Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Sonntag, 12. August 2018

Die deutsche Botschaft

... in Budapest habe ich heute aufgesucht, aber keine Sorge, nichts passiert, ich wollte nur einfach gerne sehen, wo "meine" Botschaft ist. Wer schonmal mit mir verreist ist, weiß, dass ich - wenn es sich ergibt - gerne mal der Botschaft vorbeischaue, einfach nur, um den Gummiadler an der Wand zu sehen - da gibt es ein ganz fieses Foto von mir vor der Botschaft in Mexiko (mit meiner schönen Kinderbrille), aber auch Bilder aus Brunei und Kiew, und jetzt gibt es eben auch ein Selfie vor der deutschen Botschaft in Budapest.

Nach dem ereignislosen Dienstagabend hat es mich am Mittwoch einfach mal überkommen, dass ich am Abend noch in die Stadt fuhr. Ich fuhr mit dem Ersatzbus für die Metro (die sind bis 2020 an der Grundsanierung der Metro M3, und 2018 ist das nördliche Stück komplett gesperrt, sodass man von "meiner" Haltestelle an der Árpád-Brücke bis zum Lehel tér mit dem Ersatzbus fährt und dort umsteigt in die Metro; außer am Wochenende und nachts, denn dann ist die gesamte M3 nur per Ersatzverkehr befahrbar) bis in die Stadt, fuhr noch eine Station mit der M2 und stieg an der Haltestelle Astoria aus.

Von da latschte ich in Richtung des Szimpla kert, dieser Ruinenkneipe, die ich letzten Samstag besucht hatte und wollte dort und am angrenzenden Foodtruckcourt eigentlich den Abend einläuten. Nunja, ich blieb eine Straße davor an einer Kneipe hängen, die ich auch am Samstag gesehen hatte und da schon gedacht hatte, dass ich die mal ausprobiere. Joa, ich bekam einen Tisch am Tresen, und auch wenn die Innenausstattung so überhaupt nichts mit dem Sherry zu tun hatte, fühlte ich mich auf Anhieb an meine Stammkneipe erinnert, denn die Stimmung war sehr gemütlich, freundlich, doch, ganz schick.

Ich aß Kalbspaprikasch mit überbackenenen Nudeln im Speckring, und während ich bisher mit Paprikasch keine guten Erfahrungen gemacht hatte, war das hier ganz vorzüglich, wenn auch keine riesige Portion - hierher wollte ich wiederkommen! Der Nachtisch, das somlói galuska (die Somlauer Nockerln), war nicht ganz so fantastisch (wie in der Kneipe mit Blick aufs Parlament), aber immer noch gut ...

Nach drei Bier ließ ich Ruinenkneipe Ruinenkneipe sein und lief an vielen Kneipen vorbei zur 105, mit der ich nach Hause fuhr. Ein schöner Abend war ...

Am Donnerstag Morgen hatte ich schon so ein Gefühl, und das Gefühl baute sich über den Tag weiter auf, dass vier Tage ohne Badbesuch lang genug waren. Also machte ich pünktlich Schluss auf der Arbeit, fuhr ins Hotel, packte ganz schnell meine Badetasche und fuhr danach mit der 30 und 7 zum Rudas-Bad, wo ich um 19 Uhr eintrudelte und ganz gemütlich zweieinhalb Stunden ins Thermalbad wollte, weil ich endlich mal die Kuppel bei Tag erleben wollte.

Die Rechnung hatte ich nur ohne den Wirt gemacht, denn wochentags ist das Rudas-Thermalbad nur bis 20 Uhr offen (das Wellnessbad bis 22 Uhr, aber auf das hatte ich keine Lust). Was nun? Das Király hat nur bis 21 Uhr offen, das Gellért sogar nur bis 20 Uhr, also musste ich fast dem Lukács-Bad noch ein Chance geben ... (Mir fällt gerade auf, dass diese vier Bäder - von Süden nach Norden: Gellért, Rudas, Király, Lukács - wie auf einer Perlenkette an der Straßenbahnlinie 19/41 auf der Budaer Seite liegen, da steigt man einfach irgendwo in die Bahn und landet - wenn man in die richtige Richtung fährt, natürlich - ganz sicher an einem anderen Bad ...)

Die Schlange um 19.15 Uhr war lang, aber ich kam nach endlicher Zeit rein, war schnell umgezogen und ging in den Thermalbereich. Das Lukács finde ich, das habe ich schon öfter geschrieben, alles ein bisschen beengt, sodass ich nach den ersten Minuten im größten Becken, dem 36 Grad warmen, mich aufmachte, um das "Erlebnisbecken" zu erkunden, das ich beim ersten Besuch des Lukács verpennt hatte.

Joa, das Erlebnisbecken ist ganz hübsch, halt ein Schwimmbad mit Whirlpool, Strömungskanal (das macht tatsächlich noch Spaß) und diversen anderen Sprudelquellen (davon wird meine Badehose immer so mit Luft gefüllt, sodass danach sehr viel Luft aus meiner Hose entweicht, was in stillerem Wasser dann ein wenig - ähm - komisch aussieht) ... Nicht unhübsch, aber jetzt auch nicht der absolute Megahammerburner ...

Gegen 20.30 Uhr, 21 Uhr wurde es dann im Thermalbereich doch ein bisschen leerer, sodass ich jetzt entspannt in alle Becken, auch in das 40-Grad-Becken konnte ... Ich war einmal - länger - im Dampfbad (das Dampfbad im Lukács ist neben dem im Király das schönste, obwohl das im Széchenyi auch ganz hübsch ist), das war sehr erholsam, zumal ich dann merkte, wie (einfach) die Ungarn ein bisschen Dampf machen: In allen Dampfbädern gibt es Wasserschläuche, mit denen man die Sitze abspritzen kann; nur erzeugt man dadurch natürlich gleichzeitig weiteren Dampf, und wenn man, wie der eine Ungar, dann noch die ganzen Skulpturen in der Dampfsauna abspritzt (ich dachte erst, das sei der Hausmeister ...), dann steigt der Dampfgehalt in der Kabine auch schön an - das macht Spaß, mache ich nächstes Mal auch mal.

Um 21.45 Uhr verließ ich pünktlich das Becken und um 22 Uhr das Bad und fuhr mir der Straßenbahn über die Margaretenbrücke zum Octogon. Das war das erste Mal, dass ich komplett über die Margaretenbrücke fuhr (bisher war ich immer nur von der Margareteninsel mit der 26 nach Buda gefahren), und dementsprechend sah ich zum ersten Mal das fantastische Panaroma von der Brücke mit Parlament, Kettenbrücke und Burgberg - da war ich dann heute Abend gleich nochmal, siehe unten ...

Ich hatte aufgrund der ganzen Hektik nicht zu Abend gegessen, und nach 22 Uhr gestaltet es sich jedenfalls in meiner Wohngegend sehr schwierig, noch was zu essen zu kriegen. Für die Innenstadt (und das Octogon zählt definitiv noch dazu, auch wenn es aus der ganz zentralen Innenstadt doch ein Stückchen in Richtung Heldenplatz ist) gilt das aber nicht, denn ich bekam in einem Lokal noch um 22.30 Uhr etwas zu essen.

Erst als ich saß, guckte ich nach der Google-Bewertung, die nicht so prickelnd war, aber der oft verrissene Service war bei mir sehr schnell, und das Essen (dreierlei Würste mit Pommes) war jetzt sicher keine Offenbarung, aber schlecht war es ganz bestimmt auch nicht.

Das war der zweite Abend in Folge, an dem ich nicht vor 23 Uhr zu Hause war.

Dass ich am Donnerstag Abend baden gewesen war, hielt mich nicht davon ab, am Freitag Abend zum Nachtbaden zu gehen, auch wenn ich irgendwie träge war und noch in meiner Wohnung herumbummelte. Entsprechend fuhr ich erst um 20 Uhr los, bekam in meiner avisierten Kneipe vom Mittwoch Abend keinen Platz mehr, auch der Foodtruckcourt war gerammelt voll und der Bierausschank nicht unbedingt von der schnellen Sorte, sodass ich weiterlief und weiterlief und weiterlief, irgendwo in der Nähe der Elisabethbrücke noch eine Pizzeria fand, dort ein Hühnchenpaprikasch aß, das nicht berauschend war, nicht mit Karte zahlen konnte (in einer der Haupttouristenmeilen Budapests, unfassbar!), zwanzig Meter zum Geldautomaten lief und dann genau passend zahlte, meinen Bus über die Elisabethbrücke verpasste und ... Okay, ich sollte den Satz mal beenden ... Ich lief schließlich über die Elisabethbrücke, kam um 22.30 Uhr zum Rudas, aber hatte schon wieder eine Schlange vor mir - sehr komisch ...

Ich war gestern Abend so spät dran, dass ich nicht mal mehr eine Kabine bekam und mit dem Fahrstuhl in den ersten Stock musste zur Schließfachabteilung. Damit habe ich ja inzwischen Übung, sodass ich schnellstens im Wasser war - und obwohl anscheinend so voll war, merkte man das irgendwie nicht so richtig - die meisten waren wohl im Wellnessbereich oder oben auf der Dachterrasse. Beides (Wellnessbereich und Dachterrasse) habe ich nach dem ersten Mal nicht mehr  aufgesucht, nicht, weil es abgrundtief furchtbar wäre, sondern einfach, weil es im alten türkischen Teil sooooo schön ist ...

Es ging erst ins 16-Grad-Becken, dann machte ich meine Runde 28-30-33-36, aber ich bin da immer noch nicht so ganz entspannt, weil ich einfach erstmal schnell ins 42-Grad-Becken will. Aaaah, hechel, hechel, schee ...

Nachdem ich das erste Mal im 42er-Becken war und mich im 16er-Becken abgekühlt hatte, war alles ganz entspannt und ich wackelte zwischen den verschiedenen Becken umher. Ich guckte einem Typen zu, wie er bei einer jungen und durchaus ansehnlichen Dame so dermaßen abblitzte, dass das ganze Becken kurzzeitig fast einfror, und genoss es, die verschiedenen Leute zu beobachten - die jungen Kerle aus Österreich, denen das richtig Spaß machte, von der Sauna ins 16-Grad-Becken und zurück zu marschieren, einen jungen Mann, der mich wahnsinnig an Guido Westerwelle erinnerte, den einen Ungarn, den ich, meine ich, letzten Samstag im Irish Pub gesehen hatte (auch Budapest ist klein ...).

Um halb drei war es dann ziemlich leer, sodass ich nach einem finalen Gang ins 42-Grad-Becken (fühlte sich jetzt sehr heiß an, ich war müde) und ins 16-Grad-Becken (fühlte sich jetzt sehr kalt an, ich war müde) aufbrach und zum Nachtbus ging. Jedes Wochenende ist da neben dem Rudas Party mit lauter Musik, und gestern war ich versucht, da noch einen Absacker zu nehmen, ließ es dann aber doch sein - irgendwann versacke ich da noch.

An der Haltestelle standen zwei junge Damen, die von einem völlig Besoffenen aus einer Gruppe von vier ziemlich besoffenen Jungs auf einigermaßen unschöne Weise angemacht wurden. Er traute sich zwar nur einmal in ihre Nähe und wurde von der einen dann sehr deutlich weggeschoben, aber du stehst da als unbeteiligter Mann - stocknüchtern, wie ich es zu dem Zeitpunkt wieder war - und malst dir aus, dass das jetzt gleich auch in einer Schlägerei enden könnte, und man selbst ist mittendrin. Am Ende war alles ... naja, nicht okay, aber die Damen hatten die Situation im Griff, und der Bus kam zum Glück auch, sodass nichts weiter passierte.

