Meine Länder

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Sonntag, 4. Januar 2026

Nicht so gut ins neue Jahr gestartet

... bin ich am 1. Januar, sodass meine geplanten Touren am 1., 3. und 4. Januar ausgefallen sind bzw. arg verkürzt wurden. Jetzt bin ich aber auf dem Weg nach Hannover, allerdings über Salzburg, mal sehen, was das wird - lesetechnisch wird das heute aller Voraussicht nach ein Liveblog, aber erstmal rekapituliere ich die letzten Tage ...

31. Dezember
Der Flug von Istanbul nach Stuttgart war eigentlich ganz gut, einmal hat es ein bisschen gewackelt gehabt (aber das war, glaube ich, schon auf dem Ercan-Istanbul-Flug, wenn ich jetzt so darüber nachdenke), ich guckte ein bisschen Serien (bei diesen ganzen Superman-Ablegern bin ich inzwischen komplett raus, wie ich festgestellt habe), ich aß Pasta - und wir landeten sehr pünktlich.

Die Ankunft des Flugzeuges muss für die Bundespolizei eine echte Überraschung gewesen sein, denn die elektronische Einreisekontrolle wurde erst aufgemacht, als sich schon längst Schlangen gebildet hatten - sowas finde ich immer wieder unfassbar - zumal es für die Bundespolizisten ja auch einfacher ist, wenn das alles elektronisch läuft für die EU-/Schengen-Bürger, und sie sich daher auch schneller wieder ihrer derzeitigen Hauptbeschäftigung widmen können, nämlich der Belästigung der Einreisenden an den Schengen-Binnengrenzen ...

Im Gegensatz zur Bundespolizei war die Gepäckabfertigung auf Trab, denn unser Gepäck kam sehr schnell - so schnell, dass wir, wenn wir uns jetzt beeilen würden, vielleicht noch die Chance auf den Wiizemersteg hätten und damit die unregelmäßige Tradition, das neue Jahr mit einem Fuss (!) in der Schweiz und einem Fuß in Deutschland zu beginnen, etwas regelmäßiger machen könnten.

Der Zoll belästigte uns erwartungswidrig nicht (naja, nein, okay, der deutsche Zoll an den Flughäfen ist ja meist wirklich vernünftig), und dann sprinteten wir fast schon zum Auto. Ich latschte erstmal genüsslich in Hundekacke und entfernte die notdürftig von der Schuhsohle, dann machte die Ausfahrt am Parkhaus blöd, weil der QR-Code nicht gelesen wurde (am anderen QR-Code-Leser ging es dann), aber danach waren wir schließlich unterwegs mit voraussichtlicher Ankunft um 0.03 Uhr am Wiizemersteg.

Ich fuhr auf gut geräumter und gestreuter Autobahn, die insgesamt leer, aber nicht so leer war wie 2011, als wir von Berlin nach Jena fuhren, mit konstant 140 Sachen in Richtung Süden, die Baustellen waren offenbar schon einkalkuliert, und langsam, aber sicher fiel die Ankunftsanzeige noch in den 31. Dezember hinein.

Am Ende kamen wir um 23.58 Uhr oder so am Wiizemersteg an, das Selfie mit Muttern war laut Telefon von 23.59 Uhr und 48 Sekunden entstanden, und also standen wir um Mitternacht auf dem Wiizemersteg (diesmal ohne Prosecco, aber das ist wurscht) und umarmten uns auf ein gutes neues Jahr.

Dieses gute neue Jahr wünsche ich auch den Leserinnen und Lesern an dieser Stelle!

Blick aus dem Flieger auf Bosporus und die drei Brücken
Wiizemersteg (von Schweizer Seite ...)

1. Januar
Ab da ging es nur noch bergab. Ich verspürte schon im Auto den Drang, eine Toilette aufzusuchen, und dem kam ich nach, als wir in Bonndorf angekommen waren. Wir gingen noch in den Schnitzer, verließen diesen aber noch einem Bier wieder, weil es mir rapide schlechter ging - und die Neujahrsnacht 2026 gehört zu den furchtbarsten in meinem Leben, und wenn man die (äußerst, äußerst wenigen, höhö) Nächte herauszählt, in denen ich einfach - das wird man mal so brutal sagen müssen - zu viel gesoffen hatte, dann war das womöglich die schlimmste.

