Meine Länder

Meine Länder
Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht,
Länder in hellgrün sind fest geplant,
Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate.

Sonntag, 8. Februar 2026

Nicht ganz gelangt

... hat es zum Sechs-Länder-Tag heute, weil ich in Schaffhausen den ganz frühen Zug nach Basel (sehr deutlich) verpasst habe; dann hätte es (ganz vielleicht) noch reichen können, nach Weil am Rhein zu fahren, mit der Straßenbahn zur Dreiländerbrücke zu pilgern und auch noch Frankreich mitzunehmen. Das klappte nun nicht, aber wenigstens wurden es mit Italien, der Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Deutschland heute mal wieder fünf Länder - und Liechtenstein ist das zehnte Land dieses Jahr, da muss ich nächste Woche auf dem Heimweg aus Antholz nicht unbedingt noch einen Abstecher nach Liechtenstein machen ...

Ich war dann gestern auch zeitig im Bett und schlief ganz okay durch (träumte aber auch dieses Nacht größten Mist), um 9 Uhr frühstückten wir wieder lecker mit italienischer Salami und Käse, Panettone wurde auch wieder mit Marmelade verfrühstückt, und den zweiten Morgen in Folge mit Cappuccino habe auch überlebt.

Gegen 10 Uhr waren wir unterwegs, ich wollte die Maut sparen und über Staatsstraßen bis zur Grenze kommen, am Ende landeten wir doch (mit Maut ...) auf der Autobahn, aber 2,50 Euro können wir verschmerzen nach diesem schönen, aber nicht ganz billigen Wochenende ...

Der Grenzübertritt in Como/Chiasso dauerte ein bisschen, klappte aber für uns dann problemlos, und hinter Bellinzona fuhren wir nicht in Richtung Gotthard, sondern in Richtung San Bernadino. Auf der Alpensüdseite hatten wir bestes Wetter und grandiosen Blick auf die Berge (Fotos haben wir mangels Parkplatz und Zeit - ich wollte möglichst noch die Chance auf Frankreich wahren ... - keine gemacht), der San-Bernadino-Tunnel kam uns kurz vor, bergab war ich ein einziges Verkehrshindernis, weil die auch die Schweizer Südländer bei 80 nicht 80 fahren, aber da mussten sie durch ...

Liechtenstein wurde in Ruggell, Österreich in Nofels kurz beführt (mitsamt Foto von der Grenzplakette), dann ging es über St. Gallen in Richtung Schaffhausen. Da ich den Zug nun verpasst hatte, fuhren wir - auch zwecks Tanken in Deutschland, die Tanksituation spitzte sich dermaßen zu, dass meine Ma ständig Blick mit Giftpfeilen in meine Richtung sandte - in Richtung Erzingen und, da wir dort keine Tankstelle fanden, in Richtung Tiengen.

Mit Sprit für 10 km im Tank fanden wir eine Tankstelle, tankten voll und fuhren dann zum Tiengener Bahnhof; dort stieg ich in die Regionalbahn nach Basel ein, wo ich pünktlich ankam. Gleich zwei Rivella wurden gekauft, zumal ich noch auf die Freunde treffe, die mit mir ein Stück in Richtung Norden fahre, und ein bisschen Flüssigkeitsdefizit habe ...

Das war ein wunderbares Wochenende, mit dem wirklich tollen Eishockeyspiel, bei dem wir viel von dem Sport mitbekamen, und auch mit der kleinen Sightseeingtour in Mailand mit Dom, Gallerie und Canali. Die Gastgeberin in Lomazzo war ganz besonders toll und kriegt eine meiner seltenen 10er-Bewertungen - das den Verkehrsmitteln nach und in Mailand klappte auch problemlos, und das Essen war sowohl in Lomazzo als auch in Mailand grandios. Klar nehmen die Italiener (gerade in Mailand bei Olympia) auch mehr als nur Almosen, aber wenn das Essen halt gut ist, zahlen jedenfalls meine Ma und ich das gerne ...

Ich freue mich schon sehr auf nächstes Wochenende und hoffe, dass das mit Curling und Biathlon ähnlich klasse wird.

Nur ein Foto heute als Beweisbild von der Grenzplakette zwischen Österreich und Liechtenstein, ausnahmsweise mal am Tag ...:


Falls auf der Fahrt nach Hannover nichts Außergewöhnliches mehr passiert, war es das dann für heute - einen Olympia-Gesamterlebnis-Bericht wird es aber womöglich nach dem nächsten Wochenende noch geben ...

