Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 1. Juni 2019

Eine Gesichtscreme

... ist der Abschluss einer weiteren Expedition zur Beweisführung für meine Beklopptheit.

Mir war vorgestern Abend eingefallen, dass mir meine Sonnencreme ausgegangen war, also machte ich mich auf, um noch welche zu kaufen. Am Abend wollte ich sie dann ins Gepäck packen, als ich sah, dass ich Held im Erdbeerfeld eine 150-ml-Packung gekauft hatte. Na super! Denn da wir nur mit Handgepäck fliegen, sind 150 ml nach Adam Riese 50 ml zu viel. Argh. Gestern Abend in Bogotá schaute ich dann in einem Supermarkt, fand eine ausreichend kleine (50ml) Creme mit 50er-Sonnenschutzfaktor, nur um später im Hotel festzustellen, dass das eine Gesichtscreme ist. Nun denn, da schlage ich also zwei Fliegen mit einer Klappe - ich bin sonnengeschützt und pflege meine Gesichtshaut. Wird ja auch mal Zeit!

Gestern Abend ist uns allen das Herz in die Hose gerutscht: Wir waren auf den letzten Zügen unseres Spaziergangs hier in unserem Viertel, als ein Mann eine Frau im Rollstuhl so anschubste, dass diese ohne Begleitung über die Straße fuhr. Das Problem war, dass er das genau vor einem Taxi machte. Boah, Kinners, das könnt ihr nicht machen - da stand auf einmal die ganze (belebte) Straße still, weil alle vor sich sahen, dass die Frau gleich in hohem Bogen über die Straße geschleudert wird. Zum Glück konnte der Taxifahrer noch anhalten, aber dem Typen, der mich in Lebensgefahr bringt, dem hätte ich die Meinung gegeigt ...

Überhaupt ist diese Fußgängerzone Ausdruck prallen Lebens, da wird an jeder Ecke gekifft und andere (legale) Ware feilgeboten, Sänger stehen im Abstand von wenigen Metern und singen, was das Zeug hält, wir haben gestern die spanischsprachige Version vom "Griechischer Wein" gehört ... Der Transmilenio, das Bussystem fährt überall zwischendurch (auch - erlaubterweise - durch die Fußgängerzone), das müssen wir auch mal ausprobieren.

Jetzt aber (ich schreibe diese Zeile um 6 Uhr kolumbianischer Zeit vor) geht es erstmal zum Flughafen und dann nach Leticia an den Amazonas.

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Die Fahrt zum Flughafen war ereignislos, außer dass die Rezeption verwirrt war, weil wir zum Flughafen wollten, ohne ausgecheckt zu haben, aber das war ja zu klären. Wir hatten noch Zeit, nahmen ein Frühstück ein und gingen dann durch die angenehm leere Sicherheitskontrolle.

Unser Flieger war ein wenig verspätet, und als alle drin saßen, wurde so ein armer Wicht wegen einer "immigrationstechnischen Besonderheit" (oder so ähnlich) wieder aus dem Flieger geholt ... Nun denn, das waren wenigstens nicht wir.

Dadurch hatten wir aber halt fast genau eine Stunde Verspätung, die wir nicht mehr ganz einholten, auch weil wir - damit wir den peruanischen Luftraum meiden - eine kleine Ecke flogen, um auf kolumbianischem Gebiet zu bleiben.

In Leticia muss jeder Auswärtige (also anscheinend auch jeder nicht dort wohnhafte Kolumbianer) eine Tourismussteuer von knapp neun Euro zahlen - da fühlt man sich doch gleich total willkommen ... Eine der Kontrolleurinnen fragte uns ganz überrascht, ob wir kein Gepäck hätten - nein, haben wir nicht.

Dafür war ich zu dem Zeitpunkt schon fast patschnass, denn im Regenwald sind tropische Temperaturen und - noch wichtiger - tropische Luftfeuchtigkeit. Es war gar nicht soooo heiß, aber eben sehr schwül.

Wir machten einen weiteren Taxifahrer zum reichen Mann, weil wir ihn beauftragten, uns zum Malecón zu fahren, was ich den beiden zuvor als "Uferpromenade" verkauft hatte. Nun, ja, Ufer war's, aber so Promenade, oder jedenfalls Flaniermeile, war das ganz und gar nicht. Das hier war Südamerika, wie es eben auch ist, schwül-warm, wuselig, bisschen dreckig, aber natürlich gab es eine Bierkneipe, und in die fielen wir ein.

Da war ein Fluss und das andere Ufer bezeichnete ich als "Peru", was bedeutete hätte, dass das Flüsschen der Amazonas wäre. Nix war's, das war der Fluss Leticia (nach dem Örtchen), wie wir herausfanden, als wir unschlüssig in der Gegend herumstanden und uns einer ansprach, ob wir mit ihm eine Bootstour machen wollten. Wollten wir, und der Preis von 80.000 Pesos (22 Euro oder so) war wahrscheinlich viel zu hoch, aber uns trotzdem recht ...

Mit dem "wollten wir" waren wir uns nicht mehr so ganz sicher, als wir sein Bötchen sahen: ein langes Holzboot, wenigstens mit Überdachung, aber das Wasser stand auf der einen Seite ein paar Zentimeter im Boot, und das Gefährt wackelte bedenklich, als wir alle einstiegen. Nun denn, Indianer kennt kein Schmerz - wir saßen.

Ab ging die gemächliche Luzi den Leticiafluss hinunter, rauf auf den Amazonas, über die Flussgrenze in den brasilianischen Teil und nach ein bisschen Gucken vom Boot aus, einmal quer über den Amazonas in Richtung Peru. Ich hatte den amigo (so nannte er mich, also darf ich ihn hier auch so nennen) gefragt, ob das wirklich so sei, dass man keine Aus- und Einreisestempel bräuchte. "Tranquilo", "ruhig", meinte er, das sei alles kein Problem ...

Auf der peruanischen Seite fuhren wir durch, jetzt hätte ich fast, Auenland geschrieben, aber eigentlich ist das sogar richtig, denn das Gebiet, durch das wir fuhren, wir bei Hochwasser überschwemmt. Wir hatten Niedrigwasser (bajisimo, also Niedrigstwasser), und legten am peruanischen Ufer an.

Alex, unser Kapitän, führte uns ein bisschen durch das Städtchen Santa Rosa mit seinen 1.200 Einwohnern, von denen 500 Schüler, sind, erläuterte uns, dass die Häuser auf Stelzen gebaut seien, weil das Gebiet eben so hoch überschwemme, zeigte uns drei Leguane, ließ uns peruanisches Bier kaufen (das wir dann auf dem Boot tranken), führte uns natürlich auch an der Einwanderungsbehörde vorbei, aber meinte, dass das alles kein Problem sei, und nach einer Dreiviertelstunde oder so gingen wir - nachdem er ein bisschen Wasser aus dem Boot geschöpft hatte - wieder an Bord.

Wir hatten vereinbart, dass er uns in Tabatinga, also in Brasilien, rauslässt, und das tat er. Er bekam ein sehr ordentliches Trinkgeld oben drauf, meinte, wir sollten mit Gott gehen, und wir gingen getrennter Wege. Schön war's mit ihm ...

In Tabatinga liefen wir - durch kleine Sträßchen mit vielen Lädelchen - in Richtung meiner avisierten Kneipe. Als wir da ankamen, ergab es sich, dass sie keine Kreditkarte nehmen, also mussten wir tauschen gehen. Anstatt zu tauschen, ging ich Geld abheben, stellte fest, dass meine eine Karte mal wieder gesperrt worden ist (seufz), ging zu einer anderen Bank, hob dort mit einer anderen Karte im wunderbar eiskalt temperierten Bankvorraum Geld, und es ging zurück in das Três Fronteiras.

Jessi und ich probierten den Tambaqui, was sich als frittierter Fisch mit wenigen kleinen und ein paar großen Gräten entpuppte, gar nicht so schlecht, und dazu tranken wir Caipirinha bzw. Bier (damit wir auch in Brasilien ein Bier getrunken haben ...).

Mit viel zu viel brasilianischem Geld liefen wir in Richtung Grenze, überquerten diese ungehindert, sahen auf der rechten Straßenseite eine gelateria und gerieten an eine Verkäuferin, die in uns in ganz akzeptablem Englisch die verschiedenen Eissorten erläuterte: Nichts mit Schokolade und Vanille, da gab es so viele Eissorten aus Früchten, die ich noch gesehen und von denen ich noch nie gehört hatte, dass wir am Ende beide (Jessi und ich) einfach nach Auge auswählten - und es nicht bereuten. Das war richtig gut ...

Wir landeten wieder an unserer ersten Kneipe am Malecón, tranken Bier und Wasser, brachen dann auf, fanden ein Hotel mit Aussicht, auf das wir stiegen (nachdem wir an der Rezeption Getränke gekauft hatten), guckten dem Leben in dieser Seitenstraße zu, während die Sonne langsam unterging, zogen dann weiter ins Städtchen, weil wir noch ein Hüngerchen hatten (heute verwende ich viele -chens, sorry), kamen schlussendlich in einer Kneipe zum Sitzen, in der es mehr deutsche Biersorten gab als in den meisten deutschen Kneipen, aber natürlich tranken wir kolumbianische Getränke, und aßen dazu - wir hatten ja erst drei, vier Stunden vorher gegessen und es war heiß - eine Kleinigkeit ...

Der Ober verstand mich nicht, als ich nach einem aguardiente, einem Schnaps, fragte, sodass wir zahlten, aufbrachen und noch in eine Kneipe einfielen, in der der DJ gerade anfing, seinen Rechner einzurichten. Wir vernichteten kolumbianischen Anisschnaps und ich wagte mich an einen Rum heran, aber ich merkte, dass ich es jetzt mit dem Alkohol lassen sollte ...

Zurück zum Flughafen fuhren wir in einem Tuk-tuk ohne Licht, kamen lebend an, tranken dort noch etwas, mussten dann noch einen Stempel auf der Bordkarte holen, dass wir ordnungsgemäß in Kolumbien eingereist waren (waren wir doch, öhem, gestern), und konnten dann in die Sicherheitskontrolle gehen.

