade so geschafft), teilweise über Asphalt-(Fahrrad-)Wege, teilweise direkt am See über Pfade im Grünen, in Richtung Steckborn. Einmal badeten zwei Fahrradfahrer im See an einer Stelle, wo selbst ich Walross mich vielleicht ins Wasser getraut hätte - nun hatte ich natürlich erstens wieder keine Badeklamotten dabei und zweitens auch keine Wechselklamotten, denn es gibt nichts Ekligeres, als nach einem erfrischenden Bad bei 20 Grad Wassertemperatur wieder in die verschwitzten Klamotten zurückzumüssen. Bäh, da schüttelt es mich schon beim Gedanken daran ...

In Steckborn lief ich einen völlig anderen Weg als meine Kartenapp mich führen wollte, denn ich hatte - es waren jetzt doch schon zehn, elf Kilometer in den Beinen - überhaupt keine Lust, auch nur einen unnötigen Höhenmeter zu machen, sodass ich zunächst auf dem Radweg blieb (da dürfen auch Fußgänger laufen!) und mir dann einen Weg durch das schöne Städtchen Steckborn bahnte, nur um am Ortsausgang von Steckborn auf der Seestraße auf einem Bänkchen Rast zu machen und eine Ente dabei zu beobachten, wie sie mich beobachtet ...

Tagesziel heute war eigentlich Berlingen, aber da kam ich schon um kurz nach 14 Uhr an, und die Fähre, die ich anpeilte, fuhr erst um 15.50 Uhr dort ab. Ganz im Sinne des Projekts Liechtenstein startete ich also durch und lief noch die restlichen drei, vier Kilometer bis nach Mannenbach, wo die Fähre um 15.40 Uhr abfahren sollte ... (Noch weiter bis nach Ermatingen wollte ich dann wirklich nicht mehr durchlaufen, zumal es dann auch mit der Fähre sehr knappgeworden wäre.)

Um 14.45 Uhr trudelte ich an der Schiffslände in Mannenbach ein und hatte also noch 55 Minuten, um mich geistig und moralisch auf die Schifffahrt den Rheinsee hinauf vorzubereiten. Ich las ein wenig, machte noch ein bisschen Fotos vom Bodensee und hoffte, dass die dunklen Wolken, die sich am Himmel versammelten, erst Wasser lassen würden, wenn ich in Stein am Rhein im Auto sitze (das passte perfekt, ich blieb trocken ...).

Um 15.30 Uhr trudelte ein Schiff ein, ich stellte mich in die Reihe, merkte dann aber, dass gar nicht die Fährgesellschaft war, die ich haben wollte, guckte nochmal auf den Fahrplan und sah, dass um 15.35 Uhr eine BSB-Fähre (nicht meine) und um 15.40 Uhr ein URh-Fähre (meine) fahren sollte. Also verließ ich die Schlange, setzte mich noch fünf Minuten hin und boardete dann die richtige Fähre, die MS Munot.

Für die gut einstündige Fahrt nach Stein am Rhein zurück zahlte ich 19,80 Franken, nicht wenig, aber ein- oder zweimal kann man das schon machen, denn die Fahrt ist erstens richtig schön (bei Sonnenschein sicher noch schöner) und zweitens, fast wichtiger, überquert man in der guten Stunde Fahrt sechsmal die deutsch-schweizerische Grenze, weil die Anlegepunkte fast abwechselnd in Deutschland und der Schweiz liegen ... Da geht einem doch das Herz auf, oder? Oder?

Von Mannenbach ging es nach Berlingen (noch Schweiz), dann rüber nach Gaienhofen (Deutschland), wieder zurück in die Schweiz nach Steckborn, wieder nach Deutschland nach Hemmenhofen, in Deutschland bleibend nach Wangen, wieder über den Rheinsee nach Mammern (Schweiz), schließlich nach Öhningen (Deutschland) und, der erste schweizerische rechtsrheinische Halt, zu meiner Endstation nach Stein am Rhein (das Schiff fährt noch weiter bis Schaffhausen) - herrlich!

Ich dokumentierte jede Anlegestelle fotografisch (keine Sorge, nicht alle Bilder unten sind Anlegestellenfotos ...) und freute mir ein Loch in den Bauch, dass man inzwischen so locker zwischen der Schweiz und Deutschland im Bötchen hin- und herfahren kann, ohne einer Einreisekontrolle unterzogen zu werden - und Zollkontrollen wird es da auch nur sehr sporadisch geben ... Heeeerlich ...

In Stein am Rhein stieg ich aus und schleppte mich - die Altstadt missachtend - von der rechten auf die linke Rheinseite, hoch zum Bahnhof und in mein Auto. Zurück ging es die Strecke, die ich gekommen war (also wieder fünf Grenzübertritte), und zwei Grenzübertritte kamen dazu, als ich noch ein Foto des einzigen Grenzsteins machte, an dem ich noch nicht vorbeigekommen war - Nr. 62 Baden-Schaffhausen (oberer Kantonsteil).

