Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Montag, 4. Mai 2020

Auf Pfaden aus längst vergangenen Tagen

... bin ich heute gewandelt, zum Teil zumindest, und es war anstrengend, aber auch sehr, sehr schön ...

Erstmal habe ich heute getrödelt, erst recht spät geduscht, dann gab es Mittagessen, und erst danach begann die Verrichtung des Tagwerkes - meine Mutter fuhr mich an die Staumauer des Schluchsees, warf mich dort mit den Worten "Lauf vorsichtig!" aus dem Auto, und weg war sie ...

Nun denn, auf auf, Kameraden, über die Staumauer - das Stück konnte ich ja schon von meiner glorreichen Schluchseeumrundung, und nicht weniger glorreich sollte es heute werden, denn die erste Abweichung vom Plan beschloss ich auf den ersten Metern - ich verschmähte den (etwas tiefergelegenen) Pfad und lief auf der Straße nach Blasiwald hinein. Höhenmeter würde ich heute noch genug machen, zumal der Pfad auch wieder auf meine Straße kam.

Blasiwald erkannte ich kaum wieder - in der Kehre fehlen im Vergleich zu den fast allmorgendlichen Schulbusfahrten zwischen 1993 und 2002 eine ganze Menge Bäume, dafür stehen dahinter jetzt etliche hübsche Einfamilienhäuser, und derart beeindruckt begann ich meinen Aufstieg auf ziemlich genau 900 Meter Höhe. Ziel war der Pass kurz hinter Blasiwald-Althütte, und der lag auf 1.114 Metern.

Es ging steil hoch, sehr steil - innerhalb von weniger als 2,5 km wollten fast 200 Höhenmeter bewältigt werden, und meine Einschätzung, dass damals, am Busumkehrpunkt, der Pass ganz nah sei, war eine ganz bestialische Fehleinschätzung, denn nach dieser Bushaltestelle wurde es gefühlt noch einmal steiler.

Das alles wäre kaum zu ertragen gewesen (seufz), wären nicht die Ausblick auf die wunderbare Schwarzwaldlandschaft gewesen. Da konnte man wenigstens mal ein bisschen verschnaufen ...

Ich bog nach links ab in Richtung Althütte und ignorierte dabei das "Für-Fahrzeuge-Durchfahrt-verboten"-Schild, denn das davon abweichende "Für-Fußgänger-Durchgang-verboten"-Schild kenne ich von diversen Ausflügen in Richtung Schweizer Grenze inzwischen ganz gut ... Die ersten Ausläufer des Weilers Althütte taten sich auf, als ich auf einmal auf Straßenbauarbeiten stieß.

Ich war ein wenig unentschlossen, sodass der Vorarbeiter auf mich zukam und fragte, was ich wolle. Ich fragte, ob ich zu Fuß weiterkönne (die buddelten nur die Mitte der Straße auf), er meinte, nein, ich müssen außenherumfahren, ich bekräftigte, dass ich zu Fuß weiterwolle, da war das gar kein Problem so nach dem Motto, da hätte ich gar nicht fragen brauchen ...

Auf ca. 1.080 Meter Höhe kam ich an einer freundlicherweise angelegten "Hundetankstelle" vorbei (ich hatte ausreichend Wasser dabei, sonst hätte ich mich da an den Napf gehängt ...), und es wurde etwas flacher, sodass ich die restlichen 30 Höhenmeter - wieder mit tollen Ausblicken - auch noch gut schaffte ...

Auf dem Pass streckte ich die Arme zum Jubel empor, und machte mich an den Abstieg ... Ich hatte mich heute Morgen entschieden, die Strecke ein bisschen umzubauen, denn ich wollte in St. Blasien den Abschluss machen. Also bog ich an einer veritablen Hauptverkehrskreuzung im Wald nach links in Richtung Häusern ab anstatt geradeaus nach St. Blasien zu gehen.

Dieser Weg war wunderbar, anfangs nur leicht abschüssig, am Ende dann ein bisschen steiler, aber bergab ist immer noch besser als bergauf, und auf einem Spielplatz oberhalb Häuserns hatte ich einen tollen Ausblick auf Häusern und den Albsee.

Häusern hatte ich - in der Besprechung mit meiner Mutter über die Notfallpläne - als Extraktionspunkt Gamma definiert (den Albsee-Parkplatz als Beta und das Ziel in St. Blasien als Alpha) ... Ja, ich habe in den letzten Tage zu viele Kriegsserien gesehen ...

Extraktionspunkt Gamma konnte Planung bleiben, denn ich spazierte durch Häusern hindurch in Richtung Fußballplatz. Vorher begegnete ich aber einer Mutter mit Kind und Hund, die auf dem Waldlehrpfad vor mir herliefen. Ich hielt natürlich Abstand, aber der Junge, der die Nachhut bildete, blickte sich plötzlich um, erschrak sich und kreischte wie eine Kreissäge ... So furchtbar sehe ich doch gar nicht aus, Bub!

Die Mutter bat um Entschuldigung, ließ mich vorbei und am Sportplatz gedachte ich des 8:2-Sieges des TuS Bonndorf über den SV Häusern, bei dem ich - irgendwann in der E-Jugend - erstmals im Tor stand. Trotz des Sieges wurde ich aufgrund der beiden angeblich von mir verschuldeten Gegentore von meinen Mitspielern angemotzt, die wollten die Häuserner Mannschaft halt mit 8:0 aus ihrem eigenen Stadion schießen ... Damals machte das Fußballspielen halt noch richtig Spaß ...