Um 5.30 Uhr schlief ich dann plötzlich vor Erschöpfung ein, und als ich um 12.30 Uhr oder so aufwachte, ging es mir überraschend deutlich besser.

Ich weiß nicht, was das war, ich habe ja die Pasta im Flieger im Verdacht, Turkish Airlines aber (die habe ich angeschrieben) hatte keine anderen Fälle und meinte auch, dass eine Lebensmittelvergiftung eher zwischen 12 Stunden und fünf Tage dauere, bis sie zum Vorschein käme. Sei's drum, war nicht schön ...

Dementsprechend fiel die Frankreich-Österreich-Tour, die ich im Auge gehabt hatte für den Neujahrstag, ins Wasser, weil ich mich erst einmal erholte.

Auch der für den 2. Januar geplante Beginn der Übernacht-Tour nach Aachen (mit Belgien und den Niederlande), Luxemburg und nach Dänemark wurde abgesagt, damit ich wenigstens dieses Wochenende vernünftigen Schlaf habe.

Gestern aber, am 3. Januar, ging es mir schon wieder wesentlich besser, sodass ich mich auf nach Breisach machte, auf dass ich die Rheinbrücke überqueren und nach Frankreich gehen würde.

Ich fuhr mit dem Bus nach Neustadt, von dort nach Freiburg und setzte mich schließlich in die S-Bahn nach Breisach. Aufgrund eines Kupplungsdefektes wurde die Zugreihenfolge aber geändert - ohne gute Durchsage (mag auch sein, dass ich sie aufgrund der Kopfhörer auf meinem Ohr überhört habe ...), sodass ich plötzlich im falschen Zugteil nach Endingen saß.

Am Klinikum stieg ich - zügig laufend - in den anderen Zugteil um, sodass ich schließlich gut in Breisach ankam und in Richtung Frankreich lief. Am Rhein zog es ganz schön, obwohl es offiziell Plusgrade waren (naja, ein Plusgrad ...), da habe ich jetzt das erste Mal gespürt, dass meine Haarpracht früher dann doch ganz gut geschützt hat ...

Ich betrat französischen Mutterboden - als drittes Land dieses Jahr -, wurde auf dem Heimweg überraschenderweise nicht von der Bundespolizei belästigt und hatte jetzt so viel Zeit, weil ich den früheren Bus nach Bonndorf knapp verpassen würde, die aber nur alle zwei Stunden fahren, dass ich mich entschied, noch an den Badischen Bahnhof in Basel zu fahren und mir die erste Rivella des Jahres zu kaufen.

Gesagt, getan, ich reiste zunächst staats-, dann auch zollrechtlich in die Schweiz ein (zum zweiten Mal dieses Jahr), erwarb die originale Rivella und fuhr dann zurück nach Freiburg. Sowohl im ICE von Freiburg nach Basel als auch im ECE von Basel nach Freiburg wurden wir von Kindern gut "unterhalten" (teilweise sogar im Ruheabteil, sowas verstehe ich halt wirklich nicht), aber da wurden halt die Kopfhörer auf laut gestellt, passt schon ...

In Freiburg sprang ich in meine S-Bahn und wollte die Rivella wegbringen, was auch funktionierte. Was nicht funktionierte, war das laufende Wasser am Waschbecken der Zugtoilette. Die zweite Toilette im Zug war gesperrt, also stieg ich aus, um mir im Gegenzug zumindest die Hände zu waschen; der fuhr aber in dieser Sekunde ab. Also lief ich zum nächsten Gleis, da fuhr eine S-Bahn in Richtung Seebrugg, die fuhr aber auch bald ab. Das war mir egal, weil die Richtung ja stimmte, konnte mir dort - im zweiten Versuch - endlich die Hände waschen - und stieg dann in Titisee in den richtigen Zug nach Neustadt um.

Das mit dem Bus klappte dann auch, und nach Fußball- und Dartsgucken ging ich dann ins Bett.

Auf dem französischen Kopf der Julius-Leber-Brücke

4. Januar, 10.01 Uhr, zwischen Donaueschingen und Ulm
Ich hatte ja überlegt, ob ich heute Nacht Football gucke, hatte mir aber keinen Wecker gestellt und wachte auch erst um kurz vor sieben Uhr auf. Dann kam ich auf die Idee, dass ich doch nochmal schauen könnte, ob ich heute doch nach Hannover komme und vielleicht noch Salzburg mitnehmen könnte.