Das waren heute also 18 Grenzübertritte und fünf neue Schweizer Gemeinden - ausgerechnet am letzten Grenzübergang (Schleitheim/Stühlingen) stand der deutsche Zoll und wollte wissen, ob ich "was" dabei habe ... Ich antwortete "nein" (was mehr oder weniger wahrheitsgemäß war, denn zu verzollen hatte ich wirklich nichts) und durfte ins Vaterland einreisen.

Ach, war das schön heute, anstrengend ja, und das Wetter hätte für schönere Bilder auch besser sein können, aber das war eine schöne Wanderung am Bodensee entlang durch Gegenden, in denen ich noch nie - ernsthaft - war.

Nach Liechtenstein sind es jetzt noch gut 96 Kilometer (ich habe noch ein paar Abkürzungen gefunden, sodass aus den ursprünglichen 133 Kilometern ab Diessenhofen noch ein Stück weniger wurden), und nächsten Sonntag könnte ich von Mannenbach bis nach Kreuzlingen wandern, dabei zwischen Konstanz und Kreuzlingen eine ganze Menge Grenzsteine mitnehmen (Baden-Thurgau habe ich noch nicht, die gibt es nämlich praktisch nur am Konstanzer Brückenkopf) und dem Ziel Liechtenstein nicht ganz 15 Kilometer näher kommen ...

Davon unabhängig habe ich heute die 700-km-Kilometer im Schwarzwald (und von dort aus erwanderten Gebieten) erreicht - genauer bin ich jetzt bei 707,15 Kilometern, die von Bonndorf aus erreicht wurden. Nimmt man die beiden Wanderungen im Taunus und Pfälzerwald/Vogesen noch dazu, lande ich bei 716,85 Kilometern in diesem Wandersommer. Wenn ich daran denke, wie ich die 100 Kilometer für nahezu unmöglich gehalten habe ...

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Vorgestern Abend haben meine Mutter und ich unsere vorläufige Reiseplanung für Italien ein bisschen fester gezogen: Am 19. September, dem Samstag, dürfte es - mit kurzem Stopp in Pisa - in ein schönes Hotelele zwischen Florenz und Siena gehen, dort bleiben wir bis zum 22. September und guckten uns Florenz und Siena ein bisschen an. Danach geht es in Richtung Tarent, wo wir auch drei Nächte bleiben und uns Metaponto und Matera und Tarent anschauen. Am 25. September dürfte es auf die Gargano-Halbinsel gehen, wo wir vier oder fünf Nächte bleiben und uns am Strand erholen, bevor es - in einigen kürzeren Etappen über das Castel del Monte, San Marino und Venedig - eventuell mit kurzen Abstechern nach Slowenien und womöglich Kroatien nach Hause geht. Am Ende ist die Planung noch ein bisschen ausgefranst, aber das tüten wir auch irgendwie ein ... Ich bin sehr gespannt!

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Fotos:

Steg auf die Insel Werd bei Stein am Rhein

Ausgebremst von der SBB

Blick auf Gleise, Äpfel, Rheinsee

Bahnhof Mammern

Wanderweg am See

Berlingen

Anleger in Mannenbach

Die MS Munot

Steckborn

Stein am Rhein

A Grenzstein a day keeps the doctor away ...

Samstag, 5. September 2020

"Isch's heiß?"

 Ne, du Vollhonk, ich schwitze, weil's mir Spaß macht, Mann ey! Ich habe auf der heutigen Wanderung deutlich mehr Menschen getroffen, die mir mehr als nur flüchtig in Erinnerung geblieben sind, als normalerweise, aber die anderen haben deutlich geistreichere Bemerkungen gemacht als der Herr, der - von Frau und Hund begleitet - zwischen Rötenbach- und Haslachmündung fotografierte, als ich gerade vom Hörnle herabgestiegen war ...

Heute wollte ich, wie gestern angekündigt, die Haslachschlucht erkunden. Eine Möglichkeit wäre gewesen, wieder in Holzschlag beim Reichenbächle einzusteigen, wieder über die Stallegger Brücke zu laufen, wieder am Kraftwerk vorbeizulaufen und dann hinter der Rötenbachmündung nach links statt rechts abzubiegen. Ich hatte aber keine rechte Lust, diese 3,5 km noch einmal zu laufen, sodass ich meine Mutter bat, mich zum Hofgut Stallegg in Göschweiler zu bringen.

Das tat sie natürlich, und so startete ich von dort auf meine heutige Wanderung. Ich hätte den Weg, den ich vor Monaten mal von der Stallegger Brücke hochgelaufen war, herunterkraxeln können, aber auch hier entschied ich mich, neue Wege zu gehen, und lief erstmal ein bisschen hoch in den Wald.

