Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 16. September 2017

Der Kampf mit dem letzten Hemd

Boah, bin ich kaputt ...

Ich schlief wie ein Stein, außer, dass gegen 6 Uhr die Klimaanlage anfing zu klacken, keine Ahnung, wieso, aber davon wachte ich auf. Inzwischen war das WLAN zum Dienst angetreten, sodass ich heute Morgen den gestrigen Blogeintrag hochladen konnte.

Ich marschierte runter, wurde per Fingerzeig zum Frühstücksraum beordert und setzte mich dort hin. Der Kellner (kein Buffet) stellte mir zuliebe das Fernsehen auf einen englischsprachigen Kanal ein (wäre nicht nötig gewesen) und brachte dann das zwar nicht üppige, aber sehr leckere Frühstück, bestehend aus Orangensaft, Kaffee (ja, ich trank ihn mit viel Milch …), einer Flasche Wasser (wurde mitgenommen), einem Croissant und einem anderen Teilchen, Mutter, Marmelade, Honig, Streichkäse und einem Ei. Danach war ich durchaus gesättigt.

Ich ging nochmal kurz aufs Zimmer, schmierte mich ein (was sich als sehr sinnvoll erweisen sollte), obwohl es nebelig-diesig draußen war, und machte mich dann zu Fuß auf. Ich lief an der Flughafenstraße entlang in Richtung „Innenstadt“, es war kühl und windig, gerade recht für mich. „Innenstadt“ setze ich in Anführungszeichen, denn direkt unterhalb des – sehr kleinen – Unabhängigkeitsplatzes ist erstmal ein großer Sandplatz, auf dem zwei kaputte Fußballtore stehen. Mir kamen ein paar Esel auf Wanderschaft entgegen und ein weiterer legte sich mir in den Weg, sodass ich um ihn herumging. Soviel zur zweitgrößten Stadt Mauretaniens …

Ich lief weiter (unterwegs kam ich an einigen Lokalen, viele davon in der Nähe meines Hotels, und einigen Fischgeschäften, in denen ich eher keinen Fisch kaufen würde, vorbei), wurde auf einmal von einem Soldaten auf die andere Straßenseite verjagt, weil ich nicht direkt an der Kaserne vorbeilaufen sollte (ich könnte ja die großartige mauretanische Marine ausspionieren …), und merkte, dass ich nicht so einfach ans Wasser komme, denn überall ist schon Hafen.

Ich überlegte, mir ein Taxi weiter in Richtung Süden, zur Spitze der Halbinsel, auf der Nouadhibou liegt, zu nehmen, aber dafür brauchte ich erstmal Kohle. Zwei mauretanische Banken akzeptierten meine Kreditkarte nicht, aber bei der Société Générale (drei von vier Akzenten hatte ich von mir aus richtig gesetzt …) hatte ich Glück. Nun im Besitz von mauretanischem Geld setzte ich mich erstmal auf eine Bank, trank mein Wasser aus und wollte neues kaufen. Also lief ich in Richtung Supermarkt, merkte, dass ich erst jetzt auf der richtigen Hauptstraße war, die zwar belebter, aber auch nicht viiiiel großstädtischer war als die Straße, auf der ich gekommen war, lief spontan mal durch einen kleinen Handymarkt und machte dann im Supermarkt für 200 Ouguiya einen 5.000er klein (was der Inhaber nicht so ganz großartig fand …), ehe ich mich auf eine Bank setzte. Kurz zuvor hatte ich mit meinen zwei Flaschen Wasser am spanischen Konsulat gestanden, als ein älterer Mann vorbeilief, umdrehte, sich meine eine Flasche (aus der Tüte!) griff und mich anguckte: „Oui?“ Ich sagte „non“ und er trollte sich, aber irgendwie scheinen mir manche älteren Mauretanier ziemlich unverschämt zu sein – denkt ihr, ich bin auf der Wurstsuppe dahergeschwommen oder was? Und nein, das hat nichts damit zu tun, dass ich unhöflich wäre – ich hätte ja vielleicht gestern Abend den Typen am Flughafen sogar vorgelassen, und ich hätte dem heute auch einen Schluck Wasser abgegeben, aber da muss man halt „mit de Leut“ reden, sich einfach vordrängeln oder etwas an sich nehmen, sorry, das geht nicht, auch nicht, wenn ich deutlich jünger bin als ihr.

Dieses sollte allerdings nicht das bizarrste Erlebnis des heutigen Tages sein, denn nun wollte ich ja mein Taxi nehmen, der Schiffsfriedhof war mein Ziel. Der Taxifahrer verstand mich so (sagen wir mal …), dass ich das ganze Taxi (mitsamt seinem Sohn …) chartern wollte, und da er das so verstand, war der Preis auch einigermaßen akzeptabel (1.000 Ougiyas, ca. 2,30 € für eine viertelstündige Fahrt), und mir war’s dann am Ende recht. Wir fuhren also aus Nouadhibou heraus durch mehr oder weniger Wüste, links war das Meer, rechts die Eisenbahnschienen und ein paar Meter dahinter die Westsahara (bzw. Marokko, wenn man Marokkaner ist).

Wir landeten in Cansado, einem Vorort von Nouadhibou mit ein paar Hotels, in denen man als Tourist vielleicht auch unterkommen könnte – nach rechts (nach Süden) wollte ich ein paar Schritte gehen, aber irgendwann kam da ein Schild, dass der Zutritt verboten sei, also wandte ich mich um und ging nach Norden, wieder in Richtung Nouadhibou, dort wo auch in Google Maps ein Schiffsfriedhof eingezeichnet war. Nachdem ich an einem Hotel vorbeigelaufen war, dessen Tennisplatz so aussah, als ob da zuletzt jemand Tennis gespielt hätte, als Boris Becker noch in die Windeln machte, ging es – an einer Moschee vorbei – in ein Gebiet, das eher wie ein Wohnviertel aussah. Irgendwie sah vieles verlassen aus, ich bog nach rechts auf eine Schotterpiste ab, denn ich wollte wenigstens einen Blick auf den Schiffsfriedhof erhaschen.

Ich ging immer weiter, und tatsächlich mehr oder weniger plötzlich stand ich am Strand – das war auch deswegen so unerwartet, weil bis dahin immer Klippen den Rand des Festlandes säumten, und jetzt hatte ich hier auf einmal ebenerdigen Zugang zum Atlantik. Schwimmen hätte ich dort allerdings selbst dann nicht schwimmen wollen, wenn ich meine tolle neue Badehose dabeigehabt hätte, denn erstens lag hier allerlei Müll rum und zweitens sah man überall im Wasser Schiffe, fahrtüchtige und unfahrtüchtige, dass ich nicht unbedingt riskieren wollte, eine größere Dosis Schiffsöl auf meine Haut zu kriegen …

Nun stand ich da und sah nur in der Ferne eben ein paar Schiffe in Strandnähe. Ich entschied mich, am Strand entlangzumarschieren. Unterwegs kam mir ein Mann vorbei, den ich zuvor mit einem Eselskarren am Strand entlangfahren gesehen hatte, unterwegs saß ein weiterer Mann nur mit Badehose und diesem Turban/Tuch vor dem Mund bekleidet am Strand (er war wohl gerade schwimmen gewesen …), und ich stolperte am Strand entlang (das ist anstrengend, da im Sand zu laufen). Meine Arme und meine Rübe hatten schon angefangen, Bekanntschaft mit rötlicher Farbe zu machen, sodass ich mein Hemd auszog (es flog mir nur einmal weg, aber ich fing es wieder auf) und es als Umhang verwendete. So kam nicht nur mehr Wind auf mein Unterhemd (schöööön), sondern auch weniger Sonne auf meine Arme und in meinen Nacken (gut und für meine Verhältnisse gar nicht so doof …).

