Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Die spinnen, die Lutetier!

Gleich kommt Miraculix ums Eck.
Blick aus dem Hotelzimmer in Saint Malo

Saint Malo - Fort La Reine
Nachdem unser Navi uns gestern fast falsch geleitet hätte, bis mir einfiel, dass womöglich die Mautstrecken im Vermeidungsmodus waren (was, wenn man in Frankreich schnell vorankommen will, nicht so clever ist), führte es uns heute schnurstracks in Richtung Paris. In die Richtung wollten wir sogar ...

Nicht so ganz sicher waren wir, ob wir das wollten, als das Navi uns - angeblich wegen eines Unfalls auf der Autobahn - mitten durch einen Pariser Vorort navigierte. Die Ampeln befanden sich - typisch französisch - im Bummelstreik und wurden immer rot, wenn wir kamen, und die Pariser fuhren so, wie man sie sich vorstellt ... Da wären wir auf der Autobahn nicht langsamer gewesen!

Ansonsten war das Fahren mit dem Tempomaten wie immer eine sehr angenehme Freizeitbeschäftigung - nur die Hunden und Katzen, die es zwischenzeitlich zwischen Paris und Rennes herunterregnete, hätten nicht unbedingt sein müssen. Andererseits wurde uns klar, dass Miraculix schon lange tot sein muss, denn sonst würden hier in den Bäumen nicht so viele Misteln hängen. Achja, meine Ma war wieder ganz verzückt vom gelb blühenden Ginster. Zum Glück fuhr ich, sonst wäre sie vor Freude in den Graben gefahren.

Nach gut sechs Stunden gemütlicher Fahrt wurden wir dafür in der Bretagne von Sonnenschein willkommengeheißen. Das Gerät führte uns zu unserem Hotel und nur ein paar Meter weiter ist ein öffentlicher Parkplatz, an dem zu dieser Jahreszeit kein übermäßiger Andrang herrscht. Dort stellten wir unser Auto ab, checkten ein und genossen erst einmal den Blick von unserem Hotelzimmer auf Strandpromenade, Strand und - vor allem - das Meer. Toll!

Lecker Cidre ...
Wir hielten uns aber nicht lange im Zimmer auf, sondern gingen an der Strandpromenade entlang etwa zehn Minuten bis zur, naja, "Altstadt" von Saint-Malo. Intra muros wurde während des Zweiten Weltkriegs ziemlich zerstört und danach offenbar recht originalgetreu wieder aufgebaut, sodass das Ganze heute einen sehr schicken Eindruck macht. Diese Häuser aus grauen Felssteinen, so stelle ich mir Frankreich vor, und so sieht es hier in Saint Malo zumindest in der Altstadt aus.

Wir suchten zwei online herausgepickte Esskneipen, hatten aber an Heiligabend leider in beiden Pech. Heute und morgen wird die Auswahl an Lokalitäten womöglich etwas begrenzt sein. Schließlich fanden wir ein Lokal, das vielleicht ein wenig touristischer geprägt war als uns lieb ist, in dem wir aber sehr gut und zwar teuer, aber nicht völlig überzogen unverschämt touristenabzocketeuer, gegessen haben. Naja, wenn man zwölf Austern, danach Muscheln und Gänsepastete verzehrt und dazu Cidre trinkt (8,10 € für den halben Liter!), kommt man auch in Deutschland nicht für zehnfuffsch weg.

... und lecker Austern
Danach liefen wir im leichten Regen heim, machten - dann doch - ein bisschen Bescherung und liegen nun im Bettchen und hören dem Meeresrauschen zu. Sehr beruhigend, wenn auch überraschend unleise bei offenem Fenster ...

Morgen geht es vielleicht nach Cancale, mal wieder zum lecker Austernessen, vielleicht auch in die Normandie auf einen Soldatenfriedhof, wahrscheinlich aber eher an den Strand zum Spaziergang und dem angekündigten Seelebaumelnlassen.

Frohe Weihnachten!

Montag, 23. Dezember 2013

On the road again ...

Joa, als meine Ma gestern Vormittag in Wiesbaden ankam, haben wir uns relativ spontan entschieden, doch noch heute loszufahren, weil wir die 10-Stunden-Tour, die wir für morgen angedacht hatten, doch nicht so superentspannt fanden.

Also verließ ich heute, gegen 14.30 Uhr, meine Arbeitsstätte und holte meine Mutter in meiner Wohnung ab. Nach kurzer Suche des Navigationssystems ging es dann über Mainz, Kaiserslautern und Saarbrücken nach Frankreich. Ein Arbeitskollege hatte mir heute Morgen noch zu erläutern versucht, dass ich ab Mainz nur noch geradeaus fahren müsste, bis ich in ein unbekanntes Land namens "Fronkreisch" käme, aber die Tipps, die der Jockel mir geben wollte, kannte ich alle schon ...

In Châlons en Champagne
Wenigstens hatte ich die Nacht nach dem gestrigen schönen Nachmittag in Wiesbaden und Mainz mitsamt zeitigem Insbettgehen gut überstanden.

Wir fuhren also über Metz und Nancy in Richtung Paris, bis unser Navi uns in Châlons en Champagne von der Autobahn und relativ schnurstracks zu unserem Ibis-Hotel lotste. Nun saßen wir da - etwas außerhalb der Innenstadt von Châlons en Champagne - und entschieden uns, heute Abend im Ibis zu essen. Das war jetzt sicherlich keine Drei-Sterne-Küche, aber geschmeckt hat es uns. Wenn ich nächstes Mal ein gutes Rinderhacksteak haben will, bestelle ich "Haché de bœuf", das klingt gleich viel besser, auch wenn es das gleiche Essen ist. Dazu tranken wir erst ein französisches Bier zu gesalzenen Preisen, dann einen Crémant, schließlich einen Taittinger-Champagner und zum Abschluss und zum Durstlöschen ein weiteres Bierchen ...

Morgen geht es dann wohl über Paris und Rennes nach Saint Malo, wo wir hoffentlich relativ zeitig ankommen werden, um das Auto stehen zu lassen und einen kurzen Spaziergang in Richtung intra muros zu machen ...

Sonntag, 8. Dezember 2013

Auf in die Vogtei

Das war ein nervenaufreibender Reiseplanungstag ...

Ich hatte in den letzten Tagen die Information bekommen, dass mein Urlaub am 27. und 30. Dezember genehmigt ist, sodass wir nun doch etwas früher als erwartet in die intensiveren Reisevorbereitungen wechselten.

Wir waren ja immer um die Bretagne herumschlawenzelt, aber ich hatte in den vergangenen Tagen und Wochen doch noch ein paar andere Flugmöglichkeiten angeguckt: Die Tel-Aviv-Flüge waren in den letzten Wochen doch leider deutlich teurer geworden, und Marokko bzw. speziell die Fahrt in die Westsahara machte uns das Auswärtige Amt mit seinen blumigen Entführungswarnungen doch ein bisschen madig. Also nahmen wir Abstand.

Auf einmal waren wir bei Flügen um 550 Euro nach Los Angeles oder Houston, was uns Ausflüge nach San Francisco bzw. nach New Orleans und in beiden Fällen nach Mexiko (neues Land) ermöglicht hätte. Aber so richtig Erholung wären so Zwölf-Stunden-Flüge wahrscheinlich auch nicht gewesen. Dementsprechend entschieden wir uns auch gegen einen Flug nach Singapur ...

Am Ende machten wir Nägel mit Köpfen und entschieden uns dann doch für die Bretagne ... Wir werden also am 24. Dezember von Wiesbaden aus nach Westen fahren. Ich ahne schon, dass meine Ma mich am Heiligen Abend morgens gegen vier Uhr aus dem Bett prügeln wird. Juchhe. Google Maps führt uns über Saarbrücken, Reims und Paris nach Saint-Malo, wo wir in einem Ibis-Hotel ein Zimmer für drei Nächte gebucht haben.

Meine Ma steht nicht so auf Hotelketten, aber gerade über Weihnachten ist mir ein relativ anonymes Hotel ganz recht. Sonst kommen noch irgendwelche B&B-Besitzer auf die Idee, einen in ihre Weihnachtsfeierlichkeiten einzubeziehen. Bloß nicht.

Joa, und dann wird die Bretagne und der Mont Saint-Michel in den Weihnachtstagen ein bisschen unsicher gemacht. Wir werden sicherlich so manche Portion Meeresfrüchte genießen und ansonsten am Strand ein bisschen die Seele baumeln lassen ... Das wird schön.

Ich wäre nicht ich, wenn ich nicht noch irgendwas für meine Länderliste machen würde. Nun wird es in Europa schwierig, noch ein "richtiges" neues Land für mich abzugrasen, aber die Vogtei Jersey, also der Bailiwick of Jersey, ist zwar nicht ein richtig neues Land mit UNO-Mitgliedschaft und so'n Schnulli, aber doch eine Kronbesitzung mit einem spannenden verfassungsrechtlichen Status.

Jersey (so wie Guernsey und die Isle of Man) gehören nicht zum Vereinigten Königreich, aber die Bewohner sind britische Staatsbürger, die Queen ist zwar Staatsoberhaupt, aber nicht als Königin des Vereinigten Königreichs, sondern als Herzog (Herzog, nicht Herzogin!) der Normandie, britische Gesetze finden nicht automatisch Anwendung, aber das Vereinigte Königreich ist für die Verteidigung zuständig und auch für auswärtige Angelegenheiten, soll dabei aber die Interessen von Jersey ausdrücklich mit berücksichtigen.

Dorthin also, nach Jersey, werden wir am 27. Dezember übersetzen. Auch wenn die Insel klein ist und Busse fahren, werden wir das Auto mit herübernehmen: Das ist einfach praktischer mit dem Gepäck und zudem sind wir flexibler, weil wir nicht auf irgendwelche Busfahrpläne Rücksicht nehmen müssen. Unser Hotel liegt am Rand der "Innenstadt" von Saint Helier, sodass man auch nach Ausflügen auf die Insel abends noch ein Bierchen in der Stadt trinken kann und fußläufig nach Hause kommt. Auch hier wird geschlemmt und die Seele am Strand baumeln gelassen ...

Am 30. Dezember geht es dann wieder herüber nach Saint-Malo und noch ein paar Kilometer in Richtung Heimat, ehe wir in einem kuschligen Hotelele die Nacht verbringen. An Silvester geht es dann wohl über Amiens nach Reims, wo wir in der Champagne in die Neujahrsnacht hineinfeiern ... An Neujahr geht es dann gemütlich wieder nach Wiesbaden und ins neue Arbeitsjahr ...

Mittwoch, 6. November 2013

Planungen für 2014

Wow, das Jahr 2013 ist jetzt auch schon wieder fast um, und die nächsten sechs Wochen werden keineswegs Urlaub für mich bedeuten ...

Um Weihnachten herum wird es dann wieder ein bisschen ruhiger auf der Arbeit, so hoffe ich, dass ich vielleicht ein paar Tage verreisen kann. Wie so oft wird das Ganze mit der einzigen Frau passieren, auf die ich in Reisefragen hundertprozentig verlassen kann, nämlich meiner Mutter.

Wir haben eine ganze Liste von Reisezielen aufgeschrieben, aber im Moment sieht es nach der Bretagne oder nach Usedom aus. Aber es kann natürlich passieren, dass wir kurzfristig (vor Mitte Dezember werde ich keine Planungssicherheit haben) einen günstigen Flug irgendwohin kriegen, und den könnte man dann womöglich einer Autofahrt nach Nordwestfrankreich oder Nordostdeutschland vorziehen. Mal sehen, wir werden wieder spontan sein ...