Die Ausblicke unterwegs waren gar nicht so schlecht, weil ich halt nicht nur Schlucht hatte. Kurz vor der Rötenbachmündung kam ich dann aber doch auf den Weg, den ich gestern gegangen war, und prompt begegnete mir ein aufgeregter Westfale.

Er wollte zur Bushaltestelle Lotenbachklamm. Ich sagte ihm, dass er zur Schattenmühle marschieren könne und dort in den Bus einsteigen - wollte er nicht. Ich sagte ihm, dass er von der Schattenmühle die Lotenbachklamm hochlaufen könnte - wollte er auch nicht. Ich sagte ihm, dass er von der Stallegger Brücke nach Holzschlag hochlaufen könne und dort in den Bus einsteigen - wollte er auch nicht, weil er doch zur Haltestelle Lotenbachklamm wollte.

Eine Wanderin stieß hinzu, die sich aber nicht auskannte, und mit Müh und Not und Zeigen in seinem Wanderbuch (wie altmodisch, kicher ...) überzeugte ich ihn, dass er in Holzschlag auf den Bus nach Lenzkirch käme. Er blieb aufgeregt, aber zog von dannen, mich würde echt mal interessieren, ob (und wann) der angekommen ist ...

Die Wanderin aus, wie sich herausstellte, Karlsruhe und ich liefen ein Stück des Weges gemeinsam, wir bogen hinter der Rötenbachmündung links ab und nach wenigen hundert Metern ging sie weiter - zügigen Schrittes - ihren Schluchtensteig, während ich - erstmal - aufs Hörnle wollte. Auf dem kurzen Stück begegneten uns ein Mann, eine Frau und zwei Hunde, und der Mann hatte ein bisschen Mühe, die freilaufenden, aber lieben Hunde zurückzubeordern.

Bis vor wenigen Tagen kann ich "Hörnle" allenfalls als das Behältnis für die drei Kugeln Eis, die ich manchmal verspeise, hatte aber keine Ahnung, dass das ein - ganz nicht mal so ganz unhoher - Berg im Schwarzwald ist, der ganz in der Nähe liegt. Das Orakel aus Wiesbaden hatte mich auf seine Existenz hingewiesen, und so spazierte ich also aufs Hörnle.

Naja, von "Spazieren" kann keine Rede sein, denn aufs Hörnle hoch ist das eine mittelprächtige Bergwanderung auf schmalen Pfaden, zweimal überquert man eine Geröllhalde, einmal unterquert man eine Bahnstrecke, und mehr als einmal ist das eine verflucht steile Strecke ...

Beim zweiten Überqueren der Geröllhalde merkte ich aber schon, dass sich der Aufstieg lohnen würde, denn schon von dort war der Ausblick in Richtung Holzschlag toll. Die letzten Meter wurden erklommen, und oben machte ich auf einem Bänkchen mit wunderbarer Aussicht ein paar Minuten Rast, denn mein Hemd war schon bätschnass.

Frisch gestärkt vom Sprudelwasser machte ich mich ein paar Minuten später auf den - gleichen - Weg zurück, als plötzlich wieder der Hund von unten vor mir stand. Ich rief dem Besitzer zu, dass der Hund mich schon kenne, da war er zufrieden - die Frau fragte, ob ich vom Hörnle komme und ob es noch weit sei, ich verneinte und lief den Berg wieder runter ...

Ich folgte nun der Strecke, die die Karlsruherin gelaufen war, begegnete dem eingangs geschriebenen Paar mit Hund (die Hunde kriegen das mit den Pfaden ziemlich gut hin, da stürzt so schnell keiner ab ...) und kam bald - wieder über Stock und Stein - an den Zusammenfluss von Haslach und Gutach.

Dort, wo die Haslach mündet, wird die Gutach ("gute Ach") zur Wutach ("wütende Ach"), und ich machte Fotos von der Gutach/Wutach- und der Haslach-Brücke. Schee ...

Auf ging es dann - steil den Berg hoch - in Richtung Haslachschlucht. Früher ging es da wohl mal links ab zu einem Flusspfad in Richtung Rechenfelsen, aber die Strecke ist ziemlich unmissverständlich gesperrt. Entsprechend lief ich noch ein bisschen weiter den Berg hinauf, nur um an der nächsten größeren Weggabelung wieder bergab zu laufen.

Auf dem Rechenfelsen kann man Fotos machen, da ist auch ein Rastplatz, aber beeindruckender wird es, wenn man absteigt und dann von der Haslach aus ein Foto des Rechenfelsens schießt. Heute war ich ein bisschen spät dran, denn die Sonne war schon hinter dem nächsten Berg verschwunden, sodass die Farben im Foto unten nicht ganz so zum Ausdruck kommen ...

Es ging weiter, es wurde so langsam anstrengend, bergauf, bergab, vor allem bergauf, als ich zum Hölllochfelsen kam. Der ist - vom Ausblick her - nicht so richtig beeindruckend, weil man halt nüscht sieht von wegen Höllenloch ... Nun denn ... Weiter, immer weiter, sagte mal ein Nationaltorwart.