Heute Morgen schlief ich aus und verließ gegen 15 Uhr die Wohnung, fuhr in die Stadt, aß endlich zum zweiten Mal im Gettó Gulyás (der Kneipe von Mittwoch Abend), diesmal Lammpaprikasch, was auch lecker war, aber kein zweites Mal verspeist wird, fuhr dann auf die Burg, besuchte die deutsche Botschaft, lief in Richtung Fischerbastei, guckte mich dort nochmal um und fuhr dann wieder mit Bus und Metro in die Stadt.

Ich landete in einer Bierhandlungskneipe, die ganz schick war, war aber schon wieder ein bisschen müde, sodass ich durch das Kneipenviertel zum Octogon lief und mich da auf eine Bank setzte. Die Sonne war am Untergehen, sodass ich mich entschied, nicht sofort nach Hause zu fahren, sondern mit der Straßenbahn vom Octogon zur Margaretenbrücke zu fahren und das Panorama zu besichtigen.

Freunde, dieser Blick auf die Donau, auf das Parlament und die Kettenbrücke, auf den Burgberg und auf den Gellértberg, das ist so toll, vor allem, wenn erst die Beleuchtungen angehen und die blaue Stunde kommt - so traumhaft schön! An der Stelle werde ich am 18. September abends stehen und bestimmt das eine oder andere Tränchen verdrücken ... (Ich überlege, ob ich Anfang November nochmal für ein Wochenende einfliege, damit die Zeit bis Dezember nicht so lang wird, mal sehen ...)

Aber erstmal habe ich letzte Nacht Halbzeit gefeiert, fünfeinhalb Wochen liegen noch vor mir - das wird toll.

Eins wollte ich noch erzählen: Am Rudasbad und am Supermarkt, den ich gestern aufsuchte, hängen draußen so Überwachungskameraabzüge von Leuten, die sich nicht ordnungsgemäß verhalten haben (keine Ahnung, was die im Rudas gemacht haben, im Supermarkt waren es Ladendiebe ...). Das ist ein richtiger Pranger, und ich habe meine Zweifel, ob das mit der EU-Datenschutzgrundverordnung in Einklang steht. Mag sein, dass ich im Kleingedruckten in diese Nutzung einwillige, wenn ich in den Laden gehe, aber ob das wirklich wirksam sein kann, weiß ich nicht ...

Die St.-László-Kirche in der Nähe meiner Wohnung

Matthiaskirche

Panorama von der Margarentenbrücke (Parlament, Kettenbrücke, Burgberg)

Montag, 6. August 2018

Hajrá, lilák!

"Auf geht's, ihr Violetten!" Einer der Kampfrufe von Újpest, meiner neu gewonnenen Liebe (nein, Bruderherz, das ist ein Fußballverein, keine Frau!), ging mir nicht aus dem Kopf, und als ich heute Morgen einen Kollegen in seinem lila T-Shirt sah, erinnerte ich mich, dass ein anderer Kollege über diesen Kollegen gesagt hatte, er sei ein großer Újpest-Fan ... So kamen wir ins nicht-dienstliche Gespräch und, bums, hatte ich heute Abend die erste Facebook-Freundschaftseinladung eines Budapester Kollegen auf dem Handy ... Könnte passieren, dass ich in vier Wochen dann im Fanblock von Újpest auflaufe, mal sehen.

Mit einem anderen Kollegen (ich glaube, er war der, der mir den Hinweis zu dem Újpest-Fan gegeben hatte) war ich vor ein paar Tagen über Fußball ins Gespräch gekommen und als ich auf seine Frage, für welchen Budapester Verein ich jetzt sei, sagte, dass ich Újpest-Fan bin, meinte er, das sei eine gute Wahl. Allerdings sollte ich dem Vater seiner Freundin bloß nicht erzählen, dass er das gesagt habe, sonst würde der Vater (ein fradista) ihn killen - dazu muss man wissen, dass Újpest und Fradi (Ferencváros, grün-weiß) sowas wie das Dortmund und Schal... ich meine, Herne-West, der ungarischen Fußballszene sind (wenn ich das richtig verstanden habe). Das wäre doch mal der Grund für eine Fanfreundschaft zwischen dem BVB und Újpest, oder?

Der niederländische Kollege wiederum erzählte neulich, wie ein weiterer Kollege (der inzwischen wohl weg ist) alles andere als begeistert war, als man ihm, dem fradista, zum Geburtstag einen Gabenkorb ganz in lila (der Farbe von Újpest) vorbereitet habe - das ging bei dem anscheinend so weit, dass er selbst das Wort "lila" nicht in den Mund nahm.

Da fällt mir wieder das alte Bonmot ein: "Manche Leute sagen, Fußball ist eine Sache auf Leben und Tod. Das ist falsch. In Wahrheit ist es viel bedeutsamer."

Nach diesem kleinen Ausflug in die Welt des ungarischen Fußballs (die Ungarn werden übrigens nicht müde zu betonen, wie schlecht der ungarische Fußball doch sei) noch das gestern versprochene Bild des Király-Bades von außen:


Schön ist's da, auch wenn es mir gestern sogar einen kleinen Tick zu voll war ...

Und auf der Karte oben sind nun Kuba, Dschibuti, Somaliland, Malawi und Mosambik ordnungsgemäß orange - das heißt, die sind für innerhalb der nächsten zwölf Monate "ernsthaft in der vorläufigen Planung" ...

Sonntag, 5. August 2018

Hase und Igel

... habe ich heute, natürlich unbeabsichtigt, mit dem einen Badegast im Király-Bad gespielt, den ich letzten Sonntag schon dort gesehen hatte. Das Király-Bad war heute zwischenzeitlich ein bisschen voll, und immer, wenn er in ein Becken wollte, konnte er - jedenfalls gefühlt - sicher sein, dass ich mich schon in selbigem breitgemacht habe ... Er war trotzdem nicht weniger freundlich zu mir, was aber nichts heißt, denn in den Bädern wird sowieso sehr wenig (zumindest unter Fremden) kommuniziert, und auch wir haben außer dem gelegentlichen Austausch von Blicken keine Kommunikation betrieben - das wäre jetzt aber ein von den Ungarn gewesen, bei denen ich es wahrscheinlich zuerst auf Deutsch versucht hätte, denn er war schon ein bissel älter ...

Heute habe ich mir einen richtig schönen Sonntag gemacht, ich habe ausgeschlafen, mich dann in aller Ruhe angezogen, mich dann auf den Weg zum Király-Bad gemacht, es mir da gutgehen lassen, fuhr danach im Bus zurück in mein Hotel, packte aber nur meine Badetasche aus und verließ dann zügig die Wohnung wieder, denn ich wollte um 18 Uhr zu meinem ersten Spiel der ungarischen Liga. Újpest spielte gegen Kisvárda, und das Spiel war grottig, richtig grottig. Nach einem Freistoß köpfte ein Újpest-Spieler zum 1:0 ein, das war - neben einem sehenswerten Fernschuss von Újpest mit einer ebenso sehenswerten Torhüterparade - das einzige Highlight des Spiels.

Ich fluchte und kommentierte und feuerte vor mich an, natürlich auf Deutsch, während die Ungarn dasselbe auf Ungarisch taten - irgendwie kamen wir schon klar ... Zwischendurch wollte ein einzelner Kisvárda-Fan das Spielfeld stürmen, wurde aber unter allgemeinem Jubel abgefangen und abgeführt.

Das Einzige, was ich an diesem Tag vergessen habe, war zu essen - und dementsprechend hatte ich dann spätestens beim zweiten Bier im Stadion Hunger. Die Salami-Sandwiches waren aus (bzw. wahrscheinlich gab es trotz Eintrags auf der Speisekarte gar keine), sodass ich mich mit (Wasabi-)Chips zufriedengeben musste. Lecker waren die, keine Frage, aber auch scharf und sicher nicht durststillend ...

Am Ende des Tages landete ich im Hotelrestaurant, der Chef freute sich sichtlich, dass ich mich mal zum Abendessen ins Haus verirrt hatte, und das Rindergulasch war jetzt nicht schlecht, aber auch nicht fantastisch - kann man mal machen, muss aber sicher nicht jeden Abend sein ...

Der gemütliche Sonntag geht jetzt leider zu Ende - und jetzt wollte ich endlich mal ein Foto von einem Bad präsentieren (das Király-Bad, jedenfalls von außen), da spielt die Übertragung vom Handy zum Rechner verrückt ... Sachen gibt's, naja, dann beim nächsten Mal ...

Samstag, 4. August 2018

Vom Himmel gefallen

... ist heute Glas auf den Bürgersteig, auf dem ich lief - naja, okay, die Glasflaschen fielen "nur" aus dem zweiten Stock, aber wenn ich die auf den Schädel gekriegt hätte (und es fehlten nur ein paar Meter, die ich schneller hätte sein müssen), das hätte ganz schön Aua gemacht ... Auf den Schreck musste ich erstmal einen heben ...

Ich kam heute spät aus der Bude (war heute Nacht wieder im Rudas-Bad, gleich mehr), und es war so gegen 14 Uhr oder so, als ich in der Stadt ankam. Wie fast schon üblich stieg ich an der Haltestelle Arany János aus, ging diesmal aber nicht zu meinem Pörkölt-in-Pfannkuchen-Menschen, sondern zwei Stände daneben zum Lángos-Mann. Die Schlange war lang, aber als ich dran war, bestellte ich mal wieder einen "ungarischen Lángos", also einen mit Kolbász und Sauerrahm und Käse und was weiß ich ...

Knoblauch war nicht so viel drauf, obwohl ich eigentlich heute Morgen unter der Dusche heißhunger auf Knoblauch hatte, aber ich habe es überstanden - überraschenderweise haben auch mein Hemd und meine Hose den Versuch, ein Lángos auf der Parkbank zu essen, überstanden, ich bin stolz auf mich ...

Ich wollte die Chance nutzen, mal einigermaßen am Tag in die Stefansbasilika zu kommen, nur leider war heute ein Hochzeit, sodass weite Teile der Kirche gesperrt waren (ein paar Fotos gibt's trotzdem). Auf dem Weg nach draußen stellte ein völlig geistesgestörter Tourguide die Gruppe mitten im Gang auf, sodass sich die ganzen Leute an dieser Bande vorbeischlängeln mussten. Eine Frau im Gegenverkehr wollte dabei dem Einwurfbolzen eines dieser Gedenkmünzenautomaten ausweichen, prallte beim Umgehungsversuch aber von einer wenig beweglichen Masse (meine Wenigkeit) ab (sie hatte natürlich auch nicht mit mir gesprochen oder so oder sich sonst bemerkbar gemacht) und dann erst recht voll gegen den Bolzen. Ein Stöhnen war die Folge, aber weil ich nun wirklich nichts dafür konnte und jetzt den Gang nicht noch weiter verengen wollte, lief ich zu. Schuld an der ganzen Malaise war aber diese bekloppte Führerin mit ihrer ebenso bekloppten Gruppe.

Danach machte ich mich auf den Weg in einer der Ruinenkneipe, die es hier in Budapest gibt, seit findige Unternehmer sich alte Ruinen unter den Nagel gerissen und da Kneipenlandschaften (so muss man es sagen) reingebaut haben - die bekannteste heißt szimpla kert, und dort nahm ich meinen After-Schreck-Drink, nämlich ein ungarisches Pale Ale. Die Pale Ales und ich werden keine so richtigen Freunde mehr, sodass ich auf dem Heimweg in ein irisches Pub einfiel und dort zwei Guinness verspeiste.

Es wäre übertrieben, wenn ich behauptete, ich hätte gestern oder heute einen Anfall von Heimweh gehabt, dazu gefällt es mir in Budapest einfach viel zu gut, aber andererseits ist es natürlich schon so, dass ich den einen oder anderen Abend im Sherry vermisse (nicht, weil man hier in Budapest kein Guinness bekäme, sondern vielmehr der Begleitung und der Gespräche wegen) und dass ich es ein bisschen vermisse, einfach mal zu den Kollegen in Wiesbaden ins Büro zu latschen und über, sagen wir, das Fußball-Wochenende zu sprechen (unser Instant-Messaging im Büro ist dafür kein voller Ersatz). Aber in zwei Wochen bin ich ja schon wieder fürs Wochenende in Deutschland und werde beim Sommerfest mit "höchschter Konzentration schon au" mit den Kollegen in Wiesbaden reden.

