Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Samstag, 16. September 2017

"Muss weg, Chef"



Sorry für die Verzögeurng, das WLAN hat erst heute Morgen seinen Dienst angetreten.

Joa, ich würde sagen, der Inhaber der Strandkneipe in Maspalomas wusste genau, wie er mich rumkriegt. Jedenfalls habe ich das Knoblauchbrot, also vielmehr Brot und Knoblauchtopf zum Selbstbeträufeln, genommen, und danach noch einen (fantastischen) Fischteller. Und gezahlt habe ich für das Ganze und drei Bier am Ende mit üppigem Trinkgeld 34 Euro. Da kann man bei der Aussicht auf Strand, Meer und viiiiiele Menschen kaum was sagen – ich frage mich nur, was mich verraten hat, denn der Chef sprach mich auf Deutsch an, ehe ich nur ein Wort gesagt hatte. Liegt es an meinem adonishaften Körperbau (und so viele Russen gibt’s hier wegen der Visumproblematik wahrscheinlich nicht)?

Nun, der gestrige Abend war alles in allem ein einziger Fehler. Ich weiß nicht, was mich geritten hat, allein ins Sherry zu gehen, weiß ich doch genau, dass das normalerweise übel endet. Und „übel“ ist gar kein Ausdruck für die gestrige Aktion, weil ich ja um 3 Uhr wieder aufstehen müsste.

Nun denn, nach dem Konsum einer Tapasplatte und, öhem, wenigen Guinness wurde ich zu allem Überfluss vom Barchef auf einen Portwein eingeladen und war um 23.30 Uhr im Bett. Meine Mutter stellte sich extra den Wecker (liebe Ma) und rief mich an, damit ich den Wecker nicht überhöre …

Ich kam in die Puschen und war sogar pünktlich am Bahnhof für die erste der beiden S-Bahnen, die ich ins Visier genommen hatte. Ich kaufte mir am Automaten meine obligatorische After-Kneip-Spezi und schleppte mich in die Bahn. Ich war nicht der Einzige, der kaum die Augen aufbekam.

Um 4.50 Uhr war ich am Flughafen und wurde gleich mal zum Shuttle-Bus zum Terminal 2 umgeleitet, weil die Skyline um die Zeit noch nicht fährt. Na super …

Die Sicherheitskontrolle am Zweier war schnell und problemlos, auch wenn die neue Generation von Körperscannern bei dem einen oder anderen Flugreisenden noch für Unsicherheiten sorgte.

Im Schengen-Bereich des Terminals 2 gibt es inzwischen zwei Gastronomiebetriebe, was eine Verbesserung von 100% zu früher ist, dort aß ich ein Sandwich und trank noch eine Cola und wartete, bis mein Gate ausgerufen wurde.

Natürlich lädt Ryanair ganz weit draußen im Hinterhof ein, von dort wird man dann zum Gate gefahren (nein, man muss weder in Frankfurt noch auf Gran Canaria zum Flieger laufen!). Ich stieg als einer der Letzten ein, trotzdem wurde mir mein Gepäck nicht abgenommen, sondern ich es – überraschend war noch gut Platz frei – ins Gepäckfach wuchten durfte.

Eine Reisegruppe wurde auseinandergerissen, weil zwei der Gruppe es nicht gebacken bekommen hatten, rechtzeitig durch die Sicherheitskontrolle zu kommen. Die Gate-Tür ging zu, die Bus-Tür auch, und wir hatten Verspätung, weil sie das Gepäck von den Helden noch ausladen mussten … Das nennt man dann Lose-lose-lose-Situation, für die Kollegen insbesondere, aber auch für Ryanair und für die anderen Fluggäste – andererseits wundere ich mich schon, wie man rechtzeitig einchecken, aber dann die Sicherheitskontrolle verbaseln kann.

Nun denn, wir kamen verspätet los, der Flug war ganz okay, von gelegentlichen Turbulenzen abgesehen, ich Trottel hatte im Tran heute Morgen vergessen, Lektüre einzupacken, weil es bei Ryanair natürlich keine Unterhaltung gibt, dafür rechnete ich dann auf meiner Bordkarte irgendwelchen mathematisch-physikalischen Krimskrams aus.

So kann man, wenn man in einer Höhe h (in km) über dem Erdboden ist, etwa (110 x Wurzel von h) km weit sehen. Ich schätzte auch ab, dass man eine Verzögerung von etwa 5000 Erdbeschleunigungen erfährt, wenn man mit 900 km/h als Pilot gegen einen Berg fliegt und dass man, wenn man (im Vakuum) aus 10 km Höhe auf die Erde fällt, unten mit ca. 440 km/h aufschlägt. Cool, gell?

Nun, gegen 10.30 Uhr Ortszeit kamen wir an und ich hatte viel Zeit, denn den Bus um 10.20 Uhr, der sowieso knapp geworden wäre, hatte ich inzwischen deutlich verpasst. Ich bahnte mir in aller Ruhe den komplizierten, aber gut beschilderten Weg zur Bushaltestelle, lud mein Gepäck in den Gepäckraum, hoffte, dass mir das keiner klaut, bezahlte 4,05 € Fahrpreis (wer kommt auf diese schwachsinnige Idee, fünf Cent über den ganzen Euro zu verlangen?) und ließ mich eine Stunde nach Maspalomas fahren.

Ich hatte eigentlich vor, schwimmen zu gehen und dann etwas zu essen, nur fand ich nicht auf Anhieb ein Geschäft, in dem ich eine Badehose kaufen konnte – eine Badehose hatte ich diesmal ausnahmsweise nicht vergessen, jedenfalls nicht akut, weil die noch im Schwarzwald bei meiner Mutter sind … Jetzt schleppte ich mein Zeug herum, denn Schließfächer gibt es weder am Flughafen noch am Strand, und stand vor der eingangs beschriebenen Strandkneipe. Der Rest ist Legion, wie so oft, wenn Strand, gutes Essen, Bier und ich zusammenkommen ..

Zwei Stunden später zahlte ich und brach auf, kaufte nach längerem Suchen die wahrscheinlich teuerste Badehose meines Lebens und nahm den 15.20-Uhr-Bus zurück zum Flughafen. Dort kam ich überpünktlich um 16.20 Uhr an, wartete noch ein bisschen und konnte dann schon relativ früh einchecken. Die Sicherheitskontrolle überstand ich, obwohl sie mich mal wieder zum Sprengstofftest rauszogen und marschierte dann wieder in meine Lounge (diese Kreditkarte hat sich inzwischen allein schon durch die Getränke bezahlt gemacht, die ich hier immer verkonsumiere).

Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob der Flug wahnsinnig Verspätung hätte, aber die Fluggesellschaft hat anscheinend ausreichend Puffer eingebaut, um die Verspätungen wieder rauszuholen.

Joa, als mein Flieger gelandet war, brach ich auf zum Gate, die Ausreisekontrolle aus dem Schengen-Raum war gähnend leer, und als ich am Gate war, ging fast schon das Boarding los. Die siebenköpfige Familie vor mir hielt a) den ganzen Verkehr auf und b) unterhielt alle Umstehenden unfreiwillig, denn Brüder und Schwester stritten sich wie die Kesselflicker …

Im Flieger selbst wurden sie dann aber ruhiger, nur standen wir eine Stunde noch herum, weil immer wieder Leute viel zu spät eintröpfelten und die Gepäckeinlader erstmal abwarteten, wessen Gepäck sie denn nicht einladen sollten …

Mit Verspätung von fast genau einer Stunde kamen wir also weg, mir fielen manchmal fast die Äuglein zu, denn ich saß am Notausgang mit freiem Mittelplatz und konnte mich also ausbreiten (vor allem ausstrecken, denn das ging in der engen Ryanair-Bestuhlung am Morgen nicht …).

Nouadhibou erwartete uns mit nebliger Kühle (es war wirklich kühl, nix da mit 26 Grad oder so, das waren vielleicht 15 Grad, maximal), das Visa-on-arrival-Büro war überhaupt nicht beschildert, aber zwei Spanier gingen mir voran. Eine Mauretanierin hieß mich zu warten, was ich tat, was mir aber nicht guttat, denn sie drängelte die Pässe von zwei Spaniern vor und ein dritter, älterer Spanier wollte sich vordrängeln. Nun bin ich kein kompletter Idiot, denn als er seinen Pass hinlegte, sprang ich hin und legte meinen Pass drauf. Der Visumaussteller hatte gesehen, dass ich vorher drangewesen war, der Spanier laberte was von wegen, er hätte nicht gewusst, dass ich auch anstehe (ja, du Vollhorst, ich stehe hier vor lauter Freude in der Kälte rum, bis die die Grenzkontrolle zumachen, oder wie?!), und so erhielt ich mein Visum Sekunden vor dem Spanier.

Die Tür zur Grenzkontrolle war wirklich schon zu, aber ein freundlicher Soldat schloss mir auf, der Grenzer wollte die Telefonnummer von meinem Hotel wissen, die ich ihm glücklicherweise nennen konnte, und dann hatte ich meinen Stempel im Pass.

Mein Gepäck war natürlich schon da, ich schnappte mir das und ging am Zoll vorbei, niemand hielt mich auf – ich war in meinem 124. Land. Juchhe, schön kühl …

Ich lief tatsächlich nur zehn Minuten, Viertelstunde zu meinem Hotel, entgegen der Beschreibungen in den Reiseführern war die Hauptstraße hell erleuchtet, in meinem Hotel funktioniert das WLAN nicht – das ist Mist, aber ansonsten ist das Zimmer – das erwarte ich aber auch bei dem Preis – sehr, sehr schick. Dass es einen abnehmbaren Duschkopf gibt, verdient Erwähnung …

Ich duschte erstmal, prüfte dann, ob die Badehose passt (tut sie) und gehe jetzt ins Bettchen – erster Eindruck mit den Grenzern war erstmal verbesserungswürdig, aber danach wurde es (bis aufs WLAN, das ist wirklich nicht so schön) besser …

Achso, an meiner Kneipe in Maspalomas gab es sogar eine finnische Speisekarte! Und die Beschilderung zum Strand ist neben Spanisch auch auf Englisch und eben Deutsch. Liebe Leute, wer nicht weiß, was „playa“ bedeutet, gehört nun wirklich aus Spanien ausgewiesen und mit lebenslangem Einreiseverbot belegt, tsts.