Das Röntgengerät war außer Betrieb, also wurden alle Taschen durchsucht, aber so richtig gründlich erschien uns das alles nicht. Sei es, wie es sei, wir waren froh, als wir boarden konnten, denn der Abflugbereich (mit genau einem Gate, natürlich) hatte den Charme einer alten Bahnhofshalle mit dem entsprechenen Lautstärkepegel.

Den Flug verschlief ich im Wesentlichen, und um kurz vor Mitternacht waren wir in Bogotá gelandet. Es regnete in Strömen, aber wir konnten durch den Finger ins Flughafengebäude, liefen ewig, standen ein bisschen am Taxistand an, bekamen dann ein Taxi, und das fuhr uns für unter zehn Euro zu unserem Hotel.

Jetzt ist es hier 2 Uhr, ich gehe ins Bett, heute wird ausgeschlafen.

Fotos vom Anfang der Tour heute, danach hat Christian so viele Fotos geschossen, dass ich es gelassen habe ...


Über den Wolken ...

Zwischen Wolken und Regenwald ...

Der Amazonas

Freitag, 31. Mai 2019

Schlafmangel

... war das Schlagwort des heutigen Tages, denn nach dem schlechten Schlaf in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch schlief ich vergangene Nacht (von Mittwoch auf Donnerstag) noch schlechter. Ich kam erst spät aus dem Büro, außerdem kam - ich vermute vom Kranzplatzfest - lange laute Musik, sodass ich gefühlt maximal zwei Stunden schlief.

Ich war früher als gedacht geduscht und lief daher schon zum Bahnhof. Wir fuhren das Auto ins Büro, liefen zurück zum Bahnhof und erwischten noch eine Bahn früher, die um 4.19 Uhr, weil mir die um 4.41 Uhr dann doch zunehmend knapp erschien ...

Am Ende hätte auch die wahrscheinlich - trotz Skyline-Busersatz - gereicht, aber so war es mir wohler.

Der Flug von Frankfurt nach Madrid war gut, auch wenn wir alle drei mehr oder weniger schliefen.

In Madrid tranken wir noch ein paar Bierchen, die mir aber im langen Flug nicht so ganz gut taten (wirklich keine gute Idee!), aber mit Hilfe von vier oder fünf Filmen überlebte ich auch den zehnstündigen Flug, der am Ende wirklich lang wurde ...

Die Einreise ging sehr schnell, der Zoll war auch schnell zufrieden, einen Geldautomaten fand ich schließlich auch zu meiner Zufriedenheit (hoffe ich), das Taxiunternehmen nahm Flughafen-Preise, aber dafür fuhren wir auch in einem Van.

Nach dem Check-in im Hotel machten wir einen kurzen Spaziergang, aßen akzeptabel, aber nicht herausragend zu Abend und ließen vor Müdigkeit sogar das Absackerbierchen hintenrunterfallen.

Daher auch hier nur der ganz kurze Bericht, morgen geht es an den Amazonas und danach wird es etwas ruhiger.

Gute Nacht bzw. guten Morgen nach Deutschland!

Mittwoch, 29. Mai 2019

In viereinviertel Stunden

... geht mein Wecker, also um 3 Uhr, denn ich werde um 4 Uhr abgeholt. Um 4.41 Uhr geht der Zug, um 5.15 Uhr sind wir am Flughafen, um 6.30 Uhr geht der Flieger. Mit Iberia fliegen wir nach Madrid, kommen dort um 9.15 Uhr an, haben ein bisschen Aufenthalt, den wir zum Ausreisen nutzen, und fliegen dann um 12.10 Uhr wieder in Madrid ab. Nach 10 Stunden und zwanzig Minuten Flug kommen wir um 15.30 Uhr (also mit sieben Stunden Zeitverschiebung) in Bogotá an.

Ich denke, wir werden uns ein Taxi vom Flughafen zum Hotel gönnen, und dann unsere Ankunft in meinem 137. Land ein wenig begießen. Nicht zu sehr begießen, wohlgemerkt, denn am Freitag werden wir um 8.35 Uhr Ortszeit ja nach Leticia an den kolumbianischen Amazonas fliegen. Da wir aufgrund des Jetlag wahrscheinlich ohnehin früh wach sind, sollte das frühe Aufstehen nicht soooo schlimm sein, das wird dann abends wahrscheinlich ein bisschen schwieriger, wenn es um 22.01 Uhr Ortszeit (also 5.01 Uhr deutscher Zeit) zurück nach Bogotá fliegen. Dort kommen wir planmäßig um 23.59 Uhr an und werden uns sicherlich auch dann wieder ein Taxi gönnen.

Die weitere Planung für Bogotá gucken wir dann mal in Ruhe am Samstag und am Sonntag.

Jetzt bin ich erstmal froh, dass ich Urlaub habe, auch wenn das wieder Abenteuerurlaub wird, aber in zwei Wochen habe ich ja dann Kuba vor der Brust, das wird dann wahrscheinlich ein bisschen mehr Erholung.

Nächster Post aus Südamerika, hoffe ich ...

Montag, 27. Mai 2019

Abenteuer Nr. 3 und 4

... stehen im Sommer an, denn - nach aktuellem Stand - vom 1. Juli bis 2. August und vom 2. bis 13. September werde ich wieder in Budapest sein.

Das wird arbeitstechnisch wieder spannend werden, aber natürlich freue ich mich auch sehr darauf, wieder insgesamt sieben Wochen in Budapest zu verbringen, da wird auch das eine oder andere Bad unsicher gemacht, und selbstverständlich wird auch im Gettó Gulyás und im Café Vian gegessen ...

Die Zeiten, wann ich in Budapest sein werde, waren ein wenig im Fluss, zunächst ging es um den 24. Juni bis 2. oder 9. August, aber aus Gründen, die mir noch nicht bekannt sind, machen wir es halt jetzt so.

Das ist mir ganz recht so, denn ich komme ja erst am 23. Juni aus Kuba zurück, da ist es ganz praktisch, wenn ich noch eine Woche "normal" arbeiten gehen kann, ehe es dann nach Ungarn geht.

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Erstmal geht es jetzt aber nach Kolumbien, in drei Tagen sind wir schon in Bogotá, auch das wird toll, aber irgendwann muss ich jetzt auch mal einchecken für die Flüge von Frankfurt nach Madrid und von Madrid nach Bogotá, das mache ich morgen, wenn das schon geht ...

Jetzt aber erst einmal gute Nacht!

Samstag, 18. Mai 2019

"IMMER mehr Havanna"

Das war der unmissverständliche Hinweis meiner Kuba-Expertin auf meine Frage, ob ich vier Tage in Havanna verbringen solle oder mehr.

Nun, ich folgte dem Hinweis sehr gerne und habe gestern Abend fünf Nächte (die ersten vier und die letzte) in Havanna und zwei weitere Nächte zwischendrin in einem All-inclusive-Hotel am Strand von Varadero gebucht (ein bisschen Quasi-Pauschaltourismus muss ja auch sein).

In Havanna bin ich in zwei casas particulares, also zwei Gästehäusern, das soll eine besondere Erfahrung in Kuba sein und außerdem den "einfachen Menschen" auch mehr bringen als in den staatlich kontrollierten größeren Hotels (die außerdem nicht gerade billig sind ...). Dahingegen wohne ich in Varadero in einem angeblich unter spanischem Management befindlichen Schuppen in einem Einzelzimmer mit Meerblick, mal sehen, wie das wird - ich bin sehr gespannt ...

Zwischen Havanna und Varadero fahre ich mit dem Bus, das habe ich eben auch gebucht, das geht über eine spanische Agentur, vermutlich auch, damit Mastercard als US-amerikanische Firma da kein Gedöns wegen US-Sanktionen gegen Kuba und so macht ... Für 17,19 Euro sitze ich also zweimal drei Stunden im Bus und gucke ein bisschen in der kubanischen Landschaft herum - das wird schön ...

So einfach die Online-Buchung jetzt war, so gespannt bin ich auf die WLAN-Verhältnisse auf Kuba - das soll alles ziemlich streng kontrolliert und zudem teuer sein. Meine Hotels bieten alle "kostenloses WLAN" an, mal gucken, welche Zeitbeschränkung "kostenlos" denn so mit sich bringt. Ich hoffe jedenfalls, dass ich werde berichten können, das ging ja bisher nur im Iran aus Zensurgründen nicht so richtig gut (und in ein paar Ländern wegen des sehr wackligen WLANs, ja, Guinea-Bissau, ich denke an dich!) ...

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SAS hat uns derweil ohne Probleme und relativ schnell die Hotels für die letzte Nacht auf Spitzbergen erstattet, die Entschädigung nach EU-Recht haben sie aber nicht gezahlt, weil sie sich vermutlich darauf berufen wollen, dass der Streik ein unvorhersehbarer Umstand war, für den sie nicht entschädigungspflichtig sind ...

Nun gibt es aber ein Urteil des EuGH von 2018, das man wohl so interpretieren kann, dass ein Streik sehr wohl vorhersehbar ist, insbesondere, weil man sich ja vorher in Verhandlungen mit den Gewerkschaften befindet und "einfach nur" Zugeständnisse machen müsste (mag sein, dass ich das jetzt verkürzt und verfälscht wiedergebe ...). Nunja, ich werde es jetzt nochmal im Guten versuchen (sobald die Erstattungen auch tatsächlich auf dem Konto sind), und sonst werden wir möglicherweise klagen.

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Ich bin sehr gespannt, wo es vor der Saison - in den zwei Wochen Ende September und über den Tag der deutschen Einheit - hingeht. Wir sind am Herumbasteln, und aktuell steht Feuerland an oberster Stelle (und die Nationalparks in den kanadischen Rocky Mountains an zweiter), aber vor der Saison möchte ich zumindest ein bisschen am Strand (und idealerweise in einem neuen Land) sein, aber da könnte man ja vielleicht auch nach Ecuador fliegen und dort drei Strandtage verbringen ... Zudem habe ich einer Kollegin noch ein paar Tage versprochen, da müssen wir auch mal gucken, das ist also alles noch nicht so richtig in trockenen Tüchern.

