Meine Länder

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Länder in dunkelgrün wurden bereits besucht, Länder in hellgrün sind fest geplant, Länder in orange sind in vorläufiger Planung für die nächsten zwölf Monate, Länder in dunkelgrau wurden nur im Transit besucht, Länder in gelb sind für einen Transit fest geplant.

Mittwoch, 4. Juni 2025

Den Kampf mit Maske, Schnorchel, Hut und Strömung

... habe ich heute wenig glorreich verloren, aber in der Zeit, in dem mir kein Wasser in die Maske oder in den Schnorchen lief und mein Hut nicht sein Eigenleben entwickelt hat und ich mal in Ruhe mit den Flossen paddeln konnte, habe ich viele schöne Korallen und etliche Fischlein gesehen, ein paar Fischschwärme waren plötzlich um mich herum, das war schon schön ...

Den zweiten Schnorchelgang, für den ich mir wieder meinen Michelin-Männchen-Wetsuit hätte anziehen müssen (das Wasser war nicht wirklich warm), ließ ich sausen und genoss stattdessen den Blick auf die unterschiedlichen Blau- und Türkistöne des Wassers - ich fragte unsere Kapitänin, eine Finnin, die seit zehn Jahren in Australien ist, ob man irgendwann an diesen Anblick gewöhnt sei. Sie verneinte ...

Überhaupt muss ich die Crew ziemlich loben, die finnische Kapitänin und das australisch-argentinische Tauchlehrerduo waren sehr freundlich, ich finde es spannend, was für spartenübergreifende Aufgaben die Tauchlehrer noch zusätzlich haben, vom Helfen beim Ab- und Anlegen über das Anrichten des Essens und das Spülen der Teller bis hin Beantwortung von Fragen, bis sie schließlich zu ihrem eigentlichen Job kommen: die Leute beim Schnorcheln zu bewachen ...

Die beiden zogen beim Schnorcheln jeweils einen Rettungsring hinter sich her, an dem sich ein Problemfall mit dem Namen des Autors mehrfach festhielt (sowas hasse ich ja wie die Pest), aber ich war beim Einsteigen ins Meer ein bisschen übereifrig gewesen, weil ich mit der starken Strömung so gar nicht gerechnet hatte - und bis ich mich dran gewöhnt hatte, hing die Maske schief, die Mütze war vom Kopf, weil noch kurzfristig die Maske gewechselt und meine geniale Konstruktion zerstört worden war, im Gefecht nahm auch das Scharnier zum Einstellen der Maske Schaden, und Wasser geschluckt hatte ich auch schon ...

Kurzum: Der Start war nicht gelungen, zwischendurch war's auch mühsam, und am Ende brach ich den Schnorchelgang und brauchte erst einmal zwei Minuten auf der Leiter des Schiffs, um mein Überleben zu feiern ... Aber schön war die Unterwasserwelt am Great Barrier Reef trotzdem auf alle Fälle! Jessi hat mit ihrer Kamera Unterwasservideos gedreht, die ich verwenden darf - da kann man sich drauffreuen ...

Das Aufstehen war einigermaßen grausam (morgen wird's noch grausamer), aber fast pünktlich um 6.30 Uhr waren wir im Auto. Wir waren als Erste am Boot, die nächsten Gäste waren auch Deutsche, sodass wir insgesamt vier Deutsche waren; drei Waliser und drei Israelis stießen zu uns, und der Elfte im Bunde war ein Österreicher, und der kam zu spät - höhö ...

Zunächst fuhren wir zwei Stunden zum knapp 30 Kilometer entfernten Upolu Reef, die Sicherheitseinweisung war kurzweilig, ansonsten genoss ich einfach die Fahrt mit Schatten und Wind. Nach dem ersten Tauchgang gab es einen "tropischen Lunch" mit Hühnchen, Wurst und Salaten, danach gingen die meisten noch einmal schnorcheln. Jessi war so freundlich, mir zu sagen, dass das erste der beiden Riffe (also das, das ich noch gesehen hatte) das bessere gewesen sei, und ich bin geneigt, ihr zu glauben ...

Die Rückfahrt dauerte ebenfalls knapp zwei Stunden und pünktlich vor dem Ablauf unserer Parkzeit kamen wir in Cairns am Hafen an. Wir fuhren in die Wohnung, und die Tatsache, dass ich bis hierhin noch nichts von Christian geschrieben habe, ist - natürlich - ein gutes Zeichen: Ihm geht es schon deutlich besser, wir hoffen, dass es so weiter aufwärtsgeht, dann springt der wieder wie ein junges Reh durch Manila ... Und wenn er erst in Kaiserslautern wieder durch den Wald hüpft und vorher ruhige Spaziergänge macht, ist es auch recht ...

Nachdem ich noch einmal am Strand war, aber das Schwimmen in Abwesenheit von Bademeistern (und der schon getrockneten Badehose) doch gelassen hatte, fuhren Jessi und ich noch einmal einkaufen, das leckere Essen gab es gerade eben, aber morgen geht es ja schon um 3 Uhr raus, weil wir das Mietauto um 4.30 Uhr abgeben müssen/sollten. Wir haben noch zweimal Aufgabegepäck dazugebucht, da sind wir entspannter, auch weil unsere Fluggesellschaft morgen da anscheinend relativ streng prüft, und für 50 Euro für die beiden Aufgabegepäcke ist das noch erträglich.

Zwei hab ich noch: Vorgestern kam ich mit dem einen Barkeeper in der Taverne hier ins Gespräch. Der machte nicht unbedingt den Eindruck, der hellste Stern am Firmament zu sein, und als er gefragt hatte, woher ich sei, ich "Deutschland" geantwortet hatte, und der darauf sagte, er sei ein Nazi, wusste ich, dass mein Vorurteil richtig war. Seufz ...

Schöner war, wie Jessi MacGyver gestern das Problem lösen konnte, dass ich die SIM-Karte noch in mein SIM-Kartenfach fummeln konnte, weil ich natürlich keine Büroklammer dabeihatte: Sie nahm einfach ihren Ohrring, und der Stecker war dünn genug, dass ich das Kartenfach damit geöffnet bekam ...

Heute mal Fotos - und (!) vielleicht (!) Videos, wenn das klappt ...