Faro de Maspalomas

Sonntag, 10. September 2017

Bier, Bier und Fritten

Am Freitag Vormittag war ich, obwohl ich Urlaub hatte, doch einmal kurz im Büro, denn ich hatte von einer Kollegin die Information bekommen, dass ich einen "Pass to go" auf dem Schreibtisch liegen hätten - da hat die togolesische Botschaft ihre Ein-Wochen-Frist (plus Postlaufzeiten) doch tatsächlich eingehalten ... Das Visum ist auch, wie gewünscht, ein Mehrfacheinreisevisum (mir scheint, als ob das in Westafrika sowieso mehr oder weniger üblich sei, auch gut ...), da kann es dann am 24. September losgehen in Richtung Lomé - das wird schön.

Davor standen ja auf noch zwei Reisen, nämlich am kommenden Freitag nach Gran Canaria/Mauretanien und - akut - nach Brüssel.

Den Anfang des Urlaubes machte ein Zwischenstopp im Sherry & Port, in dem wir - wie sollte es anders sein - lecker aßen. Nur die Belegschaft des Sherry machte sich Sorgen um mich, denn ich schien krank - kein Guinness stand vor mir, sondern eine Spezi. Ich beeilte mich, ihnen mitzuteilen, dass ich nicht wahnsinnig geworden sei, sondern meine Mutter mich auserkoren kannte, uns nach Brüssel zu kutschieren, und wenn ich fahren muss, trinke ich nicht ...

Auf ging es über die A 61, lauter Bekloppte unterwegs, das Handy hatte ein kurzes Stück durch die Niederlande anempfohlen, prompt standen wir dort im Stau, aber gegen 18.30 Uhr kamen wir nach Brüssel. Ein kurzes Scharmützel zwischen Mutter und Sohn über die richtige Streckenführung folgte, dann ging es zwecks Stauumfahrung im Zickzack durch die Brüsseler Innenstadt, ehe wir vor dem Hotel waren und noch einmal um den Block fuhren, um den Wagen gleich ins Parkhaus unter dem Hotel (mitten im Zentrum) zu stellen.

Der Check-in ging problemlos, wir bestellen Frühstück dazu und kamen aufs Zimmer, das nicht riesig, aber zweckmäßig war, und vor allem es hatte einen abnehmbaren Duschkopf - alles gut ...

Wir hatten schon wieder ein bisschen ein Hüngerchen, vor allem wollten wir aber ins "Mort subite". Die direkteste Route wählte ich nicht, wie wir später herausfanden, aber so'n Riesenumweg war's nicht, und nach einem kurzen Blick auf den Grand Place, den "Großen Markt" mit Rathaus und Gedöns, und dem Gang durch die Sankt-Hubert-Galerien waren wir schon am Mort subite. Wir fanden auch einen Platz, tranken zwei, drei Bierchen (aber 4,80 € für ein 0,25-l-Lambic ist schon richtig ganz schön viel) und aßen einen Salami-Käse-Teller, aber ich muss gestehen, 2012 war das mit 3,20 € oder 3,50 € für das 0,25er-Bier viel Geld, aber jetzt fand ich es richtig, richtig teuer.

Wir gingen also relativ bald wieder (trotz einer sehr freundlichen Kellnerin) und ließen uns in der Fressgasse vom ersten Schlepper schon in seine Kneipe ziehen. Die Muscheln waren lecker und eine vernünftige Portion, 15 Euro ist auch okay, wenn Fritten dabei sind, Bier ist halt teuer in Brüssel, aber war ganz trinkbar, und sehr, sehr warm, weil wir direkt am Kamin saßen ...

Den Rückweg fanden wir schneller, gingen direkt an der Kathedrale vorbei und standen einige Minuten später vor dem Hintereingang unseres Hotels. Dass wir den Abend an der Hotelbar beendeten, versteht sich von selbst ...

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Am Samstagmorgen trafen wir uns um 9 Uhr zum Frühstück, ich hatte Heißhunger auf die sehr leckeren hartgekochten Eier, und auf Vorschlag meiner Mutter gingen wir in Richtung Hauptbahnhof und bestiegen dort eine der zwei Linien des Sightseeing-Busses. Ehe ich es vergesse: Die 25 € sind in Brüssel gut angelegt, weil man - gerade, wenn man wie wir wenig Zeit hat - schon eine ganze Menge sieht.

Wir fuhren - vorbei an Jugendstilgebäuden - in Richtung Ixelles, dann am Jubelpark (viele Cricketspieler ...) vorbei, durch das Europaviertel und danach wieder zurück zum Hauptbahnhof. Ganz am Schluss fing es an zu regnen, sodass wir schnell in die andere Linie zum Atomium umstiegen - dabei fuhren wir am königlichen Schloss in Laeken vorbei und stiegen am Atomium aus - es hörte auf zu regnen. Dieses leicht vergrößerte Eisenatom ist schon immer wieder beeindruckend ... Wir fuhren nicht hoch, sondern guckten uns nur von unten an dem Teil satt und fuhren dann wieder in Richtung Innenstadt, als es wieder anfing zu regnen.

Ein paar Minuten später stiegen wir - mehr oder weniger auf Empfehlung der Kopfhörerstimme im Touristenbus - aus und liefen in ein Kneipenviertel hinein. Eine Kneipe gefiel sowohl meiner Mutter als auch mir auf Anhieb gut, was nicht alle Tage vorkommt, wir guckten uns noch ein bisschen um, gingen dann aber in selbige Kneipe.

Joa, was soll ich sagen: Meine Ma aß Entenpastete, Uli Lachs, meine Ersatzoma und ich jeweils Kaninchen in Lambic-Bier-Sauce - das war sehr, sehr lecker. Auch die Nachtische waren ganz hervorragend, und dass die Wirtsleute uns beim Herausgehen noch einen Schnaps hinstellten, spricht dafür, dass wir schon vorher ganz gut konsumiert hatten, ob das nu Bier, Wein (auch ich trank mal Wein ...) oder Schnaps war ... Auch hier passten wir übrigens die Regenstunde genau ab: Als wir gerade beim Hauptgang waren, goss es wie aus Kübeln, als wir rauskamen, schien fast die Sonne ...

Wir fuhren zurück zum Hauptbahnhof, weil ich mit der anderen Linie noch zum Europaparlament wollte, nach dem Umsteigen stiegen meine Mädels ein bisschen früher aus als ich, und ich stieg beim Parlamentarium, dem Besucherzentrum des Europaparlaments aus. Der Eintritt ist kostenfrei, und das Parlamentarium gehört zu den interessanteren Museen dieses Planeten. Dass bei 24 Sprachversionen (in allen EU-Amtssprachen) mit dem Audioguide nicht alles ganz glattgeht, geschenkt, aber dieses 360°-Kino ist schon cool, und nach Besuch war mein europäischer Geist mal wieder gestärkt - doch, sehr empfehlenswert das Ganze, sehr empfehlenswert.

Ich fuhr, diesmal mit dem normalen Bus, ein paar Stationen zurück (weil ich sonst die ganze Runde hätte mitfahren müssen) und fand die Mädels beim Erproben von belgischem Kulturgut, nämlich belgischer Schokolade und belgischem Wein - ich trank jedenfalls ein Bier, als ich kam ...

Mit dem Touristen-Bus ging es nochmal auf die Runde, und vom Hauptbahnhof gingen wir in Richtung Grand Place und Manneken Pis, mit jeweils einem Eis am Anfang und einer Monsterportion Fritten am Ende. Ich versuchte noch ein Bierchen, trank es halb aus, dann ich war ich fertig mit Bier für heute, und wir wackelten ins Hotel.

Auch heute Abend statteten wir der (sehr schönen) Hotelbar im Motel One einen Besuch ab, ich verabschiedete mich vorfristig, und als meine Ma ein paar Minuten später ins Zimmer kam, war ich schon weggeratzt - das war ein sehr schöner Tag gewesen, aber ich war platt.

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Auch heute Morgen gab es lecker Frühstück, der Check-out ging extrem schnell und schon waren wir im Brüsseler Stadtverkehr unterwegs. Über Genk, Maastricht, Aachen, Koblenz und Mainz ging es nach Hause, und jetzt genieße ich noch ein paar faule Stunden Wochenende ...

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Nächstes Wochenende, genauer gesagt, am Freitag, muss ich um 4 Uhr oder so mit der S-Bahn zum Flughafen, denn um kurz nach 6 Uhr geht mein Ryanair-Flieger nach Gran Canaria. Dort komme ich um 10 Uhr an, werde wahrscheinlich zum Playa del Inglés fahren und dort mal im Meer planschen, ehe ich zurück zum Flughafen fahre und abends um 19 Uhr weiter nach Mauretanien fliege. Ich bin sehr gespannt sowohl auf Gran Canaria als auch auf Nouadhibou ...

Kathedrale

EU-Kommission

Nationalkathedrale

Parlamentarium (Besucherzentrum EU-Parlament)

Manneken Pis

Mittwoch, 6. September 2017

一 二 三

... oder auch "Yī' - èr - sān", das heißt "eins - zwei - drei" auf Chinesisch und war vorgestern in Bangkok am Königspalast die ganze Zeit zu hören, weil halb China dort unterwegs war und Selfies geschossen hat.

Ich war einigermaßen früh wach und begab mich in den 76. Stock zum Frühstücken. Ich muss sagen, sowohl die Aussicht als auch die Auswahl waren ziemlich fantastisch: Es gab richtiges Brot, um mal den größten Kracher zu bringen, aber auch viel europäisches, thailändisches und auch viel japanisches Frühstück. Dazu gab es Früchte, Früchte und Früchte - das war schon schick.

Ich trödelte noch ein bisschen im Zimmer herum, packte alles zusammen, checkte aus und gab mein Gepäck in die Aufbewahrung. Ich lief einen Block und stieg dann in die Flughafenbahn, mit der ich eine Station in Richtung Stadt (und nicht in Richtung Flughafen) fuhr, dort stieg ich um bis zum zentralen Fährhafen, wo ich dann - jeder hat drei Versuche - auf die Fähre umstieg, die den Chao-Phraya-Fluss hoch- und runterfährt.

Dort fuhr ich dann bis zu der Station, von der aus man schnell am königlichen Großen Palast ist. Nach gefühlt drei Sicherheitskontrollen darf man dann als Ausländer 500 Baht (12,50 €) Eintritt bezahlen und wird in den Wat Phra Kaeo geleitet, einen auf dem Palastgelände gelegenen Tempel, der der absolute Wahnsinn ist. Diese goldene Stupa und die vielen Tempel und Tempelchen, speziell der mit dem Smaragd-Buddha, sind sehr, sehr beeindruckend.