Ich schlug den Weg hinunter ins Albtal und zum Albsee ein, lief ein kurzes Stückchen durch Höchenschwander Gebiet immer schön den Berg hinunter, als ich auf einmal vor mir um die Kurve ein lautes Motorgeräusch hörte ... Auf einmal kam mir ein Traktor mit drei oder vier zig Metern langen Bäumen im Schlepptau entgegen, sodass ich mich zwischen Weg und Abhang möglichst schmal machte (nicht lachen!) und hoffte, dass das Ding an mir vorbeizieht ...

Das klappte, und ich hatte schon Befürchtung, ich hätte ein Sperrungsschild übersehen, aber da kam mir auch schon ein Nordic-Walker entgegen, sodass ich zuversichtlich war, dass ich keinen Mist gebaut hatte.

Ich sah schon den Albsee, fand aber den vermaledeiten Pfad, der vom Wanderweg auf die Straße und zur Staumauer abbog, trotz intensiver Suche nicht (meine Aufzeichnungsapp weist wilde Ausschläge vorwärts und rückwärts aus ...), sodass ich einen Umweg laufen musste, der zu dem Zeitpunkt schon wehtat ...

Als ich schließlich die Staumauer erreicht hatte, kam mir eine Gruppe joggender junger Frauen entgegen, und aus der Tatsache, dass die grüßten, schließe ich, dass das Kollegsschülerinnen waren. Sehr löblich ...

Die erste Bank jenseits der Staumauer - ich war nach kurzer Durchquerung von St. Blasier Gebiet  nun auf der Gemarkung der Gemeinde Dachsberg gelandet - wurde zwecks Pausemachen okkupiert.

Es verblieben noch rund vier Kilometer nach St. Blasien, die zunächst am Ufer des Albsee entlangführten. Abwägungen (landschaftlich schönere gegenüber kürzerer Strecke) fielen jetzt zugunsten des schnellsten Weges aus, ich lief durchs Industriegebiet und dann rechts hoch auf einen kleinen Pfad in Richtung Wald.

Die Zivilisation war auf diesem Weg nie fern, aber ich war wenigstens nicht mehr auf der Straße selbst, es gab noch zwei steilere Anstiege, dann sah ich den St. Blasier Dom durch die Bäume ...

Ein letztes Aufbäumen über Wege, mit denen ich bei (zum Glück nicht so häufigen) Waldläufen im Sportunterricht Bekanntschaft gemacht hatte, folgte, dann unterquerte ich die Straße, lief zwischen Mädcheninternat und Bagnatohaus hindurch, an der Altbaupforte des Kollegs vorbei, auf den Domplatz und über die Alb, ehe ich an einem schönen Bänkchen an der Alb mit Blick auf den Dom Schluss für heute machte ...

Meine Mutter war für 17 Uhr bestellt, kam pünktlich, übersah mich, fuhr noch eine Runde, ich warf mich vors Auto, sie hielt an, ich stieg ein, und wir fuhren noch ein bisschen durch Balzhausen und Dürrenbühl, bogen hinter Rothaus in den Wald ein (die Radfahrer hielten uns wahrscheinlich für verrückt, aber das war eine offizielle Straße) und kamen dann von der Sommerau zur Steinasäge und schließlich nach Bonndorf zurück.

Die 200-km-Marke innerhalb des letzten Monats habe ich noch in Blasiwald im Berg geknackt, am Ende waren es heute über 15,5 Kilometer. Schön war's, anstrengend war's, morgen muss ich wieder arbeiten, da wird es entweder gar keine oder nur eine kürzere Runde geben ...

Heute gibt es mal viele Fotos:

Aufstieg in Blasiwald

Blick in Althütte

Blick auf den Schwarzwald

Sehr liebenswürdig

Ausblick (fast) vom Pass

Alles hat seine Ordnung im Schwarzwald ...

Ich fand den Blick halt schön ...

Albseestaumauer

Albsee von der Staumauer

Albsee auf dem Weg nach St. Blasien

Das Ziel, der Dom, kommt näher ...

Bläsi halt ...

Sonntag, 3. Mai 2020

Heimat- und Sachkunde

... wurde bei in der Grundschule "HuS" abgekürzt, und irgendwie haben die Lehrer mehr Wert auf so Baumgedöns und Handarbeit(sgedöns) gelegt denn darauf, den Schülerinnen und Schüler die nähere Umgebung näherzubringen. Das alles muss ich jetzt mit meiner Füße mühsamer Arbeit (das war doch mal ein grammatikalischer Leckerbissen, oder etwa nicht?) nachholen ... Naja, vielleicht wurde mir da auch vieles beigebracht, was ich wie die tauglichen, aber wenig ertragreichen Versuche meiner Eltern einfach vergessen habe ... Sei's drum, heute wurde wieder gewandert.

Die Lücke zwischen dem erwanderten Gebiet und der noch nicht an formal an das erwanderte Gebiet angeschlossenen Titisee-Umrundung ließ mir keine Runde, sodass ich heute mit meiner Mutter nach Aha an den nordwestlichen Rand des Schluchsees fuhr. Dort verließ ich das Auto und lief in Richtung Windgfällweiher los - dieses kleine Seechen ist der dritte See, der bei der "Dreiseenbahn" Erwähnung findet, und laut Auskunft meiner Mutter war ich darin sogar einmal schwimmen. Daran kann ich mich nicht erinnern, im Gegensatz zu der großen Zahl an wenig erfolgreichen Schlittschuhlaufversuchen mit anschließendem Wiederaufrappeln - da sag einer, ich sei kein Kämpfer ...