Zwischendrin musste ich eine Art von Hafengebäude umgehen, also folgte ich den Spuren des Eselskarren um das Gebäude herum, wurde von dem Badenden (nur voll bekleidet überholt) und entschied mich dagegen, gleich zur Hauptstraße zu gehen, sondern guckte mit den Schiffsfriedhof aus der Nähe an.

Joa, da läuft man dann über dieses Sand-Müll-Gemisch, vorbei an den Hütten der Fischer, kämpft mit dem Hemd und dem Wind (irgendwann hatte ich das Hemd falsch herum über meinem Kopf …), schießt Fotos und erfreut sich an dieser sehr sonderbaren, sehr bizarren, aber irgendwie interessant-schönen Sehenswürdigkeit im wahrsten Sinne des Wortes.

In den 1980er-Jahren fing das wohl an, dass mehr oder weniger gewissenlose Schiffseigner mauretanische Beamte bestachen, ihre Schiffe hier auf Grund laufen und sie dann ihrem Schicksal überließen. Nach und nach landeten mehr Schiffe hier an ihrer letzten Ruhestätte, sodass der Schiffsfriedhof von Nouadhibou zu einem der größten der Welt wurde. Eigentlich wollten die Mauretanier mit chinesischer Hilfe bis September 2017 hier alle Wracks abräumen, aber – für mich zum Glück – kamen sie offenbar doch nicht so schnell hinterher wie gewünscht. Und so stand ich jetzt da und guckte mich satt – ich hoffe nur, dass keiner der Fischer seine Handykamera rausholte und mich fotografierte, wie ich da mit meinem Hemd im Clinch lag, sonst lachen die noch wochenlang über den bekloppten Ausländer …

So, jetzt war ich durch – gebraten und gedünstet – und lief die paar hundert Meter zur Straße. So’n bisschen kam ich mir vor wie James Bond, der irgendwo mitten in der Wüste aus einem unterirdischen Versteck aufsteigt, sich an die einsame Straße stellt und ins nächstbeste Taxi einsteigt, als wäre das das Selbstverständlichste der Welt. Naja, ich stand da zehn Minuten, Viertelstunde, bis endlich ein (nicht volles) Taxi kam (übrigens einer der ganz vielen uralten und manchmal etwas verbeulten, aber immer noch fahrtüchtigen Mercedes) und für mich anhielt.

Normalerweise, so steht es im Reiseführer, sollen auf dem Beifahrersitz zwei Personen und auf der Rückbank vier Personen sitzen. Jetzt saß vorne ein junger Mann und hinten auf der Rückbank nur eine alte Oma. Wahrscheinlich hätte ich mich, wegen Geschlechtertrennung und so, auf den Beifahrersitz quetschen sollen, aber hier machte ich mal wieder etwas, was ich gut kann, und stellte mich dumm. Auf der Rückbank war nämlich zwischen der Oma und mir noch so viel Platz, dass da selbst der strengste saudische Kleriker nicht auf die Idee kommen konnte, dass das unzüchtig oder sonstwas wäre (und wenn doch, gehört er ausgepeitscht). Am Ende brachten die mich zu dem Restaurant, in das ich jetzt wollte, ich zahlte 200 Ouguiyas, also weniger als 50 Cent für die viertelstündige Fahrt, und alle waren zufrieden …

Das Restaurant Galloufa begrüßte mich mit einem der englischen Sprache mächtigen Kellner, was ich so betone, weil das hier nicht so selbstverständlich ist. Meist werde ich auf Französisch angesprochen, und wenn sie an meinem verständnislos-panischen Gesichtsausdruck oder an meinen untauglichen Versuchen, die Sprache Molières zu vergewaltigen, merken, dass mein Französisch, öhem, verbesserungsfähig ist, sprechen sie meist sofort Spanisch mit mir, aber so schnell, dass ich größte Mühe habe, es zu verstehen. Jetzt sprach der Typ also Englisch, was mir das Leben erleichterte.

Am Meer isst man Fisch, und also aß ich eine Fischplatte für 10 €, also nicht ganz wenig Geld für hier, aber das ist ein Lokal, das von Spaniern geführt und von Spaniern frequentiert wird, da zahlt man halt auch halbwegs spanische Preise, passt schon (die Toilette würde in Europa allerdings ganz schnell aus dem Verkehr gezogen, aber das merkte ich zum Glück erst nach dem Essen …). Achso, das Essen (zwei Fische, vier Garnelen, Tintenfischringe, bisschen Reis, bisschen labrige Pommes, bisschen Gemüse) war lecker (wirklich!), die Cola auch, und als ich sah, dass etliche Spanier zum Essen ein (echtes) Bier tranken (alle Gerüchte, dass man Mauretanien „trocken“ sei, sind offenbar stark übertrieben), trank ich halt auch eins (und später, als sie mir zwei Bier berechneten, auch noch das zweite, ehe sie anfangen müssen zu rechnen …).

Jetzt war ich – nicht wegen des Bieres, sondern wegen der 14 km, die ich heute gelaufen war und von denen ein gut Teil anstrengenderweise durch Sand verlief – fertig, ich ging noch die letzten 500 m zum Hotel, holte Schlüssel und Pass an der Rezeption, schmunzelte über das verwackelte, unterbelichtete Bild von meiner Wenigkeit, das sie gestern Abend fürs Visum aufgenommen und auf selbiges gedruckt hatten, ging duschen und war schon sehr, sehr früh bettfertig …

Ein schöner, interessanter, spannender Tag war das heute – doch, hat Spaß gemacht.

Morgen geht es um 18.10 Uhr schon wieder zurück nach Gran Canaria, wo ich nach einer guter Stunde Flug um 20.20 Uhr Ortszeit (eine Stunde Zeitverschiebung) ankomme und dann hoffentlich noch irgendeinen der Busse nach Las Palmas erwische.

Zwei habe ich noch:

Das marokkanische Konsulat, das hier um die Ecke eines Hotels liegt, ist ja nur 1,5 km Luftlinie von der Grenze zur Westsahara (bzw., nach marokkanischer Lesart, zu Marokkos südlichster Provinz) entfernt – es dürfte nicht viele Konsulate geben, die geografisch so nah an der „Heimat“ liegen.

Und die Mauretanier tragen nicht diesen klassischen arabischen Kaftan, den ich zum Beispiel von den Golfstaaten kenne, der einfach ein langes Hemd ist, sondern die tragen ein normales, westliches Hemd und darüber ein weißes Gewand, das Ähnlichkeit hat mit Kleidern mit langen (und breiten) Trägern, die westliche Frauen manchmal tragen. Sieht erst ein bisschen komisch aus, ist aber halt so …

Moschee in Nouadhibou

Schon ein Weilchen her, dass der Knoblauch verfahren hat

Sagt ein Esel zum anderen Langohr - downtown Nouadhibou

Schiffsfriedhof I

Schiffsfriedhof II

Schiffsfriedhof III

"Muss weg, Chef"



Sorry für die Verzögeurng, das WLAN hat erst heute Morgen seinen Dienst angetreten.