Marina in Cairns

Ausfahrt aus Cairns

Türkises Meer

Strand in Trinity Beach I

Strand in Trinity Beach II

Seestern (mit freundlicher Genehmigung von Jessi: "Jessi")

Blauer Fisch (Jessi)

Kleiner Fischschwarm (Jessi)

Großer Fischschwarm (Jessi)

Unser Kutter (Jessi)

Nicht mein Rettungsring! (Jessi)


Dienstag, 3. Juni 2025

Entspannte Notärzte - eine SMS in Australien - Wallabys

... haben Christian (und Jessi) heute im Cairns Hospital erlebt/haben wir heute ausgetauscht/haben wir heute in Dutzenden gesehen.

Ich hatte - bis auf eine altersgemäße Badezimmerpause - durchgeschlafen und war dementsprechend verschlafen, als Jessi um 8 Uhr meinte, ob ich so langsam aufstehen und die Fahrt zum Krankenhaus mitantreten wollte.

Ich duschte (noch einmal), und dann ging es die halbe Stunde nach Cairns. Am Haupteingang gab es keinen Rollstuhl, sodass wir doch zur Notaufnahme - einmal ums Krankenhaus herum, aber alles gut beschildert und im Auto unproblematisch - geschickt wurden. Dort setzte ich die beiden aus und fuhr in ein Einkaufszentrum zwecks Erwerb einer SIM-Karte - und um aus dem Weg zu sein ...

Die beiden kamen sehr schnell dran, die Ärztin meinte, es sei ein Krampf, aber einer von der Sorte, wie sie ihn noch nie gesehen habe (na halleluja!), der Physiotherapeut machte auch nicht wirklich etwas außer gutem Zureden, und auf dem Röntgenbild schien auch nichts Dramatisches auf, aber nichtsdestotrotz waren die beiden sehr angetan von der Entspanntheit und Freundlichkeit der Notärzte dort im Hospital. Drei Stunden nach Ankunft standen Jessi und Christian draußen an der Notaufnahme, Christian war vom Oxycodon einigermaßen glücklich (behoben ist das Ganze aber leider nicht, und die Ärzte konnten auch keine Prognose abgeben, wie und wann sich der Krampf löst, Magnesium wird jetzt fassweise eingenommen ...), sodass wir durchstarten konnten.

Ich war nach der Ablieferung der beiden in eine Mall gefahren und hatte versucht, eine SIM-Karte zu kaufen. Bei Vodafone hatten sie das gute Angebot angeblich nicht mehr da, Telstra wollte den Pass haben (den hatte Jessi in ihrer Tasche ...), jetzt hatte ich keine Lust mehr, zum dritten Anbieter zu gehen, und versuchte, eine Frühstückskneipe zu finden, denn nach der Ablieferung der beiden mit der Hoffnung, dass Christian wenig später wie ein junger Rehbock durch Australien hüpfen würde, fiel ziemlich viel Anpassung von mir ab - ich hatte einen Bärenhunger.

Ich suchte eine Frühstücksgaststätte auf, fragte, ob sie WLAN hätten, hatten sie nicht (also schrieb ich den beiden eine SMS [!!!!], dass sie mir eine schreiben sollten, falls sie früh fertig wären), aber ich war so hungrig, dass ich trotzdem blieb und ein Big Breakfast bestellte.

Das Frühstück war wirklich "big" und bestand aus Bacon, Wurst, Tomaten, Pilzen, Spinat, (schlechtem) Spiegelei, Hash Browns und viel Toast - und war alles in allem lecker, aber eben wirklich sehr sättigend.

Auf dem Weg zurück zum Auto bekam ich über eine Telefonzelle (!) WLAN, schrieb den beiden, dass ich käme, suchte am Strand ewig einen Parkplatz, fand schließlich einen und marschierte ebenfalls in die Notaufnahme. Dort waren die beiden nicht, denn sie waren jetzt beim Physiotherapeuten, kamen aber vor Ende meiner Parkzeit raus, sodass ich das Auto holte und die beiden einlud.

Bezahlen mussten sie (erst einmal) nichts (!!!), wir gehen davon aus, dass da noch eine Rechnung kommt, obwohl das Krankenhaus nur den Namen und eine E-Mail-Adresse hat; aber nachdem um 2 Uhr nachts deutscher Zeit keiner bei der Auslandskrankenversicherung dran ging, konnte da auch nichts vorabgeklärt werden ...

Wir fuhren erst einmal zum Mittagessen (den besten Burger seines Lebens, sagte Christian, nachdem Jessi langwierig einen Rollstuhl für ihn organisiert hatte). Ich hatte nach dem Big Breakfast keinen Hunger und ging stattdessen zu Telstra, um eine SIM-Karte und ein Datenpaket zu kaufen; einen Termin bekäme ich erst in einer Stunde, wurde mir eröffnet. Das war mir zu lang und ich lief weiter zum dritten Anbieter in der Mall namens Optus. Hier wurde ich kurz und knackig beraten, kaufte das 5-Gigabyte-Paket für 8 Euro ohne Vorzeigen des Passes, war zufrieden und machte meinem Unmut über den umständlichen Konkurrenten Luft; die Tante bei Optus meinte auch, Telstra sei "ridiculous" (lächerlich). Jo, einverstanden.

Danach gingen wir einkaufen (Getränke, Waschmittel, heute und morgen wird gewaschen, Rasierer und Christians Oxycodon - das kam aus dem Safe in der Apotheke), dann ging es kurz nach Hause zum Wegräumen der Sachen. Christian mühte sich die Treppe hinauf (wir haben inzwischen eine Stuhlkette aufgebaut, über die er sich vom Wohnzimmersessel zu Bett/Bad hangeln kann) und danach wieder herunter ans Auto, denn wir wollten Kängurus gucken.

Jessi und ich hatten beide gelesen, dass wenige hundert Meter nördlich des Kreisverkehrs, an dem es in unser Kaff Trinity Beach geht, eine größere Känguru- bzw., genauer, Wallaby-Population leben würde. Also fuhren wir auf den Captain Cook Highway - und Jessi traute ihren Augen nicht, als sie wie selbstverständlich Vertreter dieser kleinen Känguru-Art nach wenigen Minuten Fahrt in dem Park auf der anderen Seite der Straße sah.