Das würde klappen, wenn ich jetzt duschen ginge und meine Ma mich dann nach Döggingen bringen würde, wo ich auf den Zug nach Donaueschingen aufspringen würde.

Ich duschte, meine Ma war zum Glück auch schon wach, und so verließen wir gegen 8.15 Uhr das Haus. Natürlich waren wir - trotz winterlicher Verkehrsverhältnisse - viel zu früh in Döggingen, aber kurz vor Ankunft des Zuges stieg ich aus dem Auto aus. Meine Ma fuhr heim, ich stieg in den Zug.

Der Umstieg in Donaueschingen klappte gut, der Anschluss nach Ulm stand schon da, ich fand einen Platz am Tisch und hoffe jetzt, dass mit den Anschlüssen in Ulm und München alles gut klappt, damit ich schließlich in Salzburg, wo ich planmäßig nur 14 Minuten zum Umsteigen habe, gut den Eurocity zurück nach München und dort den ICE nach Hannover erwische, sodass ich heute gegen 23 Uhr in meiner Bude wäre ...

Darüber berichte ich aber im Zuge des heutigen Liveblogs ...

Schnappschuss heute aus dem Zug

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4. Januar, 12.13 Uhr, zwischen Ulm und Augsburg
Joa, das war gerade mal wieder eng: Der Zug war in Donaueschingen mit fünf Minuten Verspätung losgefahren, und das wurden auf den teilweise einspurigen Strecken, bei denen immer wieder auf einen entgegenkommenden Zug gewartet werden musste, immer mehr: Am Schluss hatte ich rechnerisch vier Minuten Umsteigezeit in Ulm.

Es wäre normalerweise nicht schlimm gewesen, wenn ich den 12.02-Uhr-ICE verpasst hätte, weil eine halbe Stunde später noch ein ICE gefahren wäre, mit dem ich in München wieder den ursprünglichen Anschluss nach Salzburg erwischt hätte; der wurde auch bis kurz vor Ulm als pünktlich angezeigt.

Als wir aber um 11.58 Uhr in Ulm einfuhren, war der spätere ICE plötzlich auch als um eine Viertelstunde verspätet angezeigt - und dann hätte es für den Anschluss in München nicht mehr gereicht. Also sputete ich mich doch, erwischte noch den schon bereitstehenden 12.02-Uhr-ICE nach München und gucke jetzt halt, dass ich in München was zu essen kriege, denn so langsam habe ich ein Frühstück-Mittagessen-Hüngerchen, obwohl ich gestern ein sehr ordentliches Abendessen hatte ...

Mal gucken, ob die planmäßig 14 Minuten in Salzburg zum Umsteigen reichen; sonst hätte ich auch da schon einen Plan B, keine Sorge ...

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4. Januar, 13.51 Uhr, zwischen München und Rosenheim
So, ich habe mich spontan umentschieden und fahre nicht nach Salzburg (denn dort war ich schon mit der Bahncard 100), sondern nach Kufstein. Das ist auch in Österreich (das war ja Sinn des ganzen Umweges heute), da war ich noch nicht, da fahre ich am Inn entlang, das wird schön, hoffe ich ...

Einziges Manko ist, dass mein östlichster Punkt dieses Jahr dann noch immer in Deutschland liegen wird, nämlich in Kiefersfelden, wo die Bahnlinie kurz vor Österreich nach Südwesten abbiegt. Aber das wird nicht der östlichste Punkt dieses Jahr bleiben, da bin ich recht sicher ...

Ich habe eben in München zwei "Fehler" gemacht. Der erste Fehler war, dass ich nicht in den Railjet der ÖBB nach Kufstein eingestiegen bin, der nach Bologna fährt, denn mit dem wäre ich eine halbe Stunde früher in Kufstein gewesen, nachdem ich extra noch beim Reisezentrum nachgefragt hatte, ob ich mit der Bahncard 100 auch den Railjet benutzen darf (für die Rückfahrt). Und danach habe ich ein Brötchen mit "Fleischkäse" bestellt; da das ja hier Leberkäse heißt, hast der Typ mich nicht verstanden und mir ein Brötchen mit Käsekrainer verkauft. Das habe ich erst zu spät gemerkt, aber am Ende war's mir so auch recht ... Und ein Fle..., äh, Leberkäsebrötchen kriege ich auf dem Rückweg sicherlich auch noch ...