Ich hatte da bereits einmal - auf einer Brücke - die Gleise der Bahn überquert und lief nun zwischen Weiher und Gleisen entlang - mir kamen Unmengen von Menschen entgegen, sodass ich öfter stehenbleiben und Fotos machen musste ...

Ich ging weiter in Richtung Altglashütten durch den Wald, dann ein Stück durch das Örtchen und über den Rotmoorweg in Richtung Bärental - aus dem Rotmoor hatte man einen großartigen Blick auf den nächstgelegenen Berg, dessen Namen ich nicht eruieren konnte, schon sehr, sehr schön ...

In Bärental überquerte ich todesmutig die Bundesstraße 317 und lief am mit 967 m höchstgelegenen Bahnhof (an einer Regelspurstrecke) in Deutschland vorbei. Ab hier ging es nun abwärts in Richtung Titisee, und nach einer schönen Wanderung auf einem relativ gut ausgebauten Wanderweg (vorbei an einem ziemlich verwüsteten Waldgebiet bald hinter Bärental) landete ich an der Sandbank am Titisee.

Ich entschied mich, doch noch bis Titisee-Ort weiter zu laufen, bereute das aber aus zweierlei Gründen ein bisschen: Erstens taten mir gegen Ende dann doch die Füße weh, zweitens kamen mir Heerscharen von Erholungssuchenden entgegen, sodass die Ordnungsämtler alle Hände voll zu tun hatten, die ganzen Radfahrer vom Weg zu ziehen ...

In Titisee-Ort selbst war die Hölle los - die Läden sind ja jetzt wieder offen, und sehr viele Menschen nutzten den verkaufsoffenen Sonntag dort, um einzukaufen ... Unglücklicherweise hatte ich vergessen, dass die Uferpromenade eine Fußgängerzone ist, sodass ich meine Wanderung um weitere 300 Meter verlängern musste, um das - rechtzeitig einbestellte - Mamataxi abzupassen.

Ich saß ein paar Minuten auf einem Bänkchen, stellte mich dann meiner Mutter in Weg, wurde aufgesammelt, und wir begannen den zweiten und wesentlich erholsameren Teil dieses heimatkundlich sehr lehrreichen Tagen: Wir fuhren über Schluchsee und Rothaus, bogen nach Grafenhausen ab, guckten uns die Tannenmühle an (auch die Hölle los), fuhren durch Birkendorf, runter ins Steinatal, hoch nach Bettmaringen, über die Obere Alp, runter nach Wangen, hoch nach Brunnadern und dann schließlich nach Hause.

Wandertechnisch hatte ich heute fünf Gemeinden: Schluchsee; Lenzkirch mit dem Windgfällweiher, hätte ich nie gedacht; die neu erwanderte Gemeinde Feldberg (Schwarzwald); Hinterzarten am Südende des Titisees und schließlich Titisee-Neustadt. Mit dem Auto waren wir dann noch in Grafenhausen, Ühlingen-Birkendorf und Stühlingen zugange, da habe ich heute mal wieder richtig viel vom Schwarzwald gesehen ...

Achso: Nachdem ich so viel über mein Handy und die ständig aussteigende Aufzeichnungs-App gemeckert habe, habe ich heute (naja, vielmehr hat meine Mutter) meinen alten Busfahrkarten-Brustbeutel aus Schulzeiten ausgegraben. Dort stecke ich das Handy rein und alles funktionierte bestens - ich wurde zwar ein paar Mal schief angeguckt, aus welcher Klappse ich denn ausgebrochen sei, aber sonst ging's ...

Fotos:

Dreiseenbahn

Windgfällweiher

Windgfällweiher

Blick auf Neuglashütten

Unterwegs an den Titisee

Unterwegs an den Titisee

Titisee von Südosten

Titisee von Norden (Uferpromenade)

Samstag, 2. Mai 2020

's Ganterwegle

... beendete ich heute, nachdem ich 15. April schon ein Teilstück gelaufen war - das Mittelstück hatte ich damals und habe ich heute nicht erwischt, aber das ist nicht so schlimm, denn dieses Weglein werde ich sicherlich noch einmal gehen, und vielleicht kriege ich es dann gebacken, den gesamten Weg einzutüten ... Es war nämlich sehr schön ...

Parallel zum Wetterumschwung in den letzten Tagen fing mein Fuß an zu streiken, sodass ich am Dienstag und Mittwoch richtig Schmerzen hatten, aber am Donnerstag wurde es etwas besser, sodass ich - trotz Regens - eine (wirklich ganz) kleine Tour machte: Ich wanderte nämlich durch Bonndorf und dann am Waldrand vorbei in Richtung Wellendingen. Nach nicht ganz 4,3 Kilometern ließ ich mich - in meiner knallroten Regenjacke auch aus dem Weltall sichtbar - an der "Insel" in Wellendingen abholen.

Wanderregel Nr. 2 lautet, dass ein Spaziergang überhaupt nur dann eine Wanderung ist, wenn dabei mindestens fünf Kilometer zurückgelegt werden oder aber zumindest die Grenze zwischen zwei heutigen oder ehemaligen Gemeinden überschritten wird. Aufgrund dieser Grenzüberschreitung zähle ich selbst diesen 4,3-Kilometer-Spaziergang als "Wanderung", auch wenn jeder Wanderer mich auslacht ...

Gestern ließ ich die Wanderung ausfallen, verspürte aber heute Morgen, sagen wir, das dringende Bedürfnis, viel frische Luft zu tanken.

Also marschierte ich schon um 8.20 Uhr bei schönsten Nieselregen aus dem Haus. Zunächst ging es in Richtung Abzweig nach Schluchsee, aber schon bald hinter dem Bauhof in den Wald (links der Straße nach Schluchsee). Ich lief in ziemlichem Zickzack über die Steinahalde, und überraschenderweise machte das richtig Spaß.