Samstag, 7. Februar 2026

Olympia der langen Wege

So sagt man zu den diesjährigen Olympischen Winterspielen, weil es offenbar erstmals zwei offizielle Austragungsorte gibt, die allerdings etliche Stunden Fahrtzeit voneinander entfernt sind. Die Aussage trifft aber auch auf die Fußwege hier in Mailand auf dem Weg zum Eishockey an der Messe zu, denn von der Messe-Station der Metro bis zur Halle waren es bestimmt 1,5 km - und die scheuchte ich meine arme Ma hin und zurück, anfangs in meinem Tempo, bis sie mir (beinahe) alle Schand gesagt hätte, dann klappte das auch besser.

Das Frühstück heute Morgen hatten wir auf 8 Uhr erbeten, das klappte auch sehr gut, eine asiatische Familie saß noch mit im Frühstücksraum, und nach dem Genuss von italienischer Wurst und Panettone brachen wir um 8.30 Uhr auf. Ich fuhr meine Ma zum Bahnhof (wir ahnten, dass das heute sowieso noch ein anstrengender Tag werden würde), fuhr dann zurück zur Unterkunft und lief die Viertelstunde zum Bahnhof. (Die Hauswirtin hatte uns auch angeboten, uns zum Bahnhof zu fahren, aber das wollten wir nicht auch noch annehmen. Und am Bahnhof parken wollte ich auch nicht, weil wir in Mailand ja vielleicht noch ein oder zwei alkoholische Kaltgetränke zu uns nehmen wollten.)

Der Bahnhof hier in Lomazzo wird umgebaut, sodass man die Tickets in der Bahnhofsbar kaufen muss. Das klappte auch problemlos (auch wenn die Beschilderung handschriftlich war); das Problem war nur, dass man die Dinger offiziell vor dem Besteigen des Zuges elektronisch entwerten muss - allein, ich fand keinen Entwerter. Eine junge Frau erbarmte sich und versuchte zu helfen, wusste aber auch nicht recht, wo so'n Ding stand, sodass ich noch einmal in der Bar nachfragte. Die Tante sprach nur Italienisch, aber ich glaubte zu verstehen, dass das schon so okay sei und die Schaffner wüssten, dass wegen der Bauarbeiten in Lomazzo keine Entwertung möglich sei.

Wir stiegen also ein und saßen die ganze Zeit ein bisschen auf heißen Kohlen, aber kein Schaffner ward gesehen, und als wir in Mailand aus dem Zug stiegen, rannten wir schnell weg, damit uns da keiner mehr aufhalten konnte. Nein! Natürlich nicht ...

Wir gingen ein paar Schritte und fuhren mit der Metro vom Bahnhof Cadorna zur Messe. Die Fahrkarte in der Metro ist - sehr praktisch - eine Kreditkarte, die wir eifrig nutzten - wenn alles gutgegangen ist, zahlen wir für unsere insgesamt vier Fahrten heute den Tageskartenpreis - so mag ich das!

Schon im U-Bahnhof muss man ein paar hundert Meter überwinden, und als wir diesen verlassen hatten, kamen wir gleich in die erste Sicherheitskontrolle. Das Ganze ist aber, öhm, eher oberflächlich, auch wenn Röntgenmaschinen in Betrieb sind ...

Danach ging es weite, weite Wege unter dem zugegebenermaßen hübschen Dach in Richtung Halle; unterwegs kauften wir noch ein Käppi für teuer Geld - und im Eifer des Gefechts wurde es eher eine Kindergröße, die mehr schlecht als recht auf meinen Dickschädel passt ...

Es kam noch eine zweite Sicherheitskontrolle (katarische Polizisten und Soldaten waren auch da!), auch nicht wesentlich tiefgründiger (insbesondere wirst du zwar persönlich mit so einer Sonde abgetastet, aber mein Anorak, den ich über den Arm trug und dann auf den Tisch legte, war dem Typen herzlich egal - alles eher aktionistisch, mal wieder ...). Der Eingang zum Eishockey ist recht unscheinbar, fast wären wir in Richtung Eisschnelllauf weitergelatscht, es gab noch einmal eine Ticketkontrolle, aber dann waren wir in der Messehalle ...

Da war jetzt ein bisschen mehr Platz, wir gingen aber zügig auf unsere Plätze - ganz oben unterm Hallendach, und ein Lüftungsrohr (gut abgepolstert!) verlief direkt über meinem Kopf, sodass ich beim Torjubel (oder beim Protestieren!) immer da anstieß - da konnte nix passieren, es war weich, aber ein bisschen komisch fühlte es sich doch an, so ein Damoklesrohr über einem schweben zu haben ...