Wir drehten und versuchten, einen guten Blick zu bekommen - am Ende landeten wir am Ende einer Sportplatz-Zufahrt, gingen (bzw. humpelten, auf Krücken, die hatte Christian auch im Krankenhaus übergeben bekommen) durch eine Zauntür - und hatten einen fantastischen Blick auf handgezählt mindestens 30 Wallabys auf einem Feld. Wahnsinn! Ich hatte ja mit Uli in Brisbane zwei bis drei von denen im Wald gesehen (jedenfalls glaube ich das) und war darüber brutal glücklich, und jetzt waren da zweieinhalb Dutzend vor unseren Augen, und das in einem Feld - und ein Wallaby (Wallabys gehören zur Familie der Kängurus) hüpfte sogar vor uns durch die Gegend - wunderbar!

Jetzt hatten wir noch eine knappe Stunde Zeit und fuhren auf dem Captain Cook Highway ein bisschen weiter in Richtung Norden bis kurz hinter den Rex Lookout. Dieses Stück firmiert als Teil des Weltnaturerbes "Great Barrier Reef" und ist wunderbar, weil die Ausblicke (und auch die Strände) total großartig sind.

Vom Rex Lookout hat man einen wunderbaren Blick aufs Meer, auf den Strand darunter, auf den Regenwald und die Hügel und Inselchen - sehr, sehr schön ...

Jetzt ging die Sonne so langsam unter, wir parkten noch einmal kurz an einem Strand und gingen ans Meer (Jessi und ich, Christian blieb im Auto, guckte uns aber aufmerksam zu ...) und fuhren dann nach Hause. Christian blieb daheim und richtete sich für morgen, wenn er leider doch nicht an unserem Schnorchelausflug teilnehmen wird, ein, während Jessi und ich in die Trinity Beach Tavern zum Abendessen gingen.

Zum Kürbis-Salat und Fish and Chips wurden Wein und Bier konsumiert, und jetzt sitzen wir gemütlich beim Schlussbierchen zusammen und guckten uns über Youtube Steak-Bewertungen an - auch sehr interessant ...

Morgen geht es zu früher Stunde nach Cairns, und dann wird fast der gesamte Tag (!) auf dem Meer verbracht. Entsprechend werde ich Sonnencreme en masse einpacken, Kontaktlinsen anziehen und hoffen, dass es den Wetsuit, also den Schnorchelanzug, auch in meiner Größe gibt ...

Buchans Point Beach (wahrscheinlich)

Rex Lookout

Hüpfendes Wallyby (Bildmitte)

Big beautiful breakfast

Montag, 2. Juni 2025

Mal wieder Glück mit dem Guide

... hatten wir heute mit Daniel in Port Moresby in meinem 164. Land, Papua-Neuguinea. Daniel war nicht nur unglaublich lieb, sondern konnte uns auch jede unserer Fragen beantworten, und davon hatten wir jede Menge. Jetzt sitzen wir - ich wie ein warmer Schluck Wasser in der Kurve - in der Bar am Flughafen, ich halte mich mit dem Bier zurück, weil ich in Cairns noch fahren muss (erstmals fahre ich in Australien), aber wir sind glücklich.

Der Flieger war - jedenfalls hinten, wo wir saßen - einigermaßen leer, sodass ich mich nach dem Start auf eine Dreierreihe langlegen und sogar zwei, zweieinhalb Stündchen schlafen konnte (oder jedenfalls etwas Ähnliches tun). Während es Christian gestern Abend noch aus eigener Kraft zum Gate geschafft hatte, war heute Morgen der Ofen aus, sodass wir einen Rollstuhl organisierten und mit diesem die Einreise und Zollkontrolle überstanden.

Das WLAN am Flughafen hier funktioniert nicht so richtig, sodass ich für 3,23 Euro eine SIM-Karte samt Datenpaket für den Tag besorgte und unserem Guide schrieb. Eigentlich hatte ich gedacht, dass der uns erst um 8.30 Uhr abholen würde, aber der stand schon um 6 Uhr da und hatte mich auch schon beobachtet, aber war sich nicht sicher genug, dass ich ich bin, um mich anzusprechen ...

Jedenfalls fanden wir uns, zum Auto ging es dann ein paar Treppen hoch, das ging einigermaßen, aber ansonsten blieb Christian den Tag im oder am Auto.

Daniel fuhr erst einmal mit uns in die Stadt, weil zum einen das Licht noch nicht ganz so toll war und zum anderen die Sehenswürdigkeiten noch nicht geöffnet waren. An einem Hotel mit wunderschönem Blick auf die Bucht frühstückten wir und unterhielten uns weiter angeregt mit Daniel: 

In Papua-Neuguinea, das ca. 12 Millionen Einwohner hat, werden 850 Sprachen gesprochen. Das Land ist fast ausschließlich christlich, was die Papua-Neuguineer aber nicht davon abhält, auch noch ihren Stammesgöttern zu huldigen und auch eine Zweit- oder Drittfrau zu haben. Insgesamt haben die Stämme eine sehr hohe Bedeutung ("Der Stamm ist die Familie"); heiratet eine Frau, so wird an deren Eltern ein Brautpreis bezahlt und die Frau wird Mitglied des Stamms des Ehemannes. Bei einer Scheidung behält derjenige die Kinder, der nicht "abgehauen" ist; ggf. ist der Brautpreis zurückzuzahlen.

Daniel stammt aus Mount Hagen, aus dem Hochland (der "Mount Hagen" ist nach einem deutschen Kolonialisten benannt, den der nördliche Teil von Papua-Neuguinea war bis 1919 deutsche Kolonie) und will uns dort bei unserem nächsten Besuch hinkriegen, damit wir dort richtig die Kultur Papua-Neuguineas kennenlernen.

Wir sprachen über Korruption (erst, seit die Chinesen da sind, sagte er), über Bougainville (die werden unabhängig, meint er, wenn sie dafür bereit sind), über Rugby League (beliebteste Sport hier), die deutsche Kolonialgeschichte (gar nicht so furchtbar), das Rentensystem in Deutschland und die Frage, inwieweit Deutschland eine Einwanderungsgesellschaft, weil wir darauf über die Frage, wie viele Kinder eine Frau hier im Durchschnitt habe (vier bis fünf) kamen, und, und, und ... Bestimmt fällt mir noch jede Menge ein, wenn ich mal Muße für ein Fazit habe.