Im März geht es dann mit zwei Freunden ein paar Tage nach Istanbul, worauf ich mich schon sehr freue. Ich war schon lange nicht mehr dort, habe die Hagia Sophia noch nie im unverbauten Zustand gesehen, und durch den Marmaray-Tunnel will ich auch mal düsen ...

In jener Woche, in der der 1. Mai liegt, kann ich mit nur drei Urlaubstagen mehr als eine Woche Urlaub rausschlagen, und ich werde versuchen, für die Woche Urlaub zu kriegen. Ich habe schon mit einer Arbeitskollegin mit algerischen Wurzeln gesprochen; vielleicht fliege ich in das geografisch nächstgelegene Land, in dem ich noch nicht war. Allerdings bräuchte ich dafür einen Zweitpass, da ich ja ein paar böse Stempel (Israel!) im Pass habe. An den 59 € und den weiteren 85 € (oder so) fürs Visum wird es bei einem günstigen Flug von um die 250 € vielleicht nicht scheitern.

Danach geht es im Juni drei Wochen nach Südamerika, ja, ich schreibe jetzt im Moment nicht: nach Brasilien. Natürlich landen wir in Brasilien und fliegen von dort wieder zurück, aber im Moment geht die Tendenz eher zu (auch) Rundreise durch Uruguay, Argentinien und Paraguay. Dazu hat auch die FIFA beigetragen: Mir wurden neulich die Kreditkartendaten geklaut; damit wurde Schindluder getrieben, sodass meine Kreditkartengesellschaft die Karte gesperrt hat. Das war dummerweise die Karte, mit der ich die WM-Karten bestellt hatte. Nun schrieb ich der FIFA eine freundliche Mail, wie man die Kartennummer im dem Antrag ersetzen kann, und bekam eine ziemlich kundenunfreundliche Antwort mit dem Tenor, dass man mir da auch nicht helfe könne. Sehr serviceorientiert, dieser Verein!

Naja, in der Verlosung hatten wir eh nicht gewonnen, sodass das Problem mit der Kreditkarte nicht ganz so tragisch war, aber trotzdem ...

Und im Oktober, hoffe ich, werde ich noch die Woche vor der Prüfungsvorbereitung freinehmen; mal sehen, wo es dann hingeht. Ist ja noch fast ein Jahr hin ...

Das Jahr ist fast zu Ende, die Urlaubsplanung fürs nächste ist schon weit gediehen: So soll es sein, finde ich ...

Samstag, 5. Oktober 2013

Bilder aus Katar

So, überfällig sind noch ein paar Fotos:

Doha 21, ohne Wasserwerfer

Skyline von Doha















Souq Waqif in Doha
U-Bahn-Station in Dubai

Freitag, 4. Oktober 2013

Zur Kneipenlandschaft am Golf

So, ich bin gut wieder angekommen in Deutschland ...

Nochmal zu vorvorgestern, nochmal zu Katar: Abgesehen von ein paar Taxifahrern, die irgendwo zwischen treudoof-bescheißerisch, schlitzohrig und betrügerisch chargieren, gefällt mir Doha eigentlich ganz gut. Der Souq Waqif ist ein relativ neuer, auf alt gemachter Souk im Stadtzentrum von Doha, in dem offenbar - wie man gestern sah - auch die Einheimischen ganz gern einkaufen gehen. Doch, ich glaube, da wäre ich in weiblicher Begleitung durchaus länger geblieben als gestern, denn es gibt Keramik, Tücher, Schmuck (wohl auch echtes Gold und so, aber da ich kein Goldexperte und nicht einmal -kenner bin, wäre ich mir da beim Kauf wahrscheinlich ziemlich unsicher), viel zu essen und allerlei Krimskrams als Souvenirs.

Auch in Doha gibt es diese krasse Trennung zwischen relativ niedrigen, relativ alten Bauten im alten Stadtzentrum und diesen supermodernen Wolkenkratzern nördlich der Corniche. Das ist in Dubai und in Bahrein ebenfalls so. In den älteren Stadtteilen kommt man sich (auch hier) vor wie in einem nicht ganz so massiv industrialisierten Land, da sind die Häuser nicht gerade frisch gestrichen, es gibt sehr unansehnliche Hinterhöfe und staubige Brachen, während die modernen Wolkenkratzerviertel einen völlig vergessen lassen, wo man denn gerade ist: Das könnte eben Dubai, Manama oder Doha, aber auch Miami oder Schanghai sein.

Nach dem beschwinglichen Abend stand ich vorgestern Morgen einigermaßen zeitig auf, duschte und checkte aus. Die Taxisuche gestaltete sich nicht ganz so einfach, aber am Ende bekam ich eins, auch wenn auch dieser Fahrer nicht den Taxameter einstellen wollte. Am Ende gab ich ihm trotzdem einen angemessenen Preis, aber da müssen sie bis zur WM noch was machen ... Der Check-in ging sehr problemlos, das mit meiner Gepäckgebühr hat offenbar funktioniert (ich hatte ja bei einem Zwischenanbieter gebucht, und weil Flydubai ein Billigflieger ist, bei dem man fürs Gepäck zahlen muss, war ich nicht ganz sicher, ob die Angabe mit den 20 kg Freigepäck in der Bestätigungsmail richtig war; sie war es). Die Ausreise aus Katar war so unproblematisch wie die Einreise, und abgesehen davon, dass der Flug sehr voll und die Klimaanlage sehr schwach war, war auch die letzte Etappe am Golf zu überstehen.

In Dubai ist es schwierig, am Billigfliegerterminal eine Busfahrkarte zu erstehen, sodass ich mich erstmal ins (am Flughafen sauteure) Taxi setzen musste, um zum anderen Terminal zu kommen. Dort konnte ich aber noch nicht einchecken und fuhr ein bisschen in der Gegend herum (ich habe an dem Abend beide U-/S-Bahn-Linien praktisch komplett abgefahren), nachdem ich in einem philippinischen Lokal einen verlustreichen Kampf mit einer Art Meeresfrüchte-Eintopf nach Punkten gewonnen hatte ...

Nun wartete ich also aufs Einchecken, es gab keine Fußballübertragung, zumindest nicht im Check-in-Bereich, aber auf die Bayern konnte ich ausnahmsweise auch mal verzichten.

Um 2.35 Uhr Ortszeit ging mein Flieger, ich hatte zwei Stunden Aufenthalt in Istanbul und war dann gegen elf am Tag der deutschen Einheit mit etwas Verspätung wieder in Frankfurt. Wieder habe ich die Nacht durchgemacht und bin dann um 14.30 Uhr ins Bett und habe bis gerade eben geschlafen ...

So, jetzt noch ein paar kulturelle und reisepraktische Beobachtungen:

Ja, man sieht natürlich im Stadtbild etliche "Klischee-Araber", also die Männer mit weißem Kittel und Tuch mit Kordel auf dem Kopf, die Frauen verschleiert in tiefschwarzer Abaya, aber man sieht natürlich auch (die Touristen jetzt mal außen vor gelassen) viele Inderinnen, Filipinas und Thailänderinnen, die in Drei-Viertel-Hosen und relativ engen Oberteilen oder halt in Saris bzw. Punjabis ihre Freizeit genießen. In den Golfstaaten sind etwa zwei Drittel der Bevölkerung Gastarbeiter, und natürlich merkt man das im Straßenbild. Allerdings fährt in den Bussen, in denen ebenso selbstverständlich die Mehrzahl der Mitfahrenden süd(ost)asiatische Männer sind, durchaus mal der eine oder andere Araber, in traditioneller oder auch in westlicher Kleidung, mit. Insgesamt habe ich aber schon den Eindruck, dass es eine klare Trennung zwischen den Arabern und ihren Angestellten gibt. Dementsprechend hatte ich kaum richtig Kontakt mit einem Araber, weil in den meisten Hotels und Restaurants hier die Angestellten keine Einheimischen sind; eigentlich sind es nur die Grenzer, die wirklich durch die Bank Einheimische sind, ansonsten mache die Inder, Pakistaner, Srilanker und so weiter hier die allermeisten täglichen Arbeiten.

Zur Bierkunde, und hier möchte ich ausnahmsweise nicht die Bierarten (das sind hier viele klassische europäische Marken, Amstel, Heineken, Guinness, und öfter auch mal ein Foster's oder ein Corona) abhandeln, sondern die Unterschiede in der "Kneipenlandschaft": Grundsätzlich bekommt man in Dubai, in Maskat, in Bahrein und auch in Doha sein Feierabend-Bier. In Bahrein ist es wohl am unproblematischsten, denn hier gibt es auch etliche Restaurants, die Bier anbieten, ohne an ein Hotel angeschlossen zu sein. Das ist in den anderen drei Städten/Staaten anders, hier kriegt man, zumindest als Tourist (im Gegensatz zum resident), in der Regel Alkoholika nur in den Pubs und Bars der Hotels: Im Oman hatte mein Zweieinhalb-Sterne-Hotel eine ganz ansprechende Bierkarte, hier in Dubai hatte mein Vier-Sterne-Hotel selbstverständlich auch ein paar (!) Bars, während ich in Doha ins Sheraton musste, um mein(e) Bierchen zu genießen. Durchaus sitzt auch mal der eine oder andere Araber zwischen den Gästen, aber ganz überwiegend besteht die Kundschaft dieser Kneipen aus Westlern. Die Preisunterschiede sind ganz beachtlich, auch wenn ich vermute, dass die Tatsache, dass mein Bier in Doha deutlich teurer war als mein Bier in Maskat, eher darin begründet war, dass ich in Doha im Sheraton und in Maskat im Feld-Wald-und-Wiesen-Hotel saß ...

Die Verkehrsmittel sind, abgesehen vom Flugzeug, das überall problemlos funktioniert, sehr landesspezifisch: In Dubai fahren viele Leute Bus und U-Bahn, auch wenn die Taxis bezahlbar sind. Im Oman gibt es, außer diesen Kleinbussen, von denen ich keinen gesehen habe (es soll sie aber geben), nur Taxis, was es natürlich, sagen wir, für die Fahrer relativ leicht macht, Gewinn aus der Anwesenheit von Touristen zu ziehen. In Bahrein gibt es auch Busse, die sind aber nicht so verbreitet und nicht so modern organisiert wie in Dubai; sie werden fast ausschließlich von Gastarbeitern benutzt, was auch daran liegen mag, dass man Taxen zumindest als Westler ganz gut bezahlen kann. In Doha schließlich gibt es ein relativ gut organisiertes Busnetz und ein theoretisch gut funktionierendes und preiswertes Taxisystem. Also: ÖPNV gibt es außer in Maskat überall, und überall außer in Maskat sind Taxis günstig. Den Zusammenhang mögen Wirtschaftswissenschaftler herstellen ...

Die Hitze war nach den ersten ein, zwei Tagen der Eingewöhnung erträglich, zumal man immer wieder schockgefrostet wird, wenn man eine U-Bahn, einen Bus oder ein Restaurant betritt. Jetzt, Ende September, Anfang Oktober, fängt hier am Golf die Touristensaison an, weil die heißen Monate zu Ende gehen (keine 45°C mehr) und so langsam die "kühleren" (20-25°C) kommen. Ich habe gerade so die Zwischenzeit erwischt, in der die Hotels noch bezahlbar sind und der Strand in Maskat leer war, aber ich nicht in der Hitze vollends zusammengeschmolzen bin. Trotzdem sollte ich mir abgewöhnen, so viel zu laufen, um die zwei Euro fürs Taxi zu sparen, ich habe mir nämlich eine Blase unter dem Fuß gelaufen und auch die Notwendigkeit zur Verwendung einer Wundsalbe eingehandelt; das muss einfach nicht sein und ist es nicht wert.