Klar, es ist nicht ganz so gemütlich, mit der Regenjacke, in der du langsam vor dich hin dünstest, die Füße werden irgendwann auch mal feucht (kalt wurden sie heute gar nicht mal so sehr), aber es ist im Wald (und ich wollte heute definitiv in den Wald) eine ganz andere Atmosphäre, gefühlt durch den tagelangen Regen noch grüner, und wenn man die Matschpfade vermeidet, dann kann man auf den Schotterpisten oder gut ausgetretenen Pfaden auch ohne Probleme vorankommen ...

Ich bog einmal falsch ab und lief den unteren statt den oberen Weg, was zur Folge hatte, dass ich die alte Steinasäger Straße weiter (und steiler) hochmusste als ursprünglich geplant, aber dafür war ich auch auf einem Schotterweg statt einem Naturpfad unterwegs, was für die Trockenheit meiner Füße sicher nicht verkehrt war.

Ich bog, kurz bevor ich die Waldallee erreicht hätte, wieder rechts in den Wald ein (da, wo ich am 15. April gelaufen war) und lief über den wunderbaren Waldweg dort oberhalb der (neuen) Straße zur Steinasäge ... Damals war ich auf das erste Stück des Ganterweges abgebogen, aber diesen Matschpfad wollte ich heute nicht gehen, und außerdem war das eigentliche Ziel heute gewesen, die Straße zur Steinasäge zu erreichen und dann nach Hause zu gehen ... Also lief ich den Schotterweg hoch und nach rechts in Richtung dieser Straße.

Als ich mich dem avisierten Heimgehpunkt näherte, fühlte ich mich aber gut und dachte mir (ohje, ohje, er denkt ...), dass ich doch noch ein Stück weitergehen könnte ... Also überquerte ich die Straße und lief anstatt auf dem Weg in Richtung Wellendingen, den ich vorgestern gegangen war, in den Wald hinein. Mit ein bisschen Suchen (die Strecke hatte ich ja nicht vorgeplant, deswegen musste ich mich jetzt aufs Kartenlesen verlegen ...) fand ich den richtigen Abzweig (ein Zwischenstück war ziemlicher Matschweg, und das noch bergrunter, dass ich mich da nicht auf die Nase gelegt habe, wundert mich jetzt noch ...), und ein paar hundert Meter weiter zweigte links ein kleines (aber gut ausgetretenes) Pfadchen ab, das sich als die Wiederaufnahme des Ganterwegles herausstellte.

Diesem Pfad folgte ich dann ein längeres Stück, das ist sicher kein Weg, den man in Flipflops gehen sollte (und schon gar nicht in Flipflops bei Regen), denn wenn man da runterkippt, dann geht es erstmal einigermaßen steil den Abhang runter, aber es ist unwirklich schön ... So stelle ich mir den Wald um Harry Potters Schule vor, Hogwarts, oder wie das Ding heißt, und es hätte mich nicht gewundert, wenn irgendwelche Zaubertricks vorführenden Schüler um die Ecke gebogen wären. Das mit dem Abstandhalten wäre auf dem engen Weg allerdings schwierig geworden, sodass ich nicht unglücklich war, dass mir keiner entgegenkam (naja, bei dem Sauwetter war das eh unwahrscheinlich ...).

Nach gut 1,3 km auf dem schönen Pfad landete ich auf dem Weg vom Wegkreuz Stäglegaß runter ins Steinatal ... So langsam taten mir die Gräten dann doch weh, sodass ich mich entschied, meine Ma anzurufen, ob sie mich doch in Wellendingen extrahieren könnte (ich hatte eigentlich geplant, einen Rundweg zu laufen). Sie war bereit hierzu, sodass ich hoch zum Wegkreuz ging und dann den Berg runter nach Wellendingen (die Strecke war ich ja erst vorgestern gelaufen).

Wieder sammelte mich das Mamataxi an der "Insel" ein, nur dass es heute fast zwölfeinhalb Kilometer geworden waren und somit eine richtige Wanderung. Und ja, die zwei Kilometer, die mir das an Heimweg gespart hat, waren es wert, denn ich will ja morgen oder zumindest übermorgen, wenn ich noch einen Tag Urlaub habe, nochmal durch den Schwarzwald wandern, und dazu brauche ich dienstwillige Füße ...

Fotos gibt's auch heute wieder:

Weg nach Wellendingen (links), rechts geht es in Richtung Ganterwegle

Blick auf Wellendingen

Steinahalde

Dramatische Bilder erreichen uns aus dem Schwarzwald ...

... wirklich dramatische ...

Ganterwegle

Ganterwegle

Da zitterte die Hand schon ...

Montag, 27. April 2020

Einen Verstoß gegen § 37 Abs. 4 Nr. 4 LWaldG BW

... wollte ich mir heute nicht leisten, nachdem ich vor ein paar Tagen schon fast Staatseigentum beschädigt hätte; also musste ich einen Umweg laufen bei meiner heutigen Tour durch den Wald.