Jedenfalls fuhren wir dann so langsam über einige Aussichtspunkte (bei einem direkt vor der nordischen Botschaft wurden wir vom Wachmann - sehr freundlich - gebeten, nur Fotos von der Bucht und nicht etwa von der Botschaft zu machen, jaha ...) zum Fischmarkt. Dort gibt es keine Kühlung, aber der Fisch (sehr lecker aussehender Oktopus darunter und viele, teilweise sehr bunte Fische, besonders der Echte Steinfisch hat es uns in seiner Hässlichkeit angetan - ist aber, wenn man ihm in freier Wildbahn begegnet, sehr toxisch!) ist so frisch, dass das anscheinend nicht notwendig ist.

Weiter ging es am APEC-Gebäude, in dem Ende der 2010er-Jahre ein Gipfeltreffen stattgefunden an, und an einem mehr oder weniger ansehnlichen Strand vorbei. Von einem weiteren Aussichtspunkt schauten wir auf den (kleinen und trotz allem eher ländlich wirkenden) Innenstadtkern und auf das Pfahlbautendorf Hanuabada. In dieses Dorf - vorbei an der US-Botschaft - ging es im Folgenden.

Port Moresby gilt nicht als so völlig sicher, aber wir fühlten uns mit Daniel auch in diesem armen und schon vermüllten Stadtviertel, das aber nicht wie ein Slum oder so wirkt, völlig sicher.

Nun ging es aber in die Außenbezirke, zunächst zum Adventure Park PNG. Dort waren wir die einzigen Gäste, die die Orchideen und ganz besonders die verschiedenen Paradiesvögel (den Nationalvogel des Landes) bewunderten - ein bisschen verstochen wurden Jessi und ich dort auch, aber wir hoffen, dass wir auch das überstehen.

Den Abschluss der Tour bildeten das Nationalmuseum, das vollgestopft ist mit verschiedenen Masken und Skulpturen aus den verschiedenen Landesteilen sowie mit einer interessanten Ausstellung über die Geschichte Papua-Neuguineas im Zweiten Weltkrieg, und der Besuch im Nationalparlament.

Daniel bog ein auf die Vorfahrt, der Wächter guckte mal kurz ins Auto, die beiden kannten sich offenbar, und so fuhren wir über die offizielle Auffahrt zum Nationalparlament von Papua-Neuguinea. Außen darf man Fotos machen, und die machten wir eifrig - und dann, sagte Daniel, sollten wir einfach anklopfen, dann könnten wir auch ins Gebäude rein.

Gesagt, getan, das Anklopfen brachte nix, aber die Türe war offen, und da saß ein junger Mann, der uns ein bisschen herumführte. Unten war eine Fotogalerie der Präsidenten des Parlaments und der Premierminister, das Highlight war aber, dass wir den Plenarsaal besichtigen konnten - das war schick ... Fotos durfte ich da wirklich nicht machen, aber das war okay für mich ...

Jetzt war aber es für uns auch genug, Daniel brachte uns zum Flughafen zurück, wir konnten schon durch die Sicherheitskontrolle und warten nach den Getränken nun am Gate auf das Boarding und den Weiterflug nach Australien. Und wenn wir da heute ankommen, sind wir, glaube ich, alle glücklich ...

Aus Australien kommt vielleicht heute Abend auch noch ein Update in inzwischen eingeübter Manier ...

Parlament

Nationalmuseum I

Nationalmuseum II

Kein Paradiesvogel

Das schon, glaube ich

... und noch zwei (Männchen und Weibchen, meine ich)

Bei den Orchideen

Jo, hübsch ja, amazing ist wahrscheinlich Geschmackssache

Blick auf Stadt und Hügel (überall sind Hügel)

Stelzendorf in der Nähe des Fischmarktes

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Wir saßen dann gemütlich (naja, Christian mehr oder weniger gemütlich ...) in der Bar da am Flughafen, bis Madame Rollstuhl kam und meinte, sie brauche mal kurz den Rollstuhl. In Helsinki hatten wir uns noch über die riesige Anzahl von Rollstühlen gewundert, in Port Moresby gab es halt jetzt nicht so viele ... Madame brachte den Rollstuhl aber nach getaner Arbeit wieder.

Irgendwann wurden wir des Sitzens auf den Hochstühlen müde und gingen ans Gate, zogen um, als zwei Australier von der Gaststätte aus das halbe Gate mitunterhielten, irgendwann wurde Christian von Madame abgeholt und barrierefrei zumindest aufs Rollfeld geschoben, Jessi und mir wurden noch - Nachkontrolle Australien, was für ein Witz! - die Wasserflaschen abgenommen (vor allem, weil wir sie offen sichtbar hatten, weil die Kontrolle ansonsten händisch und oberflächlich durchgeführt wurde), dann gingen wir an Bord, wo Christian schon saß.

Der nicht ganz eineinhalbstündige Flug ging schnell vorüber, ich guckte noch eine Episode meiner Folge. Am Gate wurden wir abgeholt, der arme Mann schob Christian die Gangway hoch (da wir mit einer Fokker flogen, musste der Finger weit heruntergefahren werden und war dementsprechend steil), bis er meinte, dass ich nun schieben könne (das tat mir echt leid, dass ich ihn da hab einfach machen lassen, aber die Dame in Port Moresby betrachtete es fast als Ehrensache, selbst zu schieben ...).

Wir waren spät an der Einreise, dementsprechend ging das schnell, der Zoll ließ uns auch - sogar ohne Röntgen - fahren bzw. laufen und schon waren wir in Australien eingereist. Juchhe!

Nicht juchhe war, dass unsere Autovermietung am internationalen Terminal schon zu war und wir einen halben Kilometer mit Rollstuhl und Gepäcktrolley zum nationalen Terminal musste. Dort saß im ersten Moment auch keiner, nach fünf Minuten erschien Monsieur aber, gab sich nach einer weiteren Minute als Deutscher zu erkennen, und so wurde noch auf Deutsch geredet und die Autoanmietung vollendet.