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Noch ein bisschen in feuchten Tüchern, aber schnell trocknend, scheinen die Pläne für Budapest zu sein, jedenfalls für den Sommer - das wäre sehr schön, wenn das klappt, aber auch da werde ich natürlich berichten, sobald es etwas Definitives zu berichten gibt. Die Budapester Bäder sollten jedenfalls trotzdem vorsorglich schon einmal Walross-Alarm für den Sommer auslösen ...

Sonntag, 12. Mai 2019

Tagesausflug an den Amazonas

Heute war einer dieser Tage, an denen ich stundenlang an meinem Rechner saß (das Wetter war viel zu schön, um nach draußen zu gehen ...) und an Reisen herumschraubte. Ich entwickelte eine Süd-Südamerika-Rundreise mit Schifffahrten von Punta Arenas nach Puerto Williams (in Chile) und weiter nach Ushuaia (Argentinien), ich baute eine West-Kanada-Rundreise zusammen und eine Südliches-Afrika-Tour, die jetzt auch mal Malawi mitnimmt. Zum Schluss überlegte ich mir, wie man Usbekistan, Tadschikistan und womöglich Turkmenistan sowie (festhalten!) Afghanistan unter einen Hut bringt (Masar-i-Scharif soll schön sein, aber das mache ich allenfalls alleine und auch erst dann, wenn die Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes ein bisschen abgeschwächt sind).

Danach machte ich meine Steuererklärung (man muss ja aktiv etwas gegen den drohenden Schuldturm machen), aber weil der Betrag, der da als Rückzahlung im Programm ausgewiesen wurde, ein bisschen höher war als ich gedacht hatte, guckte ich gleich mal, wie man das Geld (das ich noch nicht habe, natürlich) gewinnbringend in Reisen anlegen kann.

Ich hatte vor Jahren mal was vom Dreiländereck zwischen Kolumbien, Brasilien und Peru gelesen, das mitten im Amazonas-Regenwald liegt - und jetzt kam ich auf die Schnapsidee, mal zu gucken, ob man da von Bogotá hinkommt.

Klar, in Bogotá wird es genug zu sehen geben, aber ich kann ja meine Leutchen nicht die ganze Zeit durch Museen schleusen, ohne dass es mal ein bisschen Natur und Abenteuer (am besten verbunden) gibt. Wir hatten bisher drei volle Tage in Bogotá eingeplant (den 31. Mai, den 1. Juni und den 2. Juni), aber als ich sah, dass die Flüge nach Leticia nur um die 100 Euro pro Person kosten, überlegte ich mir mal, was man da machen kann.

Ich überlegte eben auch mit Jessi und Christian hin und her, ob wir mit Übernachtung machen oder ohne, aber auch wenn das Hotel in Bogotá noch zu stornieren gewesen wäre, wäre das alles doof gewesen mit dem Gepäck und dem Umbuchen. Außerdem kriegen wir nach dem Flug eh in Bogotá einen Höhenschock und dann im Amazonas einen Hitzeschock, da machen wir einen ruhigen Tag, fahren Taxi und Taxiboot ...

Jedenfalls kommen wir am 30. Mai in Bogotá an und fliegen aber schon am 31. Mai morgens um 8.35 Uhr mit Avianca von Bogotá nach Leticia, wo wir um 10.42 Uhr ankommen. Der Rückflug mit LATAM geht um 22.01 Uhr mit planmäßiger Ankunft in Bogotá um 23.59 Uhr, sodass wir in Leticia formal elf Stunden und 19 Minuten haben, also hoffentlich so 8-10 Stunden etwa unternehmen können.

Zum ersten Mal sehe ich den Amazonas, und wenn wir mit dem Taxiboot fahren, dann werde ich auch auf den drei größten Flüssen der Erde, auf dem Nil, dem Jangtse und eben dem Amazonas auch einmal gefahren sein ...

Das Taxiboot fährt dann wahrscheinlich aber von Leticia in Kolumbien hinüber nach Santa Rosa, und Santa Rosa liegt in Peru. Nehmen wir ein Autotaxi, sind wir in wenigen Minuten von Leticia in Tabatinga, und das liegt in Brasilien.

Wikivoyage schreibt, dass es zwischen diesen drei Ortschaften keine Grenzkontrollen gibt (in Brasilien haben wir wohl eh keine Chance, weil die Einwanderungsbehörde nur von Montag bis Donnerstag offen hat, und wir sind an einem Freitag unterwegs) und dass die Grenzer regelrecht "verärgert" seien, wenn man sie ohne Not behellige (also, wenn man von Manaus über Tabatinga/Leticia nach Bogotá will, dann ist es schon okay, sich in Tabatinga einen brasilianischen Ausreise- und in Leticia einen kolumbianischen Einreisestempel zu holen, aber wenn man nur - wie wir - von Bogotá kommend und dann wieder nach Bogotá zurückfliegend unterwegs ist, soll man die mit irgendwelchen Stempelwünschen verschonen ...). Nun denn, dann vertrauen wir mal darauf, dass das da alles kein Problem ist, denn dann kriegen Jessi und Christian vielleicht gleich noch zwei neue Länder mit Brasilien und Peru ...

Den Äquator überqueren wir auf den Flügen jeweils auch noch, das wird für mich das dritte Mal innerhalb von drei Monaten, dass ich den Äquator überquere, das hatte ich bisher auch noch nicht geschafft.

Ich habe mich eben, als ich gebucht habe, richtig, richtig gefreut, weil ich den Amazonas schon immer einmal sehen wollte, und jetzt kommen wir in gerade einmal 19 Tagen dorthin. Das wird super!

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Es war toll.

So erwartet jeder das Fazit von Spitzbergen, und daher ist das auch richtig so. Immer wenn ich in den letzten Tagen von Spitzbergen erzählt oder Fotos gezeigt habe (und das habe ich oft), kamen die Ahs und Ohs - so schön war es da ...

Wir hatten unglaubliches Glück mit dem Wetter, denn der Großteil der Schifffahrt und die komplette Schlittenhundausfahrt über hatten wir strahlend blauen Himmel, dementsprechend sind die Fotos auch etwas geworden. Es war zwar wirklich eisig kalt, vor allem auf dem Boot, aber ich war überraschend, dass doch ein paar Klamotten besitze, die einigermaßen warmhalten, so konnte ich es dann - auch wenn Jessi und Christian darüber überrascht waren - doch einigermaßen lang auf dem Oberdeck aushalten. Und ohne die Spezialklamotten bei der Schlittenhundefahrt wäre es trotzdem ziemlich kühl geworden, aber zum Glück wissen die Leutchen ja, wie sie die Leute bei Laune halten.

Auch Spitzbergen drohe ich hiermit die Wiederkehr an, und es würde mich nicht überraschen, wenn ich mal im Winter dort oben bin. Die 24 Stunden Helligkeit haben mich beeindruckt, und ich würde gerne auch mal 24 Stunden Dunkelheit erleben, auch wenn das wahrscheinlich weniger fröhlich wäre ... Es kann also sein, dass ich im Winter mal da oben aufschlage und mir Nordlichter angucken will. Gefallen hat es mir auf Spitzbergen jedenfalls sehr gut, auch wenn es sacketeuer war ...

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So, jetzt bringen wir die verbleibenden zweieinhalb Wochen rum und dann bin ich sehr gespannt auf Kolumbien und Panama. Das wird cool.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Zwei Drittel

... von 207 sind 138, und mein 138. Land wird Kuba werden - das habe ich heute Abend gebucht, wie so oft im Sherry.

"Der Schuldturm wartet" wäre allerdings ebenfalls eine angemessene Überschrift gewesen, denn ich muss dann ab Ende Juni ein bisschen langsam machen, sonst kommt gleich der Gerichtsvollzieher, auch wenn Jessi eben schrieb, der solle ruhig kommen, ich sei eh nie daheim ...

Jedenfalls fliege ich am Samstag, dem 15. Juni zu angenehmer Zeit, nämlich um 11.30 Uhr von Frankfurt mit Condor nach Havanna. Jaja, ich weiß, Condor wollte ich nicht mehr fliegen, aber für weniger als 450 Euro - wenn auch nur mit Handgepäck - nach Kuba zu kommen, da konnte ich, nachdem ich ein paar Tage um den Flug herumgeschlichen war, nun nicht mehr Nein sagen ...

Ich denke, ich werde mir für drei oder vier Nächte ein Zimmer in Havanna nehmen (ich komme am Samstag um 16.30 Uhr Ortszeit an) und danach noch vier oder drei Nächte einen All-inclusive-Strandurlaub genehmigen, aber so richtig fix ist die Planung noch nicht, das gucke ich mir am Wochenende mal an ...

Am 22. Juni fliege ich dann um 18.30 Uhr wieder zurück nach Frankfurt und lande dort um 10.35 Uhr am Sonntag Morgen. Mal sehen, ob ich mir wieder diesen komischen Code für die Filme kaufe oder aber mir ein paar Serien aufs Handy herunterlade und die dann gucke.

Und Ende Juni könnte es dann wieder nach Ungarn gehen, mal sehen, wie und wann und wo, aber ich bin zunehmend zuversichtlich, dass das wieder was wird.

Ich bin sehr gespannt, aber jetzt freue ich mich erstmal auf Kolumbien und Panama, das sind ja auch nur noch drei Wochen ..

Samstag, 4. Mai 2019

Achteinhalb Stunden

... Verspätung waren es am Ende im Vergleich zur ursprünglich gebuchten Relation - dafür, dass ich zwischendurch meiner Chefin avisiert hatte, dass ich vielleicht erst wieder am Dienstag zur Arbeit komme (in der "mitteldummen" Variante ...), ging es eigentlich noch ...