Joa, ich würde sagen, der Inhaber der Strandkneipe in Maspalomas wusste genau, wie er mich rumkriegt. Jedenfalls habe ich das Knoblauchbrot, also vielmehr Brot und Knoblauchtopf zum Selbstbeträufeln, genommen, und danach noch einen (fantastischen) Fischteller. Und gezahlt habe ich für das Ganze und drei Bier am Ende mit üppigem Trinkgeld 34 Euro. Da kann man bei der Aussicht auf Strand, Meer und viiiiiele Menschen kaum was sagen – ich frage mich nur, was mich verraten hat, denn der Chef sprach mich auf Deutsch an, ehe ich nur ein Wort gesagt hatte. Liegt es an meinem adonishaften Körperbau (und so viele Russen gibt’s hier wegen der Visumproblematik wahrscheinlich nicht)?

Nun, der gestrige Abend war alles in allem ein einziger Fehler. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, allein ins Sherry zu gehen, weiß ich doch genau, dass das normalerweise übel endet. Und „übel“ ist gar kein Ausdruck für die gestrige Aktion, weil ich ja um 3 Uhr wieder aufstehen müsste.

Nun denn, nach dem Konsum einer Tapasplatte und, öhem, wenigen Guinness wurde ich zu allem Überfluss vom Barchef auf einen Portwein eingeladen und war um 23.30 Uhr im Bett. Meine Mutter stellte sich extra den Wecker (liebe Ma) und rief mich an, damit ich den Wecker nicht überhöre …

Ich kam in die Puschen und war sogar pünktlich am Bahnhof für die erste der beiden S-Bahnen, die ich ins Visier genommen hatte. Ich kaufte mir am Automaten meine obligatorische After-Kneip-Spezi und schleppte mich in die Bahn. Ich war nicht der Einzige, der kaum die Augen aufbekam.

Um 4.50 Uhr war ich am Flughafen und wurde gleich mal zum Shuttle-Bus zum Terminal 2 umgeleitet, weil die Skyline um die Zeit noch nicht fährt. Na super …

Die Sicherheitskontrolle am Zweier war schnell und problemlos, auch wenn die neue Generation von Körperscannern bei dem einen oder anderen Flugreisenden noch für Unsicherheiten sorgte.

Im Schengen-Bereich des Terminals 2 gibt es inzwischen zwei Gastronomiebetriebe, was eine Verbesserung von 100% zu früher ist, dort aß ich ein Sandwich und trank noch eine Cola und wartete, bis mein Gate ausgerufen wurde.

Natürlich lädt Ryanair ganz weit draußen im Hinterhof ein, von dort wird man dann zum Gate gefahren (nein, man muss weder in Frankfurt noch auf Gran Canaria zum Flieger laufen!). Ich stieg als einer der Letzten ein, trotzdem wurde mir mein Gepäck nicht abgenommen, sondern ich es – überraschend war noch gut Platz frei – ins Gepäckfach wuchten durfte.

Eine Reisegruppe wurde auseinandergerissen, weil zwei der Gruppe es nicht gebacken bekommen hatten, rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Die Gate-Tür ging zu, die Bus-Tür auch, und wir hatten Verspätung, weil sie das Gepäck von den Helden noch ausladen mussten … Das nennt man dann Lose-lose-lose-Situation, für die Kollegen insbesondere, aber auch für Ryanair und für die anderen Fluggäste – andererseits wundere ich mich schon, wie man rechtzeitig einchecken, aber dann die Sicherheitskontrolle verbaseln kann.

Nun denn, wir kamen verspätet los, der Flug war ganz okay, von gelegentlichen Turbulenzen abgesehen, ich Trottel hatte im Tran heute Morgen vergessen, Lektüre einzupacken, weil es bei Ryanair natürlich keine Unterhaltung gibt, dafür rechnete ich dann auf meiner Bordkarte irgendwelchen mathematisch-physikalischen Krimskrams aus.

So kann man, wenn man in einer Höhe h (in km) über dem Erdboden ist, etwa (110 x Wurzel von h) km weit sehen. Ich schätzte auch ab, dass man eine Verzögerung von etwa 5000 Erdbeschleunigungen erfährt, wenn man mit 900 km/h als Pilot gegen einen Berg fliegt und dass man, wenn man (im Vakuum) aus 10 km Höhe auf die Erde fällt, unten mit ca. 440 km/h aufschlägt. Cool, gell?

Nun, gegen 10.30 Uhr Ortszeit kamen wir an und ich hatte viel Zeit, denn den Bus um 10.20 Uhr, der sowieso knapp geworden wäre, hatte ich inzwischen deutlich verpasst. Ich bahnte mir in aller Ruhe den komplizierten, aber gut beschilderten Weg zur Bushaltestelle, lud mein Gepäck in den Gepäckraum, hoffte, dass mir das keiner klaut, bezahlte 4,05 € Fahrpreis (wer kommt auf diese schwachsinnige Idee, fünf Cent über den ganzen Euro zu verlangen?) und ließ mich eine Stunde nach Maspalomas fahren.

Ich hatte eigentlich vor, schwimmen zu gehen und dann etwas zu essen, nur fand ich nicht auf Anhieb ein Geschäft, in dem ich eine Badehose kaufen konnte – eine Badehose hatte ich diesmal ausnahmsweise nicht vergessen, jedenfalls nicht akut, weil die noch im Schwarzwald bei meiner Mutter sind … Jetzt schleppte ich mein Zeug herum, denn Schließfächer gibt es weder am Flughafen noch am Strand, und stand vor der eingangs beschriebenen Strandkneipe. Der Rest ist Legion, wie so oft, wenn Strand, gutes Essen, Bier und ich zusammenkommen ..

Zwei Stunden später zahlte ich und brach auf, kaufte nach längerem Suchen die wahrscheinlich teuerste Badehose meines Lebens und nahm den 15.20-Uhr-Bus zurück zum Flughafen. Dort kam ich überpünktlich um 16.20 Uhr an, wartete noch ein bisschen und konnte dann schon relativ früh einchecken. Die Sicherheitskontrolle überstand ich, obwohl sie mich mal wieder zum Sprengstofftest rauszogen und marschierte dann wieder in meine Lounge (diese Kreditkarte hat sich inzwischen allein schon durch die Getränke bezahlt gemacht, die ich hier immer verkonsumiere).

Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob der Flug wahnsinnig Verspätung hätte, aber die Fluggesellschaft hat anscheinend ausreichend Puffer eingebaut, um die Verspätungen wieder rauszuholen.

Joa, als mein Flieger gelandet war, brach ich auf zum Gate, die Ausreisekontrolle aus dem Schengen-Raum war gähnend leer, und als ich am Gate war, ging fast schon das Boarding los. Die siebenköpfige Familie vor mir hielt a) den ganzen Verkehr auf und b) unterhielt alle Umstehenden unfreiwillig, denn Brüder und Schwester stritten sich wie die Kesselflicker …

Im Flieger selbst wurden sie dann aber ruhiger, nur standen wir eine Stunde noch herum, weil immer wieder Leute viel zu spät eintröpfelten und die Gepäckeinlader erstmal abwarteten, wessen Gepäck sie denn nicht einladen sollten …

Mit Verspätung von fast genau einer Stunde kamen wir also weg, mir fielen manchmal fast die Äuglein zu, denn ich saß am Notausgang mit freiem Mittelplatz und konnte mich also ausbreiten (vor allem ausstrecken, denn das ging in der engen Ryanair-Bestuhlung am Morgen nicht …).