Wir haben einen SUV mit Automatik, Christian und ich sind als Fahrer eingetragen, Christian war nun, öhm, unabkömmlich, also steuerte ich das Auto über die dunklen Straßen von Queensland (Australien/Ozeanien ist nach Europa, Nordamerika, Afrika und Asien der fünf Kontinent, auf dem ich Auto gefahren bin, tatsächlich bin ich in Südamerika noch nie gefahren ...) zu unserer Bude.

Ich holte unsere Schlüssel aus dem Nachtsafe, wir fuhren noch einkaufen, verpassten den Alkoholladen um wenige Minuten, kauften dann in der Strandkneipe Alkohol "to go" ein und brachten unsere Sachen in unsere Unterkunft.

Ich mache gleich noch einen kleinen Strandspaziergang, gehe dann noch duschen (es gibt trotz gegenteiliger Bilder in meiner Buchungsseite keinen abnehmbaren Duschkopf, Saftladen!) und dann schauen wir, dass wir morgen Christian mal zu einem Arzt bringen - sitzen kann er ja gut, den Rest des Tages wollen wir dann mal das Umland von Cairns im nördlichen Queensland erkunden, und am Mittwoch geht es zum Schnorcheln, mit oder ohne ihn, das entscheiden wir nach Tagesform.

Sonntag, 1. Juni 2025

Einen ungeplant geruhsamen Tag

... haben wir aus medizinischen Gründen heute am Flughafen in Hongkong verbracht, aber das war auch ganz gut so, finde ich ... (Christian hat - vermuten wir - etwas am Ischiasnerv, denn er pendelt zwischen gazellenartigem Gang in Richtung Toilette und Rollstuhlfahrt zurück; sobald er ein paar Meter gelaufen ist, schmerzt ihn der Oberschenkel. Wir sind aber guter Dinge, dass die Schonung heute und ein bisschen Schonung in den nächsten Tagen hilfreich sein werden, und im Zweifel helfen wir am Dienstag in Cairns mit einem Arzt nach.)

Wir hinterließen unser Gepäck beim Pförtner, weil wir eigentlich erst um 16.30 Uhr zum Flughafen fahren wollten, versuchten, zur Straßenbahn ("Dingding") zu laufen, aber das ging schon leider nicht mehr. Am Ende entschieden wir uns, vorfristig zum Flughafen zu fahren, wir gingen zurück, holten doch schon um kurz vor zwölf Uhr unser Gepäck und fuhren mit der liebgewonnenen Linie A11 zurück zum Flughafen.

Ich organisierte einen Rollstuhl, und bald fanden wir eine Gaststätte, in der wir es uns richtig gutgehen ließen, mit lecker Essen und dem einen oder anderen Hopfenkalt- bzw. Traubensaft, bis wir um 17.45 Uhr einchecken konnten. Der Check-in ging langsam voran, aber die Leutchen waren echt lieb und boten an, den Rollstuhl in Port Moresby und auch in Cairns zu organisieren, aber wir versuchen es jetzt erst einmal ohne.

Wir sitzen nun, nachdem wir die hochmoderne Bordkartenkontrolle, die unproblematische Sicherheitskontrolle und auch - wieder am Automaten - die Ausreisekontrolle überstanden haben und mit dem Bähnchen zum nächsten Terminal gefahren sind, am Gate und sollten in etwa einer Viertelstunde boarden.

Wir sind sehr gespannt auf Port Moresby, und hoffen, dass wir im Flieger auch ein bisschen schlafen können - wir werden berichten ...

Brücke in Richtung Flughafen

Perlflussdelta I

Perlflussdelta II

Blick auf Hong Kong Island

Samstag, 31. Mai 2025

Ein bisschen arg unleserlich

... hatte ich die Einreisekarten ausgefüllt, sodass die Grenzerin ausgerechnet Christian nach der Telefonnummer fragte (die nie jemals ein Mensch anrufen wird). Das führte zu Missverständnissen zwischen Jessi und Christian, während mein Pass in der Spezialkontrolle war - meiner Grenzerin hatte das kamerunische Visum (so glaube ich) nicht so recht zugesagt. Am Ende galt aber "it's okay" - ich jagte ihr noch nach und fragte, wo das Problem war, aber so gut Englisch sprach die Sekundärgrenzerin dann doch nicht, und übertreiben wollte ich es mit der Nachfragerei beim chinesischen Staatsorgan nun auch wieder nicht. Das ganze Groß-Missverständnis war übrigens nur deswegen entstanden, weil keiner von uns gesehen hatte, dass wir so eine bekloppte Einreisekarte ausfüllen mussten. Als ich das dann schnallte und zurückging, wurde mir Gefolgschaft verweigert, sodass ich dann in der Schlange - meine war schneller als die von Jessi und Christian - diese Zettel befüllte, die sonst keine alte Sau anguckt ... Nun, da hatte ich die Rechnung ohne die chinesischen Grenzer gemacht - aber am Ende war ja, wie so häufig, alles gut.

Ich konnte heute Nacht ganz brutal schlecht einschlafen und war bis halb vier oder so wach. Normalerweise kann ich, wenn ich flach liege, einigermaßen schnell einschlafen, aber diese Nacht ging gar nix. Irgendwann war ich aber dann doch eingepennt und heute dann auch fit.

Wir frühstückten in der Gaststätte von gestern Abend, ganz in der Nähe und fuhren danach mit MTR (Metro) und Zug nach Lo Wu. Vor uns fuhr ein Zug gerammelt voll zur Pferderennbahn, aber unser Zug zur (festland)chinesischen Grenze blieb bis zur vorletzten Station einigermaßen leer. Dort aber wurde es voll, und als zwei Züge fast gleichzeitig ankamen, war es in der Grenzstation doch doch voll.

Die Ausreise aus Hongkong funktionierte problemlos an der elektronischen Einreise, dann ging es zu Fuß über ein Flüsschen und zur relativ kurzen Schlange für die Ausländer. Nach der Serie von Missverständnissen ging es schließlich schmerzlos am festlandchinesischen Zoll vorbei - juchhe, wir waren in China proper, im "richtigen" China - und das visumsfrei, weil bis zum 31. Dezember Deutsche ohne Visum nach China einreisen können.

Die Suche nach einem Geldautomaten gestaltete sich als schwierig, sodass ich schließlich den 1.000-Hongkong-Dollar-Schein von gestern aus dem Casino (in Macau) in chinesische Yuan wechselte. Damit konnten wir Getränke kaufen und auch unsere Fahrkarten in Form von Jetons.