Das Problem kommt, wenn man aus dem Tempel raus (und zum eigentlichen Königspalast hin) will, denn da muss man anstehen! Die Thais kriegen es nicht gebacken, den Ausländer-Ausgang und den Thai-Ausgang zeitgleich zu öffnen, sodass entweder die Thais oder die Ausländer warten müssen. Total Schmarrn, auch wenn man wegen des aktuell noch andauernden Trauerjahres als Ausländer nicht an den Königspalast rankommt (als Thai aber schon) und deshalb da eine Abtrennung ist.

Meinetwegen, macht das halt, aber wenn man als Ausländer nicht überall hinkann, dann solltet ihr, liebe Thais, dem Ausländer auch nicht den vollen Preis abknöpfen, das ist dann nämlich nah dran an der Abzocke (Thais kommen kostenlos rein, was völlig okay ist). Denn soooo beeindruckend ist der Königspalast dann von außen auch wieder nicht, vor allem, wenn man gerade aus dem Wat Phra Kaeo kommt.

Nun denn, dann steht man da, guckt auf den Palast, guckt auf die ganzen (in Schwarz gekleideten) Thais, die auch nur Selfies und Fotos voneinander machen, ist stolz, dass man heute selber was Schwarzes angezogen hat, und läuft dann wieder aus dem Palast raus.

Ich bog nach rechts, lief - am Justiz- und Verteidigungsministerium vorbei - um den Palast herum und landete am Wat Pho, einem ebenfalls sehr beeindruckenden Tempelareal, in dem nicht nur eine der längsten Buddhastatuen dieses Planeten zu besichtigen ist, sondern auch wieder viele wunderschöne Gebäude. Nach dem Umrunden der Buddhastatue setzte ich mich auf eine Bank, als sich zwei Schweizerinnen neben mich setzten - erstmals hörte ich in der ganzen Woche mal wieder Deutsch.

Ich lief wieder zur Fähre, stellte fest, dass die Expressfähre von der gegenüberliegenden Flussseite abfährt, setzte also für 3,50 Baht (acht Cent) auf die andere Flussseite über, entschied mich dagegen, den Wat Arun aus nächster Nähe zu betrachten (von außerhalb sah man genug) und fuhr dann wieder mit der Fähre, der S-Bahn und der Flughafenbahn zurück zum Hotel.

Ich landete auf der falschen Seite der Straße, und was sich banal anhört, ist in Bangkok eine fast lebensgefährliche Geschichte, weil es zumindest dort keine Fußgängerampel gab ... Ich brauchte fast fünf Minuten, um eine Lücke zu finden und auf die andere Straßenseite zu kommen, weil man sonst gnadenlos umgefahren wird ...

Ich holte mein Gepäck, fuhr jetzt wirklich mit der Flughafenbahn, konnte glücklicherweise schon knapp vier Stunden vor Abflug einchecken, reiste aus, kaufte noch ein paar Kleinigkeiten ein und suchte dann meine Lounge, denn ich wollte unbedingt so so gerne duschen, denn in der heißen Stadt mit Jeans herumzulaufen, war eine notwendige (Königspalast-Dresscode), aber auch seeeeehr heiße Entscheidung, und wenn man dann an gewissen Stellen schwitzt und die Jeans scheuert ... Sagen wir so, als die Dusche frei und bereit war, war ich ein sehr glücklicher Mensch.

Ich aß dort ein bisschen, begab mich dann zum Gate, diesmal waren beide Flieger voll, sodass ich ein bisschen eingezwängter saß als auf dem Hinweg, aber Filme gucken konnte ich trotzdem. In Maskat wäre ich dann in der Lounge fast eingeschlafen, schaffte es aber unfallfrei zum Gate und kam also dann in Frankfurt an.

Einreise ging schnell, das Gepäck kam spät, ich verpasste meine Bahn, die nächste fuhr nur nach Kelsterbach, was nicht nur mich, sondern auch den Türken verwirrte, der aus Istanbul kam und nach Worms wollte, aber gemeinsam schafften wir es dann, in Kelsterbach in die nächste S-Bahn einzusteigen. Schließlich kam in Wiesbaden an, ging kurz duschen und dann ins Büro - Spinner, ich ...

Joa, auch Bangkok war dann nochmal schön am letzten Tag, da kann man durchaus auch noch ein drittes Mal hin, so auf dem Weg nach Myanmar oder so ...

Nun, übermorgen geht es auch schon wieder nach Brüssel, wo ich zwar schonmal war, aber sicher wird das eine oder andere Bierchen im "À la mort subite" konsumiert - das wird schön ...

Bangkok bei Nacht von der Aussichtsplattform

Blick vom Pool aufs Hotel

Wachmann

Wat Phra Kaeo

Wat Phra Kaeo

Königspalast

Liegender Buddha

Wat Pho

Wat Arun

Sonntag, 3. September 2017

High Life um 6 Uhr

... war heute Morgen am Strand - es war unfassbar. Hallo, Leute?! Es ist sechs Uhr, da gehen normale Menschen erst ins Bett, gerade wenn der Nationalfeiertag war. Und hier? Hier waren ungelogen hunderte Menschen morgens um 6 Uhr am Strand und im Wasser. Unfassbar. Wirklich und ernsthaft unfassbar ...

Schön war's trotzdem, nochmal durch die Wellen zu plantschen. Aufgefallen ist mir, das kann ich jetzt noch loswerden, dass keine Frau im Bikini oder auch nur im Badeanzug badete, alle hatten mindestens ein T-Shirt an, etliche sogar eine Jeans oder so was - auch kaum fassbar, aber so war es.

Nach dem Bad ging ich ins Zimmer, duschte, trödelte weniger als gedacht, frühstückte kurz und ließ mich dann zur Fährhaltestelle fahren, wo ich natürlich viel zu früh war. Irgendwann hupte der Kapitän, und wir stiegen ein.

Die Fähre war heute wesentlich leerer als am Freitag bei der Hinfahrt, sodass ich die ganze Reihe für mich allein hatte. Auch heute war ein bisschen Seegang, sodass der Magen manchmal komische Bewegungen machte, aber auch das war wieder schön ...

Um 10 Uhr kamen wir in Saigon (die Schiffe, die in Ho-Chi-Minh-Stadt registriert sind, tragen als Registrierungsort auch "Saigon", also lasse ich das jetzt so ...) an, ich stieg ins Taxi, der Fahrer sprach ganz gut Englisch und meinte, dass er mich mit seinen Englischkenntnissen davon ablenken könnte, dass er ein bisschen im Kreis fuhr, aber am Ende zahlte ich für die gesamte Fahrt auch wieder nur ein paar Euro, sei's drum ...

"Okay", sagte der Taxifahrer, als wir am Flughafen waren, das ist für die Vietnamesen so ein Universalwort, das kann "wir sind da", "einverstanden", "hallo" und wahrscheinlich noch dreihundert Millionen andere Sachen bedeuten - meistens versteht man aber aus dem Zusammenhang was genau sie jetzt mit "okay" meinen ...

Nicht so ganz okay war, dass ich noch nicht einchecken konnte, aber, hey, fünf Stunden vor Abflug war das vielleicht wirklich ein bisschen viel verlangt. Also stiefelte ich noch ein wenig in der Gegend herum, aß oben auf der Empore Pho, diese Nudelsuppe mit Fleisch, las noch meinen Spiegel aus und checkte dann drei Stunden vor Abflug ein.

Die Ausreise ging einigermaßen schnell, auch wenn sie mich heute alle ärgern wollten und die eine Hälfte der Ausreisekontrolle zu machten, obwohl da Grenzer saßen, bei der Sicherheitskontrolle muss man die Schuhe ausziehen, Saftladen, aber dann kam ich wenigstens ohne Probleme in die Lounge.

Zwei Stunden und viele Getränke (nur ein Bier!) später marschierte ich zum Gate, der Check-in-Typ, der schon meine genaue Reiseroute hatte wissen wollten, verbreitete eine ungeheure Hektik, weil er alle zum Ausgang scheuchen wollte, als wir noch gar nicht aufgerufen waren, aber am Ende waren natürlich alle im Flieger und wir kamen pünktlich weg ...

Ich okkupierte kurzzeitig den falschen Platz, weil ich Held im Erdbeerfeld die Plätze 21C und 21D verwechselt hatte, aber nach kurzem Hinweis der Amerikaner, die auf 21D und 21E sitzen wollten, bemerkte ich Dussel meinen Fehler, murmelte ein "Sorry" und verzog mich auf meinen Platz 21C.

Die Einreise in Thailand war problemlos, auch wenn so ein Volltrottel vorher noch eine total sinnbefreite Vor-Kontrolle der Einreisekarte vornehmen wollte, was er nach einem Blick in mein wutentbranntes Gesicht dann schnell sein ließ (so schlimm bin ich ja gar nicht, aber wenn irgendwelche Hanswurste irgendwelchen Scheiß machen, der komplett unnötig oder vielmehr völlig bescheuert ist, dann finde ich das nicht so lustig, insbesondere, wenn sie sich dabei aufspielen, als ob sie die geilsten Menschen der Erde wären).

Mein Gepäck kam, am Taxistand war eine Schlange, aber irgendwann war ich auch dran, mein Taxifahrer und ich verhandelten mangels anderer Verständigungsmöglichkeit mit Grunzlauten, ob er über die Mautstrecke fährt (am Ende grunzten wir einander Zustimmung, dass er das machen soll), sodass ich - obwohl er einbahnstraßenbedingt einmal im Kreis fuhr/fahren musste - auch schnell am Hotel war.

Der Check-in war schonmal Katastrophe, weil sie meine Buchung anfangs nicht fanden, und viel besser wurde es auch nicht - das Zimmer im 64. Stock hat zwar die Größe eines mittleren Ballsaales, aber der Ausblick - der natürlich toll ist - wird durch die Reklamefolie, die außen am Gebäude hängt, geschmälert, die Klimaanlage stammt aus der Steinzeit und tut alles außer Kühlen (was besonders in Bangkok total sinnvoll ist), das WLAN funktioniert nur mit sehr viel gutem Zureden über den Router im Stockwerk obendrüber und einen abnehmbaren Duschkopf gibt es auch nicht. Schade, das letzte Hotel auf dieser Reise ist das teuerste, aber hier stimmen ganz viele mehr oder weniger große Kleinigkeiten nicht - ich werde das Teil hier nicht weiterempfehlen.