Meine Mutter hatte heute eine Verabredung, also musste ich - auch an meinem heutigen Urlaubstag - zeitig aus dem Bett kommen, damit sie um mich um 9 Uhr nach Seebrugg kutschieren konnte ... Ich habe Wanderregel Nr. 1 (die ich schon zuvor ignoriert hatte) nun modifiziert, sodass nunmehr die Gemeinde Bonndorf im Schwarzwald nicht mehr betreten werden muss, wenn unterwegs ein Punkt berührt wird, der auf einer vorhergehenden Wanderung berührt wurde. Da die Schluchseeumrundung bisher ohne Berührungspunkt zu einer vorherigen Wanderung war, musste ich nun den Berührungspunkt herstellen, um das Versäumnis zu heilen (boah, das klingt heute nach einem juristischen Proseminar, aber keine Sorge, es wird besser ...) - also startete ich in Seebrugg exakt an dem Weg zwischen Jugendherberge und Strandbad, über den ich bei der Umrundung des Sees die letzten Meter gekommen war.

Ziel der heutigen Wanderung war mein Zweitwohnsitz in Bonndorf, da das mütterliche Taxi nicht mehr zur Verfügung stand - nein, ich lasse auch meine Mutter nicht mehr fahren, wenn sie Alkohol getrunken hat. Don't drink and drive! (Damit bin ich als vielgelesener Blogschreiber auch meiner sozialen Verantwortung nachgekommen ...)

Ich lief erst einmal zurück in Richtung Bundesstraße und geradeaus auf die Landstraße in Richtung Rothaus, nur um rechts in den Wald abzubiegen. Auf dem Weg nach Amertsfeld und Brünlinsbach auf Grafenhausener (Grafenhauser? Grafenhäusener?) Gemarkung querte ich noch zweimal die Landstraße (das entsprach aber der Führung des Wanderweges), blieb dann aber rechts der Landstraße und ging gemächlich den steilen Buckel (Hügel, für die, die des Alemannischen nicht mächtig sind) in Brünlisbach hoch.

Hier war ich schonmal gewesen, denn ich kam an der Brauerei in Rothaus heraus; wieder lief ich in Richtung Faulenfürst und dann rechts in den Wald auf diese lange, gerade Strecke in Richtung Bonndorf. Schon aus größerer Entfernung sah ich vor dem letzten der drei Schotterwegabschnitte etwas hängen, was verdächtig nach einer Waldsperrung aussah, und je näher ich kam, desto sicherer wurde ich.

Gemäß dem baden-württembergischen Waldgesetz (und das gilt, glaube ich, grundsätzlich auch in anderen Bundesländern) darf jeder den Wald zum Zwecke der Erholung betreten (§ 37 Abs. 1 Satz 1), das gilt auch für Wald, der in Privatbesitz ist, und ist daher eine Sondervorschrift (normalerweise darf ein Eigentümer von Grund und Boden ja den Zugang beschränken, wie er lustig ist ...). Es gibt aber eine Reihe von Sondervorschriften, die diesen Grundsatz einschränken, und dazu gehört § 37 Abs. 4 Nr. 4. Sinnvollerweise ist es nämlich während des Einschlages von Holz nicht zulässig, die betroffenen Waldwege zu betreten, und so war hier also ...

Nun denn, ich stand an der Kreuzung und musste mich entscheiden, ob ich nach links weiter in den Wald hinein oder nach rechts in Richtung Straße ging. Ein kurzer Blick auf meine Karte eröffnete mir, dass der Weg entlang der Landstraße wahrscheinlich sinnvoller (und, wie sich herausstellte, sogar unwesentlich kürzer!) sei ... Nun denn.

Es ist für einen Städter (und der bin ich nunmal geworden) ganz und gar ungewöhnlich, wenn man am Straßenrand läuft und von hinten schnauzen Laster mit fast 100 km/h (und Autos mit zum Teil mehr als 100 km/h) in kaum fünf Metern Abstand an einem vorbei, und, ehrlich gesagt, es ist auch ein bisschen beängstigend.

Ich nutzte daher jede Möglichkeit zur Abkürzung jenseits der Straße (dabei begegnete ich einem jungen Mountain-Biker, der für mich noch gut hörbar Musik in den Ohren hatte (knapp an der Grenze zur Ordnungswidrigkeit nach § 83 Abs. 2 Nr. 2 LWaldG BW, Mann ey!), aber am Ende waren es doch zwei Kilometer oder so, die ich erfolgreich versuchte, mich nicht umfahren zu lassen ...

Ich war froh, als es wieder in den Wald ging, aber bei der Strecke hinunter ins Steinatal (da bin ich jetzt in den letzten Wochen ziemlich oft auf die eine oder andere Weise aufgeschlagen) sehnte ich mir eine Bank herbei, um mein Mittagessen verzehren zu können. Allein, es kam keine ...

Die erste Sitzgelegenheit war um Punkt 12 Uhr ein Mäuerchen an der Steinasäge, und dort verzehrte ich ein vorzügliches Salamibrötchen und trank meine zweite (kleine!) Flasche Wasser aus, denn der zweite größere Anstieg des Tages wartete nun auf mich: die alte Steinasäger Straße hinauf nach Bonndorf ...

Nun denn, es war mühsam, aber erträglich, und trotzdem war ich froh, als ich endlich auf der relativ flachen Waldallee angekommen war. Ich kämpfte mich die letzten zwei Kilometer zurück durch die Vorstadt und schließlich zum Schloss, und der allererste Gang war unter die Dusche.

Die Dusche hatte ich mir nach über 14 Kilometern mit 265 Höhenmetern redlich verdient ... Den Rest des Tages verbrachte ich, Wunden leckend, daheim ...

In den letzten 23 Tagen habe ich 17 Wanderungen unternommen, von eher klein (5,21 km) zu zu lang (16,49 km ohne große Übung). Ich bin insgesamt 168 Kilometer gelaufen und habe 2749 Höhenmeter erklommen, wobei ich speziell der letzten Angabe nicht so ganz traue. Der höchste Punkt war bei 1.075 Metern kurz hinter Faulenfürst, der tiefste Punkte bei 407 Metern in Eggingen, und insgesamt war ich inzwischen auch schon fast 39 Stunden unterwegs.