Nouadhibou erwartete uns mit nebliger Kühle (es war wirklich kühl, nix da mit 26 Grad oder so, das waren vielleicht 15 Grad, maximal), das Visa-on-arrival-Büro war überhaupt nicht beschildert, aber zwei Spanier gingen mir voran. Eine Mauretanierin hieß mich zu warten, was ich tat, was mir aber nicht guttat, denn sie drängelte die Pässe von zwei Spaniern vor und ein dritter, älterer Spanier wollte sich vordrängeln. Nun bin ich kein kompletter Idiot, denn als er seinen Pass hinlegte, sprang ich hin und legte meinen Pass drauf. Der Visumaussteller hatte gesehen, dass ich vorher drangewesen war, der Spanier laberte was von wegen, er hätte nicht gewusst, dass ich auch anstehe (ja, du Vollhorst, ich stehe hier vor lauter Freude in der Kälte rum, bis die die Grenzkontrolle zumachen, oder wie?!), und so erhielt ich mein Visum Sekunden vor dem Spanier.

Die Tür zur Grenzkontrolle war wirklich schon zu, aber ein freundlicher Soldat schloss mir auf, der Grenzer wollte die Telefonnummer von meinem Hotel wissen, die ich ihm glücklicherweise nennen konnte, und dann hatte ich meinen Stempel im Pass.

Mein Gepäck war natürlich schon da, ich schnappte mir das und ging am Zoll vorbei, niemand hielt mich auf – ich war in meinem 124. Land. Juchhe, schön kühl …

Ich lief tatsächlich nur zehn Minuten, Viertelstunde zu meinem Hotel, entgegen der Beschreibungen in den Reiseführern war die Hauptstraße hell erleuchtet, in meinem Hotel funktioniert das WLAN nicht – das ist Mist, aber ansonsten ist das Zimmer – das erwarte ich aber auch bei dem Preis – sehr, sehr schick. Dass es einen abnehmbaren Duschkopf gibt, verdient Erwähnung …

Ich duschte erstmal, prüfte dann, ob die Badehose passt (tut sie) und gehe jetzt ins Bettchen – erster Eindruck mit den Grenzern war erstmal verbesserungswürdig, aber danach wurde es (bis aufs WLAN, das ist wirklich nicht so schön) besser …

Achso, an meiner Kneipe in Maspalomas gab es sogar eine finnische Speisekarte! Und die Beschilderung zum Strand ist neben Spanisch auch auf Englisch und eben Deutsch. Liebe Leute, wer nicht weiß, was „playa“ bedeutet, gehört nun wirklich aus Spanien ausgewiesen und mit lebenslangem Einreiseverbot belegt, tsts.

Faro de Maspalomas

Sonntag, 10. September 2017

Bier, Bier und Fritten

Am Freitag Vormittag war ich, obwohl ich Urlaub hatte, doch einmal kurz im Büro, denn ich hatte von einer Kollegin die Information bekommen, dass ich einen "Pass to go" auf dem Schreibtisch liegen hätten - da hat die togolesische Botschaft ihre Ein-Wochen-Frist (plus Postlaufzeiten) doch tatsächlich eingehalten ... Das Visum ist auch, wie gewünscht, ein Mehrfacheinreisevisum (mir scheint, als ob das in Westafrika sowieso mehr oder weniger üblich sei, auch gut ...), da kann es dann am 24. September losgehen in Richtung Lomé - das wird schön.

Davor standen ja auf noch zwei Reisen, nämlich am kommenden Freitag nach Gran Canaria/Mauretanien und - akut - nach Brüssel.

Den Anfang des Urlaubes machte ein Zwischenstopp im Sherry & Port, in dem wir - wie sollte es anders sein - lecker aßen. Nur die Belegschaft des Sherry machte sich Sorgen um mich, denn ich schien krank - kein Guinness stand vor mir, sondern eine Spezi. Ich beeilte mich, ihnen mitzuteilen, dass ich nicht wahnsinnig geworden sei, sondern meine Mutter mich auserkoren kannte, uns nach Brüssel zu kutschieren, und wenn ich fahren muss, trinke ich nicht ...

Auf ging es über die A 61, lauter Bekloppte unterwegs, das Handy hatte ein kurzes Stück durch die Niederlande anempfohlen, prompt standen wir dort im Stau, aber gegen 18.30 Uhr kamen wir nach Brüssel. Ein kurzes Scharmützel zwischen Mutter und Sohn über die richtige Streckenführung folgte, dann ging es zwecks Stauumfahrung im Zickzack durch die Brüsseler Innenstadt, ehe wir vor dem Hotel waren und noch einmal um den Block fuhren, um den Wagen gleich ins Parkhaus unter dem Hotel (mitten im Zentrum) zu stellen.

Der Check-in ging problemlos, wir bestellen Frühstück dazu und kamen aufs Zimmer, das nicht riesig, aber zweckmäßig war, und vor allem es hatte einen abnehmbaren Duschkopf - alles gut ...

Wir hatten schon wieder ein bisschen ein Hüngerchen, vor allem wollten wir aber ins "Mort subite". Die direkteste Route wählte ich nicht, wie wir später herausfanden, aber so'n Riesenumweg war's nicht, und nach einem kurzen Blick auf den Grand Place, den "Großen Markt" mit Rathaus und Gedöns, und dem Gang durch die Sankt-Hubert-Galerien waren wir schon am Mort subite. Wir fanden auch einen Platz, tranken zwei, drei Bierchen (aber 4,80 € für ein 0,25-l-Lambic ist schon richtig ganz schön viel) und aßen einen Salami-Käse-Teller, aber ich muss gestehen, 2012 war das mit 3,20 € oder 3,50 € für das 0,25er-Bier viel Geld, aber jetzt fand ich es richtig, richtig teuer.

Wir gingen also relativ bald wieder (trotz einer sehr freundlichen Kellnerin) und ließen uns in der Fressgasse vom ersten Schlepper schon in seine Kneipe ziehen. Die Muscheln waren lecker und eine vernünftige Portion, 15 Euro ist auch okay, wenn Fritten dabei sind, Bier ist halt teuer in Brüssel, aber war ganz trinkbar, und sehr, sehr warm, weil wir direkt am Kamin saßen ...

Den Rückweg fanden wir schneller, gingen direkt an der Kathedrale vorbei und standen einige Minuten später vor dem Hintereingang unseres Hotels. Dass wir den Abend an der Hotelbar beendeten, versteht sich von selbst ...

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Am Samstagmorgen trafen wir uns um 9 Uhr zum Frühstück, ich hatte Heißhunger auf die sehr leckeren hartgekochten Eier, und auf Vorschlag meiner Mutter gingen wir in Richtung Hauptbahnhof und bestiegen dort eine der zwei Linien des Sightseeing-Busses. Ehe ich es vergesse: Die 25 € sind in Brüssel gut angelegt, weil man - gerade, wenn man wie wir wenig Zeit hat - schon eine ganze Menge sieht.

Wir fuhren - vorbei an Jugendstilgebäuden - in Richtung Ixelles, dann am Jubelpark (viele Cricketspieler ...) vorbei, durch das Europaviertel und danach wieder zurück zum Hauptbahnhof. Ganz am Schluss fing es an zu regnen, sodass wir schnell in die andere Linie zum Atomium umstiegen - dabei fuhren wir am königlichen Schloss in Laeken vorbei und stiegen am Atomium aus - es hörte auf zu regnen. Dieses leicht vergrößerte Eisenatom ist schon immer wieder beeindruckend ... Wir fuhren nicht hoch, sondern guckten uns nur von unten an dem Teil satt und fuhren dann wieder in Richtung Innenstadt, als es wieder anfing zu regnen.