Der Flughafensonderbus kam selbstverständlich (Christian war nicht sicher, ob der wirklich zu unserem Hotel hochkommt - die beiden waren für die Abholung wieder zu meinem Hotel gekommen - und signalisierte, indem er den leuchtend roten Handgepäckkoffer in die Luft wuchtete), brachte uns zum Flughafen, die Sicherheitskontrolle war ganz schön mühsam, weil wir soviel Oberbekleidung anhatten (die nach der Kontrolle dann im Handgepäck verschwand). Wir kamen zum (einzigen) Gate am Flughafen und sahen, dass der ankommende Flieger schonmal 40 Minuten Verspätung hatte - da wir nur eineinhalb Stunden zum Umsteigen hatten, sah ich die ersten Felle schon wieder davonschwimmen.

Wir kamen schließlich 40 Minuten verspätet weg, flogen über Spitzbergen, sodass ich - ich saß am Fenster - nochmal fantastische Ausblicke hatte, und da der Flug eine Viertelstunde weniger benötigte als avisiert und die Einreisekontrolle (in den Schengen-Raum) ebenso leer war wie die Sicherheitskontrolle, hatten wir noch völlig ausreichend Zeit, um zum Gate zu kommen.

Wir mussten zu Gate D11 und irgendwie hatte ich einen Knick in der Optik, denn das Gate, das ich ansteuerte, war schon leer, aber boardingbereit, also versuchte ich zu boarden, nur um von der freundlicher Dame gesagt zu bekommen, dass ich hier am Gate D9 nach Stockholm statt am Gate D11 nach Kopenhagen war ... Das ist mir auch noch nicht passiert, dass ich das falsche Gate nehmen will - ich schiebe es auf Schlaf- und Wassermangel, denn ich habe die Tage auf Spitzbergen viel zu wenig (nicht mit Alkohol gepanschtes) Wasser getrunken, und geschlafen habe ich auch nicht so arg viel ...

Nun, wir aßen dann noch Sandwiches (für 8-10 Euro das Stück, auf auf meinem waren gut Shrimps drauf), boardeten dann unseren Flieger nach Kopenhagen und kamen dort nach kurzem Flug an. Wir mussten zu Gate B7, kamen an Gate B7 raus (unser Flieger von Oslo nach Kopenhagen stellte sich als der heraus, der uns von Kopenhagen nach Frankfurt brachte) und hatten jetzt auf einmal so viel Zeit zum Umsteigen (zuvor hatte ich gedacht, dass 55 Minuten knapp werden können), dass wir Jessis erstmaligen Besuch in Dänemark (zählt für mich, weil schengeninternes Umsteigen) und beider erstmaligen Besuch in Norwegen noch mit einem (teuren) dänischen Bier begießen konnten.

Wir waren pünktlich wieder am Gate, Christian stellte unterwegs fest, dass die Toiletten vorne im A319 anders aussehen als hinten, und kamen um 19.43 Uhr, zwei Minuten vorplanmäßig, in Frankfurt an.

SAS ist Star-Alliance-Mitglied und kommt am Terminal 1A an, unser Auto stand am Terminal 2 (weil wir mit Ryanair hingeflogen waren), also bahnten wir uns den (langen!) Weg von 1A zum Terminal 2, die Skyline ist im Moment außer Betrieb, also mussten wir noch den Shuttlebus suchen, kamen dann ins Parkhaus mit sehr wenigen Zahlstellen, zahlten unsere vier Tage Parkhaus (112 Euro ...) und fuhren dann - unterbrochen von einem Zwischenstopp zum Getränkefassen in Rüsselsheim - zurück nach Kaiserslautern, wo die beiden noch einen leckeren Eintopf kochten.

So, Reise noch ausreichend pünktlich beendet, ein Fazit gibt es in den nächsten Tagen (den ersten Satz wird sich jeder schon überlegen können, der öfter diesen Blog liest), ein paar Fotos vom Rückflug jetzt:


Spitzbergen

Kurz vor Oslo

Freitag, 3. Mai 2019

Sonderflug nach Oslo

Nein, das ist kein Udo-Lindenberg-Lied (das ist ein Zug, und der fährt nach Pankow), sondern (hoffentlich) die Lösung unseres Problems, von dieser Insel herunterzukommen.

Heute Nacht um 0.03 Uhr bekam ich eine SMS, dass wir auf einen Flug um 11.55 Uhr umgebucht sind, den es in unseren bisherigen Betrachtungen noch nie gegeben hatte. Nun denn, hoffen wir, dass der Flug SK 6371 uns gut nach Oslo bringt (dass Google und Flightstats, meine bevorzugten unabhängigen Fluganzeiger den Flug überhaupt nicht kennen, verschweige ich jetzt besser, der Flughafen hier kennt den Flug zumindest). Jedenfalls fahren wir gleich um 10 Uhr zum Flughafen und hoffen wieder einmal das Beste.

Der Plan ist, dass wir um 14.50 Uhr in Oslo landen, dort einreisen, dann um 16.10 Uhr abfliegen in Richtung Kopenhagen (Stockholm ist abgesagt ...), in Kopenhagen um 17.20 Uhr landen, dort wieder um 18.15 Uhr in den Flieger steigen und schlussendlich um 19.45 Uhr in Frankfurt landen.

Das glaube ich zwar alles erst, wenn ich in Frankfurt wieder deutschen Boden berühre, aber ich bin im Moment deutlich hoffnungsvoller als gestern ...

Das wären dann am Ende "nur" acht Stunden Verspätung, aber trotzdem werden wir bei SAS natürlich unsere Übernachtung heute einreichen (wir konnten ja nicht ahnen, dass doch schon heute wieder ein Flieger geht, und selbst wenn, die Nacht komplett durchgemacht hätten wir auch nicht, ohne zurückzufliegen) und mal sehen, ob sie die Entschädigung von sich aus springen lassen oder ob wir in Richtung Klageweg gehen müssen - wir werden mal gucken.

Jetzt werde ich erstmal gleich hier im Hotel auschecken, hoffen, dass der angekündigte Sonderbus zum Flughafen auch wirklich kommt, und dann geht es wieder auf drei Etappen Freude, Spaß und Überraschung ...

Spitzbergen Ende. Hoffentlich.

Donnerstag, 2. Mai 2019

Glücklich, aber k.o.

... war ich heute, als ich nach der Schlittenhunde-und-Eishöhle-Ausfahrt heute wieder unter der Dusche stand und mir den Geruch von Schweiß, Hund und ..., naja, okay, keine Tränen, vom Körper waschen konnte. (Jetzt bin ich müde, mal sehen, wie lange der Blogeintrag heute wird ...)

Um 23.23 Uhr bekam ich eine SMS, dass unser Flug heute Nacht storniert sein; man werde uns umbuchen und uns darüber informieren, sobald Genaueres feststünde. Dementsprechend versuchten wir heute, unsere Unterkunft hier zu verlängern. Während das für mein Einzelzimmer mit Gemeinschaftsbad problemlos ging, mussten Jessi und Christian ihr Zimmer mit eigener Dusche räumen. Weil es kein anderes solches Zimmer gab, zogen sie um, einen halben Kilometer weiter, in ein Hotel, in dem sie für eine Nacht unterkommen konnten. (Heute Abend lasen wir Nachrichten, dass der Streik möglicherweise dem Ende entgegengeht, vielleicht kommen wir morgen Mittag von der Insel runter, mal sehen ...) (Zweite Klammer: Wir gehen davon aus, dass SAS unsere Zimmer bezahlt, ab dieser Nacht - auch mal sehen ...)

Nach dem ganzen Hin und Her wurde ich um 10 Uhr abgeholt zu meiner Schlittenhundefahrt (ich hatte um zwanzig vor 10 Uhr einen Schreck bekommen, als eine Frau ankam und fragte, ob ich zum Hundeschlitten wollte, aber da sie auf eine Siebenergruppe wartete, war ich fein raus ...).

Der Typ begrüßte mich und fuhr uns sieben Leutchen dann ein paar Kilometer raus aus Longyearbyen zu einem Areal, in dem drei große Hundewohnblocks aufgebaut waren. Die Wauwaus hatten nicht so richtig viel Auslauf, aber das sind ja hier Arbeitstiere ... Erst einmal sollten wir uns aber umziehen, denn in unseren Klamotten wäre das alles wahnsinnig kalt geworden - wir bekamen Stiefel (seeeeehr warm, sehr schön), einen Overall (auch ziemlich warm), eine dicke Mütze (auch warm) und zwei Lagen Handschuhe (sehr warm, hätte man so vielleicht nicht unbedingt gebraucht).

Der Guide gab uns eine Einweisung, und ich war nicht unglücklich, als ich dazu auserkoren wurde, auf seinem Schlitten als Passagier mitzufahren (unserer war ein Elf-Hunde-Schlitten, während die anderen, die sich mit Fahren und Passagiertum abwechselten, je sechs Hunde vor sich hatten), denn so konnte ich die Gegend begutachten, ohne auf die Wauwas achten zu müssen.

Nachdem wir - unter Mithilfe der Teilnehmer, wobei diese in meinem Fall vornehmlich darin bestand, den Führungshund zu streicheln (wichtige Aufgabe!) - die Hunde fertig gemacht hatten, ging es los. Das erste Stück ging den Berg runter, und das war ein ziemliches Gerumpel - hui! Den Hunden machte es Spaß, dem Guide machte es Spaß, mir machte es großen Spaß - toll - und dazu der Ausblick auf nahezu unberührte Schneelandschaft, es war fantastisch!

Auf den ersten Metern entledigte sich Willow, einer der "Wheel Dogs" ("Radhunde"), seines Dickdarminhalts, was für einen speziellen Geruch sorgte, aber ich bekam nichts ab, aber interessant war das.

So, und danach ging es durch die Stille (es war Bombenwetter und zudem windstill), nur unterbrochen von Steuerungsrufen des Guides, in Richtung des Gletschers. Die Schneelandschaft ... - ach, ich lasse die Beschreibung sein und dafür Bilder sprechen ...