Morgen soll es regnen, und wir bekommen Besuch, mal sehen, ob ich es komplett sein lasse oder doch eine kurze Runde drehe, wir werden sehen ...

Ein paar Fotos:

Flüsschen vor Amertsfeld

Brauerei Rothaus, sonst Ziel aller Träume, heute nur Zwischenstation

Umleitung

Gabelung im Wald (rechts hoch nach Ebnet, links runter ins Steinatal)

Sonntag, 26. April 2020

Bundeseigentum zerstört

... hätte ich heute Nachmittag fast (aus Versehen natürlich), aber ich konnte die Situation, reaktionsschnell wie ich bin (höhö), noch retten ...

Nachdem meine Mutter und ich vorgestern in Wiesbaden waren, um meine Wohnung zu inspizieren, und wir gestern sehr gut essen waren (zu gut für meinen Geschmack, am Nachmittag war mir vor lauter Vollgefressenheit schlecht), war es heute höchste (oder, wie man laut Jogi Löw im Südbadischen sagt, "höggschte") Zeit, mal wieder einen mittelgroßen Spaziergang zu machen.

Ich ließ mich im bewölkten Wittlekofen, einem Ortsteil von Bonndorf, aus dem Auto werfen (ich betone das "bewölkt", weil ich Held im Erdbeerfeld mich nicht eingecremt hatte und jetzt mit einem leicht geröteten Arm belohnt werde ...) und lief relativ schnell in den Wald hinein.

Ich kam an der Steina an, und zwar an den Roggenbacher Schlössern, lief aber nicht nach rechts in Richtung Wanderparkplatz, sondern links einen kleinen Anstieg hinauf in Richtung Bettmaringen. Etwa um diese Zeit betrat ich die zweite von vier Gemeinden auf dieser Tagesreise (Stühlingen, gestartet war ich in Bonndorf und es kamen noch Ühlingen-Birkendorf und Eggingen).

An dieser Stelle ist es fällig, dass ich den Online-Tourenplaner des Schwarzwaldvereins hier einmal hervorhebe, denn der leistet mir seit Wochen sehr gute Dienste:

https://www.wanderservice-schwarzwald.de/de/

Am besten ist es, einfach über die Internetseite zu gehen (am Rechner wie mobil), denn dann sind alle Funktionen freigeschaltet, was es in der App schrägerweise nicht ist. Mit dem Teil kann man sehr einfach und intuitiv seine Wanderrouten planen und insbesondere am Höhenprofil ablesen, ob man sich vielleicht zu sehr überanstrengen könnte ...

Ich lief einen leicht ansteigenden Weg hinauf, nur um über einen kleinen Pfad wieder ins Steinatal gejagt zu werden (geradeaus auf dem Weg wäre es nach Bettmaringen gegangen).

Es ging weiter in Richtung Obermettingen, zunächst einen Anstieg durch den Wald, dann einen Anstieg auf offenem Feld (mit tollem Panoramablick bis in die Schweiz), hinab nach Obermettingen und dann den steilen (aber kürzeren) Weg hinauf in Richtung Eggingen. In Obermettingen ließ mich mein Handy - inzwischen traditionell - im Stich und zeigte den Weg über die Hauptstraße nicht richtig auf, sodass die am Ende gespeicherte Strecke mindestens 300 Meter zu kurz ist. Mann ey, aber so habe ich wenigstens was zu meckern.

Am Wegkreuz zwischen Obermettingen und Eggingen machte ich - unter der knisternden Stromleitung - Rast, bevor ich ziemlich plötzlich von der Kreisstraße auf einen Naturpfad schon auf Egginger Gebiet geleitet wurde. Das war wirklich viel Natur und kaum Pfad, mehrfach musste ich mich bücken, um nicht in Zweige zu laufen, zumal das Gras auch ziemlich hoch war. Ich übertreibe, wenn ich sage, dass mich ein Reh fast über den Haufen gerannt hätte, aber es war schön, ein paar Meter (20-30?) vor mir ein solches Tier über den Weg hüpfen zu sehen, das ich normalerweise nur in Ruhe auf meinem Teller vorfinde ...

Ich kam - wenig überraschend - die Mettinger Straße herunter, als ich in Eggingen einlief; danach marschierte ich durch den Ort in Richtung Wutach und kam dabei am fast fertigen kleinen Stadtpärklein vorbei, das sie richtig schön gemacht haben. Der Spielplatz war nahezu hermetisch abgesperrt, und auch sonst waren - wiederum wenig überraschend - relativ wenige Leute unterwegs.

Ich hatte mir die Bundesgrenze jenseits der Wutach als Ziel auserkoren, also lief ich über die Bahngleise, die Bundesstraße und schließlich über die Wutach in Richtung Bundesgrenze, nur um relativ früh ausgebremst zu werden: Die Straße ist nicht etwa direkt an der Grenze, sondern fast einen Kilometer vorher, am Ortsausgang von Eggingen, gesperrt.

Auch wenn es hier keiner Kletterpartie bedurft hätte, um die Barrikade zu umgehen, ließ ich es sein, denn meine Mutter war schon angerufen, und die zwei Bundespolizei-Hubschrauber, die ich während meines Gangs durch Eggingen an der Grenze Patrouille fliegen sah, mussten mich nicht beschießen ...