Auch wenn mir Dubai mit der neuen S-Bahn und den Hochhäusern eben im Dunkeln so ein bisschen wie der Prototyp von Gotham City vorkam, fand ich alle vier Städte, die ich auf dieser Tour besucht habe, auf ihre Weise interessant, und ja, auch schön: Dubai ist halt eine Glitzerstadt, aber wie so oft bei zweiten Besuchen in einer Stadt finde ich Dubai gar nicht mehr so schlimm. Maskat ist ganz anders, die älteste, ursprünglichste Stadt von diesen vieren, noch nicht so funky (und hoffentlich bleibt das in der Altstadt bzw. in den Altstädten auch so), aber die Einbettung in der kargen Felslandschaft gibt der Stadt einen ganz eigentümlichen Charakter. Bahrein bzw. Manama ist auf dem Sprung, ein weiteres Dubai zu werden, aber die alten Souks sind noch sehr gut sichtbar und kommen noch recht echt herüber. Und klar, Doha ist auch ein bisschen künstlich, aber andererseits ist diese relativ klare Zweiteilung zwischen Souk-Gebiet ("Altstadt") und Business District, diese wunderbare halbmondförmige Corniche mit dem Dhauhafen und den dahintergelegenen Wolkenkratzern irgendwie schön. Wenn ich wählen müsste, wo ich ein paar Monate leben wollte, würde ich mich wahrscheinlich für Doha entscheiden ...

Man merkt schon: Ich bereue diese bekloppte Tour mit vier Ländern in sechs Tagen, mit sieben Flügen und zwei Nächten im Flugzeug überhaupt nicht. Klar war das Ganze anstrengend, klar tut die Blase unter dem Fuß weh, klar freue ich mich auf meine Dusche und mein Bett daheim, aber dieses Reisen, das Kennenlernen und Entdecken, das Ausprobieren (und auch mal Danebenliegen), das Gewinnen so vieler neuer, spannender, wunderbarer Eindrücke -- das macht einfach Spaß. Vielleicht betone ich das mit meiner Länderliste ein bisschen stark, und natürlich hätte ich auch einfach nur den Flug von Maskat nach Doha buchen können, ohne zwölf Stunden Aufenthalt in Bahrein (und ein neues Land) zu haben, aber so wenig wie man in ein paar Stunden oder Tagen ein Land "richtig" (was heißt das schon?) kennenlernen kann, so sehr kann man sich doch einen ersten Eindruck davon verschaffen, wie unterschiedlich Länder auch in einer so scheinbar homogenen Region wie hier am Golf sind, wie sie ganz eigene Ansätze haben, mit einer (womöglich) vergleichbaren wirtschaftlichen, kulturellen, geografischen Situation umzugehen. Dieses Gucken, Staunen, Erfahren, dieses Sehen mit den eigenen Augen, das Fühlen am eigenen Körper, das Hören mit den eigenen Ohren, das sind die Gründe, weshalb ich alle Länder dieser Erde besuchen möchte, und nicht das stupide Abhaken oder Freirubbeln eines Landes auf der Weltkarte (so gern ich das am Ende dann tue).

Fotos kommen heute Abend

Dienstag, 1. Oktober 2013

WM 2022

Ja, die WM 2022 findet in Katar statt, wenn nicht noch irgendein Schmiergeldskandal aufgedeckt wird ...

Und ich bin mal sehr gespannt: Die bauen hier wie die Bekloppten, was in einem fantastomatischen Verkehrschaos seinen Widerhall findet. Hier ist alles zu.

Nach dem Frühstück, das mir aufs Zimmer gebracht wurde, ließ ich mich mit dem Taxi in die Stadt fahren und kaufte mir nach erfolgreichem Geldwechsel eine Tageskarte für die Busse. Mit denen fuhr ich in der Gegend herum, erst falsch (falsche Linie erwischt), dann richtig (zum Finanzzentrum mit vielen Hochhäusern). Ich komme mir hier fast wie in Miami vor, es gibt nur zwei Dinge, die fehlen: leichtbekleidete Frauen in dicken Humvees und die Bierchen an der Strandpromenade.

Der Blick auf die Skyline von der Corniche aus ist durchaus beeindruckend, vor allem, wenn die kleinen Dhaus davor im Wasser herumschippern.

Nach dem Mittagessen ging es mal kurz in den durchaus ansehnlichen Souk, danach zum Fußballgucken ins Sheraton.

Da es dort Bier gab, ist dieser Bericht deutlich kürzer als die anderen, und ich setze auch noch nicht die Kritikpunkte einer treuen Leserin um. Vielleicht hole ich das morgen nach; dann kommen eventuell auch Bilder.

Bis dahin: Gute Nacht!

Montag, 30. September 2013

Schwarzwaldmarie

Irgendwann im Volldelirium brummte ich dann das Lied von der Schwarzwaldmarie vor mir her ... Da hatte ich zu wenig getrunken, zu viel geschwitzt, war zu viel zu Fuß gelaufen, und die zwei Bierchen im Hotel "Gulf" hätten vielleicht mittags um eins auch nicht sein müssen.

Aber von Anfang an:

Das Aufstehen heute Morgen um 4.15 Uhr ging halbwegs gut vonstatten, und ich war deutlich vor fünf Uhr fertig. Ich wartete ein bisschen in der Rezeption, bis der Hotelfahrer einen Neuankömmling vom Flughafen ins Hotel gebracht hatte und wurde dann meinerseits zum Flughafen gefahren. Der Check-in war problemlos, und abgesehen davon, dass der Sicherheitstyp bei der Bordkartenkontrolle unbedingt die zweite (für den Flug von Bahrein nach Doha) anstatt der richtigen sehen wollte, ging auch das alles glatt (Laptop und Flüssigkeiten im Handgepäck haben eh keinen interessiert).

Der Flug war superleer, ich hatte die ganze Dreierreihe für mich allein, und es gab sogar etwas zu essen und zu trinken. Gut gestärkt stieg ich am Flughafen aus und machte mich schnurstracks zur Passkontrolle mit Visumkauf. Erst musste ich noch den Einreisezettel ausfüllen (die könnte Gulf Air wie so viele Fluggesellschaften auch nun wirklich im Flieger austeilen), dann faselte der Typ irgendwas von "secondary inspection", "first visit to Bahrain" und noch so'n Schnulli. Jedenfalls waren Pass und Anschluss-Bordkarte erstmal weg und ich stand wutentbrannt in der Gegend herum. Ich weiß nicht, was an mir verdächtig war, das Visum von Bergkarabach oder die Tatsache, dass ich in diesem wundervollen Land mit so atemberaubend intelligenten Grenzern nicht übernachten wollte? Am Ende ging das Ganze aber nur ein paar Minuten und ich durfte mich in der Schlange vordrängeln: Der Grenzpfosten tat, als ob nichts gewesen wäre, und meinte dann noch "Welcome!". Ich hätte fast durchs Fenster gegriffen (zumal ich ja hier zehn Euro Eintritt in den Saftladen zahle), habe den Hirsch aber dann doch nur ausgelacht. You never get a second chance to make a first impression, und dieser erste Eindruck, liebe Bahreiner, war ja mal ein richtiger Griff ins Klo.

Da ich den bahreinischen Taxifahrern (ich schreibe jetzt "Bahrein" anstatt "Bahrain", weil die Araber einen überhaupt nicht verstehen, wenn man "Bahrain", also mit "ai" wie in "Kain", sagt; die Englischsprachigen sind mit ihrer Aussprache wie in "rain" wie Regen deutlich näher dran) nicht auch noch Geld in den Rachen schieben wollte, suchte ich die gestern online entdeckte Bushaltestelle auf, und heute hatte ich mal Glück: Ein paar Minuten später kam der Bus, der Fahrer konnte meine 1-Dinar-Note sogar wechseln, und ich saß unter Indern und Pakistanern bis zum Umsteigebusbahnhof. Dort zahlte ich nochmal 35 Cent und stieg dann in der Nähe des Manama-Souks aus. Unterwegs hatte man durchaus schicke Aussicht auf die Wolkenkratzer von Manama.
Al-Fateh-Moschee in Manama

Ich wanderte ein wenig durch den Souk, verlief mich mal wieder, aß eine Kleinigkeit, lief wieder ein bisschen herum, ließ mich von einem kleinen Stand zu einem leckeren Schwarma und einem wahnsinnig guten Orangensaft animieren (und verspeiste nochmal die gleiche Portion), besuchte die deutsche Botschaft und machte dann - erschöpft vom Fußmarsch in der Mittagshitze - Station im Hotel "Gulf" bzw. dem dortigen Pub. Allerdings hätte ich das Pub fast nicht gefunden: Ich lief wie Graf Koks ins Fünf-Sterne-Hotel rein (als Westler hat man hier halt doch manchmal Vorteile) und suchte und suchte und suchte. Ich hatte schon aufgegeben und den Rückweg angetreten, als mir das Pub, das vom Hotel aus gar nicht direkt zugänglich ist, ins Auge sprang. Ich ging rein und fühlte mich wie in good old England. Fußball, Rugby, Tennis im Fernsehen, alles in grün-braun gehalten, doch, sehr schick. Die Bierpreise waren allerdings auch wie in good old England, und so zahlte ich dann doch am Ende knapp sechs Euro für jedes der beiden Biere, die ich vertilgte.

Ich machte mich dann nach zwei Stunden Rast wieder auf den Weg, lief an einer Hauptverkehrsstraße und einer großen und sehr ansehnlichen Moschee vorbei, bis ich schließlich an der Strandpromenade, der Corniche, landete. Da saß ich ein, zwei Stündchen auf der Bank, schrieb schonmal den Teil des Berichts bis dahin und vertrödelte entspannt die Zeit. Da ich mir eine kleine Blase unter dem Fuß gelaufen habe, nahm ich das Taxi mit einem halbwegs ehrlichen Fahrer und machte mich auf zum Flughafen.

Sicherheitskontrolle und Ausreise gingen fix, danach (heute habe ich oft so Kleinigkeiten gegessen) habe ich getan, was ich schon immer mal wollte: Ich habe bei McDonald's einen McArabia gegessen, den gibt's nämlich nur hier in Arabien. Muss man jetzt nicht unbedingt wiederholen, also, war ganz
Skyline von Bahreins Hauptstadt
lecker, aber auch nicht außergewöhnlich. Danach saß ich eineinhalb Stunden am Gate rum und konnte wenigstens im Internet surfen.

Der Flug war auch wieder ziemlich leer, und er war kurz, überpünktlich kamen wir in Doha an. Das wurde durch die Einreisekontrolle mehr als ausgeglichen, die ging nämlich ewig. Ich versuchte noch, mir die 20 Euro fürs Visum zu sparen, da es ein omanisch-katarisches Visumabkommen gibt, aber da ich Zwischenlandung in Bahrein gemacht hatte, galt das nicht mehr ... Ich begab mich nach dem Gepäckabholen auf den Weg zum Bus, fand ihn nicht und nahm dann das erste Taxi, was sich mir in den Weg stellte. Auch hier geriet ich wieder an einen freundlichen (d. h.: nicht schlitzohrigen ) Taxifahrer, der mich für 1,60 € zum Hotel brachte. Mein Hotel ist überbucht, aber sie haben mir eine Ersatzunterkunft besorgt, die ganz okay ist. Auf der Fahrt dorthin (die vom Hotel gestellt wurde) klagte mir mein srilankischer Chaffeur vom Leid seiner Familie, woraufhin ich ein Trinkgeld für ihn springen ließ. Ich habe eben nochmal geduscht, aber jetzt geht's in die Heia.