Nach dem Pubbesuch ließ es gut sein für heute, fuhr nach Hause, kaufte im Lädelchen um die Ecke noch Brötchen und Salami und Wasser und freue mich, dass ich morgen noch einen Wochenendtag habe ...

Ich hatte seit vor dem letzten Wochenende mal wieder Probleme mit meinem Zeh und meinem Fußgelenk, sodass ich am Montag und Dienstag nach der Arbeit überhaupt nichts gemacht habe außer mit der Straßenbahn zu fahren und von der Haltestelle heimzuhumpeln (oooooooooooh ... - danke, aber das geht lauter und aufrichtiger!).

Am Mittwoch ging es ein bisschen besser, und den Abend nutzte ich dann gleich aus, um hier um die Ecke eine der Gaststätten auszuprobieren, die ich in der inzwischen fünften Woche noch nicht ausprobiert hatte (eine, öhem, ist direkt unten bei mir im Haus, nämlich das Hotelrestaurant ...). Die Karte gab es nur auf Ungarisch, aber der Ober sprach ein bisschen Englisch, sodass ich mich bei der Bierbestellung nicht schwer tat (zumal das ich ja fast auf Ungarisch hinbekäme, wenn alle Stricke reißen), und auch bei der Vorspeise griff ich auf eine Empfehlung zurück und probierte noch mal hortobágyi palacsinta, das ist ein Pfannkuchen mit einer Füllung aus gemahlenem Fleisch (habe ich schonmal erläutert, glaube ich, sorry). Bei der Hauptspeise war ich allerdings komplett blank (einzelne Worte erkenne ich wieder, wie "marha" für Rind), aber am Ende spielte ich Roulette und bekam ein, wie meine Ungarisch-Lehrerin meinte, Lausbubengericht, nämlich ein Schnitzel mit Spinat-Schinken-Füllung mit Pommes und Reis. Am Ende bezahlte ich für Vorspeise, Hauptspeise und zwei Bier zwölf Euro und war sehr zufrieden ...

Am Donnerstag wollte ich eigentlich zum Fußball gehen, Újpest spielte Europa League gegen Sevilla, aber erstens hatte es am Nachmittag wie aus Kübeln geregnet, zweitens machte mein Fuß mir immer noch keinen völligen Spaß und drittens hatte Újpest das Hinspiel 0:4 verloren, sodass es auch nicht so aussah, als ob es ein Wunder gäbe (das führte zu einer üblen Beschimpfung meines niederländischen Kollegen, ich sei ein "Schönwetter-Fan", aber ein fradista, also ein Ferencváros-Anhänger, ist beleidigungstechnisch überhaupt nicht satisfaktionsfähig, von daher lassen wir das).

Gestern ging es mir dann wieder so gut, dass ich mich fluchtartig ins Wochenende verabschiedete, als ich feststellte, dass eine Viertelstunde später eine Fähre von der Bootslände in der Nähe meines Büros in Richtung Süden führe. Ich erwischte die Fähre und auch einen Sitzplatz in der zweiten Reihe, und wieder ging es an der Margareteninsel vorbei in Richtung Kettenbrücke. Der Himmel war wieder blau, und entsprechend war der Blick aufs Parlament wieder fantastisch, aber auch der Ausblick auf die Burg und den Gellértberg war durchaus nicht hässlich.

Ich stieg am Szent Gellért tér, also auf Budaer Seite aus, und lief am Hotel Gellért vorbei auf den Gellértberg hoch (Typisch, da ging es mir gerade wieder gut, da mache ich gleich einen mittelprächtigen Gewaltmarsch. Naja, "Gewaltmarsch" ist deutlich übertrieben, das ist ein steiler Spaziergang, aber weil ich immer so schnell wie möglich oben sein will, komme ich immer so ins Schwitzen ... Wie? Das liegt an meiner gertenschlanken Gestalt? Ha, da könnt ja jeder kommen!). Die Ausblicke wurden sukzessive immer fantastischer, und als ich ein Stück unterhalb des Gipfels einen kleinen Weg erblickte, der an einem Aussichtspunkt vorbeiführte, der ganz hübsch aussah, nahm ich diesen. Halleluja! Der Blick auf den Burgberg, auf die Donau und das Parlament, ja auf ganz Nord-Pest war fantastisch, doch leider kamen nach mir noch ein paar Leute, sodass ich den Ausblick nicht für mich allein hatte. Das reichte mir für heute, und ich nahm den Abstieg.

Ich kam am Rudas-Bad raus, zu dem ich ohnehin zum Nachtbaden wollte, nur war es jetzt gerade erst so 19.30 Uhr oder so, sodass ich viel zu früh gewesen wäre.

Ich bin in den Wochen hier zu einem großen Fan des ungarischen Parlamentsgebäudes geworden (nicht des Parlaments und der Mehrheit seiner Mitglieder ...), und daher wollte ich das Abendessen mit Blick auf das Parlament genießen. Während es jede Menge Lokale mit Blick auf die Burg gibt, muss man Lokale mit Blick aufs Parlament wirklich suchen, aber ich wurde am Batthyány tér fündig.

Dort ist ein Restaurant mit einer kleinen Außenempore mit fantastischem Blick aufs Parlament (nur getrübt durch die Straßenbahn, die alle paar Minuten vor der Nase des Parlamentsbegeisterten hält, weil sie dort ausgleicht, wenn sie zu schnell unterwegs war), das Essen (Entenbrust - ja, ich habe freiwillig Ente gegessen, die war sehr lecker, und danach gab's Somlauer Nockerl, eine Süßspeise aus Biskuitteig mit Schokoladensauce und Sahne, himmlisch ...) war auch ganz lecker, und für den Blick zahlt man ein kleines bisschen mehr (insbesondere dann, wenn man sich vom Ober bequatschen lässt, dass die Service Charge ja nicht als Trinkgeld gewertet werden sollte, gestern war's mir egal ...)

Ziemlich genau um 22 Uhr lief ich aus dem Restaurant raus, genoss nochmal den unverstellten Blick vom Parlament und fuhr dann mit der Straßenbahn ein paar Stationen zum Rudas-Bad. Die Schlange, die ich durch mein spätes Kommen zu umgehen gehofft hatte, ging bis auf die Straße, aber da sie sich anders als vor zwei Wochen aufgestellt hatte, ging es trotzdem einigermaßen schnell, bis ich in meiner Kabine und dann im Bad war.

Um es vorwegzunehmen: Heute Nacht ließ ich Schwimmbad und Wellnessbereich in Ruhe und blieb die ganzen dreieinhalb Stunden bis um 2 Uhr im alten, osmanischen Badebereich - der ist einfach am schönsten, und das Auge erholt sich ja auch mit ... (Fotos auch diesmal nicht, weil es - wie ich gestern sah - ausdrücklich verboten ist - nicht, dass sich jemand dran halten würde ...)

Ich fing mit dem 16-Grad-Bad an und ging dann in Runden über das 28-, 30-, 33-, 36-Grad-Bad ins 42-Grad-Bad, ließ in späteren Sessionen das 30- und 33-Grad-Bad aus, weil die oft ziemlich voll waren (so von halb elf bis halb eins war es heute Nacht ziemlich voll), und wechselte also zwischen 16 Grad, 28 Grad und 42 Grad warmen Wasser. Je einmal war ich im Dampfbad und in der Sauna, aber sonst genoss ich einfach das Wasser und guckte den Touristen (diese Anfänger, hihi) beim Baden zu.

Ich fange an, mich zum Budapester zu entwickeln, denn die Touristen, die im Becken schwimmen wollen, bringen mich zum milden Lächeln, und der Idiot, der ein paar Mal mit Kawumm ins Becken sprang, wurde unter klammheimlicher Freude meinerseits dann am Ende aus dem Bad geworfen (den hätten sie sofort rausschmeißen sollen, der war auch alles andere als nüchtern, aber sowas macht man in so einem altehrwürdigen Bad doch nicht ...).

Ansonsten brachte ich eine Französin zum Verzweifeln (oder zum Zweifeln an der Existenz meiner Temperatursensorik), weil sie mich erst im 42-Grad-Becken in Buddha-Stellung sitzen sah und drei Minuten später im 16-Grad-Becken in ebendieser Haltung, während sie bei beiden panisch Reißaus nahm ...

Und ansonsten, Freunde, nicht erst mit den Füßen fühlen und dann in Etappen in die Becken steigen, zügig reingehen, dann einfach tief atmen, dann hechelt man den Schmerz nur einmal weg und nicht mehrmals ... (Es ist immer wieder lustig zu sehen, wenn die scheinbar harten Kerle ihren Freundinnen was beweisen wollen, aber dann mimimi machen, wenn es ins 42-Grad-Becken gehen soll - sehr lustig, vor allem, weil sie sich immer verstohlen umblicken und hoffen, dass es keiner sieht ...)

Am Ende, als es leerer wurde, fand man mich im 30-Grad-Becken, weil das so schön gemütlich war (das 28-Grad-Becken fand ich gestern ein bisschen arg kühl, aber 30 Grad war toll und 36 Grad zum Verweilen irgendwie ein bisschen warm ...).

Um 2 Uhr brach ich aus dem Becken auf, erwischte gerade noch den Nachtbus und war ziemlich genau um 3 Uhr im Bett - heute Morgen ging es dann dementsprechend später los ...

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Eines Abends hätte ich diese Woche fast einen Flug nach Burkina Faso über Silvester gebucht. Aber irgendwie waren 550 Euro plus Visum plus Hotel dann doch ein bisschen viel Geld für zwei volle Tage in Ouagadougou - ich habe also, es geschehen noch Zeichen und Wunder, von einer fixen Idee Abstand genommen ...

Die Reiseplanung 2019 hat allerdings schon relativ genaue Gestalt hinsichtlich der vorläufigen Ziele angenommen, auch wenn es noch eine Menge Wenns und Abers gibt. Im Großen und Ganzen sind aber folgende Touren angedacht, zumal ich ja aller Voraussicht nach auch noch vier Urlaubstage aus dem Jahr 2018 ins Jahr 2019 mit hineinübernehme, weil die Budapest-Sache meine diesjährige Urlaubsplanung ja ein wenig durcheinandergebracht hatte:
  • Im März konnte es über den Geburtstag meiner Mutter eine Woche nach Kuba oder so gehen.
  • Auch im Frühjahr würde ich gerne eine Woche Dschibuti und Somaliland machen.
  • Zwei Wochen durch Malawi und Mosambik könnten irgendwann im Laufe des Jahres anstehen.
  • Neuseeland und Fidschi und/oder Samoa steht wieder auf dem Programm.
  • Und natürlich wird es hoffentlich wieder die eine oder andere Wochenendtour geben - Barcelona steht da ziemlich hoch im Kurs, da war ich zwar schon einmal auf Tagestouren, aber so ganz richtig halt doch noch nicht, und der Park Güell sieht ziemlich gut aus ... 
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Immer wollen die Leser Fotos haben ... Okay, okay, hier sind ein paar:

Nochmal Parlament vom Boot

Blick auf den Gellértberg

Blick auf Südpest

Panorama auf Burgberg, Donau und Parlament

Donau I

Donau II (konnte mich nicht entscheiden ...)

Stefansbasilika von innen

... und von außen
Mein Abendessenblick gestern Abend

Sonntag, 29. Juli 2018

Sternenhimmel

..., Sternenhimmel, oho! Hubert Kah hieß wohl der Interpret Anfang der 1980er-Jahre, wie eine kurze Google-Suche ergab, aber der Name war mir bis vor ein paar Sekunden völlig unbekannt, das Lied hingegen nicht, denn es war Bestandteil des Medleys, das ich heute im Király-Bad vor mich hinsummte - heute war mit dabei "Enjoy the Silence" von Depeche Mode (statt "Sound of Silence" von Disturbed, das war gestern), die deutsche und die russische Nationalhymne sowie die Star-Wars-Melodie (nicht der Darth-Vader-Marsch, sondern die der Jedi ...!) ...