Ein paar Minuten später stiegen wir - mehr oder weniger auf Empfehlung der Kopfhörerstimme im Touristenbus - aus und liefen in ein Kneipenviertel hinein. Eine Kneipe gefiel sowohl meiner Mutter als auch mir auf Anhieb gut, was nicht alle Tage vorkommt, wir guckten uns noch ein bisschen um, gingen dann aber in selbige Kneipe.

Joa, was soll ich sagen: Meine Ma aß Entenpastete, Uli Lachs, meine Ersatzoma und ich jeweils Kaninchen in Lambic-Bier-Sauce - das war sehr, sehr lecker. Auch die Nachtische waren ganz hervorragend, und dass die Wirtsleute uns beim Herausgehen noch einen Schnaps hinstellten, spricht dafür, dass wir schon vorher ganz gut konsumiert hatten, ob das nu Bier, Wein (auch ich trank mal Wein ...) oder Schnaps war ... Auch hier passten wir übrigens die Regenstunde genau ab: Als wir gerade beim Hauptgang waren, goss es wie aus Kübeln, als wir rauskamen, schien fast die Sonne ...

Wir fuhren zurück zum Hauptbahnhof, weil ich mit der anderen Linie noch zum Europaparlament wollte, nach dem Umsteigen stiegen meine Mädels ein bisschen früher aus als ich, und ich stieg beim Parlamentarium, dem Besucherzentrum des Europaparlaments aus. Der Eintritt ist kostenfrei, und das Parlamentarium gehört zu den interessanteren Museen dieses Planeten. Dass bei 24 Sprachversionen (in allen EU-Amtssprachen) mit dem Audioguide nicht alles ganz glattgeht, geschenkt, aber dieses 360°-Kino ist schon cool, und nach Besuch war mein europäischer Geist mal wieder gestärkt - doch, sehr empfehlenswert das Ganze, sehr empfehlenswert.

Ich fuhr, diesmal mit dem normalen Bus, ein paar Stationen zurück (weil ich sonst die ganze Runde hätte mitfahren müssen) und fand die Mädels beim Erproben von belgischem Kulturgut, nämlich belgischer Schokolade und belgischem Wein - ich trank jedenfalls ein Bier, als ich kam ...

Mit dem Touristen-Bus ging es nochmal auf die Runde, und vom Hauptbahnhof gingen wir in Richtung Grand Place und Manneken Pis, mit jeweils einem Eis am Anfang und einer Monsterportion Fritten am Ende. Ich versuchte noch ein Bierchen, trank es halb aus, dann ich war ich fertig mit Bier für heute, und wir wackelten ins Hotel.

Auch heute Abend statteten wir der (sehr schönen) Hotelbar im Motel One einen Besuch ab, ich verabschiedete mich vorfristig, und als meine Ma ein paar Minuten später ins Zimmer kam, war ich schon weggeratzt - das war ein sehr schöner Tag gewesen, aber ich war platt.

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Auch heute Morgen gab es lecker Frühstück, der Check-out ging extrem schnell und schon waren wir im Brüsseler Stadtverkehr unterwegs. Über Genk, Maastricht, Aachen, Koblenz und Mainz ging es nach Hause, und jetzt genieße ich noch ein paar faule Stunden Wochenende ...

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Nächstes Wochenende, genauer gesagt, am Freitag, muss ich um 4 Uhr oder so mit der S-Bahn zum Flughafen, denn um kurz nach 6 Uhr geht mein Ryanair-Flieger nach Gran Canaria. Dort komme ich um 10 Uhr an, werde wahrscheinlich zum Playa del Inglés fahren und dort mal im Meer planschen, ehe ich zurück zum Flughafen fahre und abends um 19 Uhr weiter nach Mauretanien fliege. Ich bin sehr gespannt sowohl auf Gran Canaria als auch auf Nouadhibou ...

Kathedrale

EU-Kommission

Nationalkathedrale

Parlamentarium (Besucherzentrum EU-Parlament)

Manneken Pis

Mittwoch, 6. September 2017

一 二 三

... oder auch "Yī' - èr - sān", das heißt "eins - zwei - drei" auf Chinesisch und war vorgestern in Bangkok am Königspalast die ganze Zeit zu hören, weil halb China dort unterwegs war und Selfies geschossen hat.

Ich war einigermaßen früh wach und begab mich in den 76. Stock zum Frühstücken. Ich muss sagen, sowohl die Aussicht als auch die Auswahl waren ziemlich fantastisch: Es gab richtiges Brot, um mal den größten Kracher zu bringen, aber auch viel europäisches, thailändisches und auch viel japanisches Frühstück. Dazu gab es Früchte, Früchte und Früchte - das war schon schick.

Ich trödelte noch ein bisschen im Zimmer herum, packte alles zusammen, checkte aus und gab mein Gepäck in die Aufbewahrung. Ich lief einen Block und stieg dann in die Flughafenbahn, mit der ich eine Station in Richtung Stadt (und nicht in Richtung Flughafen) fuhr, dort stieg ich um bis zum zentralen Fährhafen, wo ich dann - jeder hat drei Versuche - auf die Fähre umstieg, die den Chao-Phraya-Fluss hoch- und runterfährt.

Dort fuhr ich dann bis zu der Station, von der aus man schnell am königlichen Großen Palast ist. Nach gefühlt drei Sicherheitskontrollen darf man dann als Ausländer 500 Baht (12,50 €) Eintritt bezahlen und wird in den Wat Phra Kaeo geleitet, einen auf dem Palastgelände gelegenen Tempel, der der absolute Wahnsinn ist. Diese goldene Stupa und die vielen Tempel und Tempelchen, speziell der mit dem Smaragd-Buddha, sind sehr, sehr beeindruckend.

Das Problem kommt, wenn man aus dem Tempel raus (und zum eigentlichen Königspalast hin) will, denn da muss man anstehen! Die Thais kriegen es nicht gebacken, den Ausländer-Ausgang und den Thai-Ausgang zeitgleich zu öffnen, sodass entweder die Thais oder die Ausländer warten müssen. Total Schmarrn, auch wenn man wegen des aktuell noch andauernden Trauerjahres als Ausländer nicht an den Königspalast rankommt (als Thai aber schon) und deshalb da eine Abtrennung ist.

Meinetwegen, macht das halt, aber wenn man als Ausländer nicht überall hinkann, dann solltet ihr, liebe Thais, dem Ausländer auch nicht den vollen Preis abknöpfen, das ist dann nämlich nah dran an der Abzocke (Thais kommen kostenlos rein, was völlig okay ist). Denn soooo beeindruckend ist der Königspalast dann von außen auch wieder nicht, vor allem, wenn man gerade aus dem Wat Phra Kaeo kommt.

Nun denn, dann steht man da, guckt auf den Palast, guckt auf die ganzen (in Schwarz gekleideten) Thais, die auch nur Selfies und Fotos voneinander machen, ist stolz, dass man heute selber was Schwarzes angezogen hat, und läuft dann wieder aus dem Palast raus.

Ich bog nach rechts, lief - am Justiz- und Verteidigungsministerium vorbei - um den Palast herum und landete am Wat Pho, einem ebenfalls sehr beeindruckenden Tempelareal, in dem nicht nur eine der längsten Buddhastatuen dieses Planeten zu besichtigen ist, sondern auch wieder viele wunderschöne Gebäude. Nach dem Umrunden der Buddhastatue setzte ich mich auf eine Bank, als sich zwei Schweizerinnen neben mich setzten - erstmals hörte ich in der ganzen Woche mal wieder Deutsch.