Ich hielt es für eine gute Idee, mich auf die Barrikade zu setzen (als Bankersatz) und dort auf meine Mutter zu warten, aber die Barrikade gab nach, sodass ich es unterließ, das Eigentum der Bundesrepublik Deutschland (naja, vielleicht auch des Landkreises oder der Straßenmeisterei ...) weiter der Beschädigung zu unterziehen. Vielmehr lief ich die paar Meter zurück zur Brücke über die Wutach, las dort noch ein bisschen auf dem Handy und ließ mich nach Ankunft des mütterlichen Taxis in selbiges fallen.

Meine Ausstattung wird immer professioneller, morgen wird noch der rechte Ringzeh abgeklebt, denn da bin ich blasenanfällig, wie ich heute wieder merkte, und dann geht es wahrscheinlich wieder durch den Schwarzwald ...

Insgesamt waren das heute knapp 14 und insgesamt seit dem 5. April gut 154 Wanderkilometer, morgen und übermorgen habe ich Urlaub, dann geht es, denke ich, in Richtung 175 Kilometer. Das macht mir gerade richtig Spaß, so langsam ist es auch nicht mehr so furchtbar mühsam, mal den Berg hochzugehen (auch wenn mein Heuschnupfen mir gerade keine so ganz große Freude macht) - ich glaube zwar, dass, wenn die ganze Corona-Sauerei vorbei ist (oder auch schon früher), diese ganze Wanderei deutlich eingedampft wird, aber ich werde jedenfalls in absehbarer Zeit keinem mehr den Vogel zeigen, der am Wochenende mal auf Wanderschaft geht ...

Fotos:

Unterwegs von Wittlekofen ins Steinatal

Im Steinatal

Blick auf die Straße im Steinatal

Vor Obermettingen

Zwischen Obermettingen und Eggingen

Naturpfad vor Eggingen mit optionalem Reh

Ende Gelände in Eggingen

Donnerstag, 23. April 2020

Rund um den See 2

Was wie der wenig oscarverdächtige Titel eines mittelmäßigen Horrorfilms klingt, beschreibt den heutigen (kurzen) Abendspaziergang ...

Nachdem mir die Runde um den Schluchsee gestern ja durchaus Spaß gemacht (und ein bisschen Schmerzen bereitet) hatte, wollte ich heute die - deutlich kürzere - Strecke um den zweiten größeren See hier in der Nähe in Angriff nehmen, nämlich eine Runde um den Titisee.

Ich spannte dazu das Auto an, und dafür, dass ich am Ende gut 80 Minuten um den See lief, war die Anfahrt mit zweimal 30 Minuten ziemlich lang - kurz gesagt: Das war eine Schnapsidee, aber am Ende dann eine gute, weil die Strecke auch schön war, wenn auch nicht so schön wie um den Schluchtsee gestern.

Ich fuhr von Westen an den See heran und suchte und suchte nach einem Parkplatz, aber die, die es gab, waren Privatparkplätze von (geschlossenen) Hotels und Restaurants oder aber komplett gesperrt. Na super ... Ich hatte eigentlich nach Hinterzartener Gebiet parken wollen, landete aber schließlich in Titisee und stellte mich ans Kurhaus - dort dann man zwar nur eine halbe Stunde parken, aber da diese Beschränkung nur tagsüber bis 18 Uhr gilt und ich pünktlich um 17.32 Uhr ankam, war das alles gut.

Ich lief den einzigen größeren Berg der Strecke hinauf in Richtung Südwesten, also wieder in Richtung Hinterzarten. Auf der Nordseite des Sees gibt es kaum Wege direkt am Ufer, sodass ich an der Straße entlanglief und dabei mehr oder weniger gute Ausblicke auf den Titisee hatte.

Als ich am Ostende ankam, ging es in Richtung Südosten durch ein Landschaftsschutzgebiet und schließlich auf der Waldseite im Süden des Sees wieder in Richtung Titisee-Dorf. Anders als am Schluchsee waren die Ausblicke hier von der Waldseite schöner, gerade weil man auch das Örtchen Titisee gut sehen konnte.

Den besten Blick allerdings hat man auf der Uferpromenade in Titisee, da gibt es ein richtiges Schwarzwaldpanorama, das ich unten - leider gegen die Sonne - versucht habe einzufangen.

Alles in allem eine schöne kurze Runde, nur Titisee-Dorf war so ausgestorben wie ich es nicht für möglich gehalten hätte ... Nur an der Uferpromeande waren dann ein paar Menschen, aber vorher in den Einkaufssträßchen, gar nichts los ... Sehr schräges Gefühl ...

Morgen geht es mal nach tagesausflugsmäßig nach Wiesbaden, aber vielleicht spaziere ich am Wochenende mal wieder durch den Schwarzwald ...

Da alle nur auf Fotos warten:

Blick von der Nicht-Wald-Seite

Schwarzwaldidyll (Tümpel am Wegesrand)

Blick von der Sandbank

Blind über die Hecke

Blick von der Uferpromenade in Titisee

Mittwoch, 22. April 2020

Im Rugbysport

... gibt es die Regel, dass die Spieler beim Einwurf in die Gasse andere Spieler nicht hochheben dürfen. Diese Regel wird ganz regelmäßig ignoriert, was zu dem schönen Bonmot führte, dass diese Regel mehr durch ihren Bruch als durch ihre Einhaltung geehrt würde ...

So ähnlich ist das auch mit meiner Wanderregel Nr. 1, die ich erst vorgestern zum Besten gegeben hatte, denn heute hatte ich Urlaub und lief eine Runde um den Schluchsee, der - wahrhaft überraschend - zur Gemeinde Schluchsee gehört, und zwar vollständig. Ich startete meine Wanderung also nicht auf Bonndorfer Gebiet (naja, schon, aber halt mit dem Auto, und das gildet nicht ...) und verstieß gegen Wanderregel Nr. 1, aber so isses jetzt halt ...