Nach einigen hundert Metern Aufstieg kommt man dann auf eine Schotterpiste, das ist der Bähnle-Radweg, und den lief ich ohne Rücksicht auf Wanderkarten und so, die mich abseits vom Bähnle-Radweg leiten wollten, so lange weiter, wie ich konnte, denn hier war es schön eben. Radfahrer begegneten mir jetzt kaum, und kurz vor der Kläranlage in Lenzkirch bog ich vom Bähnle-Radweg ab und lief durch ein kleines Tal hindurch, überquerte letztmals die Haslach und schaute, dass ich in Unterlenzkirch an der Bushaltestelle auf das inzwischen verständigte Mamataxi warte.

Mit einmal Drehen gabelte meine Mutter mich auf, es ging heim zum Abendessen und danach in den Schnitzer, wo wir - sowas Überraschendes - mit den Nachbarn versackten ...

Fotos:

Symbolbild Schwarzwald

Unterwegs in Richtung Wutachschlucht

Unter den Bahngleisen hindurch zum Hörnle

Ausblick vom Hörnle

Ausblick beim Abstieg vom Hörnle

In der Wutachschlucht
Zusammenfluss von Gutach (links) und Haslach (Vordergrund) zur Wutach (rechts)

Zwischen Rötenbach- und Haslachmündung
Rechenfels

In der Haslachschlucht

Auf dem Bähnleradweg


 


Donnerstag, 3. September 2020

Rechts oder links, das war die Frage ...

 ... denn ich konnte von der Wutachschlucht aus heute Abend entweder nach links hoch in die Haslachschlucht oder nach rechts hoch in die Rötenbachschlucht. Ich entschied mich, unterstützt in meiner Entscheidungsfindung durch ein Orakel in Wiesbaden (oh Gott, jetzt wird das wieder so melodramatisch ...), für die Rötenbachschlucht - die Haslachschlucht mache ich dann morgen Abend oder so ...

Nachdem ich die letzten drei Arbeitstage in Wiesbaden verbracht hatte, war ich gestern Abend noch - ich kam ziemlich gut durch - nach Bonndorf gefahren; hier plane ich, die nächsten zweieinhalb Wochen zu verbringen, ehe es in den Urlaub geht. Ab Oktober will ich dann wieder regelmäßig in Wiesbaden leben, wenn Corona da mal wieder keinen Strich durch die Rechnung macht ...

Heute wurde im Schwarzwald gearbeitet, und ziemlich genau um 17 Uhr ging es nach Holzschlag zur Haltestelle "Reichenbächle", von der aus ich schon einmal, vergangenen Dienstag, in die Wutachschlucht eingestiegen war. Die ersten ein, zwei Kilometer - nach Überquerung des Reichenbächles nun im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald - waren altbekannt, weil identisch zur Strecke von vor neun Tagen. Die Stallegger Brücke kam wieder ein bisschen plötzlich, aber ich überquerte sie, ohne zuvor dagegengerannt zu sein, lief aber am linkswutachischen Ufer nicht - wie bei einer der ersten Wanderungen im April - geradeaus den Berg hoch oder nach rechts in den Hang hinein, sondern nach links, in Richtung der Mündungen von Rötenbach und Haslach.

Die Strecke bis Rötenbachmündung ist durchaus nicht hässlich, sie führt am Kraftwerk Stallegg und am kleinen Stausee flussaufwärts vorbei, ist jetzt aber kein Highlight wie die untere Wutachschlucht.

Sehr hübsch dagegen fand ich den Bereich, in dem der Rötenbach tatsächlich in die Wutach mündet. Hier fließt die ach so wütende Ach ("Wut-Ach") ganz gemütlich mit dem Rötenbächle zusammen, da stehen Bänke, das sieht alles sehr harmonisch und sehr einladend für eine Rast aus.

Ich machte natürlich keine Rast (wir haben doch keine Zeit!), sondern überquerte über eine Gitterbrücke - Fotos machend - den Rötenbach. Sofort befand ich mich auf einem Schluchtpfad, der aber besser und, sagen wir, ungefährlicher war als etwa in der Gauchachschlucht.

Entsprechend ist der Weg etwas weniger spektakulär, auch wenn der Rötenbach-Wasserfall schon sehr schick ist (es war halt heute Abend schon ein bisschen schattig, deswegen ist das Foto vielleicht nicht ganz so überwältigend ...). Über Stock und Stein ging es, doch nach vielleicht einer Dreiviertelstunde Schluchtvergnügen war der Spaß vorbei: Es ging den Pfad hoch und von dort über Schotterwege - weiter am Rötenbach, aber mit Schlucht war jetzt nicht mehr viel - in das Örtchen Rötenbach.