Nachdem ich auf der Aussichtsplattform oben war, entschied ich mich gegen ein Bier in der Rooftop-Bar, weil das hinter Verglasung war und auch sonst teuer, zog mir die kurze Hose und ging dann nochmal raus. Ich lief ein wenig hier durchs Viertel, kam dann in einer Meeresfrüchte-Bar einige Schritte vom Hotel entfernt zum Sitzen, und aß dort Jakobsmuscheln (sehr lecker), Krebsfleischomelette (auch gut), Sticky Rice mit Mango (toll) und trank Bier bzw. Mangosaft, auch toll, aber auch - selbst für Bangkok - nicht wirklich billig. Ist aber auch egal, heute ist letzter Abend.

In der Hotellobby gibt es einen FamilyMart (eine japanische Supermarktkette), dort kaufte ich noch was zu trinken, jetzt bin ich im Zimmer und schwitze mir einen ab. Hm ...

Foto gibt's heute nicht, ich traue dem WLAN nicht ...

Morgen wird ein bisschen ausgeschlafen und dann gefrühstückt (Frühstück soll hier gut sein), dann gehe ich wahrscheinlich noch ein bisschen in die Stadt, dusche nochmal im Hotel oder auch am Flughafen, und um 20.50 Uhr geht schon wieder mein Flieger in Richtung Oman. Joa, und am Dienstag Morgen lande ich in Frankfurt (sofern der Flughafen nach der Bombenentschärfung dann noch steht), dann ist dieser Urlaub auch schon wieder zu Ende - auch schade ...

Samstag, 2. September 2017

Sonne, Strand, Garnelen, Tintenfisch und Bier

... joa, dementsprechend früh gehe ich heute ins Bett ...

Ich habe tatsächlich um 1.45 Uhr den Fernseher angeschaltet, das Spiel geguckt und mit ein paar Leuten gechattet - das Spiel hätte man sich auch schenken können, aber so musste ich mich wenigstens um 8.25 Uhr aus dem Bett quälen, sonst wäre ich ja wie ein junges Reh zum Frühstück gehüpft, das kann man ja nicht wollen.

Das Frühstück hier im Hotel ist sehr asiatisch, was in Asien ja an sich kein großes Wunder ist, aber meist hat man ja doch ein bisschen mehr europäische Auswahl. Das ist aber nicht schlimm, denn das asiatische Frühstück ist auch ganz lecker gewesen, und so bin ich dann in den Stunden danach keineswegs verhungert.

Ich zog mir mein Strandhemd an, meine Badehose, schmierte mich ein und ging runter an den Strand. Boah, in einer Sardinenbüchse ist ja mehr Platz als hier am Strand, so stelle ich mir Benidorm oder Ballermann vor, aber das Wasser war schön, nicht zu sehr Badewanne und keineswegs kalt, das war sehr entspannend - nur habe ich mir trotz Einschmieren einen leichten Sonnenbrand auf den Schultern geholt, das ist weniger schön, aber wird auch zu überleben sein ...

Ich lief ein paar Meter am Strand vorbei, guckte an einem Stand mit frischen Meeresfrüchten zu, hatte aber nur drei, vier Euro dabei und ging dann hoch ins Hotel. Dort genoss ich die Kühle der Klimaanlage und surfte ein bisschen im Internet in der Gegend herum.

Zwei, drei Stunden später wollte ich gerade wieder an den Strand (mit mehr Geld), als es wieder anfing zu regnen, also ging ich wieder hoch und wartete noch eine halbe Stunde, Stunde, bis das Wetter wieder trockener zu werden schien.

Ich sah keinen Regen mehr aus dem Fenster, ging runter, sah, dass es noch nieselte, was mir egal war, querte wieder todesmutig die Straße und stand wieder an dem Meeresfrüchtestand. Ich bin nicht sicher, ob das normale Preise waren oder ob ich Ausländerpreise zahlte, jedenfalls bekam ich für 12 Euro oder so fünf Garnelen und einen ganzen Tintenfisch gebraten. Der Tintenfisch war sehr lecker, die Garnelen waren fantastisch - so leckere Garnelen habe ich selten gegessen, traumhaft!

Ich holte mir ein Bierchen an einem der Kioske und setzte mich zu einer Gruppe von Vietnamesen. Ich war fertig mit dem Essen, da stellten sie mir eine Dose Tiger Beer hin und stießen mit mir an. Das ließ ich nicht auf mir sitzen und bestellte für die ganze Sippschaft und für mich nochmal eine Runde.

Das war ein Fehler, denn die Jungs konnten schon so kaum mehr aufrecht sitzen, sodass ich von den fünf Bier, die ich rüberwachsen ließ, über die Zeit zwei wieder zurückbekam (abgesehen davon waren die Bierdosen leider nicht gut gekühlt gewesen ...), wir konnten uns exakt gar nicht verständigen, außer immer wieder anzustoßen, und am Ende brachen die fünf Jungs, die Frau des einen und deren Tochter (die übrigens zuckersüß war) auf, stützten sich gegenseitig, und auch ich ging möglicherweise nicht mehr ganz geraden Schrittes zurück ins Hotel, schwitzend, bekleckert mit Chilisauce, Garnelensaft, Bier und Regen, Sand an den Füßen - herrlich ...

Ich duschte ausgiebend und gehe jetzt, es ist gerade einmal 19 Uhr vorbei, wahrscheinlich schon ins Bett.

Das war heute mal richtig Urlaub, richtig Nichtstun, richtig schön ... Fotos gibt's keine, weil ich nicht sicher war, ob ich nochmal schwimmen gehen will/kann/sollte und mein Glück nicht das dritte Mal auf die Probe stellen wollte.

Morgen gucke ich mal, ob ich um 6 Uhr nochmal schwimme, dann frühstücke und dann wieder zur Bootslände fahre (oder ob ich mich kurz vor knapp rausquäle, kurz frühstücke und dann zur Bootslände fahre) ... Und morgen Abend um die Zeit bin ich schon in Bangkok im mindestens 64. Stock - ich bin sehr gespannt.

Freitag, 1. September 2017

Copacabana an der Ostsee

So'n bisschen Copacabana-Feeling kommt (so vom Gefühl her) schon auf, wenn ich hier auf meinem Balkon im 8. Stock stehe und die Strandstraße und den Strand von Vũng Tàu bewundere, denn an der einen Seite des Strandes ist ein kleines Bergchen und auf dem steht (kein Scherz) eine Christusstatue. "Ostsee" schreibe ich, weil für die Vietnamesen das Südchinesische Meer, an dessen Ufer ich ich stehe und in dem ich heute schwamm, natürlich das Meer im Osten des Landes, mithin die Ostsee ist. Logisch, oder?

Irgendwie war ich ja gestern wieder spät ins Bett gekommen, entsprechend war das Aufstehen heute Morgen ein bissel mühsam. Irgendwann schaffte ich das aber, machte mich fertig und genoss noch einmal das vorzügliche Frühstück. Danach ging ich wieder hoch, trödelte noch ein wenig und packte dann meine sieben Sachen. Um 10.30 Uhr hatte ich ausgecheckt und saß schon fast in einem Taxi zum Fährhafen.

Dort kam ich überpünktlich an, suchte mir den (nicht besonders gut beschilderten) Weg zur Abfahrstation und war natürlich viel zu früh. Ich trank noch eine Cola, und weil ich keine gute Sicht auf den Steg hatte, stand ich danach auf und in der Sonne herum, weil noch lange kein Boot in Sicht war ...

Eine Viertelstunde vor Abfahrt kam unser Bötchen dann angetuckert -  irgendwie kam mir das ziemlich klein vor, aber tatsächlich passten da alle 50 Leute oder so rein, die ausgewiesen waren ... Wir fuhren zunächst an den Hafenanlagen von Ho-Chi-Minh-Stadt vorbei, dann durch die Wasserstraßen der südvietnamesischen Sümpfe (nach gestern machte man sich unweigerlich Gedanken, wie das vor 50 Jahren für die Soldaten dort gewesen sein muss) und schließlich nach eineinhalb Stunden noch ein kleines Stücken übers mehr oder weniger offene Meer - da gab es hübsche Wellen und durchaus ein bisschen Seegang, das war schön ...

Wir landeten an einem anderen Steg an als ich erwartet hatte, aber das machte nichts, denn Taxis standen da herum. Nach zehn Minuten im Taxi (der Taxifahrer fuhr, als ob er gaaaaanz dringend aufs Klo müsste, denn da wurde bei und im Gegenverkehr überholt, was das Zeug hielt) kam ich an meinem Hotel an, konnte schon aufs Zimmer und war sehr zufrieden: Das ist jetzt hier nicht der Luxus wie in Saigon, aber dafür habe ich einen wunderbaren Blick auf Strand und Strandpromenade, das ist richtig, richtig schön - und das Zimmer hat auch alles, was man braucht, inklusive bezahlbarer Minibar, aus dem ich mich eben noch bedient habe ...

Nach einigen Wiederherstellungsarbeiten und dem obligatorischen Einschmieren begab ich mich an den Strand und sprang, nachdem ich alle überflüssigen Klamotten abgelegt hatte, in die Fluten: Das Wasser war nicht ganz flach, aber richtig schlimme Wellen gab es auch nicht, richtig schönes Badewetter. Ich war nur ein bisschen unentspannt, weil ich in der Brusttasche meines am Strand liegenden Hemdes nicht nur fast 'ne Million (Dong), sondern auch mein Handy hatte, und das sollte mir bitteschön niemand klauen.

Das tat auch keiner, und ich wurde von einem halben Dutzend Leute von alt bis jung mit Handzeichen und/oder freundlichem "Hello" gegrüßt - sooo viele westliche Ausländer scheint es hierher noch nicht verschlagen zu haben.

Ich entstieg den Fluten und wollte mir gerade eine Strandkneipe zu suchen (was sich als nicht ganz so einfach erwies), als es anfing zu regnen und dann sogar zu gewittern. Ich war in einem Unterstand mit kleinem Kiosk gelandet, von dem ich zwar zwei Bier, aber nichts zu essen erstehen konnte. Es regnete und regnete und irgendwann wurde es mir zu bunt, sodass ich aufstand und im Regen heimlief - nass war ich so oder so ...