Wir waren ungefähr eine Stunde vor dem Spiel da, bald kamen die Spielerinnen zum Warmmachen, die Lightshow vor dem Spiel war auch schick, Hymnen gab es keine, und um Punkt 12.10 Uhr ging das Spiel los. Um 12.11 Uhr führte Deutschland schon, denn das 1:0 fiel nach 44 Sekunden. Jubel!

Die insgesamt 3.777 Zuschauer machten ganz vernünftige Stimmung, es waren viele Deutsche und auch viele Japaner da, aber auch Amerikaner, Tschechen und hastenichtgesehen. In den Unterbrechungen wurde viel englischsprachige Musik und gelegentlich auch italienische Klassiker (volare, ohoh!) gespielt, das haben sie sich von den Franzosen von vor zwei Jahren abgeguckt ...

Wir waren froh, den Puck regelmäßig zu sehen (außer, wenn die Spielerinnen am Eisrand eher Ringen denn Hockey betrieben), die drei deutschen Tore im ersten Drittel fielen direkt vor unseren Augen (Tor! Tor! Tor!), und dann war nach kurzweiligen 20 Netto-Minuten schon erste Halbz..., achso, ne, Drittelpause. Höhö.

Das zweite Drittel ging gut weiter, Deutschland führte schnell 5:0, die spielten recht gut - aber fast so gut gefielen uns a) die Eismaschinen und vor allem b) das Putzgeschwader, das wie ein Eisballett immer wieder das von den Schlittschuhen abgeschabte Eis aufsammelte und dazu mit größeren Schneeschaufeln im Formationsflug über das Eis fuhr ...

Ende des zweiten Drittels schoss Japan binnen 22 Netto-Sekunden (!) zwei Tore, das erste im Powerplay, das zweite in unmittelbarem Anschluss, da war ich dann froh, dass die deutschen Spielerinnen sich in die Drittelpause retteten.

Auch im dritten Drittel blieb es kurzweilig, auch wenn keine Tore mehr fielen, aber das war ganz okay, denn so hatte Deutschland am Ende 5:2 gewonnen und alle Chancen aufs Viertelfinale offengehalten (da gibt es dann aber wahrscheinlich sowieso gegen Kanada oder die USA auf die Mütze) ...

Die Spielerinnen wurden bejubelt, dann ging es den langen Weg zurück zur Metrostation. Die Toiletten waren anzahlenmäßig ein bisschen dünn vertreten (lange Schlangen, selbst bei den Männern, aber noch mehr bei den Frauen), aber wir hatten eh zu wenig getrunken, sodass wir es noch aushielten.

Mit der Metro ging es nun zum Domplatz, und der Mailänder Dom ist halt nun einmal schon hübsch anzugucken. Auch die Galleria Vittorio Emanuele II ist sehenswert, nur sahen das halt auch viele, viele Menschen auch so! Schließlich war es uns zu voll (und zum Essen auch zu teuer), sodass wir uns zügig wieder zur Metro zurückzogen, zum Bahnhof Cadorna zurückfuhren, dort umstiegen und schließlich bei den Canali landeten.

Nach ein bisschen Sightseeing am größeren Canale und Google-Recherche setzten wir uns in ein Bistro - und das war eine gute Entscheidung!

Meine Ma aß nur Rindertatar, ich bestellte Ossobuco mit Risotto milanese, beides war ganz großartig, und das italienische Bier dazu war auch trinkbar. Zum Nachtisch gab es Crema catalana für meine Ma und cannoli, beides nicht so richtig lombardisch, aber beides sehr lecker ...

Spätestens jetzt hatte ich meine Ma aber rechtschaffen kaputtgekriegt, sodass wir aufbrachen, uns gegen einen Absacker entschieden und mit der Metro zurück nach Cadorna fuhren. Dort stiegen wir in den Regionalzug um, nachdem wir am Automaten Fahrkarten gekauft hatten und durch die Sperre gegangen waren. Das Gleis wurde noch kurzfristig geändert, meine Ma schlief im Zug ein, kurz vor Lomazzo kam der Schaffner, war aber zufrieden, als er sah, dass wir irgendwelche Fahrkarten hatten (elektronisch geprüft wurden die nicht ...), und quasi pünktlich kamen wir an.