Ich war immer der Ansicht, dass Rötenbach zu Löffingen gehörte (und dort war ich schon). Entsprechend zufrieden war ich, als ich feststellte, dass Rötenbach zur Gemeinde Friedenweiler gehört und ich also eine weitere Gemeinde des Schwarzwaldes besucht hatte ...

Das - diesmal unterwegs bestellte - Mamataxi kam sehr pünktlich, sodass die noch den Rest ihrer Kochsendung sehen konnte und ich jetzt pünktlich zum Fußball geduscht bin.

Schön war's heute, und ich bin gespannt auf den Vergleich mit der Haslachschlucht morgen ...

Stallegger Brücke

Stausee beim Kraftwerk

Rötenbachmündung in die Wutach

Rötenbach

Da liegt halt mal ein Baum im Weg

Rötenbach-Wasserfall

Schluchtenpfad

Rötenbach im Wald

Schutzhütte in der Rötenbachschlucht

Unterwegs gen Rötenbach-Ort

Korrektur: "Dass" und "das" kann ich eigentlich, zeige es aber nicht immer ... Ich habe einen Fehler getilgt.

Sonntag, 30. August 2020

Frische Pilze aus Polen

 ... kommen gleich in das ganz bestimmt wieder sehr leckere Abendessen, das der faulste Gast der Welt, also ich, wieder bei Jessi und Christian genießen darf. Ich gucke den beiden beim Kochen zu (ich würde die Abläufe nur stören, beruhigen sie mich ...), während ich eine der wenigen Sachen, die ich mehr oder weniger gut kann, mache, nämlich hier meinen Senf zum heutigen Reisetag dazuzugeben ...

Das einigermaßen frühe Zubettgehen gestern Abend war sehr gut, weil ich heute Morgen dann ziemlich ausgeruht war, als die beiden mich um kurz vor sieben Uhr informierten, dass sie jetzt ins Bad gingen. Es war sicherlich noch kein junges Reh, das in mein Bad stolzierte, aber jedenfalls auch kein angeschossener Hirsch mehr.

Auch heute war ich deutlich später als die beiden beim Frühstück, auch heute genoss ich Lachs und Rührei und Bananenkuchen, und gegen 8.30 Uhr, 9 Uhr checkten wir aus. Es ging durch das heute Morgen recht leere Breslau auf die Autobahn in Richtung Grenze.

Kurz vor dem polnischen Görlitz fuhren wir von der Autobahn ab, versehentlich kurz nach Deutschland rein und dann vor Zittau wieder nach Polen, danach - wiederum versehentlich - nach Tschechien, im Kreisverkehr scharf rechts, um schließlich - endlich - an einem der beiden avisierten Parkplätze am Dreiländereck anzukommen.

Wir stiegen aus und machten einen kurzen Spaziergang in Richtung des Zusammenflusses des Grenzbachs, der auf Tschechich "Oldřichovský potok" und auf Polnisch "Lubota" heißt, mit dem Fluss, der auf Deutsch "Lausitzer Neiße" heißt, also an das tschechisch-polnisch-deutsche Dreiländereck.

An dem Grenzbach, der mehr ein ausgetrockneter Graben ist, begegneten uns ein paar Grenzsteine, am Dreiländereck steht auch wieder symbolisch ein Stein (das Dreiländereck ist tatsächlich in der Neiße), heute hatte Greenpeace alle drei Seiten des Dreiländerecks okkupiert. Zwischen dem tschechischen und polnischen Sektor gibt es ein kleines Brückchen ("Maske auf!" stand dort heute in mehreren Sprachen, weil anscheinend die Polen da strenger sind als die Tschechen), und zwischen Deutschland und dem tschechischen Grenzstein war ein Seil gespannt, sodass man durch die Neiße hindurch waten konnte. Letzteres hätte mich schon gereizt, aber da hätte ich nasse Füße gekriegt und mich womöglich vor 50 Zuschauern in den Fluss gelegt, das wollte ich gerne vermeiden ...

Nach kurzer Begutachtung eines deutsch-tschechischen Grenzsteines ging es zurück zum Auto und über Polen nach Zittau. Von dort fuhren wir auf die Autobahn.

Ein Stau auf der A4 bei Dresden wurde durch Ausweichen nach Meißen umfahren, unterwegs entspannen sich heißblütige politische Diskussionen, wie es bei uns fast üblich ist, wir machten kurz Halt in Gera und fuhren in Richtung Kirchheimer Dreieck.

Kurz davor bogen wir ab - das Wetter war heute sehr durchwachsen -, weil Stau angekündigt war, und fuhren auf der Bundesstraße in Richtung Fulda. Irgendwie war heute ein bisschen der Wurm drin, es war oft ein bisschen Stau, wir fuhren auf die A66 und ein Stück durch Frankfurt, am Ende einen kleinen Umweg über die Schiersteiner Brücke und kamen schließlich kurz nach 20 Uhr wohlbehalten in Kaiserslautern an ...