Das wollte ich noch erwähnen: Sehr lustig sind immer die vielen Menschen, Inder und Araber gleichermaßen, und der ein oder andere Europäer wird auch dabei sein, die kurz nach der Landung (das heißt, zwei Sekunden nach dem Aufsetzen) ihre Sitzgurte lösen, ihre Handys wieder anstellen und noch im Rollen aufspringen, um ja als Erste im Bus zu sein, zumal der ja nicht etwa wartet, bis alle drin sind ...

Morgen wird erstmal ausgeschlafen.

Sonntag, 29. September 2013

"Is Hitler alive?"

Heute war's irgendwie auch anstrengend, obwohl ich einfach nur einen Urlaubstag am Strand gemacht habe ...

Heute Morgen schlief ich erstmal aus (naja, wenn man Aufstehen um 9 Uhr "ausschlafen" nennen kann), duschte und marschierte dann ein paar Schritte runter zur Hauptstraße in Richtung, naja, in Richtung Strand halt ... Dort hielt auch bald ein Taxifahrer, lud mich ein und fuhr mich zum Intercontinental-Hotel im Stadtteil Kurum ("Qur'm" auf den Straßenschildern). Dort ließ er mich am Strand raus, und ich guckte mir erstmal selbigen an. Der Stadtstrand hier in Kurum gehört jetzt vielleicht nicht zu den Supermonstermegatraumstränden dieses Universums, aber dafür, dass man (wenn gerade kein Stau ist) in einer guten Viertelstunde aus Maskat da ist, ist der immer noch sehr schick. Außerdem reicht er von Kurum 50 km weit nach Norden (nein, bin ich nicht komplett entlanggelaufen heute).


Strand I
Also ging ich in medias aquas (oder so), sprich: ins Wasser. Wenn der Reiseführer sagt, man solle sich in Strandbekleidung nur am Strand aufhalten, so hält sich der brave Deutsche natürlich daran (und der kluge Deutsche hatte die Badehose heute als Unterhose angezogen ...). Erst am Strand ließ ich die Hüllen fallen, legte mein Zeug in Sichtweise (ein halbwegs sportlicher Dieb wäre mir trotzdem davongezogen ...) an den Strand und hüpfte in die Fluten des Indischen Ozeans. Scheeeeeeeeee. Badewanne, auch von der Temperatur her.

Danach setzte ich mich aber, da ich im Hotel kein Frühstück inclusive habe, erstmal an den Parkplatz in eine Kneipe und verspeiste ein Hühnchen, das mit Zwiebeln, Knoblauch und sonst noch was gefüllt war, welches ich mit ein paar Colas herunterspülte. Davor hatte ich mich natürlich erstmal wieder um- und eine lange Hose angezogen, da es hier praktischerweise Duschen gibt, die man von außen nicht einsehen kann, wenn man nicht gerade selber in die Dusche reinläuft.

Nach dem Essen ging's wieder an den Strand. Da setzte ich mich in Badehose in so eine offene Hütte und genoss erstmal den Blick auf den Strand mit Palmen davor und kaum einem Menschen unterwegs. Sehr schön!

Dann kam ein omanischer Strandläufer, begrüßte mich und wechselte ein paar Worte mit mir, bis er wieder von dannen zog. Kurz darauf kam Chalid, ein weiterer freundlicher Omaner, und setzte sich zu mir. Er fragte mich die üblichen Fragen, woher ich denn käme, was ich hier machte, wie lange ich bliebe, ob das mein erster Aufenthalt im Oman wäre, eher ich mich dann nach einem halbstündigen, eher schleppenden Gespräch ins Wasser verabschiedete. "Take care", aber klar doch.

Strand II
Ich hatte heute Morgen noch in der Apotheke (!) Sonnencreme gekauft, und die war ganz gut angebracht auf meiner Haut. Mein Gesicht ist zwar schon leicht gebräunt, aber wenigstens spüre ich in diesen Minuten, da ich den Blog schreibe, keinen Sonnenbrand (noch?). Damit schmierte ich mich nochmals ein, als sich ein freundlicher Inder mit dem typisch indischen Namen Chalid (ja, noch einer, vielleicht habe ich ihn auch falsch verstanden) neben mich setzte. Auch er stellte die typischen Fragen, woher ich denn käme, was ich hier machte, wie lange ich bliebe, ob das mein erster Aufenthalt im Oman wäre, ob ich Frau und Kinder hätte, wieviele Geschwister ich habe, ob meine Mutter hübsch (ja!) und wie alt ich sei, was ich an Weihnachten mache, ob Hitler noch lebe, und schließlich und endlich, ob ich ihm eine Einladung geben könne, damit er ein deutsches Visum bekommt (nein!). Spätestens da dachte ich an den Pakistaner, der eine Hepatitis-Heilung gefunden hatte und mich in Lahore fragte, ob ich nach Lahore wolle ... Nach dem etwa einstündigen Gespräch verabschiedete ich mich, mal wieder ins Wasser, und genoss letztmals die Fluten des Indischen Ozeans, zumindest im Oman.

Ich duschte und zog mich an, aß ein sehr leckeres Thunfisch-Steak in einer Kneipe und guckte dann den fußballspielenden Jungs am voller gewordenen Strand noch ein bisschen zu. Um 17.45 Uhr stellte ich mich an den Parkplatz und hielt das erstbeste Taxi an. Der Fahrer meinte, es sei zu viel Verkehr, um mich für den hohen Preis zu fahren, den ich auf dem Hinweg gezahlt hatte, und ich hatte schon die Tür wieder zugeschlagen, als er das Fenster runterließ und sich doch bereiterklärte, für den Preis (10 Euro) die Bürde meiner Heimfahrt auf sich zu nehmen... Es war in der Tat viel, sehr viel Verkehr, und wir brauchten wir für zehn, zwölf Kilometer eine ganze Stunde. Am Ende hatte ich sogar Mitleid mit dem Typen und gab ihm Trinkgeld, was ich sonst Taxifahrern ohne Taxameter nie mache.
Strand III (Sonnenuntergang)

Nun sitze ich hier wieder in der Bar und gehe bald ins Bett ... Morgen geht mein Taxi ja schon um fünf Uhr, weil mein Flieger um 7.30 Uhr abfliegt. Dann bin ich zwölf Stunden in Manama in Bahrain, ehe es morgen Abend dann nach Doha weitergeht. Heute Mittag, so gegen 15 Uhr, wurde mir bewusst, dass ich morgen um die Zeit in Bahrain, übermorgen in Katar, überübermorgen schon wieder in Dubai und überüberübermorgen dann schon wieder in Deutschland sein würde.

Mein Gott, ich bin gerade einmal 72 Stunden unterwegs, aber ich habe schon wieder so viel gesehen, es ist wirklich atemberaubend.

Samstag, 28. September 2013

Im Land des Weihrauchs

... jedenfalls meint man das, wenn man hier in Matrah durch den Souk läuft.

Ich habe jedenfalls gestern noch ein Bier getrunken, auch ohne Minibarpreisliste, und siehe da, ich bin heute Morgen nicht aus den Latschen gekippt, als sie mir den Preis gesagt haben. Alles gut.

Kurz nach sechs Uhr ging mein Taxi zum ONTC-Büro, und mein emiratisches Kleingeld reichte gerade so eben für die Taxifahrt, sonst hätte ich - mit großer Wahrscheinlichkeit sehr zum Unwillen des Taxifahrers - mein 500-Dirham-Schein (100 €) anbrechen müssen ...

Um 6.15 Uhr war ich da, ging nochmal kurz was zu trinken und eine Kleinigkeit zu essen einkaufen, und dann fuhr der Bus mit einer guten Dreiviertelstunde Verspätung los. Der hat doch gesehen, dass ich Deutscher bin; ich verstehe nicht, wieso er mir dann eine so frühe Uhrzeit sagt ... Naja, jedenfalls war ich ganz froh, dass ich schon gestern Abend mein Ticket gebucht hatte, denn heute war der Bus ziemlich voll.

Der Busfahrer (oder sonstige Klimaanlagenverantwortliche) muss ein Vorliebe für die Lebensweise der arktischen Ureinwohner haben, denn die Klimaanlage war auf "monstereiskalt" eingestellt. Wenn sogar ich friere, dann heißt das was, das weiß jeder, der mich kennt. Boah, war das eisig. Jedenfalls fuhren wir, während mir gelegentlich die Äuglein fast zu fielen, in Richtung Hatta. Hatta gehört zum Emirat Dubai, aber auf dem Weg dorthin durchquert man schon einmal omanisches Territorium. Den Omanern war das herzlich wurscht, und an den Checkpoints der Emirater stiegt auch nur einmal ein Soldat zu, der sich die Pässe anguckte.

Hinter Hatta kamen wir dann an die "richtige" Grenze mit Aussteigen und Stempelholen. Die emiratische Ausreise war unproblematisch; dann kam der omanische Zoll. Volles Programm mit Aussteigen, Koffer auf Tisch, Koffer auf, Koffer pro forma durchwühlen, Koffer wieder abstellen, Drogenspürhund, Koffer wieder in den Bauch des Busses hieven. Lässt sich aber auch überleben. Danach kam die omanische Grenzkontrolle. Der Grenzer wollte von mir 50 Dirham (10 Euro) fürs Visum haben, aber ich verwies ihn darauf, dass ich am Dubaier Flughafen eingereist war und deswegen nichts für Visum zahlen müsse. Nach kurzer Rücksprache mit einem erfahreneren Kollegen sah mein Kollege das auch ein ...

Auch in meinem 86. Land war es eiskalt im Bus, kein Wunder, der Bus war ja der gleiche geblieben. Es ging durch eine weniger wüste Wüste als erwartet; vielmehr handelte es sich um steiniges, karges Land, das gelegentlich von Einsprengseln von Besiedlung unterbrochen wurde. Alles in allem aber recht schön, vor allem, wenn dann irgendwo so ein Festungsturm irgendwo in der Gegend herumstand.

Gegen 12 Uhr wurde es besiedelter, wir kamen sehr fix voran (sehr gute Straßen) und waren gegen 13.30 Uhr schließlich hier in Ruwi (Maskat besteht im Wesentlichen aus drei Städten, die mehr oder weniger - naja, eher weniger - zusammengewachsen sind, nämlich Maskat-Altstadt, Matrah und eben Ruwi). In völliger Unkenntnis dieser Tatsachen hatte ich mein Hotel in Matrah gebucht und musste also erstmal dorthin kommen. Klar, wenn man einen Geldautomaten braucht, findet man keinen ... Also lief ich in Mörderhitze (ich weiß, man kann mir auch gar nichts recht machen) ein, zwei Straßen weiter, bis ich schließlich bei der Nationalbank Geld abheben konnte. Der erste Taxifahrer wollte mich böse abzocken, der zweite war dann schon vernünftiger. Trotzdem fing ich sehr schnell an, Dubai zu vermissen: Es gibt hier keine öffentlichen Verkehrsmittel, jedenfalls nicht für den Teil der Stadt, in dem ich sie bräuchte, also muss man alles mit dem Taxi machen, und das Taxi ist hier nicht so billig wie in Dubai, sondern preisklassentechnisch fast mit Deutschland vergleichbar (weil es keine Taxameter gibt und man einen hübschen Ausländeraufschlag zahlt).