Ich duschte, zog mich wieder an und ließ mich dann im Taxi zu einem ziemlich hochgelobten Meeresfrüchterestaurant fahren - auch der Taxifahrer fuhr außen an der Strandpromenade lang und nicht durch die Stadt (der Weg ist natürlich länger, was in einem größeren Fahrpreis resultiert, aber die Fahrer sprechen nicht ausreichend Englisch, als dass ich ihnen klarmachen könnte, dass ich sie durchschaue, und wegen eines Euros muss ich mir jetzt auch nichts ins Hemd machen), auch der Taxifahrer fuhr wie eine gesengte Sau - Leute, ich sehe doch wirklich nicht so aus, als ob ich euch auf der Fahrt zum Restaurant verhungern würde!

Ich kam an, sprintete durch den Regen und bekam ohne Probleme einen Tisch. Ich bestellte ein Bierchen und dreimal jeweils zwei Austern, einmal roh, einmal mit Käse überbacken und einmal mit XO-Sauce überbacken (XO ist eine scharfe Meeresfrüchtesoße aus Hongkong) - die rohen Austern waren entsalzwassert und schmeckten daher ungewohnt süß, die überbackenen waren in beiden Variationen sehr, sehr lecker. Danach kam mein gegrillter Aal, der ebenfalls fantastisch war.

Ich kam mit einem einheimischen Familienvater ins Gespräch, der mich an seinen Tisch einlud, was ich ausschlug und woran ich guttat, denn es stellte sich heraus, dass er ein Tourismusunternehmer ist, und ich kann Leuten, die mir was Gutes getan haben, dann so schlecht absagen - da war es mir so herum deutlich lieber ...

Schließlich zahlte ich, ließ mich wieder ins Hotel fahren (der Typ fuhr jetzt gesitteter, aber immer noch außen rum und fragte allen Ernstes - die Faust der einen Hand in die Handfläche der anderen schlagend -, ob ich nicht vielleicht zu einer Prostituierten will, was ich ablehnte) und machte also um 19.30 Uhr schon wieder Feierabend.

Ich überlege gerade, ob ich mir für 1.45 Uhr den Wecker stelle und gucke, ob das Deutschland-Spiel übertragen wird, aber das entscheide ich spontan, wenn ich gleich das Licht ausmache.

Achja, in Vietnam wird mir in der Regel ungefragt westliches Besteck hingelegt, was ich ein bisschen bevormundend finde, auch wenn das ganz sicher nicht böse gemeint ist. Wenn ich es mir gerade recht überlege, habe ich nur in der Fressgasse in Luang Prabang Stäbchen gekriegt, aber das lag wahrscheinlich daran, dass die da überhaupt keine Messer und Gabeln vorrätig haben ... Naja, es ist ja nicht so, dass ich mit Besteck nicht umgehen könnte (meistens ...), daher nutze ich es hier dann auch und bestelle nicht extra Stäbchen, denn, so wie ich mich kenne, dann würde ich beim ersten Bissen das Essen drei Meter weit durch die Gegend schleudern, weil ich irgendwo an den Stäbchen abrutsche ...

Heute und vermutlich auch morgen wird es nicht soooo viele Bilder geben, weil die meisten Leser dieses Blogs auch so wissen, wie ein Strand aussieht ...

Gute Nacht!

Unser Bötchen

Blick vom Balkon bei Tag

Strand mit Christusstatue

Blick vom Balkon bei Nacht

Donnerstag, 31. August 2017

What colour? Colour of what? Yes.

So lässt sich - und das ist jetzt kein Loriot-Sketch - das Gespräch zusammenfassen, das ich mit dem Schuljungen heute im Bus Nr. 88 in Saigon hatte (Er: "Welche Farbe?" Ich: "Farbe von was?" Er: "Ja."). Das erinnert an Abbott und Castello, zwei amerikanische Komiker (wer den Film "Arrival" gesehen hat, hat zumindest die Namen schonmal gehört), die gut Geld damit verdient haben, im Wesentlichen den folgenden Wortwitz (zu einem Baseball-Spiel) zu variieren, indem sie mit dem Fragewort "wer" und dem Spieler mit dem Nachnamen "Wer" interagieren:

A: Wer steht an der ersten Feldposition?
B: Wer steht an der ersten Feldposition!
A: Ja, wer denn jetzt?
B: Wer!
A: Ja.

Naja, das war wohl vor einigen Jahrzehnten so lustig, dass man davon leben konnte ...

Nach diesem Exkurs in die Geschichte der amerikanischen Unterhaltungsgeschichte fange ich jetzt wohl mal besser mit dem heutigen Tagesbericht an, der war nämlich auch interessant ...

Am Anfang eines jeden guten Tages steht ein üppiges Frühstück (deswegen sind die wenigsten meiner Tage so gut, ich frühstücke ja selten), aber heute gab es an ungefähr vier verschiedenen Stationen eine sehr schöne asiatische und westliche Frühstücksauswahl, von Spiegelei über (hervorragende) Salami bis hin zu Teigtaschen mit Shrimpsfüllung (auch lecker).

Uneingeschmiert (ich habe es ohne größere Rothaut überlebt) begab ich mich also auf den Bürgersteig, überquerte gleich mal ungeschoren die erste Straße, ehe ich von Wäschereifrauen und Mototaxifahrern angequatscht wurde, ob sie meine Dienste denn bräuchten. Unbeirrt ging ich weiter in Richtung Rathaus, vor dem die Vorbereitungen für den Jahrestag der Unabhängigkeit übermorgen in vollem Gange sind. Ich machte ein Foto von Onkel Ho, Ho, Ho Chi Minh vor dem Rathaus und ging dann weiter in Richtung Unabhängigkeitspalast bzw. Wiedervereinigungspalast (so hieß er nach der Eroberung Saigons durch die nordvietnamesischen Truppen).

In diesem offenen Gebäude im Chic der 60er-Jahre konnte man die Räumlichkeiten der südvietnamesischen Präsidenten im angeblich seit 1975 unveränderten Zustand sehen. Es ist mal ganz interessant, so einen Kabinettsraum, einen Empfangsraum für Botschafter oder andere hochgestellte Persönlichkeiten, das Schlafzimmer eines Staatspräsidenten oder auch den Kriegsbunker desselben aus nächster Nähe zu sehen, insbesondere, weil etwa die Telefonate aus den 1970er-Jahren heute schon ziemlich aus der Zeit gefallen aussehen. Doch, das ist schon spannend, auch der abschließende Propag..., äh, Dokumentationsfilm zur jüngeren vietnamesischen Geschichte war, ähem, bemerkenswert.

Danach ging in Richtung des War Remnants Museum, das ich wieder schlecht übersetzt kriege - "Kriegsvermächtnismuseum" ist zu hochtrabig, "Kriegsüberbleibselmuseum" zu banal, irgendwas dazwischen ist wahrscheinlich nicht ganz weit entfernt von der Wahrheit.

Glücklicherweise haben die Menschen, die dieses Museum konzipiert haben, für den Raum Nr. 1 die Überschrift "Historische Wahrheiten" gewählt. Wenn das drübersteht, muss es ja stimmen. Denn im Folgenden wird dann die ganze böse imperialistische Boshaftigkeit (Wie? Ach, "böse" hatte ich schon ...) der Vereinigten Staaten von Amerika gezeigt, die Verbrechen des Krieges (die unter anderem damit illustriert werden, dass ein Foto gezeigt wird, in dem ein US-Soldat mit einem Gewehr anlegt, ab nach Den Haag mit ihm, wer schießt schon in einem Krieg, also wirklich!), die natürlich ausschließlich von den Amerikanern und Südvietnamesen begangen wurden, Gefängniszellen, weil natürlich nur Amerikaner und Südvietnamesen gefoltert haben (und John McCain kann seine Arme nicht mehr über Schulterhöhe heben, weil er sich beim Jubeln über das tägliche Filetsteak mit Speckbohnen im "Hanoi Hilton" verletzt hat), die Heldenhaftigkeit der (kommunistischen) Verteidiger der Freiheit und Unabhängigkeit Vietnams. Ja, Leute, ist klar - aber es stand ja "Historische Wahrheiten" drüber, dann wird es offensichtlich genauso gewesen sein, sonst könnte ja jeder kommen.

(Achso, an jeder Straßenecke hier wehen rote Flaggen mit Hammer und Sichel ...)

Auf diese historischen Wahrheiten musste ich erstmal ein Bier trinken, und das gelang vorzüglich, in Verbindung mit Bun Bo Hue (die diakritischen Zeichen fehlen in der englischen Wikivoyage-Ausgabe, aus der ich das jetzt kopiert habe), einer Art der Nudelsuppe mit Fleisch, die man sonst im Zusammenhang mit Vietnam als "Pho" kennt (Bun Bo Hue ist wohl die Form, die man in Hue in Zentralvietnam kocht) und die mit den japanischen Ramen durchaus Ähnlichkeit hat. Das war sehr, sehr lecker ...

Danach lief ich in Richtung der katholischen Kathedrale, überquerte todesmutig - gleichmäßigen Schrittes durch die Myriaden an Mopeds, die mich umfuhren, durchlaufend - eine Straße und stand vor verschlossener Tür, weil die Kathedrale gerade renoviert wird. Hm, Pech gehabt.

Ich wechselte wieder - todesmutig - die Straßenseite und hielt mir ein Taxi an, weil ich schonmal zum Fährhafen und dort meine Fahrkarten bezahlen wollte - ich hoffe (zu Recht), dass ich dann morgen nicht ganz so früh antanzen müsste, weil ich eben schon bezahlt habe und die mir nicht mit "reserviert und nicht abgeholt" kommen können, wenn ich nicht zwei Stunden vor Abfahrt da bin.

Für die viertelstündige Fahrt (okay, die Hälfte davon standen wir im Stau) bezahlte ich nicht mal zwei Euro, das Bezahlen der (schon vorgebuchten) Fahrkarten für morgen und Sonntag ging problemlos, und jetzt habe ich meine Tickets in Händen, sehr gut.

Ich fuhr mit einem anderen Taxi die längere Strecke nach Cholon, das Chinatown von Saigon, und stellte dabei fest, dass selbst die Taxis der gleichen Firma (leicht) verschiedene Preisklassen haben. Am Ende zahlte ich für die acht oder neun Kilometer sechs Euro, was immer noch völlig im Rahmen ist, und stand der im Umbau befindlichen chinesischen Quan-Am-Pagode, sodass man das Portal nicht so richtig erkennen konnte.