Jetzt wird gegessen und morgen geht es für einige Tage nach Wiesbaden, das wird auch gut, aber in der zweiten Wochenhälfte werde ich hochwahrscheinlich wieder in den Schwarzwald fahren und da die nächsten paar Wochen verbringen, ehe es am 19. September in Richtung Süditalien gehen soll ...

Heute ein paar Fotos vom Dreiländereck:

Grenzstein Tschechien-Polen (auf polnischer Seite)

Dreiländereck - vorne Tschechien, hinten rechts, Polen, hinten links Deutschland

Deutsch-tschechischer Grenzstein am Neißeufer


Samstag, 29. August 2020

Spät geworden

... ist es am Donnerstag Abend bei Jessi und Christian, und entsprechend spät kamen wir gestern, am Freitag, dann weg ... Ich war gegen 2 Uhr im Bett, und um 11 Uhr kamen wir schließlich in Kaiserslautern weg. Dass das ein schöner Abend war, brauche ich wahrscheinlich nicht mehr zu betonen ...

Wir fuhren dann also, nachdem uns noch in Kaiserslautern ein Chaot in der 30er-Zone mit Tempo 60 die Vorfahrt genommen hatte (der Übertäter wurde dreißig Meter weiter an der roten Ampel in den Senkel gestellt), über Mainz und das Frankfurter Kreuz die A5 hoch und wechselten am Kirchheimer Dreieck auf die A4 in Richtung Dresden.

Einem kurzen Halt gleich nach der Einreise nach Thüringen folgte ein einstündiger kurzer Stadtspaziergang in Jena mit Markt, Uni-Hauptgebäude, Stadtkirche, Vorbeimarsch am botanischen Garten, Ernst-Abbe-Platz (mitsamt Schrottkunst) und - natürlich - einer Thüringer Bratwurst. Um 17 Uhr ging es weiter, nein, nicht auf die Autobahn, denn vor dem Hermsdorfer Kreuz war wohl ein Stau, sondern in Richtung Bürgel und dann ein kurzes Stück auf die A9, ehe wir wieder auf der A4 waren.

Kurz vor der polnischen Grenze fing es - die Staus vor uns hatten sich zum Glück alle aufgelöst - bestialisch an zu regnen, sodass der Grenzübertritt vor lauter Blitz und Donner fast unbemerkt blieb. Nach eineinhalb, zwei Stunden schließlich kamen wir in Breslau an, fuhren über teils gute, teils Kopfsteinstraßen ins Stadtzentrum und fanden das Hotel praktisch auf Anhieb.

Nach kurzem Aufenthalt auf dem Zimmer stürzten wir uns um 22 Uhr noch auf den Spaziergang ins Stadtzentrum, guckten uns ein bisschen den Großen Ring an und machten ein bisschen Kneipenhopping. Erst waren wir in zwei Studentenkneipen (in der ersten gab es keinen - von mir angekündigten - Wodka, in der zweiten war's irgendwie ein wenig schummrig), fast jede Bedienung spricht hier Englisch (kaum eine Deutsch), Masken werden in etwa so wie in Deutschland getragen (in den Kneipen kaum, in den  Läden und im öffentlichen Nahverkehr praktisch ohne Ausnahme), alles in Ordnung ...

Wir landeten schließlich doch noch - es war schon halb zwölf - in einer Touristenkneipe am Großen Ring (der ist ganz großartig, und auch das furchtbare Bankhaus, das inzwischen von einer spanischen Bank okkupiert wird, passt inzwischen irgendwie besser ins Bild), um dort noch eine Portion Piroggen zu teilen. Die waren so lecker, dass wir noch eine zweite Portion bestellten ...

Während wir da saßen, holte uns das Regenwetter, dem wir in Richtung Breslau davongefahren waren, ein, und weil kein Uber verfügbar war, suchten wir uns ein normales Taxi, machten den Fahrer mit einem Schlag steinreich und ließen uns zum Hotel fahren. Auch heute Nacht kam ich nicht vor Mitternacht ins Bett, aber schön war's natürlich ...

Heute Morgen ging es - im Hotel ward ein unblutig angeschossener Büffel gesehen - in den Frühstücksraum. Hier läuft es wie in Italien mit Maske und Einweghandschuhen, alles bestens, Rührei, Lachs, ich schlemmte, soweit das nach dem gestrigen Abend, an dem ich am letzten Wodka nur gerochen hatte und ihn dann weitergab an willigere Mitreisende, möglich war ...

Wir sind heute ziemlich viel gelaufen, vom Hotel, das direkt an der Oder liegt, an selbige, entlang der Oder zur Grunwaldbrücke, über diese drüber, vorbei an Universitätsgebäude zum Breslauer Dom, rüber auf die Kathedraleninsel, von der wieder rüber in Richtung Altstadt an der Markthalle vorbei. Unterwegs begegneten uns ab und zu kleine Zwergskulpturen, die hier an markanten Punkten in der Gegend herumstehen - süß .. Am Großen Ring machten wir wieder ausgiebig Fotos vom wunderschönen Rathaus und den bunten Häusern, richtig, richtig schön ...