Jedenfalls kam ich an meinem Hotel an, ohne für den Rest meines Lebens mittellos zu sein, und konnte auch gleich einchecken. Das Zimmer ist ziemlich okay (abnehmbarer Duschkopf!), der Fahrstuhl sieht ein bisschen nach 19. Jahrhundert aus, aber funktionieren tut er - vorerst - auch noch.

Ich blieb nicht sehr lange dort, sondern machte mich auf den Weg an die Hafenpromenade und merkte relativ schnell, dass ich mich im Weg, ähm, massiv verschätzt hatte. Also, wieder Taxi probiert, im zweiten Versuch hab ich dann trotzdem acht Euro für die viertelstündige Fahrt in die Maskater Altstadt gezahlt. Saubande! Die Altstadt war erstens gar nicht so alt und zweitens ziemlich ausgestorben, am Samstag ist hier ja auch (noch) Wochenende, vielleicht lag's daran. Bis auf ein paar Touristen war da kaum jemand. Also wanderte ich am Sultanspalast und an diversen Regierungsgebäuden vorbei, guckte mir von der Ferne aus ein, zwei Forts an (die für die normale Öffentlichkeit eh nicht zugänglich sind) und geriet dann ausnahmsweise an einen halbwegs freundlichen Taxifahrer, der mich nicht ganz so abzockte (und es auch gar nicht versuchte).

Sultanspalast in Maskat
Jedenfalls kam ich da an, wo ich hinwollte, aber es stellte sich heraus, dass ich da eigentlich falsch war: Ich kam am Riyam Park an, aber da fing die Corniche, die Hafenpromenade von Matrah erst gerade so an. Jedenfalls setzte ich mich ein bisschen in den Park, weil ich bis dahin schon Hardcore-Sightseeing gemacht hatte, und erholte mich einfach nur von selbigem. Es saßen ein paar Familien dort im Schatten, und auf einmal stand ein halbwüchsiger Sprössling einer solchen Familie mit einem Becher Tee vorbei und gab ihn mir. Nicht alle Menschen in Maskat sind böse, fies und gemein, wahrscheinlich sind's nur manche Taxifahrer ... (Und ja, ich habe auch kurz an K.o.-Tropfen gedacht, was hat man nicht manchmal für paranoide Gedanken, aber wenn ich k.o. gegangen wäre, hätte es viel eher an meinem Schlafmangel gelegen ...)

Um den Taxifahrern nicht die Chance zu geben, den schlechten Eindruck wieder zu vertiefen, lief ich - beglotzt von ein paar indischen Gärtnern, denen bei ihrer Arbeit offenbar selten jemand laufenderweise begegnet - an der Hafenpromenade entlang in Richtung Matrah. Dort suchte ich nach einer schönen Kneipe, fand keine auf Anhieb und war dafür auf einmal im Souk von Matrah mittendrin, in dem die Verkäufer gerade (wieder) öffneten: Es war so 16.30 Uhr. Der Souk von Matrah soll einer der schönsten des Nahen Ostens sein, was ich halbwegs nachvollziehen kann: Schön ist er sicherlich, aber ob er so außergewöhnlich ist, darüber kann man bestimmt streiten. Die Händler waren in puncto Aggressivität irgendwo im Mittelfeld zwischen Syrien (sehr zurückhaltend) und Ägypten (fast handgreiflich), was auch in Ordnung war.

Corniche in Matrah
Nachdem ich mich ein bisschen verlaufen (und endlich einen Adapter gekauft hatte), ging ich zurück an die Corniche, fand dort ein Restaurant im ersten Stock und aß mit schönem Blick auf den Hafen eine Mixed-Grill-Platte, die sehr lecker war. Anschließend machte ich nochmals (diesmal gewollt) einen Rundgang durch den Souk, fand keine Postkarten und ließ mich dann zurück zum Hotel kutschieren. Unten in der Bar schaute ich noch ein bisschen Cricket und trank zwei Bier, ehe ich mich in mein Zimmer verzog und erstmal duschte.

Maskat ist überhaupt nicht mit Dubai zu vergleichen, es ist viel ursprünglicher, viel älter, viel weniger weltstädtisch, unorganisierter. Kurzum: Kann man sich gut mal angucken, wird aber keine meine Lieblingsstädte werden, denke ich.

Morgen wird, es ist ja schließlich Urlaub, erstmal ausgeschlafen. Vielleicht geht's dann mal nach Kurum an den Strand ...

Freitag, 27. September 2013

Murphy lebt

Man könnte echt meinen, ich verreise zum ersten Mal ...

Ich habe nämlich nicht nur so unbedeutende Dinge wie einen Stromadapter (den ich im Übrigen immer vergesse und immer wieder neu kaufen muss) vergessen, sondern auch so nun wirklich elementare Dinge wie Sonnencreme und Hut. Dass meine Haarpracht nicht unbedingt geeignet ist, der Rotwerdung meiner Kopfhaut entgegenzustehen, weiß ich ja nun inzwischen ... Naja, mit dem Adapter funktioniert es erstmal, weil die Stecker zumindest in die Rasierbuchse passen, und ich habe mir auch schon zwei Hüte gekauft. Sonnencreme besorge ich morgen ...

Murphy lebt aber auch in der Hinsicht, dass ich heute dreimal (!), also in drei verschiedenen Anläufen, die bekloppte Verkaufsstellen der Oman Transport Company gesucht habe und sie erst beim letzten verzweifelten Versuch heute Abend kurz vor Toreschluss dann doc noch fand (und auch das Busticket für morgen für den Bus habe erstehen können).

Aber von Anfang an:

Der Flug nach Istanbul war unproblematisch, problematisch aber war, dass die Istanbul die Transitsicherheitskontrolle vorgezogen haben. Bisher war die immer am Gate, sodass es keine zentrale Kontrolle gab, jetzt ist sie, bevor man in die Transitzone gelangt. Das wäre an sich kein Problem, wenn genügend Personal da wäre und vor allem, wenn nicht zweihundert Pilger auf dem Weg nach Mekka vor mir in der Schlange gestanden hätten.

Am Ende habe ich aber, natürlich, völlig entspannt meinen Flieger gekriegt. Dort hatte ich ein bisschen Pech, nicht mit meinem Sitznachbarn, einem freundlichen Inder, sondern mit dem Sitz an sich. Ich hatte in einem Großanfall von Intelligenz die allerletzte Reihe gebucht, obwohl mir theoretisch klar war, dass man die gar nicht zurückstellen kann (wobei ich ja eh nicht der große Zurücksteller bin). Doofer war, dass da so ein ohrensesselartiges Teil an die Sitzlehne gepeppt war, sodass ich selbst dann nicht hätte schlafen können, wenn ich ausnahmsweise nicht von der eingezwängten Lage, dem Fluggeräusch und ständigen nervigen Durchsagen des Copiloten davon abgehalten worden wäre. Nach einer Stunde erfolgloser Einschlafversuche habe ich das sein lassen und Filme geguckt. Jetzt bin ich also etwa 34 Stunden am Stück wach. Juchhe.

Zwischendurch hatten wir noch einen medizinischen Notfall, weil eine Frau zusammengeklappt war (und sich nach erfolgter Behandlung dafür mehrfach bei den Stewardessen entschuldigte). Wäre sicher lustig gewesen, im Irak eine Notlandung zu machen ...

Jedenfalls kamen wir überpünktlich an, die Einreise ging ewig, weil ich mal wieder einen ganz besonders genauen Grenzer erwischt hatte, aber am Ende hatte ich meinen Stempel im Pass. Danach hob ich erstmal Geld ab, zahlte dann die 3 Dirham (63 Cent) für meine zwei Getränke trotzdem mit Karte, weil die Verkäuferin nicht auf große Scheine rausgeben wollte und versuchte - im zweiten Versuch erfolgreich -, mir eine Tageskarte für den öffentlichen Personennahverkehr hier zu kaufen. Das klappt eigentlich ganz gut und ich stieg sogar an der richtigen Haltestelle und hatte nur noch ein paar Meter zum Hotel zu laufen. Nun war ich also trotz zahlreicher Verzögerungstaktiken schon um 8.30 Uhr da und konnte natürlich noch nicht einchecken, aber der Rezeptionist meinte, dass ich es so gegen 11 Uhr versuchen könnte (das klappte auch, und er bekam ein vernünftiges Trinkgeld).

Die zweieinhalb Stunden verbummelte ich dann, indem ich einigermaßen ziellos mit Bussen (die U-Bahn fährt freitags erst ab 13 Uhr) durch Dubai fuhr. Es war interessant, dabei neben den ganzen Glitzerbauten auch mal andere Stadtviertel zu sehen, in die man als Tourist nicht so kommt. Da sieht Dubai auch nicht besser und nicht schlechter aus als andere vergleichbare Großstädte.

Nach dem Einchecken ging ich dann erstmal in den Pool auf der Dachterrasse und wusch Blut (naja), Schweiß und Tränen der letzten 24 Stunden ab (hatte schon vorher geduscht, keine Sorge). Danach aß ich so zu Mittag, wie das die meisten Menschen hier in Dubai so machen, nämlich indisch. Da gab es leckeres Fisch-Tikka mit ein bisschen Naan. Sehr schmackhaft.

Blick vom Burdsch Chalifa auf die anderen Wolkenkratzer
Ja, und um 15.30 Uhr brach ich dann auf, um mich auf die Aussichtsplattform des Burdsch Chalifa (die Englishsprachigen schreiben das Teil "Burj Khalifa", was ja auch bei uns nicht ganz ungebräuchlich ist). Die S-Bahn-Fahrt (es war ja nach 13 Uhr) war problemlos, nur an der Haltestelle Burj Khalifa/Dubai Mall gab es, außer dem Haltestellenschild, keinen Hinweis auf den Burj Khalifa. Nachdem ich dann den ganzen Weg zur Dubai Mall (ich und einkaufen?!) gegangen war, kehrte ich erstmal wieder um, dann erneut, weil ich im (wenigstens gab es kostenfreies WLAN) Internet gesehen hatte, dass man über die Mall in den Turm kommt. Helden! Hinzu kommt, dass das Ding an keiner einzigen Weggabelung ausgewiesen ist, sodass man mehr oder weniger Glück hat, wenn man pünktlich dort ankommt. Normalerweise ist die Beschilderung hier in Dubai top, deswegen verstehe ich das da besonders nicht.

Nun, auf die Idee, die 124 Stockwerte bis auf 452 m über Boden hochzufahren, sind auch einige andere (unter ihnen Unmengen von Deutschen) gekommen, sodass auf der Aussichtsplattform, die etwa auf halben Weg bis zur Spitze des Gebäudes liegt, ganz schön Andrang war. Die Ausblicke sind allerdings auch sehr beeindruckend, auch wenn man sicherlich darüber streiten kann, ob man dafür 28 Euro ausgeben muss oder nicht.