Die letzte Wanderung des Tages zurück ins Hotel überstanden wir, und jetzt ist meine Ma schon im Bett (aber pennt noch nicht!), während ich noch ein bisschen Olympia in Rai Sport gucke. Heute Nacht wird meine Ma hoffentlich nicht um 4 Uhr wach sein, morgen lassen wir es geruhsamer angehen, zumal ich eh gucke, ob ich meine Rückfahrt so abpasse, dass ich noch mit Freunden zusammen ein Stückchen fahren kann.

Wir frühstücken vielleicht so gegen 9 Uhr, brechen gegen 10 Uhr auf, werden so gegen 14, 15 Uhr in Deutschland (oder Schaffhausen) sein, sodass ich da auf den Zug nach Basel aufspringe und in Basel noch gemütlich eine Rivella kaufen kann. Klingt nach einem Plan, oder?

Heute gibt's etliche Fotos ...

Canale bei Nacht

... und bei Tag

Tatar

Ossobuco und Risotto milanese

Mailänder Dom (mit vielen Menschen davor)

Galleria Vittorio Emanuele II (mit vielen Menschen drin)

Deutschland im Angriff

Kurz vor dem Spiel

Lightshow

Sieg!

Eisballett (Putzbrigade)

Freitag, 6. Februar 2026

Wie Gott in Italien

... ging es uns heute, das fing bei der unglaublich freundlichen Besitzerin unseres B&B an und hörte bei der freundlichen Kellnerin und dem fantastischen Essen zehn Gehminuten von unserer Unterkunft auf. Herrlich!

Nach einem nicht unanstrengenden, aber recht kurzen Arbeitstag fuhren wir schon gegen 15 Uhr in Bonndorf ab. Über Bühl, Zürich und den Gotthard ging es nach Como, nachdem wir an der Schweizer Grenze in Bühl schon ins Visier der schweizerischen Grenzwache geraten waren - jetzt fangen die Schweizer auch noch an, Europa kaputtzumachen, es ist zum Heulen!

Nach dem Gotthard war traumhaftes Wetter, auch wenn es schon so langsam dämmerte, das letzte Stück in der Schweiz und die paar Kilometer in Italien fuhren wir im Dunkeln, nachdem an der italienischen Einreise das zweite Auto vor uns gestoppt worden war, aber die Navigationsapp führte uns sicher zu unserer Unterkunft.

Die Chefin hier bot Italienisch, Französisch und Englisch als Sprachauswahl an (vielleicht spricht sie auch Deutsch, aber ich ließ sie nicht zu Wort kommen ...), und mit Englisch kamen wir in unser sehr schönes, absolut unmodern designtes, aber ansonsten hervorragend ausgestattetes B&B-Zimmer hier eine halbe Stunde vor Mailand.

Im Zimmer blieben wir nicht lang, sondern liefen die knapp zehn Minuten zu einer der empfohlenen und von mir auch schon vorab entdeckten Restaurants. Dort bekamen wir einen Tisch im leeren Restaurant, und mit Händen, Füßen, meinem bisschen Italienisch und Google Translate klappte die Bestellung auch bestens.

Die Vorspeisen - gegrillter Oktopus und Köstlichkeiten des Meeres mit Lachs, Garnele, Pulpocarpaccio und Sardinen - waren ganz hervorragend, meine Hauptspeise - ein Rindermedaillon im Speckmantel mit italienischem Käse obendruff - war, bis auf die ersten zwei, ziemlich sehnigen Bissen ebenfalls wunderbar und unglaublich zart, und die Nachtische (Tiramisù limoncello und ein Sorbet) waren auch klasse. Dass dazu fast alles, was die italienische Getränkekarte hergibt - vom Bier über Wein hin zum Averna und einem Grappa, und am Schluss ein Espresso -, konsumiert wurde, wird keine Leserin und keinen Leser überraschen.

Nach diesem Zwei-Personen-Gelage wackelten wir gemütlich heim, sind jetzt in der Bude, werden morgen um 8 Uhr frühstücken und dann mit dem Zug nach Mailand fahren. Um 12.10 Uhr spielen die deutschen Eishockey-Frauen gegen Japan, das Spiel müssen sie fast schon gewinnen, aber ich bin zuversichtlich, dass es an unserer Anfeuerung nicht scheitern wird!

Heute gibt es nur Essensfotos, auch wenn man vom Vierwaldstätter See auch tolle Bilder hätte machen können, wenn man denn hätte anhalten wollen ... 

Hauptspeise: Rindermedaillon mit Speckmantel und Käse

Antipasti: Leckereien aus dem Meer

Antipasti: Fantastischer Pulpo