Wir fuhren eine halbe Stunde oder so zum höchsten Gebäude von Shenzhen, dem Ping An Finance Centre. Das Ding mit 599 Metern Höhe ist das fünfthöchste Gebäude der Welt (nach dem Burj Khalifa in Dubai, dem Merdeka 118 in Kuala Lumpur, dem Shanghai Tower und den Uhrtürmen in Mekka, Saudi-Arabien) und hat auf 562 Metern Höhe eine Aussichtsplattform.

Ich verwechselte mal kurzfristig Nord und Süd, wurde freundlicherweise von Jessi darauf hingewiesen, dass es in die Richtung eher in Richtung Mongolei denn in Richtung Hongkong ginge, und machte es ein paar Stunden später nicht besser, als ich uns zurück in Hongkong ein paar Meter in die falsche Richtung navigierte.

Ich war noch einmal zurückgegangen, um einen Blick aufs Meer und idealerweise auf das Riesenrad zu erhaschen, als ich sah, dass sich eine Schlange bildete - und es kurz vor 15 Uhr war. Ich schlussfolgerte, dass es da eine Führung zum Schwingungstilger geben würde, sammelte meine Leutchen ein, und so waren wir die einzigen Ausländer, die da mit unterwegs war (dabei war das Video sogar mit englischen Untertiteln, sehr löblich!).

Nun hatten wir aber auch das heutige Tagesziel - diesen Turm in Shenzhen, unsere Reisegruppe mag ja hohe Gebäude ... - in Festlandchina erreicht und fuhren - in "Wolfgang's Steakhouse" wollten wir nach Ansicht der Preise nicht essen ... - mit der Metro zurück zur Grenze und fuhren über mehrere Rolltreppen nach oben zur Ausreiseebene. Auch diesmal guckte die Grenzerin irgendein Visum in meinem Pass genauer an, ließ mich dann aber immerhin ohne weitere Verzögerung ausreisen (mit Stempel - die Ein- und Ausreisestempel Chinas waren bisher die einzigen Stempel auf dieser Reise). Wir überquerten wieder das Grenzflüsschen, konnten am Automaten einreisen (die Einweiserin wollte uns erst nicht zum Automaten lassen, aber der Sticker auf der Rückseite unserer Pässe löste ein Umdenken aus), der Hongkonger Zoll war auch vernünftig, und bald saßen wir schon wieder in der Bahn zurück in die Stadt.

Wir aßen im liebgewonnenen Lokal bei uns um die Ecke zu Abend und überlegten dann, ob wir heute vielleicht auf den Peak fahren, von dem aus man einen schönen Ausblick auf Hong Kong Island und Kowloon haben soll. Von dem Plan ließen wir aber auch heute Abend ab, denn der Blick auf die Webcams zeigte, dass der Blick von oben eher grau sein würde - oder, wie Christian treffend ausdrückte: "Da könnten wir uns auch eine Tüte über den Kopf ziehen - wäre der gleiche Ausblick und billiger ..."  

Die Alternative, die wir eigentlich für den Rückwegabend in Hongkong geplant hatten, lautete, nun endlich mal mit der Fähre von Hong Kong Island nach Kowloon zu fahren. Wir liefen von unserer Bude über eine Fußgängerüberführung zur Hafenpromenade - und waren begeistert. Der Blick auf Kowloon war großartig, und ich fand, dass der Nebel in 200 Metern Höhe, der die oberen Stockwerke der höchsten Wolkenkratzer, zur Atmosphäre sogar noch beitrug.

Wir warteten, bis es dunkel/dunkler geworden war, und fuhren dann mit der Fähre hinüber nach Kowloon. Auf die Idee war auch viele andere Menschen gekommen, denn auf der Fähre und erst recht in Kowloon war die Hölle los. Die Hafenpromenade dort drüber ist aber großartig ...

Wir fuhren - den richtigen Bus fanden wir mit Mühe, weil die Linie 1A anders fährt als die Linie 1 ... - zum Temple Street Night Market und wanderten über diesen. An den Essensständen am Anfang ging selbst ich an manchen Sachen sehr schnell vorbei, aber am Nippesmarkt stöberten wir ein bisschen - es gab T-Shirts und Schlüsselanhänger und Elektronik und, und, und ...

Am Ende der Temple Street drehten wir um, liefen eine Parallelstraße entlang, dort aß ich noch einen Oktopus-Bällchen-Spieß (nix Besonderes), wollte versehentlich mit chinesischem statt Hongkonger Geld bezahlen (ich habe viel zu viele verschiedene Währungen im Geldbeutel) danach fuhren wir mit der Metro ganz unspektakulär unter dem Meer hindurch nach Hause.

Das Wetter hier ist - für Hongkong - wahrscheinlich recht kühl, es sind "nur" 24, 25 Grad, auch wenn die Luftfeuchtigkeit natürlich hoch ist. In Kaiserslautern ist es laut der Wetterstation von Jessi und Christian wärmer als in Hongkong - unglaublich! Andererseits sind die Busse und Bahnen ziemlich derb heruntergekühlt - heute stellte sich Christian bei jedem Stopp der Bahn von der Grenze in die Stadt in die Tür, um sich ein bisschen aufzuwärmen ...

Auch diesen Tag heute fand ich ganz großartig - klar, wir haben von Macau, Shenzhen und Hongkong nur einzelne Einblicke gewonnen, aber die waren sehr, sehr interessant - und ich mag es ja auch sehr, in lokalen Fastfood-Restaurants zu essen und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren, um zu gucken, wie man hier so lebt - und das haben wir hier ausgiebig gemacht.

Morgen können wir das Gepäck jedenfalls beim Pförtner unseres Gebäudes lassen (ich habe eben die Antwort unseres Vermieters gelesen, dass der schon den nächsten Gast hat, sodass wir nicht später auschecken können) - dann wird noch irgendwo Dim Sum verspeist und gegen 16.30 Uhr geht es zum Flughafen, denn um 20.25 Uhr (14.25 Uhr deutscher Zeit) geht der Flieger nach Port Moresby in Papua-Neuguinea. Dort kommen wir übermorgen um 5.10 Uhr Ortszeit (21.10 Uhr deutscher Zeit morgen) an und werden von unserem Guide für die Stadtrundfahrt abgeholt.