Wie kam ich jetzt darauf, ach so, ja, "Sternenhimmel". Wenn man da in dieses wunderschöne, schon von den Osmanen erbaute (und das sieht man!), ein bisschen heruntergekommene, man kann ruhig auch sagen, ein kleines bisschen (ein kleines bisschen!) versiffte Király-Bad kommt, ins große Becken mit 36 Grad steigt und den Kopf nach oben reckt (oder sich aber langlegt und nach oben guckt), sieht man dort 56 (selbstgezählt) mit Glas abgedeckte Öffnungen, durch die das Tageslicht auf das Becken fällt, sodass die Lampen, die es auch gibt, nur das Licht ein bisschen verstärken.

Das erweckt zusammen mit der etwas sakralen Dunkelheit, die über diesem Gebäude liegt, den Eindruck eines Sternenhimmels - sehr, sehr schön ...

Fangen wir aber den Tag erstmal dort an, wo jeder linear erzählende Schreiberling anfangen sollte - am Anfang (Habe ich jetzt genug Variationen von "Anfang" und "anfangen" in einem Satz untergebracht? Ja? Dann lasst uns anfangen ...).

Ich kam relativ früh relativ gut aus dem Bett, zumal ich mich ja nun gestern auch nicht abgeschossen hatte, und erinnerte mich, nachdem ich geduscht hatte, an den Sonntagsbrunch, der gestern am Restaurant des Hotels Gellért (in dem auch das Gellért-Bad ist) beworben worden war. Es war so gegen 10.45 Uhr, als ich fertig war, sodass ich mich gemütlich aus dem Haus begab, heute mal anstatt nach rechts zum Béke ter nach links zur Reitter Ferenc utca lief und dort in die Linie 30 einstieg. Ich fuhr zwar zunächst am Heldenplatz vorbei (also die normale Strecke der 105), dann aber gerade aus in eine Region der ungarischen Hauptstadt, in der ich noch gar nie gewesen war. Dort musste ich auch umsteigen, und zwar in die Buslinie 7, die am Keleti-Bahnhof und am Hotel Astoria vorbeifuhr (hier war ich schon gewesen) und danach über die Elisabethbrücke und vorbei am Rudas-Bad zum Szent Gellért tér, zum St.-Gellért-Platz, fuhr.

Dort stieg ich aus, denn am St.-Gellért-Platz liegt, völlig überraschend, das Hotel Gellért. Ich war ein bisschen früh dran, beobachtete einen alten Mann mit Krückstock (der war mir gestern, glaube ich, schon im Gellértbad begegnet), wie er bei Rot über die Ampel schlich (tsts ...), und ging dann ins Hotel hinein, um mir den Weg zum Restaurant beschreiben zu lassen.

Das Hotel Gellért ist schon schick, wenn auch ein bisschen plüschig geraten (als das noch modern war), aber das Restaurant war geschmackvoll und nicht zu plüschig. Ich bekam noch einen Platz und deckte mich erstmal mit lecker Vorspeisen ein, mit Garnelen und tollem Schweinebraten, mit Lachsschaum und Mozzarella, ehe ich mich - nachdem ich Champagner, Bier und Wasser geordnet hatte (das ist in dem Sonntagsbrunch alles dabei) - der Hauptspeise widmete. Es gab fantastische Kalbshaxe (wenn ich das "veal leg" richtig interpretiere), tolles Rindfleisch in einer sehr leckeren Soße und Huhn auf Kiewer Art, was ich nur für sehr, sehr schmackhaft erklären kann. Kurz gesagt, für Budapester Verhältnisse sind 24 Euro für so einen Brunch sicher nicht ganz billig, aber dafür, dass da alle Getränke mit drin sind (nur das zweite Bier hätte kalt sein sollen, das ist das Einzige, aber auch wirklich das Einzige, was ich heute am Gellért auszusetzen hatte, denn auch der Service stimmte) und auch die Nachspeisen unglaublich gut waren, warne ich das Gellért schon mal vor, dass sie mir für mindestens einen der nächsten Sonntage mal einen Platz freihalten sollen ...

Nach zwei Stunden leckerem Essen und Trinken verließ ich das Gellért, fuhr mit der Straßenbahn in die Nähe des Király-Bades und versuchte dort nach dem Reinfall am Mittwoch mein Glück.

Ich musste erst ein bisschen warten, weil die Kassiererin eine Restaurantbestellung entgegennahm, bezahlte dann - das Király ist relativ günstig, es kostet 2.500 Forint mit Schließfach, also etwa 7,50 Euro - und ging die Treppe hoch zu den Umkleiden. Auch im Király gibt es dieses sehr praktische System wie in allen Budapester Bädern, in denen ich bisher war, nämlich ein Armband, mit dem durch die Eintrittsschleuse geht, aber auch die Kabine bzw. das Schließfach auf bzw. zu macht. Nur bei den Restaurants bezahlen kann man mit den Dingern nicht, das wäre noch eine weitere Evolutionsstufe ...

Nachdem ich Badebekleidung angelegt hatte, ging ich runter, duschte und betrat dann den Thermalbereich. Ich stieg zunächst in das große 36-Grad-Becken, blieb dort ein bisschen, ging ins - ziemlich kleine - 40-Grad-Becken und danach zum Abkühlen ins 28-Grad-Becken. Von dem 28-Grad-Becken hat man einen wunderbaren Blick auf das große Becken und die Kuppel, und wenn im richtigen Moment die Tür des angrenzenden Dampfbades aufgeht und also ein wenig Dampf entweicht, wird das alles noch in ein weicheres Licht gehüllt - das ist einer meiner zwei Lieblingsplätze in den Budapester Bädern, glaube ich.

Den ersten Gang ins Dampfbad (das im Vergleich zum Rest des Bades hochmodern wirkt) brach ich ab, weil ich - Held - wieder einmal zu wenig getrunken hatte, stellte mich dann unter die kalte Dusche, ließ mir Wasser in den Mund laufen, bis ich genug hatte, und machte dann wieder meine gemütlichen Runden vom 36-Grad- ins 40-Grad- ins 28-Grad-Becken - so schön! (Wenn mir vor fünf Wochen jemand gesagt hätte, dass ich Stunden um Stunden damit verbringen würde, von einem Thermalbecken ins nächste umzuziehen, ich hätte ihn für verrückt erklärt ... Ja, Bruderherz, ich spreche von dir ...)

Der zweite Gang ins Dampfbad war besser, und ich mache mir den Spaß, nach dem Dampfbad duschen zu gehen, ehe ich ins Tauchbecken gehe. Ich bin nicht der Einzige, aber viele machen das auch nicht ... (Das führt dann dazu, dass einige Google-Bewertungen des Király-Bades nicht so gut ausfallen, weil die Leute das Bad dafür verantwortlich machen, dass andere Besucher "unhygienisch" ungeduscht ins Tauchbecken gehen. Joa, angenehm anzusehen ist es nicht, aber das ist eine Frage des Auges, denn ob da jetzt ein paar Milliliter Schweiß im Becken sind, merkt man selbst in den kleineren Becken nun wirklich nicht ... Und das Bad kann für die Besucher ja eher wenig, zumal das in den anderen Bädern auch passiert.)

Schon wieder waren drei Stunden rum und eigentlich war ich schon auf dem Weg zur richtigen Dusche, als ich mich entschied, nochmal ins - außerhalb der Kuppel gelegene - 32-Grad-Becken zu gehen. Das war auch sehr angenehm, und fast wäre ich im Becken vor Wohlfühlen eingepennt ...

Doch, auch das Király-Bad gefällt mir, es ist nicht so touristisch (jedenfalls war der Anteil von Touristen nicht gaaaaanz so hoch wie in den anderen Bädern), es ist alt, was mir hier sehr gut gefällt, es hat aber alles, was man so haben will (also ein paar Becken, ein Dampfbad und eine Sauna, auch wenn ich die Sauna heute gar nicht benutzt habe), auch wenn es nicht so groß wie das Gellért- oder gar das Széchenyi-Bad. Aber klein ist hier wirklich mal fein ...

So, nun habe ich die fünf wichtigsten Thermalbäder in Budapest alle mal besucht (es gibt noch ein paar andere, aber das sind eher Schwimmbäder, die auch noch ein Thermalbad haben, während die, in denen ich jetzt war, eher Thermalbäder waren, die eventuell noch ein Schwimmbad hatten), da wird es mal Zeit, diesem Blog hier einen Mehrwert zu geben und die Bäder nach meinen subjektiven Eindrücken zusammenzufassen. Die Reihenfolge entspricht meinen Besuchen.

Rudas, Buda, direkt südlich der Elisabethbrücke: Der alte türkische Teil mit der Kuppel und den fünf Thermalbädern ist fantastisch, das 42-Grad-Becken ist wegen des Gefühls des sofortigen Verbrühens der Hammer, für den autistisch angehauchten Mathematiker ist die Anordnung mit dem großen Becken und den vier kleinen in den Ecken des großen Raumes toll, die Saunen und Dampfbäder sind direkt daneben und mit jeweils verschiedenen Kammern, großartig. Das Schwimmbad hat Volksbad-Charakter, auch großartig, der Wellness-Bereich ist sehr modern, mit Blick auf die Donau und verschieden warmen Becken einschließlich eines weiteren 42-Grad-Beckens. Joa, und dann noch das kleine, warme Becken auf der Dachterrasse mit einem hübschen Blick auf die Elisabethbrücke und die Donau, das Rudas kann was - zumal es das einzige Bad ist, an dem man in der Nacht von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag nachtbaden kann (es ist aber auch das einzige, das unter der Woche geschlechtergetrennt ist).

Széchenyi, Pest, im Városliget-Park: riesig, einfach riesig, zehn Thermalbecken unterschiedlicher Größe und Temperatur, das Ganze in einem palastartigen Gebäude mit einem großen Innenhof, in dem nochmal drei Schwimmbäder sind (ein tatsächliches "Schwimmbad" mit Badekappenpflicht, ein "Erlebnisbad" mit Strömungskanal und Whirlpool, ein Pool mit ziemlich warmem Wasser), im Inneren noch mit mehreren Saunen und Dampfbädern, wer hier nicht sein Plätzchen findet, der ist komisch. Das größte Bad Europas ist dementsprechend auch ziemlich touristisch und voll, das muss man halt abwägen - schön ist es, mein Lieblingsbad ist es nicht, weil es mir ein bisschen zu steril ist. Und ein bisschen zu voll.

Lukács, Buda, direkt nördlich der Margaretenbrücke: in einem großen Gebäude in einem schönen Park gelegen, drei Thermalbecken, die mir ein wenig beengt vorkamen, allerdings mit einem schönen Dampfbad im Thermalbereich, die Außenbecken sind echte Schwimmbäder, der Sauna-Bereich mit vier Saunen ist auch ganz okay (vor allem nicht so voll - wobei ich, ohne es genau zu wissen, nicht glaube, dass die "Landschaft" mit den Sauna-Landschaften von neueren Bädern in Deutschland mithalten kann), die zwei Euro Aufpreis sind völlig okay, nur ist das alles mit dem Tuch um die Hüften ein kleines bisschen umständlich, gerade, wenn man dann doch ins Tauchbecken will ...  Alles in allem ist das Lukács nicht so richtig meins, auch wenn ich nicht sicher bin, ob ich alle sehenswerten Orte auch wirklich entdeckt habe ...