Es folgte ein Spaziergang, denn wir wollten zum Computerspielmuseum. Das liegt südwestlich der Altstadt, sodass wir durch - ebenfalls schöne, urbane, kneipenreiche - Sträßchen liefen, über einen mit Wasser gefüllten Graben, am Freiburger Bahnhof vorbeikamen (nein, nicht Freiburg im Breisgau, Freiburg in Schlesien), nur um am Computerspielmuseum in einem Industriegebäude in der Nähe aufgrund fehlender Reservierung abgewiesen zu werden ... Sehr schade!

Nun denn, wir kauften uns eine Tageskarte für die Straßenbahn, fuhren mit selbiger durch südliche Stadtviertel und dann wieder in Richtung Kathedrale, bogen rechts ab und fuhren bis zur Haltestelle Zoo, denn wir wollten zur Jahrhunderthalle.

Dieses 1913 eröffnete Weltkulturerbegebäude ist von außen ganz schick anzusehen (auch wenn ich die architektonische Bedeutung als architektonischer Laie nicht so komplett nachvollziehen kann) und vor allem von einer schönen Parkanlage umgeben. Durch die wandelten wir, nachdem wir die Iglica, ein nadelförmiges Bauwerk von 1948, begutachtet hatten - das Ding ist echt ganz schön hoch (90 m). Um 15 Uhr sollte es auf dem kleinen See dort ein Springbrunnenspiel zu Musik geben.

Das wäre schon so - so wie es aufgezogen war - nicht so ganz großartig gewesen, denn den Zusammenhang zwischen Musik und Springbrunnenbewegung konnte jedenfalls ich nicht erkennen Zu allem Überfluss quatschte aber auch noch die ganze Zeit einer in der monotonsten Stimme der ganzen Welt in ein anderes Mikrofon, weil irgendein Sportverein da heute Tag der offenen Tür hatte ... Nach zwanzig Minuten ließen wir es gut sein, wanderten noch ein bisschen durch den - hübschen - Park, überlegten uns, ob wir in die Jahrhunderthalle reingehen, fanden heraus, dass die Webseite sagt, dass man nicht reinkönne, und dass die Beschriftungen in der Ausstellung alle nur auf Polnisch waren, ließen es dann sein und gingen in Richtung Oder ...

Da gibt es einige Strandbars, die wir vor allem auf der Suche nach einem stillen Örtchen suchten, das stille Örtchen war aber nicht so toll, sodass wir die Bars fluchtartig verließen und - nach dem dringend benötigten Kauf von Getränken in einem kleinen Supermarkt - zurück in die Altstadt fuhren. Wir spazierten noch einmal am Rathaus vorbei und kamen dann - relativ früh - in einer schönen Kneipe fürs Abendessen an.

Das Essen war ziemlich lecker, es gab Kartoffelpuffer mit einer Art Gulasch, schlesische Roulade und schlesisches Himmelreich (Bauchfleisch, Schweinesteak - das ist wohl nicht original, schmeckte aber lecker -, Trockenfleisch in einer Sauce, und dazu schlesische Klöße), das war echt gut! Auf der Karte hatten wir eine "Truhe schlesischer Schnäpse für Mutige" entdeckt, und den Fehdehandschuh nahmen wir natürlich auf: Da kommt dann wirklich ein kleines Truhchen, das dampft vom Trockeneis und da waren heute Rote-Bete-, Gurken-, Meerrettich- und Zwiebelschnäpse drin ... Pfui Deibel schmeckt das gut ...

Wir zahlten, gingen noch ein Eis essen (sehr lecker) und dann in Richtung Hotel. Jessi und Christian nehmen/nahmen noch einen Absacker in der Hotelbar, aber ich habe heute mal wieder viel zu genug getrunken, ein bisschen viel Sonne abgekriegt und noch ein bisschen an den Nachwehen von gestern zu knappsen gehabt, sodass ich schon aufs Zimmer ging. Ein paar Stunden Schlaf tun mir bestimmt gut, denn morgen wird auch wieder ein spannender Tag.

Achso, wir saßen gestern Abend in der Kneipe, und ich holte erstmal mein Handy heraus, um eine Karte von Deutschland in den Grenzen von 1913 bzw. 1937 zu suchen, auf der Breslau natürlich noch mehr oder weniger mitten in deutschem Gebiet lag. Daran ist nichts falsch, aber vielleicht ist es doch nicht so ganz clever, in einer Kneipe in Polen auf Deutsch mit Karten herumzufuchteln, die, nun ja, längst nicht mehr aktuell sind ... Naja, wird schon gepasst haben ...

Und heute kamen wir über einen Platz und beobachteten einen kleinen Hund, der ganz eifrig seinem Ball nachjagte, danach aber vergessen hatte, wo sein Frauchen saß. Der lief dann ganz verloren über den Platz, kam auf uns zu, guckten uns vertrauenselig an, merkte, wir sind's nicht, und lief weiter ... Der wird sein Frauchen gefunden haben, aber das war sooooo süß ...

Wow, so schnell wie jetzt waren die Bilder noch nie hochgeladen ...

Rathaus bei Nacht

Grunwaldbrücke

Dom

Markthalle

Großer Ring

Iglica

Jahrhunderthalle

Im Park bei der Jahrhunderthalle

Breslauer Zwerge

Rathaus


Dienstag, 25. August 2020

Die Bergwacht Wutach

 ... musste heute nicht ausrücken, denn ich steckte nur im Funkloch fest, bevor und nachdem ich an der Schattenmühle ankam, und meine Mutter schaute doch erstmal nach, ob ich vielleicht doch unverletzt angekommen bin, ehe sie einen Notruf absetzte ... In den nächsten Wochen werden wir jedenfalls wieder einen Plan B absprechen, bevor ich aussteige, damit ich nicht wieder eineinhalb Stunden mit verschmitztem Hemd in der Dämmerung sitze (oooooooooooh).

Die Etappen werden im Moment etwas kürzer, weil es halt doch schon zwischen 20 Uhr und 20.30 Uhr dunkel wird, und vor 17 Uhr komme ich selten los. Praktisch war heute, dass ich für meinen auf sechs Kilometer geplanten Abendspaziergang nur bis Holzschlag musste - die Wanderungen der letzten Wochen, in denen auf Gebiet der Stadt Bonndorf losgewandert war, lassen sich auch an einer Hand abzählen ... So konnte ich schon um 17.19 Uhr am Reichenbächle starten.

Nach wenigen Metern überquerte ich selbiges Reichenbächle, das hier die Grenze zwischen Bonndorf und Löffingen und damit zwischen den Kreisen Waldshut und Breisgau-Hochschwarzwald darstellt. Auf Löffinger Gebiet lief ich auf nicht wirklich anspruchsvoller Strecke über die Stallegger Brücke bis zum Räuberschlössle - insgesamt war der Weg heute nicht wirklich spektakulär, aber das ist auch schwer nach der (unteren) Wutachschlucht am Samstag und der Gauchachschlucht gestern ...

Am Räuberschlössle störte ein Pärchen, das sich dort mit Fahrrädern und Decken und was weiß ich allem breit gemacht hatte, ein wenig den Gesamteindruck, aber der Ausblick von da oben ist noch am ehesten beeindruckend, weil die Felsformationen schon was hermachen ...

Den Weg, den ich vom Räuberschlössle zur Schattenmühle laufen wollte, fand ich nicht (obwohl er in der Planungssoftware enthalten ist), aber das stellte ich erst fest, als ich schon einen halben Kilometer entlang des Schluchtensteiges gelaufen war. Ich drehte um, ging die Treppe hinunter zur Wutachbrücke zurück nach Gündelwangen ein paar Meter runter, fand ihn da auch nicht und entschied mich schließlich, den ersten Weg zu Ende zu laufen bis fast zum alten Schwimmbad von Göschweiler.

Ich lief durch einen Fürstenberger Forst, kam auf landwirtschaftlich nutzbares Gebiet (war also wieder einmal weit weg von der Wutach) und lief dann wieder ein Stück hinunter in Richtung Wutach, vorbei an einem seltsam proportionierten Kruzifix. Das letzte Stück, dessen Abbiegung ich fast übersehen hätte (ich grummelte schon wieder was von "Hätte man ja mal anschreiben können", bis ich sah, dass es tatsächlich angeschrieben war ...), war eine steile Knochenbrechertreppe hinunter zur Schattenmühle.

Joa, und da wartete ich und wartete, wurde zwischendurch von einem Mann angesprochen, ob mir zu helfen sei - ich war so perplex, dass ich gar nicht fragte, ob er vielleicht Netz hätte - sehr freundlich von den Herrschaften, aber am Ende kam meine Mutter ja, war glücklich wie einst in Witznau, mich anzutreffen, und danach ging es schnell zurück nach Hause und unter die warme Dusche.

Nun, die Strecke heute muss ich nicht nochmal unbedingt laufen, außer, wenn es zur Überbrückung zwingend nötig ist. Ist nicht schlecht, aber es gibt im Bereich der Wutachschlucht deutlich spannendere, anstrengendere, schönere Strecken ...


Ein paar Fotos gibt es trotzdem:

(Landkreis-)Grenzfluss Reichenbächle

Stallegger Brücke

Ausblick vom Räuberschlössle

Bei Göschweiler

Liebling, ich habe den Jesus geschrumpft ...