Ich lief wieder zur Fähre, stellte fest, dass die Expressfähre von der gegenüberliegenden Flussseite abfährt, setzte also für 3,50 Baht (acht Cent) auf die andere Flussseite über, entschied mich dagegen, den Wat Arun aus nächster Nähe zu betrachten (von außerhalb sah man genug) und fuhr dann wieder mit der Fähre, der S-Bahn und der Flughafenbahn zurück zum Hotel.

Ich landete auf der falschen Seite der Straße, und was sich banal anhört, ist in Bangkok eine fast lebensgefährliche Geschichte, weil es zumindest dort keine Fußgängerampel gab ... Ich brauchte fast fünf Minuten, um eine Lücke zu finden und auf die andere Straßenseite zu kommen, weil man sonst gnadenlos umgefahren wird ...

Ich holte mein Gepäck, fuhr jetzt wirklich mit der Flughafenbahn, konnte glücklicherweise schon knapp vier Stunden vor Abflug einchecken, reiste aus, kaufte noch ein paar Kleinigkeiten ein und suchte dann meine Lounge, denn ich wollte unbedingt so so gerne duschen, denn in der heißen Stadt mit Jeans herumzulaufen, war eine notwendige (Königspalast-Dresscode), aber auch seeeeehr heiße Entscheidung, und wenn man dann an gewissen Stellen schwitzt und die Jeans scheuert ... Sagen wir so, als die Dusche frei und bereit war, war ich ein sehr glücklicher Mensch.

Ich aß dort ein bisschen, begab mich dann zum Gate, diesmal waren beide Flieger voll, sodass ich ein bisschen eingezwängter saß als auf dem Hinweg, aber Filme gucken konnte ich trotzdem. In Maskat wäre ich dann in der Lounge fast eingeschlafen, schaffte es aber unfallfrei zum Gate und kam also dann in Frankfurt an.

Einreise ging schnell, das Gepäck kam spät, ich verpasste meine Bahn, die nächste fuhr nur nach Kelsterbach, was nicht nur mich, sondern auch den Türken verwirrte, der aus Istanbul kam und nach Worms wollte, aber gemeinsam schafften wir es dann, in Kelsterbach in die nächste S-Bahn einzusteigen. Schließlich kam in Wiesbaden an, ging kurz duschen und dann ins Büro - Spinner, ich ...

Joa, auch Bangkok war dann nochmal schön am letzten Tag, da kann man durchaus auch noch ein drittes Mal hin, so auf dem Weg nach Myanmar oder so ...

Nun, übermorgen geht es auch schon wieder nach Brüssel, wo ich zwar schonmal war, aber sicher wird das eine oder andere Bierchen im "À la mort subite" konsumiert - das wird schön ...

Bangkok bei Nacht von der Aussichtsplattform

Blick vom Pool aufs Hotel

Wachmann

Wat Phra Kaeo

Wat Phra Kaeo

Königspalast

Liegender Buddha

Wat Pho

Wat Arun

Sonntag, 3. September 2017

High Life um 6 Uhr

... war heute Morgen am Strand - es war unfassbar. Hallo, Leute?! Es ist sechs Uhr, da gehen normale Menschen erst ins Bett, gerade wenn der Nationalfeiertag war. Und hier? Hier waren ungelogen hunderte Menschen morgens um 6 Uhr am Strand und im Wasser. Unfassbar. Wirklich und ernsthaft unfassbar ...

Schön war's trotzdem, nochmal durch die Wellen zu plantschen. Aufgefallen ist mir, das kann ich jetzt noch loswerden, dass keine Frau im Bikini oder auch nur im Badeanzug badete, alle hatten mindestens ein T-Shirt an, etliche sogar eine Jeans oder so was - auch kaum fassbar, aber so war es.

Nach dem Bad ging ich ins Zimmer, duschte, trödelte weniger als gedacht, frühstückte kurz und ließ mich dann zur Fährhaltestelle fahren, wo ich natürlich viel zu früh war. Irgendwann hupte der Kapitän, und wir stiegen ein.

Die Fähre war heute wesentlich leerer als am Freitag bei der Hinfahrt, sodass ich die ganze Reihe für mich allein hatte. Auch heute war ein bisschen Seegang, sodass der Magen manchmal komische Bewegungen machte, aber auch das war wieder schön ...

Um 10 Uhr kamen wir in Saigon (die Schiffe, die in Ho-Chi-Minh-Stadt registriert sind, tragen als Registrierungsort auch "Saigon", also lasse ich das jetzt so ...) an, ich stieg ins Taxi, der Fahrer sprach ganz gut Englisch und meinte, dass er mich mit seinen Englischkenntnissen davon ablenken könnte, dass er ein bisschen im Kreis fuhr, aber am Ende zahlte ich für die gesamte Fahrt auch wieder nur ein paar Euro, sei's drum ...

"Okay", sagte der Taxifahrer, als wir am Flughafen waren, das ist für die Vietnamesen so ein Universalwort, das kann "wir sind da", "einverstanden", "hallo" und wahrscheinlich noch dreihundert Millionen andere Sachen bedeuten - meistens versteht man aber aus dem Zusammenhang was genau sie jetzt mit "okay" meinen ...

Nicht so ganz okay war, dass ich noch nicht einchecken konnte, aber, hey, fünf Stunden vor Abflug war das vielleicht wirklich ein bisschen viel verlangt. Also stiefelte ich noch ein wenig in der Gegend herum, aß oben auf der Empore Pho, diese Nudelsuppe mit Fleisch, las noch meinen Spiegel aus und checkte dann drei Stunden vor Abflug ein.

Die Ausreise ging einigermaßen schnell, auch wenn sie mich heute alle ärgern wollten und die eine Hälfte der Ausreisekontrolle zu machten, obwohl da Grenzer saßen, bei der Sicherheitskontrolle muss man die Schuhe ausziehen, Saftladen, aber dann kam ich wenigstens ohne Probleme in die Lounge.

Zwei Stunden und viele Getränke (nur ein Bier!) später marschierte ich zum Gate, der Check-in-Typ, der schon meine genaue Reiseroute hatte wissen wollten, verbreitete eine ungeheure Hektik, weil er alle zum Ausgang scheuchen wollte, als wir noch gar nicht aufgerufen waren, aber am Ende waren natürlich alle im Flieger und wir kamen pünktlich weg ...

Ich okkupierte kurzzeitig den falschen Platz, weil ich Held im Erdbeerfeld die Plätze 21C und 21D verwechselt hatte, aber nach kurzem Hinweis der Amerikaner, die auf 21D und 21E sitzen wollten, bemerkte ich Dussel meinen Fehler, murmelte ein "Sorry" und verzog mich auf meinen Platz 21C.

Die Einreise in Thailand war problemlos, auch wenn so ein Volltrottel vorher noch eine total sinnbefreite Vor-Kontrolle der Einreisekarte vornehmen wollte, was er nach einem Blick in mein wutentbranntes Gesicht dann schnell sein ließ (so schlimm bin ich ja gar nicht, aber wenn irgendwelche Hanswurste irgendwelchen Scheiß machen, der komplett unnötig oder vielmehr völlig bescheuert ist, dann finde ich das nicht so lustig, insbesondere, wenn sie sich dabei aufspielen, als ob sie die geilsten Menschen der Erde wären).

Mein Gepäck kam, am Taxistand war eine Schlange, aber irgendwann war ich auch dran, mein Taxifahrer und ich verhandelten mangels anderer Verständigungsmöglichkeit mit Grunzlauten, ob er über die Mautstrecke fährt (am Ende grunzten wir einander Zustimmung, dass er das machen soll), sodass ich - obwohl er einbahnstraßenbedingt einmal im Kreis fuhr/fahren musste - auch schnell am Hotel war.

Der Check-in war schonmal Katastrophe, weil sie meine Buchung anfangs nicht fanden, und viel besser wurde es auch nicht - das Zimmer im 64. Stock hat zwar die Größe eines mittleren Ballsaales, aber der Ausblick - der natürlich toll ist - wird durch die Reklamefolie, die außen am Gebäude hängt, geschmälert, die Klimaanlage stammt aus der Steinzeit und tut alles außer Kühlen (was besonders in Bangkok total sinnvoll ist), das WLAN funktioniert nur mit sehr viel gutem Zureden über den Router im Stockwerk obendrüber und einen abnehmbaren Duschkopf gibt es auch nicht. Schade, das letzte Hotel auf dieser Reise ist das teuerste, aber hier stimmen ganz viele mehr oder weniger große Kleinigkeiten nicht - ich werde das Teil hier nicht weiterempfehlen.

Nachdem ich auf der Aussichtsplattform oben war, entschied ich mich gegen ein Bier in der Rooftop-Bar, weil das hinter Verglasung war und auch sonst teuer, zog mir die kurze Hose und ging dann nochmal raus. Ich lief ein wenig hier durchs Viertel, kam dann in einer Meeresfrüchte-Bar einige Schritte vom Hotel entfernt zum Sitzen, und aß dort Jakobsmuscheln (sehr lecker), Krebsfleischomelette (auch gut), Sticky Rice mit Mango (toll) und trank Bier bzw. Mangosaft, auch toll, aber auch - selbst für Bangkok - nicht wirklich billig. Ist aber auch egal, heute ist letzter Abend.

In der Hotellobby gibt es einen FamilyMart (eine japanische Supermarktkette), dort kaufte ich noch was zu trinken, jetzt bin ich im Zimmer und schwitze mir einen ab. Hm ...

Foto gibt's heute nicht, ich traue dem WLAN nicht ...

Morgen wird ein bisschen ausgeschlafen und dann gefrühstückt (Frühstück soll hier gut sein), dann gehe ich wahrscheinlich noch ein bisschen in die Stadt, dusche nochmal im Hotel oder auch am Flughafen, und um 20.50 Uhr geht schon wieder mein Flieger in Richtung Oman. Joa, und am Dienstag Morgen lande ich in Frankfurt (sofern der Flughafen nach der Bombenentschärfung dann noch steht), dann ist dieser Urlaub auch schon wieder zu Ende - auch schade ...

Samstag, 2. September 2017

Sonne, Strand, Garnelen, Tintenfisch und Bier

... joa, dementsprechend früh gehe ich heute ins Bett ...

Ich habe tatsächlich um 1.45 Uhr den Fernseher angeschaltet, das Spiel geguckt und mit ein paar Leuten gechattet - das Spiel hätte man sich auch schenken können, aber so musste ich mich wenigstens um 8.25 Uhr aus dem Bett quälen, sonst wäre ich ja wie ein junges Reh zum Frühstück gehüpft, das kann man ja nicht wollen.

Das Frühstück hier im Hotel ist sehr asiatisch, was in Asien ja an sich kein großes Wunder ist, aber meist hat man ja doch ein bisschen mehr europäische Auswahl. Das ist aber nicht schlimm, denn das asiatische Frühstück ist auch ganz lecker gewesen, und so bin ich dann in den Stunden danach keineswegs verhungert.

Ich zog mir mein Strandhemd an, meine Badehose, schmierte mich ein und ging runter an den Strand. Boah, in einer Sardinenbüchse ist ja mehr Platz als hier am Strand, so stelle ich mir Benidorm oder Ballermann vor, aber das Wasser war schön, nicht zu sehr Badewanne und keineswegs kalt, das war sehr entspannend - nur habe ich mir trotz Einschmieren einen leichten Sonnenbrand auf den Schultern geholt, das ist weniger schön, aber wird auch zu überleben sein ...

Ich lief ein paar Meter am Strand vorbei, guckte an einem Stand mit frischen Meeresfrüchten zu, hatte aber nur drei, vier Euro dabei und ging dann hoch ins Hotel. Dort genoss ich die Kühle der Klimaanlage und surfte ein bisschen im Internet in der Gegend herum.

Zwei, drei Stunden später wollte ich gerade wieder an den Strand (mit mehr Geld), als es wieder anfing zu regnen, also ging ich wieder hoch und wartete noch eine halbe Stunde, Stunde, bis das Wetter wieder trockener zu werden schien.

Ich sah keinen Regen mehr aus dem Fenster, ging runter, sah, dass es noch nieselte, was mir egal war, querte wieder todesmutig die Straße und stand wieder an dem Meeresfrüchtestand. Ich bin nicht sicher, ob das normale Preise waren oder ob ich Ausländerpreise zahlte, jedenfalls bekam ich für 12 Euro oder so fünf Garnelen und einen ganzen Tintenfisch gebraten. Der Tintenfisch war sehr lecker, die Garnelen waren fantastisch - so leckere Garnelen habe ich selten gegessen, traumhaft!

Ich holte mir ein Bierchen an einem der Kioske und setzte mich zu einer Gruppe von Vietnamesen. Ich war fertig mit dem Essen, da stellten sie mir eine Dose Tiger Beer hin und stießen mit mir an. Das ließ ich nicht auf mir sitzen und bestellte für die ganze Sippschaft und für mich nochmal eine Runde.

Das war ein Fehler, denn die Jungs konnten schon so kaum mehr aufrecht sitzen, sodass ich von den fünf Bier, die ich rüberwachsen ließ, über die Zeit zwei wieder zurückbekam (abgesehen davon waren die Bierdosen leider nicht gut gekühlt gewesen ...), wir konnten uns exakt gar nicht verständigen, außer immer wieder anzustoßen, und am Ende brachen die fünf Jungs, die Frau des einen und deren Tochter (die übrigens zuckersüß war) auf, stützten sich gegenseitig, und auch ich ging möglicherweise nicht mehr ganz geraden Schrittes zurück ins Hotel, schwitzend, bekleckert mit Chilisauce, Garnelensaft, Bier und Regen, Sand an den Füßen - herrlich ...

Ich duschte ausgiebend und gehe jetzt, es ist gerade einmal 19 Uhr vorbei, wahrscheinlich schon ins Bett.

Das war heute mal richtig Urlaub, richtig Nichtstun, richtig schön ... Fotos gibt's keine, weil ich nicht sicher war, ob ich nochmal schwimmen gehen will/kann/sollte und mein Glück nicht das dritte Mal auf die Probe stellen wollte.

Morgen gucke ich mal, ob ich um 6 Uhr nochmal schwimme, dann frühstücke und dann wieder zur Bootslände fahre (oder ob ich mich kurz vor knapp rausquäle, kurz frühstücke und dann zur Bootslände fahre) ... Und morgen Abend um die Zeit bin ich schon in Bangkok im mindestens 64. Stock - ich bin sehr gespannt.

Freitag, 1. September 2017

Copacabana an der Ostsee

So'n bisschen Copacabana-Feeling kommt (so vom Gefühl her) schon auf, wenn ich hier auf meinem Balkon im 8. Stock stehe und die Strandstraße und den Strand von Vũng Tàu bewundere, denn an der einen Seite des Strandes ist ein kleines Bergchen und auf dem steht (kein Scherz) eine Christusstatue. "Ostsee" schreibe ich, weil für die Vietnamesen das Südchinesische Meer, an dessen Ufer ich ich stehe und in dem ich heute schwamm, natürlich das Meer im Osten des Landes, mithin die Ostsee ist. Logisch, oder?

Irgendwie war ich ja gestern wieder spät ins Bett gekommen, entsprechend war das Aufstehen heute Morgen ein bissel mühsam. Irgendwann schaffte ich das aber, machte mich fertig und genoss noch einmal das vorzügliche Frühstück. Danach ging ich wieder hoch, trödelte noch ein wenig und packte dann meine sieben Sachen. Um 10.30 Uhr hatte ich ausgecheckt und saß schon fast in einem Taxi zum Fährhafen.

Dort kam ich überpünktlich an, suchte mir den (nicht besonders gut beschilderten) Weg zur Abfahrstation und war natürlich viel zu früh. Ich trank noch eine Cola, und weil ich keine gute Sicht auf den Steg hatte, stand ich danach auf und in der Sonne herum, weil noch lange kein Boot in Sicht war ...

Eine Viertelstunde vor Abfahrt kam unser Bötchen dann angetuckert -  irgendwie kam mir das ziemlich klein vor, aber tatsächlich passten da alle 50 Leute oder so rein, die ausgewiesen waren ... Wir fuhren zunächst an den Hafenanlagen von Ho-Chi-Minh-Stadt vorbei, dann durch die Wasserstraßen der südvietnamesischen Sümpfe (nach gestern machte man sich unweigerlich Gedanken, wie das vor 50 Jahren für die Soldaten dort gewesen sein muss) und schließlich nach eineinhalb Stunden noch ein kleines Stücken übers mehr oder weniger offene Meer - da gab es hübsche Wellen und durchaus ein bisschen Seegang, das war schön ...

Wir landeten an einem anderen Steg an als ich erwartet hatte, aber das machte nichts, denn Taxis standen da herum. Nach zehn Minuten im Taxi (der Taxifahrer fuhr, als ob er gaaaaanz dringend aufs Klo müsste, denn da wurde bei und im Gegenverkehr überholt, was das Zeug hielt) kam ich an meinem Hotel an, konnte schon aufs Zimmer und war sehr zufrieden: Das ist jetzt hier nicht der Luxus wie in Saigon, aber dafür habe ich einen wunderbaren Blick auf Strand und Strandpromenade, das ist richtig, richtig schön - und das Zimmer hat auch alles, was man braucht, inklusive bezahlbarer Minibar, aus dem ich mich eben noch bedient habe ...

Nach einigen Wiederherstellungsarbeiten und dem obligatorischen Einschmieren begab ich mich an den Strand und sprang, nachdem ich alle überflüssigen Klamotten abgelegt hatte, in die Fluten: Das Wasser war nicht ganz flach, aber richtig schlimme Wellen gab es auch nicht, richtig schönes Badewetter. Ich war nur ein bisschen unentspannt, weil ich in der Brusttasche meines am Strand liegenden Hemdes nicht nur fast 'ne Million (Dong), sondern auch mein Handy hatte, und das sollte mir bitteschön niemand klauen.

Das tat auch keiner, und ich wurde von einem halben Dutzend Leute von alt bis jung mit Handzeichen und/oder freundlichem "Hello" gegrüßt - sooo viele westliche Ausländer scheint es hierher noch nicht verschlagen zu haben.

Ich entstieg den Fluten und wollte mir gerade eine Strandkneipe zu suchen (was sich als nicht ganz so einfach erwies), als es anfing zu regnen und dann sogar zu gewittern. Ich war in einem Unterstand mit kleinem Kiosk gelandet, von dem ich zwar zwei Bier, aber nichts zu essen erstehen konnte. Es regnete und regnete und irgendwann wurde es mir zu bunt, sodass ich aufstand und im Regen heimlief - nass war ich so oder so ...

Ich duschte, zog mich wieder an und ließ mich dann im Taxi zu einem ziemlich hochgelobten Meeresfrüchterestaurant fahren - auch der Taxifahrer fuhr außen an der Strandpromenade lang und nicht durch die Stadt (der Weg ist natürlich länger, was in einem größeren Fahrpreis resultiert, aber die Fahrer sprechen nicht ausreichend Englisch, als dass ich ihnen klarmachen könnte, dass ich sie durchschaue, und wegen eines Euros muss ich mir jetzt auch nichts ins Hemd machen), auch der Taxifahrer fuhr wie eine gesengte Sau - Leute, ich sehe doch wirklich nicht so aus, als ob ich euch auf der Fahrt zum Restaurant verhungern würde!

Ich kam an, sprintete durch den Regen und bekam ohne Probleme einen Tisch. Ich bestellte ein Bierchen und dreimal jeweils zwei Austern, einmal roh, einmal mit Käse überbacken und einmal mit XO-Sauce überbacken (XO ist eine scharfe Meeresfrüchtesoße aus Hongkong) - die rohen Austern waren entsalzwassert und schmeckten daher ungewohnt süß, die überbackenen waren in beiden Variationen sehr, sehr lecker. Danach kam mein gegrillter Aal, der ebenfalls fantastisch war.

Ich kam mit einem einheimischen Familienvater ins Gespräch, der mich an seinen Tisch einlud, was ich ausschlug und woran ich guttat, denn es stellte sich heraus, dass er ein Tourismusunternehmer ist, und ich kann Leuten, die mir was Gutes getan haben, dann so schlecht absagen - da war es mir so herum deutlich lieber ...

Schließlich zahlte ich, ließ mich wieder ins Hotel fahren (der Typ fuhr jetzt gesitteter, aber immer noch außen rum und fragte allen Ernstes - die Faust der einen Hand in die Handfläche der anderen schlagend -, ob ich nicht vielleicht zu einer Prostituierten will, was ich ablehnte) und machte also um 19.30 Uhr schon wieder Feierabend.

Ich überlege gerade, ob ich mir für 1.45 Uhr den Wecker stelle und gucke, ob das Deutschland-Spiel übertragen wird, aber das entscheide ich spontan, wenn ich gleich das Licht ausmache.

Achja, in Vietnam wird mir in der Regel ungefragt westliches Besteck hingelegt, was ich ein bisschen bevormundend finde, auch wenn das ganz sicher nicht böse gemeint ist. Wenn ich es mir gerade recht überlege, habe ich nur in der Fressgasse in Luang Prabang Stäbchen gekriegt, aber das lag wahrscheinlich daran, dass die da überhaupt keine Messer und Gabeln vorrätig haben ... Naja, es ist ja nicht so, dass ich mit Besteck nicht umgehen könnte (meistens ...), daher nutze ich es hier dann auch und bestelle nicht extra Stäbchen, denn, so wie ich mich kenne, dann würde ich beim ersten Bissen das Essen drei Meter weit durch die Gegend schleudern, weil ich irgendwo an den Stäbchen abrutsche ...

Heute und vermutlich auch morgen wird es nicht soooo viele Bilder geben, weil die meisten Leser dieses Blogs auch so wissen, wie ein Strand aussieht ...

Gute Nacht!

Unser Bötchen

Blick vom Balkon bei Tag

Strand mit Christusstatue

Blick vom Balkon bei Nacht