Gellért, Buda, gegenüber der Freiheitsbrücke: 2008 im originalen Jugendstil renoviert, ganz großartig, vor allem die Thermalabteilung - sehr verspielt, viele Skulpturen, sehr schön, recht bunt, große Becken, zwei Dampfbäder, das Gellért ist sehr verwinkelt, da muss man wissen, wo man hinwill, der Außenbereich mit dem Wellenbad (in dem ich noch keine Wellen gesehen habe), dem vollen Außen-Thermalpool, der Außen-Sauna sowie der großen Sonnenterrasse ist nicht so meins gewesen, aber das schöne Wetter hat wenigstens dafür gesorgt, dass es drinnen in den Thermalbädern trotz der Schönheit und der Bekanntheit des Gellért-Bades ziemlich leer war. Hier ist auch einer meiner Lieblingsplätze, im blauen Badesaal, kühleres Becken (nur 36 Grad), gibt es in der Mitte eine Rundbank, über der aus drei Abläufen sehr heißes Wasser ins Becken plätschert - da sitzen, das Wasser in den Nacken laufen lassen, ein einziger Traum ...

Király, Buda, direkt südlich der Margaretenbrücke: sichtbar altes, türkisches Bad, vergleichsweise klein mit "nur" drei Becken unter der phänomenalen Kuppel, eher lokale Besucherschaft, daher auch nicht sooo touristisch und nicht so voll, alles sehr gemütlich, relativ moderne Sauna und Dampfbad, toller Blick aus dem Tauchbecken auf das große Becken und die Kuppel, mein zweiter Lieblingsplatz

Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich hier mal einen mittelprächtigen Bäderführer für Budapest schreibe, aber wie das so manchmal ist, wenn es einen erstmal packt (und ich bin ja begeisterungsfähig), dann ist es mit den Bädern wie mit dem Schnorcheln - dann wird das durchzogen, aber voll ...

Und wenn ich schonmal dabei bin, gebe ich noch kurz meine Beobachtungen zu den Wassertemperaturen zum Besten.

Normalerweise finde ich 24 Grad ja schon ganz okay für so ein beheiztes Schwimmbad - hier finde ich 24 Grad ziemlich frisch. Das mag daran liegen, dass ich da meist aus einem Becken komme, dessen Grad-Zahl mit einer 3 anfängt, und da macht es dann - interessanterweise - kaum etwas aus, ob das jetzt 24 oder 18 Grad sind - das ist dann einfach kühl (16 Grad merkt man immer deutlich, im Rudas gibt es ein 16-Grad-Becken, brrr ...). Es gibt aber ein total geheimes Geheimrezept in den Becken mit den extremen Temperaturen: möglichst wenig bewegen. Egal, ob du im 18-Grad-Becken im Gellért sitzt oder im 42-Grad-Becken im Rudas, wenn man sich nicht bewegt, kommt einem das alles nicht so extrem vor, aber wehe, du streckst die Beine aus oder machst Schwimmbewegungen, dann bibbert (oder schwitzt) der ganze Körper ...

28 Grad sind dann so ein Mittelding, das ist noch nicht so richtig warm (das zweitkühlste im türkischen Teil im Rudas hat 28 Grad), aber es ist schon okay und kein totales Abkühlbecken nach dem Dampfbad oder der Sauna mehr, 32 Grad ist dann schön, da könnte man Stunden verbringen, das ist gemütlich. So richtig merkt man die Unterschiede zwischen 32, 35, 36 und vielleicht 38 Grad nicht, außer man kommt von dem einen ins andere Becken, dann merkt man das natürlich meistens schon, aber die meisten Becken haben eine Temperatur zwischen 32 und 38 Grad, entsprechend sind es die größeren Becken, und da kann man das eh nicht sooo genau steuern, da ist es dann gleich wurscht ... Es macht aber einen Unterschied, ob du aus dem 40- oder 42-Grad-Becken ins 36-Grad-Becken kommst, da ist Letzteres dann - für manche Menschen kaum glaublich - eine willkommene Abkühlung.

Immer wieder spannend finde ich, dass diese zwei oder vier Grad zwischen 36/38 Grad und 40 Grad so deutlich spürbar sind, und noch deutlicher ist es bei 40 zu 42 Grad. 36 Grad sind noch wunderbar auszuhalten, das ist schön warm, aber da verzieht keiner das Gesicht, dass es zu heiß wäre. Bei 40 Grad ist das deutlich anders, da sieht man bei vielen die Überraschung und bei etlichen schon am Gesicht, dass das heiß und ihnen vielleicht zu heiß ist. Allerdings zieht noch kaum jemand panisch den Fuß zurück, und wenn man erstmal drin ist, ist es ganz akzeptabel auszuhalten - bei 42 Grad (das gibt's nur im Rudas, soweit ich mich erinnere) ist das deutlich anders. Bei 42 Grad denken viele, sie verbrühen sich und trauen sich gar nicht rein, und auch wenn man reingeht, ist es kein Becken, in dem man gemütlich herumlungert, sondern eines, bei dem der ganze Körper einem relativ schnell ziemlich deutlich signalisiert, dass er da eigentlich gern wieder raus will - und zwar möglichst dalli ...

Ich habe so 32 bis 36 Grad am liebsten, da kann man sich schön drin liegen, sich - wenn man nicht allein unterwegs ist - unterhalten, ansonsten über Gott und die Welt nachdenken und schön der Haut dabei zugucken, wie sie schrumpelig wird ... Die Bäder gefallen mir.

Ein Bild gibt es heute, und zwar vom Hotel Gellért. Gute Nacht!


Samstag, 28. Juli 2018

"Wenn er quadratisch ist, lauf weg"

Rat gab mir Christina heute Abend per WhatsApp, und ich hätte ihn befolgt, wenn mein Pálinka, mein Schnaps, heute Abend quadratisch (oder vielmehr würfelförmig) geformt gewesen wäre. Allerdings war sein Aggregatzustand zum Glück flüssig und dementsprechend (schwerkraftbedingt) nicht quadratisch, sodass ich mir deswegen keine Sorgen machen musste. Ganz unbegründet war die Sorge nicht, denn das ansonsten durchaus nicht unschmackhafte Hühnchenfleisch von meinem "Hühnchenpaprikasch" war in einen hübschen Würfel gepresst gewesen - jeder McDonald's-Verkäufer wäre stolz gewesen. Ne, essbar war es sicher, aber genauso sicher war es nicht das Beste, was ich je gegessen habe in meinem Leben. Aber die Deko in dem Lokal war hübsch ...

Ohje, ich bin ja schon wieder ein bisschen in Rückstand geraten, aber eigentlich gibt es nur von Sonntag, Mittwoch, Donnerstag, gestern und heute zu erzählen ... Na denn.

Mein Flug aus Zürich war ziemlich verspätet, sodass ich noch in meiner Lounge rumhing. Ich glaube, ich war nach meiner Anmeldung in die falsche Lounge gestolpert, für die Mega-VIPs, denn die Dame wollte mich erst aufhalten, besann sich dann aber und meinte: "Nei, isch guat ..." Joa, und dann saß ich da fast allein, guckte immer wieder auf die Anzeige, weil ich an sich wusste, dass der Flieger noch in München festhing, aber ich bin da trotz einer gewissen Flugerfahrung immer noch ein wenig kribbelig.

Als dann eine neue Boardingzeit dranstand, ging ich gemächlich zum Gate, musste immer noch warten, und als wir dann einstiegen, war ich nicht derjenige mit der knappsten Umsteigeverbindung. Der Flug war ein bisschen ruckelig, was am Regen lag, durch den wir flogen, und als in München ankam, hatte ich theoretisch nur wenige Minuten Zeit bis zum Boarding. Ich musste zum Satelliten rausfahren, und auf dem Weg von der Satellitenstation trabten zwei Ungarn an mir vorbei, nur um beim Boarding übel ausgebremst zu werden - das hatte noch nicht angefangen und dauerte noch ein Weilchen.

Wir kamen mit ungefähr einer Dreiviertelstunde Verspätung weg, holten ein paar Minuten auf, fuhren schnell zum Gate, mein Koffer war das erste Gepäckstück auf dem Band (klar, wurde wohl zuletzt eingeladen, weil wir Verspätung hatten ...), und ich erwischte den Bus 200, den ich mit meiner Monatskarte nutzen konnte. Unterwegs musste ich irgendwo in der Pampa in den Nachtbus umsteigen, aber der fuhr mich direkt zum Béke tér, also quasi bis vor meine Haustür.

Nachts um halb zwei stiefelte ich an der Rezeption vorbei und war am nächsten Morgen - wie angekündigt - nicht um 8.30 Uhr im Büro.

Der Montag und der Dienstag waren dann solche Tage hier in Ungarn, an denen ich relativ spät aufstand, ins Büro ging, zu Mittag aß, relativ spät aus dem Büro heimfuhr, zu Hause zu Abend aß (lecker Brötchen mit Aufschnitt) und dann ins Bett ging.

Für den Mittwoch hatte ich mir aber die Erkundung eines weiteren Thermalbades vorgenommen (mein Bruder kann sein Glück gar nicht fassen, dass ich endlich kapiert habe, was er mir seit Jahren, ach, was sag ich, Jahrzehnten - mindestens! - predigt, nämlich dass Thermalbäder was Tolles sind) - ich wollte ins Király-Bad.

Nun saßen da vor mir ein paar Jungs auf dem Bänkchen und warteten und irgendwie ging nix voran, sodass ich meinen Kopf vorreckte, ob im Kartenhäuschen jemand saß. Der Typ, der davor stand und offiziell aussah, sprach mich an - auf Ungarisch natürlich - und ich gab ihm zu verstehen, dass ich keine Ahnung, was er sagt. Anschließend erläuterte er mir in - wirklich - perfektem Englisch, dass es Probleme mit der Elektrik gebe und das Bad nur begrenzt verfügbar sei und entsprechend bald schließen würde ... Er empfahl mir, das nahegelegene Lukács-Bad aufzusuchen, was ich dann auch tat.

Erstmal musste ich den Eingang suchen, denn das Lukács-Bad liegt in einem großen Gebäude, das von einem mittelprächtigen Park umgeben ist. Um 18 Uhr kaufte ich mir dann eine Karte mit Sauna-Benutzung und betrat den Komplex. Joa, das Lukács-Bad mit seinen drei Thermalbecken, einer (hübschen) Dampfsauna, einem Tauchbecken und einer Sauna-Landschaft mit vier Saunen ist sicherlich ganz hübsch, aber ganz so toll wie Rudas fand ich es irgendwie nicht.

Wenigstens bekam ich mit meiner Sauna-Karte ein Tuch für die Sauna, das ich mir um den Körper wickeln musste - normalerweise geht man hier ja in der Badehose in die - an die Thermalbäder angrenzenden - Saunen und ignoriert dabei alle Hinweise, dass man ein Badetuch benutzen soll. In der Sauna-Landschaft da macht man das aber klassisch ohne Badehose, dafür mit diesem wirklich großen Laken um die Hüften, das wirklich alles bedeckt (wenn man es denn richtig bindet ...). Nachdem ich erst in der 80-Grad-Sauna und dann in der 102-Grad-Sauna war, ging ich ins kalte Tauchbecken - danach war mir ein bisschens schwindelig, was möglicherweise daran gelegen haben mag, dass ich den Tag über nicht ausreichend getrunken hatte. Das holte ich schnellstens nach, ging nach einer Erholungsphase nochmal kurz zum Ausschwitzen in die heiße Sauna, und verbrachte die verbleibenden zwei Stunden dann im Thermalbad.

Irgendwie ist das alles ein bisschen beengt dort, was an den in die Wände eingelassenen Durchgängen liegt, sodass man die ganze Größe des Areals sowieso nicht sieht, aber die Dampfsauna im Lukács kann wirklich was, die ist nämlich schön groß und trotzdem heiß - das hat mir gefallen.