Nach einer starken Stunde Weg (in dessen Verlauf die armen Wauzis den Schlitten mit meinem Adoniskörper druff zum Teil steile Hügel hochziehen mussten) kamen wir an ein Zelt, an dem wir Rast machten. Es gab zunächst heiße Schokolade, danach Spaghetti Bolognese aus Trockenfutter, das schmeckte gar nicht so verkehrt, das muss ich sagen.

Nachdem wir gestärkt waren, wurden wir mit Helmen versorgt und es ging in den Gletscher. Wir stiegen sicher sieben Meter tief über Schneetreppen und Leitern in den Gletscher hinein, zwischendurch rutschte ich ein paar Mal weg, es war eng, aber im Inneren eines Gletschers zu sein ist natürlich auch toll (die Bilder sind leider nicht so richtig was geworden, fürchte ich ...). Nachdem ich meine Lampe angekriegt hatte, konnte ich auch mehr sehen und am Fuß der uns zugänglichen Strecke war Eis und Schnee in bizarren Formationen zu sehen - atemberaubend!

Atemberaubend (und schweißtreibend) war auch der Wiederaufstieg, gerade in den warmen Klamotten und angesichts der Tatsache, dass es im Gletscher mit - 2°C sogar ziemlich warm war ....

Ich bin eigentlich kein Klaustrophobiker, aber den Gedanken, dass der Gletscher irgendwie einstürzt, den musste ich ein paar Mal aus dem Kopf vertreiben - dementsprechend war ich froh, als ich schwitzend und schnaufend wieder im (hellen) Tageslicht stand. Nachdem wir aufgeräumt hatten, schnallten wir die Hunde wieder an (naja, der Guide machte das, während ich wieder Sherlock streichelte - da muss wirklich einer vorne stehen und aufpassen, dass der Führungshund nicht vorfristig loslegt!) und es ging - nun war es ein bisschen windig und entsprechend kühler - wieder zurück zum Hundestall ging.

Unterwegs fuhren wir durch Tiefschnee (jieeeha!), sahen ein paar Spitzbergen-Rentiere und kamen nach einer längeren Aufwärtsfahrt wieder an. Wir sollten dabei mithelfen, die Hunde wieder an ihren jeweiligen Futterplatz zu bringen (das sind verflucht starke Viecher, Willow ging eher mit mir Gassi als ich mit ihm ...), dann zogen wir uns wieder unsere - vergleichsweise - luftigen Klamotten an und wurden heimgefahren.

Ich ging erstmal duschen (ich habe mir ganz schön rote Bäckchen geholt ...), danach traf ich mich mit Jessi und Christian zum Einkaufen und zum Abendessen. Ich brauchte Unterhosen (ich hatte nicht vorausschauend genug gepackt - das sind die teuersten Schlüpper meines Lebens), wir kauften Fanta und Wasser, aßen dann im Kroa wieder zu Abend (wieder sehr lecker) und nahmen in der Svalbar (das Gebiet hier heißt auf Norwegisch Svalbard, das Ganze ist also ein monstergutes Wortspielt ...) den Absacker, ich lieferte die beiden an ihrem Hotel ab, ging wieder durch das Flussbett zu meinem Hotel und bin nun - mal wieder - bettfertig.

Mal sehen, wann wir heimkommen, ich werde berichten ...

Hunde ...

Unterwegs

Schneelandschaft


Eingang zum Gletscher

Gletscher






Spitzbergen-Rentiere

Mittwoch, 1. Mai 2019

Eine lebensmüde Robbe

... habe ich heute identifiziert, aber leider nicht aufs digitale Zelluloid gebannt bekommen, denn diese Robbe schwamm auf das Eisbärpärchen (?) auf dem Packeis vor Pyramiden zu, nur um kurz davor ihren Fehler zu erkennen und - unter hämischem Gelächter der Vögel - zügigst abzudrehen ...

Ich hatte gedacht, dass ich gestern Abend in dem Moment (spätestens) einschlafe, in dem mein Kopf das Kopfkissen berührt, aber ich hatte mich vertan. Ich war wohl so aufgewühlt von dem ganzen Tag, dass ich erst nach Mitternacht einschlief, nicht ohne die Mitternachtshelligkeit (die Mitternachtssonne stand zu dem Zeitpunkt schon auf der anderen Seite des Hauses) fotografisch erfasst zu haben. (Wenn mir einer früher erzählt hätte, wieviele Fotos ich jetzt mache, ich hätte es nicht geglaubt ...)

Um 4 Uhr war ich wach (hell), um 6 Uhr wieder (hell), und um 6.30 Uhr ging mein Wecker, weil wir um 7.30 Uhr frühstücken wollten und ab 8.30 Uhr abgeholt werden sollten. Das Frühstück hier war sehr lecker, Rührei und Würstchen sowie ein Salamibrot wurden verspeist, und um 8.30 Uhr standen wir abholbereit, schön eingemummelt mit langer Unterhose, dicker Jacke, Mütze, Schal und Handschuhen (wer weiß, wie ich normalerweise bei +5 °C schwitze, weiß, dass das für mich völlig unnatürlich ist), aber zu warm war es mir hier definitiv nicht - bei - 10°C, die gefühlt aufgrund des Windes nochmal ein bisschen kühler waren ...

Der Bus kam um 8.50 Uhr (die Abholzeit ab 8.30 Uhr bezog sich auf das erste angefahrene Hotel), unsere Unterkunft stellte die Hälfte des Busses (auch die nervigen Finnen oder Norweger aus dem Flieger gestern waren dabei), nach fünf Minuten waren wir am Hafen und bestiegen die M/S Billefjord, ein in Tórshavn auf den Färöer-Inseln (!!) registriertes Schiff.

Nach der Sicherheitseinweisung (nein, während der Sicherheitseinweisung) ging es schon los, vom Adventsfjord, schräg über den Sassefjord in Richtung des Billefjords. Freunde, das ist toll ...

Man steht da oben auf dem Oberdeck, hat sich den Schal tief ins Gesicht gezogen, der eisige Wind (besonders im Sassefjord, wo nichts den Wind aufhält) zieht um dich und durch dich hindurch, der Himmel klart auf, du hast blauen Himmel und fantastische Ausblicke auf die riesigen, gefühlt unberührten Berge an den Seiten der Fjorde, fast vollständig bedeckt mit Schnee, irgendwo steht eine einsame Hütte in der Gegend herum, man fragt sich unwillkürlich, ob da aktuell, und wenn nein, wann zuletzt, da jemand wohnt bzw. gewohnt hat, Eisschollen schwimmen an einem vorbei, das Boot wackelt manchmal bedenklich, man muss sich festhalten, wenn man sich laufend fortbewegen möchte, man rennt sich vor lauter Mütze den Schädel an einer Strebe über der Treppe an (naja, nicht man, ich), ich kann es nicht so gut beschreiben, die Bilder sprechen für sich (unten - nein, noch nicht!) ...

Unsere Guide (schreibt man das so?) hatte uns schon angekündigt, dass wir Pyramiden nicht würden anlaufen können, weil das Eis noch kilometerweit davor zu fest ist, aber wir freuten uns trotzdem auf das Mittagessen mit Blick auf den Nordenskiöld-Gletscher ...

Ich starrte - voller Begeisterung und Glück - auf den Gletscher, als die Guide (klingt irgendwo sehr schräg) mich ansprach und meinte, es gebe Essen. Also ging ich unter Deck, stellte mich an, staubte Lachs und Walsteak ab, war von beidem begeistert (das Walsteak war deutlich zarter als gestern Abend hier im Hotelrestaurant), dazu wurde eines von mehreren Bieren an diesem Tag an Bord verzehrt (für 40 Kronen, also 4 Euro, für die Dose kann man ja fast nix sagen ...), und plötzlich stürmte alles an Deck.

"Sono due", rief die Italierin, "es sind zwei", ein Typ kreischte vor Freude, und irgendwann sahen selbst meine müden Augen, dass da zwei Eisbären am Rand des Eises standen und fraßen. Und sie fraßen, umflogen von hungrigen Vögeln, und als sie satt waren, rutschten sie auf ihren Brustkörben über das Eis, wälzten sich auf dem Eis, machten allerlei Sachen, möglicherweise auch nicht ganz jugendfreie, und das alles vor der atemberaubenden Kulisse des Nordenskiöld-Gletschers - unfassbar schön. (Das war der nördlichste Punkt meines Lebens, bei ziemlich exakt 78° 38' 56'' nördlicher Breite ...)

Leider war es auch unfassbar kalt, sodass ich dann irgendwann auch mal unter Deck ging und den Rest der Fahrt - unterbrochen von einem längeren Aufenthalt auf dem Oberdeck - im mehr oder weniger Warmen verbrachte.

Während dieses letzten Aufenthalts in der (inzwischen gefühlten - fast -) Wärme, weil wir relativ geschützt in einem Nebenfjord unterwegs waren, sah ich dann noch ein paar Viecher, von denen ch nicht weiß, ob das Eisfüchse oder sonstwas waren, jedenfalls auch interessantes weißes Getier ...

Das war eine soooo tolle Ausfahrt, mein Spannungsgefühl im Gesicht kommt wahrscheinlich aus der Kombination von eisiger Kälte und Sonneneinstrahlung heute (eingeschmiert hatte ich micht nicht, weil die Augen und die Bäckchen hervorlugten unter der Schutzkleidung), meine Hand habe ich mir wider Erwarten auch nicht abgefroren (mehr als eine Minute ohne Handschuhe Fotos machen geht aber auch nicht - es ist unmöglich), das war richtig, richtig schön ...

Nach der Ankunft am Hafen von Longyearbyen (da lag ein in Vanuatu - ! - registriertes Schiff vor Anker) fuhr uns der Bus - von uns eigentlich ungewünscht - ins Stadtzentrum, sodass wir nach einem kurzen Fußmarsch im Kroa aßen. Wir tranken spitzbergisches Bier (Weißbier und Stout, beides trinkbar) und aßen Pizza bzw. einen Elchburger (Letzterer sehr lecker).