Dieses Tempelchen gefiel mir trotzdem sehr gut, weil da Leben in der Bude ist - da wird gebetet, gelacht, Zeug verkauft, gestrickt, ein Hund liegt auf dem Boden und zwischendrin waren drei Touristen, die fotografierten, grinsten und die dort lebenden Schildkröten bewunderten - sehr schick.

Ein paar Schritte weiter ist ein anderer Tempel, die Thien-Hau-Pagode, die baulich komplett anders (mit wunderbaren gebrannten Tonfiguren in den Giebeln), aber vom Leben her ganz ähnlich ist - da wird auch gebetet, aber ganz nebenbei machte ein Model da mit ihrem Fotografen ein Foto-Shooting, auch gut ...

Nach der Taxifahrt hierher wollte ich jetzt mit dem Bus zurück ins Hotel. Ich stellte mich an die Straße in die Richtung, in die meiner Meinung nach der Bus in die Innenstadt fahren sollte, da kam auch ein Bus, ich hielt ihn an, stieg ein, bezahlte 5.000 Dong (etwa 20 Cent) und los ging's. Überraschenderweise kam ich wirklich in der Innenstadt an und hatte jetzt nur noch einen guten Kilometer zu meinem Hotel zu überwinden. Ich setzte an, die Strecke zu laufen, hatte keine Lust, wollte auch nicht so richtig Taxi fahren, also wollte ich es noch einmal mit dem Bus versuchen. Gemeinsam erarbeiteten ein Einweiser an der Haltestelle und ich den Plan, dass ich einfach in die Linie Nr. 88 einsteigen müsste. Die kam auch bald, ich stieg ein, bezahlte 6.000 Dong (Wucher! Im Übrigen habe ich gerade ein Déjà-vu, weil es mir vorkommt, als hätte ich diese Sätze schonmal geschrieben ...) und der Bus fuhr in die richtige Richtung. Juchhe! Äh, halt, wo fährt er denn hin, ah, er dreht, gut, äh, nein, nicht gut, ich will nicht unter dem Fluss durch! Naja, nun war ich auf der anderen Seite des Flusses gelandet und wunderte mich, ob ich mich vertan hätte mit der Liniennummer, aber als ich drauf und dran war, auszusteigen und mir dann doch ein Taxi zu nehmen, überkam mich die Neugier, wo ich denn landen würde, wenn ich einfach im Bus sitzen bliebe.

Also fuhr ich etliche Kilometer mit dem Bus raus in die Vorstädte von Ho-Chi-Minh-Stadt, lachte mir den Schuljungen als Gesprächspartner an, mit dem aber wirkliche Konversation nicht möglich war, und fuhr weiter und weiter. Irgendwann überlegte ich mir, dass ich ja doch gerne den Sonnenuntergang auf der Dachterrasse meines Hotels erleben wollte, also stieg ich dann doch aus, überquerte die Straße (ein Auto hupte mich wild an, ich hab dich doch gesehen, Mann!) und wenige Minuten später kam der Gegenbus, auf den ich aufhüpfte.

Unterwegs durch die durchaus noch urbanen Vorstadtgebiete sah ich dann auf einmal ein Frauchen, das den Hund vor sich zwischen Mopedlenker und ihren Körper stellte, was dann fast so aussah, als ob der Wauwau das Moped fahren wollte - lustig ...

Der Bus fuhr weiter und bog irgendwann nach rechts ab (wir waren von links gekommen), sodass wir jetzt eine andere Strecke führen - und, guckmalda, auf einmal kamen wir fast direkt an meinem Hotel vorbei. Ich stand auf, der Schaffner folgerte, dass ich aussteigen wollte, ich sprang aus dem langsam weiterrollenden Bus und war eine Straßenecke von meinem Hotel entfernt. Perfekt (wenn auch mit eineinhalb Stunden Umweg ...)!

Ich ging nach oben auf die Dachterrasse, genoss den traumhaften Ausblick auf Fluss und Stadt, trank zwei Bier und entschied mich dann, nicht im Hotel zu essen. Also fuhr ich aus dem 20. Stock wieder runter, lief einmal um den Block, suchte eine nicht zu teure, aber auch nicht zu billige vietnamesische Gaststätte (nein, zum deutschen Restaurant drei Schritte neben meinem Haus ging ich doch nicht), fand schließlich eine, in der viele Vietnamesen und ein paar Ausländer saßen, aß dort Fisch (Fisch war lecker, aber alles in allem war das nicht so total begeisternd), kaufte noch eine Flasche Wasser und entschloss mich, den Abend bei der Livemusik auf der Dachterrasse ausklingen zu lassen ...

Naja, was heißt "Ausklingen"? Inzwischen bin ich schon wieder zwei Stunden im Zimmer, habe Blog geschrieben, mich in die Wikipedia-Artikel zum Vietnamkrieg eingelesen und müsste eigentlich schon längst wieder im Bett sein.

Gut, gut, ich gehe ja gleich. Morgen will ich so gegen 10.30 Uhr auschecken, damit ich mein Schnellboot um 11.30 Uhr gut erwische, und am Nachmittag bin ich hoffentlich schonmal in die warmen Fluten eingetaucht. Ich werde berichten ...

Onkel Ho vor Rathaus

Wiedervereinigungspalast

Büro des Vizepräsidenten

Schildkröten in Chinatown

Tempel in Chinatown

Blick von der Dachterrasse

Mittwoch, 30. August 2017

Sautrocken

... war es heute Morgen in Luang Prabang. Das war wieder Ironie, so wie die Artikelüberschrift von gestern - wer würde denn denken, dass ich abends nach ein paar Bier "groß" und "klein" verwechseln würde, also, tsts ...

Nun denn, ich kam heute Morgen gerade aus dem Zimmer und lief in Richtung des ehemals königlichen Palastes, als es anfing zu tröpfeln. Ich hatte Regencapes im Gepäck dabei, aber umdrehen wollte ich jetzt nicht mehr, so schlimm könnte es ja von den paar Regentropfen nicht werden ... Fünf Minuten später war ich bätschnass, und ich hatte den Palast noch gar nicht erreicht. Superintelligent war das mal wieder ...

Jetzt stand ich da am Kassenhäuschen mehr oder weniger im Trockenen und guckte mir von Ferne den Tempel des königlichen Palastes an, Haw Kam. Als ich nicht mehr stehen wollte, mir eine Eintrittskarte gekauft hatte und sah, dass die Leutchen da bis zur obersten Stufe mit Schuhen laufen (dürfen) und sie erst dann ausziehen, machte ich, dass ich auch rüberkam. Auf der nassen Marmortreppe rutschte ich mit meinen Turnschühchen aus, fiel aber die Treppe zum Glück hoch, sodass nichts passierte.

Oben angekommen, guckte ich mir die - Gold über Gold - Tempelanlage mal an, leider darf man dort nicht fotografieren, sodass ich von dem beeindruckenden Tempel nur eine Außenanlage anhänge. Nun stand ich da oben, soooo viel gab es nicht zu sehen, eine Kontrolle der Eintrittskarte hatte es nicht gegeben, also musste da noch mehr sein - der Regen ließ ein klitzekleines bisschen nach und außerdem war mein Hemd inzwischen eh nass, also marschierte ich zum Palastmuseum.

Auch dort muss man die Schuhe ausziehen, und so wanderte ich auf Socken durch den alten Königspalast - wenig überraschend ist der Thronsaal sehr reich geschmückt, und die bunten Glasscherbenmalereien auf der tiefroten Wand sind sehr hübsch. Auch Einblicke in Königs Schlafzimmer bekam man (er und seine Gemahlin schliefen getrennt), sodass die drei Euro Eintritt durchaus gut investiert waren.

Im immer noch strömenden Regen ging ich zurück, guckte mir noch kurz den Wat-Souvannapoumaram-Tempel (kein Witz) an (auch nicht hässlich) und ging dann in die Bude. Zum Glück konnte ich noch einmal mein Hemd wechseln und auch warm duschen, das wäre sonst übel geworden.

Mein Versuch, zu bezahlen, wurde jäh von der kleinen Tochter der Chefin abgewürgt, die wollte auf dem Rezeptionstresen schlafen (nachdem sie mir mein Wasser geklaut und angeleckt hatte ...), also vereinbarten die Rezeptionistin und ich mit Handzeichen, dass ich erstmal zu Mittag esse und dann nochmal aufkreuze und zahle.

Das Mittagessen bestand aus (ich kann es nicht lassen) einem Beerlao, zwei Mango-Shakes und einer Portion Büffelwurst, die durchaus lecker war. Ich saß noch ein bisschen im Regen (unter Dach) am Mekong und genoss den Blick, machte mich aber so langsam auch mental für die Weiterreise nach Vietnam fertig.

Mein zweiter Bezahlversuch klappte, ich war erst ein wenig pikiert, weil der Umrechnungskurs (ich wollte in laotischer Währung bezahlen, hatte mein Zimmer aber in Dollar bestätigt bekommen) sehr komisch aussah, bis ich herausfand, dass sie mir die 50.000 Kip (5 Euro) für die Fahrt zum Flughafen schon mitabgezogen hatte. Dann passte das alles.

Nun ging es mit dem Tuktuk zum Flughafen, der Check-in funktionierte mal wieder nicht wie gewünscht mit Air Asia (wen wundert das noch), denn in Laos darf man den Rechner wiederum nicht ins Aufgabegepäck machen. Wenn die da irgendwann mal konsistent wären ...

Also bugsierte ich den Rechner aus dem Gepäck raus, kaufte mir im Flughafenshop noch eine (typisch laotische ...) Stofftasche und ging dann durch die Ausreisekontrolle, in der vor mir ein deutsch-thailändisches Ehepaar stand, die vor zwei Tagen neben mir ihm Flieger nach Luang Prabang gesessen hatten - neuerdings sieht man sich häufiger zweimal im Leben, sachma - Fehler in der Matrix oder wie?

Nach endlicher Suche fand ich - nach problemlosem Überstehen der Sicherheitskontrolle - die Lounge, in die ich mich mit meiner tollen Karte einquartieren durfte, was ich auch tat. Ich bekam eine Cola und sogar eine Shrimps-Wantan-Suppe hingestellt und konnte mich ansonsten an Orangensaft, getrockneten Pilzen und getrockneten Bambussprossen (beides sah erstmal komisch aus, schmeckte aber - statt Chips oder so - sehr lecker) sowie an Schokoladenbrownies bedienen. Ich saß direkt am Rollfeld und konnte die Leutchen, die ein- und ausstiegen, beobachten, auch schön (es laufen gerade die Südostasienspiele in Kuala Lumpur, und mit der Maschine von dort kamen auch einige laotische Sportler wieder zurück nach Laos) ...