Gestern Abend brauchte ich dringend einen kleinen Kopf-frei-Spaziergang und lief über den Japanischen Garten in Richtung Wellendingen. Am Wegkreuz Staglegaß (das Google etwas übereifrig aufgrund der Corona-Situation als "vorübergehend geschlossen" deklarierte) bog ich wieder nach rechts in den Wald in Richtung Steinatal ab.

Anders als vor ein paar Wochen ging ich geradeaus (damals war ich mal rechts abgebogen) und landete schließlich an dem Spielplatz ("gesperrt!"), an dem meine Mutter mich neulich nach meiner Faulenfürst-Sommerau-Steinatal-Wanderung abgeholt hatte.

Im Steinatal ging die Sonne gerade unter, ich fluchte ein bisschen, weil mein Handy, auf dem mein Wander-EKG lief (also die App für die Kartenführung) just jetzt ein Update durchführte und mir damit die Streckenverfolgung ein bisschen kaputt machte. Ich erfreute mich aber an den zwei richtigen Hunden, die ihr Herrchen und Frauchen Gassi führten (speziell das Frauchen ...), und beendete meine Wanderung in der Nähe des Wanderparkplatzes für die Roggenbacher Schlösser, aber jenseits des Erlenbaches, der an dieser Stelle die Grenze zwischen Bonndorfer Gebiet und dem Gebiet der Gemeinde Ühlingen-Birkendorf markierte. Dementsprechend hatte ich jetzt auch das Territorium der letzten an Bonndorf angrenzenden Gemeinde im Rahmen der Spaziertouren angekratzt. (Ja, der Typ fängt jetzt an, Gemeinden statt Länder zu zählen, irgendwas muss man ja sammeln ...)

Heute hatte ich Urlaub, und den nutzte ich also, um mich zu quälen. Ich bugsierte das Auto an den Bahnhof in Seebrugg, also an die südöstliche Ecke des Schluchsees, und startete dort meinen Rundgang.

Das ging schon nach wenigen Metern in die Hose, weil ich zwar schnell an dem Kran vorbeiwollte, der da Holzabfall auf den Sammelplatz hob, dabei aber übersah, dass ich in eine Sackgasse, nämlich auf die Terrasse des geschlossenen Ausflugslokals, lief ... Also zurück, marsch, marsch, und entlang der B 500 spazierte ich nach Schluchsee. Ich lief an den Bahngleisen der Dreiseenbahn entlang bis auf die Landzunge mit Aussichtspavillon, danach war aber der Weg entlang des Sees wegen Coronagefahr gesperrt (weil man keine 1,5 m Abstand einhalten könnte ...).

Ich lief einen Umweg, kam dann wieder auf den Seeweg (der an der Stelle aber auch nicht viel breiter war ...) und spazierte nach Aha.

In Aha musste ich mich entscheiden, ob ich den Rundgang abbreche und mit der Bahn zurück nach Seebrugg fahre oder ob ich durchziehe ... Ich entschied mich fürs Durchziehen, machte aber nach genau zehn Kilometern Halt. Davor hatte ich noch meiner virtuellen WhatsApp-Wanderkumpanin erläutert, dass, wer im Schwarzwald in Hinterpfuideibel wohnt, selbst für hiesige Verhältnisse ziemlich abgelegen lebt ...

Die Waldseite des Schluchsees bietet nicht so wunderschöne Panoramablicke auf den See (jedenfalls nicht solche, bei denen nicht Bäume - Wald! - die Sicht ein bisschen verdecken), dafür läuft man halt durch den Wald, und die gelegentliche Kombination aus Waldblick und Seeblick ist schon ziemlich schick ...

So langsam fingen die Füße an zu schmerzen, und in normalen Zeiten hätte ich sicherlich am Unterkrummenhof unterwegs ein flüssiges Hopfenvesper eingenommen, aber so lief ich halt - unterbrochen von einer zweiten Pause auf einer Bank mit nun allerdings wunderbarer Aussicht - in Richtung Staumauer weiter.

Selbige Staumauer, die dafür sorgt, dass die Wassermassen des Schluchsees nicht Richtung St. Blasien abhauen (als Schüler gab es Zeiten, wo man da auf dumme Gedanken kommen konnte), überquerte ich meines Wissens erstmals in meinem Leben laufenderweise (ich war da schon ein paar Mal drübergefahren ...), und danach überstand ich auch die letzten Meter entlang der B500 zum Bahnhof von Seebrugg.

Am Ende waren das über 17 Kilometer in knapp unter vier Stunden (Pause herausgerechnet). Wo die 278 Höhenmeter, die meine App anzeigt, herkommen sollen, erschließt sich mir nicht so ganz, denn der Weg war meistens ziemlich eben, aber die werden mitgenommen.

Das war eine richtig schöne Wanderung (das war wirklich eine Wanderung und kein Spaziergang mehr), aber mir tun die Gräten ganz schön weh ... Gelohnt hat es sich aber, und demnächst umrunde ich den Titisee (die Strecke ist aber deutlich kürzer ...).

Fotos von gestern und heute:

Zwischen Bonndorf und Wellendingen

Im Steinatal

Blick von Seebrugg auf den Schluchsee

Schluchsee hinter Schluchsee

Ausblick vom Aussichtspavillon auf der Landzunge

Von der Waldseite hinter Aha

Zwischen Unterkrummenhof und Staumauer