Blick von der Aussichtsplattform (auf 452 m Höhe, nicht vom Boden aus!)
Nach einer guten Stunde fuhr ich wieder runter (die Aufzugfahrt dauert nur etwa eine Minute!), obwohl ich auf meine Aussicht auf Dubai bei Nacht verzichten musste, aber da war mir der letzte Versuch, dieses ONTC-Büro zu finden, doch wichtiger. Ich fuhr w

ieder U-Bahn und ging ein Stück, war schon wieder nassgeschwitzt (was dann bei den eisigen Klimaanlagen in Bussen, U-Bahnen und Gebäuden nicht ganz ungefährlich ist) und fand nach waghalsigem Überqueren einer etwa zwölfspurigen Straße tatsächlich das Büro, das auch noch geöffnet war. Ich zahlte 11 Euro für meine Busfahrt und soll morgen um 6.30 Uhr am Büro sein. Wird lustig, 86. Land ...

Danach fuhr ich wieder ins Hotel, bestieg den Jacuzzi (aaaaaaaaaah) und sitze nun auf dem Bett, wartend, dass die mir die Minibarpreisliste bringen; die habe nämlich vergeblich gesucht. Ich glaube zwar nicht, dass die 20 Euro für ein Heineken haben wollen, aber man weiß es halt nie ... Ich befürchte nur, wenn die Preisliste nicht bald kommt, trinke ich ohne Rücksicht auf Verluste mein Feierabendbier, denn das habe ich mir heute verdient.

Donnerstag, 26. September 2013

On the road again

... naja, "road" kann man das ja nicht wirklich nennen, denn wirklich on the road bin ich nur übermorgen auf dem Weg von Dubai nach Maskat.

Jetzt sitze ich nach einem sehr kurzen Arbeitstag, an dessen Ende es (um 11.30 Uhr) noch einmal ein bisschen hektischer wurde, schon wieder am Flughafen in Frankfurt.

Meine Ma und meine Ersatzoma waren gekommen und hatten Kuchen aus dem Schwarzwald mitgebracht, der bei bei meinen Kollegen nicht ganz so schlecht angekommen zu sein scheint. Danach waren wir lecker beim Italiener, bis die beiden mich jetzt zum Flughafen gebracht haben.

Nochmal kurz zur Route: In zwei Stunden geht mein Flieger nach Istanbul. Dort habe ich zwei Stunden Aufenthalt, dann geht es weiter nach Dubai, wo ich morgen um 5.45 Uhr Ortszeit ankomme. Danach geht es ins Hotel und nach Dubai (35°C heute), am Nachmittag auch auf den Burj Chalifa.

Irgendwann morgen muss ich dann auch die Busfahrkarte in den Oman erstehen, wohin es am 28. September geht. Zwei Nächte dort, dann fliege ich am 30. September morgens nach Bahrain, habe dort zwölf Stunden Aufenthalt und fliege dann weiter nach Doha in Katar. Auch dort bin ich zwei Nächte, ehe es am 2. Oktober mittags wieder nach Dubai und am 3. Oktober früh morgens wieder über Istanbul heimgeht.

Ich bin sehr gespannt ...

Freitag, 23. August 2013

Glorreiche Idee unter der Dusche

Unter der Dusche kommen einem manchmal sogar ganz gute Ideen (natürlich nur, wenn sie einen abnehmbaren Duschkopf besitzt) ...

Eine dieser Ideen führte dazu, dass in der Karte oben Brasilien nicht mehr orange, sondern hellgrün, und Argentinien, Paraguay und Uruguay nunmehr orange und nicht mehr grau sind.

Chronologie des Erfolges:

Vor ein paar Tagen dachte ich beim Duschen, dass man das Pferd ja auch von hinten aufzäumen könnte: Anstatt erst Karten zu kriegen und dann den Flug zu buchen, machen wir es jetzt so, dass wir erst den Flug buchen und dann auf Karten hoffen ... Klar ist ja, wenn wir Karten kriegen, dass wir größtenteils in Brasilien bleiben (habe gestern auch schon die ersten stornierbaren Hotels gebucht); es ist jetzt aber auch klar, dass wir, wenn wir keine Karten kriegen, eine Süd-Südamerika-Rundreise machen, vielleicht mit einem Abstecher nach Uruguay, nach Argentinien oder nach Paraguay, vielleicht auch in alle drei ... Wundern wäre Letzteres wahrscheinlich keinen Leser dieses Blogs mehr.

Heute habe ich dann von meiner Chefin quasi-grünes Licht gekriegt, um zu buchen, und prompt habe ich das natürlich getan: Jetzt fliegen wir (also, wie immer, wenn bekloppte Touren anstehen, meine Mutter und ich) am 7. Juni 2014 am späten Nachmittag von Zürich nach Rom, und von dort am späten Abend in Richtung Rio de Janeiro. Dort kommen wir am 8. Juni frühmorgens an. Zurück geht es am 28. Juni nachmittags ab São Paulo, sodass wir morgens am 29. Juni in Rom ankommen, dort sieben Stunden Aufenthalt haben, vielleicht zum Kaffeetrinken an die Spanische Treppe fahren, und dann am Nachmittag wieder nach Zürich weiterfliegen.

Das wird lustig ... Und mein Arbeitskollege wundert sich, wieso ich die ganze Zeit vor Freude vor mir herkichere ...

Sonntag, 18. August 2013

WM-Planungen

Wer auf die Karte oben guckt, der wird einen großen orangenen Fleck in Form von Brasilien erkennen  ...

Dort findet nächstes Jahr die Fußball-WM statt. Unsere kleine Reisegruppe wird immer kleiner, inzwischen haben beide Kumpels aus meinem Heimatort abgesagt, sodass die Gruppe im Moment aus meiner Ma und mir besteht.

Ab übermorgen kann man sich für Karten bei der FIFA bewerben, mal gucken, ob wir das wirklich erstmal zu zweit durchziehen oder ob wir noch jemanden an Land ziehen. Ich weiß ja, dass das Ganze nicht so superbillig wird, und deswegen wäre es toll, wenn man sich das Mietauto zumindest durch vier teilen könnte anstatt durch zwei; alles andere geht ja ohnehin pro Person ...

Aber die erste Ticketphase endet ja ohnehin erst am 10. Oktober, sodass noch massig Zeit ist, um sich zu entscheiden und neue Mitreisekandidaten anzuwerben.

Ansonsten müssen wir mal gucken, wohin es dieses Jahr über Weihnachten gehen soll. Ich hatte mit meinem Arbeitskollegen schonmal gesprochen, dass wir beide vielleicht je einen Tag um Weihnachten herumfreimachen wollen. Wenn die Chefs da mitmachen, kämen wir auf sechs volle Reisetage.

Hoch im Kurs steht Lettland, weil die Letten ja zum 1. Januar 2014 den Euro einführen. Da könnte man ein Starterkit abgreifen. Alternativ wäre vielleicht mal wieder der Südosten dran: Dubrovnik in Kroatien oder Ulcinj in Montenegro könnten lohnenswerte Ziele abgeben. Vielleicht machen wir ja auch zum ersten Mal nach hundert Vorankündigungen das, was wir schon immer mal vorhatten: An den Flughafen fahren, buchen, abfliegen ... Endgültiges können wir ohnehin erst Mitte Dezember sagen, wenn ich weiß, ob/wann ich wegkann.

Jetzt freue ich mich aber erstmal auf den Persischen Golf. In fünfeinhalb Wochen geht's los. Ich hoffe nur, dass das mit meinen Flügen dort unten alles geklappt hat. Ich werde es spätestens im Oman erfahren ...

Ja, und zusammen mit Istanbul im März ist auch das nächste Jahr schon wieder ziemlich vollgestopft mit Reisen ... Schön wird's, hoffe ich.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Nicht zum Golfen

... werde ich fahren, dafür an den Golf fliegen - und zwar an den Persischen Golf.

Das Ganze findet Ende September/Anfang Oktober statt, ich habe soeben Nägel mit Köpfen gemacht.

Ich fliege am 26. September, einem nicht ganz normalen Tag für mich, von Frankfurt über Istanbul nach Dubai, wo ich am 27. September morgens ankomme. Den Tag werde ich in Dubai verbringen und mir wohl für die Nacht ein Zimmer suchen ... Am 28. September soll es mit dem Bus nach Maskat im Oman gehen; die Stadt werde ich mir am 29. September angucken. Am 30. September geht es früh los, von Maskat nach Doha mit einem laaaaaangen Umsteigen von 12 Stunden in Bahrain. Dieses Umsteigen habe ich mir gewollt so gelegt und werde es nutzen, um mir einen Eindruck von Manama zu verschaffen.

Am 1. Oktober gucke ich mir dann Doha an, ehe es am 2. Oktober mittags wieder nach Dubai geht und von dort am 3. Oktober morgens über Istanbul zurück nach Frankfurt, wo ich gegen 10 Uhr am Tag der Deutschen Einheit ankomme.

Drei Fluggesellschaften sind in den Spaß involviert, und so wie es im Moment aussieht, nur ein einzelner Reisender, nämlich ich. Drei neue Länder werden es werden, nämlich Oman, Bahrain und Katar. Klar sehe ich von den einzelnen Ländern nicht so wahnsinnig viel, aber nach meiner Erfahrung mit Dubai reicht meistens ein Tag völlig, um die größten Sehenswürdigkeiten der Golfstaaten zu sehen.

Ich freue mich, planmäßig habe ich am Ende der Tour 88 Länder auf dem Konto ...

Samstag, 29. Juni 2013

Sonnenmilch-Alarm

Ja, sorry, wir sind wieder gut in Deutschland gelandet. Unsere gute Heimkehr wurde die letzten Tage gebührend gefeiert.

Unser Taxifahrer war genauso zu früh wie wir, sodass wir schon um 4.50 Uhr zum Flughafen aufbrachen. Die Fahrt war nicht so extrem lang, und nach der Ankunft am Flughafen konnten wir gleich einchecken.

Die erste Sicherheitskontrolle war normal, aber am Gate gab es nochmal eine, die war einfach nur ärgerlich: In den USA kann ein zweijähriges Mädchen nicht ohne Bikini-Oberteil am Strand unterwegs sein, ohne dass die Eltern den Abtransport nach Guantanamo befürchten müssen, aber eine Sicherheitstante im Dienst für eine US-Fluggesellschaft darf eine Leibesvisitation bei einem Mann durchführen?! Ihr Amis, ihr spinnt wirklich. Vor allem, wenn man dann eine (zu große) Sonnenmilchflasche versehentlich im Handgepäck hat, aber die erst den US-Sicherheitsleuten in Atlanta auffällt. Wenn diese zweite Kontrolle wenigstens Hand und Fuß hätte, meinetwegen, aber die war so oberflächlich, dass sie einfach nur ärgerlich war.

Nachdem ich mich wieder halbwegs beruhigt hatte, ging der Flug von Panama nach Atlanta problemlos. Die US-Einreise ging auch ohne Schwierigkeiten durch, naja, und dann saßen wir in Atlanta, tranken noch ein Bierchen und warteten auf den Flieger nach Stuttgart. Die Maschine stand schon seit Stunden da, aber trotzdem hatten die Amis offenbar vergessen, das Essen einzuladen, sodass wir mit einer Stunde Verspätung wegkamen. Unterwegs konnte ich sogar ein klitzekleines bisschen schlafen, um 9.30 Uhr waren wir in Stuttgart.

Ab ging's nach Hause, unter die warme Dusche mit abnehmbarem Duschkopf. Eine einzige Wohltat ...

Die Tour war wie immer: Toll, nicht ganz unanstrengend, sehr vielseitig, einfach schön. Hat großen Spaß gemacht.

Jetzt steht in absehbarer Zeit erstmal nichts an. Vielleicht kann ich meinen Oktober-Urlaub noch ein bisschen verschieben, dann könnte man noch einmal eine Woche wohin ... Mal sehen.