Als ich mit dem Boarden dran war, war das auch unproblematisch, und im Flieger las ich meinen Spiegel, sodass die eineinhalb Stunden Flug schnell um waren.

Es ist wohl eher unüblich, dass Leute am alten Bangkoker Flughafen umsteigen, denn von meiner Maschine tat das keiner: Alle bogen zur Einreise ab, nur ich marschierte geradeaus zu den Transferschaltern, an denen nur eine arme Seele von AirAsia saß, die mir mit großer Geste Kreise um mein Gate und die Boarding-Zeit auf der Boarding-Karte machte - ohne sie wäre ich völlig verloren gewesen (das war jetzt nicht Ironie, sondern Sarkasmus ...). Auch die armen Sicherheitskontrolleure schreckte ich völlig auf, die hatten an dem Abend schon nicht mehr mit Kundschaft gerechnet.

Dementsprechend ging das aber alles schnell, und ich war im Gatebereich. Wieder begab ich mich kurz in die Lounge, aß zu Abend (bei AirAsia gibt's ja kein Essen im Flieger bzw. nur gegen Bezahlung) und füllte meinen Flüssigkeitshaushalt auf (das war nötig ...).

Kurz vor der Boardingzeit war ich am Gate, das dauerte alles noch ein bisschen, und wir kamen verspätet in Bangkok weg und ein bisschen verspätet in Ho-Chi-Minh-Stadt an (schön war, dass der Mittelplatz frei war und wir also sogar bei Air Asia in Business-Class-Belegung flogen ...). An den linken Einreiseschaltern waren lange Schlangen, an den rechten keine, also ging ich nach rechts, musste mein Rückflugticket vorzeigen (als Nachweis, dass ich nur 15 Tage im Land bleibe; das hatte ich mir noch nachträglich vom Hotel ausdrucken lassen, ich denke aber, die Darstellung auf dem Handy hätte auch gereicht ...) und bekam dann anstandslos meinen Einreisestempel in den Pass gedrückt.

Die Zeitersparnis verlor ich allerdings beim Warten auf meinen Koffer, aber seit Algier und Astana und Madrid bin ich froh, wenn mein Gepäck ankommt und einigermaßen unversehrt ist ... Das war so. Auch der Zoll wollte nichts von mir (sehr gut, liebe Vietnamesen!) und schon war ich in meinem 123. Land - schee ...

Ich suchte mir ein Taxi von einer der beiden Firmen, die in meinem Reiseführer als vertrauenswürdig benannt werden, verstand aber das Taxametersystem nicht richtig und guckte daher die ganze Zeit auf den Taxameter, dessen Anzeigen teilweise komische Sprünge machten. Am Ende merkte ich aber, dass die eine Zahl die Stau-Standzeit in Sekunden bedeutete (kein Wunder, dass die bei Stau jede Sekunde anstieg) und die andere Zahl die gefahrenen Kilometer, sodass die große Zahl den Preis in tausend Dong bedeutete.

Am Ende hatte ich dem Taxifahrer mit meinem Misstrauen großes Unrecht getan, denn der Taxameter zeigte 122.000 Dong an, etwa 4,50 € - da kann man nichts sagen. Beim Rückgeld gab es ein paar Ungereimtheiten, aber ich hatte was von 10.000 Dong Maut gelesen, und er gab mir auf 135.000 Dong zurück, das wird dann schon irgendwie passen. Und wenn er mich wegen 50 Cent bescheißt, ist ihm sowieso nicht zu helfen ...

Mein Grand Hotel Saigon begrüßte mich standesgemäß, sowohl vom Preis als auch vom Zimmer her (ich gönne mir hier was und zahlte 87 Dollar die Nacht), denn es hat sowohl Dusche als auch Wanne mit abnehmbaren Duschköpfen, eine wunderbare Klimaanlage und - sehr lecker - als Snack aufs Haus zwei Bananen und eine Drachenfrucht. Die wurden - ich kam relativ spät an und wollte irgendwie nicht mehr so recht raus - als Abendessen vertilgt, und jetzt gehe ich gleich ins Bett.

Apropos Essen: In der Fressgass in Luang Prabang gab es natürlich nicht nur Fisch und Wurst, sondern auch allerlei Sachen, bei denen mir gestern Abend (mein Magen war ja gestern nicht ganz so stark wie sonst ...) nicht so richtig wohl war beim Vorbeigehen, zum Beispiel sehr komische aussehende Eier, über deren Konsistenz und Herstellungsprozess ich gar nicht länger nachdenken will - die hätte ich auch in magentechnisch völlig unbedenklichem Zustand nicht so schnell gewählt, denke ich ...

Und dass das Wasser des Mekong keine Badewannenqualität hat, dürfte auch klar sein, vor allem während der Regenzeit, denn das Wasser ist lecker braun, und die Baumstämme und gelegentlich herumschwimmender Müll sind auch nicht unbedingt wassersportfördernd ...

So, morgen gucke ich mir erstmal Saigon an, und übermorgen geht es ja schon wieder mit dem Schnellboot nach Vũng Tàu - ich bin also morgen sehr gespannt auf die alte Hauptstadt Südvietnams.

Haw Kam

Buddhas im Wat-Souvannapoumaram-Tempel

Drachenfrucht (und Banane) im Hotel in Saigon/Ho-Chi-Minh-Stadt

Dienstag, 29. August 2017

Zu klein für die Fressgass

... bin ich eindeutig, denn ich habe mir heute Abend wieder den Schädel an der Decke angeschlagen, weil diese Wellblechteile - ohnehin tiefhängend - an der Stelle noch ein bisschen tiefer hängen ... Naja, dass ich für asiatische Verhältnisse relativ groß bin, wusste ich schon vorher.

Heute Morgen habe ich ausgeschlafen, richtig, richtig lange - das war schön und offenbar auch nötig, denn als ich danach den Blogeintrag von gestern nochmal las, wurde mir ganz schwindelig - der Schlafmangel war ja deutlichst ablesbar gewesen, gell? Sorry!

Dementsprechend fiel ich erst gegen 10 Uhr auf die Straße und marschierte einfach mal am Mekong entlang, Typen quatschten mich an, ob ich eine Bootstour mitmachen wollte - wollte ich, nur nicht jetzt, denn ich war auf dem Weg zum Vat-Xieng-Toung-Kloster, dem angeblich ältesten von Luang Prabang.

Bis ich da war, war ich einmal fast ausgerutscht (es hatte heute Nacht geregnet, und die Gehwege - soweit es sie gibt - sind schon glitschig, wenn es keine Gehwege, sondern nur Sandpiste gibt, ist das Ganze noch rutschiger) und war - vor allem - schon wieder pätschnass. Es ist hier einfach nur wahnsinnig schwül, aber irgendwann ist dir dann alles egal - Teil des Problems war, dass ich wegen des Besuchs in dem Kloster nochmal lange Hosen angezogen hatte ... Hm, in dem Kloster trugen nur Laoten lange Hosen, alle Ausländer trugen Shorts, die mal das Knie bedeckten, manchmal nicht - naja ...

Ich musste zwei Euro Eintritt berappen, aber während ich das Eintrittbezahlen für Gotteshäuser normalerweise nicht so toll finde, war mir es hier wurscht, weil die das ganze Zeug halt erhalten müssen. Wobei ich glaube, dass sie - wenn sie das auf Spendenbasis machen würden - im Schnitt genausoviel rausbekämen wie so, aber sei's drum.

Vat Xieng Toung ist auf alle Fälle sehr beeindruckend, was sowohl an den Tempeln und Tempelchen als auch an der Tatsache liegt, dass du den Mönchen mehr oder weniger beim täglichen Leben (nicht beim Gebet, sondern beim Leben im direkt angrenzenden und gegen Einblicke nicht explizit geschützten Wohnareal - und selbst dieses Wohnareal ist nirgendwo ausdrücklich als verboten gekennzeichnet, hingegangen ist da trotzdem kein Unbefugter) zugucken kannst. Schon schick ...

In dem Haupttempel ("Schuhe und Mütze ausziehen" steht dann wenigstens da) stehen an der Stirnseite drei Buddhas, und der Tempel ist sehr bemalt, nicht bunt, sondern eher so in rot und gold, aber sehr schön - ich kann das wie immer nicht so toll beschreiben, daher lasse ich es sein und dafür die Bilder sprechen ...

Auch darum herum sind ein paar kleinere Tempelchen (in denen wiederum auch Buddhas stehen) und Säulchen, und am anderen Ende des Areals ist das Royal Carriage House, das ich irgendwie nicht richtig übersetzt kriege, jedenfalls klingt "Königliches Leichenwagenhaus" irgendwie komisch - auch wenn es das am Ende ist.

In dem Gebäude steht nämlich ein vergoldeter Wagen mit ein paar Drachen vornedran und einer riesigen Urne druff, am Ende des Raums stehen viele Dutzende Buddhas - das ist durchaus nochmal sehr beeindruckend. (In Thailand gibt es eine größere Kampagne, dass man Buddhas nicht als Dekoration und Tattoos verwenden soll, vom Nicht-Fotografieren stand da nichts, daher habe ich jedenfalls zu Dokumentationszwecken die Buddhas unten in den Fotos mal gezeigt ...)

Ich ging weiter die Mittelstraße entlang (die Altstadt Luang Prabangs liegt auf einer Halbinsel zwischen dem Mekong und dem Nam Khan, sodass es eine Straße am Mekong, eine am Nam Khan und, naja, ein bis zwei dazwischen gibt ...) und suchte den Wat-Sen-Tempel, den ich nach einem kleinen Umweg auch fand. So von der Außenanlage finde ich Wat Sen noch ein bisschen beeindruckender (weil der mehr vergoldet ist), aber leider kommt man nicht in den Tempel hinein, auch wenn man die Tempelanlage ungehindert (und kostenlos) betreten kann ...

So langsam bekam ich ein Hüngerchen (ich hatte das Frühstück ja verpasst/ausfallen lassen) und begab mich in ein Restaurant am Mekong, um dieses Hüngerchen zu stillen. Die Meeresfrüchte süß-sauer mit Reis waren sehr lecker, auch wenn ich mir - in diesem Binnenland - vielleicht ein bisschen mehr Fisch und weniger Shrimps gewünscht hätte, aber gut geschmeckt hat es. Dazu trank ich (Dussel!) ein Beerlao, und zwar ein großes, das seine Wirkung wie gewünscht tat ...

Danach suchte ich mir nämlich einen dieser Bootskapitäne raus, verhandelte mit ihm ein bisschen, er bezog noch einen Tuk-tuk-Fahrer mit ein und bald saß ich im Tuk-Tuk, denn ich hatte ein Kombinationspaket erstanden für die (Tuk-Tuk-)Fahrt zu den Kuang-Si-Wasserfällen mit einer anschließenden einstündigen Bootsfahrt auf dem Mekong. Das Ganze war nicht ganz billig (insgesamt 27 Euro, wobei die Tuk-Tuk-Fahrt nach Angaben des Reiseführers tatsächlich nicht viel günstiger zu kriegen ist, wenn man allein ist), aber durchaus hübsch ...

Naja, im Wesentlichen hübsch, denn für die Anreise zu den Kuang-Si-Fällen, die nominal nur etwa 25 km entfernt sind, braucht man eine ganze Stunde, und auch das nur, wenn man über die Schlaglöcher so drüberbrettert wie mein Tuk-Tuk-Fahrer. Die Tuk-Tuks hier sehen aus wie kleine Pick-ups mit Führerhaus und Auflagefläche mit Bänken, und da ich das Tuk-Tuk für mich allein gemietet hatte, setzte ich mich (das war weise ...) mit ins Führerhaus. Die Straßen hier sind schlaglochbehaftet und manchmal überschwemmt (uns kam auch ein Moped mit zwei Ausländern drauf entgegen, denen konnte man bei den 30 Metern überschwemmter Straße die Panik richtig ansehen ...), und wenn die Überschwemmung halt lang gedauert hat, sind die Straßen auf ein paar Meter Strecke einfach mal weg ... Erstmals seit Albanien 2004 sah ich (Holz-)Brücken, auf denen zur Verstärkung der Brücke Bretter in Fahrtrichtung liegen, auf denen man tunlichst bleiben sollte (so'n bisschen wie auf der Hebebühne ...). Diese Fahrt nach Kuang Si war also ein richtiges Abenteuer ...

In Kuang Si zahlt man nochmal 2 Euro Eintritt und läuft dann durch einen Wald mit mehr oder glitschigem Boden und vorher an einem Bärenreservat (Kragenbären - auf Englisch Moon Bears - Mondbären - oder einfach Asian Black Bear - asiatischer Schwarzbär) mit einem halben Dutzend Bären, denen man vor allem beim Faulenzen zugucken konnte - unerwartet, hübsch - auf die Wasserfälle zu.

Ich kam von unten, und in einigen Becken dieses kaskadenförmigen Wasserfalls kann man sogar baden, was einige Touristen auch taten. Ich hatte das irgendwo gelesen gehabt, hatte die Fahrt jetzt aber so spontan gebucht, dass ich keine Badehose dabei hatte, und auch wenn ich sie dabei gehabt hätte, bin ich nicht sicher ... ach, Quatsch, natürlich wäre ich ohne Rücksicht auf Verluste in dieses blau-türkise Wasser gehüpft (nein, ich wäre hineingestiegen, es gibt da einen Baumstamm, der hoch in Richtung Wasser ragt, vor dem dick und fett "Danger! No entry" steht, wovon sich aber kein Tourist abhalten lässt, auf diesen Baum zu steigen und von dort ins Wasser zu springen - das hätte ich wirklich nicht gemacht, denn ich motorisches Supertalent hätte mir beim Besteigen des glitschigen Baumstamms unter Garantie mindestens drei Beine gebrochen ...), auch wenn ich angesichts der laotischen Müllpolitik nicht sicher gewesen wäre, ob das eine so wahnsinnig kluge Idee ist, aber das hat mich in Sambia ja auch nicht interessiert. Wow, das war jetzt mal ein langer Satz, sorry ....

Der Wasserfall an sich ist ganz hübsch, aber, naja, ich mag die Version "groß, laut, Dusche" (Niagara, Iguazú, Victoria) mehr als diese Waldvariante, auch wenn der Hauptwasserfall schon ein paar zig Meter runterfällt und diese Kaskaden erst nach dem Hauptwasserfall kommen ...

Zu allem Überfluss fing es jetzt ein wenig stärker an zu regnen, sodass ich mich - angesichts des Waldbodens - einigermaßen zügig zurück zum Auto machte, ich hatte eine gute Stunde dort verbracht, mit Baden wäre es ein bisschen mehr gewesen, passt. Irgendwie war mir schlecht, ich weiß nicht, ob das am Mittagessen (eher nicht), am Bier (eher schon), an der hoppligen Herfahrt (vielleicht) oder am geringen Wasserkonsum in den vorangegangenen Stunden (recht wahrscheinlich) lag, jedenfalls war die Cola, die ich dann kaufte, binnen Sekunden weg.

Die Heimfahrt (mein Fahrer fuhr noch schneller als auf dem Hinweg, weil er - wie sich herausstellte - noch andere Kundschaft hatte, die auf ihn wartete) überstand ich unverletzt (auch wenn bei einen Schlagloch mein Kopf gegen die unverkleidete Seitentür knallte), und um 15.45 Uhr trudelten wir bei dem Bootsmann ein. Der beorderte seinen Hilfsarbeiter, mir einen ordentlichen Steg auf den Ponton zu bauen, weil ich ansonsten durch das Mekongwasser hätte waten müssen, was ich nicht nur nicht gewollt hätte, sondern wobei ich mit großer Wahrscheinlichkeit ein unfreiwilliges Ganzkörperbad im Fluss genommen hätte (in Kuang Si war ein armer Kerl beim Gang vom Ufer zum Picknickplatz ausgerutscht und mit seinem Rucksack im Wasser gelandet, ärgerlich ...). Der baute, ich kam, wacklig, aber erfolgreich auf der anderen Seite an und stieg ein.

Diese langen Mekong-Langsamboote (die sind - würde ich schätzen - dreißig Meter lang) sind irgendwie schick, und mit einem von denen tuckerte ich jetzt - ganz allein mit meinem Kapitän - ein Stückchen den Mekong hoch. Leute, das war schön, das war richtig Seele baumeln lassen, weil es da außer beeindruckend grüner Landschaft (das war mir schon beim Landeanflug aufgefallen) nicht so arg viel zu sehen gibt (naja, den Fischern bei ihrer Arbeit zuzugucken, ist auch nicht so schlimm), aber es geht so langsam und entspannt voran, dass du kaum merkst, dass eine Dreiviertelstunde rum war, als der Bootsmann das Schiff in die Mitte des Flusses lenkte und selbiges von der Strömung in Fließrichtung gedrückt wurde - nun fuhren wir flussabwärts nochmal ein paar Minuten mit schönem Blick auf den Sonnenuntergang, dann war die Stunde Bootsfahrt auch schon um und ich zufrieden ...

Zufrieden, aber auch ein bisschen fertig - daher ging ich in Richtung der Fressgass und wollte einen Mangoshake probieren, wieder mal ohne Rücksicht auf Verluste, denn ich ließ mir Milch und Eiswürfel und Zuckerwasser und was es alles gibt in den Shake schütten. Das Ganze kostet einen Euro und schmeckt fantastisch lecker, boah, ist das gut (wenn ich morgen anderer Meinung sein sollte, schreibe ich das an dieser Stelle ...).

Danach machte ich etwas, was ich sonst selten mache, und aß an gleicher Stelle nochmal das Gleiche wie gestern, aber dieser gegrillte Fisch für wahnsinnige drei Euro war so fantastisch (auch heute wieder), dass ich gar nicht anders konnte. So, so, so lecker, unfassbar ...

Ich gönnte mir zum Nachtisch nochmal einen Mangoshake und ging dann gegen 19 Uhr ins Hotel, denn ich hatte Feierabend für heute. Ich duschte nochmal kurz und bin jetzt fast bettfertig.

Eben habe ich für den Flug morgen eingecheckt und auch noch Gepäck dazugebucht, jetzt muss ich gleich noch das Hotel bitten, dass sie mir die Bordkarten ausdrucken, dann ist das auch geritzt (inzwischen - zehn Minuten später - hat es geklopft und ein Mitarbeiter hat meine Dokumente gebracht, sehr lieb!). Ebenfalls gebucht habe ich die Fährfahrt von Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon) nach Vũng Tàu (Strand) am 1. bzw. 3. September - für die beiden Fahrten zahle ich zusammen eine halbe Million Vietnamesische Dong (!!), das sind 18 Euro ...

Und zwei Sachen will ich noch erzählen:

Im Gegensatz zu Usbekistan gibt es hier viele Hunde, wahrscheinlich auch viele Straßenhunde. Ein solches Paar (von Straßenhunden, schon ein bisschen ältere Semester) lief eben in Seelenruhe über den Nachtmarkt, guckte sich um, so wie es Menschen machen würden, die beiden wurden von allen umstehenden Touristen sofort ins Herz geschlossen - das war richtig süß ...

Und eine Wechselstube macht dick und fett Reklame mit "Better rates elsewhere", was übersetzt "Bessere Kurse woanders" heißt. Da haben sie halt ein "than" ("als") vergessen. Ob man ihnen das sagen sollte?

Gute Nacht, morgen Nachmittag/Abend geht's über Bangkok nach Ho-Chi-Minh-Stadt, wo ich aber erst gegen 21 Uhr ankomme. Davor werde ich hier noch den alten Königspalast besichtigen (ohne Fotos anscheinend), ehe ich kurz vor 12 Uhr auschecken muss und vorher vielleicht noch geduscht haben möchte ... Gegen 14 Uhr, 14.30 Uhr fahre ich dann mit dem Taxi zum Flughafen und fliege um 16.45 Uhr ab ...

Buddhas im Royal Carriage House

Vat Xieng Toung

Wat Sen

Kragenbär, Moon Bear, Asian Black Bear, whatever

Kuang-Si-Wasserfall

Langsamboot auf dem Mekong

Lecker Fisch für drei Euro (30.000 laotische Kip), Cola kostet extra ...
Luang Prabang, es gibt kaum eine Stadt, in die ich zum ersten Mal gekommen bin und die mich - doch - so entspannt hat. Ich habe bei weitem nicht alles gesehen, aber das macht nichts, hier lernt man (schnell), einfach auszuruhen, das ist gut. Und wer weiß, vielleicht komme ich in der trockeneren Zeit (luftfeuchtigkeitsmäßig) mal wieder her, das ist nämlich alles nicht hässlich hier.