Die Reise ist - wenig überraschend, wie die regelmäßige Leserin und der eifrige Leser weiß - intensiv, gar keine Frage, aber ich finde sie echt superspannend - den Reisepass werden wir voraussichtlich nur am Dienstag und Mittwoch in Cairns nicht benötigen, ansonsten werden wir an jedem Tag den Pass entweder zu einer Ein- oder Ausreise oder aber am Flughafen (für den Inlandsflug in Australien) benötigen ... Jo, Jessi-Christian-ich-Urlaub halt ...

Fotos mal wieder vogelwild durcheinander, fürchte ich:

Temple Street Night Market

Hong Kong Island

Kowloon

Hong Kong Island von Kowloon aus

Menschenmasse in Kowloon

Hong Kong Island mit Fähre

Blick vom Ping An Finance Centre

Jetons zum Metrofahren in Shenzhen

Höchstes Gebäude von Shenzhen

Propagandavideo im Turm

Das geht's runter ...

Schwingungstilger (dass es das Wort gibt, wusste ich auch nicht)

Blick von unten ...

Freitag, 30. Mai 2025

Umsonst nach Macau

... sind wir heute, also, genauer gesagt: (quasi) kostenlos. Umsonst war der Ausflug heute definitiv nicht, denn wir haben viel gesehen. Kostenlos war der Trip, weil ich Experte im Casino mit klugem und strategischem (höhö) Roulette-Spiel aus 1.000 Hongkong-Dollar (ca. 110 Euro) deren 2.000 HKD (220 Euro) gemacht hatte; nur Jessi hat dann am einarmigen Banditen völlig versagt und die ganzen 100 Hongkong-Dollar (11 Euro), die ihr von Christian und mir zugeteilt worden waren, sinnlos verjubelt ...

Mit den knapp 100 Euro Gewinn war nicht nur die Fährfahrt von Hongkong nach Macau, sondern auch der Transport in Macau und die Rückfahrt mit dem Bus über die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke wieder drin - alles bestens also.

Auch heute Nacht biss ich - mimimi - mir im Schlaf auf die Zunge, wenn ich wiederkomme, habe ich die komplett vertilgt, aber heute Abend tut es schon fast nicht mehr weh.

Ausschlafen ist auch ein relatives Konzept, so gegen 8.30 Uhr stand ich auf, keine Ahnung, wie lange ich tatsächlich geschlafen habe. Nach dem Duschen verließen wir die Bude und waren von der relativen Kühle auf den Straßen Hongkongs fast ein wenig überrascht; klar, die Luftfeuchtigkeit ist hoch, aber heute waren es nur 24 Grad oder so ... Da kam man zumindest nicht sofort ins Schwitzen.

Wir liefen die paar Schritte zum Times Square und betraten dort - mit dem Handy als Bezahlung - die U-Bahn. Es ging in den Westen der Hong Kong Island, dort stiegen wir aus und stiefelten über diverse Rolltreppen zur Ticketverkaufsstelle für die Fähren.

Fast wären wir versehentlich nach Taipa im Süden Macaus gefahren, aber dann entschieden wir uns, mit der 12-Uhr-Fähre zum Outer Harbour im Norden Macaus zu fahren. Das war halb so teuer wie die 11.30-Uhr-Fahre und kostete ca. 20 Euro. Wir waren früh dran, reisten schon einmal aus und setzten uns in den Wartebereich.

Um 11.25 Uhr kam jemand, fragte, ob wir mit TurboJet fahren, wir bejahten, dann wurde uns gesagt, dass wir doch mit der 11.30-Uhr-Fähre fahren dürften - nun denn, wir eilten, bekamen noch Plätze (leider in der Mitte) zugeteilt, aber so waren wir eine halbe Stunde früher (nach einer guten Stunde Fahrt) in Macau.

Die Einreise ging sehr fix, auch hier gab es keinen Einreisestempel, sondern einen Zettel, auf dem die wesentlichen Daten stehen, und dann waren wir offiziell eingereist.

Wir entschieden uns, in Richtung Altstadt zu laufen, spazierten über diverse Fußgängerüberführungen und einen Tunnel durch den Berg, dann über den Tap-Seac-Platz und schließlich ein Treppchen hoch, sodass von hinten an die Fassade der Pauluskirche kamen.

Diese Fassade finde ich sehr beeindruckend, auch wenn aktuell ein Teil von einer Plane verdeckt ist, weil sie da renovieren. Wenigstens ist die Plane so bedruckt, dass der Gesamteindruck erhalten bleibt und man aus der Ferne fast nicht sieht, dass das nicht das Original ist.

Wir machten ordnungsgemäß haufenweise Selfies auf den Stufen unterhalb der Fassade und liefen dann in Richtung der Dominikkirche. Dabei kommt man durch eine sehr belebte Straße, an der viele Händler ihre Waren feil- und auch zum Probieren anbieten. Einen Keks probierte ich (lecker) und dann auch ein bisschen Pork Jerky, das sehr lecker, wie ein in Honig marinierter Schweinebraten, schmeckte ... Bisschen klebig, klar, aber sehr, sehr lecker ...

Wir liefen an der Dominikkirche vorbei zum Largo do Senado und von dort in Richtung des Hotels Grand Lisboa. Dort machten wir Fotos von dem beeindruckenden Hotelbau und spazierten dann in das angeblich berühmte Casino Lisboa hinein. Wir fanden - Fotografieren verboten - jede Menge Blackjack-Tische, mehrere dutzend, wahrscheinlich mehr als einhundert, aber keinen einzigen einarmigen Banditen und keinen einzigen Roulette-Tisch.

Hmpf, daraufhin verließen wir das Lisboa wieder und entschieden uns, mit dem Bus zum Hotel Venetian zu fahren, weil dort das größte Casino Macaus sein sollte. Der Security-Mensch, der uns zum Bus 21A hatte laufen sehen, winkte uns zurück, weil ein anderer Bus in Richtung Venetian fuhr, dort zahlten wir - in Macau kann man nicht mit Kreditkarte, aber dafür mit Hongkong-Dollar zahlen - 20 HKD (2,20 Euro) für alle drei zusammen und fuhren vielleicht 20, 25 Minuten auf die südliche Insel Macaus. Dabei fuhren wir über die mittlere Brücke zwischen den beiden Inseln, die anscheinend Bussen und Taxis vorbehalten ist; auf der südlichen Insel fuhren wir noch ein bisschen in der Gegend herum, bis ich zum Ausstieg aufforderte.

Wieder ging es über eine Fußgängerbrücke und dann - gewissermaßen am Hintereingang - ins Venetian hinein. Wir schwammen mit der Meute von wohl meist festlandchinesischen Touristen mit - und versehentlich hinter denen her die Rolltreppe hoch.

Dadurch kamen wir aber vorzeitig zur - das muss ich wirklich sagen - wunderschönen Nachbildung Venedigs mitsamt Gondoliere und Rialtobrücke. Jetzt hatten wir aber Durst, tranken im Food Court Cola bzw. Wasser und marschierten dann wirklich ins Casino.

Ich hatte heute ein Polohemd ohne Brusttasche an und meinen Pass an Jessi übergeben; das hatte ich aber vergessen, als ich per Kreditkarte Jetons kaufen wollte. Also tauschte ich 1.000 Hongkong-Dollar, die ich noch in bar hatte (ja, im Casino in Macau wird vor allem mit Hongkong-Dollar gearbeitet), und bekam zehn 100-HKD-Jetons (je elf Euro). Das war mir eigentlich ein bisschen zu groß, zumal wir an einen Tisch mit Minimum Bet von 50 HKD wollten, aber angeblich gab es die nicht kleiner ... Na gut ...

Ich kehrte an den Tisch zurück und verlor erstmal zwei Runden; in der dritten Runde wurde es besser, und irgendwann spielte ich ein Zero-Spiel, und es fiel die 15. Die Croupière gab mir einen 1.000er-Jeton raus, der wurde an Christian zwecks Aufbewahrung übergeben, und als ich noch einmal ordentlich gewann und genau 2.100 Dollar zusammenhatte, spielte ich den letzten Jeton, verlor diesen und wir zogen mit den 2.000 Dollar von dannen.

Jessi wollte noch ein bisschen am einarmigen Banditen spielen, aber dafür brauchten wir wieder Bargeld (Hongkong-Dollar). Also tauschte ich die Jetons um in Bargeld, während Jessi und Christian mit den letzten 100 Dollar, die ich noch hatte, schon einmal loslegten. Das Spielglück war auch Jessi zunächst hold, aber irgendwann - Ziel und Regeln an dem Spielautomaten  verstanden wir alle drei nicht so richtig - ging es dann bergab ...

Weiterspielen wollte sie nicht mehr, und so machten wir uns mit fast 100 Euro Gewinn vom Acker. Wir fuhren - ich plante hin und her - mit dem kostenfreien Shuttlebus zum Macau-Terminal der Busse über die Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke. Dabei kamen wir über den - dem Las Vegas Strip begrifflich nachgebildeten - "Strip" - und dort stehen neben dem Campanile für Venedig ("The Venetian") auch ein Big Ben (für das Hotel "The Londoner") und ein Eiffelturm (für das Hotel "The Parisian"). Schon beeindruckend dort ...

Am Busterminal kaufte ich uns Busfahrkarten (die kosten 65 Hongkong-Dollar, etwa 7 Euro, pro Person), wir gingen durch die oberflächliche Sicherheitskontrolle, reisten aus Macau aus - eine riesige Abfertigungshalle mit bestimmt 30 Schaltern, von denen heute - es war kaum was los - nur drei oder vier geöffnet waren - und liefen zu den Bussen.

Wir fragten, nachdem der Typ praktisch hinter uns den Bus zu machte, ob wir in den nächsten Bus als Erste einsteigen dürften, es folgte ein schwerer Seufzer und Augenverdrehen, aber es klappte, und so konnten Jessi und Christian die Fahrt über die 54 Kilometer lange Brücke in der ersten Reihe verfolgen.

Auf der Brücke selbst herrscht Rechtsverkehr, auch wenn sowohl Macau als auch Hongkong Linksverkehr haben, denn der Großteil der Brücke wurde unter Regie von Festlandchina erbaut. Nach einer schönen Fahrt mit Ausblicken auf das Perlflussdelta kamen wir in Hongkong an und liefen zur Einreisekontrolle. Unser eChannel klappte, auch wenn der Einweiser fragte, ob wir uns registriert hatten - hatten wir, und so waren wir zügig durch.

Fast zur gleichen Zeit wie gestern fuhren wir - wir stiegen eine Station nach dem Flughafen ein - mit der Linie A11 in Richtung Kowloon und durch den Tunnel weiter nach Hongkong Island bis vor unsere Haustür. Wir hatten im Bus ein Lokal aufgetan, das ist unserer Nähe war und uns allen zusagte.

Nach kurzem Zwischenstopp in der Wohnung brachen wir auf und waren schließlich fünf Minuten später im Lokal. Die englische Karte sah professionell aus, Jessi aß frittierte Nudeln mit Shrimps, ein paar Shrimps verirrten sich auch in Christians Spaghetti Carbonora, und ich hatte Hähnchen süß-sauer. Wir waren alle drei zufrieden, Christian bestellt demnächst alles, auch den Kaffee, ausdrücklich "ohne Shrimps", und nach einem weiteren kurzen Zwischenstopp - und insgesamt 12,3 gelaufenen Kilometern heute - sind wir nun wieder im Zimmer gelandet ...

Morgen geht es nach Festlandchina, aber nach Kowloon und auf den Peak hier auf Hongkong Island wollen wir auch noch - aber wir haben ja noch den ganzen Tag morgen, den Großteil übermorgen und auf dem Rückweg auch noch zwei halbe Tage oder so ...

Grand Lisboa (mit freundlicher Genehmigung von Christian)

Abendessen heute Abend

Hafen von Hongkong

HZMB (Hongkong-Zhuhai-Macau-Brücke)

The Parisian

The Londoner

The Venetian


Pauluskirche ...

... auch mit Treppe

Blick von oben

Viele Motos

Unterwegs nach Macau

Frühstück - Suppe mit Schweinshaut

Blick von unserer Balkonterrasse