Mittwoch, 26. Juni 2013

Das Beste kommt zum Schluss

Eintragung vom 25. Juni 2013

So lautet die Weisheit. Nun waren die letzten Tagen nicht wirklich schlechter als der heutige, aber der Besuch des Panama-Kanals war doch noch einmal ein Highlight zum Abschluss unserer Reise.

Wir waren heute gar nicht so wahnsinnig früh auf, aber da wir kein Frühstück im Hotel hatten, waren wir wieder einmal zeitig in Panama-Stadt unterwegs. Der Weg zu einer Bushaltestelle erwies sich als einfach, vor allem im Vergleich zum Erfolg unserer Bemühungen, eine Fahrkarte zu kaufen. Liebe Panameños, es ist ja schön, dass ihr modern seid und nur noch mit Chipkarten Bus fahrt. Echt super. Aber dann sorgt doch bitte dafür, dass man diese bekloppte Chipkarte auch irgendwo kaufen kann, zum Henker! Besonders lustig wird es, wenn man nach einigem Suchen und Herumfragen zum Verkaufsbüro der Busgesellschaft geschickt wird, das noch geschlossen hat, der Blick auf die Öffnungszeiten "ab 8 Uhr" verspricht, aber es schon 8.40 Uhr ist. Jaja, ich weiß, lateinamerikanische Pünktlichkeit, scho recht, aber dann schreibt's halt "komme ich heute nicht, komme ich vielleicht morgen" an den Aushang und nicht eine genaue Uhrzeit.

Jedenfalls kam die Dame dann irgendwann, und wir erstanden zwei Busfahrkarten mit je einem Dollar Guthaben. Auf ging's in den nächstbesten Bus (von Busfahrplänen wagte ich schon gar nicht mehr zu träumen) und dann stiegen wir irgendwo in der Nähe des Casco Viejo aus. Beim Aussteigen schoss ein älterer Herr auf uns zu und meinte: "It's dangerous!" Na, halleluja, vielen Dank auch dafür.

Soooo gefährlich war's dann auch wieder nicht, aber ich war schon nicht unglücklich, als wir dann mehrere Touristenpolizisten auf einem Haufen zusammenstehen sahen; jedenfalls war es dann ins Casco Viejo, die Altstadt von Panama-Stadt (nicht die ganz alte Stadt, Panama Viejo, aber die Altstadt der Neustadt, ach, was soll's), nicht mehr weit.
Skyline von Panama-Stadt

Dort kamen wir an und waren beeindruckt, nicht nur von der alten Kolonialarchitektur, die an vielen Orten schon wieder aufgebaut ist und deren Rest vollständig im Wiederaufbau begriffen zu sein scheint (überall Baustellen), sondern auch vom Ausblick auf die Skyline des modernen Panama City. Doch, sehr schick. Nach einem längeren Rundgang mit Blick ins Außenministerium (heute war ein hohes Tier unterwegs, überall Absperrungen und ein bisschen nervöse Polizisten) am Bolívar-Platz, über den Platz der Unabhängigkeit, die Plaza Francia und ein paar andere sehenswerte Gebäude gingen wir gegen 11.30 Uhr frühstücken.

Casco Viejo
Das Essen schmeckte, und danach entschieden wir uns, zu den Miroflores-Schleusen zu fahren. Der erste Taxifahrer wollte uns abzocken (25 Dollar) und zeigte sogar eine manipulierte Preisliste vor. Den ließen wir aber gerne weiterfahren. Ein anderer Taxifahrer verlangte zehn Dollar, und am Ende einigten wir uns auf acht, das war dann mit Gringo-Aufschlag halbwegs angemessen. Es erscheint aber immer ein bisschen unkoscher, welche Schleichwege die Taxifahrer fahren, mitten durch Wohngebiete und hier links, dort rechts über die Tankstelle und mittendurch, aber am Ende kommt man dort an, wo man ankommen möchte, ohne stundenlang im Stau gestanden zu haben.

Panama-Kanal
Der Panama-Kanal ist sehr, sehr beeindruckend. Wir kamen gerade rechtzeitig und konnten den kurzen 3D-Film (der im Wesentlichen aus Propanganda der Sorte "Wir Panameños können den Kanal auch selber betreiben, dafür brauchen wir keine Amis" bestand) begutachten, ehe die erste Schleusung des Nachmittags anstand. Vormittags werden die Containerschiffe vom Pazifik in den Atlantik, nachmittags vom Atlantik in den Pazifik geschleust, nachts dürfen die Kleinen ran, in beide Richtungen. Es ist schon heftig, wenn so ein über 300 Meter langes und 30 Meter breites Schiff mit einem Spielraum von einem guten Meter in die Schleuse gezogen, dann geschleust und schließlich rausgezogen wird. Dafür sorgen Lokomotiven, die das Viech stabil in der Schleuse halten. Sehr ausgeklügelt und funktioniert seit fast genau 100 Jahren so.

Wir blieben viel länger als gedacht auf dem Ausguck, und ehe wir gingen, schauten wir uns noch die - sehr schön gestaltete - Ausstellung über die Geschichte und die Zukunft des Kanals sowie über Wale an (was die Wale mit dem Kanal zu tun haben, erschloss sich uns nicht vollständig, aber sei's drum).

Schlussendlich aßen wir auch noch mit Blick auf den Kanal zu Abend und ließen uns nach der Abwehr eines erneuten Abzockversuches (die 25 Dollar scheinen hier nicht unüblich für den Einstieg zu sein) wieder ins Hotel fahren. (Die Busfahrkarte haben wir also genau einmal benutzt ...)
Skyline vom Hotel-Jacuzzi aus

Hier ging es kurz ins Zimmer und dann hoch aufs Dach, Ausblick genießen. Ja, aus dem Jacuzzi auf die Skyline von Panama City zu gucken, das hat durchaus etwas. Man überzeuge sich selbst.

Es ist 20.30 Uhr, wir sind in sämtlichen Betten, morgen geht der Wecker um 4 Uhr, um 5 Uhr kommt das Taxi, um 8.15 Uhr geht der Flieger. Wenn alles gutgeht, sind wir übermorgen um 8.40 Uhr deutscher Zeit in Stuttgart.

Schee war's ...

Dienstag, 25. Juni 2013

Regenzeit

Eintrag vom 24. Juni 2013

Die Regenzeit heißt Regenzeit, weil es gelegentlich vorkommt, dass es regnet. Dass es aber sowas von Hunde und Katzen aus Kübeln in sintflutartiger Weise herunterplätschert, habe ich selten erlebt ... Aber von Anfang an:

Wir haben heute Morgen das Ausschlafen durchaus genossen, sind dann an den Strand, haben ein letztes Mal gebadet im Pazifik (Pazifik, ich habe vor, in nicht allzuferner Zeit wiederzukommen!), dann gefrühstückt. Schließlich haben wir unser Zeug zusammengepackt, ließen uns zur parada, zur Bushaltestelle, fahren, an der praktischerweise gleich ein Bus kam, und ab ging es in Richtung Panama-Stadt.

Gegen Ende der Fahrt fing es an zu regnen, und als wir in Panama-Stadt am Gran Terminal ankamen, goss es schon ordentlich. Ein Taxifahrer passte uns ab und fuhr uns ins Hotel (er wird uns auch übermorgen um 5 Uhr an den Flughafen bringen). Auf dem Weg brach auf einmal das Unwetter los, als ob die Welt untergehen würde. Der Taxifahrer konnte kaum mehr etwas sehen, das Wasser stand gelegentlich zig Zentimeter hoch auf den Straßen, so richtig lustig war das nicht mehr.

Zum Glück hat unser Hotel ein (kleines) Vordach, sodass wir nicht so derbe nass wurden. Der Check-in ging fix, und dann waren wir auch schon auf dem Zimmer und machten ein bisschen Siesta. Gegen 16 Uhr ließ das Unwetter nach, sodass wir uns auf den Weg machten, ein bisschen die Umgebung zu erkunden.

Ich führte Ulrike sehr souverän einmal im Kreis herum, bis wir endlich eine Art Kneipenmeile hier in diesem Stadtteil gefunden hatten. Die meisten Lokale machen jedoch erst um 18 Uhr auf, aber wir hatten schon um 17.15 Uhr Hunger, sodass wir eine Kneipe nahmen, die schon geöffnet hatte. Dort aßen wir Tintenfischringe in grüner Salsa (was Uli nicht so recht mundete) und Churrasco (ein Stück Rindfleisch) mit einer Meeresfrüchtesoße. Sehr lecker, sehr große Portion, hinterher war ich wirklich satt.

Es war noch halbwegs hell, sodass wir uns zu Fuß auf den Rückweg machten. Uli ging duschen, ich ging nach oben in den Jacuzzi, wo ich eine wunderbare Aussicht auf die Skyline des Finanzdistrikts von Panama-Stadt genoss.

Nun ist es 21 Uhr, und wir sind beide schon in unseren Betten. Morgen gucken wir uns die Altstadt und natürlich den Panama-Kanal an, zudem wollen einige Souvenirs erstanden werden, mal sehen, wie wir das alles unter einen Hut kriegen.

Naja, und übermorgen geht es dann eben schon sehr zeitig zum Flughafen, ehe wir am Donnerstagmorgen deutscher Zeit wieder in Stuttgart landen ...

Montag, 24. Juni 2013

Creo que hemos bebido un poco demasiado

Sí, hola y buenos días, creo que hemos bebido un poco demasiado ...

Naja, ja, ein bisschen viel Mojitos, Cuba libres und Bier waren es heute wahrscheinlich. Trotzdem oder deswegen, wie auch immer, es war ein schöner Tag.

Heute Morgen war ich schwimmen, sehr schön, keine Quallen. Ich kam zurück ins Zimmer, wir gingen frühstücken und an den Strand. Auf einmal großer Quallenalarm: Hallo, Freunde, gestern gab es auch schon Quallen, nur haben wir alemanes nicht so ein, Entschuldigung, Geschiss darum gemacht.

Na gut, wir gingen ein bisschen am Strand laufen, Muscheln suchen, Dämme bauen, die das Meer immer sofort verschlang. Danach liegen auf der Düne, ein Bierchen, ein bisschen Volleyball spielen mit "los campeones", hat großen Spaß gemacht.

Am Nachmittag Bierchen und Cocktails (muchos cócteles) an der Piano-Bar, jetzt Abendessen. Gehe gleich ins Bett. Schöner Tag heute, ganz entspannt, morgen ausschlafen, und entspannt nach Panama-Stadt, wird bestimmt lustig.

Viel Spaß, gute Nacht!

Sonntag, 23. Juni 2013

Rotwild in Panama

Eintragung vom 22. Juni 2013, erst heute Morgen hochgeladen

Playa de Bijao
Blick aus unserem Zimmerfenster
... habe ich heute gesehen, und zwar im Spiegel. Das Rotwild ist übrigens ein Hirsch, der Hirsch bin ich, und ich bin rot. Das Ganze kam so:

Heute Morgen sind wir ganz ordnungsgemäß an den Strand gegangen, nachdem wir beide so gegen 6 Uhr wachgeworden waren. Offenbar waren wir irgendwann trotz música doch eingeschlafen, und ich habe ganz gut gepennt. Ich hatte offenbar ausreichend laut an meiner Plastiktüte herumgeraschelt, dass Uli auch wach wurde. Nun denn, auf in den Kampf. Als wir an den Strand kamen, war ich froh, dass keine anderen Leute dort waren: Offener Mund sieht einfach nicht so toll aus bei Menschen. Der Strand ist, ähem, nunja, ich würde doch fast sagen, ja, fantastisch. Sehr, sehr schick. Sehr ansehnlich ... Doch, gehört zu den besten Stränden, die ich bisher gesehen habe. Der Urwald geht zu beiden Seiten praktisch bis an den Strand, der Strand ist breit, weißer und schwarzer Sand haben sich gemischt, das Wasser war recht ruhig, und das Licht von der gerade aufgegangenen Sonne war toll.

Nicht ganz so toll waren die komischen Quallententakeldingsbumszeug, die im Wasser gelegentlich waren. Als Uli von Nadelstichen sprach, dachte ich, sie fantasiert vor Glück, aber dann spürte ich die Dinger auch an der Hand und am Oberschenkel. Scheißdinger, das, Entschuldigung. Brennen im ersten Moment wie die Sau, sind aber zum Glück nach zehn Minuten bis auf rote Pusteln zurückgegangen, die nicht mehr schmerzen. Diese Viecher trübten aber unser Badevergnügen nicht nachhaltig, allenfalls ein bisschen.

Wir gingen anschließend zum Frühstück, verzehrten sehr leckere Säfte, Chorizos in Blätterteigmantel, Rührei, Maistortillas (sehr trocken) und vielerlei Früchte. Sehr schmackhaft, durchaus. Danach gingen wir wieder an den Pool, und während ich ein bisschen in Richtung Poolbar schwamm, kam Ulrike zu Fuß hinterher. Nun stand sie an der Bar, während ich im Wasser auf gefliesten Barhockern saß. Wenn das Poolwasser noch wärmer gewesen wäre, hätte ich gedacht, ich bin in Island. Nachdem wir von unserem, nun, sehr fürsorglichen Barkeeper am frühen Morgen zum Bierkonsum genötigt wurden (eigentlich wollten wir jeweils eins trinken, am Ende hatte ich, glaube ich, vier geleert und Uli zwei, und es war noch nicht einmal elf Uhr ...), gingen wir wieder an den Strand. Ich hielt es nicht lange im Liegestuhl aus, ging ins Wasser, holte mir wieder meine Packung Quallen ab und ging in den Pool, um dort das Ganze ein bisschen zu kühlen. Unglücklicherweise, für mich, spielten da gerade ein paar Leute Wasser-Volleyball, und nach ein paar Minuten Zusehen brauchten sie einen achten Mitspieler, den sie in mir schnell fanden.

Wer mich kennt, weiß, wie ich es hasse, wenn Sonnencreme an den Klamotten klebt. Also verteilte ich heute nur auf Gesicht und Kopfhaut, Arme und Beine meine Sonnencreme, da ich ja ohnehin immer nur kurz zum Baden im Wasser wäre und danach wieder mein Strandhemd anziehen würde. Naja, das Wasser-Volleyball-Spiel machte großen Spaß, und ich kam etwa zwei Stunden später aus dem Wasser. Also, ja, ich gebe es zu, ich bin ein Hirsch (ich liebe diese Beschimpfung, die mein Chef gerne ausstößt), und heute halt ein roter noch dazu.

Der Tag war trotzdem noch jung, wir machen einen Spaziergang am Strand entlang, auf dem uns kein einziger Mensch begegnete, wir aßen (Ulrike ein bisschen von allem, ich typisch amerikanisch Burger und Hot Dog), tranken (Bier, Cocktails und gelegentlich auch Nichtalkoholisches) und verbummelten sehr erfolgreich den ersten richtigen Erholungstag nach sechs mehr oder weniger anstrengenden Reise- und Städtetourtagen.

Jetzt geht es zum Abendessen, und dann werden wir uns vielleicht noch ein bisschen in das Nachtleben stürzen, das die Panameños hier veranstalten. Schlafen können wir eh nicht so schnell, da kann man dann ja gleich mitmachen. Ich bin überrascht, wie wenige Amerikaner hier sind (oder sie fallen ausnahmsweise nicht so auf). Zumindest am Wochenende scheinen viele aus Panama-Stadt und Umgebung hier an die Strände zu fahren, und da wird dann Party gemacht. Wir waren heute Morgen an der Poolbar weder die Ersten noch die Einzigen, die alkoholische Getränke zu sich genommen haben. DIe Einheimischen hielten sich aber in der Regel nicht mit Bier auf, sondern stiegen gleich mit Piña Colada und Mojito ein. Gestern Abend haben wir noch ein bisschen panamaischen Rum trinken wollen, bekamen wir auch, aber halt gleich als dreifachen oder so. Lecker ist er auf alle Fälle, der Abuelo Añejo.

Das heute war ein sehr, sehr schöner Tag, ich freue mich sehr auf morgen, aber nicht auf übermorgen, denn dann heißt es leider schon wieder Abreisen. Obwohl, Panama-Stadt sah aus dem Flieger nun auch nicht so unspannend aus. Naja, und am Mittwoch geht es dann schon wieder gen Estados Unidos y Alemania.

Ein Nachtrag noch von unserem "It's-not-even-a-jet"-Ami: Der war als Zivilist bei den US-Streitkräften in Deutschland und schwärmte uns vor von Frolleins und Äsbäck-Öhalt (Asbach-Uralt) ...

Samstag, 22. Juni 2013

Oh, wie schön ist Panama

Bericht vom 21. Juni 2013, erst heute Mittag hochgeladen

So, ein langer, anstrengender, aber auch sehr schöner Tag geht zu Ende.

Heute Morgen ging ich erst noch einmal in Ruhe schwimmen, im kühlen Pool und im warmen Jacuzzi. Wieder kümmerte sich keiner drum, dass ich mich nicht um die Öffnungszeiten scherte. Nach dem Duschen gingen wir ebenso in Ruhe frühstücken, ehe wir auscheckten (ein Telefonat war noch fälscherlicherweise auf das Rechnung, wurde aber anstandlos zurückgebucht). Unser Boy hatte uns schon ein Taxi gerufen, sodass wir ohne größere Umwege am Flughafen von San José ankamen.

Die Costaricaner nehmen es auch von den Lebenden: Die Ausreisegebühr von 29 US-Dollar pro Person muss man nämlich persönlich berappen (normalerweise ist die in den Tickets schon enthalten). Der Check-in ging relativ problemlos, die Sicherheitskontrolle auch und eine Ausreisekontrolle gab es nicht (kein Stempel ...). Wir waren viel zu früh am Gate und daher die Einzigen, die dort zu relativ früher Stunde warteten. Es kamen aber auch nicht mehr so viele: Wir wurden vom Bus abgeholt und zu dem kleinen Klepper von Air-Panama-Maschine gefahren. Dem Amerikaner neben uns entfuhr ein "Oh shit, it's not even a jet." Das war völlig richtig, denn es handelte sich um eine Propellermaschine. Danach gingen wir eineinhalb Dutzend Leute an Bord. Die Sicherheitsansage war hochgradig oberflächlich und ohnehin nur auf Spanisch, der Start ohrenbetäubend laut, aber ansonsten ging der Flug recht fix über die Bühne.

"Oh shit, it's not even a jet." Fliegen tut er trotzdem ...
In David landeten wir, das Flugzeug parkte und wir marschierten über das Vorfeld zur Einreisekontrolle. Dieselbe war fix erledigt, und wir mussten unser Gepäck in Empfang nehmen, durch den Zoll und das Gepäck wieder einchecken. Das ging aber alles schneller als gedacht. Die Sicherheitskontrolle öffnete ohnehin erst zehn Minuten später (die Anzahl von Flügen ab David ist seeeehr überschaubar und beträgt etwa fünf am Tag: vier nach Panama-Stadt, eine nach San José), und kaum waren wir durch, ging es schon wieder über das Vorfeld an Bord. Es handelte sich um das gleiche Flugzeug mit der gleichen Stewardess. Obwohl wir formal die gleichen Plätze zugewiesen bekommen hatten wie auf dem Flug von San José nach David, schien freie Platzwahl zu herrschen, sodass ich mich auf den zweiten (freien) Flugbegleitersitz setzte. Ich saß also entgegen der Flugrichtung. Sehr lustig ...

In Panama kamen wir auf dem Inlandsflughafen an und wollten schon zur Gepäckausgabe gehen, als uns bedeutet wurde, dass das gleiche abgesperrte Karree direkt neben dem Eingang vom Flugfeld (das wir auch hier zu Fuß überquert hatten) die Gepäckausgabe war: Wenigstens mussten wir unseren Check-in-Schein vorzeigen, um unsere Koffer zu kriegen. So wird jedenfalls nix geklaut. Wir gerieten an einen Taxifahrer, der gar nicht erst versuchte, uns großartig abzuzocken, als wir zum Terminal Terrestre, also zum Busbahnhof wollten: Von fünf Dollar konnte ich ihn für zehn Minuten Fahrt auf drei herunterhandeln. Alles gut.

Wir kamen am Terminal an, ich bat Uli, kurz stehenzubleiben, damit ich einen Schalter suchen konnte. Nach kurzem Herumirren fand ich den erstbesten Schalter für Busse in Richtung Antón und bezahlte dort 7,80 Dollar für die Fahrt nach Santa Clara. Der Bus fuhr schon fünf Minuten später, sodass ich fix zurückging, meine Reisebegleitung einsammelte und nach dem Erwerb einer Chipkarte zum Bezahlen der Terminal-Gebühr zum Bus ging. Leider war der eingetragene Bussteig völlig falsch, sodass mehrere Leute uns in die richtige Richtung weisen mussten. Schlussendlich kamen wir aber pünktlich zum Bus, der ohnehin zehn Minuten zu spät abfuhr ... In diesem Bus hätten selbst die Ureinwohner Alaskas gefroren, so niedrig war die Klimaanlage eingestellt. Vom kühlen San José ins heiße Panama und dann in den saukalten Bus, das muss man erstmal verpacken. Uns scheint es halbwegs gelungen zu sein.

Die Fahrt war entspannt und problemlos. Nach etwa zwei Stunden bereitete ich mich seelisch und moralisch darauf vor, zwanzig Minuten später "parada" zu rufen, weil wir dann in Santa Clara gewesen wäre, als mir beim Herausgucken aus dem Bus das "Sheraton Bijao"-Schild am Straßenrand auffiel. Wir waren schon wieder unterwegs, aber jemand anderes wollte zum Glück ein paar Meter weiter aussteigen, sodass wir auch mitausstiegen. Nun standen wir an der zweispurigen Panamericana ... Nun denn, wir fingen an, die Strecke zurückzulaufen, und weil uns kein Taxi begegnete, standen wir dann an dem Abzweig zum Hotel. Wir überquerten todesmutig die Straße, naja, und dann standen wir da. Taxis kamen nicht. Plötzlich bog ein Hotelfahrzeug (nicht unseres Hotels!) in die Straße ein, Uli winkte dem Fahrer zu, der hielt an, fragte, wo wir hinwollten, und lud uns dann ein. Sehr freundlich, er wurde natürlich mit einem ordentlichen Trinkgeld belohnt.

Das Hotel ist, soweit wir das jetzt schon beurteilen können, toll. Wir waren eben schon am Strand und mit den Füßen im Wasser, nachdem wir zu Abend gegessen hatten. Zum Absacker gab es Rum aus Panama namens Abuelo, also Großvater. War sehr lecker.

Nun ist es hier 22 Uhr, und der Animateur draußen am Pool brüllt noch ein bisschen rum, aber trotz der Störung werden wir heute Nacht gut schlafen können, denke ich. Und morgen geht es dann in den Pazifik. Das wird schön.