Achso, und mit Kufstein statt Salzburg bin ich - wenn alles gutgeht - sogar eine Stunde früher in Hannover. Das kann auch nicht schaden ... 

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4. Januar, 15.30 Uhr, zwischen Kufstein und Rosenheim, schon wieder in Deutschland
Jo, das war ein kurzer, halbstündiger Abstecher nach Kufstein - aber der hat sich gelohnt! Bei Kaiserwetter konnte ich ein bisschen vom Inn, von der Festung Kufstein - und durch schlecht geputzte Fenster, deswegen auch keine Fotos davon - von den (Vor-)Alpen sehen.

Während der Fahrt nach Kufstein stiegen noch zwei von der Bundespolizei ein; wenn die nicht gerade Europa kaputtmachen, scheinen das sogar ganz normale Menschen zu sein, wenn man sie so ein bisschen belauscht ...

In Kufstein machte ich dann einen kleinen Spaziergang über den Inn in die Altstadt, in der überall sehr charmant mit "Besitzstörungsklagen" gedroht wird, die aber ansonsten einen schönen ersten Eindruck macht. Ich war versucht, einen Glühwein zu trinken, nahm dann aber doch Abstand und machte mich dann doch schon einigermaßen bald auf zurück zum Bahnhof.

Dort war ich in der Lage - noch an einem schönen Papier-Wagenreihungsaushang -, den besten Einstieg zu eruieren (pssst, nicht verraten: An den Enden des Zuges ist meist noch ein bisschen Platz.) - und, guck an, ich bekam noch einen Platz mit freiem Nebensitz für mich ...

Wir sind gleich in Rosenheim, bisher haben weder die Bundespolizei noch der Schaffner sich blicken lassen - in München habe ich fast eine Stunde Zeit, die ich womöglich nutzen werde, um mal auf den Marienplatz zu fahren und dort eine Bayern-Flagge oder so anzuzünden ... Wie? Keine gute Idee? Och menno, nix darf man mehr! Aber auch darüber werde ich berichten, wenn ich im ICE nach Hannover sitze.

Impressionen aus Kufstein:







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4. Januar, 17.36 Uhr, zwischen München und Nürnberg

Sowohl die Bundespolizei als auch die Schaffnerschaft ward nicht gesehen, aber kurz nach der Ankunft in Deutschland lud der Zug, der pünktlich aus Bologna angekommen war, natürlich Verspätung auf.

Mir fiel zu spät ein, dass ich auch schon in München-Ost hätte aussteigen können/sollen, weil ich ja sowieso zum zwischen Ost und Hauptbahnhof gelegenen Marienplatz wollte, aber als es mir einfiel, waren die Türen schon wieder zu ... Nun denn, ich irrte am Hauptbahnhof herum, weil die Beschilderung zur S-Bahn dort zwischen verwirrend und besch...eiden ist, aber am Ende fand ich den S-Bahnsteig und fuhr zum Marienplatz.

Naja, was soll ich sagen? Sooooo hässlich ist München nun auch wieder nicht. Die Rathäuser und die Frauenkirche sind schon ganz ansehnlich, und dass es überall Maronen gibt wie in Istanbul, muss auch ein gutes Zeichen sein. Am Bayern Store, der das gute Gesamtbild natürlich gleich wieder sehr wesentlich beeinträchtigt hat, habe ich mich zurückhalten können und nichts angezündet, sonst hätten Dobrindts ..., ach, ne, der ist ja nicht zuständig ..., dann Herrmanns Schergen gleich wieder was zu tun gehabt.

Ich lief noch in Richtung Karlsplatz (Stachus), bevor ich dort wieder in der S-Bahn verschwand und zum Hauptbahnhof zurückfuhr. Dort trank ich in der Lounge noch was, bekam aber keinen Sitzplatz und ging dann recht früh zum Gleis. Das war gar nicht so schlecht, denn so habe ich jetzt im BahnBonus-Bereich einen guten Sitzplatz am Vierer bekommen, vis-à-vis sitzt einer, das passt schon ...

Um 21.32 Uhr bin ich planmäßig in Hannover und dann womöglich schon so gegen 22 Uhr im Bett, das hat sich dann voll gelohnt heute ... War ein schöner Ausflug!

Impressionen aus Minga:







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