Nach dem Verlassen des Bades ging ich - auf der Budaer Seite - an der Donau entlang und hatte einen absolut fantastischen Ausblick auf das beleuchtete Parlament - ein echter Traum! Allein für diesen Anblick lohnt sich Budapest. Da ich aber unten an den Anlegeplätzen vorbeilief, musste ich aufpassen, nicht über die Schiffstaue zu fallen, und kam zu allem Überfluss nicht so einfach nach oben auf die Promenade, um die Straßenbahn zu nehmen - ich hatte mal wieder die Entfernung von der Margaretenbrücke, in dessen Nähe das Lukács-Bad liegt, zur Kettenbrücke unterschätzt, und über diese wollte ich, weil ich am Dunacorso essen wollte.

Als dann eine Öffnung in der Promenadenmauer kam, nahm ich diese, fuhr noch zwei Stationen Straßenbahn und überquerte dann zu Fuß die Kettenbrücke. Ich fiel um 22 Uhr in eine schöne Kneipe ein, bekam sogar noch etwas zu essen (die Küche schloss um 22.30 Uhr) und bezahlte ein bisschen mehr (wirklich nur ein bisschen) für den Blick auf die Burg, aber dieser Blick war das "bisschen mehr" auch absolut wert. Freunde, wenn ihr nur zwei Stunden in Budapest habt, kommt nachts, stellt euch auf eine der Brücken (am besten auf die Margaretenbrücke) und guckt euch die beleuchtete Burg und das beleuchtete Parlament an - ein Traum, ein echter Traum.

Am Donnerstag bekam ich meine Arbeitszeit gerade so voll, ehe es zum Picknick mit den Kollegen gehen sollte. Irgendwie verpasste ich den Absprung zum Einkaufengehen und fuhr dann allein auf die Margareteninsel, weil ich ungefähr wusste, wo wir uns treffen wollten. Ich lief da nördlich des Wasserturms herum und fand niemanden. Da irrte ein anderer Mensch herum, aber ich war nicht sicher, ob das ein Kollege ist, sodass ich weiterherumirrte, ehe der Kollege (es war wirklich einer), ein anderer Kollege und ich uns zufällig gleichzeitig trafen. Wir unterhielten uns ein bisschen, wo die anderen blieben, als eine großen Gruppe winkend auf uns zukam - gefunden!

Das Wetter war anfangs gut, wir bestellten Pizza und lachten eine ganze Menge, ehe es auf einmal anfing zu regnen. Wir stellten uns unter eine Baumgruppe (es war kein Gewitter, jedenfalls dort nicht!), und als der Regen nachgelassen hatte, liefen wir in Richtung einer Kneipe. Dort ließen wir uns nieder und tranken noch zwei Bier (ich Intelligenzbeste hatte für das Picknick Flaschenbier mitgebracht, hatte aber vergessen, dass ich meinen Wiesbadener Schlüsselbund mit Flaschenöffner nicht dabei hatte - nachdem eine Kollegin beim Versuch, meine Flasche zu öffnen, eine Wasserflasche demoliert hatte, bekam es ein zweiter Kollege mit seinem Kellerschlüssel hin - so bringt man die Kollegen auch zum Lachen ...).

Sagen wir so, die Organisatorin fragte mich am nächsten Morgen, ob ich sicher nach Hause gekommen sei (ja!), aber sie fragte mich das erst um kurz nach halb zehn, denn früher konnte ich wirklich nicht im Büro sein ...

Gestern Abend wollte ich die Woche gemütlich in der Stadt ausklingen lassen und fuhr in die Stadt, weil ich wieder am Dunacorso essen wollte. Da es noch ein bisschen früh war, fuhr ich hoch auf den Burgberg, hatte dann aber doch nicht so richtig Muße (man sieht, ich plane die Stadtbesuche bis ins kleinste Detail ...), fuhr wieder runter und kam am Dunacorso an, als gerade ein übler Regenschauer runterging.

In meiner Kneipe vom Mittwoch wollten sie mich nicht haben (obwohl drinnen alles frei war und die Leute, die draußen saßen, gut vom Regen geschützt waren), in der nächsten Kneipe verpasste ich den letzten freien Tisch, in der Kneipe danach sprach die Platzanweiserin mit einer Dame, während ich wartete, doch als sie fertig mit dem Gespräch war, stellte sie sich mit dem Rücken zu mir, was ich auch nicht so toll fand - also zog ich auch weiter ... Am Ende landete ich in einer hübschen ungarischen Kneipe an einem Tisch draußen (es hatte inzwischen wieder abgetrocknet), aß das bestellte Letscho als Vorspeise, bekam ein nicht bestelltes Steak mit Letscho als Hauptspeise, aß aber selbiges (Letscho war lecker, das Steak nicht so sehr) und zur Nachspeise einen Palacsinta Gundel, der sehr lecker war. Am Ende zahlte ich 16 Euro mit einem (zu warmen) Bier - joa ... Es bleibt dabei, eine Kneipe, in der von vorne bis hinten alles toll ist, habe ich noch nicht entdeckt ...

Heute Morgen schlief ich in aller Ruhe aus, machte mich dann gegen Mittag auf den Weg in die Stadt, erstand an der Metrostation Arany János utca wieder mein Pörkölt im Pfannkuchen und fuhr dann einen Megaumweg mit der U-Bahn, um zum Gellértbad zu kommen, ohne nochmal an die Oberfläche zu müssen.

Das Gellértbad kostet etwa 18 Euro Eintritt, aber die lohnen sich absolut. Schon wenn man reinkommt, sieht man richtig schöne Jugendstilarchitektur, ehe man zu über Katakomben zu den Umkleidekabinen geleitet wird. (Man kann in allen Bädern, in denen ich hier bisher war, zwischen "Kabine" und "Schließfach" unterscheiden. Am Anfang habe ich die Kabine genommen, in der ich mein Zeug einfach hängen lassen konnte, aber inzwischen nehme ich - anfangs aufgrund von Missverständnissen unfreiwillig, inzwischen öfter gewollt - meist nur ein Schließfach. Umziehen kann ich mich auch da in einer Kabine, nur habe ich diese Kabine halt nicht für die Dauer meines Badebesuches für mich alleine, sondern muss sie nach dem Umziehen wieder freigeben und mein Zeug im Schließfach verstauen. Der Preisunterschied ist nicht groß - das sind 400 Forint, etwas mehr als ein Euro -, aber auch der Komfortverlust ist nicht groß, am Ende ist es Jacke wie Hose, was man macht, jedenfalls für den nur gelegentlichen Badgänger, wie ich es immer noch bin.)

Das Gellértbad ist alles andere als übersichtlich, und als ich den Pfeilen zu den Thermalbädern folgte, kam ich erstmal in den Saal, in dem das Schwimmbad (Badekappenpflicht) und ein Thermalbecken sind. Eigentlich wollte ich mich erstmal umgucken und ging also in Richtung der Außenpools. Den Großteil der Gebäude machen die Umkleidekabinen aus, sodass man da ständig durch Gänge mit Kabinen stiefelt, irgendwo rechts abbiegen muss (oder links ...) und dann plötzlich vor einer Tür steht, die man mal öffnen kann und mal nicht. Jedenfalls fand ich den Ausgang zu den Außenpools und guckte mich dort mal um. Neben einer großen Sonnenterrasse gibt es ein Wellenbecken (immer wenn ich da war, gab es aber keine Wellen, vielleicht ist das nur stündlich oder so, müsste man mal eruieren), einen Außenthermalpool und eine Außensauna. Der Außenthermalpool (auch "Abenteuerpool" genannt, oho ...) war bei den beiden Malen, als ich daran vorbeilief, völlig überfüllt, und auch die dort Badenden waren ein bisschen befüllt, und zwar mit Bier (ich habe sogar einen Typen mit einer Sektflasche und einem Plastik-Sektglas auf den Pool zusteuern sehen ...). Da ich zudem nicht eingeschmiert war (das wäre in den Thermalbädern nicht so toll, denke ich), ging ich also wieder rein und folgte der Beschilderung zu den Thermalbädern.

Wieder lief ich zwischen Kabinen und Massageabteilen hindurch, ehe ich in den Saal mit dem 36-Grad- und dem 40-Grad-Becken stolperte. Nachdem ich wieder gerade stand, bekam ich den Mund nicht mehr zu: sehr, sehr toll. (Ich habe wieder nicht mein Handy mit reingenommen, sodass ich keine Fotos vom Badebereich zeigen kann, aber eine Google-Suche bringt jede Menge passende Bilder zutage ...) Fast der gesamte Raum ist getäfelt mit Mosaiksteinchen oder Blumen aus gebranntem und bemaltem Ton (kann auch ein völlig anderes Material sein, jedenfalls sieht es toll aus), etliche Skulpturen stehen um die Becken herum - es ist ganz herausragend schön und, vor allem, im Vergleich zu den anderen Bädern, in denen ich jetzt war, vielleicht mit Ausnahme des Rudas-Bades, ziemlich leer - jedenfalls findet man in allen Becken ziemlich gut einen Platz.

Ich stieg erst in den 36-Grad-Pool, dann in den 40-Grad-Pool, danach kühlte ich mich im ein paar Schritte entfernten 18-Grad-Pool ab, guckte mir mal das Dampfbad an (man sieht kaum etwas ...) und wollte, glaube ich, nochmal zum Außenpool gehen und da gucken. Dabei fiel mir auf, dass der Pfeil zu "Thermalbädern" auch in die andere Richtung zeigte als die, aus der ich gekommen war. Ich folgte dem Pfeil und entdeckte nochmal einen Saal mit zwei großen Thermalbecken, diesmal 35 und 38 Grad heißem Wasser. Dieser Saal war jetzt eher grünlich gehalten (der erste war eher bläulich), und auch diesen Saal erkundete ich natürlich. Irgendwie konnte ich mit der Dampfsauna, die es auch hier gab, nicht so viel anfangen (die war nicht so richtig heiß), sondern ich nur wirklich in den Außenbereich ging.

Ich badete kurz im Wellenbad (ohne Wellen), aber so ein einfaches Schwimmbad ist mir ja hier inzwischen langweilig geworden, sodass ich schnell wieder in meinen blauen Schwimmsaal flüchtete.

Ich machte immer meine Runde (lange im 36-Grad-Becken, ein paar Minuten im 40-Grad-Becken, dann zum Abkühlen ins 18-Grad-Becken, danach alles von vorne), guckte mir die Leutchen an, die da kamen und gingen, schmunzelte immer wieder über die Gesichter, wenn es die Leute das erste Mal ins 40-Grad-Becken stiegen, schmunzelte über die Gesichter, wenn sie das erste Mal ins 18-Grad-Becken stiegen, ärgerte mich - wie ein richtiger Budapester - über die jungen Amerikaner, die meinten, dieses altehrwürdige Thermalbad wäre ein Ort zum Planschen oder zum Den-Bruder-ins-Wasser-Werfen, summte "Sound of Silence" vor mich hin, verbrannte mir beim zweiten Besuch der Dampfsauna ein bisschen die Füße am heißen Dampf - und plötzlich war es 18 Uhr und ich vier Stunden im Bad gewesen. Entsprechend sahen meine Hände aus ...

Das war richtig schön, und das Gellértbad gefällt mir neben dem Rudasbad bisher am besten, da werde ich auch nicht zum letzten Mal gewesen sein.

Ich aß dann in der eingangs beschriebenen Kneipe zu Abend und fuhr dann mit dem Bus wieder in meine Bude. Das war ein schöner Samstag, jetzt freue ich mich aufs Bett.

Ein paar Fotos:

Parlament - wow ...
Mein Abendessenblick auf die Burg

Auf der Margareteninsel

Stefansbasilika

Eingangsbereich des Gellértbades

Sonntag, 22. Juli 2018

Ein bisschen hellgrün

... ist jetzt endlich wieder auf der Karte oben zu sehen, das heißt, ich habe eine neue Reise in ein neues Land gebucht.