Nach einem abenteuerlichen Heimweg durchs gefrorerene Flussbett machten wir noch einen Absacker in unserem Hotelrestaurant, und jetzt bin ich quasi schon bettfertig - es ist 21.30 Uhr und, natürlich, glockenhell ...

Mal sehen, ob die Tour morgen mit Schlittenhunden und Gletscher das von heute noch toppen kann, ich werde berichten.

Ebenfalls werde ich berichten, ob und wie wir am Freitag heimkommen. SAS und die Gewerkschaft haben heute wieder angefangen zu verhandeln, wenn wir großes Glück haben, kommen wir pünktlich am Freitag um 11.20 Uhr in Frankfurt an, wenn wir Pech haben, wird es womöglich Montag ...

Ich hoffe, dass ich morgen aufwache und feststellen kann, dass sie sich geeinigt haben, denn bisher sind nur die meisten Flüge bis morgen, 14 Uhr, gestrichen, und der Flug von Oslo hierher geht erst um 21.55 Uhr, sodass wir da Glück haben könnten. Also, liebe Leser, das Beste hoffen!

So, gute Nacht!

Jaja, Fotos kommen doch ... (Die Internetverbindung hier ist übrigens noch schneller als auf Mauritius ...)

Am Anfang der Reise

Der Autor, nicht identifizierbar, weil saukalt

Das Wetter wurde gut ...




Färöer-Flagge vor Berg und Polarmeer

Eisbären

Blick auf Pyramiden

Gletscher, garniert mit Eisbär (links)

Auf dem Heimweg ...


Dienstag, 30. April 2019

Raus-rein-rein-raus-Bus-Wal-hell

Es ist taghell hier in Longyearbyen auf Spitzbergen, und gleich ist Mitternacht. Die Mitternachtssonne werde ich wahrscheinlich mit geschlossenen Augen sehen, denn ich war gestern erst um kurz vor Mitternacht im Bett, nachdem ich mich noch mit der Badezimmertür angelegt hatte, dass Christian besorgt nach oben fragte, ob alles okay sei, und ich dann nicht richtig schlafen konnte.

Der Wecker um 3 Uhr war grausam, wir fuhren pünktlich um 4 Uhr zurück, verfluchten in Frankfurt die Beschilderung - da wird alles umgebaut und nichts ausgezeichnet -, fuhren - die Zeit wurde ein kleines bisschen eng - in der Pampa herum, stellten das Auto dann ins Parkhaus und waren dann - welche Überraschung - doch völlig entspannt und fast zu früh am Gate (raus aus dem Schengenraum).

Nach der Ankunft in Stansted mussten wir erst wieder eine kleine Wanderung unternehmen, kamen dann aber an die elektronische Einreise (rein ins UK), die bei zwei Dritteln der Reisegruppe gut funktionierte, waren dann ins Vereinigte Königreich eingereist, gingen sofort wieder durch die Sicherheitskontrolle (superschnell und sehr entspannt da in England, anders als in Schottland) und hatten viel Zeit, die wir durch ein Frühstück bei Burger King herumbrachten.

Wir fuhren mit der Stansted-Skyline zu unserem Gate, am Gate nebenan fing ein Typ fast an zu randalieren, weil er zum zweiten Mal jetzt seinen Flug verpasst hatte (das muss man erstmal schaffen ...), boardeten und flogen entspannt nach Oslo.

Wir kamen - vermeintlich - am Finger an, sodass ich - ich saß weiter vorne als Jessi und Christian - am Ausgang wartete. Ich guckte nicht schlecht, als die dann die Flugzeugtür absperrten, ohne dass die beiden durch die Tür gekommen waren. Es stellte sich heraus, dass die beiden hinten ausgestiegen waren, was ich bei einer Finger-Ankunft für ziemlich schräg halte und den ersten Bus genommen hatten. Nach der (elektronischen) Einreise (rein) in Norwegen - wir mussten jetzt doch dort einreisen, weil die Non-Schengen-zu-Non-Schengen-Spur gesperrt war - trafen wir uns wieder, gingen durch die gähnend leere Transitkontrolle, sahen, dass unser Flug nach Spitzbergen verspätet sei (eineinhalb Stunden) und fielen folgerichtig in eine Bar ein.

Die 0,6-Liter-Bier für 11 Euro das Stück wurden verzehrt, danach (nach zwei Bier!) war mir irgendwie ein bisschen schlecht, wir verspeisten noch Sandwiches und tranken Cola, reisten wieder aus dem Schengenraum aus (raus, Spitzbergen ist ja zwar norwegisch, aber - anders als der Rest Norwegens - kein Schengengebiet) und warteten am Gate ...

Während des Fluges fielen mir ab und zu die Äuglein zu, Christian saß am Fenster und hatte beim Anflug auf Longyearbyen einen ziemlich guten Ausblick, glaube ich, und wir kamen im ziemlich frischen Spitzbergen an (ich zog erstmals heute meine Jacke auch an ...). Wir gingen durch die Gepäckausgabe hindurch, stiegen in den Bus ein, zahlten für Hin-und-Zurück je zwölf Euro und fuhren dann zehn Minuten zu unserer Unterkunft. Dabei fuhren wir am Fjord entlang, und obwohl wir uns durch eine Webcam schon hierauf eingestellt hatten: Der Blick auf Fjord und Berge ist einfach majestätisch, sehr, sehr schick ...

Am Hotel stieg gefühlt der halbe Bus aus, sodass ich zur Rezeption sprintete - wir bekamen sehr schnell unsere Schlüssel, und mein Einzelzimmer ist klein, aber - bis auf die völlige Überhitzung und die Tatsache, dass ich Dubbel das Fenster nicht aufkriege - völlig okay. Ich wartete auf die beiden, denn wir hatten uns zum Abendessen verabredet.

Joa, und dann saßen wir da in Socken (man zieht hier am Eingang seine Schuhe aus, aber es gibt eine Fußbodenheizung) um 21.30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein im Wintergarten, tranken Bier (die beiden) bzw. Fanta (ich, mir war noch ein bisschen schlecht, s.o.), aßen Fisch (Jessi) und Walsteak mit Shrimps (ich, also "Surf and Turf" auf Spitzbergisch, der Wal war ein bisschen zäh, aber okay), sorgten dafür, dass wir - entgegen der Rechnung, die uns nur je ein Getränk in Rechnung stellte - je zwei Getränke zahlten, und trennten uns dann um 22.45 Uhr.

Ich machte noch - es war und ist immer noch hell - einen kleinen Spaziergang, ging dann in das Gemeinschaftsbad (davon gibt es ausreichend viele, das passt schon) und sitze jetzt auf dem Bett.

Schön ist es, und wir sind sehr gespannt auf unsere Schifffahrt morgen in Richtung Gletscher und Pyramiden (ich hoffe, wir können dort anlegen, mal sehen ...).

Fjord und Berge

Fjord, Berge, Entfernungstafeln und Eisbärwarnschild
22.54 Uhr

Auch 22.54 Uhr

Montag, 29. April 2019

Hoffen wir's Beste

..., lieber Leser, dass der Streik der SAS-Piloten unseren Heimflug aus Spitzbergen nicht zu sehr beeinträchtigt, aber ein Abenteuer wird das auf alle Fälle.

Ich guckte gestern Abend mal spaßeshalber auf die SAS-Homepage, als mir eine große "Disruption"-Anzeige ins Auge sprang - schöner Mist ... Jedenfalls sind unsere Flüge bisher nicht storniert, aber auch noch nicht gesichert, mal gucken, wie wir aus Longyearbyen wieder zurückkommen, zumal wir am Samstag spätestens um 11 Uhr wieder in der Pfalz sein müssen, weil wir da einen Termin haben. Aber das wird schon werden, und ich werde berichten ...

Morgen jedenfalls geht es um 4 Uhr von Kaiserslautern zum Flughafen, dann um 6.30 Uhr mit dem Ryanair-Flieger eineinhalb Stunden nach London-Stansted, wo wir um 7.05 Uhr Ortszeit ankommen. Um 9.40 Uhr geht es von Stansted zwei Stunden weiter nach Oslo, wo wir um 12.35 Uhr ankommen. Wieder haben wir zweieinhalb Stunden Zeit zum Umsteigen, ehe es um 15.15 Uhr von Oslo nach Longyearbyen auf Spitzbergen geht. Dort kommen wir um 18.15 Uhr an und werden den Bus zu unserer Unterkunft nehmen.

Dann gibt's lecker Wal, Robbe oder Rentier, ehe wir - es wird hell bleiben - uns dann irgendwann ins Bett prügeln müssen, denn am Mittwoch geht es um 8 Uhr schon auf das Bötchen in Richtung Gletscher und Pyramiden ...

Ich werde morgen Abend berichten, hoffe ich ...

Montag, 22. April 2019

Eine Pyramiden-Tour

... werden wir am 1. Mai unternehmen, juchhe. "Jetzt spinnt er endgültig", wird der Leser sagen, der einen Blick auf die obige Reiseplanung wirft. Wie will er dann auf Spitzbergen zu den Pyramiden? Halb durch die Erde graben?

Nunja, wir wollen nicht zu den Pyramiden, wir wollen nach Pyramiden, das ist ein kleiner Ort auf Spitzbergen, noch ein bisschen weiter nördlich als Longyearbyen. Auf der Fahrt dorthin (wenn wir Glück haben, können wir sogar anlegen und werden dann von einem Guide durch die russische Geisterstadt geführt) fahren wir an einem Gletscher vorbei, ich glaube, das wird eine ganz gute Tour, auch wenn ich heute Abend mich ein bisschen geärgert habe, weil unsere ursprünglich geplante Tour für Anfang Mai noch gar nicht angeboten wird ... (Aber die gefällt mir noch ein bisschen besser, auch wenn sie ein bisschen teurer ist.)

Am Tag darauf, am 2. Mai, mache ich dann allein meine Hundeschlitten-Gletscherhöhlen-Tour, auch auf die freue ich mich sehr.

Ich hatte schon erwähnt, dass Spitzbergen teuer ist, und die vier Manntourtage kosten mehr als 800 Euro, aber ich hoffe, dass das unvergessliche Abenteuer werden und ich dann halt irgendwann anders weniger Geld durch meine Kreditkartenabrechnung jagen und das Geld reinsparen muss, sonst geht die nächste Tour bald in den Schuldturm ...

In acht Tagen jedenfalls um die Zeit sind wir schon auf Spitzbergen, und während bisher der Flughafen Longyearbyen mit 78° 14' N mein nördlichster Punkt werden sollte, könnte es mit Pyramiden bis zu 78° 39' N hochgehen, das sind nochmal 48 Kilometer näher zum Nordpol, der seinerseits 1.262 Kilometer von Pyramiden entfernt ist.

Das wird gut ... Aber morgen muss ich erstmal arbeiten ...

Sonntag, 21. April 2019

Bisschen müde

... bin ich, irgendwie habe ich in Sofia nicht soooooo richtig gut geschlafen, das mag gut und gerne an den Monsterportionen beim Abendessen oder aber an der Getränkeauswahl gelegen haben ...

Das Essen direkt nebenan war sehr lecker, der Ober war irgendwie süß und bekam entsprechend ein deftiges Trinkgeld, das Essen war heiß (was wir nicht als selbstverständlich empfunden haben in Sofia), joa, und Bier gab's auch (auch wenn das Schwarzbier alle war) ...

Heute Morgen ging es dann weiter, aber alle Pläne, vom Schuheeinkaufen oder vom Besichtigen der Bojana-Kirche, wurden ignoriert, wir ließen uns beim Frühstück Zeit und fuhren dann um 11 Uhr in Richtung Flughafen. Wir verfuhren uns ein bisschen, weil eine Straße gesperrt war, ich verwechselte Osten und Westen, was aber nicht schlimm war, weil wir stur nach Google Maps fuhren, wir tankten noch fünf Liter, damit wir das Auto mit dem gleichen Füllstand zurückgeben konnten wie bei der Anmietung und ich warf Schlüssel und Papiere auf den Stuhl am Schulter, weil wieder niemand da war ... Saftladen!

Wir gingen sehr früh durch die Sicherheitskontrolle und Ausreise, dann tranken wir ein Bierchen oder zwei, kamen ein bisschen verspätet los, aber fast pünktlich an, ich hatte unterwegs wieder Serien geguckt, wir verabschiedeten die beiden, die nach Stuttgart zurückfuhren, und danach fuhren Christina und ich mit der S-Bahn nach Wiesbaden.

Irgendwie will ich bald ins Bett, ob ich das wirklich gebacken kriege, werden wir sehen, aber morgen wird ausgeschlafen, koste es, was es wolle.

Schön war's in Sofia, wirklich schön - und wir haben auch dieser Stadt unsere Wiederkehr angekündigt ...

Eine Reise vorbei, eine andere steht vor der Tür, in neun Tagen um die Zeit sind wir schon auf Spitzbergen - da muss ich dann morgen wirklich die Touren buchen, damit das alles klar geht.

Samstag, 20. April 2019

Streckenführung über den Lidl-Parkplatz

So, ich hatte ja gestern Abend noch ein Auto gemietet, das wir am Flughafen abholen wollten. Nun saßen wir beim Frühstück, und meine Ex-Kollegin musste schweren Herzens absagen, weil es ihr nicht gut ging (und sie nicht im Auto mitfahren wollte, eine weise Entscheidung, denn die Strecke war gerade am Schluss nicht gerade unkurvig ...). Dementsprechend blieb auch ihr Freund in Sofia, und Christina und ich fuhren also allein zum Flughafen.

Wir wurden zunächst von der U-Bahn ein wenig verwirrt, denn es gibt hier zwei U-Bahn-Linien und zwei U-Bahn-Routen, die sich zwar irgendwie überschneiden, aber dann irgendwie doch nicht, sodass wir uns nicht sicher waren, ob die Züge an dem Eingang, den wir nehmen wollten, auch wirklich zum Flughafen fahren. Es stellte sich heraus, dass jeder zweite Zug von da zum Flughafen fährt - passte.

Wir waren pünktlich am Flughafen, nicht pünktlich war Monsieur von der Vermietungsfirma. Eine Viertelstunde nach Mietbeginn rief ich mal an, da war er gerade unterwegs und schlug dann auch wirklich eine Minute später auf. Wir sorgten dafür, dass die Stimmung am Anfang eisig war (Saftladen!), aber nach dem Upgrade auf einen Ford Focus setzte Tauwetter ein, und wir verließen mit ein bisschen Verspätung das - sehr verwinkelte - Flughafenparkhaus.

Wir fuhren erstmal aus dem Flughafenareal raus und auf die Autobahn, zunächst in die falsche Richtung, aber das Navi dachte sich etwas dabei, weil wir so den Stau in der Innenstadt umfahren konnten. Wir mussten aber natürlich drehen, und dabei leitete uns das Navi tatsächlich über den Lidl-Parkplatz an der Autobahn ... Nun denn!

Es ging zunächst ein gutes Stück auf einer - sehr neuen und sehr gut befahrbaren - Autobahn, ehe wir abbogen und ein wenig ins Gebirge fuhren, nicht ohne uns zumindest einmal (kurz) zu verfahren, aber das ist ja weder schlimm noch unerwartet.

Nach knapp zwei Stunden Fahrt kamen wir am Kloster in Rila an (schneebedeckte Berge thronten über dem Gebäudekomplex), parkten und wurden gleich von einem Parkplatzwächter abkassiert. Das sah irgendwie alles semi-offiziell aus, aber es schien zu passen, denn er nahm uns fünf Lewa ab, das entspricht dem ausgehängten Tarif, und eine Parkuhr (wie beschildert) sahen wir sowieso keine ...

Als wir durch das Tor gingen (und nachdem wir eine deutschsprachige Hinweistafel überflogen hatten), waren wir einen Moment schockgefrostet - so, so schön!

Wir marschierten natürlich sofort in Richtung der Kirche, guckten uns die Wandmalereien außen an (da darf man noch fotografieren), gingen rein in die Kirche, kriegten unsere Münder wieder nicht zu (hier darf man nicht mehr fotografieren) und waren ganz einfach begeistert - ich glaube, die Fotos können das heute sogar mal darstellen, wie toll das Rila-Kloster ist ...

Wir guckten uns danach noch in dem Komplex um, schauten uns kurz das Museum an (vier Euro Eintritt, die sich allein schon für das Holzkreuz aus dem frühen 19. Jahrhundert lohnen, in dem über 600 Figuren dargestellt sind - unglaubliche Handwerkskunst!) und verbrachten den Rest des Besuchs wieder in der Kirche - wow!

Die eineinviertel Stunden, die wir da waren, kamen uns viel länger vor, weil wir so viele Eindrücke aufsaugten, aber dann - nachdem wir die uns zuparkende Polizei verscheucht hatten ... - fuhren wir die gleiche Strecke wieder zurück, fuhren durch die landschaftlich schöne Umgebung Sofia und durch den Sofioter Verkehr, parkten jetzt hier im Hotel und werden gleich um 19.30 Uhr Ortszeit zu Abend essen.

Bisher war das ein toller Tag, und ich hoffe, das Essen gleich wird auch lecker ...

Synagoge am Ankunftsabend

Ausgrabungen in der Innenstadt

Alexander-Newski-Kathedrale

Rila-Kloster

Wand- und Deckenmalereien




Ich war's nicht!

In der Alexander-Newski-Kathedrale nieste heute jemand herzzerreißend, aber - völlig überraschend für jeden meiner Freunde und Kollegen - ich war unschuldig. Das hinderte meine beiden Damen aber nicht daran, vorwurfsvoll in meine Richtung zu gucken. Ich hatte den Braten allerdings schon gerochen und wedelte - wir waren dreißig Meter voneinander entfernt - eifrig mit dem Finger als Zeichen, dass ich das ausnahmsweise einmal nicht war. Ihre Blicke blieben zwar ein wenig zweifelnd, aber da das explosionsartige Geräusch eindeutig nicht aus meiner Richtung gekommen war, war die am wenigsten abwegige Erklärung offenbar, dass ich unschuldig war. Jawoll!

Die Nacht war nicht so richtig erholsam, was nicht nur am überheizten Zimmer (die Bulgaren überheizen grundsätzlich alle Räume) lag, sondern auch an den Tonnen Fleisch in meinem Magen. Christina war nahezu unhörbar aufgestanden und seit gut 7 Uhr beim Frühstück, während ich so gegen 9.30 Uhr im Frühstücksraum aufschlug. Das war alles so appetitlich angerichtet, dass ich trotz meines gestrigen Gelübdes schon wieder ein Morgenmahl einnahm.

Gegen 10 Uhr waren wir vollzähling, um 10.45 Uhr wurden wir aus dem Frühstücksraum gekehrt. Wir liefen in Richtung Norden, guckten uns die Sweti-Petka-Kirche, Ausgrabungen als dem 4. Jahrhundert oder so, die sie beim Neubau der U-Bahn angelegt hatten, einen Honigmarkt, die Banja-Baschi-Moschee an, kauften dann endlich etwas zu trinken, kamen dann über eine wenig einladende Treppe in den Park, der das ethnografische Museum umgibt, besuchten die österreichische Botschaft und standen schließlich vor der Alexander-Newski-Kathedrale.

Ich war ja 2004 schon in Sofia gewesen, aber ich kann mich nicht erinnern, in diesem wunderschönen Sakralbau gewesen zu sein, das Ding ist riesig, bunt bemalt (wie fast alle bulgarisch-orthodoxen Kirchen), dass es die 10 Lewa (5 Euro) Fotografiergebühr (der Eintritt war kostenfrei) fast wertgewesen wäre. Ein illegales Foto wurde trotzdem geschossen, dann nieste jemand und anschließend gingen wir über den Flohmarkt, der mir bekannt vorkam (samt der Messer mit Hakenkreuz drauf ...) zurück zum ethnografischen Museum.

In dem Gebäude gibt es ein Kneipchen mit Außenbewirtung, dort nahmen wir zwei Getränke ein, flüchteten dann zwischen zwei Regenschauern und nach einem kurzen Abstecher in eine Kirche, in der leider gerade eine Taufe stattfand, in die Fußgängerzone und aßen dort eine "Kleinigkeit" zu Mittag: Es wurde ein Schopska-Salat (Tomaten, Gurken, Käse) und drei mit Käse gefüllte Teigtaschen - sehr lecker!

Wir gingen ins Hotel zurück, ich guckte eine Serie, weil ich das Bett um keinen Preis berühren wolte (das hätte übel geendet), und um 19 Uhr trafen wir uns in der Lobby, um auf den Neuankömmling zu warten. Der erschien um kurz vor 20 Uhr, wir tranken noch aus und spazierten dann eine halbe Stunde durch das nächtliche Sofia, nur um in zwei Gaststätten abgewiesen zu werden - schade ... Das dritte Restaurant nahm uns auf, das Ambiente war hübsch-modern, die Bedienung freundlicher und sprachgewandter als gestern, die Essensportionen kleiner, aber ausreichend, und ich trank Fanta, weil ich kein Bier mehr sehen konnte.

Joa, wir versackten wie üblich, sind jetzt um 1 Uhr im Bett, für morgen habe ich ein Auto gemietet, mit dem wir ins Rila-Kloster fahren, und dann gucken wir mal, was wir mit dem Rest des Tages machen ...

Meine Ex-Kollegin war heute Morgen ein wenig besorgt, dass wir ein überambitioniertes Programm hätten, aber es stellte sich heraus, dass wir zwischen Gucken und Chillen/Trinken/Erzählen ein einigermaßen vernünftiges Gleichgewicht gefunden haben.

Gute Nacht, Fotos am Montag oder so in aller Ruhe (oder auf Instagram ...).

Donnerstag, 18. April 2019

Zu wenig gegessen und zu wenig getrunken

..., das, so muss man es leider sagen, ist die Quintessenz der letzten 26 Stunden. Es ist furchtbar ...

Nach einer kurzen, aber aufreibenden Woche holte ich meine Ex-Kollegin vom Bahnhof ab, natürlich war der Zug eine Stunde verspätet, aber unsere Reservierung im Sherry wurde trotzdem aufrechterhalten ... Nun, jeder einigermaßen regelmäßiger Leser dieses Blogs weiß, dass ich im Sherry allenfalls ein kleines (oder großes) Steak und maximal zwei bis sieben Guinness trinke, und keinen regelmäßigen Leser dieses Blogs wird es daher überraschen, dass das Wiedersehen der Kollegin mit Christina und mir sehr lustig war.

Nicht so lustig war der heutige Morgen, ich hätte mir definitiv gestern Nacht noch Ayran holen und verzehren sollen. Nun denn - das Frühstück kam höchstgelegen, und dann ging es mit dem Bus und schließlich der S-Bahn zum Frankfurter Flughafen.

Es hätte ein bisschen eng sein können, da wir erst eine Stunde vor Beginn des Boardings am Flughafen ankamen, aber der befürchtete Stau an der Sicherheitskontrolle kurz vor Ostern war nicht existent, die Schlange bestand aus, ähem, einer Person vor mir, sodass das alles wunderbar schnell ging. Die Ausreise funktionierte ebenso, und als wir dann endlich ins Wechselgate durften, kam schnell die Ansage, dass der Flieger ziemlich voll sei - ob man denn nicht kostenfrei am Gate das Handgepäck einchecken wolle.

Das ließen wir uns nicht zweimal sagen, lieferten brav unser Zeug ab und waren nun befreit von viel Last ... Im Flieger guckte ich zwei Folgen einer Serie, die ich mir am Flughafen noch heruntergeladen hatte, der Flug ging unheimlich schnell vorbei, die Einreise war sehr schnell, das Gepäck war schon da, die Metro fuhr zeitnah nach unserer Ankunft ab (umgerechnet 80 Cent für die Fahrkarte), und Sitzplätze bekamen wir auch noch.

In der Stadt stiegen wir dann aus, liefen ein paar Schritte zum sehr hübschen Hotel, machten uns frisch und gingen in der einsetzenden Dämmerung auf einen etwas längeren Spaziergang zu meiner angestrebten Kneipe.

Unterwegs kamen wir durch die Fußgängerzone, an einer sehr hübschen Kirche vorbei und marschierten über die - sehr ansehnliche - Löwenbrücke, ehe wir an der - ebenfalls sehr ansehnlichen - Kneipe aufschlugen. Es war relativ voll, aber wir bekamen noch einen Tisch und einen etwas schüchternen Ober ...

Nun, den Anfang machte ein Schopska-Salat, der uns mal wieder (nach Belgrad) begeisterte, danach folgten überbackener Halloumi, Rindfleisch in Weinsauce und ein Monster-Fleischspieß, den ich unter Aufbringung aller Kräfte verzehrte, auch wenn alle Gerichte ein bisschen heißer hätten sein können (nein, der Salat nicht!).

Alles in allem bekommt das Ding die Note 2-3, die Location ist toll, das Essen ist okay, der Ober war ein bisschen ungesprächig, nicht schlecht, aber auch kein Kandidat für meine Restaurantempfehlungen.

Der zwanzigminütige Spaziergang nach Hause war dringendst notwendig, und nun fallen wir ins Bett und haben uns geeinigt, morgen/heute so weit wie möglich auszuschlafen. Mal gucken, ob Christina noch lauter kruschteln kann als meine Mutter, ich bezweifle es stark ...

So, das war der erste Abend in Sofia, das war schön, und morgen wird die Stadt erkundet - ich werde berichten.

Fotos heute keine, morgen Abend vielleicht ...

Sonntag, 14. April 2019

Vom Brexit ausgebremst

... werden wir in Stansted zum Glück nicht (mehr), denn wir können am 30. April, wenn wir in London auf dem Weg nach Oslo bzw. Spitzbergen umsteigen, noch die EU-Bürger-Schlange verwenden, das dürfte ein bisschen Zeit sparen ...

Jetzt freue ich mich aber erst einmal auf Sofia, in 96 Stunden (huch!?) sind wir schon da. Wir fliegen am Donnerstag um 15.05 Uhr in Frankfurt ab und landen um 18.15 Uhr (Ortszeit, 17.15 Uhr deutscher Zeit) in Sofia. "Wir", das sind Christina und eine ehemalige Arbeitskollegin. Deren Freund fliegt einen Tag später nach, weil er noch einen beruflichen Termin hat, da bin ich dann mit den beiden Damen allein in Sofia unterwegs ...

Wir haben zwei volle Tage in Sofia und können am Ostersonntag, dem 21. April (westliches Ostern, der orthodoxe Ostersonntag ist eine Woche später am 28. April), gemütlich frühstücken, ehe wir um 14.20 Uhr wieder zurückfliegen und und 15.40 Uhr deutscher Zeit in Frankfurt landen.

Den Ostermontag habe ich dann zum Erholen, ehe am Dienstag Freunde aus Jena kommen, die ich am Mittwoch Abend zum Flughafen bringe, von wo aus sie nach Thailand fliegen werden (nach aktuellem Stand habe ich nicht vor, mit ihnen mitzufliegen ...).

Weil mein kleiner Exkurs zu zoll- und migrationsrechtlichen Fragen so begeistert aufgenommen worden ist (und weil das alles offenbar nicht immer so ganz klar ist): Wir reisen am Donnerstag in Frankfurt zwar aus dem Schengen-Raum, aber nicht aus der EU aus. Das hat zur Folge, dass wir zwar in Frankfurt den Personalausweis bzw. Reisepass vorzeigen müssen (und bei der Landung in Sofia auch), aber dass wir keiner Zollbeschränkung unterliegen, eben weil die Europäische Union auch eine Zollunion ist. Bier (völlig zufällig gewähltes Beispiel ...) könnte ich also zum persönlichen Gebrauch theoretisch in unbegrenzter Menge mitnehmen (die 110 Liter, die da im Raum herumschwirren, sind nur eine Richtgröße zur Abschätzung des "persönlichen Gebrauchs"), wenn wir nicht - aufgrund der Sicherheitsvorschriften im Luftverkehr - nur 100-ml-Fläschenchen mitnehmen dürften (wir reisen ohne Handgepäck) ...

Bulgarien ist zwar Mitglied der EU, aber noch kein Schengen-Vollanwenderstaat. Das bedeutet, es gibt noch Grenzkontrollen zwischen dem Schengen-Raum und Bulgarien. Allerdings wendet Bulgarien ansonsten den Schengen-Besitzstand an, was unter anderem bedeutet, dass jeder, der visumfrei in den Schengenraum einreisen kann, auch visumfrei nach Bulgarien einreisen kann. Das gilt für jeden der vier EU-Staaten, die keine Vollanwenderstaaten sind (Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Zypern), aber nicht für die beiden EU-Staaten (Irland und das Vereinigte Königreich), die eine Ausnahmeregelung haben: Die Iren und die Briten bestimmen also völlig eigenständig über die Liste der Staaten, deren Einwohner kein Visum benötigen. (Interessanterweise sind diese Listen untereinander - und mit der Schengen-Liste - nicht deckungsgleich, obwohl es im Landverkehr zwischen der Republik Irland und Nordirland keine Grenzkontrollen gibt - daher könnte ein Südafrikaner, der visumfrei in die Republik Irland einreisen kann, ohne Grenzkontrolle nach Nordirland, ins Vereinigte Königreich, hinüberfahren - das allerdings wäre eine illegale Einreise ...)

So, jetzt sind es aber erstmal weniger als 100 Stunden bis Bulgarien, wo ich zuletzt 2012 war - das war die berühmt-berüchtigte Reise zur Hochzeit einer der beiden Zwillingsschwestern ... Das wird gut!