Fangen wir aber mal gestern Mittag an, denn meine Ersatzoma hatte es sich, nachdem ich nicht nur hier, sondern auch per WhatsApp noch einmal auf das fantastische Lamm, das sie zubereitet, nicht nehmen lassen, gestern für uns zu kochen - und zwar Lamm und Kartoffelgratin. Meine Ma steuerte Ratatouille bei und am Ende hatte ich wieder zwei Kilo mehr auf den Rippen - s'Diggerle halt ... (Man mag mich jetzt für verrückt halten, und das ist hoffentlich auch der letzte Kommentar, den ich zur Zierde der Menschheit abgebe, aber ich glaube, solche Typen fühlen sich in ihrer Dreistigkeit durch den US-Präsidenten nur bestätigt. Und wenn das der einzige Grund wäre, dass der US-Präsident hoffentlich nur eine Amtszeit hat, wäre es schon genug.)

Nun habe ich ja in der letzten Septemberwoche Urlaub - und hatte immer noch keine Reise gebucht. Das kann ja nicht angehen, also suchte ich nach dem sehr leckeren Essen auf dem Tab meiner Ersatzoma nach Flügen.

Ich fand einen günstigen Flug nach Mauritius, aber der erste Reiseabschnitt wäre von Frankfurt über Dschidda (Saudi-Arabien) in die saudische Hauptstadt Riad gewesen, wo ich hätte umsteigen müssen. Nun waren beide Strecken auf der gleichen Flugnummer und ich war ziemlich sicher, dass ich erst in Riad hätte einreisen (bzw. ohne Visum in den Transit gehen) müssen, aber sicher war ich halt nicht.

Ich suchte im Internet nach einer Bestätigung in die eine oder andere Richtung, suchte und suchte, fand keine, und irgendwann brach ich die Suche ab, weil meine Mutter mir sonst das Tab aus der Hand gerissen hätte, da ich irgendwie zwei Stunden in die Suche vertieft gewesen war. Huch, soviel Zeit ist vergangen? Ich würde es natürlich niemals zugeben, aber vielleicht hatte sie doch ein bisschen recht und es war unhöflich, so lange dem Gespräch fernzubleiben, aber wenn ich eine Reise buche, dann versinke ich halt in meine eigene Welt ... Sorry!

Gestern Abend frönte ich meiner anderen Leidenschaft und guckte die ganzen Folgen von Doctor Who, die ich in Ungarn verpasst hatte, doch heute Morgen warf ich nochmal die Reisesuchmaschine an. Nach ein bisschen Herumsuchen fand ich einen Flug von Frankfurt über Saudi-Arabien nach Jakarta in Indonesien (mit jeweils nur einer Zwischenlandung in Saudi-Arabien, sodass ich da safe bin) für 416 Euro und einen Flug von Jakarta über Bali nach Dili in Osttimor für 234 Euro (was im Verhältnis zum großen Flug natürlich sauteuer ist ...), sodass ich nun für 650 Euro in 1+1 neue Länder plus Indonesien fahre.

Am 21. September, dem Freitag, fliege ich um 16.15 Uhr von Frankfurt nach Dschidda, wo ich um 22.45 Uhr ankomme. Saudi-Arabien wird aller Voraussicht nach das erste Land seit Sambia 2010, das ich erstmal nur im Transit betrete, sodass es nach der Zwischenlandung dort 133+1 Länder sein werden. Fünfeinhalb Stunden, um 4.10 Uhr am 22. September, später geht es von Dschidda nach Jakarta. In der indonesischen Hauptstadt komme ich am 22. September um 18 Uhr an. Eigentlich wollte ich sofort nach Dili weiterfliegen, aber ich denke, in Jakarta kann man sich auch die eine oder andere Sehenswürdigkeit angucken, sodass ich dort jetzt zwei volle Tage eingeplant habe. Das ist sicherlich auch der Tatsache geschuldet, dass ich nach der sicherlich wieder durchgemachten Nacht in Saudi-Arabien dann erstmal gut schlafen möchte.

Dazu habe ich mir in Jakarta ein Fünf-Sterne-Hotel ganz in der Nähe des Nationalmonuments gebucht, für das ich 153 Euro für die drei Nächte (zusammen!) bezahle. Jakarta scheint ganz bezahlbar zu sein.

Am 25. September fliege ich um 4.55 Uhr - grässlich - in Jakarta ab, komme um 7.55 Uhr in Denpasar auf Bali an, reise dort aus Indonesien aus, fliege um 9.25 Uhr weiter und komme um 12.20 Uhr (alles jeweils Ortszeit) in Dili in Osttimor, meinem 134. Land, an. (Offiziell heißt Osttimor nach dem Wunsch der dortigen Regierung in allen Sprachen "Timor-Leste", aber da ich nicht das Auswärtige Amt bin - leider, höhö - bleibe ich bei Osttimor, nichts anderes heißt "Timor-Leste" nämlich auf Portugiesisch.)

Sowohl Indonesien als auch Osttimor haben keine Visumpflicht mehr für Deutsche (die Osttimorer wirklich nicht mehr, weil die visumfrei in den Schengen-Raum reisen dürfen und entsprechend die Visumpflicht für Schengen-Bürger abschaffen mussten, und die Indonesier haben ein ganz kompliziertes System von Ausnahmen, die sich von Grenzübergang zu Grenzübergang und für verschiedene Nationalitäten unterscheiden, aber die Faustregel ist, dass Deutsche an den großen internationalen Flughäfen - wie Jakarta und Denpasar -, kein Visum benötigen).

 Ich habe ja immer die prinzipielle Ansicht vertreten, dass man die Länder, in die ich als Deutscher visumfrei reinkann, dafür belohnen muss, und das ist jetzt ein schönes Beispiel einer solchen Belohnungsreise ...

Das Ziel der ganzen Angelegenheit war ja, vor dem Winter nochmal ein bisschen Strand und Sonne zu tanken - aber gleichzeitig kann ich nicht eine Woche am Strand liegen, deshalb ist das jetzt - hoffentlich - eine ganz gute Mischung aus erst nur Stadt (Jakarta) und dann Strand mit ein bisschen Stadt (Dili): In Dili habe ich mir eine Villa am Strand gebucht, etwas außerhalb der Stadt, aber auf halbem Weg zwischen Stadtrand und Christusstatue (ja, auch in Osttimor gibt es, wie in jedem ordentlichen portugiesischsprachigen Land, eine Christusstatue, bald habe ich sie alle durch ...), sodass ich da das Frühstück am Strand genießen kann, aber auch in die Stadt fahren kann (es fahren wohl Busse), wenn es mir am Strand zu langweilig wird - dafür nehme ich dann auch in Kauf, dass es kein WLAN in dieser Strandvilla gibt ...

Joa, und am 28. September geht die Rückfliegerei dann los: 13.20 Uhr Rückflug von Dili nach Denpasar, Ankunft dort um 14.10 Uhr, Einreise nach Indonesien, Weiterflug um 16.50 Uhr, Ankunft in Jakarta um 17.50 Uhr, nochmal fast 24 Stunden in Jakarta (ich habe mir nochmal das Fünf-Sterne-Hotel mit Pool vom Hinweg gebucht), ehe ich am 29. September um 16 Uhr in den Flieger nach Riad steige.

Aufgrund der Zeitverschiebung komme ich dort schon um 20.55 Uhr an, und der Anschlussflug nach Frankfurt geht erst am nächsten Morgen um 8.45 Uhr (Ankunft 14.45 Uhr), sodass ich da fast zwölf Stunden am Flughafen herumgammeln muss, weil ich halt ohne saudisches Transitvisum nicht einreisen kann. Das war der einzige Wermutstropfen an dieser Reisebuchung, aber für 413 Euro nehme ich das sehenden Auges in Kauf. Vielleicht gucke ich in den nächsten Wochen sogar einfach mal bei der saudischen Botschaft in Budapest vorbei und frage, ob sie mir mal fix ein Transitvisum ausstellen, auch wenn ich meine Zweifel habe, dass das da so einfach ist ...

So, jedenfalls ist die Karte oben ein bisschen hellgrüner geworden, auch wenn man die hellgrüne Umrandung Saudi-Arabiens (als Transitland) und von Osttimor (der klitzekleine hellgrüne Zipfel im Süden von Indonesien) kaum erkennen kann. Am Ende der Reise wird "134+1" auf dem Länderzähler stehen, 134 "richtig" besuchte Länder plus Saudi-Arabien ohne Einreise. Oder vielleicht wird das wie in Ghana, aber das muss man sehen (und ist meines Erachtens auch eher unwahrscheinlich) ...

Gleich um 17 Uhr fahren meine Ersatzoma, meine Ma und ich erstmal nach Zürich zum Flughafen, damit ich um 20.05 Uhr dort abfliegen kann. Nach dem Flug mit einer Fokker 100 (ich bin sehr gespannt) nach München muss ich dort umsteigen und bin planmäßig um kurz vor halb zwölf in Budapest. Heute habe ich keinen Anzug an und fahre wahrscheinlich mit dem Bus in die Stadt und dann ins Hotel. Morgen schlage ich vielleicht doch nicht schon um 8.30 Uhr im Büro auf, mal sehen ...

Freitag, 20. Juli 2018

Eine Zierde der Menschheit

... ist mir heute Morgen am Flughafen in Budapest begegnet, und natürlich war es ein Deutscher. Naja, über das "Deutscher" lässt sich streiten, man lese selbst.

Die Schlange für den Check-in ist sehr lang. Ich hatte mich vor zehn bis fünfzehn Minuten angestellt und bin inzwischen einige Meter vorangekommen. Plötzlich stellt sich ein Mann neben mich, der sich ganz offensichtlich vordrängeln will.

Ich: (gucke, was der Typ will, aber der bleibt einfach in der Schlange stehen)
Ein paar Minuten später
Ich (zum Amerikaner hinter mir): "Did he" - zeige auf den Typen - "jump the queue?" ("Hat der sich vorgedrängelt?")
Amerikaner: "Yes, it seems." ("Ja, scheint so ...")
Ich (zur Zierde der Menschheit, den ich inzwischen als "Deutschen" identifiziert habe): "Sie wissen schon, dass die Schlange da hinten anfängt?"
Zierde der Menschheit: "Ja, von da komme ich."
Ich: "Wir stehen alle an und Sie drängeln sich vor."
Amerikaner (sarkastisch): "Very clever." 
Zierde der Menschheit: "Haben Sie ein Problem damit?"
Ich: "Ja."Zierde der Menschheit brummelt sich was in den Bart und bleibt stehen. Ich koche innerlich, stelle mich aber demonstrativ vor den Typen.
Minuten später, der Typ will sich weiter vordrängeln. Ich stelle mich ihm in den Weg.
Zierde der Menschheit: "Ah, das Diggerle ..."
Ich: "Jetzt werden Sie nicht frech!"
Zierde der Menschheit: "Sei ruhig, sonscht bätscht's ..."
Ich koche innerlich auf 183 Grad, bleibe aber äußerlich ruhig, schüttle den Kopf und bleibe in der Schlange vor dem Typen stehen.

Für diesen Vollpfosten habe ich nur ein Wort übrig: "Sauschwoob"

Ich bin gestern Abend dann aus dem Büro erstmal nach Hause gewackelt, weil ich ja für den Kundentermin heute meinen Rechner und so mitnehmen musste. Nachdem ich das Zeug in meiner Wohnung verstaut hatte, machte ich mich auf zur Haltestelle des Busses Nr. 30, der mich zum Ferenc-Szusza-Stadion von Újpest bringen sollte. Der Bus kam tatsächlich, und es stieg - zu relativ früher Stunde - eine überschaubare Anzahl von Újpest-Fans ein.

Nach einer knappen halben Stunde Fahrt kamen wir in der Nähe des Stadions an, der halbe Bus stieg aus. Ich marschierte hinter den Fans her und kam am Stadion an. Die Schlange zum Eingang war sehr übersichtlich, ich reichte der Dame meinen Personalausweis hin (den wollen sie sehen, wenn sie schon keine Fan-ID verlangen) und äußerte meinen Platzwunsch: "Tribün". Zu ihren Rückfragen sagte ich "Igen és ámen" (ja und amen), und schon hatte ich für acht Euro meine Haupttribünenkarte in Händen. Fußball in Budapest, juchhe!

Ich guckte mich erst am Stadion um, ging dann durch den - hochmodernen - Einlass, besichtigte kurz die völlig überdimensionierte und menschenleere Herrentoilette und bestellte dann am Kiosk auf Ungarisch: "Egy sört, kérek szépen." ("Ein Bier, bitte ...") Selbst die Rückfrage, welches Bier ich denn haben wolle, brachte mich nicht völlig aus dem Konzept, ich wollte ein Soproni-Bier ...

Das Ganze kostete mich 1,25 Euro - im Stadion, bei einem Europapokalspiel! - und ich ging auf die Tribüne.

Das Stadion war nicht so richtig voll, auch wenn der Fanblock von Újpest akzeptabel gefüllt war, ein paar Aserbaidschaner waren auch da, die Stimmung war also von Anfang an in Ordnung.

Újpest hatte das Hinspiel 1:3 verloren und musste also mindestens 2:0 gewinnen, was ich mir als keine so einfache Aufgabe vorstellte. Das Spiel auf nicht ganz schlechtem Niveau fing ganz gut an, und in der 19. Minute ging Újpest durch einen Kopfball nach einer Ecke in Führung. Drei Minuten später erhöhten sie durch einen tollen Distanzschuss auf 2:0. Mit diesem Stand, mit dem Újpest schon in der nächsten Runde gewesen wäre, ging es in der Halbzeit. In der 50. Minute machte Újpest nach Chaos in der aserbaidschanischen Hinterreihe das 3:0, ehe in der 65. Minute nach einem tollen Dribbling das 4:0 fiel. Baku war nie wirklich richtig gefährlich, sodass Újpest letztlich verdient in die nächste Runde einzog.

Um 23.30 Uhr war ich in meiner Bude, um 5.50 Uhr ging der Wecker, und ich schlief nicht gut - alles in allem eine kurze und unruhige Nacht.

Joa, der Flug war nach der Aufregung um den Sauschwoob akzeptabel (der flog übrigens woanders hin, ich sah ihn jedenfalls nicht), in Frankfurt traf ich meine ziemlich zeitgleich aus München angekommene Chefin und dann ging es zum Kunden.

Nach dem Kundentermin versackte ich mit ein paar Kollegen auf der Dachterrasse, ehe wir noch ins Sherry gingen, und jetzt sitze ich im Zug nach Freiburg, der Verspätung hat, sodass ich vor 2 Uhr kaum im Bett sein werde ... Jetzt freue ich mich aber wirklich auf zwei Tage daheim, ehe es am Sonntag Abend wieder nach Budapest geht.

Achja, ich wollte noch kurz vom Széchenyi-Bad erzählen. Da saß in dem einen Thermalbecken ein - da bin ich ziemlich sicher - alteingesessener und thermalerfahrener Ungar, der die Eskapaden der Ausländer (ist mir das Becken jetzt zu kalt oder doch zu warm?) aus seiner Ecke des Beckens mit einer Mischung aus Belustigung und Verwunderung zur Kenntnis nahm. Seine Gesichtsausdrücke zu beobachten, das allein war schon den Eintritt ins Bad wert ...

Lustig sind aber auch immer wieder die Blicke der Damen und Herren, wenn sie entweder ins 40-Grad- oder ins 20-Grad-Becken steigen und plötzlich merken, dass ihnen das zu heiß bzw. zu kalt ist. Dann ziehen sie schnell den Fuß zurück, gucken sich um, ob sie jemand beobachtet hat (neeeeeein, niemals, nie!), und schleichen von dannen.

Mittwoch, 18. Juli 2018

Helló und szia(sztok)

... heißen auf Ungarisch beide "hallo" und "tschüss". Es ist sehr gewöhnungsbedürftig, wenn die Kollegen "helló" sagen, wenn sie gehen, aber so ist das im Ungarischen. Und weil die Ungarn immer alles abkürzen ("köszönöm" heißt zum Beispiel "danke", wird aber oft zu "köszi" abgekürzt), dachte ich, "szia" sei die Abkürzung von "sziasztok", was ich beides schon gehört hatte. Nun klärte mich aber meine Ungarisch-"Lehrerin" vorgestern oder so auf, dass "sziasztok" die Einzahl von "szia" ist. Kein Wunder, dass mich die Kassiererin an der Supermarktkasse komisch anguckte, als ich sie stolz wie Oskar mit "sziasztok" grüßte. Die wird gedacht haben, ich bin besoffen und sehe doppelt ...

Am Montag ging ich mit einer Kollegin nach der Arbeit zu dem Klezmer-Konzert in den Burg im Városliget, dessen Ankündigung ich schon am ersten Wochenende auf der Werbetafel eines Musikfestivals gesehen hatte. Ich wollte schon immer mal zu einem solchen Konzert gehen, weil mich das improvisierte Klarinettenspiel eines Kollegen auf einer Sommerakademie so beeindruckt hatte, dass ich das mal länger und mit mehr Instrumenten hören wollte. Die letzte Gelegenheit hatte ich in Wiesbaden verpasst, weil ich an dem Abend nach Belgrad flog. Jetzt packte ich die Gelegenheit beim Schopfe, dachte ich ...

Der Anfang war zäh. Sehr zäh. Da sangen der Conférencier und die Sängerin irgendwelche ungarischen Filmlieder der Zwischenkriegszeit, das war mir erstens zu alt und zweitens war es halt schwer, da auf Ungarisch was zu verstehen, was aber in dem Fall wahrscheinlich hilfreich gewesen wäre. Ich fürchtete schon, meiner Kollegin den Abend versaut zu haben, als der Typ schließlich sein Sakko in die Ecke schmiss, sich eine Weste und einen Hut aufzog, und dann endlich anfing, mit der Band Klezmer zu spielen, diese aus dem osteuropäischen Judentum stammende weltliche Musikrichtung.

Die beiden Geiger (vielleicht war der eine oder die andere auch Bratschist oder sonstwas) und der Typ mit seinem Schlaginstrument (das war eine Mischung aus Xylophon und Klavier und sonstwas), das er mit atemberaubender Geschwindigkeit bearbeitete, waren fantastisch, aber auch der Saxophonist und der Klarinettist konnten was - ach Gott, alle waren für mich Musikbanausen toll ...

Das machte wirklich Spaß, sogar mein Bein wippte im Takt mit (und das will was heißen) - ich denke, das wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich mir Klezmer angehört habe. Aber auf die Filmmusik hätten sie echt verzichten können ...

Gestern wollte ich eigentlich zum Fußball, aber entweder behaupteten sowohl die Wikipedia als auch der Kicker Fake News oder ich war zu blöd, die Quellen richtig zu lesen, denn ich las, dass Honvéd auch erst morgen spielen würde. Nun spielt aber Újpest morgen und zwei Spiele am gleichen Tag in einer Stadt sind wohl problematisch, sodass Honvéd doch gestern spielte. Irgendwie wird das mit der Europa League, den Budapester Vereinen und mir nichts mehr, dachte ich. Da also meiner Ansicht nach kein Fußball war, ging ich in die Stadt und probierte aus, in der Nähe einer Fressgasse, die ich aus dem Bus heraus erspäht hatte, mein Abendessen einzunehmen.

Ich geriet auf die Freifläche einer altungarischen Kneipe und bestellte dort Schwarzbier, hortobágyi palacsinta, das sind mit feingemahlenem Fleisch gefüllte Palatschinken, danach gab es gekochtes Rindfleisch mit Semmelknödeln in einer leckeren Soße und zum Schluss, nachdem sie mich vergessen hatten, kam dann noch palacsinta Gundel, das sind mit einer Nuss-Rum-Rosinen-Mischung gefüllte Palatschinken unter einer Schokoladen-Rum-Soße, die in touristischen Kneipen wie dieser dann flambiert serviert wird. Alles dort war sehr lecker, und vielleicht gebe ich ihnen noch eine Chance, mich diesmal nicht zu vergessen, denn für das gute und üppige Abendessen zahlte ich am Ende knapp 25 Euro, das ist okay, würde ich sagen ...

Heute hatte ich ausnahmsweise mal die Abendplanung schon vor 18 Uhr fertiggestellt, denn ich nahm mein Badezeug schon morgens mit ins Büro. Um 17.30 Uhr brach ich dann nämlich auf und ging in mein zweites Budapester Bad, ins Széchenyi-Bad. Fotos habe ich genausowenig gemacht wie im Rudas-Bad, weil ich das immer so affig finde, mit Badehose und Handy im Schwimmbad herumzulatschen, aber wenn die Leser lang genug betteln, nehme ich die belustigten Blicke der anderen Badegäste vielleicht mal in Kauf. Alternativ kann man ja das Bad mal bei Google suchen und findet dort dann auch ganz schicke Fotos ...

Dieses Bad erinnert mich sehr an den Dresdner Zwinger, nur in ocker gestrichen und mit ovalem Innenhof. In diesem ovalen Innenhof sind ein normales Schwimmbecken (mit Schwimmkappenpflicht, weswegen da kaum ein Mensch schwimmt) und zwei Becken daneben, eines mit so 28 Grad und Erlebniseinheiten wie einem Whirlpool, diversen Duschattraktionen und einem im Kreis verlaufenden Strömungskanal, das ist schon lustig. Das andere Außenbecken ist deutlich wärmer, hat vielleicht so 35, 36 Grad, das ist im Winter dann bestimmt ganz toll, wenn es oben herum bitterkalt ist und am dem Hals schön warm.

Natürlich gibt es aber auch Thermalbecken im Gebäude, und ich meine gelesen zu haben, es wären zehn an der Zahl. Die Temperaturen liegen zwischen 20 und 40 Grad (die Tauchbecken bei den Saunen auch mal bei 18 Grad), das Ganze ist ein bisschen verwinkelt, heute war auch einiges los, aber man findet fast überall noch ein Plätzchen. Auch hier wandelte ich gerne zwischen den warmen und kalten Becken hin und her, lag einfach nur im warmen Wasser oder saß im kalten und versuchte, mich so wenig wie möglich zu rühren, ging zweimal in die Sauna (auch hier alles gemischt und in Badekleidung) und hatte am Ende drei wunderbar entspannende Stunden in diesem Bad verbracht.

Ich musste noch mein Handtuch abgeben und war dann um kurz vor 22 Uhr draußen, verpasste meine Straßenbahn und war deshalb nach 22 Uhr beim Gyrosmann um die Ecke, den ich mal ausprobieren wollte. Dieser schloss um 22 Uhr, und ich hatte Pech - nun denn, ein weiterer Abend ohne Abendessen, ich werde es überleben.

Morgen sollte eigentlich das Büro-Picknick auf der Margareteninsel sein, aber weil es morgen Abend ähnlich windig-regnerisches Wetter geben soll wie es heute gab, haben die Organisatoren das Picknick auf nächste Woche verschoben. Das heißt dann für mich aber, dass ich morgen Abend die dritte Chance nutzen will, mir diese Runde der Europa League in Budapest anzugucken - mal schauen, ob Újpest mich reinlässt ...

Ich versuche aber, nicht zu spät nach Hause zu kommen, denn am Freitag muss ich wohl schon um 6 Uhr oder so aufstehen, weil mein Flieger nach Deutschland um 9.15 Uhr geht. Ich fahre jetzt doch am Freitag Nachmittag dann gleich in den Schwarzwald, verbringe das Wochenende bei meiner Ma und fliege dann am Sonntag Abend von Zürich über München zurück nach Budapest.

Das waren die ersten drei Tage dieser Woche - schöne war's, und jetzt geht es ins Bett.

Ein Foto von der Burg im Városliget-Park, dem Konzertschauplatz vom Montag: